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Bürbach zu 1 Monat Seine Berufung wurde
von Bad-Nauheim war
Margarinefabrik und
ihrem schau- jedem Hotel Rächt schon
halte ihn das Amtsgericht Gefängnis verurteilt, verworfen.
Der Kaufmann L. R.
Studenten und zum reifen Manne heranwächst, das ist hier mit einer seltenen Gabe der Belebung vergangener Eindrücke geschildert, und dieses Erinnerungsbuch dürfte wohl die beste und dauerndste unter seinen zahlreichen Arbeiten sein. Was an Ganghvfer die Herzen so vieler erfreut und beglückt hat, das offenbart sich schon in seiner Kindheit und Jugend: die warme Liebe zu allem Guten und Reinen, wie sie z. B. in der Berohrung seiner Mutter hervoxüritt, ein lebenskräftiger Tlebermut, der vor keinem Streich und keiner Waghalsigkeit zurückschreckt und doch den Ernst des Lebens nicht vergißt, und eine tiefe Liebe zur Heimat, zur Ratur. Im Wald ist er ausgewachsen, der Wald war seine erste Geliebte, und ein hohes Lied des Waldes hat dieser eifrige Jäger und Raturmensch gar oft in seinen Schriften angestimmt, am unmittelbarsten wohl in den beiden Skizzenbänden „D i e Jäger" und „K r e a t u r e n“.
Den ersten großen Erfolg hat Ganghofer mit seinen Bolksstücken errungen, und das beste war gleich das erste: „Der Herrgottschniher von A m m e r g a u". Wie er zu dem Stoff kam, erzählt er selbst in seinen Erinnerungen. Ec war in München mit dem berühmten Komiker Richard Alexander befreundet, der freilich damals noch als Heldenspielec wirkte und den Ganghofer erst auf seinen Humor aufmerksam machte, und die beiden wanderten 1830 zu den
das Bett stieg. Bald koiümt Alexander wieder und legt sich auf das harte Kanapee. Aber der im Bett erkermt, warum ihm dieses überlassen wurde denn er wird furchtbar zerstochen. „Seit damals", schreibt Ganghofer, „ist mir, wenn Freunde teilen, die schlechtere Hälfte immer die liebere. Man kommt besser dabei weg. ilnö wenn mir später etwas schief ging, dachte ich zu meinem Tröste gern an das Kanapee."
Ganghofer siedelte dann nach Wien über, wo sein „Herrgottschniher" aufgeführt wurde. Er machte dem verehrten Anzengruber einen
Provisionsreisender einer
halte dieser im Winter 1924 25 etwa 2300 Mk. unterschlagen. Da er wegen Unterschlagung bereits vorbcstrafl war, war gegen ihn eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten erkannt worden. Auf lerne Berufung hin wurde die Strafe auf 2 M o - na t e ermäßigt.
Der Auwdroschkenbesister K. H. Sch. von Bad- Nauheim war wegen verleumderischer Beleidigung eines Richters und eines Polizeibeamten zu 1 M o- n a t Gefängnis verurteilt worden. Seine Berufung war ohne Erfolg.
Adolf Fiesemack ist ein gebildeter Schiffsjunge. Er hat das Einjährige von der Realschule und spricht also Französisch und Englisch wie Ploetz und Gurcke. Er tut sich was damit.
„Do you speak English?"_ruft ihn gleich ersten Tage ein Matrose seines Schiffes an.
„Yes. firl" erwidert Adolf rasch, laut
30. Juni auf rund 4790 Mill. Rm., d. h etwa auf den Stand von Ende Mai, wo er sich auf 4786 Mill. Rm. bezifefrte. Im Zusammenhang mit den Abschlüssen an Zahlungsmitteln gingen die fremden Gelder der Bank um 237,8 auf 564,4 Mill. Rm. zurück. Die gesamte Kapitalanlage stieg in der Be- richrswochc um 364,9 auf 1939,2 Mil!. Rm. (gegen 1876,9 Mill. Rm. Ende Mai). Im einzelnen nahmen die ausgeliehenen Lombardkredite um 39,4 auf 46,5 Mill. Rm., das Wechselportefeuille im ganzen um 325,4 auf 1691,5 Mill. Rm. zu. Die Summe der rediskontierten Wechsel ermäßigte sich auf 539,4 Mill. Reicysmark. Die Bestände an Gold und Deckungsdevisen erhöhten sich zusammen um 0,1 auf 1415,6 Mill. Rm. Infolge der erwähnten Zunahme des Notenumlaufs ging besten Deckung durch Gold und Devisen von 63,2 auf 57,2 Proz., die Deckung durch Gold allein von 47,4 auf 42,9 Proz. zurück.
kamen spät abends in Ammergau Spiel schon längst vorbei war. In derhaften Auszug wurden sie von abgewiesen. „Schließlich, als die sinken wollte", schreibt der Dichter, ........ --
Tlnterkunft bei einem braven Manne, der im Sommer Maurer und im Wtnter Herrgottschniher war Wir bekamen etne winzige Stube mit einem Lederkanapee und einem Bett." Dte beiden losten um das begehrte Bett, und Ganghofer bekam das Kanapee, das steinhart war. Plötzlich aber, verlaßt Alexander unter einem Borwand das Bett und das Zimmer, worauf Ganghofer in
Oberammergauer Fe st spielen. Da aber Ganghofers Wahlspruch war: „Der nächste Weg geht immer über die Berge, nicht um die Berge herum", so machten sie erst ein paar Touren, verirrten sich in furchtbarem Regenwetter und - an, als das
Geschichten von Ganghofer
(Geboren am 7. Juli 1855.)
Ludwig Ganghofer, der zu den beliebtesten Erzählern unseres Schrifttums gehört, würde am 7. Juli 70 Jahre alt geworden sein, und allenthalben gedenkt man wieder an diesem Tage des prächtigen Menschen mit dem urwüchsigen gesunden Humor, des lebendigen Plauderers und trefflichen Erzählers, der so vielen Deutschen eine gesunde Anterhaltungskost geboten hat. Auf den Titel eines großen Dichters hat Ganghofer selbst am wenigsten Anspruch gemacht, er kannte genau den Abstand, der ihn von den beiden bedeutendsten Vertretern der Gattung, die auch er gepflegt, trennte, von Anzengruber, dem Meister des Dauernstücks und von R o s e g g e r, dem Klassiker des Dorfromans. Aber wenn auch so manches Werk Ganghofers im Künstlerischen schwach ist, so wird doch seine Personlichkext sich noch lange jung und lebendig erhalten in dem naturhaft frischen, von Lichtern des Humors überglänzten Bilde, das er selbst in seiner Autobiographie „Aus dem Leben eines Optimisten gezeichnet.
Wie der Försterbub von Welden im schwäbischen Holzwinkel hcranwächst, wie er in lustigen Streichen und tragischen Erlebnissen zum tollen
anzulegen, die Pläne für den Neubau und die Ausschmückung von Kirchen zu prüfen und durch Vorträge und Unterricht das Verständnis für die Kirchen - fünft in weiteren Kreisen zu fördern.
Eine Lokomotive mit 20 Rädern.
Unter den neuen Eisenbahnlakomotiven, die bei der Festprozession zur Hundertjahrseier der ersten Eisenbahn auf dem Schienenweg von Stockton nach Darlington fahren werden, befindet sich auch ein Maschinenungetüm, das die größte und schwerste Maschine der englischen Eisenbahn darstellt. Rach den Hingaben der Zeitschrift „Engineer" hat diese Lokomotive 20 Räder, ein Gewicht von-178 Tonnen und besitzt zwei Drei-Zhlinder-Maschinen. Sie ist im- tande, einen Zug im Gewicht von etwa 1000 Tonnen zu ziehen, eine Arbeit, die sonst nur zwei große Lokomotiven mit Mühe vollbringen können.
Erlauschtes von der Wasserkante
Wiedererzählt von Otto E r n st. ftonferoalioe kunslanschauung.
Frau Beerbohm ist im Schauspielhause abonniert. Ihre Nachbarin will sie überreden, doch einmal zu wechseln und in einem anderen Theater zu abonnieren, wo es auch sehr schön sei.
„Nöööh," meint Frau Beerdohm, „ich bleib in’n Schauspielhaus. Da hab ich nu all zwanzig Jahre lang denselben Garderobehaken — da geh ich nid) mehr weg!"
Offenbar glücklich verheiratet.
Man gab Goethes Faust, und gerade war die Szene in der Hexenküche zu Ende gegangen.
„Hübschis Sztück," sagte mein Nachbar, „so rech aus'n Leben."
Ich meine: das läßt tief blicken.
Line erschöpfende Antwort.
Eine von den schiffahrenden Damen, die sich auf der Kommandobrücke durch Gespräche nützlich zu machen pflegen, fragte einst den Mann am Steuerrad:
„Warum drehen Sie eigentlich das Steuer immer hin und her? Sie kennen doch ihren Kurs: da können Sie doch das Steuer einfach auf Ihren Kurs einstellen!"
„Djä," sagte der Mann am '©teuer, „das is woll allens rech schön un gut; aber die Sache is man blooß die: Wir müssen ja zugleich Kassee mahlen!"
Man kann nie zuviel lernen.
war, lehnte eine Wiederwahl wegen seines Al- I ters ab. In später Abendstunde brachte man beni seitherigen Bürgermeister ein Ständchen, bann ging es mit Sang und Klang hin zur Wohnung des neugewählten Bürgermeisters, wo her Fichlenbaum, die sogenannte Woye, ausgestellt wurde.
Strafkammer Metzen.
» Gießen, 3. Juli. Der Strafgefangene Hermann L. hatte bei der Ausnahme seiner Personalen in dem Landeszuchthaus Marienschloß unwahrerweise den Vornamen „Harry" angegeben, so daß dieser in das Gefangenenbuch eingetragen wurde. Wegen intellektueller Urkundenfälschung
• Allgemeine Elektrizttätsgesell- schäft. Berlin. Wie der „D. H. D." erfährt, ist da > Unternehmen in den meisten Abteilungen mit Aufträgen gut versehen. Die umlaufenden Dioidendcnge.nchie sind jedoch verfrüht, da das Geschäftsjahr bekanntlich bis Ende Sept, läuft. Die Aktien der Gesellschaft sind, wie seinerzeit gemeldet, vor Monaten zum Handel an der Reuyorker Börse zugelassen worden.
Der Stinnes-Konzern stößt Grundbesitz ab. Die 10 000 Morgen um- fassenden Waldungen der durch den Stinncs- Konzern von den Klitzingschen Erben angekauften Güter Zuckow. Groß-Spiegel, Sponbrügge und Reu-Springe sollen, wie der D. H. D. erfährt. vom preußischen Forstfiskus übernommen werden.
Berliner *33r.o0
Berlin, 4. Juli Der Produktenmarkt war ruhig, aber zu behaupteten Kursen. Sollte das sonnige Wetter anhalten, so erwartet man eine schnelle Ausreifung der Roggenfelder. Es notierten für 1000 Kilo: Weizen, sächsischer 270 biS 275. do. Juli 260, Roggen, märt. 227 bis 230, do. Juli 218,50 bis 218, Futtergerste 204 dis 218, do. neue 202 bis 207, Hafer, märt. 232 bis 241. do. Juli 195 bis 195,75. Raps 350 bis 360; für 100 Kilo: Weizenmehl 33,50 bis 36, Roggenmehl 30,75 bis 32,50, Weizenkleie 12,80, Roggenkleie 13,75, Biktoriaerbsen 26 bis 31,50, kleine Erbsen 25 bis 26,50, Futtererbsen 21 bis 24, Peluschken 22 bis 24. Ackerbohnen 21 bis 22. Wicken 24 bis 26, Lupinen,, blau 11,50 bis 12.50, do. gelb 14 bis 15.50. Rapskuchen 15,50 bis 15.60, Leinkuchen 22,20 bis 22,80, Trocken- schnihel 10,40 bis 10,90, Kartoffelflocken 24 bis 24.20 Mk.
Buntes Merlei.
(Hlühwürmchcu als Mörder.
Wenn an warmen Juliabenden die Johannis- läserchen oder „Glühwürmchen" mit ihrer wunderbaren Laterne durch die laue Luft ziehen, dann gehört dies zu den anziehendsten Erscheinungen des heimischen Sommers, die man ungern entbehrt, und wenn man solch ein Tierlein fängt und seinen unscheinbaren Körper betrachtet, dann ahnt man nicht, das man einen Mörder in der Hand hat, der ein so vielmal größeres Tier wie eine Schnecke bewältigen kann. Run, sie haben dazu recht ansehnliche hakige Kiefer; vor allem aber bringen sie ihrem Opfer durch einige Bisse eine Flüssigkeit bei, durch welche es gelähmt wird, so daß sie es nun in aller Ruhe verzehren können. Raffiniert, nicht wahrl — Run noch ein Wort über das Leuchten. Sowohl die fliegenden Männchen wie die im Grase kriechenden flügellosen Weibchen leuchten. Es ist ein Erkennungszeichen beider im abendlichen Dunkel. Aber auch die Larven leuchten ein wenig. Die Leuchtorgane, Flecken an den Leibesringen, besitzen viele Kristalle von harnsaurem Ammoniak, die an der Luft leuchten; doch sind dazu noch andere Stoffe nötig, welche die Tiere aus den Humussäuren des Bodens bereiten. In die Leuchtorgane münden zahlreiche Luft» röhrchen der Tiere, deren Öffnung sie schließen tonnen, um mehr oder weniger Luft zuströmen zu lasten, sodaß dies in gewißem Grade willkürliches Leuchten bewirken kann.
Eine kirchliche Kunstkommission beim Datikan.
Eine Kommission zur Pflege der kirchlichen Kunstdenkmäler ist beim päpstlichen Staatssekretariat in Rom eingerichtet worden; ihr unterstehen zahlreiche Unterkommissionen, denen einzelne Diözesen und Bezirke für ihre Tätigkeit zu geteilt sind. Wie im „Cicerone" berichtet wird, hat diese Kommission, der hervorragende Gelehrte angehören, die Ausgabe, ein Inventar der kirchlichen Kunstschätze zu schassen, neue Museen in den einzelnen Diözesen
ttOl3„fna, denn {mit mi mol bat Teertau dol." Sein Patent.
In der „Gambrinushalle" hatte ein wohlhabender Stammgast sich innerlich so beschwert, daß zu seiner Fortbewegung zwei Menschenbeine nickst mehr reichten, sondern vier Pferdebeine erforderlich waren. Der Wirt winkt eine Droschke herbei, machte aber den Kutscher darauf aufmerksam, daß der Gast „gestrichen voll" und in jener argwöhnischen Laune sei, in der der Käufer das empfangene Quantum nachzumessen pflegt. Er möge sein Wageninneres vor Schaden hüten.
„Ooh!" machte der Kutscher, „vor weet wi mit Bescheed; ick hev jo min Patent!"
Der Wirt schenkte diesen Worten weiter keine Beachtung; als er aber bald darauf den Kutscher wiedersah und ihn fragte, wie denn die Fuhre ad- gelaufen und ob kein Unglück passiert sei, da versetzte der Kutscher wieder mit unerschütterlicher Ruhe:
„Nööö, dor kann so nix passier'n; ick hev jo min Patent!"
„Din Patent?" fragte der Wirt. „Wat is denn bat?"
„Och, wenn ick so'n Fohrgast hev, benn Hang ick em eenfach ben Futterbübel um."
Vüchertisch.
— Zur Jahrtausendfeier der Rheinlande gibt Richard Wenz im Berlag von Max Koch, Leipzig, ein Buch, „Tausend Jahre rheinische Dichtun g", heraus, das die erste lückenlose und umfassende Darstellung des schöngeistigen Schrifttums in den Ländern am Rheine ist. Werkproben von 80 Repräsentanten aller Zeiten und Landschaften, aller Strömungen und Richtungen ergänzen die literarhistorische Einführung des Herausgebers: vom Weißenburger Otfried an bis zu Goethe, von Brentano bis in
Rundfunk-Programm
des Frankfurter Senders.
(Aus der „Radio-Ärnschau".)
Montag, 6. Juli.
4,30 bis 6 Ahr: Rachmittagskonzert deS Hausorchesters: Paul Lincke. 6 bis 6,30 Uftr: Lefestunde „Michael Kohlhaas" von Heinr. von Kleist. 6.30 bis 7 Uhr: Bortrag von Postinspek- tor H. Sinz: „Die Einrichtung moderner Telegraphenämter II". 7 bis 7,30 Uhr: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs: Bortrag von Dr. Bauer: „Kapazität und Selbstinduktion". 7.30 bis 8 Uhr: Sprachliche und praktische Hinweise für Jtalienreisende 8,30 bis 9,30 Uhr: Bir- ttwsen-Musik. 10 bis 11 Uhr: ilebertragung von Kassel: Blasmusik der Kapelle der Schutzpolizei.
Dienstag, 7. Juli.
12 Uhr: Rachrichtendienst. 3 Uhr: Wirt- schaftsmeldungen. 4 Ahr: Wetterbericht der Gießener Wetterdienststelle. Wirtschaftsmeldungen. 4,20 Uhr: Rachrichtendienst. 4,30 bis 6 Uhr: Rachmittags-Konzert des Hausorchesters: Die Sinfonie von Beethoven bis Mahler. 6 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6,30 Uhr: Die Lese- stunde (Meisterwerke der Weltliteratur): AuS .Soll und Haben" von Gustav Freytag (Fortsetzung). 6,30 bis 7 Uhr: Di? Dücherftunde. 7 bis 7,30 Uhr: Bortrag von Paul Frehe: „Teak (tectona grandis), seine Gewinnung und Ber- toertung“. 7.30 bis 8 Uhr: Funkhochschule. Vortrag von Prof. Küntzel: „Aus der Geschichte des deutschen Unternehmertums" (II. Abt., sechster Bortrag). 8 bis 8,30 Uhr: ilebertragung von Kassel. — Stunde der Stadt Kassel: „Heber die Ziele und Aufgaben des Hessischen GebirgSver- ein", Bortrag von Justizrat R. Wenning (nachgeholt). 8.30 Uhr: Der letzte Walzer, Operette in drei Akten von Oskar Strauß. Anschließend: Rachrichtendienst, Wettermeldung, Sportbericht.
Besuch, wurde aber wenig freundlich ausgenommen. Die Kritiker „maßen das kleine Haus des Herrgottschnihers am Kirchturm der Kreuzel- schreiber". Aber eines Tages begegnete der Meister dem Anfänger ganz zufällig. Es war auf der Herrengasse. „Plötzlich hielt mich etwa- Hartes am Arm fest: die Zwinge eines derben Hakenstockes. Ich {ah mich um. Ludwig Anzengruber stand vor mir und sagte: „So san doch der? Ja? Der bei mir gewesen is?" Mit einem herzlichen Worte machte er in mir alle Bitterkeit verschwinden, und dann sagte er noch. „Weil ma gar so mit mir auf Eahna rumdroschen hak. hab ich mir doch Ihr Stück anschauen müssen. Alles hat mir net gfallen. Aber e« san doch Sacherln drin, dö packen und was versprechen. s Beste dran is der vierte Akt und dö Figur von dem Alten da! Respekt!"
Ganghöfer hat sich in seinen Romanen auch viel mit technischen Studien beschäftigt und ehv mal sogar dem Grafen Zeppelin die Konstruktionsskizze zu einem Lufttorpedo eingeschickt. Er erhielt von dem Grafen ein ausführliche« Antwortschreiben, das mit den offenen Worten begann: „Was ich früher von Ihnen gelesen, hat mich mehr beeindruckt."
Wirtschaft.
Börse und Geldmarkt.
Die Berliner Börse zeigte in der vergangenen Woche verschiedentlich ein freundlicheres Bild, so daß man an einzelnen Tagen nach langer Zeit wieder einmal so etwas wie eine Haussestimmung erleben konnte. Es dürste jedoch verfehlt sein, wenn man hieraus Schlüsse auf eine nachhaltige Besserung der Börsenstiminung ziehen wollte. Wenn man auch glaubte, einige Momente, wie die zunehmende Verständigung der deutsch-französischen Eisenindustrie, gewisse etwas optimistische Auslassungen in Generalversammlungen zur Begründung der freundlicheren Stimmung heranziehen zu dürfen, so hat es doch den Anschein, als wenn die Besserung im wesentlichen auf börsentechnische Momente zurückzu- sühren ist. Die Spekulation, die ja mit geringfügigen Ausnahmen zur Zeit an der Börse unter sich ist, liegt seit langem ä la bajssc, und in Ermangelung eines geordneten Terminmarktes werden auch in einer ganzen Reihe von Kasfapapieren Leerverkäuse vorgenommen, obwohl der Käufer prompteste Lieferung der Stücke verlangen kann. Dies hat verschiedentlich zu Eretutionskäufen geführt, die eine Aenderimg der Börsenlage, wenn auch nur vorübergehender Natur, mit sich bringen müssen, zumal sie auch von freiwilligen Deckungen begleitet sind. Daß aber bei dem allgemein eingeengten Geschäft auch schon an sich geringfügige Umsätze relativ große Kursverschiebungen mit sich bringen, ist eine bekannte Tatsache. Charakteristisch für den derzeitigen Umfang des Geschäftes ist es, daß, wenn, wie dies vor einigen Togen der Fall war, eine Bankfirma einen Kunden- auflrag von 30 000 Mark vornimmt, die Börse dieses Geschäft zu einem Uebergang eines größeren Aktienpot etes von einer Hand in die andere aufbaufdjt und es zum Anlaß nimmt, das betreffende Papier uni 6 Proz. heraufzufetzen, und hiervon ausgehend sich auch in anderen Papieren Kauflust bemerkbar mClt?(m Geldmarkt bleibt charakteristisch die Flüssi- feit her öffentlichen Stellen, die, indem sie dem Markt dauernd kurzfristige Mittel zur Verfügung stellen, auch diesmal wieder eine verhältnismäßig leichte llcbcrroinbung des Ultimo bewirkt haben. Verschärfend wirkte diesmal, daß die Banken den Stichtag der Zweimonatsbilanzen hatten und infolgedessen orößere Zurückhaltung, namentlich in bezug auf Geldleihen über den Ultimo hinaus, zeigten. Das Entgegenkommen der Seehandlung gegenüber den Teilnehmern an den Hilfskonfortien an den Stinnes- Konzern, indem sie sich bereit erklärt hat, die hereingenommenen Effektenpfänder zu normalen Sätzen zu lombardieren, hat ebenfalls dazu beigetragen, daß der Geldmarkt keine bedrohliche Versteifung erfahren hat.
Die Reichsbank am Halbjahreswechsel.
Wie der Ausweis der Reichsbank vom 30. Juni erkennen läßt, blieben die Zahlungsmittelansprüche an die Bank zum letzten Halbjahresfchluß hinter den Anforderungen zum Ultimo Mai zurück. Der gesamte Zahlungsmittelumlauf in Deutschland stellte sich am
ist die beste Seife
Kreuz-Drog. August Noll Nenitadt-Drog. Hans Noll P. J. Böbs, Seifenfabrik C. Seibel Adler-Drogerie W. Waldachmidt Drogerie 6g. Waüenfels Drogerie Otto WinterhoH. 46c
die Gegenwart, die vvn allen namhaften Dich- lern vertreten wird. Diese Werkproben spiegeln das tausendjährige rheinische Kulturbild mit allen Schattierungen und illustrieren so des Herausgebers gründliche Uebersicht über eine Literatur, die Grundlage des deutschen Schrifttums ist und dartut. daß die rheinische Tausendjahrfeier eine Angelegenheit des ganzen deutschen DolleS sein sollte. Das 480seitige Derk in Grohoktav hat zweifarbigen JnneMitel und ist mit 11 Dollbildern. symbolischen Emblemen und anderem Schmuck von Kurt Opitz geziert. Der Berlag hat eine Subskription auf das Buch eröffnet, di« seinen Preis um 20 Proz. ermäßigt.
- Die Schule. Monatsschrift für das gesamte Bildungsrvesen. herausgegeben von Prof. Dr Messer, Gießen (Berlag Gustav Thomas. Bielefeld. Preis vierteljährig 0,90 Mk.). AuS dem reichen Inhalt des Juni- und JulihefteS wird besonders in Gießen Interesse erregen der Aufsatz des früher an der hiesigen DolkS- schule wirtenden Dr. Henh, Scheveningen. über deutsche Auslandschulen, ferner die in diesen Heften beginnende eingehende Lebensbeschreibung des hier in gutem Andenken stehenden Oberrealschul-Professors Dr. Albert Klein, der als Reserve-Osfizier des Jnf.-RgtS. Rr. 116 bereits im Februar 1915 in Frankreich gefallen rst. Durch seine Borträge ist Klein weit über di« Kreise feiner zahlreichen Schüler hinaus in unserer Stadt wie auch in anderen hessischen Orten bekaimt geworden. Die bis jetzt im Rahmen der Biographie mitgeteilten Briefe und Tagebuchaufzeichnungen lassen bereits erkennen, eine wie tief angelegte und geistig reiche Persönlichkeit Albert Klein gewesen ist. Er war nicht nur Gelehrter, vor allem Historiker, sondern auch Philosoph. Dichter und ein von starker Liebe zur Jugend beseelter Lehrer und Erzieher. Auch über andere hiesige Persönlichkeiten bringt die Biographie aufschlußreiche Mitteilungen.
— Th. Bauer, Deutsches Christentum und seine Grundlagen. (Dölkische Zeitungsgenossenschaft e G. m. b. H. Leonberg- Stuttgart.) Preis broschiert 2,50 Mk.
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