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diesen Ausführungen und nach inzwischen er­folgter Durchsicht des chnen zugegangenen Ma­terials verschiedener Danken nicht in der Sagei feien, ihren Antrag aufrechtzuerhalten. ... Dei der Abstimmung wurde der Antrag der Korn- promihparteien abgelehnt, ebenso der Antrag Dr. Best." (Bericht des 18. Ausschusses des Reichstags, Seite 26.) Wenn der Ausschuß nicht nur das Material der Banken, sondern auch das­jenige der Privatsparkassen, insbesondere der Genossenschaften, einer Durchsicht unter­zogen hätte, so wären die gegen jede Aufwer- tungsvcrpflichtung von Einlagen sprechenden Gründe noch ungleich durchschlagender gewesen.

Hieraus folgt klar, daß eine rechtliche Ber- pflichtung für die Aufwertung von Einlagen bei Banken und Privatsparkassen nicht konstruiert werden kann. Schlegelberger-Harmening begrün­den dies unter Darstellung des Werdeganges des Gesetzes in ihrem Kommentar durchaus schlüssig.

Der Hessische Genossenschaftsverband zu Darmstadt, dem die weit überwiegende Mehr­zahl der genossenschaftlichen Spar- und Darlehns- kassen des Landes angehört, hat trotz dieser klaren Rechtslage aus sozialen Erwägungen her­aus seinen Genossenschaften empfohlen, im Rah­men der Möglichkeit, jedoch unter Erhal­tung der auf dem Gebiet der so drin­gend notwendigen Kreditgewährung liegenden Leistungsfähigkeit, eine Aufwertung von Einlagen vorzunehmen. Hierfür müssen natürlich die Aufwertungs ertrag- nisfe der Genossenschaften zunächst abgewartet werden

Aus der Provinz.

Landkreis Gi.?.en.

Watzenborn-Steinberg. 7. Sept. Ein Vorfall, der sich heute hier abspielte, zeigt wieder einmal, daß man nicht vorsichtig genug sein kann. Drei bettelnde Zigeunerin­nen Famen auf ihrer Streife auch in eine hiesige Wirtschaft. Da zufällig niemand im Gast­zimmer war, machten sich die drei über die Kass e. Sie entnahmen dieser, die nicht ver­schlossen war, ungefähr den Betrag von bis 40 Mark. Sn diesem Augenblick kam die Wirtin dazu. Geistesgegenwärtig alarmierte sie Rachbarn und hielt die drei Langfinger f e st. Ein telephonisch herbeigerufener Gendarm beförderte das nette Kleeblatt nach Gießen.

Z Lollar, 8. Sept. Nächtlicher Unfug wird in der letzten Zeit bis zum Uebermag hier im Ort getrieben. Nicht nur, daß Hoftore ausgehängt, Blumen von den Fenstern weggeschleppt, schwere Stämme an andere Stellen geschafft werden: nein, diese ganzen Gegenstände, und es sind ihrer nicht wenige, warf man auf d i e Straße und schaffte so ein ganz gefährliches Verkehrshindernis. Hof­fentlich gelingt es, die Uebeltüter namhaft zu machen, um ihnen mit allem Nachdruck ein anderes Benehmen beizubringen.

f Treis a. d. Lda., 8. Sept. Ein der hiesigen Gemeinde gehöriger schlachtreifer Bulle wurde dieser Tage zum Preise für 511 ho Pf. das Pfund Lebendgewicht an einen hiesigen Händler verkauft. Das Tier hatte das stattliche Gewicht von 17 Ztr. Lehrer Allendörfer, der mehrere Jahre die vierte hiesige Schulstelle verwaltet hat, ist in gleicher Eigenschaft nach Reinhardshain versetzt worden. An seine Stelle trat Schulverwal­ter Haas von Annerod.

! k Beltershain, 7. Sept. Feldbe- reinigung. Das Gelände unserer Gemarkung . zwischen Beltershain und G r ü n b e r g wurde Ende voriger Woche den in Betracht kom­menden Landwirten zugeteilt. Die Zuteilung deS 'übrigen Geländes erfolgt nächsten Herbst.

t Kreis Friedberg.

Friedberg, 9. Sept. Unter dem Ge- flügclstande des hiesigen Bersorgungshauses ist die Geflügel ch ole ra ausgebrvchen, weshalb f die Poli ei Gchöftsperre anordnete.

Bad-Rauheim, 3 Sept. Ebenso wie die übergroße Hitze des Hochsommers, macht sich jetzt auch di^ ungewöhnlich kalte Witte­rung im Geschäftsleben empfindlich bemerkbar. Die Kurgäste gehen nur wenig aus sie halten sich meist in ihren Hotels und Pensionen auf, die ihre Heizanlagen schon seit mehreren Tagen in Betrieb haben Gestern abend wurde die zum Preise von 27000 Mark beschaffte Auto­mobil-Drehleiter erstmalig von der Der gefesselte Strom. Roman von Hermann S t e g e m a n n.

6. Fortsetzung. f (Nachdruck verboten.)

Diesmal kam der Schrei aus dem Mund des Sohnes, und weiß bis in die Lippen, sing er die erhobene Faust des Vaters, bereu Finger sich krampfhaft zum Fluch gestreckt hatten, und zwang sie herunter.

Sie standen Brust an Brust, Äug' in Auge. Sn ihre keuchenden Atemzüge klang das nie aufhörende, gleichmäßige Rauschen des Stromes.

Wir verstehen uns schlecht, Vater. Wenn es dir recht ist. sprechen wir ein andermal weiter. Du mußt erst darüber schlafen."

Hanns Ingolds Stimme war ruhig und leise geworden.

Fest bli -tc ihm der Fischmeister in die Augen.

..Ich seh's dir an, daß du den Haken ge­schluckt hast und ihn nicht mehr hergeben willst. Aber ich sag' dir, wenn du es wahr machst und Hand legst ans Werk, so gibt's einen Sturm, wie du keinen kennst, und er fegt dich weg."

Gut, aber das sag' ich dir. Vater, eher gehe ich an dem Wert zugrunde, das ich wie eine Angel geschluckt habe und das ich lebendig ma­chen will und muh, als daß ich davon lasse."

Wir wollen es abwarten". antwortete der Vater und knöpfte den Rock zu. Sein Gesicht lag wieder in der alten Ruhe, doch trotzig kantete sich das Kinn im Bart.

Als Hanns Ingold die Römergasse hinauf­stieg, traf ihn der volle Strahl der Sonne. Das Gestein dampfte, frischgewaschen hing das Städt­chen über dem Strom. Die Sonntagsglocken läu­teten.

Ingold kehrte zu seinen Plänen zurück.

Acht Tage später begann er mit der Rieder- schrift einer Broschüre, in der er seinen Gedanken Misdruck lieh. Die Lampe brannte bis in die Rächt.

Ein Brief von Gheude kam und erzählte ihm. daß der Freund auf drei Jahre nach China gehe. Es seien noch zwei Ingenieurposten zu be- jehen. Ingold solle sich melden, an Fürsprache

Freiwilligen Fe verwehr ausgeprobt. Das wertvolle Gerät, daS in erster Linie Ret­tungszwecken dienen soll, kann bis zu einer Höhe von 28 Meter ausgezogen werden, so daß selbst die höchsten hiesigen Gebäude, wie etwa das Grandhotel, bequem damit erreichbar sind. Um den Strahenzug der Dorngasse, der als Mittler des Verkehrs zwischen Alt- und Reustadt von Dedeutung ist, erweitern zu können, hat die Stadt ein altes Wohnhaus in dieser Straße nieder­legen lassen. Ein großer freier Platz inmitten der Altstadt ist dadurch entstanden. Eine st ä d - tische Wagenhalle soll daraus errichtet werden. Gestern machten Arbeiter an der Schritt­st elle einen größeren Münz f und, der im Kellergewölbe versteckt war und aus Geldstücken aus dem 18. und dem Anfang des 19. Jahr­hunderts besteht. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um den vor Kriegsvölkernver­borgenen Schah" einer ärmeren Familie, denn es wurden zumeist kleinere Münzen von geringem Zahlwerte gefunden. Eine in den Kreisen der Wetterauer Landwirte überall bekannte Persön­lichkeit, der Landwirt Christian Grüne­wald, wurde gestern unter dem Geleite einer großen Trauergemeinde tuö Stadt und Land zu Grabe getragen. Der Verstorbene war jahrzehnte­lang ein Förderer de^ Landwirtschaft, weit über die Grenzen unserer hinaus. Besonders Verdienste hat er sichln den Wetterauer Obst­bau erworben. D" «jtefige Obst- und Garten­bauverein. dem fe. « ganze Arbeitskraft galt, war sein Werk, unS die vorbildlichen, oft be­wunderten Obst- und Gartenanlagen unserer Stadt toerben noch/: lange Zeugnis von seinem segensreichen Wir^n ablegen. Am Grabe kam ber Dank, den man dem Schaffen des Verstor­benen zollt, in zahlreichen Rachrufen zum Aus­druck. Am 9. August stürzte ein Händler aus Wölfersheim infolge eines krankhaften Anfalles innerhalb der Stadt so unglücklich vom Rade, daß er eine schwere Gehirn­erschütterung davontrug und ins hiesige Krankenhaus verbracht werden mußte. Der Schwerverletzte ist dieser Tage nun gestorben, ohne das Bewußtsein nochmals erlangt zu haben.

* Butzbach, 7. Sept. Freitag war hier die Ortsgruppe der D. Vp. zu ihrer Monatsver­sammlung zusammengekommen. Einleitend gedachte der zweite Vorsitzende der großen Verdienste des leider allzu früh verstorbenen ersten Vorsitzenden, Rektor Storch. Sodann ergriff Geschäftsführer Weißer- Gießen das Wort, um über die politi­schen und wirtschaftlichen Tagesfragen zu berichten. Nachdem er die Zuhörer mit der Entstehungs­geschichte des Sicherheitspaktes vertraut gemacht und eingehend über den Notenwechsel gesprochen hatte, wandte er sich den Wirtschaftsfragen zu und kennnzeichnete treffend alle die Schäden, die zu dem heutigen Niedergang geführt haben, um bann zu zeigen, welche Wege die Regierung eingeschlagen hat und welche Besserung sie davon erwartet. Diese aufklärenden Monatsversammlungen der D. Vp. er­freuen sich immer größerer Beliebtheit.

Kreis Schotten.

)( Ruppertsburg, 8. Sept. Zur Besich­tigung der hiesigen Obstbaumpflanzungen, sowohl derjenigen von Privatbesitzern, als auch der Gemeinde fand am Samstag unter der Füh­rung des Gartenbauinfpekors R e n t f ch von Fried­berg als Sachverständigen ein Rundgang durch unsere Gemarkung statt. Da die Witterung günstig war, so waren viele Obstzüchter infolge der Grum- metemte verhindert. Trotzdem nahmen 15 Personen an dem Rundgang teil. Es konnte dabei festgestellt werden, daß der Obstbau in unserer Gemeinde gute Fortschritte macht. Ueberaü entstehen neue Pflan­zungen. Aber es ist noch viel geeigneter Raum da für Edelkirschenanlagen, die vom Sachkundigen aufs wärmste empfohlen wurden. Besonders schönen Wuchs und gesundes Aussehen zeigten folgende '2(pfeiforter: Gelber Mecklenburger, Holländische Renette, Schöner von Boskoop, Baumanns-Re- nette, Ribfton-Pepping und Goldrenette von Blen- heim. Aw Absterben sind: Schafnase, Kanada-Re- netten und auch zum Teil die Goldparmäne. Kas­seler Renetten liefern schlechte Erträge und sind umzupfropfen. Verschiedene Simforten; wie Lie­get? Butterbirne u.a. sind für unsere Gegend nicht geeignet. Da die Bäume selbst noch gesund sind, so wurde eine Veredelung derselben mitKöstlicher von Eharmeux", .Doppelter Philippsbirne" ober Benkerts Butterbirne" ungeraten. Bezüglich bes Setzens und ber Pflege ber Obstbäume gab In­spektor Rentsch, veranlaßt burch beobachtete werde es nicht fehlen; melde er sich, so werbe er die Stelle erhalten.

Der Bries kam mit ber Abenbpost in In­golds Hände. Ein feuchtkühler Abend lag auf Dem Rheintal. Bläuliche Rebelschleier zogen den Strom entlang, schwarz und starr stand ber Walb auf den Hügeln. Rötlich glänzten die er­leuchteten Fenster.

Hanns Ingold lqs Gheudes Brief zwei- und dreimal, stand auf und ging in seinem Gasthof­zimmer auf und ab. Unter feinen Tritten knirschte ber feine Sand, mit dem die weißen Dielen gescheuert waren. Die getäfelte Decke lag dicht über seiner Stirn. Zum offenen Fenster schlug die feuchte Rächt herein.

Er war in seinen Planskizzen gerade an der Anlage von Fischtreppen gewesen, um dem Lachs das Aufsteigen in das Oberwasser zu erleichtern, und hatte dabei an den Vater gedacht. Mit den Fischern gab es kein Paktieren, und wenn selbst alle mit sich reden und handeln ließen und ihre Gerechtsame um Gold und anderen Ruhen abtraten, Christian Ingold stand auf sei­nem Recht bis zum bitteren Ende.

Das wußte der Sohn heute, ohne daß er noch einmal mit dem Vater gesprochen hätte. Ging er ans Werk, so mußte er mit dem Wider­stand vieler rechnen. Vielleicht aller, die hier seßhaft waren. Mit seinem Vater zuerst. Dieser Konflikt wühlte ihn bis ins Innerste auf.

Der Brief kam zur rechten Zeit. Run sah es nicht mehr wie Flucht aus, wenn er ging, die Heimat wieder ließ, in der er erstickte, und die Brust in der Weite lüftete.

Er trat ans Fenster. Der Lichtschein der Gaststube lag auf dem feuchten Pflaster des Marktplatzes. Ein paar Schatten gaukelten auf dem gelben Grund, Totenstille rings, nur das dumpfe sanfte Rauschen des Stromes erfüllte die Luft. Am Himmel trieb Schleiergewölk zwi­schen silbernen Sternen.

Wenn er jetzt ging, lag morgen alles hinter ihm. Er ahrtetc tief, die Weite der Welt flog ihm entgegen. Da fiel ihm ein, daß er den Hochwasserdamm vielleicht doch ein paar Zoll zu niedrig berechnet hatte. Damals bei Keokut hatten sie auch den Wasserstand zu niedrig ge­schäht, und als am Missouri die Zyklone nieder­

Fehler, wichtige Winke, die hoffentlich von den Besitzern zu ihrem und ihrer Nachbarn Nutzen aufs beste befolgt werben. Zur Bekämpfung bes Unge­ziefers ist ein sorgfältiges Kratzen ber Bäume bis hinauf in bie äußersten Triebe und ein Kalken nötig, letzteres auch zur Verhütung von Frost- fchäben. Blutlausherbe waren zum Glück nicht zu bemerken, wohl aber vereinzelt bie Komma-Schilb- laus. Besonderen Schaben richtete in ben letzten Jahren ber Apfelwickler an, gegen ben energisch vorgegangen werben muß. Die Anschaffung einer fahrbaren Baumspritze ist bringenb zu empfehlen. Aeußerst verberblich wirken bie vielen Wühlmäuse. Eine Menge junger und älterer Bäume sind ihnen zum Opfer gefallen. Der Ertrag ber diesjährigen Obsternte in unserer Gemarkung ist bei Aepfeln mittel bis gut, bei Zwetschen mittel, bei Birnen schlecht.

Freiens een, 8. Sept. Man hatte ge­hofft, den Dau ber Turnhalle auf dem Halluh" (5 Minuten östlich vom Marktflecken) bis zum 1. Oktober fertigzustellen; bie Arbeit wurde jedoch durch das Versagen der Lieferung von Daumaterialien unliebsam verzögert. Es fehlt hauptsächlich an "Backsteinen. Die neue Turn­halle wird ein stattliches Gebäude werden. Sie bekommt eine Länge von 25 Metern, eine Breite von 15 Metern. Sie wird auch für Festlichkeiten eingerichtet werden, für Konzerte, Theater auf- führungen usw. Sie wird eine geräumige Bühne, eine Galerie, Ausschank, Raum für Geräte ent­halten. Sm Dachboden werden noch zwei be­sondere Räume eingerichtet werden.

Kreis Lauterbach.

Schlitz, 7. Sept. Sm Frühjahr dieses Jahres wurde hier ein Verkehrsverein ins Leben gerufen, der sich die Ausgabe stellt, den Fremdenverkehr nach unserer schönen oberhessifchen Durgenstadt mehr als seither zu lenken, vor allem auch unsere Stadt als Som­merfrische wieder inMode" zu bringen. Daneben will er aber auch im Dienste der Hei­matpflege stehen. Es wurden einzelne älnteraus- schüsse gewählt, die im Stillen und auch nach außen hin schon ersprießliche Arbeit geleistet haben. Eine kleine Werbeschrift wurde verfaßt, sie ist im Laufe des Sommers schon fleißig ver­schickt worden und hat sicherlich dazu beigetragen, daß Erholungsbedürftige schon in größerer Zahl unsere durch ihre schöne Lage bevorzugte ober- hessische Bergstadt mit ihrer reichen historischen Vergangenheit ausgesucht haben. Oberpfarrer Knodt, der Vorsitzende' des Altertumsaus- schusses, hat sich um die Einrichtung eines Hei­matmuseums besonders bemüht. Wertvolle Gegenstände dafür sind schon gesammelt, so daß schon in nächster Zeit mit ber Einrichtung des Museums begonnen werben kann. Für das nächste Jahr ist eine noch umfangreichere Betätigung ge­plant. Vor allem will man auch auf die Ver­schönerung des Stadtbildes hinwirlen. indem vom Verein und der Stadt aus Beihilfen zur stikgemähen Renovierung der Fachwerkbauten gewährt werden sollen.

Kreis Wetzlar.

bg. Wetzlar, 8. Sept. Die neuen Fried- hofsanlagen an dem Abhang der S p i l - bürg sind bald vollendet. Der Dau des Krema­toriums an dem südlichen Abhang hat nach Fertigstellung des -Unterbauet einen Stillstand erfahren und wird bei besseren finanziellen Ver­hältnissen der Vollendung entgegengehen. Der Feuerbestattungsverein hat hier an Mitgliedern bedeutend zugenommen. Um die Anlage des K r e- matoriumß ist ein Urnenhain gebildet worden. Den oberen Teil der großen Friedhofs- antagen rahmt eine aus Bruchsteinen hergestellte Mauer ein, die mit schweren Platten aus Lon- borfer Lavagestein belegt ist. Die höchste Stelle der Anlagen ziert eine Aussichtsterrasse. Die Säulen dieser hohen Aussichtsterrasse sind ebenso wie bie Säulen der Wandelterrasse innerhalb der oberen Anlagen aus Lonborser Lavagestein hergestellt. Die Anlagen hüben mit ihrem reichen Blumenschmuck eine Zierbe der Stadt. Die Ge­samtbaukosten ber Friedhofsanlagen einschließlich des Krematoriums werden ca. eine Million Mark betragen. Der durch den Kirmes Unfall schwerverletzte Reinhard aus Riedergirmes befindet sich aus dem Wege der Besse­rung. Die sehr schweren Verletzungen am Kopfe und die Schädelbrüche ließen anfänglich die Ver­mutung aufkommen, daß alle ärztliche Kunst hier vergeblich sei.

gingen und Wolkenbrüche Hunderte von Quadrat­meilen überschwemmten, wäre das Werk beinahe zusammengebrochen.

Er ging an den Tisch und zog die Berech­nungen hervor.

Die Lampe leckte aus dem Glas. Das Oel ging aus, und Hanns schreckte in die Höhe.

Graue Rächt stand im Zimmer, der Licht­schein auf der Gasse war erloschen, zwei Stun­den verflossen.

Ruhig griff er nach Gheudes Brief, der zwischen den frischbeschriebenen Seiten seiner Bro­schüre über die "Nutzbarmachung der Wasserkräfte Am Lausten bei Rheinau Iqg, und steckte ihn in den Umschlag. Rur einen Glückwunsch auf den Weg nach China schrieb er dem Freund und setzte hinzu, daß er in der Heimat zu bleiben gedenke, um hier zu wirken.

Der Schatten seines Vaters stieg zu ihm herein und socht mit ihm.

Es war ein wilder Kampf. Der Schritt des einsamen Mannes erschütterte bis ins Morgen­grauen die Dielen, dann stand Hanns Sngold festgewurzelt in seinem Entschluß. Er hatte den Gedanken an fein Werk, mit dem er gerungen, sich nun bewußt zu eigen gemacht und mit seinem Willen und Wesen in eins verschmolzen. Und eine gewaltige Erhebung ließ ihn erschauern und wachsen, schmiedete ihn hart und machte ihn froh: als ein Sieger grüßte er den Morgen, der über den schwarzen Dächern erschien und seine rosigen Muschelfarben an den östlichen Himmel malte.

Einsiedlerisch schloß Hanns Sngold sich fort­an vor den Menschen ab.

Die Broschüre wanderte nach Freiburg in die Druckerei, und Hanns stellte ein Verzeichnis der Persönlichkeiten auf, denen er sie schicken wollte. Dann warb er zwei Techniker und ein Maschinenfräulein an, richtete ein Bureau ein und mietete zu diesem Zweck eine der leer­stehenden Wohnungen am Markt.

Riemand wußte, was vorging. Christian In­gold fertigte die Frager ab. indem er sie an seinen Sohn wies. Der schwieg.

Im Juni erwarb Hanns ein großes Stück Uferland,St.-Iosephs-Acker" genannt. Es zog sich am Ausgang ber Schnellen hin und war

** Wetzlar, 8. Sept. Durch die jetzige - genperiode wird die diesjährige Frucht- ernte weiter nicht beeinträchtigt. Nur ir> den höher gelegenen Teilen des Kreises ist noch rtwas Hafer einzubringen, allgemein muß aber bie Grummeternte durch die anhaltende Rüste als verloren gelten.

dg. Dornholzhausen, 3. Sept. Die Waldungen am Kleebachtal haben in diesem Jahre eine ausnahmsweise reiche Brombeer­ernte gebracht. Ganze Eimer voll Brombeeren werden von fleißigen Suchern nach Hause ge« bracht und zu Gelee verarbeitet. Der ..flache Strauch" in der Rähe des Knorrhofes brachte auch in diesem Jahre eine gute Himbeer- ernte.

dg. Von der mittleren Lahn, 8. Sept. Einige Wochen surren bereits bie Dresch- mas chinen in den Höfen vor reich gefüllten Scheunen. Die Ernte ist gut eingebracht worden, wenn auch in allzugroßer Uebereile kleine Frucht- mengen mit geringer Feuchtigkeit in die Scheune gefahren wurden. Der Ertrag ist trotz langer Trockenheit als gut zu bezeichnen. Der Öanbmann ist zufrieden: nicht allein die Gebrauchs-, auch die Saatfrucht ist gut. Die Apfelbäume haben reichen Behang, Birnen gibt es nur in geringem Maße. Alle Früchte, besonders aber^die Zwet­schen, leiden daran, daß viele wurmig' geworden sind.

Heüen-Nassau.

Wiesbaden, 8. Sept. (Wolst.) Der In­haber des photographischen Ateliers Kurtz fuhr mit seiner Gattin Olga Hafsemann-Kurtz in einem Auto nach Winkel. Der Wagen geriet infolge ber schlüpfrigen Straße ins Schleudern, fiel in den Straßengraben und kippte um. Wie dasWiesbadener Tageblatt" meldet, trug Kurtz nur leichtere Verletzungen davon, während seine Frau gegen eine Telegraphenstange geschleudert wurde, wodurch der Tod infolge eines Schädel­bruchs auf der Stelle eintrat.

Amtsgericht Gießen.

Gießen, 2. Sept. Ein Schlosser in Wie- seck hat einen Glaser, bei dem er schon seit meh­reren Jahren in Miete wohnt, und dessen Ehe­frau in überaus roher und gemeiner Weise be­leidigt. Auch hat er mit einem steinernen Tops nach der Wohnung des Glasers geworfen und dessen Frau gedroht, er werde sie noch kalt machen. Die Frau geriet dadurch in derartige Angst und Aufregung, daß sie die darauffolgende Rächt mit ihren beiden Töchtern in einem Rach- barhause verbrachte. Rur mit Rücksicht darauf, daß der an sich schon nervöse Angeklagte in­folge des Kriegs noch aufgeregter geworden ist. und daß er etwas angetrunken war, sah das Gericht von einer Freiheitsstrafe ab und verur­teilte ihn zu zwei Geldstrafen von zusammen 5 0 M a r k. Da die Beleidigungen öffentlich er­folgt sind, wurde dem Privatkläger die Publi- kationsbesugnis hinsichtlich des Urteils zuge^ sprachen.

Ein Gelegenheitsarbeiter aus dem Wester­wald, der schon nahezu 50 Vorstrafen erlitten hat, wurde wegen Bettelns zu 4 Wochen Haft verurteilt.

Ein Arbeiter von hier geriet mit einer im gleichen Hause mit ihm wohnenden Kriegswitwe in Streit und brachte ihr in dessen Verlaus mit einer Gießkanne eine Rißwunde am kleinen Fin­ger der linken Hand bei. Auf die Privatklage der Witwe hin wird et wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 2 5 Mark verurteilt.

Gießen, 4. Sept. Ein Zimmermann von Staufenberg verklagte einen Landwirt daselbst wegen DelÄdigung, weil dieser behauptet haben sollte, ersterer habe nach der ReichSpräsidentm- wahl einen zu viel getrunken und dann zu Hause alles kurz und klein geschlagen- Sn der heutigen Hauptverhandlung ergab sich, daß der Angeklagte lediglich einem Zeugen erzählt hatte, der Privat­kläger hätte getrunken gehabt und sei laut ge­wesen, daß er dagegen weitere Aeuherungen nicht getan hatte. Vielmehr stellte sich heraus, daß der Zeuge von sich aus in einer Wirtschaft erklärt hatte, ber Privatkläger, der als Kandidat für die Bürgermeisterwahl auf gestellt worden war, habe am Tage der Reichspräsidentenwahl zu Hause Krach gemacht und alles zusammen­geschlagen, er, Zeuge, könne ihn deshalb nicht wählen, da er annehmen müsse, daß Privat­kläger, wenn er Bürgermeister werden würde, es genau so machen werde. Da Privatkläger

eine übergrünte Kiesbank ohne Wurzelgrund. Die Rheinauer lachten zu dem seltsamen Handel, und Vitus Ungemach, der Verkäufer, kam sich vor wie einer, der ohne Einsatz das große LoS gewonnen hat.

Don St.-Iosephs-Acker ging der Blick über die Aue zum Kloster und den Rhein hinauf bis zur gedeckten Brücke. " Der Laussen warf seine letzten Wirbel an den rollenden Kiesstrand. Kein Fisch sprang im flachen Wasser, die grüne Tiefe zog am anderen Ufer.

Hanns Ingold ging noch einmal zu seinem Vater. Cs war spät abends.

Der Lauffen brannte wie geschmolzenes Gold in der letzten Glut der Sonne, die als Purpur- ball in die schwarzen Wälder sank.

Von der gedeckten Brücke betrachtete ein Trüpplein Fremder den feuersprühenden Rhein. Sie waren mit dem Mittagszug gekommen und fuhren mit dem Abendzug weiter. Der Wirt Zur alten Post" hatte dem Ingenieur schon mit Stolz diese Erscheinung als Beginn derReise­saison" angekündigt.

Als Hanns in den Vorgarten trat, erblin­dete der Lauffen. Die Sonne war untergegangen. Violette Dämmerung senkte sich herab.

Hermann kam mit zwei leichten Schlag­rudern aus dem Schuppen.

Wie geht es dir? Du besuchst mich ja gar nicht und hast es mir doch versprochen", begrüßte ihn Hanns.

Ich habe keine Zeit. Vesa ist wieher fort. Baier und ich sind allein.

In kurzen Sähen, stolz und trotzig kam die Antwort, aber dahinter sah die Scheu, weich und verlangend zu scheinen.

Hanns stutzte.

Haltet ihr denn keine Magd?"

Rein, Vater will niemand um sich haben. Wir essen imSalmen". Wir brauchen auch niemand. Riemand brauchen wir, ich und der Vater."

Er schulterte die Ruder und wollte gehen.

Wohin willst du, die Riemandbraucher?" fragte Hanns mit zärtlichem Spott und hielt ihn fest.

(Fortsetzung folgt.)