samstag, u. Gttober (925
Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhetzen,
Ur. 733 viertes Blatt
Wirtschaft.
Börje und Geldmarkt.
Die Einführung des Lerminmarktes hat bisher noch wenig Einfluß auf den Verlauf des Börsengeschäftes gehabt. Immerhin kann man doch schon so viel sagen, daß die innere Festigkeit der letzten Tage, die selbst am Mittwoch zu verspüren war, teilweise wohl mit darauf zurück- zufüyren war. dah der kleinen Spekulation der Einfluh auf die führenden Werte, die jetzt in Terminen gehandelt werden, entzogen worden ist, und schließlich sind es ja diese Werte, die im wesentlichen die Börsentendenz bestimmen. Aus diesem Grunde kann man dem Dorsen- > Vorstand auch nur beipflichten, wenn er dem Verlangen, die Posten, in denen im Termingeschäft gehandelt werden darf, von 6000 Mk. auf 3 oder gar auf 2000 Mk. zu ermäßigen, Widerstand entgegenstellt. Wenn man berücksichtigt, dah vor dem Kriege der Terminhandel nur in Posten von 15 000 Mk. möglich war und dah damals die Kurse doppelt und dreifach so hoch waren wie heute, so scheint in der derzeitigen Regelung der Kapitalarmut genügend Rechnung getragen zu sein. Man ist in Kreisen der Schwerindustrie der Meinung, dah trotz der derzeitigen Krise der innere Wert unserer Mon- tanpapiere in den augenblicklichen Kursen nicht zur Geltüstg kommt. Dem ist aber wohl ent- gegenzuhalten, dah, solange unsere führenden Werte keine oder nur eine sehr geringfügige Dividende verteilen, kaum Aussicht besteht, dah sich die Kurse mehr nach oben regulieren, denn mehr als je muh heute der Kapitalist darauf bedacht sein, für seine Kapitalien einen Zins zu erhalten, und solange in Kontokorrent noch 14 Proz. Zinsen gezahlt werden müssen, w'.rd man vorziehen, unmittelbar der Industrie Darlehen zu gewähren, als durch Beteiligen in Form von Aktienerwerb die unsichere Aussicht zu erhalten, vielleicht einmal einige wenige Prozent Dividende zu erhalten. Selbstverständlich sind die A'iqen der Börse zur Zeit aus Locarno gerichtet. Man erwartet von einer Klärung der politischen Lage nicht nur eine Rückwirkung auf das Wirtschaftsleben Deutschlands, sondern vor allem eine Stärkung des ausländischen Vertrauens in die Wiederqesund-ng und damit eine Beteiligung des Auslandes in deutschen Werten; denn eine durchgreifende Besserung der Börse kann auf Iahre hina"s nur vom Ausland kommen.
Die letzten Tage haben dem Geldmarkt eine nicht unwesentliche Erleichterung gebracht, und die ileberwindung des Ultimo war somit weniger schwierig, als vielfach befürchtet worden ist. Es dürfte d'-es in erster Linie daraus zurück- zuführen sein, dah d'e Reichskreditaesellschaft zu verhältnismäßig geringem Satze Ausleihungen vorgenommen hat, so dah auch in den Dagen der stärksten Verstt^fung keine Rachsroge nach täglichem Gelde. wie dies beim Ättimo der letzten Monate verschiedentlich der Fall war, unbefriedigt geblieben ist. Zur Zeit ist auch die Hereinnahme des Gegenwertes der Amerika-Anleihe der Rentenbank-Kreditanstalt zu verspüren. Diese Gelder scheinen in erster Linie am Privatdiskontmarkt zur Verfügung gestellt zu werden, worauf auch Wohl ein weiteres Rachgeben des Privat- diskontsahes für kurze Suchten zurückzuführen ist. Vielfach wird hieran die Vermutung geknüpft, dah bei der großen Spanne zwischen Privatdiskontsatz und Reichsbankd'skont mit einer baldigen Er- Mähiaung des letzteren zu rechnen ist. Werm auch irgendwelche währungstechnische Schwierigkeiten mit einer Ermäßigung des Bankdiskonte^ kaum verknüvst sein dürften, so glauben wir doch nicht, dah sich die Reicksbank in absehbarer Zeit hierzu entich/iehen wird.
Grnteeryebnisse in Preuhen.
Die Statistische Korrespondenz berichtet über die Ergebnisse der Ernte in Preuhen folgendes: Die Futterrüben baben ihren Stand behauptet. Die Halmiruchternte ist jetzt durchweg beendet. In den östlichen Gegenden ist infolge des Regens ein grober Teil des Hafers verdorben. Auch der Sommerweizen ist vielfach nur in schlechtem Zustande eingebracht worden. Im allgemeinen konnte die Halmfrucht vor dem Beginn der Re'^nveriode restlos geborgen werden. Die Kartoffeln neigen vielfach zur Fäulnis. Die ohnehin recht knappe Grummeternte ist zum großen Teil verdorben.
*
" D i e G r o h h a n d e l s i n d e x z i f f e r. Der amtliche Großhandelsindex des Statistischen Reichsamtes für den 7. Oktober ist gegenüber dem Stande vom 30. September (114,1) um ein Prozent auf 125,3 gestiegen.
* WeitereMahnahmen gegenKar- teile. Wie die „Täglich-- Rundschau" meldet, hat das Reichswirtschastsministerium beim Kartellgericht gegen 15 Verbände verschiedener Branchen die Klage auf Grund der Kartellverordnung eingereicht. Es handelt sich diesmal um Gleitpreise, sowie um die Freibleibensklausel.
" Zur Beschäftigung der Braun- kohlenindustrie. Wie wir erfahren, ist der Braunkohlenbergbau auf Grund der von ihm abgeschlossenen Iahresverträge bis zum 31. März des nächsten Iahres voll be'chästigt. Die Erlöse • sind jedoch bei einzelnen Gesellschaften verschieden und vielfach durch den starken Wettbewerb der anderen Kohlensorten nicht unwesentlich beeinträchtigt.
* B e n z & Co., Automobil- und M o - t orenf aöri k 21.-®. i n Mannheim. In den letzten Tagen sind Gerüchte verbreitet worden, daß die Firma Benz & Co. in Zahlungsschwierigkeiten geraten sei. Die Verwaltung der Benz & Co, Automobil- und Motorenfabrik 21.-®. in Mannheim erklärt hierzu, daß diese Gerüchte unbegründet sind, dah sie bisher ihre Zahlungsverpflichtungen erfüllt habe, daß der Status der Firma ein zufriedenstellender sei und von Zahlungsschwierigkeiten keine Rede sein kann.
♦ Friedrich-Alfred-Hütte, Rheinhausen (Riederrhein). Das Abbauprogramm auf der Friedrich-2llfred-Hütte, das bekanntlich zu Krupp gehört, ist nunmehr durchgesührt. Es sind im Laus der letzten Monate etwa 1500 Arbeiter entlassen worden, so daß die Belegschaft noch etwa 7000 Mann beträgt.
• Die Kredite für den Stumm- Ko nz er n. Wie der Deutsche Handelsdienst erfährt, sind die Verhandlungen über die Kredit« für den Stumm-Konzern nunmehr abae- fchlossen, nachdem sämtliche beteiligten Banken
und Bankiers ihre Zustimmung zur Prolongation ihrer Forderungen erklärt haben. Weitere Einzel- fjeiten dürften in zwei bis drei Tagen bekannt- gegeben werden.
* Di e Verhandlungen über die Bildung des Eisentrustes. W.e der DHD. von unterrichteter Seite erfährt, haben die Mrhandlungen über die Bildung des Eisen- trustes in den letzten Tagen einen günstigen Verlauf genommen. Die Arbeiten sind auf allen Gebieten fortgeschritten, doch sind neue Ergebnisse, die die Oeffentlichkeit inteiessieren könnten, bisher noch nicht zu verzeichnen.
‘ Starke polnische Holzausfuhr 1 92 5. Die Holzausfuhr Pofens im ersten Halbjahr 1925 ist sehr viel größer gewesen als zu der gleichen Zeit des Vorjahres. Rach der amtlichen Statistik wurden im ersten Halbjahr 1925 1 473 300 Tonnen Holz ausgeführt, gegen 886 800 Tonnen im ersten Halbjahr 1924. Diese große Zunahme entfällt ziemlich gleichmäßig auf alle Holzarten. Besonders stark zugenommen hat die Ausfuhr von Papierholz, die 200 000 Tonnen betrug (77 200) und die Ausfuhr von Rundholz, und Klötzen, die 261 200 Tonnen (103 800) erreichte.. Die allgemeine Zunahme der Ausfuhr erklärt sich hauptsächlich durch große Lieferungen von Rundholz und Schnittwaren nach Deutschland. Ramentlich aus Westpolen wurden infolge des Eulenfraßes große OKengen Rundholz nach Deutschland geliefert. Aber auch von Papierholz war Deutschland ein starker Abnehmer. Das zweite Halbjahr 1925 wird ganz andere Zahlen bringen, da infolge des Zollkrieges mit Deutschland der Hauptabnehmer für das polnische Holz weggefallen ist. Hieraus erklärt sich die augenblicklich schwierige Laae der polnischen Holzindustrie, die solange keine Wendung zum Besseren erfahren dürfte, als nicht die Wirtschaftsverhandlungen mit Deutschland zu einem günstigen Abschluß gelangen.
* Polen auf dem Wege zur Inflation. Die polnische Regierung hat die Absicht. in den nächsten Tagen Schatzscheine für 50 Millionen Zloty herauszugehen. Das diesbezügliche Sejmgeseh läßt eine Emittierung von 100 Mill. Zloty Schahscheine zu. Die Regierung hat aber bisher nur 40 Mill. Zloty herausgegeben.
Börsenkurse.
Frank urt a.M.
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Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dtp. Doll.-Schntz-Anweisng.*) 4e/0 »tolltürken.......
5*/o SoIbmeriTaner ..... verltntt Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank Darmst. und Nationalbank . Deutsche Bank Deutsche DereinLbank ■ ■ . . DiSconto Lommandtt . . . Metallbank.......
Mitteldeutsche Lredtlbcmk. Oefterrrtchische Lredttanstalt Weltbank ..........
Bochumer Guß . ...... BuderuS......
Taro Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Haroener Bergbau......
Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurahütle ....... Lberbedars Phönix Bergbau ..... Ryeinsrahl...........
Rielreck Montan ......
TclluS Bergbau. ..... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . , Theramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann Anglo-Corn.-Guano .... Badische Anilin.....
Chemische Mayer Sklavin . . Goldschmidt Gries - eintet Electron .... Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung ....... RülgerSwcrke ......... Scheidcanstalt ........
Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mamkrastwerke ........ Schuckerl...........
Siemens & Halske ......
Ädlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt........ Meguin. ... Motorenwerke Mannheim
Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . Mctallgesell chaft Frankfurt. Pet. Union A.-iS Schuhfabrik Her; Sichel. .
Zellstoff Daldbos Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .
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Berliner Dorfe.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".)
Schuldenrerhältnisse. Kolonialwerte waren sehr beachtet, vor allem Diamant-Shares. Don heimischen Renten waren Kriegsanleihe mehr bevorzugt. Schutzgebiet hatten dagegen tillcres Geschäft, der Kurs stellte sich auf 5,47'/,. Am Geldmarkt macht die Erleichterung weitere Fortschritte. Tägliches Geld 9 bis 10,5 Proz. Monatsgeld nahezu umsatzlos 10,5 bis 11,5 Proz. Am Devisenmarkt lagen nordische Devisen sehr fest. Das Pfund stellte sich gegen Kabel auf 4.64' iG- Paris gegen London 104,4. Die Marl wird gemeldet: aus London 20,34, Amsterdam 59,23V«.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
kKn Billiauen Mark ouSgedrücki- BuenoS-AtrrS, London, Neu- york Yap au. Rio b» Janeiro für eine Einheit, Wien und Bud'avcu kür 100000 Ein beiten, alle« übrige rür 100 Einheiten.»
Telegraphische Auszahlung.
8 Okkvr
9 Okt r.
Amtliche Noli runa ^elb : Brie'
Amtliche Notierung
Amn.-:Kol.
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168 59
169.01
1.72-3
1.25
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Banknoten.
Berlin, 9 Oktbr
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Amerikanische Noten .....
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Belgische Noten .......
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Däni'che Noten .......
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101,90
20,37
Englische Noten - .......
20.27
Französische Noten ......
19,44
19 54
168.20
169.04
itl. licnische Noten......
16.81
16.89
Norwegische Noten.....
84 44
84.87
Dcutsch-Qesterr, 5100 Kronen
Rumänische Noten......
□8.99
59.29
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—
Schwedische Noten .....
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Schweizer Noten .......
80,6
81.05
Soantsche Noten ......
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Ungarische Noten . . ....
5,82/
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Frankfurter Abendvorse
Frankfurt a. M., 9. Ott. Die Abendbörse verkehrte bei immer noch kleinem Geschäft in gut behaupteter Haltung. Trotz der freundlichen Strömung verschärfte sich die Zurückhaltung, die allseits geübt wurde. Der Anleihemarkt war geschästslos. Kriegsanleihe hörte man zu 0,230. Auch das Mediogeschäkt lag ohne Anregung. Die Abendbörse schloß ruhig zu gehaltenen Kursen. Ausländische Renten: Zolltürten 7,90, Ungarische Goldrente 10,55. Bankaktien: Bank für Dvcru- industrie 80, Commerzbank 94,37 Medio, Darmstädter Dank 106 Medio, Deutsche Bank 105,75, Deutsche DereinSbank 75, Diskontogesellschaft 101,75, 102 Medio, Dresdner Bank 100, Mitteldeutsche Creditbank 92, Reichsbank 133,50, Oefter- reichische Kreditaktien 7.30. Montanaktien: Gelsenkirchen 70,75, Otavi 25, Kali Aschersleben 115. Schiffahrtsattien: Hapag 59,75, Rordd. Lloyd 65,50, 65,75 Medio, Baltimore 48,50 Monastir 10,62. Bad. Anilin 120,25. Industrieaktien: AEG. 94, Dyckerhoff 33,50, Eßlinger Maschinen 37,50, Lahmeyer 76,75, Lechwerke 68, Inag 0,42, Siemens Halske 76,50 Medio, Zellstoff Waldhof 79,50.
Frankfurter Getreidebörse, (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".)
Frankfurt a. M., 9. Oft. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 23, Roggen, inländischer, 17.25, Sommergerste für Drauzwecke 25 bis 26, Hafer, inländischer, 19.50 bis 21, Mais (gelb) 19.50, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 37 bis 37.25, Roggenmehl 25 bis 26.25, Weizenkleie 9.75 bis 10, Roggenkleie 10.25 bis 10.50. Tendenz: Geschästslos.
Beriine: Prsduk'e. dürfe.
Berlin, 9. Oft. Der Produktenmarki war fast umsatzleer und die Preise gingen weiter nach unten. Es notierten pro 1000 Kg.: Weizen (märf.) 209 bis 211, Weizen (Oktober) 226, Weizen (Dezember) 228 bis 227.50, Weizen (Marz) 232 bis 232.50, Roggen (märf.) 150 bis 153, Roggen (Oktober) 167 bis 166, Roggen (Dezember) 170, Roggen (März) 178 bis 178.25, Gerste (mark.) 210 bis 233, Futtergerste 170 brs 175, Hafer (märf.) 182 bis 190, Hafer (März) 190: für je 100 Kg.: Weizenmehl 27.25 bis 31.25, Roggenmehl 21.75 bis 24.25, Weizenkleie 10.35 bis 10.60, Roggenkleie 9 bis 9.30, Diktoriaerbsen 26 bis 31, kleine Speiseerbfen 26 bis 28, Futtererbfen 21 bis 24. Wicken 22 bis 25, Rapskuchen 14.50 bis 15, Leinkuchen 21.30 bis 21.60, Trockenschnitzel 10 bis 10.25, Torfmelasse 8.50 bis 9, Kartoffelstöcken 14.75 bis 15, Zucker 20 bis 20.25.
Berlin, 9. Oft. Die feste Deranlagung der letzten Tage machte auch heute an der Börse weitere Fortschritte. Obwohl die neueren Meldungen aus Locarno nicht so optimistisch gestimmt waren, hält die Börse doch an dem Glauben fest, daß auch aus dieser Konferenz für die deutschen wirtschaftlichen und politischen Derhältnisse etwas Ersprießliches herauskommt. Die sicherlich nicht optimistisch gehaltenen Ausführungen des Geheimrats Klöckner tun dieser Stimmung keinen Abbruch, im Gegenteil, die Börse hört bei ihrer derzeitigen Dersassung nur das Günstigste heraus, und die Hoffnung, daß der Höhepunkt der Krise überwunden und unter gewissen Bedingungen eine Besserung 'kn Aussicht steht, belebte das Ganze. Auch die technischen Momente des nahe bevorstehenden Medio tragen zur Befestigung bei, da die Baisse- Spekulation in erheblichem Maße den Beginn des Terminhandels ausgenutzt hat und sich vor Äeberraschungen schützen will. Im Terminhandel waren Kursbesserungen festzustellen, die bei Montanwerten 2 Prozent ausmachten. Das gestern schon bemerkte Interesse für s r e m d e Renten hielt auch heute cm. Man verspricht sich von der Locarno-Konferenz einen besseren Voden für die Regelung der europäischen
Büchertisch.
— Heber Kleiderformen und Stoffe, über Hüte und Mäntel unterrichtet sich die Frau am besten durch das soeben erscheinende Heft 10 der „Reuen Frauenkleidung und Frauen- fultur“. (Derlag G. Braun, Karlsruhe.) Die Abbildungen zeigen herbstliche Straßen» und Rachmittagskleider, Mäntel und Pelzmäntel, Herbstkomplets, Kleider mit Iacke, Haus- und Arbeitskleider, Kassak, Kinderkleider. Im Terf- teil steht an erster Stelle der Modebrief von Frau Emmy Schoch-Leimbach.
— Das 9. Heft (2. Iahrgang) von „D e r Die Das" vereinigt Kurf Martens, Rorberf Iagues, El Correi, Awertschenko, Tschechow, Höllriegel und andere Autoren, um auf bald anmutige, bald phantastische Weise die Sorgen des Alltags wegzuzaubern. (Derlag, Leipzig. Iohannisgasse 8.)
— „Die Kun st", Monatshefte für freie und angewandte Kunst (F. Qfcudmann A.-G., München, Preis für das Dierteljahr 6 Mk.) beginnt mit dem soeben ausgegebenen Oktoberheft ihren neuen Iahrgang. Wie e» dem Prinzip der Zeitschrift entspricht, bietet daS Heft in
anregender Abwechslung und sinnvoller Kom- positwn Werke älterer, neuer und neuester Kunst aus allen Gebie:en des weiten Bereiches freien und angewandten Kunstschassens. Zu ausge- zeichne.en, allgemein verständlich geschriebenen Aussägen hervorragender Fachmänner bringt „Die Kunst" besonders schöne Reproduktionen von Kunstwerken. Eindrucksvoll zieht diesmal die rheinische Malerei der letzten hundert Iahre vorbei. In pikan-em Gegen'ah dazu steht der Lleberblick über die Malerei der Schweiz von Füßli bis zu Martin Lauterburg im Rahmen eines reichillustrierten Aufsatzes über die Große Schweizer Kunstausstellung in Karlsruhe. Im Teil der angewandten Kunst dokumentiert eine Veröffentlichung über die schwedische Abteilung auf der Internationa'en Kunstge verbe-Ausstel» hing in Daris, daß die Zeitschrift auch dem Kunstschaffen jenseits der Grenzpfähle ihre volle Aufmerksamkeit zuwendet.
— Delhagen & K l a s i n g s. Monatshefte überraschen mit jedem neuen Heft. Wer die Bilder Carl Bantzers. eines unserer deutschesten Maler, im Oftobech:ft betrachtet, und die feinsinnige Würdigung liest, mit denen sie der hervorragende Kunsthistoriker Pros. Dr. Karl Woermann geleitet, der fühlt mit Stolz, was eS bedeutet, ein Deutscher zu sein. Aus dem sonstigen reichen Inhalt sei auf die farbenprächtigen Bilder des Dichters Hermann Hesse hingewiesen, der auch ein bedeutender Maler ist und die luganesische Landschaft künstlerisch so fein empfindet, wie sie Iosef Ponten In Worten schildert.
Das 19. Heft der „Großen Welt", bongt Photographien aus aller Welt, spannend wie Geschichten; von Colin Roß, dem bekannten Welt- reisenden, eine Plauderei und seltene Aufnahmen; von Fr. Mayer einen geheimnisvoll bunten Reisebrief aus Konstantinopel; von Alfons von Czibulka eine indische legendarische Erzählung; Rovellcn von Isjagin, Mac Orlan, Mansfield und M4rimhe, die Sie nach Rußland, Amerika. England und Frankreich verzaubern, mitten hinein in gewaltige oder stille Schicksale; unb noch vieles andre an Bildern und Schilderungen. Verlag Leipzig, Iohannisgasse 8.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden.
Gießen. Sonntag, 11. Oftober/lS. n. Trinitatis. Stadtkirche. 91/,; Pfarrasf. Hertel. 11: Kinderfirche für die Markusgemeinde. Bsarrass. Hc-rtel. 6: Pfr. Mahr. Feierl. Eröffnung des Äonfirmanbenunter* richts (Mattbäusgemeinde). - Johanneskirche. 9'/, Zugt. Militärgottesdienst. Pfr. Ausfeld. 11: Kinderkirche f. d. Iobannesgemeinde. Pkr. AuSfelb. 6: Pfarrastistent Schultheis. 8: Dibeibesprechung im Iohannessaal. Pft. Müller. — Kirchberg. 10; 11: Heiliges Abendmahl für die jungen Männer und Frauen von Lollar. — Mainzlar. 1%. - Wieseck. Evang. Gemeindesaal, Ludwigstr. 11. Rur Abendgottesdienst: 7'/,. — Watzenborn-Darbenteich. Watzenborn-Steinberg: 9: Beichte, anschl. Gottesdienst und heftig. Abendmahl der Alten. Garbenteich: 1. (Kollekte.)
Katholische Gemeinden.
Gießen. Samstag, den 10. Ottbr. 41/, u. 7 Deichte. Sonntag, den 11. Oktbr. 19. Sonntag nach Pfingst. 61/, Deichte, 7 Messe, Kom. d. Jünglinge, 8 Kom., 9 Hochamt m. Pred., 11 Wesse m. Pred., 5'/, Christenlehre il Andacht. Dienstag und Freitag abds. 6 ist Rosenkranzandacht mit Segen. — Grunberg. 9V, Weste mit Predigt. - Hungen. 91/, Hochamt mit Predigt. — Lich. 7'/', Weste mit Predigt.
Rundfunk-Programm
des Frankfurter Senders.
(Aus der „Radio-Umschau".)
Sonntag, 11. Oktober.
8.30 bis 9.30 Ähr: Morgenfeier, veranstaltet vom Warfburg-Verein, Frankfurt a. M 12 bis 1 Uhr: Mittagsständchen, veranstaltet vom Man- bolinenftub „Frischauf". 4 bis 5 Ähr: Die Stunde der Iugend: Aus dem deutschen Märchenborn, Hexenmärchen von Grimm: Die sechs Schwäne. Der Liebste Roland (für Kinder vom 4. Iahre ab. 5 bis 6 Ähr: Rachmittagskonzert des HauS- Orchesters, Die Oper der Woche. 6.30 bis 7 Ähr: .Lebenskunst", 7. Vorlesung: Aus den »Apho» rlSmen zur Lebensweisheit" von Arthur Scho» penhauer. 7 bis 8 Ähr: Stunde des Rhein« Mainifchen Verbandes für Volksbildung: „Hupf tens letzte Tage" von Konrad Ferdinand Meyer: 1. Meyer über seine Dichtung („Mein Erstling"): 2. Vorlesung aus „Huttens letzte Sage“, gelesen von Frau Meißner. 8 30 bis 9.30 Ähr: Konzert der Mannheimer SrioBereinigung, vorllassisch« Kammermusik. 10 bis 11 Ähr: Theater-Hörspiele.
Montag, 12. Oktober.
4.30 bis 6 Ähr: Rachmittagskonzert deS Hausorchesters, Märsche berühmter Komponisten^ 6 bis 6.30 Ufjr: Die Lesestunde (Die Rovelle): „Colomba" von Prosper MHrimse. 6.30 btS 7 Ähr: Die Bücher stunde. 7 bis 7.30 Ähr: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs: „Röhrensender 1", 24. Kursvorfrag von Dr. P. Lertes. 7.30 bis 8 Ähr: Stenographischer Fortblldungskursu» für alle Systeme (Diktat von 150 Silben ab aufwärts). 8 bis 8.30 Ähr: „Conrad Ferdinand Meyers Klangbild im künstlerischen Vortrag“, Vortrag mit Rezitation von Äniversitätslektov Roedermeyer-Frankfurt a. M. 8.30 bis 9.30 Ähr: Conrad Ferdinand Meyer. 10 bis 11 Ähr: Äebertragung von Kassel: Zweiter Abend Kasseler Musikfreunde.


