Ausgabe 
8.8.1925
 
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Nr. M Drittes Blatt

Samstag, 8. August (925

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhesten)

Die Elettrizitätsversorgung Gießens.

Bon Der Provinzialdlrektum geht mu# al» Gnkjegnung auf Die Ausführungen des Beigeordneten Dr. S e i b ün Stadtparlament folgende Erklärung zu:

Nachdem nunmehr Herr Beigeordneter $>r. Gerb namens der Etadrverwaltuna endlich Licht in die bisher etwas mysteriöse Angelegenheit gebracht hat, sei eS auch einem Vertreter der Provinz geftattet, sie vom Standpunkt der Pro­vinz aus, der sich, soweit Wölfersheim in Betracht kommt, auch mit dem des Hessischen Staates decken Dürfte, au beleuchten Auf die Vorge­schichte der Verhandlungen einzugeben, bietet kein allzugroheS Interesse mehr. Die Schwierigkeiten, in denen sich die Stadt Dietzen feit Januar 1919 wegen ihrer Stromversorgung befindet, sind be­kannt: sie dauern bis heute unvermindert an. Damals konnten nur dringende wiederholte Vor­stellungen von Stadtvertreiern die Provinz trotz erheblichster Bedenken bestimmen, eine begrenzte Menge von Energie an die Stadt abzugeben, nur weil man sie nicht im Stich lassen wollte. Ver­einbarungen wurden nur immer auf kurze Zeit getroffen, well die damaligen Verhältnisfe eine Revision der Vereinbarungen von Zeit zu Zeit erforderlich machten, insbesondere da die Stadt die vorhandene Abnahmemöglichkeit öfters zum Schaden anderer Abnehmer überschritt. Ledig­lich aus diesem Grund ist auch die Kündigung im Jahre 1922 erfolgt, um die gemachten Er­fahrungen für einen Aeuabschluh zu verwerten. Dazu sollte es nun allerdings nicht mehr kommen. Wahrend dieser ganzen Zeit hat die Stadt aber nicht einmal den klaren Entschluß ausgesprochen, daß sie sich an das Provinzwerk anschlieven würde, wenn gewisse Voraussetzungen hierfür geschaffen würde. Wäre dieS geschehen, so wären Kraftwerk und Leitungsanlagen danach eingerichtet worden. Zum Entschluß getrieben wurde sie anscheinend erst, alS die Oberweser A. G. anfangs 1924 sie zur Abnahme ihrer Elektrizität zu bewegen suchte. Als die Provinz zufällig hiervon erfuhr, war sie eS. die an die Stadt herantrat mit dem Antrag, gemeinsam zu prüfen, auf welche Weise daS wirtschaftliche Zusammenarbeiten zwischen Heiden Körperschaf­ten ermöglicht werden könnte. Dazu muh be­merkt werden, daft die Provinz schon früher eine Zusammenarbeit mit der Stadt Gießen bei der Losung der Glektrizitätsfragcn in Ober­hessen angeregt hat, ohne daß die Stadt sich hierzu hätte bereit finden lassen; auch jetzt wünschte sie nur ein Lieserungsverhaltnis, das zudem noch möglichst kurzfristig sein sollte. Viele Monate lang liefen gleichzeitig die Verhand­lungen der Stadt mit Provinz und Oberweser A. G. nebeneinander her. Obwohl diese Gesell­schaft nicht im Unflaten gelassen war darüber, daß man es als einen feindseligen Akt auf­fassen mühte, wenn sie in fremdem Hoheitsge­biet Strom absehen und dadurch die Interessen der Provinz zu schädigen unternähme, hat sie sich über dieses Verbot skrupellos hinweggeseht. Wenn hier eingewandt wird, daß die Provinz selbst diesen , SremDltng" in ihr Gebiet herein- gelassen hätte, so bedeutet diese Auffassung eine Verkennung der inneren Zusammenhänge und der wirklichen Sachlage. Einmal hätte die Stadt auch ohne Erteilung des Durchgangsrechts mit der Gesellschaft abschließen können, weil Deren 100 000 Doltleitung auf alle Fälle in unmittel­barer Rähe des Stadtgebiets vorübergeführt worden wäre und sodann erfolgte Die Genehmi­gung zur Durchleitung nur zum Zweck einer vollständigen Sicherstellung der oberhessischen Stromversorgung und Damit auch um deswillen, um mit Der Verbindung WölfersheimOber- weser die Voraussetzung zu schaffen, uns der Stadt Gießen gegenüber zu einem der Ober­weser A. G. ebenbürtigen Vertragspartner zu stempeln. Wir haben also denFremdling" für ober hessische Interessen dienstbar gemacht, wäh­rend die Stadt ihm wesentliche Vorteile zum Vachteil der staatlichen und oberhessischcn In­teressen Autoenbet.

Die Aussprache im Provinzialtag, die durch Den Beschluß Der StadtverorDneten hervorgeru­fen toorDen ist, wird als ungewöhnlich bezeichnet, und Die Dort erhobenen Vorwürfe als unbe­gründet zurückgewiesen. Was macht man Der Stadt zum Vorwurf? Wie sie selbst angibt, habe sie immer Den Standpunkt vertreten. Daß bei etwa gleichen BeDingungen der Provinz der Vorzug eingetäumt werden müsse. Da die Stadt im Gegensatz zu unserer Auffassung Das, was Die Provinz zu Meten hatte, als wesentlich un­günstiger veranschlagt als daS Angebot Der Oberweser A. ©., soll DieS im Einzelnen auf seine Stichhaltigkeit untersucht werden.

1. Der Preis bet Der Oberweser A G. soll günstiger fein. Leider sind die Preisangebote nicht veröffentlicht, so daß für die Oesfentlichkeit ein Vergleich ohne weiteres nicht möglich ist. Wenn jedoch ein von der Stadt zugezogener Sachverständiger sich äußern konnte, daß das Angebot der Provinz vorteilhafter fei, so liegt für die Prozinz MS zum Beweis des Gegen­teils kein Grund vor, daran zu zweifeln. Aber selbst wenn Die Preise um eine Kleinigkeit Dif­ferierten Denn es kann sich wirklich hier nur um Kleinigkeiten hanDeln wäre eS bei gutem Willen möglich gewesen, Durch Herbeiführung einer Aussprache Die kleine Preisdifferenz zu überbrücken. Eleberdies hatte Die Stadt unsere Zusage, in jedes fremde Angebot eintreten zu wollen. Wenn Demgegenüber auf diegesunden kaufmännischen Anschcniungen bei den städtischen Ausschreibungen" verwiesen wird, die Derartige Erklärungen grundsätzlich unberücksichtigt ließen, so muß dieS heute sehr merkwürdig berühren, nachdem man wiederholt eine solche Garantie­erklärung bereitwillig akzeptteri hatte, abge­sehen Davon, Daß eS sich für Die Stadt garrncht

um eine städtische Ausschreibung gehandelt hat. Und die Stadl hat ja selbst angegeben, daß sie nicht unbedingt Den niedrigst Fordernden be­rücksichtigen werde, sondern daß auch bei Vor­handensein von kleinen Differenzen sie der Pro­vinz Den Vorzug einräumen werde. Selbst wenn also kleine Preisdifferenzen bestanden haben soll­ten, was ohne Weiteres nicht zugegeben werden kann, so wäre es der Stadt bei gutem Willen und unter Berücksichtigung Des Umstandes, daß Die Provinz Der Stadt seit 7 Jahren und auch heute noch ohne jede Verpflichtung auS ihren Vöten Hilst, sehr leicht gewesen, einen Ausgleich zu finden. Wenn in Diesem Zusammenhang Be­fürchtungen geäußert wurden, Daß nach im Pro­vinzialtag laut gctoorDencn Stimmen u. 11 mit einer Erhöhung der Strompreise hätte gerech­net werDen müssen, so genügt es Darauf bin- Autoeifcn, Daß Derartige Befürchtungen bei Dem Beschluß Der Stadtverordneten nicht mitgespro­chen haben können, da die Verhandlungen im Brovinzialtag erst 4 Wochen später stattgefunden haben. Abgesehen davon aber bedeutet eine Preiserhöhung der vom Kraftwerk an Das lleber- landwerk abjugebenDcn Energie durchaus nicht ohne Weiteres auch eine Preiserhöhung für die Einzelabnehmer, wie denn auch die Provinz in Dietern Fall trotz Der sehr wesentlichen Lohner­höhungen keinem einzigen ihrer Abnehmer den Preis erhöht hat. Auf gleicher Höhe steht Der Hinweis auf Den im Finanzausschuß Des Land­tags gefallenen Wunsch, Den gegenwärtigen Stromlieferungsvertrag nut Der Provinz zu lösen. Von einer Lösung Des Vertrags m Dem Sinne, wie DieS in Der Zeitungsnotiz angedeu­tet sein soll, war niemals die Rede. Im Gegen­teil bezweckte Der Antrag eines Abgeordneten, Den Vertrag zwischen Provinz unD Staat, wenn möglich zu vertiefen, d. h. Die beiden Unter­nehmungen näher zu bringen. Auffallend ist, daß der Stadt nur Befürchtungen gekommen sind, die bei Der Provinz begründet liegen, wäh­rend sie voller Verttauen in den Vertrag mit Der Oberweier sich einläßt. Auch dort ist doch, soviel wir wissen, Der Preis abhängig von dem Preis der Kohle, jo daß bei steigenden Löhnen jeder­zeit mit Erhöhung der Strompreise gerechnet werden muß.

2. Was die Sicherheit der Belieferung und die Steigerung der Leiftungsmöylichkeit anbelangt, |o werden zur Begründung dafür, daß die Sicherheit bei der Dberroejcr 21.-G. viel größer sei als bei der Provinz, Vergleiche über die Gröhe der Maschinen­leistungen und der Spannung in den Leitungsnetzen angestellt, die zu Ungunsten der Provinz ausfallen. Wie steht es damit? Es ist ganz unmöglich, von der Größe der Maschinenleistung in einem Werk auf die Sicherheit der Belieferung schließen zu wollen. Was nutzen der Stadt die in Borken und Hemfurtb installierten 77 00 Kilowatt? Damit ließe sich doch höchstens bcwesien, daß die Oberweser A.-G. einen weit größeren Strombedarf zu decken bat, aber doch nicht, daß sie im Böhmen der ihr sonst obliegenden Leistungen für die Gießener Bedürfnisse leistungs- fähiger wäre als Wölfersheim. Wölfersheim hat nach Befriedigung aller Bedürfnisse viel mehr über- schlissigen Strom, und dieser Ueberschuh wird sich demnächst nach der Modernisierung des Werks und der Beschaffung einer weiteren Turbine noch sehr erheblich steigern. Abgesehen davon ist es der Stadt ja auch bekannt gewesen, daß Wölfersheim in direkte Verbindung mit Borken kommt, und daß Borken notfalls Wölfersheim mit Stromlieferung zu unter­stützen hat. Die Verbindung mit Borken aber ist für Wölfersheim erheblich bedeutungsvoller als für Borken selbst, denn es liegt auf der Hand, daß die gegenseitige Vertragsverpflichtung, dem anderen Werk mit Strom auszuhelfen, für das kleinere Werk wefenllich wichtiger und ausfchöpfungsreicher ist als für das größere Werk. Nun wird aber Wölfersheim außerdem noch mit dem großen Konzern der Rhei- nifch-westfälifchen Elekttizitätswerke verbunden, fo daß der Strombezug von Wölfersheim künftig siche- rer gestellt sein wird als der Sttombezug von Borken. Wollte man also die Sicherheitsfrage von der Größe der Maschinenleistung abhängig machen, so verdiente doch Wölfersheim den Vorzug, das ein- schließlich der mit den genannten Werken verkup- pellen Maschinenleistungen den Vogel abschießen dürfte. Auch die Gegenüberstellung der Spannungs- verhältnifse kann leicht zu Irrtümern führen. Es war der ötabt bekannt, daß die von der Provinz zu erstellende Leituna vorläufig mit 20 000 Voll betrieben, später aber durch Einfügung weiterer Hängeisolatoren auf eine höhere Spannung gebracht werden sollte, was jederzeit möglich war. yür die Sicherheit der Sttombelicferung ist es ganz gleich­gültig, ob der Strom mit 20 00 oder 100 000 Volt geliefert wird. Im Gegenteil kann man sagen, daß der Sicherheitsgrad einer kurzen 20 000-Volt-Leitung größer anzusprechen ist als der Sicherheitsgrad einer 100 000 Volt-Leitung von sehr erheblicher Länge. Der Stadt war gewährleistet, daß die Leitung so betriebssicher angelegt würde, daß irgendwelche Stö­rungen auf dieser Leitung gerade so wenig zu er­warten wären wie bei der Borkener Leitung. Außer- dem war zugesagt, daß die bestehende Leitung als Reserve in eine solche mit Hängeisolatoren umgebaut werden würde, so daß Störungen auch hier kaum noch zu erwarten seien. Die zahlreichen Zwischen- adnehmer, die zu Störungen Anlaß geben könnten, gibt es auf dieser Strecke überhaupt nicht. Was aber das Wichtigste ist: Nach der der Provinz zugegange­nen schriftlichen Aufforderung verlangte die Stadt ein Angebot für einen Anschlußwert von 1000 Kilo­watt bei einer Abnahme von 3 Millionen Kilowatt­stunden. Es sollte jedoch die Möglichkeit, bis 3000 Kilowatt abzunehmen, gewahrt bleiben. Die Prooin ( ist sofort auf diese Forderung eingegangen. Nach Verhandlungen mit dem Direktor des Werks, der fein Einverständnis ausdrücklich mit einer solchen Regelung erklärt hatte, hat sich die Provinz bereit­gefunden, eine Leitung von Wölfersheim nach Gie­ßen lediglich zur SJerjorgung der Stadt zu bauen, die eine Abnahmeinöglichkell von 3000 Kilowatt gewährleistete. Daneben war eine Reserve von 1000 Kilowatt vorgesehen, die durch Umbau des bestehen-

Rätsel-Eck«.

Zahlcu-Rätsel.

12457845 11 7 Schmetterling.

2 7 5 7 10 10 4 12 7 Vogel.

3 7 12 7 10 1 13 3 14 eßbarer Pilz.

4 8 7 6 15 8 7 Blume.

5 2 7 10 2 13 8 16 Vogel.

6 4 5 3 17 5 10 2 Insektenfresser.

7 10 13 16 4 HeiDeblume.

8 7 5 8 18 15 7 18 7 10 Vogel.

9 7 3 3 7 10 13 7 Gemüse.

1 4 1 4 11 7 13 Vogel.

4 19 6 13 10 4 3 Schmetterling.

8 4 20 21 18 13 11 4 3 3 Vogel.

8 7 9 9 7 3 Unkraut.

7 8 11 7 10 3 13 8 11 Käferlarve.

10 15 11 11 7 8 Getreide

Die Anfangsbuchstaben Der Losungsworte nennen einen Schmetterling.

Besuchskartcn'Rössclspruug.

R H

Kl

I I N

DorstehenDer Rösselsprung stellt Die chiffrierte Visitenkarten eines norwegischen Dichters Dar.

Lilben-Rätsel.

Aus Den Silben: cho Den di Don Dorn Dron e e e es fam fink fund ge ge i im fa ka ke klip land le ma min ne£ nel ner neu niz no phra

Pin plan ra ri fe |i ter

tik un Del toa wal Wurm

xa za sind 18 Worte zu bilden. Deren An­

fangs- und Endbuchstaben ein Sprichwort er­geben. 1. Sonntag, 2. Komponist, 3. Pflanze. 4. Reiterabteilung, 5. indischer Fluß, 6. Ope­rettenkomponist, 7. Männername, 8. französisches Bad. 9. Kanton. 10. amerikanische Insel, 11. Vo­gel, 12. Raturericheinung, 13. Pflanze, 14. Dich­tung, 15. Feuerherd, 16. Sonnenbahn, 17. Blume, 18. geistlicher Würdenträger.

Verwandlungsaufgabe.

Oder Gabe Wall Aden Else Finte Hand Feder Feld Omen Isel Reger Gaumen Angel Kante Kummer Aller Kelle Bering Deckel.

Vorstehende Worte sind durch Aenderung ihrer Anfangsbuchstaben in neue Worte zu ver­wandeln, sodann nennen Die Anfangsbuchstaben ein Sprichwort.

Kreuzworträtsel.

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aeaa qbbq aaee embi (EBB EBBBB

2s beDeuten:

Don li.nks nach rechts: 1. Weiblicher Personenname. 2. Teil Des Baumes, 7. Heben» fluh Der Weser, 8. Stadt in HollanD, 10. Fluß in Rußland, 12. Anteilschein, 13. Stadt in der Schweiz, 14. Rebenfluß der Donau, 15. biblischer Rame, 17. japanische Münze, 19. Zahl, 20. ara­bischer Dolksstamm, 21. Rebensluß der Elbe, 22. Feldbestellung, 23. weiblicher Personenname.

Von oben nach unten: 1. Insekten­fressendes Säugetier, 2. westeuropäischer Fluß, 3. Alpenwiese, 4. deutscher Dichter. 5. griechischer Gott, 6. babylonischer Gott, 9. Rebensluß Der

Havel, 11. deutscher Strom, 13. Ausschank, 14, le* gicrungebebörhc. 15. Gewürz, 16 altpersische Residenzstadt, 17. belgischer Fluh, 18. Titel eine» Zolalchen Romans. 20. alkoholisches Getränk.

Auflösungen.

Rösselsprung.

Was uns halt in dem Leben, In Dem Wirbelstrom Der Zeiten, Hohes Ziel und hohes Streben, UnD ein stetes Vorwärtsschreiten.

Kreuzworträtsel.

Silbenrätsel.

MA E R

H S

N A

E | R

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H G

SEE

N

E I N I z IM! s H | E | E | R

E I U I T E 1 R

N

N

AN K E R G

J | A MW HUT

1. Wangen, 2. Aprikose, 3. Sandgelb. 4« Itzehoe, 5. Stolberg, 6. Xegner, 7. ©lorinie, 8. Oliv, 9. EpaminondaS, 10. Tümpel, 11. Toga, 12. Lauchhammer, 13. Iliade, 14. Tranoch. Was ist göttlicher alS vergeben? (Lessing).

Merkratsel.

Siebenschläfer.

Die Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom RedakttonSttsch

Der Freidenker.

Sie sind also Freidenker, junger Mann? Sie glauben an nichts?"Ich glaube nur an das, war ich verstehen kann", antwortete der Jüngling stütz. Nun, das kommt ja wohl auf dasselbe heraus."

Die Herzensfreundin.

Eine Dame zu einem berühmten Schriftsteller: Würden Sie so liebenswürdig fein, in dicfcs Exem­plar mit Ihrer letzten Novelle eine Widmung zu schreiben?"Sehr gern!" (Schreibt in das Buch:) Meiner lieben Herzensfreundin."Wie heißen Sie, gnädige Frau?"

Der schmerzliche Abschied.

Gustav und Heinrich, zwei Tunichtgute schlimm­ster Sorte, werden alsAustauschkinder" In die Sommerfrische geschickt. Noch am letzten Tage hat Gustav seiner Logismutter eine wertvolle Vase zer­schlagen.

Nun, waren die Leute auch mit euch zu­frieden?" fragte der Vater argwöhnisch bei der Rückkehr.

Worauf der eine Bengel erwiderte:Die Frau hat geweint, als wir ab'uhren."

3m Strand-Hotel.

Gast:Sehr hübsch, aber wo ist der Stranb? Wirt:Dort drüben. An klaren Tagen können Sie ihn genau sehen."

Duhnenhumor.

Wer war Der erste Lebe ns Versicherungs­agent?

Gehler. - Er hat zum Teil zu sagen: Run Teil Des Leben- hab' ich Dich bet-* sichert.

den Berteilungsnetzes gewonnen werden sollte. Wie gesagt, war diese Regelung im Einvernehmen mit dem Direktor des Werks getroffen worden. Wie konnte da angenommen werden, daß man später mit solchen Argumenten, die Oberweser hätte größere Sicherheitsmöglichkeiten geboten, überrascht werden würde? Alles, was die Stadt an Sicherheitsfaktoren verlangt hatte, war ihr zugesagt worden. Da die Provinz selbstverständlich sich dem jeweiligen Be­darf der Stadt Gießen angepaßt und ihr den jeder- zeitigen Bedarf nebst ausreichender Reserve zur Ver­fügung gestellt haben würde, auch ohne daß ihr hierfür eine jedesmalige Frist von 18 Monaten zu- gestanden worden wäre, ist nicht einzusehen, woher die wesentlichen Vorteile im Angebot der Oberweser A.-G. liegen sollen. Es wird auf die Stadt Offen­bach verwiesen, die vor zwei Jahren wegen der Unzuverlässigkeit der Strombelieferung aus Wöl­fersheim von einer Zusammenarbeit mit dem staat- lichen Kraftwerk abgeschreckt worden sei. Richttg daran ist nur, daß Verhandlungen dieser Art ge­schwebt haben, aber nicht vor zwei, sondern vor vier Jahren. Die Verhandlungen scheiterten aber nicht daran, wie der Direktor des Offenbacher Elektrizitäts­werks ausdrücklich bestätigt hat, daß die Stromliefe- rung aus Wölfersheim nicht als zuverlässig an- erkannt worden wäre, sondern vielmehr an inneren Schwierigkeiten, die auf ganz anderem Gebiet lagen. Aber selbst wenn damals vor vier Jahren die min­dere Leistungsfähigkeit des Kraftwerks Wölfersheim die Ursache für das Scheitern der Verhandlungen gewesen wäre, so dürste dies im Hinblick darauf, daß es zu dieser Zeit aber auch kein einziges Kraft­werk gab, das auf der Höhe stand, keinen Grund für eine blinde Nachahmung abgeben, ohne daß die Verhältnisse von neuem nachgeprüst worden wären.

Inzwischen haben sich, wie zum mindesten den Sachverständigen der Stadt bekannt sein muß, die Verhältnisie vollkommen geändert. Der Stadtver­waltung ist auch bekannt, daß der Staat zur weiteren Modernisierung seines Werkes fast zwei Millionen aufwenden wird, die im Herbst 1924 und jetzt kürz­lich bewilligt worden sind. Um die aufgefteUle Be­hauptung, daß dem Staat durch den Vertrag mit der Provinz ganz die Hände gebunden feien, zu widerlegen, fei ferner darauf hingewiefen, daß schon lange der ursprüngliche Vertrag im Interesse der Entwicklungsmöglichkeit des Kraftwerks dahin ab* Geändert worden ist, daß der Staat Strom außer* alb Hessens absetzen darf, soweit diese Abgabe nicht mit dem Bedarf in Oberhessen kollidiert. Diese Ao* änberung des Vertrages hat insofern bereits Frücht« gezeitigt, als dem Staat vertraglich der Vorteil ein* geräumt worden ist, feinen ganzen Abfallstrom an den obengenannten Konzern abzusetzen, wodurch er in die beneidenswerte Lage versetzt sein wird, feine Anlagen vollkommen nach wirtschaftlichen Gesichts­punkten auszunutzen. Der hierin liegenden Vorteile sowie der sehr erheblichen Chancen, die die mit der Gesellschaft Frankfurt angestellten Versuche über die bestmögliche Art der Verwendung der Braunkohle zeitigen können, hat sich die Stadt beaeben. Man wird hier höchstwahrfcheinlich in kurzer Zeit auf dem Wege der Vergasung und der Verschwelung der Braunkohle zu einer wesentlichen Verbilligung der Produktion gelangen. Der Stadtverwaltung roat zugesagt worden, daß ihr diese sicher in Aussicht stehende Verbilligung der Produktion zugute kommen muß. Von diesen Zusagen, die der Stadtverwaltung gemacht worden sind, enthalten die Ausführungen allerdings nichts. Was die Provinz in langen Jahren für die Versorgung der Stadt oft selbst unter größten

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