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Truppenousmeis; 11. ein blougrüner f)ut; 12. ein Baar jd)tMr)c Schnürstiefel, Nr. 4344. In einem hiesigen Cast ging ein Portemonnaie mit 20 Mk., ein» Dollarnote und roter Ausweis für» besetzte Gebiet verloren. Die Finder werden ersucht, die Gegenstände auf dem Polizeiamt abzugeben.

3n einem hiesigen Restaurant wurde einem lumer em graugrüner Gummimantel mit dem Ftrmazeichen Bamberger & Herz, Frankfurt a. M. entwendet ober vertauscht.

Wohnungseindruch. Am 31. 7. 25 vor- mittags gegen 11 Uhr, wurde hier in einem Hause her fflicejtrafje ein Wohnungseinbruch ausaeführt and nachstehende Sachen entwendet: 1 Reisetasche mit zwei Herrenanzügen, 1 Paar gelbe Schnür- schuhe. 1 Damenarmbanduhr mit schwarzem Ripps- band und etwas Bargeld. Die gestohlenen Sachen, mit Ausnahme der Uhr, konnten auf der Handge- pätfabfertigung des Bahnhofs Gießen ermittelt und dem Eigentümer wieder zugestellt werden. Der Täter ist eine unbekannte, von auswärts hier zu­gereiste Person, welche wie folgt beschrieben wird: Zirka 22 Jahre alt, 1.66 Meter groß, schmale Ft- jur, trug ziemlich großen Filzhut, Hgrauen 21n. .na, gelbe Halbschuhe mit Einsatz, rötliche» Ober» hernb mit ebensolchen «tragen. Personen welche aber die angeführten Vorgänge Wahrnehmungen gemacht haben, werden ersucht, der Kriminalpolizei M'Oeilung zu machen.

(Siebener Wochenmarktpreise.

am 6. August (Hänblerpreise).

6» kosteten auf dem heutigen Wochenmarkte: Butter 210, Matte 40, Käse 65, Wirsing 30, Weiß- kraut 25, Rotkraut 30, gelbe Rüben 30, rote Rüden 15, Spinat 40, Römischkohl 1520, Bohnen 30, Lrdsen 35, Mischgemuse 15, Tomaten 35, Zwiebeln 20, Pilze 50, Kartoffeln 8, Frühäpfel 2030, Fall- äpfel 810, Birnen 50, Heidelbeeren 60, Johan­nisbeeren 40, Zwetschen 60, Mirabellen 80, Reine- Hauben 60, Pfirsiche 140, junge Hahnen 100, Sup- penhühner 120, Weintrauben 100 Pf. je Pfund; (fier 1415, Blumenkohl 10100, Salat 510, Salatgurken 3060, Einmachgurken 35, Ober- Kohlrabi 15, Rettich 20 Pf. je Stück, Radieschen Bund 15 Pf.

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Herabsetzung der Sotspreife. Das städtische Gas- und Wasserwerk erläßt eine Be- kanntmachung, nach der bei einer Mindestabnahme von 3 Zentnern der Gaskokspreis herabgesetzt wird. Näheres siehe Anzeige in der gestrigen Nummer de» Gieß. Anz.

Straßensperre GleibergGie­ßen. Nach einer Bekanntmachung der ftrofborfer Polizewerwattuna im Amtsverkündigungsblatt (Nr. 62 vom 4. August) ist die Straße Gleiberg Gießen wegen Vornahme von Walzarbeiten am Donnerstag, 6., und Freitag, 7. d. Mts., für jeg­lichen Fuhrwerksverkehr gesperrt.

Oberhessischer Kunstverein. Die Ausstellung Frankfurter Künstler und der Bild­hauer Ködding und Habicht ist Sonntag. 9 August, zum letzten Male geöffnet Die Aus­stellung bleibt dann wie alljährlich bi« zum 1. Oktober geschlossen

* Oeffentliche Dücherhalle. 3m 3uli wurden 1096 Bände auSgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 679, Zeil- ichriften 27. Jugendschriften 60. Literatur­geschichte 5. Gedichte und Dramen 38, Länder­und BSlkerkunde 54. Kulturgeschichte 21, Ge­schichte und Biographien 65. Kunstgeschichte 12, Naturwissenschaft und Technologie 52, Heer- und Seewesen 8. Haus- und Landwirtschaft 10, Gesundheitslehre 11. Religion und Philosophie 31, Hiaatswilfenschaft 9, Sprachwissenschaft 3. Fremd­sprachliches 11 Bände. Aach auswärts kamen 11 Bände.

Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehma rkt: 1036 Kälber, 258 Schafe. 484 Schweine.

Bornotizen.

TageSkalender für Donnerstag. Lichtspielhaus Bahnhofstraste:Der letzte Mann". - Astoria-Lichtspiele:Chin-Ehin-Ehaw, der un­ersättliche Räuber.

Landkreis Gicstcn.

£ Heuchelheim, 6. Aua. Einen recht guten Erfolg erzielte die Turnerin Emma Mandler von der hiesigen Freien Turnerschaft bei der 1. 3 n- t e r n a t i o n a l e n Arbeiter-Olympiade in Frankfurt. Die schon vorher errungenen turne­rischen Erfolge der betreffenden Turnerin berech­tigten zu den besten Hoffnungen auf diesem größ­ten Sportfest der Welt; die Erwartungen erfüllten sich, Frau Mandler gelang es, sich im Zwölfkampf für Sportlerinnen an die 11. Stelle aller Teil­nehmer aus dem In- und Auslände zu fetzen. Unter den deutschen Mitbewerbern, die sich aus den Besten Deutschland» zusammensetzten, nahm sie den 7. Platz ein. Der Erfolg wäre ein noch größerer gewesen, wenn nicht durch besondere ungünstige Momente ein Teil der leichtathletischen Uebungen für die Turnerin nicht die sonst erreichten Punkt­zahlen bracht-. Der Vorsprung gegenüber den an.

deren Teilnehmern mußte demzufolge in der Hauptsache aus den Geräte- und Freiübungen her. ausgeholt werden.

! Heuchelheim, 5. äug. Hier wird eine große Turnhalle erbaut, die einen großen Saal für ungefähr 1000 Personen, einen kleinen Saal für 300 Personen, ferner eine große Buhne sowie Ankleide- und Geräteräume erhallen soll. Die Einweihung wird voraussichtlich am 1. Novem­ber staltsindcn Der Kostenooranschlag beläuft sich auf tast 100 000 Mk. Das Wohnhaus wird erst (pater fertiggefteUt werden.

Klein-Linden, 6. Aug. Als Lebens­retter betätigte sich der in Klein-Linden geborene Alben Lutz vom V. f. B Königsberg (Oftpreu- sten), indem er in dem Ostfeebad Cranz unter eigener Lebensgefahr ein »Fräulein R., bi- etwa 100 Meter vom Strande schwimmend, völlig er- schöpft von den Dellen erfaßt worden war, in Sicherheit brachte. Die schon Ertrinkende hatte sich an seinem Bein festgeklammert, trotzdem gelang cs Lutz, der ein guter Schwimmer ist, die Dawe ans Land in Sicherheit zu bringen. Die Eltern des tarieren Lebensretters wohnen noch heute in Klein-Linden, ein Bruder in Wetzlar.

W ahenbor n-S teinberg. 4 Aug. Am kommenden Sonntag, 9. August, findet in hiesiger Gemeinde in der Zeit zwischen 10 Uhr vorm. und 8 Uhr nachm. die Beigeordnetenwab! statt. Linser jetziger Beigeordneter, Johanne« Philipp II.. versieht da« Amt seit seiner erstmaligen Wahl im 3ahre 1911 pflichttreu und umsichtig. Ein Wahlkampf dürfte unS daher wohl erspart bleiben.

Kreis Schotten.

Schotten, 4. Aug. Der seitherige Gen- darmerieoberwachtmeister Dörner in Groß- Umftabt ist als Kreiskommissar hierher versetzt worden und bereits seit einiger Zeit dienst­lich hier tätig. Die Aerzte der Kreise Schot- ten und Bübingen halten ab 1. August an Sonn- und Feiertagen keine allgemeinen sprech- stunden mehr ab. Damit muß eine liebe Gepflo- genbeit unserer Landbevölkerung, gerade den ar­beitsfreien Sonntag für den Gang jjum Arzte zu wählen, verschwinden. Gleichzeitig ist die Aerzte- schäft der beiden genannten Kreise dazu überge- gangen, die Ausstände nicht mehr selbst zu erheben, sondern die Verrechnungsstelle in Bübingen mit ber Beitreibung zu betrauen. Für bie Rechner ber verschobenen Krankenkassen ist biefe Neuerung ziemlich belanglos. Aber man kann sich schwere Krankheitsfälle wirtschaftlich schwacher Nichtkassen- Mitglieder benfen, bei benen rücksichtslose Beitrei­bung durch eine nicht orientierte Stelle eine ziem- liche Härte bedeuten müßte. Deshalb wäre es be­grüßenswert, wollte die Aerzteschaft Fälle dieser Art von ber allgemeinen Regelung ab,onbern ober wenigstens die Verrechnungsstelle anweisen, biefe mit besonderer Nachsicht zu behanbeln.

Kreis Lauterbach.

!*! Canter bad), 5. Aug. Der 6. Clugcnb- tag des Vogelsberger Höhenclubs jin- bet nächsten Samstag und Sonntag unter Ceituna des Professors Bender- Frankfurt statt. Nach dem Kriege war es Prof. Bender, welcher mit größtem Eifer und Geschick bie Jugendbewegung im V. H. C. organisierte. Die Verhandlungen für ben 6. Iugenbtag finben in ber Spieß-Turnhalle statt. Anschließend werden an mehrere Iugendgruppen Wimpel überreicht. Auch eine Iahrtausendfeier ist damit verbunden. Ihr Erscheinen haben u. a. bie Sugenbgruppen aus Frieboerg, Hungen, Vilbel, Lumbatal, Wetzlar, Ortenberg zugesagt.

!! Schlitz, 6. Aug. Sein SOjähriges Jubiläum als Bleichmeister der Leinwandfabrik Langhoinrich feierte heute Karl Rur 3. Die Firma und die Arbeiterschaft veranstalteten eine kleine Feier. Kurz ist Altoeteran von 1870/71.

Kreis Büdingen.

A Blofeld, 5. Aug. Hier wurde ein Kleinkali ber-Schütze nverein gegrün­det, dem sofort 23 Mitglieder beitraten. Da bergiges Gelände in unmittelbarer Rähe de« Dorfes liegt, laßt sich ein zweckentsprechender Schießplatz sehr schon einrichten.

Kreis Wetzlar.

) Lützellinden. 4. Aug. Heute muhte infolge Motorschadens ein Verkehrsflug­zeug ,Junkers 424 auf einem Fluge von Essen nach Frankfurt in unserer Gemarkung eine Notlandung vornehmen. Das war ein Er­eignis sowohl für unseren Ort als für die um­liegenden Dörfer. In Scharen zog jung und alt hinaus in die Flur, um dasUngetüm" zu bewundern. In Hochelheim fanden heute die Reichsjugendweilkämpfe der Schulen der Bürgermeisterei Groß-Rech­ten ba ch statt. Punkt 3 Uhr begann der vor­geschriebene Dreikamps 100-Meter-Lauf, Schlagballweitwurf. Weitsprung. Der erste Sieger erreichte 84 Punkte. Fast ein Drittel sämtlicher Schüler konnten mit einer Sieger- urkunde bedacht werden. Es war eine Freude, zu

sehen, nut welcher Begeisterung und mit welcher Anspannung der jugendlichen Kräste in edlem Wettkampf um ein Diplom gestritten wurde

Starkenburg und Rheinhessen.

Darmstadt, 5. Aug. Die 44. ordentliche Hauptversammlung des Tierschuyoereins für Hessen findet am Freitag, 28. August, vor- mittags 11 Uhr. in der Turnhalle zu Lauterbach statt. Der Vorsitzende ber Hess. Biologen-Bereini- gung Werner Gunkel-Marburg spricht überBo- celirhuQ unb Bogelleben in unserer Hessenheimat". Wie in anderen Stabten, sinb setzt auch m Darmstabt falsche Rentenbankschetne zu 10 Mark in Verkehr gebracht worben. Die Scheine sind etwas kleiner als bie echtem unb ihr Druck ist unsauber.

Darmstadt, 5 Aug Die Technische Hochschule Darmstadt bat den Dr ing. h c. folgenden Herren verliehen Ingenieur Wiß. Grieß heim a M . Direktor und Vorstandsmit­glied der E hemischen Werke GrieSheim Sleltton, Prof Dr. Schuhmacher- Mainz. Direktor des Aömisch-GermanUchen Zentralmuseum«, und Ge­neraldirektor Wo Iss - Frankfurt a M.

Darmftabt. 5. Aug. Da» Bezirksschofsen- gericht verurteilte ben Schlosser Hans Bähr au» Bochum, der aus Frankfurt mit einer Dime hier- hergekommen war unb verschiebens Wirtschaften be­sucht hatte, zu 13 Monaten Gefängnis, weil er auf offener Straße zwei junge Leute, bie ruhig baher- gingen, ohne jebe Veranlassung angefallen unb durch Messerstiche verletzt hatte.

spd. Mainz. 5. Aug. Die Regengüsse der legten Tage haben eine wesentliche Erhö­hung de- Wasser st andes in den heimi­schen Strömen bewirkt. Die seit Wochen dar- nicherlicqcnbe Lastschiffahrt konnte ihren Betrieb bereits wieder aufnehmen. Der Wasser­stand ist für die Geiamrschiffahrt gegenwärtig recht günstig und dürfte nunmehr, wenn auch der Regen aufhort, längere Zeit anhalten, da die kleinsten Zuläuse reichlich Wasser zu Tal führen.

* Alsbach, 5. Aug. Auf dem israelitischen Friedhof in Alsbach wurden 11 Grabsteine umgeworfen unb babei zum Teil zerstört. Die Täter sind bis jetzt noch nicht ermittelt.

Hessen-Nassau.

spd. Frankfurt a. M.. 5. Aug. Durch Fingerabdrücke wurde festgestellt, daß der sechAundzwanzigjährige Kellner Johann Spieß aus Frankfurt in München in ganz kurzer Zeit zwanzig Einbrüche verübt hat. Spieß ist vor einigen Wochen au« einer Strafanstalt ent­wichen und wird von Berlin und Leipzig gesucht. Er bedient sich offenbar eines falschen Tiamon« und führt falsche Papiere. Man nimmt jetzt an. daß er seine Einbruchstätigkeit nach einer andern Stadt verlegt hat.

spd. Frankfurt a. M., 5. Aug. Zwischen Bad Homburg und Königstein, die wirt­schaftlich schon lange miteinander verbunden sind und bis zur Besetzung dem gleichen Kreise (Ober- taunus) angehörten, wurde am Dienstag die feit Jahren ge'orderte unmittelbare Verbindung durch die Eröffnung einer Kraft omnibuslinie hergestellt. Der Omnibus fährt von Bad Hom­burg über Oberursel, Oberhöchstadt, Cronberg nach Königstein. Vorerst fährt nur ein Omnibus, später toctoen noch zwei eingestellt. Mit dieser Verbindung ist aber auch der VordertaunuS für den Wanderverkehr mehr als sonst erschlossen worden.

Hanau a. M, 5. August. 3n den letzten Tagen sind hier 21 Typhuserkrankungen gemeldet worden. Die bakteriologische Unter­suchung hat bisher in fünf Fällen Unterleibs­typhus, in vier Fällen Paratyphus ergeben. Bei den übrigen steht das Resultat noch aus. Todesfälle sind nicht zu verzeichnen Eine be­stimmte Ursache hat sich noch nicht feststellen lassen. Es sind jedoch alle Maßnahmen getroffen worden, um ein Weitergreifen der Seuche zu verhüten.

Amtsgericht Wetzlar.

Q Wetzlar, 30. 3ult. Wegen Unter­schlag ung und Betrugs wird gegen den Kauf­mann Heinrich Sch. früher in Wetzlar, jetzt in Frankfurt a. M. verhandelt. Der Angeklagte, der als Generalagent einer Versicherungsgesell­schaft tätig war. hat seine Arbeitgeberin inner­halb der letzten beiden 3ahre um f a st 1 0 000 Mark geschädigt, indem er die einkassierten Gelder einfach für sich verbrauchte. Seine un­sauberen Manipulationen verdeckte er dadurch, daß er einfach die Konten seiner Untervertreter mit den fehlenden Geldern belastete, wodurch er erreichte, daß bei zwei im 3ahre 1924 bei ihm wegen der vielen rückständigen Gelder voraenom- menen Kassenrevisionen nicht- ihn Belastende« vorgefunden wurde. Erst als ein Untervertreter, der wegen angeblich rückständiger 5200 Mark gemahnt worden war. sich hiergegen verwahrte, kam der ganze Betrug ans Tageslicht. Der An- geklagte, der vom Erscheinen im heutigen Termin

entbunden ist, gab bei ferner kommissarischen Ver­nehmung die begangenen Verfehlungen zu. ver­weigert aber die Auskunft über die Verwendung der Gelder DaS Urteil lautet auf 6 Monate Ge­fängnis, wahrend der Staatsanwalt auf 9 Monate plädiert hatte. Der Hilfsarbeiter Ludwig. $?. von Großen-Linden wurde auf feinen Einspruch gegen einen Strafbefehl des Amtsgerichts Wetz­lar über 20 Mark, weil er auf der Ortsstrahe in Lützellinden nachts groben Unfug verübt biben sollte, sreigesprvchen.

'J Wetzlar, 31. 3uli. Wegen wissentlich falscher Anschuldigung war der Elektrotechniker 3ulius G von Burgsolms angettagt. weil er im Februar eine Anzeige gcmadM batte, wo­durch er den Zeugen K aus Wetzlar wider besse­res Wissen der Unterschlagung beschuldigte Da» Gertcht vermochte in dem Tun de« Angeklagten keine st ras bare Handlung gemäß der Anklage festzustellen und sprach ihn kostenlos frei Der Schlosser Paul H von Wetzlar stand wegen Diebstahl« unter Anklage, weil er am 4 ds MtS seinem Arbeitgeber und zwei Mit­arbeitern Werkzeuge entwendet hatte. Der An­geklagte war geständig!; er wollte auS Qlot ge­bandelt haben. Da« Urteil lautete auf 10 TKarf Geldstrase an Stelle einer verwirkten Ge­fängnisstrafe von zwei Tagen. Drei Burschen von Garbenheim. der Arbeiter Wilhelm K, die Hilfsarbeiter Friedrich Sch. und August W. hatten am 2. Ofterfcfertag in trunkenem Zustand zwischen Wetzlar und Garbenheim Vorüber­gehende ohne jeden Grund angefallen, bedroht und mißhandelt Ein zufällig in Zivil vorbei kommender Schupooffizier sah dies und eilte den Leuten zur Hilfe Doch auch ihn griffen sie. trotz­dem er sich als Polizeibeamter auswies, eben­falls an. Drei Echuhpolizeibeamte, die von Wetz­lar her durch eine andere Person herbeigeholt waren, trafen kurz nachher ein. nahmen nach anfänglichem Widerstand die drei Anhänge fest und brachten sie zur Wache, woselbst die Fest- ftcllunfl ihrer Personalien und dann ihre Ent­lassung erfolgte. Später erhielten die drei Uebel- tätcr durch Strafbefehle deS Amtsgerichts Wetzlar wegen des Widerstände« je zwei Wochen Ge­fängnis und wegen Bedrohung und Körperver­letzung je IOC Mark Geldstrafe Hiergegen er­hoben die Angeklagten Einspruch. Da die Tinge- llagten die von ihnen angerichteten Schäden wie­der gut zu machen bestrebt, und auch sonst noch unbestraft waren, billigte ihnen das Gericht mil­dernde Umstände zu und ermäßigte die ursprüng­lich erkannten Strafen auf insgesamt je 1 0 0 Mk. Geldstrafe unter Auferlegung der Kosten des Verfahrens.

Eingesandt.

(Für Form und 3nhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem

I

Angesicht-:' ber Bestrebungen, bie Stabt Gießen oerkehrslechnisch zu heben, erscheint es angezeigt, auf einen Mangel hinzuwciscn, ber barin besteht, baß in ber ganzen Stabt sich fast keine öffent­lichen Wasserentnahme st eilen befinben. Bekanntlich bietet ber Brunnen in seinen verschie­denen Ausjührungsformcn reiche Möglichkeiten zur Ausschmückung und Belebung bes Stabtbilbes. Es sei hier nur an bie künstlichen Schüße öffentlicher Brunnen erinnert, wie sie Nürnberg unb manche an- bere deutsche Stabt besitzt. Die Wasserkunst bcs Kriegerdenkmals, bas im Bonnpunft ber Stabt Gießen auf bem Marktplatz steht, bietet einen recht kümmerlichen Anblick. Die Wasjerzustüsse sinb entmeber verstopft ober träufeln nur in örmlicher Weife. Die Becken sinb fast stets verschmutzt. Son­stige, in Form einfacher fabrikmäßiger Hybranten vorhandene Zapfstellen, wie in brr Walltorstrahe unb Kaiferallec, funktionieren meistens nicht. Ins- befonberc aber macht sich ber Mangel einer Zapfstelle auf dem Bahnhofsplatz be- merkbar. In ber Vorhalle ist überhaupt keine Wasser- entnahmestelle. Auf bem Vahnhossplaß befindet sich auf ber Insel ein Hybrant, welcher schadhaft unb abgestellt ist. In einem berartigen Sammelpunkt bcs Verkehrs ist jeboch bas Fehlen einer Wasser- Zapfstelle ein sehr bebauerlicher Mangel. Der bur- stigc Wanbercr, bie Zugtiere, bie Krastwagen, bie in einem solchen Punkte zusammenströmcn, sie alle wären für bie Möglichkeit, ein wenig Wasser zu ent­nehmen, bankbar. Eine Rückfrage bet ber Eisenbahn, ber ber Hybrant gehört, hat er­geben, baß ihr bie Nützlichkeit einer solchen Ein­richtung nicht einleuchtct, bzw. baß sie nicht gewillt sei, bie Unterhaltungskosten dieses Hybranten weiter auf sich zu nehmen. Man möchte jeboch glauben, baß im Rahmen einer berartigen Anlage, rote sie ber Bahnhof Gießen barfteüt, bie Unterhaltungs- kosten für eine berartige simple Anlage, wie sie ein fabrikmäßiger Hybrant barstellt, keine Rolle spielen ober baß auch bie Stabt sich bewogen finben könnte, an biefer wichtigen Stelle ein Brünnlein fließen zu lassen.

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