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Ur. 152 Erster Blatt
175. Jahrgang
Dienstag, 9. Juni ,925
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Lnglisch-sranzösische (Einigung in der Sicherheitsfrage.
Die Besprechung zwischen Chamberlain und Briand in Genf. — Völkerbund, Sicherheitsvertrag und allgemeine Abrüstung.
'Mit dem ganzen Aufgebot geheimratlicher Bekleidungsstücke, das zu einem pomphaften diplomatischen Schauspiel gehört, haben sich die Herren Chamberlain und Briand nach Genf begeben, um dort in höchst eigener Person die Interessen ihrer Länder während der Beratung des VölkerbundsraleS zu vertreten. Der eigentliche Zweck der Hebung war selbstverständlich, dah sie dabei persönlich miteinander in Derbindung treten wollen, um den Hobel hinweggleiten zu lassen über die letzten Schwierigkeiten, die vielleicht schon in Sachen des Sicherheitspaktes zwischen ihren Staaten bestehen. Wenn wir Glück haben, werden wir dann auch nächstens in der ganzen illustrierten Weltpresse jene einsame Dank bewundern dürfen, auf der ihre erste Unterhaltung unter vier Augen stattgefunden hat, und wenn wir weiter Glück haben, werden sich dann die Früchte ihrer Unterhaltung in der europäischen Politik auswirken. Unbedingt sicher freilich ist das nicht, man braucht nur an die Aussprache zwischen Herriot und Macdonald mit der unverbindlichen Friedenspfeife in Ehecquers zu erinnern, um sofort zu wissen, das; derartige Zwiesprachen gelegentlich auch erst Schwierigkeiten schaffen helfen, von denen man vorher nichts kannte.
Gelingt es Herrn Ehamberlaln, Lünern französischen Kontrahenten den Wind aus den Segeln zu nehmen und ihm klar zu machen, daß ein Sicherheitsvertrag nur zu haben ist. wenn Frankreich sich auf den Westen beschränkt, dann ist freilich ein großer Fortschritt gewonnen, denn dann besteht die Möglichkeit, daß dieser Bier- oder Fünsinächte-Dertrag in absehbarer Zeit zum Abschluß kommt. Gelingt es ihm nicht, t>ann hat sich die gesamte europäische Politik in einer Sackgasse festgerannt, denn wie die Dinge gelaufen sind, ist es für Deutschland selbstverständlich eine derjenigen Fragen, die zuerst geklärt werden müssen, ob Frankreich das Recht freien Truppendurchmarsches durch Deutschland beansprucht. Ueberspannt es seine Forderungen wirklich so weit, dann ist damit der Gedanke des Sicherheitsvertrages begraben, denn dazu kann Deutschland sich nicht hergeben, das hieße, das Todesurteil srei- toillig unterschreiben und unseren Heimatboden geradezu mit Gewalt zum Kampfplatz europäischer Heere machen. Die Engländer sind aber immer noch recht zuversichtlich, sie glauben, daß sie das Kunststück fertig bekommen, den Franzosen auch diesen letzten Giftzahn zu ziehen. Warten wir es ab, warten wir auch Dann noch ab, wie sich die Antwort auf unser Memorandum - das dann gleichzeitig mit veröffentlicht- werden soll — im Einzelnen gestaltet. Fällt sie so aus. daß auf ihr weitere Verhandlungen mit Aussicht auf Erfolg möglich sind, dann könnten unter Umständen die noch bestehenden Schwierigkeiten sehr rasch beseitigt werden, denn dann greifen die Räder der Maschine gut ineinander.
3m Augu st tritt der Völkerbund selbst zu seiner diesjährigen Tagung in Genf zusammen. Es würde uns nicht wundern, wenn jetzt vom Dölkerbundsrat mehr oder minder offiziell eine neue Einladung an uns erginge, wenn man uns sogar ausdrücklich darauf aufmeufam machte, daß ein Gesuch um Aufnahme von Deutschland bald eingereicht werden müsse, falls es nicht ein ganzes 3ahr l egcnblciben sollte. Das wissen wir auch. Aber die deutsche Req erung hat sich mit Recht daraus feftgdegt. daß sie in den Völkerbund erst (»ntreten kann, wenn ein bestimmtes Minimum von Sicherheiten uns bereits gegeben ist. Unser Eintritt w rd nur erfolgen, wenn die 'Frage be5 Durchmarsches, w.e ja schon in unserem Schreiben an den Dellerbund angeschnitten war, restlos geklärt ist. Er wird weiter nur erfolgen, wenn vorher d:e Räumung der Ruhr und die Räumung der ersten Zone sicher-gestellt sind. Gehen wir nämlich in den Völkerbund hinein, ohne diese Konzessionen in der Tasche zu ßaben, dann kann es uns geschehen, daß wir Jahre lang Darauf warten müssen. Weil aber das Interesse der Gegenseite an unserem Eintritt in den Völkerbund größer ist als unser eigenes, gerade Darum können wir die Gelegenheit benutzen, unsere Forderungen durchzusehen.
Wir können inzwischen dte Pause benutzen, um mancherlei von den Demängelungen. die in der Entwassnungsnote enthalten sind. ;u bereinigen, damit man wenigstens unseren guten Willen sieht. Wird aber die große europäische Frage der Stellung Deutschlands im Völkerbund und zum Völkerbund gestellt, dann darf man uns nicht mehr kommen mit Hufeisen oder Platzpatronen, die in Deutschland zu viel sind, dann muß man anerkennen, daß die Entwaffnung Deutschlands vollendet ist. daß infolgedessen fremde Truppen auf deutschem Boden nichts mehr zu suchen hoben und wenigstens für Die erste Zone sofort Die daraus gegebenen Konsequenzen ziehen. Die Engländer glauben. Daß Die Dinge so laufen werden. Aber Die Engländer haben schon wiederholt einen sehr starken, nicht ganz begründeten Optimismus an den Tag gelegt, und was wir bisher von. der französischen Politik, ob sie nun Poincare, Herriot oder Driand machte, erlebt haben, ist nicht fo ermutigend, Daß wir
an einen so günstigen Derlauf der Ereignisse glauben könnten.
Die englische Antwort überreicht.
G e ns, 8. Juni. (T. 21.) von englischer Seite wird amtlich mitgeteilt: Chamberlain überreichte heute nachmittag Briand die Antwort der englischen Regierung auf die letzte französische Rote in der Sicherheitsfrage.
Endgültige (Einigung.
Paris, 8. Juni. (WB) Der Vertreter der Havasagentur in Genf ist zu der Erklärung ermächtigt, daß d'.e Antwort, die Chamberlain im Ramen seiner Regierung heute mittag nach Beendigung dec ersten Sihun; des Döller- bundsrates Driand übermittet hat, das endgültige Abkommen zwischen den Regierungen von Großbritannien und Frankreich hinsichtlich der Deutschland auf seinen Sicherheitsvorschlag zu erteilenden Antwort darstelle.
Die letzten Meinungsverschiedenheiten. die noch bestanden hätten, seien jetzt verschwunden und es handle sich jetzt nur noch darum, gewissen Stellen der Rote, über die jetzt ein Einverständnis erzielt sei, die endgültige redaktionelle Form zu geben. Das zwischen den Regierungen von Frankreich, Großbritannien und Belgien erzielte Abkommen stelle den formellen Beschluß Großbritanniens fest, die Rheingrenze, so. wie sie der Dertrag von Dersailles festgelegt habe, zu garantieren Mb
jede Verletzung der territorialen unb militärischen Klauseln, die die Rheingrenze garantieren, als Casus belli zu betrachten.
Was die Ost grenze Deutschlands anbe- treffe, so erkläre Großbritannien ausd äicklich, daß es der Stipulierung des Dertrages von Dersailles treu bleibe. Die durch England für die Rheingrenze gegebene Garantie erstrecke sich nicht auf die Grenzen von Polen und der Tschecho-Slowakei.
Diese Grenzen ständen unter demSchuhe des DölkerounDsstatuts. Außerdem lasse England Frankreich alle Freiheiten, seinen Der- pflichtungen allgemeiner Art die Form zu geben, die am besten den Interessen seiner Alliierten entsprechen, vorausgesetzt, daß jene Abkommen dem Geiste und dem Buchstaben des Dölkerbunds- statuts entsprechen.
Endlich toerve in dem französisch-britischen Abkommen formell erklärt, daß Frankreich in Dem Falle, in dem seine Alliierten das Opfer eines nicht provozierten Angriffes würde, berechtigt sei, sich der
entmilitarisierten Rheinlandzone als Operationsfeld
zu bedienen, um seinen angegriffenen Alliierten zu H Ife zu eilen. Was die Zulassung Deutschlands zurn Dölkerbund betreffe, so seien die Regierungen von Paris und London übereingekommen, zu erklären, daß sie erst Dann erfolgen könne, wenn der Sicherheitspatt vollkommen den zwischen den beiden Regierungen fcftgcl'gtcn Bedingungen entspricht. Da jetzt zwischen London, Brüssel und Paris eine vollkommene (Sin gung erzielt sei. werde Briand in der Lage sein, der deutschen Reg erung die Antwort Frankreichs zu übermitteln.
Amerika zur (Entwaffnungsnote
Rach den in London vorliegenden Meldungen hält man in Amerika Die Forderungen der Ent- walfnungsnote, obwohl sie im Rohmen des Ver- failler Vertrages zu liegen scheinen, s 0 st a r k übertrieben. Daß die Hauptwiriung der Rote Darin bestehen würde, daß die Lösung des europäischen Problems auf eine beträchtliche Zeit hinausgeschoben wird. Allgemein sei man geneigt Frankreich hierfür verantwortlich zu machen.
Die ersten Kommentare.
Die lebhaften Kommentare über die Sensation des heutigen Tages, die französisch-englische Einigung bezüglich eines gemein|amen Vorgenhens der interessierten Mächte gegenüber dem deutschen Vorschläge zum Abschluß eines Sicherheits- paktes, zeigen deutlich, daß man sowohl in den Kreisen der oerschiedcnen Delegationen als auch unter den Vertretern der internationalen Preße durchaus geteilter, ja teilweise gegensätzlicher Meinung über die Bedeutung Der_ heute verkündeten Einigung ist. Aus französischer Seite wird natürlich allgemein die ausfallend rasch zustandegekommene Einigung als ein Sieg Frankreichs ausgelegt: auf englischer Seite scheint man bemüht zu sein, diesen Eindruck nicht abzuschwächen, obwohl man sich 'N bezug auf die französische Auffassung große Zurückhaltung auferlegt.
Gegenüber der These, daß England Frankreich in allen Punkten nachgegcben habe, wird von verschiedenen weiten an Die allgemeine politische und wirtschaftliche Sage Frankreichs erinnert die es diesem Lande nicht mehr erlaube, ohne jedes Ent
gegenkommen auf feinem Standpunkte zu beharren. In anderen, teilweise ziemlich pessimistischen Aeuße- rungen wird hin und wieder daraus hingewiesen, daß man den voraufgegangenen Schriftenwechsel zwischen England und Frankreich ebenso wenig im einzelnen kenne, als die Grundlage der heutigen französisch-englischen Einigung. Eine Beurteilung der Sachlage erscheint jedenfalls solange verfrüht, als genaue Einzelheiten über die angekündigte Antwort an Deutschland nicht vor- liegen.
Das Ärupp-Direktorium über die Kontrollnote.
Paris, 8. Juni. (WTB.) Die französische Regierung hat der Presse heute abend einen Auszug aus dem Bericht Der Interalliierten Kontrollkommission übermittelt Der am 15. Februar an Den Vorsitzenden des Interalliierten Militärkomitees, Marschall Fach, berichtet worden war. Sie erklärt, daß dieses Dokument einen zu technischen Charakter trage, um der großen OessenUichkeit ver- ständlich zu sein. Es sei aber nötig, Die wesent - ließen Tatsachen, Dix darin anfgeführt mürben, mitzuteilen.
Der Bericht erinnert daran, daß die Kontrollkommission ihre Arbeiten vom Dezember 1923 während Der gesamten Ruhrbesetzung bis zum EnDe des passiven Widerstandes e i n g e st e 111 hatte. Als Deutschland sich geneigt gezeigt habe, seine Reparations- Verpflichtungen aus dem Versailler Vertrag wieder zu erfüllen, sei es natürlich gewesen, daß in gleicher Weise auch hinsichtlich der Entwaffnungsklauseln des Versailler Vertrages oorgegangen werde. Am 5. März habe die Botschafterkonferenz der deutschen Regierung vorgeschlagen eine Generalinspektion über den Stand Der Entwaffnung vorzunehmen. Die Inspektion habe am 8. September 1924 begonnen unb sei am 25. Januar 1925 beenbet gewesen. Währenb die Kontrollkommission ohne Schwierigkeiten von der Polizei, den Fabriken unb den Zivilbehörden ausgenommen worden sei, habe sie
lebhaftesten Widerstand bei den Milttärbehörden gefunden. Die Militärbehörden hätten sich bis Ende Oktober geweigert, zuzugeben, daß die Kotnmission die Ueberprüfung auch über bie Vergangenheit erstrecke, so daß jede Möglichkeit, zu vergleichen, ausgeschlossen gewesen sei. Sie hätten sich bereit erklärt, auf Fragen zu antworten, aber sich oft geweigert, unerläßliche Dokumente mitzuteilen, oder sie hätten ihr Vorhandensein abgeleugnet. Am 25. September habe die Kommission schließlich das Recht erlangt, die nötigen Dokumente einz"sehen. Die Arbeit sei dann durch die Prüfung des Materials wesentlich erleichtert worden, aber es sei dies nicht der Fall gewesen hinsichtlich der effek- tioen Bestände und der Rekrutierung. Die Obstruktion der Militärbehörde in dieser Hinsicht habe bis zum Ende Der Generalinspektion angebauert. Es sei schließlich bedeutsam. Daß unter der Beschuldiaung des Hochverrats gegen Verfasser gewisser Presseartikel. Die Verfehlungen am Vertrage festgestellt hätten, Strafverfahren eingeleitet worden unb daß schwere Verurteilungen erfolgt feien, während Vereinigungen, die eine Tätigkeit ausgeübt hätten, die gegen Die Bestimmungen Des Vertrages verstoßen, die Nachsicht Der Behörden gefunden hätten. Aehnliche Handlungen ließen annehmen, daß Deutschland seine Verpflichtungen nicht erfülle. Sie schließen beabsichtigte Verheimlichungen in sich. In elfter Linie müsse man die militärische Vorbereitung Der Jugend und Das Vorhandensein von starker Bewaffnung mit Kriegsmaterial nennen.
Der Bericht geht alsdann dazu über, die Ergebnisse der Generalinspektion in Drei Rubriken zu bezeichnen.
1. Kapitel. Bewaffnung.
Deutschland habe feine firiegsmatcrialfabrilation nur nach Genehmigung Der Kontrollkommission und nach Ausführung gewißer Bedingungen aufnehmen sollen. Es habe sie ohne Genehmigung und ohne Die oorgeschriebenen Bedingungen erfüllt zu.haben, wieder ausgenommen. Diese Fabrikation hätte sich nicht nur aus Munition unb Ersatzstücke bezogen, sondern auch auf Waffen und Elemente von Kriegs- wafsen, auf Explosivstoffe und auf verbotene Mittel zum Schutze gegen Giftgase. Um die Fabrikattonsfähigkeit Deutschlands in Kriegsmateria Izu verringern, hätten die Alliierten Die Vernichtung gewisser Einrichtungen in zahlreichen Fabriken und die Beschränkung des Herstellungsrechts für • Kriegsmaterial auf einzelne Fabriken beschlossen. Man habe aber sestgestellt, daß zahlreiche Vernichtungen noch in privaten Fabriken durchzuführen seien, und daß in den Staatsobrifen bie oorgeschriebene Herabsetzung
fion der Kontrollkommission sich ständig im Werke zur Betriebskontrolle hinsichtlich der Bedingungen aus dem Friedensoertrag aufhalle. Unb diese Kommission sorge auch in der Tat getreulich dafür, daß im Jahre nicht mehr als die zugelassenen vier Kanonenrohre den Betrieb verließen. So bienen bie beanftanbeten Drehbänke heute ausschließlich Friedenszwecken, und ihr Verlust wäre sowohl für den Betrieb als auch im nationalen Interesse um so schmerzlicher, weil gerade in diesen Monaten auf ihnen hochwertige Auftrage, insbesondere für das '*1 u s l a n b, zur Aus- lührung kommen, was angesichts unserer wirtschaftlichen Depression nicht hoch genug eingeschätzt werden tonne. Ohne diese Maschinen wäre eine Belieferung nicht mehr denkbar, und so liegt auch hier die schot: von verschiedenen Seiten ausgesprochene Vermutung nahe, daß es sich bei der verlangten Zerstörung weniger um militärische Interessen. als um Die Schmälerung Der roieDcrerroach- teu Deutschen Konkurrenz im Ausland handle.
Punkt 2 fordert die Zerstörung von elf Pressen zur Herstellung komprimierter Explosiokörper. Die geforderte Zerstörung eines Vorrats an Munition scheide völlig aus, denn Munition fei in Wirklichkeit gar nicht vorhanden. Mit wie schweren Opfern gerade der Uebergang von Der Kriegs- zur FrieDensproDuktion in Den Kruppschen Stahlwerken bewirkt rvorben sei, erhelle aus Der Tatsache, Daß Die Riesensumine von 103 Mill. GolD- mark bis jetzt für Die Zerstörung und Zerstreuung aufgewandt werden mußte.
nicht ausgeführt worden sei. Deutschland sei also in der Lage, rasch zu fabrizieren und in Massen Kriegsmaterial herzustellen, das ihm fehle.
Vor Der Einstellung Der Kontrolle im September 1922 sei angeblich Die Zivilbevölkerung vollkommen entwaffnet gewesen. Rach Den Auskünften, Die von Der deutschen Regierung selbst geliefert wurden, fei diefe Entwaffnung noch nicht vollständig beendet.
Die Lager an Waffen unb M'ntttion, Die augenblicklich in Deutschland beständen, seien mindestens aus Der Höhe Des Jahres 1922 geblieben, Des Zeitpunkt es, Da sie größer gewes en seien als Die genehmigten Bestände. Die Vorräte seien verstärkt worden, wie die Entdeckung geheimer Lager betoe'fe. Die deutsche Regierung lege einen ausgesprochen schiech - t en Willen in dieser Richtung an den Tag, denn sie habe nicht die beiden Gesetze annehmen lassen, die die Alliierten gefordert hatten, um eine unbegrenzte Fabrikation zu verhindern. Das Gesetz, das die Einsuhr mrd Fabrikation und die Ausfuhr von Waffen, Munition und Kriegsmaterial verbiete und das Gesetz über den Handel und die ungesetzliche Fabrikation von Kriegsmaterial seien noch nicht angenommen.
2. Kapitel. Die Organisation der Reichswehr
sei in vollständigem Widerspruch mit den Grundsätzen des Friedensvertrages burchgeuhrt worden. Das sei kein Heer von Freiwilligen. Das sei eine Kaderarmee W ihren!) der Unterbrechung der Kontrolle sei hie Organisation der Reichswehr im Hinblick auf Gliederung her Formationen sehr rege betrieben worhen. Ueberall habe bie Reichswehr enge Beziehungen zu dem ehemaligen Heere unterhalten, mit dem sie sich durch S. afsung von Traditionseinheiten verbunden habe, ioto.c ferner durch alte Landwehrorganisationen in) dadurch Daß Dir Derwcu.ungsor'.ani ation der Fr ebene,» zeit beibehalten wurde. Bei jeder Waf'e feien Die vorge Hriebenen Ve.bole des FrieDensvert a- ges umgangen worden. Für die Jnsanle .e betreffe das die I n f a n t c r i e t a n 0 n c n , für die Kavallerie die schweren Maschinengewehre, die in jedem Regiment vorhanden seien, für die Artillerie den Gebrauch s ajtoe- rer F eldgefchühe und die Feuerlei - t u n g durch Flugzeuge: für ?cn Train bie Ausbildung des Personals durch Uebungcn bei her Artillerie, die Die Schlagkraft Der Waffe erhöhen: ferner der Gebrauch von auf Auto- mobilen montierten Maschinengewehre n. Schließlich fei bie m i lt ä r i f eß e Organisation her Eisenbahn h'c'eibe geblieben wie vor bem Kriege, was nur für ein Volksheer in Frage komme, aber nicht für ein kleines Berufsheer von 100 000 Mann.
Die Esfrktidbestände überschritten die Gesamtzahl nicht, aber die Kontmiision habe das Vorhandensein von RcservekadreS für Cffi» ziere und Unteroffiziere und dir Dotberct# Lungen dazu fest gesteift
die ungesetzlich cingeßellten Mannschaft n feien nicht als Effekt ivbrstände aufgefüprt, sondern sie seien nur für kurze Zeit verpflichtet worden. Das feien bie sogenannten Zeitfreiwilligen. D ese Zeitfteiwilligen .den zunächst für zwei Monate i.r d e Reichswehr ein- geliebert- Ihre Ausbildung werb. Dann durch gewisse patriotische Vereine fortgesetzt. Dieses System sei 1923 geschaffen worb-.', und, obgleich bie beutsche Regierung es ableugne, habe die Kontrollkommission zahlreiche Beweise dafür erhalten, dah es jetzt noch in Funtt'on fei. Der Es - fektivbestand berPolizei betrage ergent- lich 180 000 statt 150 000 Man? die die Bvu- Icgncr Konferenz genehmigt habe. Wenn man auch die Hilsspolizei aufgelöst h'.be. so sei sie bei den einzelnen Ländern beibehalten worden. In Thüringen z. D. wären budgetäre Maß»
Berlin, 9. Juni. Ein Vertreter Des Krupp- Direktoriums erklärte, bei Den BeonstanDungen großer Maschinen in Der Werkstätte Nr. 10 hanDle es sich um eine Anzahl stabiler Drehbänke, auf Denen allerDings auch Geschützrohre hergestellt wer- Den können, was aber unter Den gegenwärtig obwaltenDen UmftänDen ein Ding Der Unmöglichkeit sei, schon aus Dem GrunDe, weil eine Unterkommis-
Der Bericht der Kontrollkommission.


