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Alleinvertrieb für Giehen u. Umgebung: Firma Georg Hebstreit,Gießen, KIlnikstr.21, Fernruf 163,

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* Renten f ü r Kriegsbeschädigte usw. Man schreibt uns: Durch die Bekannt­machung, datz eine Erhöhung der Postrenten für Kriegsbeschädigte, Kriegereltern und Krieger­hinterbliebene um 12,5 Prozent ab 1. September 1925 (zahlbar ab 1. April 1925) erfolgt ist, entstand die irrtümliche Auffassung, datz eine Erhöhung der. Gesamtbezüge um 12,5 Prozent damit verbunden sei. Es sei hiermit nochmals darauf htngewiesen, datz mit der 12,5prozentigen Erhöhung der Postrente nur eine geringe Er­höhung der Gesamtbezüge erfolgt ist, da gleich­zeitig die Zusatzrente herabgesetzt wurde. In den meisten Fällen wird die Verbesserung nur ca. 4 Prozent betragen.

WSR. Schiedssprüche für den Eisen- steinbergbau an Lahn und Dill. Für den Eisensteinbergbau des Lahn- und Dillgebietes wurden folgende Schiedssprüche gefällt: 1. Das Mehrarbeitszeitabkommen, wie es bisher bestan­den hat, gilt unkündbar bis zum 31. März 1926 und kann von dem Zeitpunkte an mit vier­wöchentlicher Frist auf das Monatsende ge­kündigt werden. 2. Die Lohntafel vom 7. Januar 1925, wie sie entsprechend der freien Vereln- barung vom 26. August 1925 wieder eingeführt wurde, bleibt mit der Watzgabe bestehen, datz der Hauerdurchschnittslohn vier Mark beträgt. Diese Lohnregelung gilt bis auf weiteres und ist mit 14tägiger Kündigungsfrist zum Monats­ende, erstmalig zum 28. Februar 1926 kündbar.

451 627,22 Mk. auf der Soll- und Habenseite ab.

3m weiteren Verlauf seiner tiefschürfen­den Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit dem vorher verlesenen Revisionsbericht des Verbandsrevisors V i ch l e r. beleuchtete an Hand hon Tabellen und Kurventafeln, die die ganze Verworrenheit und Unsicherheit des heutigen Wirtschaftslebens in anschaulicher Weise dar­stellten. die Schwankungen, denen das Unter­nehmen unterworfen ist. 3n zuversichtlicher Weise gab er seiner Meinung Ausdruck, datz die schwerste Zeit hinter uns liegt, datz nunmehr der innere Ausbau und die Festigung des Ver­eins intensiver betrieben werden können. 3n seinen Erläuterungen zum Kassenbericht hatte der Kassensührer Günderoth Gelegenheit, auf alle Schwierigkeiten auf dem Geldmärkte einzu­gehen. und die anwesenden Vertreter zu ermah­nen. alles daran zu sehen, um die Mitglieder auch in dieser Richtung an ihre genossenschaft­liche Pflicht zu ermahnen. 3n dem Bericht des Aufsichtsrats konnte der Vorsitzende Vetters Geschäfts- und Kassenführung im höchsten Grade anerkennen. Er wies weiter darauf hin, datz der Verein im nächsten Jahre 25 Jahre besteht und keiner von den damaligen Gründern einen der­artigen Aufschwung des Vereins geahnt habe.

3n einer ausgedehnten Aussprache, in der D e g e nh a r d t - Giehen. Hartmann-Bad- Rauheim, Erb-Marburg. Mann-Giehen, Bremer- Wieseck, Braun- Giehen und Weitzel- Hungen sprachen, wurde die Tätig­keit der Berwaltung im grotzen und ganzen voll anerkannt, einzelne Wünsche sollen, soweit möglich Berücksichtigung finden. Zum Geschäfts­bericht lagen 2 Anträge vor, der eine will das Markensystem abschafsen, an dessen Stelle soll nach Ansicht des Antragstellers die sofortige vierprozentige Gutschrift an den Warenpreisen treten. Technisch und geschäftlich ist dies un­durchführbar, der Antrag wird, abgelehnt. Ein weiterer Antrag bezwecft, die jährliche Erübri­gung der Mitglieder nicht auszuzahlen, sondern auf Sparkonto des einzelnen Mitgliedes zu schreiben. Dadurch sollen dem Verein mehr flüs­sige Mittel in die Hand gegeben werden, der­jenige, der den Betrag benötigt, soll ihn ab­heben können. Dieser Antrag wird dem Vor­stand als Material überwiesen. Schließlich wird dem Vorstand Entlastung erteilt und die Jahres­bilanz genehmigt. Die außer der Rückvergütung erzielte Erübrigung soll in der Weise verteilt werden, daft 1OOOO Mk. dem Reservefonds. 4095 Mark dem Spezialfonds und 1000 Mk. zur Ver­wendung des Vorstandes überwiesen werden. Die nun folgenden Ersatzwahlen wurden in der Weise erledigt, datz das ausscheidende Vorstands­mitglied Moutarde wiedergewählt wurde, ebenso die ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Schneider. Fischer, Vetters. An Stelle von Frau Hüter, die infolge Krankheit auS dem Aufsichtsrat ausscheidet, wurde Mann- Giehen gewählt. Mit herzlichen Dankesworten an die Ausdauer der Vertreter und deren tä­tige Mitarbeit schlotz der Vorsitzende Vetters die harmonisch und anregend verlaufene Tagung.

Jur Auswertung von Dar-Kautionen.

Kautionen, die von Unternehmern Sem Be­steller oder von Angestellten dem Dienstherrn geleistet werden, sind nicht als eine Bermögens- cmlage anzusehen: eine entsprechende Regierungs­erklärung wurde schon im Aufwertungsausschuß abgegeben. Sie begründen Ansprüche aus gegenseitigen Verträgen, so datz ihre unumschränkte Aufwertung nach

müssen, die besonders bei den nichtsozialistischen Wählermassen am meisten vorhanden ist. Die wirtschaftliche Lage verschärft sich in unserem stark industriellen Bezirk von Tag zu Tag. Bei dem hiesigen Amtsgericht wachsen die Mahn- und Klagesachen in besonders starkem, noch nicht gekanntem Matze an. Mehrere Firmen, darunter alteingesessene, stehen unter Geschäfts­aufsicht. Bei der Grohindustrie nehmen die Arbeiterentlassungen immer mehr zu. Der Bergbau ist fast vollkommen eingestellt. Andere Werke arbeiten nur noch drei Tage in der Woche. Das Eisen- und Stahlwerk Atzlar, ein Tochterunternehmen der Firma Meyer in Harzgerode, ist vollkommen st i l l g c l c g t und steht zum Verlauf. Die In­dustrie geht daher mit bangen Sorgen in den Winter und sieht heute noch keine An­zeichen einer Besserung. Durch die vorsichtige, oft bekämpfte Geschöftsgebahrung der grotzen Werke ist hier glücklicherrreise eine gröbere Krisis, tote dies anderwärts vielsach her Fall ist, ver­mieden worden. Das ist ein Glück für die ge­samte Ge'chästsweit und einen grotzen Teil der Arbeiterschast. Die zerfahrene Lage in der inne­ren Reich-Politik tut dann noch das ihrige, die Geschäftsaussichten für die Zukunft zu verdunkeln. Wenn auch das VertragSwerl von Locarno noch manche Wünsche unerfüllt läßt, so erhofft man ddch in den Kreisen der 3 n h Ust r i c von einem glücklichen Abschluß der Verhandlungen mit Paris und London und her Räumung der Kölner Zone eine neue Belebung des inneren und besonders auch des äußeren Marktes. Das träte der Anfang zu einet neuen wirtschaftlichen Gesundung, die auch für unfern Bezirk dringend zu wünschen wäre. Die Ausschließung unseres Kreises durch Postkraft­wagenlinien schreitet zum Segen der Land­bevölkerung rüstig weiter. Bis jetzt bestehen 3 Linien: W e h la r-H o he n s o l m s, We tz- l a rH ochelheim und W e h l a rS ch w a l - b a ch. Die letztere hat sich mit Beginn der schlech­ten Witterung so stark entwickelt, daß trotz der Einstellung größter Wagen nicht alle Leute be­fördert werden können. Dazu kommt die neu beschlossene Postautolinie von Gießen nach Krofdorf, die einem lang gehegten Wunsche dieses großen Dorfes entgegenkommt. Inzwischen hat die Postverwaltung Verhandlun­gen über eine neue Postkraftwagenlinie von Wetzlar über Raunheim, Wald­girmes, Hof Haina nach Rodheim an der Bieber mit den beteiligten Gemeinden auf genommen, die hoffentlich recht bald zu einem günstigen Ergebnis führen. Wie aus den Kreisen der beteiligten Gemeinden berichtet wird, soll diele neue Autolinie in Rodheim Anschluß an eine weiter neu einzulegende Postautoünie R 0 d- h e i mG ladenbach erhalten. Da von Gladen­bach bereits eine Autvllnie nach Biedenkopf besteht, so würde damit eine direkte Verbindung Wetzl a r -G l a d e n b a chD i e d e n k o p f ge­schaffen werden, die für die Cinwohnur des süd­lichen Teils des Kreises Biedenkopf von auher- ordenilichem Vorteil wäre. Sie brauchten auf diese Weife nicht mehr die zeitraubende Eisen­bahnfahrt über Wetzlar-Gießen-Marburg nach ihrer Kreisstadt zu machen und könnten bequem in einem Tage bin» und zurückfahren. Den gleichen Vorteil hatten die Bewohner derjenigen Orte, die zum Amtsgericht Gladenbach gehören. Hoffentlich können wir die Erössnung auch dieser neuen Linie recht bald erleben.

kz. Wetzlar, 7. Rov. Die Eigenwirt­schaft der S t a d t hat aus der Provinz Pom­mern an 2400 Zentner Kartoffel nach hier bekommen, die für die Ortoerbftojen. Rentner, Krankenhaus und Kleinkinderheim beftimmt find. Die hiesige Volksküche, die den ganzen Som- met über geschlossen war, ist jetzt wieder ge­öffnet und wird den ganzen Winter über in Be­trieb bleiben. Die Teilnehmerzahl an dem Essen

freiem richterlichen Ermessen zu er­folgen hat. lOberlandesgericht Karlsruhe 27. Ro- vember 1924, Jurist. Wochenschrift 25, 77.) Ob und inwieweit eine Aufwertung zu erfolgen hat, hängt von den Umständen ab. Hat siehe Mügel, Kommentar zum Aufwertungsgeseh Seite 171 der Kautionsnehmer die Kaution in seinem Geschäft mitarbeiten lassen, so ist an­zunehmen, datz die Substanz nach Abzug eines Sntwertungsfaktors erhalten geblieben ist: ist aber das Geld nichtwertbeständig, bei einer Bank oder Sparkasse, eingezahlt worden, so haftet der KautionSnehmer nur. wenn ihm nach Lage des Falles ein Vorwurf wegen des Stehen­lassens des Guthabens gemacht werden kann, wenn er z. D. sein Privatguthaben eingezogen hat, die Kaution jedoch nicht. Bei der Prüfung der Frage, ob von einer wirtschaftlichen Ruhung von Geldern gesprochen werden kann, die Arbeit­nehmer als Kaution hinterlegt haben, ist zu be­rücksichtigen. ob die Geldbeträge wegen der Mög­lichkeit jederzeitigen Ausscheidens den Arbeit­nehmern zur jederzeitigen Rückzahlung bereit­gehalten werden mußten. (Vgl. Mügel, § 34, Seite 171/172.)

aufgenommene Mittel 107 299,54 Mt., Betriebs­schulden 179 997,47 Mk., darunter befinden sich 96 334 Mk.. die an die Mitglieder als Erübri­gung zurückgezahlt werden. Der verbleibende Lieberschutz beträgt 15 095 Mk. Die Aktiven weisen auf: Warenbestände: 229 350.11 Mk. Be­triebsbestände 6 Mk.. Grundbesitz 158100 Mk.. flüssige Mittel 42 468 Mk.. Beteiligungen 15 796 Mark, ausstehende Forderungen 3682 Mk. Der Abschluß lautet auf 449 402.98 Mk. Die G e - winn - und Verlustrechnung schließt mit

Rechtsanwalt Engisch verwies auf das Urteil des Oberlandesgerichts vom 5. August 1925, in bmn erklärt wird, daß die gutachtliche Anhörung im Wege eines Beschluhverfahrens erledigt wer- den mutz in Anwesenheit von mindestens 5 Mit­gliedern. Einen Umlauf kenne das Gesetz nicht Obendrein sei die Steuerordnung am 31. August 1923 veröffentlicht, die ministerielle Genehmigung aber erst am 3. Oktober 1923 erteilt worden. Die Gießener Getränkesteuerordnung gründe sich auf das bereits im Jahre 1913 durch Reichsgeseh aufgehobene Oktroireglement. In Gießen werde die Steuer bald vom Einbringer der Ware, bald vom Empfänger erhoben. Direktor Schmitt vom Deutschen Brauerbund in Berlin machte geltend, datz die Gießener Steuerordnung gegen das Fi- nanzausglcichsgesetz verstoße, da man ihr eine lüdtolrtenöc Kraft bis zum 1. Juli verliehen hab? als Termin, wenn man die Steuer gelten lasse,'könne nur der 1. Oktober 1923 in Betracht kommen. Die Steuererhöhung dürfe auch nur nach Menge oder Kleinhandelspreis, nicht nach Menge und Kleinhandelspreis erfolgen. Der Der- ;roter der Stadt Gießen, sowie der Vertreter des Staatsinteresses, Oberregierungsrat W e i f f e n - bad), traten diesen Ausführungen entgegen und beantragten die Verwerfung der Berufung des vom Provinzialausschuß gefällten Urteils. Sie evblidtcn in dem Umlauf und in den anderen beanstandeten Verfahren keinen Verstoß gegen die gesetzlichen Vorschriften.

"Das Urteil des Derwaltungsgerlchts» hofeS ging dahin, datz das Urteil des Provin­zialausschusses pom 7. Mai 1925 aufgehoben und die Getränkesteuerordnung der Stadt Gießen für ungültig erklärt wird. Die Kosten des Verfahrens fallen per Stadt Gießen zur Last. Die Begründung des Urteil- wird den Parteien noch zugestellt werden.

Der Konsumverein Giehen u. Umg. im Jahre 1924/25.

£ Außerordentlich zahlreich hatten sich die i in den einzelnen Verteilungsstellen gewählten Vertreter gestern vormittag zur o r d e n t l r ch e n i Generalversammlung des Konsum- Vereins im grotzen Saale des Gewerkschafts- Hauses eingefunden, um den Bericht über den Stand des Wohl größten derartigen wirtschaft­lichen Unternehmens Oberhessens entgegenzuneh­men. die notwendigen verwaltungstechnischen Ar­beiten zu erledigen und, wenn nötig, neue Wege zu suchen, um das begonnene Werk weiter aus­zubauen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Redakteur V e 11 e r s - Dießen, eröffnete die Ta­gung mit herzlichen Begrützungsworten, dabei der Hoffnung Ausdruck gebend, daß die Bera­tungen im Interesse des Vereins liegen und von gutem genossenschaftlichem Geist getragen sein möchten. In ausführ icher Weise behandelte Geschäftsführer Diener den gedruckt vorliegen­den Rechenschaftsbericht, aus dem wir nachstehend das Hauptsächlichste wiedergeben:

Der Umsatz int Berichtsjahr betragt 2 429 631 Mk, an diesem Gesamtumsatz ist die Bäckerei mit 435 489 Mk .beteiligt. In der Zu­richtung neuer Derteilungsstellen wurde im Be­richtsjahre noch zurückgehalten. Reu hinzugekom­men ist der bereits bestandene Konsumverein O b e r - R o s b a ch und als 35. Verteilungsstelle die in der Rodheimer Straße. Reue Innenein­richtungen erhielten die Verteilungsstellen Dau- bringen, Leihgestern und die in der Dleichstratze. Am Kugelberg ist auf einem von der Stadt erworbenen Baiiplatz ein Reubau im Entstehen, der neben einigen Wohnungen eine weitere neue Verteilungsstelle enthalten soll. Das Baudarlehen zu verbilligtem Zinssatz hierzu wurde von der Mehrheit der Stadtverordneten­versammlung abgelehnt mit der Begründung, der Konsumverein sei eins der reichsten Unternehmen Gießens, eine Begründung, die mit der Behaup­tung von anderer Seite,der Konsumverein stehe schlecht", schwer In Einklang zu bringen sei. Die Krllgstellung des Baues dürste in allernächster Zeit zu erwarten sein. In Fellingshausen dürfte ebenfalls in kurzer Zeit die Eröffnung einer neuen Derteilungsstelle zu erwarten sein. Die Aufklärungsabende für Mitgliederfrauen er­freuten sich überall regsten Interesses. Die An­sprüche an die modern und leistungsfähig ein­gerichtete Bäckerei waren im Betriebsjahr so groß, daß ihnen nicht immer voll entsprochen werden konnte. Oft mußten die Bestellungen der einzelnen Verteilungsstellen stark beschnitten wer­den. Infolge dieses Hochbetriebs war es auch nicht möglich, die Feinbäckerei so auszubauen, wie es für wünschenswert gehalten wurde. Ver­backen wurden im laufenden Geschäftsjahr 185707 Pfund Weizenauszugsmehl. 1 435 995 Psd. Brot- mehl und 1911 Pfd. Hefe. An Backwaren wurden daraus hergestellt: 2 005 866 Pfd. Schwarzbrot. 64 389 Pfd. Weißbrot. 114 765 Pfd. Brötchen, 13 535 Pfd. Kuchen Insgesamt also 2 198 555 Pfund Backwaren. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahre ein Mehr von 134 240 Pfd. Außerdem wurden an die Verteilungsstellen 189 372 Pfd. Deizenauszugsmehl, 192 400 Pfd. Drotmehl und 6301 Pfd. Hefe geliefert. Reu eingerichtet wurde im Berichtsjahr noch die Kaffee­rösterei. Die Rotwendigkeit dieser Einrich­tung wird am besten durch den sich ständig steigernden Bedarf bewiesen, der gegenwärtig 1215 Zentner wöchentlich an Röstkaffee be­trägt. Die Einzahlungen auf die Sparkasse lassen noch zu wünschen übrig, sie betrugen im Berichtsjahr 197 964,29 Mk., nach Abzug der erfolgten Rückzahlungen bleibt ein Bestand von 106 853.54 Mk. Darunter befinden sich 42 809.92 Mark aufgewertete Spareinlagen. Die Aufwer­tung erfolgte im Vorjahre freiwillig mit 25 Pro- zent. Auch im Dersicherungsgeschaft ist noch viel nachzuholen. Die Feuerversicherung, durch den Verein getätigt, geschieht zum Selbst­kostenpreis, Umschreibungen erfolgen kostenlos, jci Schadensfällen wird nach genossenschaftlichen Grundsätzen verfahren. An Personal wur­den im Berichtsjahre 121 Personen beschäftigt. Die Mitgliederzahl betrug am 1. Juli 1924: 13 318, im Laufe des Jahres traten 273 neue Mitglieder ein, während durch Tod oder Kündigung 156 austraten. Bei Schluß des Be­richtsjahres waren also 13 435 Mitglieder vor­handen. Die eingezahlte Summe der Ge­schäftsanteile betrug am 30. Juni 55 082.79 OTarf. Wären alle Geschäftsanteile voll ein- gezahlt worden, hätten die 21 000 Mk. an Bank­zinsen gespart und den Mitgliedern zugeführt werden können. Die Haftsumme betrug am 30 Juni 1925: 403 050 Mk. Gegenüber dem Vorjahre erhöhte sich der Umsatz um 921 979 Markier betrug damals 1 507 652 Mk., steigerte sich also auf 2 429 631. Die Bilanz zeigt auf der Passivseite folgendes Bild: Betriebs­mittel 119 753.95 Mk., Grundschulden 27 257 Mk.,

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ist augenblicklich nur 25 Mann, das Mittagessen für Erwerbslose kostet nur 20 Pfennig pro Por­tion, während es für alle anderen Teilnehmer 50 Pfennig pro Portion kostet.

X Dutenhofen, 7. Nov. In diesem Jahre wurden hier mehrere neue Wohnhäuser durch Privatpersonen erbaut. Durch die bedeutende Erweiterung des Ortsbebauungsplanes als günstige Folge der Feldbereinigung nimmt das Dorf immer weitere Ausdehnung an, da innerhalb der alten Orts- stratzen kein Platz zum Bauen mehr vorhanden ist. Mehrere alte Häuser sind noch in schönen alten Fachwerksverzierungen vorhanden, be- dauerlicherweise wurde auch schon manches Bau­werk aus alter Zelt, das durch sinnvolle Inschriften und Verzierungen als Sehenswürdigkeit galt, mit Verputz versehen. Leider fehlt hier noch die Was­serleitung, so datz zur Wasserversorgung der Bewohner in den neuerbauten Häusern Brunnen gegraben werden müssen.

)( Ortenberg, 6. oRv. Der Bethel- Film, der gestern nachmittag und abend in un­serer Kirch: zur Borführung kam, hatte auch auf unsere und die Rachbargemeinden Wippenbach, Selters, Bergheim und Usenborn dieselbe > An­ziehungskraft auSgeübt wie anderswo. Die beiden Feierstunden, denn so waren mit Recht die beiden Vorführungen cmgekündigt. waren von rund 475 Kindern und Erwachsenen besucht. Gemeindelie­der unterbrachen die einzelnen Bilder, etn Schlutz- toort des Ortsgeistlichen beschloß den Abend, von dem alle einen reichen inneren Gewinn mit nach Hause nahmen. Eine Einnahme von 277,24 Mark fam den beiden Anstalten Bethel und Rieberram- stadt zugute. Im Laufe des Winters wird vor- aussichtlich auch der schöne Lutherfilm in unserer Kirche gefelgt werden.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

] Wetzlar 8. Rov. Die Kreistags­wahl, die bekanntlich auf den 29. Rovember für ganz Preußen festgesetzt ist, wirft auch in unserem KreiS ihre Schatten voraus. Der jetzige Kreistag, der aus der Wahl vom Mai 1921 hervorgegangen ist, bestand aus 11 Vertretern der vereinigten bürgerlichen Fraktion, 2 Demo­kraten und 12 Sozialdemokraten. Bei der kom­menden Wahl werden wir es voraussichtlich mit 5 Wahlvorschlägen zu tun haben, und zwar, wie man hört, von den Kommunisten, den Sozialdemokraten, den Demokraten, dem Zen­trum und den vereinigten rechtsstehenden bürger­lichen Parteien und Wirtfchaftsgruppen. Bei der bekannten deutschen Uneinigkeit ist eS jedoch nicht ausgeschlossen, datz in letzter Stunde auch noch weitere Wahlvorsch'.äge eingereicht werden. Heber die Aussichten der einzelnen Parteien läßt sich heute noch nichts bestimmtes sagen. Man wird erst klarer sehen, wenn die einzelnen Wahl- Vorschläge veröffentlicht worden sind und wie deren Aufnahme bei der Wählerschaft ist. Heute darf schon darauf hingewiefen werden, daß die rechtsgerichteten Parteien ihre ganze Arbeitskraft auf die 2 e k ä m p f u n g der leider stark verbreiteten Wahkmüdigkeit richten

Der Krieger verein Giehen hielt im grotzen Saale des GasthausesZum Postkeller" eine Monatsversammlung ab, mit der zugleich ein Familienabend verbunden war. Der Saal war gut besetzt, die von der Kapelle Weller gespielten Musikstücke ernteten reichen Beifall. Der 1. Vor- itzende, Landgerichtsrat T r ü m p e r t, machte ver- chiedene Mitteilungen und sprach bann über die gegenwärtigen politischen Verhältnisse. Finanzsekre­tär Heinrich Krömer schilderte den Verlauf des 1. Deutschen Reichskriegertages. der ooin 17. bis 1). Oktober in Leipzig stattgefunden hat. Diese Schil­derungen wurden noch ergänzt durch verschiedene Mitteilungen des Kameraden Albin Klein. Prof. Dr. Adolf Krämer gab über die Entstehung der beiden Reichsflaggen Schwarz - Weiß - Rot und Schwarz-Rot Gold recht intereffante geschichtliche Tatsachen bekannt. Zwischen den einzelnen Reden wurden Soldaten- und Heimatlieder gesungen, so datz man sagen kann, auch dieser Familienabend ent- prad) gleich dem vorausgegangenen ganz den Er- warmngen.

Auftrieb auf d e m heutigen Frankfurter Schlachtvieh mar kt: 352 Ochsen, 41 Dullen, 1244 Färsen und Kühe, 448 Kälber, 503 Schafe, 4206 Schweine.

Bornolizen.

Lageskalender für Montag. Sladttheater: 7> . UhrDie Braut von Messina". (Ende 10' . Uhr.) Reichszentral- für Hei­matdienst 8 Uhr Reue Aula der Universität, Bortrag. F. G. F. 8 Uhr bei Arnold Monats­versammlung. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: ..Die Karawane". Astoria-Lichtspiele:Luft- chloßer". -

I n der Bortrags-Vereinigung spricht am nächsten Donnerstag Fr. W. P o l - l i n aus Aschersleben überErfindung und Ent­wicklung des Buchdruckes". Hierzu schreibt man uns: Ausgehend von den ersten Ausläufern der Kunst des Druckens, den Siegelringen und Stempeln der Babylonier, den Schablonen der Aegypter und Römer, den Holztafeldrucken der Chinesen und den ältesten deutschen Holzschnitten wird ber Bortragende auf Gutenbergs Leben und Berdienst näher eingehen. Er wird dann weitergehend die Entwicklung der Buchdruckcr- kunst vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart zeigen: den Entwicklungsgang vom Handgießer bis zur Schnellgießmaschine, vom Handsetzer bis zur Setzmaschine, von der Handpresse bis zur Rotationsmaschine. In seinem Schlußwort wird der Redner noch kurz die Wirkung der tech­nischen Umwälzungen auf die sozialen Verhält­nisse besprechen. Der Vortrag, der von zahl­reichen Lichtbildern ergänzt und wirkungsvoll erläutert wird, sei zum Besuche bestens emp­fohlen. (Siehe heutige Anzeige.)

Oberhesfen.

Landkreis Gieren.

s. K l e i n - L i n d e n , 9. Nov. Die Kreis- st ratze Größen-Linden Klein-Lin- ben soll mit Kleinpflasterung versehen werben. An Material wirb bazu gebraucht: 2800 Tonnen Kleinpflastersteine, 200 Tonnen Straßen- ranbfteine unb 2770 Tonnen Mainsand und -kies. Das Anfahren dieser großen Menge Material ab Bahnhof Gießen ober Grotzen-Linden wird in den nächsten Wochen vom Kreisbauamt vergeben, es gibt jedenfalls den Winter über gute Verdienstmöglich, fetten für die Fuhrwerksbesitzer der Umgegend. An­genehmer für die Anwohner der Frankfurter Straße beider Dörfer wäre es wohl, wenn die Kreisstratze innerhalb der beiden Orte erst gepflastert würde, damit die im Sommer so lästige Staubplage verschwindet. Aber schon der kleinste Anfang zur Besserung ist ja sehr zu begrüßen.

Kreis Schotten.

lg Gedern, 8.Rov. Der Gemeinde­rat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschloßen, den Bezug von Gefriersleisch abzulehnen. Der großen Kosten wegen soll die Anschaffung der Wassermesser nach und nach vorgenommen werden. Der Ge­meinderat erhebt Protest gegen die im Reichöschulgesehentwurf als Regelfchule vorgesehene Konsesfionsschule, oa die Einsührmng derselben zur Zersplitterung inner- halb der Gemeinde führe und außerdem eine wesentliche Mehrbelastung für die Gemeinde be­deuten wurde. Als Vergnügungssteuer für Bercmstaltungen musikalischer Art Wurde ein Einheitssatz von 20 Mark festgesetzt.

Kreis Büdingen.