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Nr. 262 vierter Blatt
Samstag, 7. November W25
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)
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Wirtschaft.
Börse und Geldmarkt.
In der verflossenen Woche war die Börse in ganz besonderem Maße Attacken ausgesetzt. Zu der schleichenden Wirtschaftskrise, die m einer stetig steigenden Zahl von Konkursen und Geschäftsaufsichten, in weiteren Betrlebseinschran- hingen und sich als notwendig erweisenden Sanierungen zum Ausdruck kommt, trat die durch ben Austritt der deutsch-nationalen Kabinetts- mitglieder hervorgerufene Regierungskrise hin- zu. Wenn trotzdem erst in den allerletzten Tagen her Woche ein gröberer Kurseinbruch erfolgte, so lag baß daran, daß im Gegensatz zu den vergangenen Monaten die Spekulation jetzt mehr geneigt zu sein scheint, mit günstigen Gerüchten zu jonglieren. Dies hat in börsentechnischer Beziehung vielleicht seinen Grund darin, daß mit Wiedereinführung des Terminmarktes, der mit Wirkung ab 1. November um 22 Papiere ^erweitert worden ist, der Kulisse ein guter' Teil ihres DetätigungsfeLdes genommen worden ist. Erst als sich herausstellte, daß die günstigen Gerüchte, zu denen in erster Linie dasjenige über ein -Zustandekommen des Montau-Trustes gehört, gegenstandslos waren, konnte sich die ungünstige Konstellation mit voller Wucht auswirken. Auch das weitere Gerücht über eine nahe bevorstehende Freigabe deÄ deutschen Eigentums in Amerika hat sich schließlich als haltlos erwiesen, wobei bedauerlich ist, daß nicht schon früher durch Klarstellung von zuständiger Seite aus den Börsenmanövcrn — wie die Dinge liegen, kann man sie nur als solche bezeichnen — Einhalt geboten wurde. Unter Berücksichtigung der Mentalität des Amerikaners mußte man die diesbezüglich stark positiv gehaltenen Nachrichten höchst skeptisch betrachten, denn den Gläubigern in Amerika, die Ansprüche an das Deutsche Reich haben oder zu haben glauben, darf man genügend Macht zutrauen, eine völlige Freigabe der in Händen befindlichen Pfänder zu verhindern. Man sieht an diesen Beispielen, daß die internationale Berichterstattung noch lange nicht die Borkriegshöhe erreicht hat und daß sich gewisse Kreise diese Zustände zunutze zu machen wissen. Bei den Kursrückgängen der letzten Tage kam auch wieder einmal so recht zum Ausdruck, daß die Emissionshäuser ihre Pflichten gegenüber den von ihnen emitierten Werten noch immer stark vernachlässigen. Soyst wäre es nicht möglich, daß Angebote von wenigen hundert Mark mehrprozentige Kutsverluste mit sich bringen. Dieses Verfahren liegt sicherlich nicht in der Linie, das große Publikum wieder für die Börse zu interessieren. Auch die Vorgänge am Pfandbriefmarkt, die zu Kursrückgängen von als mündelsicher erklärten Papieren führten, sind nach dieser Richtung hin außerordentlich bedauerlich. Hier handelt es sich um einen Markt, der in erster Linie geeignet wäre, das Sparpublikum anzuziehen. Darum sollte er besonders pfleglich behandelt werden. Solange aber der gesamte Hypothekenmarkt nicht nach anderen Gesichtspunkten gelenkt wird als zur Zeit, dürfte die Gefahr einer Wiederholung der Vorgänge der letzten Wochen nicht von der Hand zu weisen sein, und dieser Markt scheint auf absehbare Zeit verdorben.
Die äleberwindung des Ultimo ist im Gegen- satz zu den Befürchtungen außerordentlich leicht vvnstatten gegangen. Die Anspannung des Marktes für tägliches Geld hat nur wenige Tage gedauert, und der Markt zeigt bereits jetzt wieder auffällige Flüssigkeit, was Wohl in Verbindung mit den zur Verfügung stehenden Gegenwerten der Rentenbank-Kreditanstalt-Anleihe. mit der die Flüssigmachung des russischen Kredites und teilweise auch mit dem Umstand in Verbindung steht, daß die Danken mit Rücksicht auf den Termin der Zweimonatsbilanzen einen Teil ihrer Gelder nur kurzfristig anlegen. Auffällig bleibt die starke Nachfrage nach Privatdiskonten, die zu einer Vergrößerung der Spanne zwischen Privat- und offiziellem Diskont geführt Hat, zumal den Privatdiskonten in den Preußischen Schahanweisungen eine Konkurrenz entstanden ist und bankseitig girierte Warenwechsel den Privatdiskonten an Bonität kaum nachstehen. Trotzdem liegt der Sah für derartige Diskonten etwa 2 Prozent höher als der der Privat- diSkonten.
♦
* Sie Finanz- und Wirtschaftslage der Deutschen Reicüsp 0 st. 3m Wirtschaftsjahr 1924 wurde ein Reinüberfcyuß von 68,8 Mill. Rm. erzielt, der nach den Bestimmungen des Reichspost-Finanzgesetzes den Rücklagefonds zugeführt wurde. Die bisherige Wirtschaftsentwicklung im Jahre 1925 könne nicht als besonders günstig angesehen werden. Augenblicklich arbeiten der Postscheckverkehr, die Telegraphie- und der Post- zeitungsverkehr mit einer Unterbilanz. An eine Herabsetzung der Gebühren könne die Reichspost zur Zeit nicht herantreten.
* Zahlungsschwierigkeiten eines Frankfurter Bankgeschäfts. Das Bankgeschäft Jordan & Co., Frankfurt a. M., ist laut Mitteilung des Börsenvorftandes in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Die Firma, die erst vor zwei Zähren gegründet wurde und keine besondere Bedeutung besitzt, ist nicht zu verwechseln mit der bekannten ehemaligen Bankfirma gleichen Namens, deren Namen und Lokal sie allerdings übernommen hat.
* Die Amerikaanleihe der Hamburger Elektrizitätswerke überzei ch n e t. Die Amerikaanleihe der Hamburger Elektrizitätswerke im Betrage von 4 Mill. Dollar ist in Neunork schnell überzeichnet worden.
• Badische Anilin- und S 0 d a s a b r 1 k, Ludwigshafen. Aus den offiziellen Anträgen geht hervor, daß das Aktienkapital der neuen Trustgesellschaft, zu der bekanntlich die Badische Anilin-
und Sodafabrik unter Verlegung ihres Sitzes nach Frankfurt a. M. umgestaltet wird, 641,40 Mill. Nm. Stammaktien und 4,40 Mill. Rm. Vorzugsaktien haben wird. Die Badische Anilin- und Sodafabrik, deren Firma bekanntlich künftig 3. G. Farbenindustrie A. G. lauten wird, erhöht demgemäß ihr Kapital um 465,60 Mill. Rm. Stamm- und 3,20 Mill. Rm. Vorzugsaktien.
* Hamburg-Amerika Linie. Der zur Zeit größte Neubau der deutschen Werftindustrie, der 21000 Bruttoregislcrronnen messende Zweischraubenturbinendampfer „Hamburg" der Ham- burg-Amerika Linie, ist auf der Werst von Blohm & Voß in Hamburg soweit fertiggestellt, daß er Mitte dieses Monats die Felgen verlaßen wird. Der mächtige Schiffskörper mißt in der Länge 193 Meter, in der Breite 24 Meter und in der Tiefe 17 Meter.
* Rheinmetall-Krupp. Unter der Firma „Rheinmetall-Krupp, Lokomotivbau-EeseU- schaft m. b. H." wurde, laut Frankfurter Zeitung, handelsgerichtlich eine neue Firma in Essen eingetragen, die die vor kurzem zwischen den beiden Unternehmungen auf dem Gebiete des Lokomotiv- banes abgeschlossenen 3nteressengemeinschaft darstellt. Sie ist gebildet zum Zwecke des gemeinsamen Vertriebes der von den Gesellschaften hergestellten Lokomotiven sowie zum Austausch von technischen und wirtschaftlichen Erfahrungen auf diesem Gebiete. Da die neuen Pläne für Rheinmetall auch aus völlige Einstellung des Lokomotiobaues hin- zielen, hat der Wert der 3nteressengemeinschaft gegenüber der im August erfolgten Gründung eine starke Herabminderung erfahren.
* Stahlwerk Becker A. G., W i l l i ch. Die Bilanzarbciten für das am 30. 3uni beendete Geschäftsjahr sind noch nicht abgeschlossen, doch dürfte angesichts der Verhältnisse, in denen das Werk im verflossenen Geschäftsjahr lebte, ein größerer Betriebsverlust entstanden fein. Das Werk hat, im Durchschnitt des Geschäftsjahres gerechnet, knapp 3 Monate einigermaßen normal gearbeitet.
* Der M 0 ntantruft. Von zuständiger Stelle wird dem WTV. bestätigt, daß die Gründung des Eisentrusts lediglich noch abhängt von der Steuerfrage. Hauptsächlich handelt es sich um die Kapitaloerkehrssteuer, die durch das Reich erhoben wird, und die Grunderwerbssteuer. Die Kapitalverkehrssteuer würde das neue Unternehmen bei einem Kapital von 600—800 Millionen Mk. mit 24 bzw. 32 Millionen Mark einmalige Abgabe belasten. Durch Fusion könnte die Steuer auf die Hälfte herabgemindert werden. Die Grunderwerbs- fteucr, die durch die Gemeinden und Länder erhoben wird, würde gleichfalls das neue Unternehmen mit vielen Millionen belasten, so daß etwa 50 bis 60 Millionen Mark Belastung im ganzen in Frage kämen, ein Betrag, der von dem neuen Unternehmen nicht getragen werden kann. Die Großindustrie wünscht vom Reich weder Geld noch Geldeswert, sondern lediglich die Herabsetzung der Steuern, um dadurch Erwerbslosigkeit zu verhindern und neue Arbeitsgelegenheit zu schaffen. Findet ein derartiges Entgegenkommen nicht statt, so würde das neue Unternehmen scheitern.
* Maschinenfabrik Augsburg- Nürnberg 21.-®., München. Der AR. schlägt der H.-V. am 11. Dezember vor. nach 1 122 656 Rm. Abschreibungen den verbleibenden Reingewinn von 811011 Rm. auf neue Rechnung vorzutragen und mit Rücksicht aus die jetzigen Zeitverhältnisse von der Ausschüttung einer Dividende Abstand zu nehmen. Das AK. beträgt 20 Mill. Rm.
• Hannoversche Maschinen- un d Waggonfabrik 21.-®., Hannover. Wie verlautet, fand am Mittwoch in Hannover eine Sitzung unter Teilnahme von Vertretern des Magistrates, der beteiligten Banken und der Direktion statt, in der über die endgültige Sanierung beraten wurde. Cs heißt, daß die Gläubiger zunächst 20 Prozent in bar. verteilt auf längere Raten, erhalten sollen. Weitere 50 Prozent sollen durch Aktien der Gesellschaft abgegolten werden.
* Bergwerksgesellschaft Georg von Giesches Erben. Die Verpflichtungen der Gesellschaft belaufen sich auf ca. 60 Millionen Mark, von denen, laut „F. Z ", 38 Millionen Mark Hypothekarkredite sind. Lieferanten, Steuer- und sonstige Schulden betragen etwa 25—30 Millionen Mark. Die Entscheidung über die Sanierung der Bergwerksgesellschaft durch die Transaktion mit der Preußag wird in kürzester Zeit fallen. Es wird dann möglich sein, die Hälfte der Verbindlichkeiten und durch Verkäufe von Effekten, die bisher den Kreditoren als Deckung gegeben waren, einen weiteren Teil der übrigen Verpflichtungen obzudecken. Der Gieschekux hat ^augenblicklich einen Wert von 2000 Nm.
* Bismarckhütte A. G. Die Lage bei der Bismarckhütte hat sich weiter verschlechtert, so daß bei den amtlichen Stellen in Warschau um Abhilfe nachgesucht worden ist. Ob es zur Schließung weiterer Betriebe kommt, wie beabsichtigt ist, wird sich in nächster Zeit entscheiden.
* Farbenfabriken v 0 r m. Friedrich Bayer L Co., in Leverkusen. Die für Donnerstag anberaumte a. 0. H. D., welche über den Abschluß einer Fusion mit der Badischen Anilin- und Sodafabrik Beschluß fassen soll, wird nicht abgehalten werden, da die für derartige Fälle erforderliche Dreiviertelmajorität des AK. nicht zur Anmeldung gekommen ist. Es wird Anfang Dezember eine neue Generalversammlung ftattfinden, die unter allen Umständen beschlußfähig sein wird.
Frankfurter Mendbörfe.
Frankfurt a. M., 6.. Nov. Der Abendverkehr zeigte auf festere Berliner Schlußkurse leichte Erholungen, die Geschäftslosigkeit ließ aber keine Besserung erkennen. Am Anleihemarkt wurden 5prozentige Reichsanleihe zu 0,207V2 bis 0,210 genannt. Die Abendbörse schloß zu gehaltenen Kursen. Deutsche Anleihen' Schuhgebietsanleihen 4;65. Ausländische Renten: 5pro-
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Börsenkurse.
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Berliner
Berlin, 6. Nov.
Beginn des Verkehrs zwar klein, jedoch erwies sich die Börse im ganzen als wider st a nds- fähig. Besondere Gründe lagen hierfür ebensowenig vor, als sie für die starke Verstimmung der letzten Tage gegeben waren. Während gestern noch namentlich am Einheitsmarkt fast ausschließlich Verkaufsorders vorlagen, die trotz der geringen Beträge das Kursniveau senkten, neigte man heute in den am stärksten ermäßigten Werten zu Rückkäufen. Diese veran-
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zentige Goldmerikaner 42.25, Irrigationsanleihe 27,62. Bankaktien: Commerzbank 93,75, Darmstädter Bank 103 (Medio), Deutsche Bank 103, Mitteldeutsche Creditbank 89,50, Oesterreichische Credilaktien 6,80. Montanaklicn: Deutsch-Lurem- burg 65, Rheinstahl 54,50 (Medio). Industrieaktien: AEG. 91. Bergmann 70,75. Elektrisch Licht und Kraft 90,25 (Medio), Höchster Farbwerte 115,37, Siemens & Halske 80, Frankenthal-
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5®/o Deutsche PleiMnnttlbe
4% Deutsche Ncichsanlcihe ■ SV3% Dculschc Ncichsanletlie 3% Deutsche Ncichsanleihc ■ Dculschc Sparvrämicnanlcihe
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4e/o Zolltürken
5% Goldmerikaner ... •
Berliner Handelsgesellschaft Commerz- und Prioat-Dank Darm st. und Nationalbank . Deuklckc Bank Dculschc Vercinsbank .... DiSeonlo Connnandil . . . Metallbank..........
Mitteldeutsche Creditbank. . Dcsterrcichische Crcditanstalt Weltbank
Bochumer Guß ....... Buderus . . .
Caro Deulsch-Luremburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpencr Bergbau......
Kaliwerke Aschersleben. . . .
Kaliwerk Westeregeln .... ^auralnitte ........ Oberbcdarf ....... Pbönir Bergbau ..... Rheinillchl...........
Nicbcck Montan .......
Tellus Bergbau. ...... Hamburg-Amerika Paket > . . Norddeutscher Llond ... Cheramtsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann Analo Cont -Guano . . . .. Basische Aistlin Cbemischc Mayer Alapin . . Goldschmidt . .....
®ric? rii 'er Clecrrou . . .. Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung ....... Nütgerswerkc Scheideanstalt
Allg. ElcktrtzilätS-Gescllschaft Bergmann .........
Mamkrnftwerke ....... Schuaert
Siemens Je Halske .....
Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyliaenstaedt .. . Megmn. ...........
Motorenwerke Mannbeirn . Frankfurier Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . Melallgesell'chaft Frankfurt. Pct. Union A.-G Schuhfabrik Herz Sichel ........
Zellstoff Waldhos.......
Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .
6 Nov.'r.
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Bulgarien
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Danzig. . .
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Konstantin.
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2,3'5
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5.91
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Banknoten.
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Englische Noten........
20,295
20,395
Französische Noten ......
16,87
16 95
Holländische Noten......
168,43
169.37
ttlolicnische Noten......
16,55
1 >,63
Norwegische Noten......
85,05
85 48
TemsL-Tcstcrr., a 100,Kronen
59,00
59,30
Rumänische Noten......
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schwedische Noten......
111.87
112,43
Schweizer Noten.......
80,70
81.10
Svanische Noten.......
59.77
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Tschechoslowakische Noten . .
12.375
12.435
Ungarische Noten.....
5.84
5.88
lohten zunächst für Montanaktien eine mehrprozentige Besserung der Notierungen, die dann stimmungsgemäh auch den übrigen Werten einen Halt gaben. Besonderes Interesse bestand für Schiffahrtswert c. namentlich Nordd. Lloyd. Die Entschädigungsforderungen dieser Reederei an Amerika sollen mit 2 M.iionen Dollar akkreditiert worden sein Der Zeitpunkt, der Auszahlung dieser Summe stand jedoch noch nicht fest. Außerdem wurden heute vormittag auf Frankfurter Arbitragekäufe V 0 rtriegs - Hypothekenpfandbriefe lebf;a 1 gehandelt. doch flauten die llmsähe an der Börse hierin stark ab. Im ganzen bet der Effektenmarkt bei Eröffnung des offiziellen Verkehrs somit ein besonders freundliches Bild, wenn auch die Hmfatjtätigfcit durch das Anhalten der ungeklärten polnischen Lage und die Auswirkung der Kapitctinot in Deutschland ftarö eingedämmt wurde. Hieran konnte die zur Zeit flüssige Lage deS Geldmarktes nichts ändern, da es sich bei diesen Geldern nur mir Beträge handelt, die von den Banken kurzfristig angelegt werden sollen, da sie nur vorübergehend frei sind Man rechnet für die nächsten Wochen mit einem Rückfluß von Geldern, vor allem infolge tes erwarteten Bedarfs der Landwirtschaft. Die Nachfrage nach täglichem Geld ist gering. Dec Satz stellt sich auf 8 bi# 10 Prozent und darunter. Monatsgeld 10 bis 11,5 Prozent. Der Bedarf an Privatdiskontett blieb rege. Am Dalutamarkt ging des französische Frankenkurs vormittags bis auf 124 Franc für ein englisches Pfund zur ü cf, in den Mittagsstunden steltte sich jedoch eine mäßige Besserung auf 122,20 ein. Die Reichsmark notierte in London 20,34T/9, Amsterdam 59,16’/z, Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 6. Nov. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 23.50, Roggen, inländischer, 17.25, Sommergerste für Vrauzwecke 22 bis 24, Hafer, inländischer, 19 bis 21, Mais, gelb, >8, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 38 bis 38.50, Roggenmehl 24.50 bis 24.75, Wcizenileie 10, Roggenkleie 10.25 bis 10.50.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 6. Nov. Der Produktenmarkt war bei starker Zurückhaltung fast unverändert. Weizen- und Roggenpreise blieben unverändert. Gerste reichlich angeboten, aber wenig gefragt. Hafer still, Mehl ohne Anregung, Futterartikel umfahlos. Es notierten pro Tonne: Welzeir (märf.) 219 bis 222, Weizen (De ember) 236, Weizen (März) 238,50, Roggen (mark.) 138 bis 141, Roggen (Dezember) 159, Roggen (März) 170 bis 169,50, Roggen (Mai) 176 bis 175. Gerste (märt.) 186 bis 210, Futtergerste 149 bis 161, Hafer (märt) 158 bis 168, Hafer (Dezember) 176, Hafer (März) 182; pro Doppelzentner: Weizenmehl 27 bis 31.25, Roggenmehl 20,25 bis 22,75, Weizenkleie 11,30 bis 11,50, Roggenkleie 9,10 bis 9,40, Viktoriaerbsen 25 bis 32, kleine Speise- erbfen 24 bis 26, Futtererbsen 19 bis 21, Peluschken 17 bis 18, Ackerbahnen 20 bis 21, Wicken 21 bis 25, Lupinen (blau) 11,50 bis 12,50, Rapskuchen 14,20 bis 14,30, Leinkuchen 21,30 bis 21,40, Trockenschnttzel 7,80 bis 8, Toxf- melasse 9,20 bis 9,50, Kartoffelflocken 12,80 bis 13, Soya-Schrot 20,20.
Rundfunk-Programm
deS Frankfurter SendevS.
(Aus der »Radio-Umschau«.)
Sonntag, 8. November.
8.30 bis 9.30 Llhr: Morgenfeier veranstaltet vom Evang. Verein „Nordost", Franifurt a. M. 12 bis 1 älhr: Mittagsständchen veranstalte! vom Hausorchester: Die Oper der Woche. 4 bis 5 Tlhr: Die Stunde der Iugend. 5 bis 6 Uhr: Chorkonzert des „Soloquartetts West", Frankfurt a. M. 7 bis 8 Tlhr: Stande des Rhein-Maini- schen Verbandes für Volksbildung: „Marionetten", ein Dialog von Hans Trumm. 8.30 Tlhr: Mozartzyklus des Arnar-Quartetts. 4. Abend.
Montag, 9. November. ।
3.30 bis 4 llfjr: Die Stunde der Iugend. 4.30 bis 6 Tlhr: Nachmittagskonzert des Haus- orchesters: Schlagermusik. 6 bis 6.30 llfti: Die Lesestunde. 6.30 bis 7 .illjr: Vortrag Dr. Müller- München: „Der Zufall". 7.30 Tlhr: ilebertragung aus dem großen Saal des Saalbaues: Drittes Montagskonzert des Frankfurter Orchestervereins.
SountaaSdieilst d.Ner;te u.^lvotbrkeu am 8.11.25 l)r.Klewitz.D.-N.I)r.Vl!it; Dr.Stcinreidi.Gniielapotb.
Zahnarzt: Dr. Fischer, SetterLweg.
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