H
Oberhesssn.
Landkreis Gieren.
• Wiefeck, 7. Aov. Die Konzerte des Männer-Quartetts „Harmonie" erfreuten sich seither nicht nur aus Wieseck, sondern speziell auch aus Gießen eines regen Zuspruchs. Auch das morgen abend im großen Braunschen Saale stattfindeude Konzert wird sich seinen. Vorgängern würdig anfchließen und begegnet jetzt schon allseitigem Inleresse. Der Dirigent, der gutgeschulte und stimmlich gut besetzte Chor und der ausgezeichnete Auf der mitwirkenden Kapelle sichern einen genußreichen Abend.
f. Klein-Linden, 6. Qloti. In einer öffentlichen Versammlung im Saale der „Deutschen Siche" wrach am Donnerstagabend Herr Burkhardt aus Gießen, AufsiHlsratvmitcstied der Deutschen Bau- und Siedlunasgcmeinschaft in Darmstadt, über „W ohnungsbau mit zins- losem Gel d". Der Redner gab einen Aeber- btid über die Absichten und Ziele der Gemeinschaft. Es gelang ihm aber nicht, die Zuhörer für seine Sache zu erwärmen. In der Aussprache wurden erhebliche Bedenken gegen diese Gemeinschaft laut, so daß die geplante Orts- aruppengründung nicht zustande kam. Rur drei Zuhörer zeichneten sich als MitgllÄ>er ein.
— o — Großen-Linden, 6. Aov. In der ^iachkriegLzeit wurden trotz der Schwierigkeiten und Hemmungen der allgemeinen Wirtschaftslage und des Daumarktes im besonderen in unserer Gemeinde bgw. ©emarEimg über 40 neue Wohnhäuser mit mehr als 50 Wohnungen erstellt. Damit ist die Wohnungsnot zwar noch nicht restlos beseitigt, aber doch allmählich wesentlich gemildert worden. Das Wiederaufleben der Bautätigkeit stellt dem, wenn auch gelegentlich durch den Druck wohnräumlicher Enge gesteigerten, AnternehmunaSgeisl der Bauenden immerhin ein ehrendes Zeugnis aus, wurde aber auch durch die Gemeindeverwaltung nach Kräften unterstützt. In der Inflationszeit gab sie Bau- und Auhholz aus dem Gemeindewald, Bausand auS eigner Sandgrube und, soweit sie über Baugelände verfügte, auch dieses zu erträglichen Preisen ab. AM der Besserung der Währung stellte sie in erhebllchem Umfang Baudarlehen bis zu 3000 Mark im Einzelfalle zur Verfügung. Gleichzeitig wuchsen der Gemeinde mit dieser Förderung der Hochbauten auch die notwendigen Aufwendungen für die entsprechenden Tiefbauarbeiten zu,' ansehnliche Strecken mußten mit Wasserleitung, Kanalisierung, Straßenbau, Ainnenpflasterung usw. versehen worden, so daß auf ein Wohnhaus eine immerhin recht tetzächtllche Summe aus öffentlichen Mitteln entfallen dürfte. Als Frucht solcher gemeinsamen Mühen und Opfer sehen wir jetzt auf dem Höhenrücken im DahnhofSviertel einen großen Häuserblock feiner Vollendungentgegengeten, der z. T durch sein Baumaterial (Schlackensteine) ein Denkmal entschlossener Selbsthilfe darstellt. Der Verkehrsweg dieses neuen Ortsteils, die Gartenstraße, wird zu feinem Ausbau mit allen Anlagen einen Kostenaufwand von 15 000 bis 18 000 Mark erfordern, und dabei ist auch das OrtSstraßermetz tm ganzen in den letzten Jahren durch neue Eindeckung des Fahrdammes und Ainnenpflasterung wesentlich verbessert worden.
!—I Lumda, 6. Aov. Seltenes Jagdglück hatte Herr S e ck t. An einem Tage erlegte er einen Steinmarder von seltener Größe und Schönheit und «inen F u ch s.
Sk. Hattenrod, 6. Aov. Dieser Tage hat unS unser Lehrer M e t d t verlassen, um nach seinem neuen WirkungSort Beltershain überzusiedeln. Herr M. war bei uns seit 1912 als Lehrer tätig und hat es in dieser Zeit ver- ftanben, sich die Achtung der Gemeinde zu erwerben. Die besten Wünsche der Gemeinde begleiten ihn nach seinem neuen Wirkungsort. Zu seinem Aachfolger wurde Schulverwalter Gerhardt von Wiefeck bestimmt. — Die 5 e r 6 ft - aussaat ist hier beendet. Leider treten die Schnecken so mallenhaft auf, daß man befürchten muß, im Frühjahr werden auf vielen Aeckern große Lücken zu sehen sein. Sehnsüchtig wartet man auf einige kalte Rächte, damit die Schneckenplage verschwindet.
t Grünberg, 6. Aov. In der jüngsten Gemeinderatssihung wurde u.a. beschlossen: Zur Ergänzung des Wiesenvorstandes wurde Aug. Frank als ständiges Mitglied und Konrad Trinka us und Leonhard Groß- Haus als Grsatzmitglieder gewählt. — Der letzte Gemeinderatsbefchluh, wonach bei der etwaigen Kanalisierung der LondorferStrahe di« Anlieger freiwillig ein Drittel der Kosten tragen sollten, wird zurückgezogen, da das Ortsbaustatut bestimmt, daß die Anlieger für solche Arbeiten zwei Drittel der Kosten tragen müssen. Die Ausführung der Arbeiten tourte bis zum nächsten Frühjahr verschoben. — An Stelle der seitherigen Gemeindevertreter bei der Bezirks- sparkasse, Bürgermeister Ranft, Oberamtsrichter D ö l p und Kaufmann Schweißguth wurden Bürgermeister Jockel, Oberamtsri chter D ö l p und Gemeinderat Böß gewählt. — Aach einem Schreiben des Kreisamts soll die Festsetzung der Gemeinde st euer einer Revision unterzogen werden. Hierzu wurde bestimmt, daß der Beschluß des Gemeinderats vom 10. August aufrechterhalten werden foIL — lieber die Autoverbindung mit Dreihausen ist bereits im „Gießener Anzeiger" berichtet wor. den. Wegen der Beschaffung bzw. Erbauung einer Halle wurde in geheimer Sitzung weiter beraten. Eingehend wurde über bereits bestehende oder noch zu errichtende Linien verhandelt und dem Bürgermeister entsprechende Aufträge erteilt. — Die Ausbesserung des Straßenpfla- sters eiw,einer Straßen soll ausgeschrieben wer- den. Anschließend fand eine geheime Sitzung statt. — Heute fand auf dem G u t Warthof eine Prüfung von sechs Land.wirtschafts- lehrlingen statt. Sämtliche Prüflinge bestanden.
Kreis Friedberg.
sf. Friedberg, 6. Nov. Zum Besten des geplanten Ehrenden kmals für die Opfer oes Weltkrieges hielt im Saale des Hotels Trapp Oberstleutnant v. Strzemnieczny einen Vortrag, der aber leider nur schwach besucht war. ,Lhne Macht kein Recht", so lautete das Thema. Der Redner ließ an der Hand einer großen Anzahl vottrefflichen Lichtbilder einen Gang durch die deutsche Geschichte von ihren Anfängen bis zum Weltkriege tun und zeigte in überzeugender Weise durch die geschichtlichen Tatsachen, daß nur die Macht dazu befähigte, dem Rechte zum Siege zu verhelfen, und daß es einem wehrlosen Volke deshalb nur schwer sei, seine Ansprüche auf eine gerechte Be
handlung durchzusetzen. — An demselben Abend hielt die hiesige Frauen gruppe der Deutschen Volkspartei eine Versammlung im „Deutschen Hause" ab, die sehr gut besucht mar; auch von Bad-Nauheim war eine Anzahl von Parteifreundinnen erschienen. Die Rednerin des Abends war die Landtagsabgcordnete Frl. Birnbaum von Gießen, die in fesselnder Weise die Vorgänge der deutschen Politik in letzter Zeit und besonders die Verhandlungen in Locarno behandelte. In tiefgründiger, auf hoher Warte stehender Weise wußte sie das Thema zu beherrschen, so daß ihre Ausführungen mit allgemeiner Teilnahme und großem Beifall aufgenommen wurden. Mehrere aus der Versammlung an sie gerichtete Anfragen wußte sie in befriedigender Weise zu beantworten. Die Vorsitzende der Ortsgruppe, Frau Professor Kloos, sprach in einem Schlußworte der Rednerin den Dank der Versammlung aus, wies noch auf die in Kürze bevorstehenden Wahlen bin und forderte zu reger Beteiligung und Mitarbeit bei diesen auf.
WSA. Friedberg. 6 Aov. Die M a n - gnrrqruben bei Alsbach haben wegen Mangel an Absatz ihren Betrieb eingestellt. Die gesamte Arbeiterschaft wurde entlassen.
2T Dad-Aauheim, 6. Aov. Aeben dem Teichhaus ist das Iohannisber grestau- rant einer der beliebtesten Ausflugsorte der Kurmäste und der zahlreichen Sonntagsausflügler aus nah und fern. Für heutige Verhältnisse ist es ein bescheidenes Etablissement, das -den neuzeitlichen Forterumgen nicht mehr in allem genügen kann. Der hessische Staat trägt sich deshalb schon längere Zeit mit der Absicht, an Stelle des' alten Gebäudes auf dem Gipfel des Berges ein modernes Hotelrestaurant zu errichten. Die diesbezüglichen Verhandlungen schienen im letzten Sommer zum Abschluß gekommen zu sein, und man rechnete damit, daß noch im Herbst mit dem Aeubau begonnen werden könne. Wie jetzt aber bestimmt verlautet, ist die Ausführung des Projekts zunächst nochmals verschoben worden. a>eil antere größere Arbeiten und Einrichtungen im Interesse des Bades vorerst notwendiger sind.
6 Ober-Mörlen, 6. Aov. Während in den meisten Gemeinden des Kreises Friedberg die segensreiche Einrichtung der Feldbereini- a u n g schon vor dem Kriege durchgeführt worden ist, ist man in unserer großen Feldmark, die 6000 hessische Morgen umfaßt, erst jetzt an der Zusammenlegung der Grundstücke. Die Arbeiten werden in fünf Teilen nacheinander ausgeführt. Der erste Teil, der von der Main-« Weserbahn zwischen Ostheim und Bad-Aauheim durchfahren wird, ist vollendet. Die dabei entstandenen Massengrundstück« kamen dieser Tage zur V e r st e i g e r u n g. Trotzdem dieser Teil des Feldes fast eine Stunde vom Dorfe entfernt Regt, wurden recht hohe Preise erzielt. Insgesamt wurden für rund 17 Aormalmorgen rund 30 000 Mark erlöst, das ist durchschnittlich etwa 1700 bis 1800 Mark für den Morgen,
Kreis Schotten.
* Ober-Lais. 6. Aov. Unser Lehrer Strösfinger wurde zum Fortbildungsschullehrer für Reiskirchen und Am- gebung ernannt Wir sehen ihn nur ungern scheiden, verlieren wir doch in ihm ehren äußerst tüchtigen und gewissenhaften Iugendbildner, der ftch innerhalb der Gemeinde und auch im Kreise seiner Kollegen aCReitiger Beliebtheit erfreute.
(!) MeicheS, 6. Aov. Unsere Bürgermeister- und Beigeordnetentoahl verliefen sehr ruhig. In beiden Fällen tourten die alten Herren einstimmig wiedergewählt. Diese Einmütigkeit der Gemeinde ist nun auch bei den Gemeinderatswahlen zu verzeichnen. Es ist nur e t n Wahlvorschlag emgereicht, auf dem alle alten Mitglleder toieter erscheinen.' Aar ein Mitglled hat eine Wiederwahl abgelehnt.
(!) Köddingen, 6. Aov. Hier hat der Vorschlag zur Gemeinderatswahl wenig Staub ausgewirbelt: erscheinen auf der einzigen eingereichlen Liste doch die alten Männer wieder. Es herrscht hier also größte Einstimmigkeit, wie das auch bei der Bürgermeister- und Deigeordnetenwahl der Fall war. wo die alten Herren ebenfalls einstimmig wiedergewählt wurden.
Kreis Alsfeld.
* Alsfeld, 6. Aov. Die Schülerinnen der Höheren Bürger-(Mädchen-)-Schule sammelten für die Zeppelin-Eckener- Spende den Betrag von 239,70 Mark.
ch Lehrbach, 6. Aov. Unser Posaunenchor hat nach Beendigung der Erntearbeiten seine Tätigkeit wieder ausgenommen. Schon mehrfach hat er uns mit feinen Darbietungen erfreut. Möge er unter der Leitung seines Dirigenten, Martin Decher weiterhin Gutes leisten.
Starkenburg.
* Darmstadt, 6. Aov. Für die Provinzialtagswahl am 15. Aovember sind in Starkenburg 25 Wahlvorschläge zu- gelafsen worden. Die Sozialdemokraten, das Zen- trum, die Deutsche Dolkspartei und die Kommunisten haben Wahlvorschläge eingereicht, die sich auf die ganze Provinz erstrecken, die Wahlvor- fchläge der Deutschnationalen, des Hessischen Landbundes und der Demokraten sind nach Kreisen gegliedert. In Wirllichkeit treten also nur die alten Parteien auf den Kampfplatz. Der Wahlvorschlag der Deutschen Vollspartei steht in einfacher Verbindung mit den Wahlvorschlägen deS Hess. Landbundes und der Deutschnationalen Partei. — Für die Kreistagswahlen sind 11 Wahlvorschläge zugelassen: hier haben die Parteien nur einen Vorschlag eingereicht, mit Ausnahme der Demokraten, die mit drei Vorschlägen vertreten sind. Die bürgerlichen Parteien, mit Ausnahme der Deinokraten, haben einfach verbundene Wahlvorschläge. Bauernbund und Deutschnationale stehen in enger Verbindung der Wahlvorschläge.
WSA. Rüsselsheim, 6. Aov. Die Firma Adam Opel hat durch Anschlag ihren Arbeitern bekanntgegeben, daß infolge Absatzstockung der Betrieb bis auf weiteres Samstags und Montags ruhen muh.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
XX Krofdorf, 6. Aov. Rektor Echter- nach ist in seinen Dienst eingewiesen worden. Lehrer Zörb wurde auf feinen Wunsch nach Aauborn versetzt.
Kreis Biedenkopf.
T Waldgirmes, 6. Aov. Unsere K r a n - kenschwester amtierte für hier und Aaun-
3 S» ab
borS beifcongc
für dieses Bauwerk noch etntge Opfer bringen uruß. Hier handelt es sich um «ine werbende A-n-lag«, für die nunmehr die stärkste Iuan- sjwuchnahme auzustreben ist, damit eine kauf- i.T&mTifd,« Wirtschaf tsführung, d. b. der Schul- dtzvdiwlst unb noch em zum mindesten bescheidener Außen dazu, ermöglicht wird. Dieses Ergebnis kann auS VearnsdcLtuugrn der Gießener Vereine allein nicht herausgewirtschaftet werden. Man muh hierzu neue Wege gehen unb sich bemühen, große Veranstaltungen von außerhalb hercmzuzlQhsn. Dies wird nur zu erverchen sein durch eine großzügige Werbearbeit, an der es hjK Aum heutigen Tage noch fehlt. Der Derkehrs- peveLn gibt sich gewih alle Mühe, feinen Aufgaben gerecht zu werden, aber für die Kille und die Große der neuen Anforderungen reichen fejnc Kräfte nicht aus. Das soll kein Varwurf gegen den Verein sein, bctfen Arbeit auch cm dieser Stelle mit Auerienramg gedacht fei Aber die Tatsache, daß dort nur ehrenamtlich tätige Herren wirken, vorr denen jeder in erster Linie sich seinem Beruf widmen muh, verhindert eben die volle, ungeteilte Einsetzung der Schaffenskraft für die Aufgaben der Verkehrswerbung, die jetzt und künftighin in unserer Stadt der be- friedigenden Lösung harven.
Um diesen Ausgaben in der richtigen Weife gerecht zu werden, hl vielmehr eine ijaupiamt« licke Arbeitsstelle erforderlich, die aus Zweck» mätzigkeitsgründen und um der größeren Wrrlungs- vröMchkeit willen am besten dr» der Stadtverwaltung eingerichtet wurde. Wir werfen hier erneut auf unsere früheren Anregungen hin, ein stüdtijches Verkehrsamt zu schaffen, denn mif von einer derartigen Einrichtung läßt pch eine erjotgreicheLerkchrswerbung ermöglichen. DieSchaf- jung neuer Beamteusteüen wäre durch die Errichtung einer solchen Disnststelle u. E. nicht notwendig. Wir glauben, daß in unserem jetzigen Beamten- törper die Kräfte bereits zu finden sinh, die für eine solche Dienststelle der «todt notwendig wären, so daß also neue Gehaltsbelastungen nicht in Betracht kämen. Den hauptamtlich tätigen Personen des Verkehrsamts wäre nach unserem Vorschläge ein Beirat von Sachverständigen aus den verschiedensten Gebieten der Berkehrswerbung au die Seite zu (teilen, damit die Awtsstelle jeder. Atü die lebendige Fühlungnahme mit den für die Hebung des Verkehrs mterrsfiexten Kräften der Bürgerschaft hätte. Praktifcherweise würde dieser Beirat wohl aus dem Verkehrsverein, in dem alle am Fremdenverkehr interessierten Kreise heute schon zusammengefchloßen sind, zu entnehmen sein, woraus sich ein gedeihliches Hand-in-Hrmd^rbeiten der beiden Einrichtungen ganz von selbst ergeben würde. Daß der Verkehrsvrrem auch nach der Schaf- fuug eines Verkehrsamtes selbständig hefteten bleiben mutz, unterliegt natürlich keinem Zweifel: er käme als unterstützendes Organ bet städtischen Berkehrswerbung in Hetracht. Die Einschaltung der Siadt in drests Arbeitsgebiet wurde fabtgfid) mit der lUterualjme der sachlichen Kosten der Berkehrswerbung auf den Stadchaushalt verbunden fein. Wir zweifeln nicht, daß der Derkehrsverem sich bereit erklären würde, zu diefen Kosten einen Zuschuß £ii leisten, da ja nach der Neuordnung der Werbetätigkeit das Schwergewicht des Schaffens auf das ftäbtifrfr? Amt überginge. Das Auftreten der Stadt als Werber für verstärkten Fremdenverkehr dürste nicht nur eine lebendigere Werbearbeit als bisher aussen, sondern auch geeignet fein, der Werbung eine wesenttich größere Durchschlagskraft als heute zu verleihen. Denn es ist zweifellos, daß der Ruf ober die Einladung einer Stadtverwaltung immer einen größeren Ein brück machen wirb, als \ die Einladung eines privaten Vereins. Für diese Verstärkung ber Werbearbeit unb Werbekrast kann F der Stadthaushalt trotz aller Anspannung der Finanzlage noch eine Belastung auf sich nehmen.
Als maßgebende Besitzerin der Dolkshalle hat die Stadt überdies auch unmittelbares Jntereste an einer verstärkten Verkehrswerbung mit dem Ziele, möglichst viele große Veranstaltungen für die Volkshalle zu gewinnen. Weiterhin muh der Stadt auch um des heimischen Geschästslebens willen sehr viel cm einer starken Hebung des Fremdenverkehrs liegen. Heutzutage wird das Gewerbe aller Art mit Steuern schwer belastet, auf der anderen Seite ist die Kaufkraft ber Bevölkerung erheblich gesunken. Da muß es gerabezu die Aufgabe der städtischen Körperschaften sein, auch ihrerseits nach besten Kräften teizuttagen zur Neuerschließung von Einnahme- qudfen für dos heimische.Erwerbsleben. Ein Weg zu diesem Ziel, unb zwar ein recht erfolgverfprechen- ber, ist ble Schaffung eines städtischen Verkehrsamtes, das bei sachgemäßer, geschickter und lebhafter Werbearbett ganz erheblich 'mehr für die Hebung de« Fremdenverkehrs in unserer Stadt tun kann, als heut« möglich ist. Durch gesteigerten Verkehr würde sich natürlich ber Geldzustuß in unser Erwerbsleben erhöhen, wodurch sich bann wieberum die steuerliche Leistungsfähigkeit weiter Bürgerkreise unb bamit auch bie Einnahmen ber städtischen Steuerverwaltung verbessern würben. Man sieht, datz bie Stabt also auch nach dieser Richtung hin wieder Vorteil hätte von den verhältnismäßig geringen Aufwendungen, die ein städtisches Verkehrs- amt erfordert.
Dah man mit ber Neuordnung unserer Gießener Berkehrswerbung, d. h. mit der Schaffung einer hauptamtlichen Derkehrswerbesielle unter der Auto- ritdt ber Stadtverwaltung nicht mehr zögern sollte, zeigt ein Blick auf die Vorgänge in unserer Nachbarschaft. In Marburg wurde kürzlich ein Verkehrs- verein unter sehr maßgebender Mitwirkung der Stadtverwaltung gegründet. Unsere westliche Nach- barstccht Wetzlar hat gleichfalls unter hervor- ragender Einflußnahme ihrer Stadtverwaltung die Gründung eines Derkehrsvereins In die Wege geleitet. 3n beiden Stödten will man mit stärkster An- jpannung aller Kräfte die Fremdenverkehrswerbung aufnehmen. Frankfurt a. M. ist eben dabei, feine gesamt« Verkehrswerbung in völlig neue Bahnen zu lenken und will zu diesem Zwecke ein städtisches Verkehrsamt schaffen, das zum Mittel- puntt einer großzügigen Derkehrswerbung gemacht werden soll. Angesichts all dieser Bestrebungen un- mittelbar vor unseren Toren muß man auch in Gießen neue, weiter hinaus- unb höher hinaufsüh- rende Wege ter Derkehrswerbung beschreiten. Mit den bisherigen, treu und selbstlos geleisteten unb darum anerkennenswerten Diensten des Derkehrs- üsrehts kann der künftig viel schneller werdende Lauf ter Jagd um ten Fremden für unsere Interessen nicht mehr ouskommen. Je rascher und um» fastender auf diesem Gebiete eine neue Organisation nach den oben entwickelten Gesichtspunkten geschaffen und die Werbearbeit in Angriff genommen wirb, desto vorteilhafter und erfolgversprechender wird cs für unsere Stabt sein.
heim zusammen. Seit letztem Frühjahr ist fle krank. Während Aaunheim schon im Sommer eine Krankenschwester für sich angestellt hat, be- diese Frage hier noch der Lösung. Obwohl unsere Frau Pfarrer, die früher Krankenschwester war. in uneigennütziger Weise diesen Dienst versieht, wäre es doch erwünscht, wenn diese Lücke in der Krankenpflege durch Anstellung einer Schwester recht bald ausgefüllt würde.
Diükreis.
bl. Dillenburg, 6. Nov. Der Kreis hat einen L i ch t b i l d e r a p p a r a t erworben. An Gemeinde und Verbände wird der Apparat verliehen unter ber Bedingung. baß Bilder über Jugendpflege unb Volksbildung zur Vorführung gelangen. — Die im Laufe dieses Jahres im Kreise und der Umgebung vorgenomme- nch Jnstandsetzungsarbeiten an 8 a n b» ft r a ßen unb Wegen sollen im nächsten Jahre weitergeführt werden. Das Landesbauamt hat bereits ein Ausschreiben zur Vergebung der Arbeiten erlassen.
bl. Herborn, 6. Aov.—In der hiesigen Mittelschule wurde eine R"adio-Einrichtung angebracht. Don Schülern soll einmal in der Woche Gelegenheit zum Anhören von gutem, bildendem Stoff gegeben werden. Die An- lage findet bei den Kindern natürlich freudige Aufnahme.
bl. Eiershausen. 6. Aov. Im Schwarzbachtal wird neuerdings der Versuch gemacht. Brüche zu erschließen. Vor kurzem fand eine eingehende Besichtigung statt. Man hofft. G r ü n st e i n zu gewinnen, da hier recht viel anzutrcffen ist.
Frankfurt a. M. und Umstehend.
WSA. Frankfurt a. M., 6. Aov.Die Aussperrung in der chemischen Industrie hat die beteiligten Städte unb Gemeinden, tote Griesheim, Höchst, Fecheicheim und Biebrich vor sehr schwierige Probleme gestellt. Da nach dem Mißerfolg der gestrigen Berliner Verhandlungen jetzt allgemein mit einer längeren Dauer des Kampfes — man spricht teil- toeise von 5—6 Wochen — gerechnet wird und da in den nächsten Tagen noch weitere Aussperrung^ erfolgen, sind die betroffenen Gemeinden genötigt, eine gemeinsame Lösung der Wohlfahrtsfrage zu suchen. Die AotstandS- arbeiten in den Betrieben werden nach tote vor durchgeführt. — Der Geschäftsführer und Inhaber eines Kabaretts, Anton Winter, der nach dem Einkauf großer Weinvorräte Bankrott gemacht hat, ist unter dem Verdacht des betrügerischen Bankrotts verhaftet worden. — In einem Hotel im Dahn- hofsviertel hat sich am 3. Aovember ein unbekannter, anscheinend von auswärts zugereister Mann im Alter von 25—30 Jahren vergiftet. Der Tote ist etwa 1.78 Meter groß, hat dunkelblondes, volles Haar, längliches Gesicht und ist bartlos. Bekleidet ist er mit schwarzem Rock und ebensolcher West«, schwarz- grau gestreifter Hose, grauem lleberzieher mit der Firmenbezeichnung „Garsch-Frankfurt a. M.", Trikothemd, weißem Oberhemd mit gestreiftem Einsatz mit der Zeichnung „A. N.“ oder „A. K.“, hellbraunem Hut, schwarzen Schnürschuhen, und braunen Glacehandschuhen Außerdem hatte er einen kucken braunen Hakenstock.
WSA. Höchst a M., 6. Aov Auf der Chaussee von Höchst nach Soden stießen gestern abend ein Radfahrer und etroe Radfahrerin, die beide ohne Licht fuhren, zusammen. wobei beide stürzten. Während der Mann nur leicht verletzt wurde, trug die Frau einen doppelten Beinbruch davon und mußte irrs Krankenhaus geschafft werden.
WSA. Homburg v. d. Höhe, 6. Aov. Im Hardtwald bei Homburg sind dieser Tage von flegelhaften Burschen vier Ruhebänke zerstört und eine Anzahl Wegweiser urn- gerissen und gestöhlen worden. Ferner haben die Banditen die eiserne (Btnfrieaigung auf dem Aussichtsturm auf der Eli erhöhe zur Hälfte abgerissen und hinuntergeworfen. Leiter konnten die Burschen bis jetzt noch nicht gefaßt werden.
Gerichtssaal.
* Darmstadt, 6. Nov. Dor ber hiesigen Strafkammer wurde ein Fall verhandelt, der rn Darmstadt lange Zeit großes Aufsehen erregt hatte. Es handelte sich um den Oberverwaltung s i n s p e k t o r Friedrich Ernst Hille, der städtische Getränke st euern vereinnahmt, sie aber nicht an die Stabtkasse abgeliefert, sondern für sich verbraucht hat. Hille war in erster Instanz aus Mangel an Beweisen freigesprochen worben; jetzt würbe er zu 4 Wochen Gefängnis verurteilt. Der Fall ] Hille ist im Zusammenhang mit ber Opposition der Bürgerschaft gegen den Oberbürgermeister Dr. G l ä s s i n g wegen seiner nachgiebigen Haltung gegenüber der Sozialdemokratie zu betrachten, die zu dem bekannten Schriftwechsel zwischen der Deutschen Volkspartei unb dem Oberbürgermeister geführt hat. Die beutschnalionale Opposition ist noch viel schärfer: sie hat auch den Fall Hille aufge- griffen. Hille ist Sozialdemokrat; als sein Treiben bekannt wurde, geschah im Stadthaus nichts gegen ihn, Jus die deutschnationale „Hessische Landeszeitung" den Fall bekanntgab und daraufhin die Staatsanwaltschaft einschritt.
Spielplan der Frankfurter Theater.
Opernhaus. Sonntag, 8. Aov., abends 6 Llhr: Der Rosenkavalier. Montag, 9., abends 7 Llhr: Mignon. Dienstag, 10. abends Ahr: Intermezzo. Mittwoch, 11., abends 7 Ahr: Eine Aacht in Venedig. Donnerstag. 12, abends 6V$ Ahr: Tannhäuser. Freitag, 13., abends 7 Ahr: Figaros Hochzeit. Samstag, 14., abends 71/» Ahr: Tosca. Sonntag, 15., abends 7 Ahr: Eine'Aacht in Venedig.
© ch a uspielhaus. Sonntag, 8. Aovember. abends 71/? Ahr: Einer von unsere Leut. Montag, 9., abends 8 Ahr: Der Anwtterstehliche. Dienstag, 10.. abends 71/« Ahr: Kabale und Liebe. Mittwoch, 11., abends 8 Ahr: Gin Volksfeind. Donnerstag, 12., abends 71/8 Ahr: Wie es euch gefällt. Freitag, 13., abenos 8 Ahr: Der Antoiderstehliche. Samstag, 14., abends 8 Ahr: Die drei Zwillinge. Sonntag, 15., abends 8 Ahr: Der Antoiderstehliche.
Äemtwi
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1, Kästner, 2. Petri, S
3. Fischer,' l Schäfer,, 5. Kästner, ( 6. Dvecl, 3t
Kennwoi
1. Aicolaus, 2. Launspach 3. Ringel, ' i Rahnesell 5, Kurz, W 6. Balzer, ' V DeiMc 8. Bausch, 9. Dünn, $ 10. Seibel, 11. Müller, 12. Herbm, 13. Götz, H< 14-Sikßng,
1 Memam l Mer, £
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Für di« 1925 W01 Oahlo"^ I ©oetj.
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25. Mgattm 26. Deipperl- 2Z.
28, Hofmann, 29. Dachmann M. Aucher,


