Mittwoch, 8. April V>25
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)
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Wenn bei der gestrigen CBodtellung von der Dichtung wenig, vom Dichter gar nichts übrig blieb, so war das wesentlich eine Angelegen-- heit der Regie (Adolf Teleky). Wenn jemand zu sagen hat: „Don jetzt ab gehe ich meinen Wog allein!“ und er stolpert gleich darauf drei Schritte über die schwier^sten Bühnenausbauten, dann richtet sich so etwas von selbst. Dazu fehlte jede, durch Las Stück unbedingt geforderte Bindung zwischen seinem metaphysischen Gehalt und dem plastischen Ausdrucks Die tote Frau im Sonnenschein- der mrgends sichtbare (auch nicht durch das Spiel sichtbar gemachtes Bach, die Glaubhaftmachung des Höhenweges, der Freiheitsj ubels!) der Maja, das Ineinandergreifen von Kindergesang (Einklangs und Gespräch der Erwachsenen (Dissonanz) usw. usw. ..
Darstellerisch am besten vielleicht war Erika Rohr als Diakonissin: sic sah jedenfalls gut aus unb bewegte sich danach. Auch FÄix R o r f o l k als Bärenjäger Lllfheim war wieder eine geschlossene, stark durchblutete Gestalt, die glaubhaft wurde.
Freya S t u r m f e l s (Irene) hatte sich diesmal, vielleiecht durch die Rolle bestimmt, starke stimmliche Reserve auferlegt und schuf, durch straffe Bändigung der 'Bewegung unterstützt, auch beachtliche Wirkungen. Gleichwohl könnte man sich die Figur im Anfang schon gelockerter denken. Bei Karl Juhnke (Rubel» löste die Unsicherheit im Text ost eine Befangenheit im Spiel aus. Für die Maja brachte Mauf Relfen genug Lebendigkeit, aber etwas zu wenig blut haste Sinnlichkeit mit. Der fletncren, undankbaren Aufgabe des Badeinfpektvrs entledigte sich Mar
Problem Nr. 6.
Don QL Lhermet in Magdeburg.
Schwarz:
Levert
lieh, um das Hochzeitsfest zu feiern. „Wenn wir Loten erwachen." Zukunststrächtig eilt Jugend, Svnnenfroheit und Krast zu Tal, droben, über dem Rebel, stürzt die Lawine und begräbt die Sehnsuchterfüllten, für die es auf falschem Wege doch zu spät geworden ist.
Schach-Ecke.
Bearbeitet von W. Erbach
„Wenn wir Loten erwachen" ist Ausklang Rach diesen, letzten ..Gerichtstag über sich" legte Ibsen die Zeder aus der Hand. (Ein Größerer kam als er Strindberg.) ilitb rückschauend gewinnt das Geschehen zwischen den zwei Menschen Rubeck und Irene symbolischen Charakter. Sein Leben und feine Liebe gehörten der Kunst, bis zum Ende Aber am vorletzten Lage, da steht das große Leben da draußen noch einmal auf und stellt seine große Frage, die es an alle richtet: Wo warst du? Da erwacht er. der schon dem Leben erstarb, versucht den Aufstieg zu dem „Berge der Berbeißung" Hand in Hand mit Irene, mit dem Leben, das er verblühen
Französische Küche.
Don Fritz Diettrich.
Motto: Der Deutsche nährt
Korpulenz macht alt, verunstaltet die Körperformen und ist auch ungesund. Wir raten Korpulenten und allen zum Starkwerden Deranlagten, in derApotheke 60ober30 Gramm echte Toluba-Kerne zu kaufen, die unschädliche Ewfse von feUzehrender Wirkung enthalten. Sicher: ülniversitäts-Apoth. ,,Zum goldenen Engel
seiner Leitung werden seit einigen Lagen an der Stelle, wo man vor einigen Wochen bei Erdarbeiten im Park auf vorgeschichtliche Funde stieß, über die wir seinerzest berichteten, systematische Ausgrabungen vorgenommen. Rach allem, was vorliegt, handelt es sich nach Prof. Helmkes Angaben um einen Fund aus der ausgehenden La-Tene-Zeit (etwa 100 v. Ehr.). Es steht ziemlich fest, daß nicht ein Gräberfund vorliegt, sondern eine Wohnstättenanlagc.
Kreis Büdingen.
T* Ridda, 7. April. Die vom Landtag beschlossene Genehmigung zur Ülmwandlung der Höheren Bürqerschiüe in eine Realschule wurde gestern durch Anschlag bekanntgegeben und von der Bevölkerung freudig ausgenommen. Man begrüßt es besonders, daß mit diesem Erfolge die .Politik der verpaßten Gelegenheiten außer Kurs gesetzt ist und erhofft, durch weitere fortschrittliche Entwicklung unserem Städtchen die Bedeutung geben zu können, die ihm auf Grund seiner geschichtlichen Dergangenheit und zentralen Lage zukommt.
Kreis Schotten.
Schotten, 7. April Die in der Rachkriegszeit von den Großstädten im Dogelsberg gegründeten und unterhaltenen Ferien-
doch allein der Franke nur kann effen. Grillparzer.
Gegen eine deutsche Mahlzeit steht eine französische höchst,mpliziert aus. Aber auch improvisiert unb angedeutet. Eine deutsche Mahlzeit dagegen ist immer deullich, auch wenn sie fubtil sein will, ist wie ein Drama, das nach einem bestimmten Schema mit Diel ßtebe, viel Ehrlichkeit, aber wenig Phantasie aufgebaut und aus- geführt worden ist. Eine französische Mahlzeit läßt sich am besten mit einer Folge kurzer Kabarett-Rummern vergleichen. Jede Rümmer, jeder Gang in dieser Folge überzeugt einmal dadurch. wie er sich zum vorhergehenden und nachfolgenden verhüll, überzeugt ferner durch die Eigenart der Zubereitung, die um so mehr entzückt, je gewagter ste ist, und gerade dieses .Wie' der französischen Küche hat in der ganzen Welt Schule gemacht.
Wir alle kennen die Lobpreisung des französischen Kochs, die darin gipfell, daß man ihm nachsagt, er könne mit Hilfe seiner kvchkünstleri- schen Raffinessen eine alle Stiefelsvhlc in eine Delikateste verwandeln!
Fragen wir nach dem llrfprung des hervorragenden französischen Küchengeistes, fragen wir danach, wie es überhaupt möglich ist. aus dem verschiedensten Tier- und Pflanzenfleisch derartige Genüsse hervorzuzaubern, fragen wir uns ferner nach dem Grunde, wie sehr die französische Küche das Wohlsein des menschlichen Magens respck tiert, so können wir nicht nur aus dem Wesen des Franzosen, sondern auch aus seiner Geschichte die Antwort lesen.
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Kf7 auf d5 geht der ä-Dauer unaufhaltsam zur Dame. 2. d4, (Ke6 oder e8) Ke6 3. a5, Kd5 4. ab, Kc6 5. La51! und gewinnt: oder 2.....Ke8 3. a5,
Kd8 4. a6, Kc8 5. Ld6ü und gewinnt.
Ein hervorragend schönes Endspiel.
Heime werden, da keine Rotwcndigllit urehr vorliegt, vielfach wieder a u f g e l ö st. Auch da« in Stornfcls befindliche teilt dieses Schicksal. Das vorhandene Inventar totrD verlauft.
Hcffcn-Naüau.
fpd Frankfurt a. W . 7. April. Belannt- lich bewohnt schon seit längerer Zeit der Komponist Hindemith den alten Kuhhirtenturm. Run- mehr hat sich die Stadt bereit erklärt, dem bekannten Dichter des „Prinzen Louis Ferdinand", Fritz von Unruh. den Rentcrrturm zu vermieten. Die Räume des Rentenlurmeö di«tter früher als Haftlokal für die Schmuggler unt müssen gründlich wiederher gerichtet werden, inr als Wohnung dienen zu können. Run wartet mar in Frankfurt darauf, welche Muse ihren Sitz in der Sachsenhäuser Warte und im EscherSheimei Turm. der früher schon einmal Frairffurter Kunst ler beherberg re und jetzt zwangsvermietet ist auffchlagen wird
H o f f m a n n mit Geschick, wieder durch eine gute Maske unterstützt. Daß ein schnellerer Umbau ....... ist, hat
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(bei geschmackvolleren Bildern!) möglich Johanna-Aufführung bewiesen.
feien, keine Auszahlung der oom Gemeinde rat cotl. 5U beschließenden Erhöhung zu leisten. Da der ®c meinderat der Ansicht ist, daß der <etzige Lohn bet den hiesigen Verhältnissen entschieden zu gering ist, und noch unter der Friedensentlohnung liegt, wurde beschlossen, der Erhöhung von 30 Proz. zuzu stimmen und diese dem Streisamt zur Genehmigung vorzulegen. — Der B. S). C. ersucht in einem Schreiben die Gemeinde um einen Beitrag zur Errichtung einer Jugendherberge aus der Herchenhoinerchöhe. Es wurde die Gemeinnützigkeit dieses llntemehmens eingc- sehen und beschlossen, der gesuchstellenden Organisation den 'Betrag von 20 Mk. zu überweisen. — Den größten Teil der Sitzung nahm der letzte Punkt der Tagesordnung: Gewährung von Baudarlehen ein. Der Gemeinderat erkannte die Notwendigkeit der Unterstützung bei Wohnungs- bauten an, und bestimmte eine Sommission, st
flehend aus dem Bürgermeister, den Gemcindever tretern Keller. Geißler und Ewald, die cinlaufenden Anträge auf ihre Bedürftigkeit und Unterlagen zu prüfen und dem Gemeinderat vorzulegen. Bei Beratung dieses Punktes kam das Erstaunen über den rätselhaften Verbleib der Erträgnisse aus der Sonder st euer vom bebauten Grundbesitz zum Ausdruck.
e Staufenberg. 8. April. Gestern vor- mittag verunglückte der Arbeiter L. Braun III. in einer Lehmgrube durch Bersch ü t t u n g und erlitt einen Beckenbruch. Der Derlehte wurde von der Giehener Sanitäts- kolvnne mit dem Krcnckenkraftwagen abgeholt und nach der Chirurgischen Klinik in Gießen verbracht.
v. Londorf, 6. April. Gegen die im Januar stattgefundene Dorslandswahl der israelitischen R e l i g i on s g e m e i n de Londorf mit Kestelbach. Geilshausen und Rüd- dingshausen, bei welcher der Diehhändler David Stern von Londorf gewählt wurde, war Reklamation eingelegt und infolgedessen dio Wahl vom Kreisamt für ungültig erklärt worden. Heute fand eine nochmalig e Wahl statt bei welcher der seitherige Dorstand. Kaufmann Adolf Joses mit 15 gegen 13 Stimmen, welche auf David Stern fielen, gewählt wurde. Die Wahlbeteiligung war wiederum sehr start. Don 29 Wahlberechtigten blieb nur einer der Wahlurne feen.
s. Reiskirchen, 5. April. Heute nachmittag fand im Saale der Wirtschaft Guntrum die diesjährige Bundesversammlungdes Lahnhöhenbundes (Dereinigung der Mandolinen- und Wandervereine des Duseckertales und des Lohngebietes) statt. Der Bund, der ganz im Rahmen der Jugendpflege sich bewegt, hat nach seinen Satzungen die Aufgabe, Musik- und Wanderlust zu pflegen, um ein sittlich-körperlich gesundes Geschlecht heranzubilden. Darum verbietet er auch seinen Mitgliedern auf den Wanderfahrten den Genuß von Alkohol und Rikotin. Politisch ist er vollständig neutral. Der Bund verfolgt also hohe Ziele und verdient in jeder Hinsicht Beachtung und Förderung durch alle Freunde der Jugend und des deutschen Dolls. Für den 26. April d. Is. ist eine Dundes- fahrt nach Alt en-Buseck geplant. Außerdem wird der Bmrd in diesem Jahr noch zwei größere Wanderungen unternehmen. Bei der Reuwahl deS Dorstandes für 1925 wurden gewählt: 1. Dorsitzender. Dr. Kraushaar- Drohe! 2. Dorf, und Spicllleiler. K. Pfeiffer- Wiefeck! Schrittführer und Kassenwart: O. Pfeiffer- Diffeck: Wanderwart: W. F a ber« Reiskirchen.
Kreis Friedberg.
"X. Bad-Rauheim, 7. März. Prof. Helmke. Gießen, der Denkmalspsteger für die Provinz Oberhessen, weilt zur Zeit hier. Unter
Cs ist die Lradition. die hier einen magb scheu Kreis um jede Mahlzeit zieht. Sie spannt sich über das Mittelalter bis in die Gegenwart, eine ungebrochene Linie
Der Deutsche hat diese Lradition nicht. Er- barmungslos schiebt sich der dreißigjährige Krieg zwischen die Küche des deuffchen Mittelalters und die Küche der Reuzeit. Das Anschmiegcn cm die französische Küche erschien im 18. Jahr- hundert in Deutschland als der beste Ausweg aus fast barbarisch gewordenen Küchenverhältnisten.
Denn das Döllergemisch, das damals seine Willlür in Deutschland exerzierte, zertrümmerte mit den verschiedensten ttemdländischen Kochrezepten die Kultur der deutschen Küche.
Was dem Franzosen eine gute Küche bedeutet. wird einem nicht nur klar wenn man selbst Lag für Lag ein erstklassige« Menu absolviert: man.merkt schon am etnsachsten Franzosen, wie er mit begründetem Enthusiasmus und viel Poesie die Küche feines Landes umschwärmt. Dielleicht ist die französische Kochkunst. die wie ein dichtmaschiges Retz über den zivilisierten Zeilen unseres Erdballs liegt, ein Mittel, das besser als politische Bündnisse, Oie Sympathien für Frankreich stützt.
Brillat-Savarin, der von 1755 bis 1826 lebte, hat ein Buch geschrieben, betitelt. „Physiologie du gout" Dieses Buch ist eine einzige unendlich liebenswerte Plauderei über gastronomische Probleme. Es ist kein Kochbuch, kein wissenfchaflliches Buch, sondern das Cofr buch eines Feinschmeckers, gewürzt mit jenen entzückenden Anekdoten, wie sie im vorrevolutionären Frankreich reichlich herumschwirrten. Don den erotischen Lugenden der Lrüffel bis zur mini.aturhaften Schilderung Rapo^ons, der den Feinschmeckern — er war ja Korse' — als ab schreckendes Beispiel vorgeführt wird, plaudert der alte Herr, der wie ein Rokokorudiment in seiner Zett stccht, die reizendsten Indiskretionen aus. (Insel-Derlag, llebersetzt von Emil Ludwig.)
_ m w Apotheker E.Gulb, Marktttr.5: IhMerfttätt ttoetÄelt
Grail Sara, iw. N°ff. *»6n6offtr. 51: Soff. 28.
Weiß:
Matt in zwei Zügen
Weiß: 8Steine. KcS, Df2, Teb, L-?\ Sa2, b2, Be2, cU.
Schwarz: 4 Steine. Kd2, Df4, Le4, Sh5.
Lösung des Problems Rr. 5.
1. DdO-c7. KelXf2 2. De7- h4 oder I Kd2:, 2. Db4 + 4 oder 1. . . S beliebig, 2. Teb "
e2-t-4-. Ein sehr schönes Problem.
Aus der Schachwclt.
Im Herbst dieses Jahres soll in Moskau chi internationales Großmeisterturnier stgtffinden. an welchem sich. 20 Meister beteiligen werden Einladungen sind bereits ergangen an Dr. Emanuel Lasker. Eapablane.,. Reli. Prof. Didmar, Samisch, Dr. Lartakower. Die russische Reg.erung hat hier für die Mittel in großzügiger Weise zur Verfügung gestellt.
Weiß.
Weih zieht und getoimrt Weiß. 3 Steine. Khl, La3, Ba2. Schwarz: 2 Steine. Kg8, Bd7.
Lösung des Endspiels Rr. 5.
Lb4ü Ein sehr schwer zu findender Zug. 1. . .
Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktton des .Gießener Anzeigers".
(Endspiel Nr. 5.
Don Olbrich Dura«, Prag.
Schwarz:
Aus der Provinz.
Landkreis Wiegen.
Grvhen-Linden. 7. April. Am Sams- UM abend beschloß der hiesige Lurnveretn (D.<T.) feine Winterfestlichkeiten mit einer SchLlerfeier Zum ersten Male wurde mit den Schulern etne gesonderte ejeter veranstaltet, tn der sie zeigen konnten, was sie in den Schuler- turnstunden geübt hatten. Der Leitung des Lum- oereinS gebührt besonderer Dank snr diese Sonderveranstaltung: denn in die Winlersestllchkeiten für Erwachsene mit anschließendem Tanz und dergleichen gehören die Schüler nicht. Dafür muß ihnen aber etwa- anderes geboten werden: auch die Jugend drängt darauf, einmal tn der D-ffentlichkeit zu zeigen, was sie kann. Diesem Streben sollte durch die Schülerleier Rechnung ge- traaen werden, und sie bat ihren Zweck vollauf erfüllt Die Deranstaltung hat ferner ge- ieiflt welch eine Summe von hingebender Arbeit durch die Turnwarte und Dorturner in den ein- irfnen Riegen geleistet wurde. Die jugendlichen Turner zeigten an Reck, Pferd und Barren beachtenswerte Leistungen und lassen für die Zukunft erhoffen, daß dem hiesigen Lurnverem immer ein Stamm guter Geräteturner erhallen Metbt Dtc vorgeführten allgemeinen und vvlks- lümttchen Fretübungen (Ärettfeftubungen) lieferten den Beweis, daß die Schüler ihren Körper auch frei vom Gerät gewandt und sicher bewegen können Auch eine Echülminnen-Riege fehlte nicht, sie zeigte ebenfalls Freiübungen, dte mit den eingelegten rhythmischen Bewegungen von den jungen Mädchen sehr schön und anmutig durchgeführt wurden Besonders hervorgehoben zu werden verdient das .akrobatische Lumen", daS den Abschluß der turnerischen Dorfuhrun- gen bildete DaS war keine alltägllche Leistung, und die Zuschauer brachten denn auch durch wohlverdienten Beifall ihre Anerkennung zum Ausdruck. Auch der Humor kam zu seinem Rechte durch zwei Gedichte, die mit seinem Derständ- atS vvrgetragen und ebenfalls mit großem Lei- »all aufgenonrmen wurden. Daß auch in den jugendlichen Turnerinnen und Turnern schon Sinn für schauspielerische Tätigkeit steckt, bewies die Kinderkomödic „Hans der Träumer", die durchweg lebenswahr dargestellt wurde. Ein Streichorchester. von Freundeir de« Turnvereins zu- lcnnmengestelll. sorgte für Ausfiillung der Pausen.
• Leihgestern, 7 Llpril. Bei der am Donnerstag in Butzbach stattgehabten Zuchtvieh - und Bullenauktion der Land- wirtschaftSkammer brachte der 15 Monate alte Simmenthaler Dulle deS Landwirts Lud- nng Schaum den selten hohen Preis von 14OO Mk ein Käufer dieses schönen Tieres mar die Gemeinde Langsdorf.
♦ Lich. 7. April. Die Sperrung der Krcis- jttaße Lich — Garbenteich ist wieder aufgehoben worben.
£ Lollar. 7. April. Aus der jüngsten G c - «neinderatssitzung ist folgendes ju berich «en Der Voranschlag für 1S25 wurde nad) fur,$er Beratung genehmigt. Er schließt mit einer Summe von 118 602,70 Mk. in Einnahme und Ausgabe ab. Ein Gesuch des hiesigen Bauern nereins um Erlaß der chaferlicferung -für bas Fafelvieh wurde dahingehend erk- hKtt daß die ßafermenge, die seither pro Kuh oder Amd .$0 Pfund betrug, auf 20 Pfund ermäßigt mürbe. Die bereits zuviel gelieferte Menge wird den Betteffenden gutgefchrieben. — Bei der Besprechung desAntragesdercholzhauerum eine Lohnzulage von 30 Proz. teilte der Bürgermeister mit, daß das Kreisamt einer Erhöhung der f^olzhauerlöhne nicht zustimmen würde, und daß *c in Betracht kommenden Stellen angewiesen
Gießener Stadttheater.
Ibsen: „Wenn wir Toten erwachen".
Sv m Sekunda und Prima liebten wir Ibsen, durchweg und grundsähllch. Dach dem alten Ges<ch, „ach dem das Individuum an sich die Entwicklung von Generattonen vor sich durchzumachen beAmmt ist. Rach und nad) aber schienen uns die Probleme Ibsens nicht mehr unsere Probleme. GS blieben nur wenige dieser Gestalten um uns und mit uns: Der nordische Faust, „Brand", der itmgc und alle „Peer Ghnt". „John Gabriel Borkmann" und das letzte Wort des greifen Nordländers: „Wenn wir Toten erwache n“.
Es führt eine gerade Linie von Qrest über Hamlet zu DSwald: und diese Gerade ausge« iFttMumc« und fortgeführt zu haben, ist Ibsens »bleibendes Derdienst. Aefchylos sah mit den Augen .her Götter, die er sich schul, Shakespeare schaute mit offenem Menschenauge und allen anderen Sinnen große, bluterfüllte Well n«nschlicher Straft und Leidenschaft, Ibsen starrte durch die gläserne Linse zwischen die Menschen Makrokosmos, Erde -und Mikrokosmos: Zwischen diesen Polen schwingt dieses Schaffen
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