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Samstag, 6. Juni 1925

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberyefsen)

«r. iso Drittes Blatt

Eine Wendung im Personal-Abbau!

Von Albrecht M o r a t h, M. d. R.

Keine Maßpahme hat die Beamtenschaft härter getroffen als der Personal-Abbau. Warum unter- Tnürf sich der Anwärter auf irgendeiner Stellung im Dienste des Reiches oder bei Lander oder der hkmeinben den scharfen Auslesebestimmungen? sHarum gab er die besten Jahre seines Lebens dar- aa, um sich für das Hindernisrennen der Prüfun- ftn zu trainieren? Warum verzichtete er in der rift)r oder minder langen Vorbereitungszeit auf »"gliches Einkommen? Warum gab er das Recht auf .rreizugigkeit und Wahl des Befchästigungsortes nef? Warum endlich begnügte er sich mit einem bescheidenen Einkommen c Er gewann dafür die Sicherheiten einer lebenslänglichen Anstellung und einer Alters- und Hinterbliebencnoerforgung. Kein Äunder, daß die Personal-Abbau-Derordung, die nchn ber Regierung der Großen Koalition auf (*unb des l. Ermächtigungsgesetzes erlassen rxirbe, von der Beamtenschaft vielfach als Verstoß etten Treu und Glauben ausgesaßt wurde. Kein Minder, wenn die Ausführung der gesetzlichen tttrorbnung mit so manchem Mißbrauch Der gesetz­lichen Bestimmungen weite Streife ber Beamten- schäft aufpeitfdjte.

Rach amtlicher Feststellung finb in ber Zeit nom 1. Oktober 1923 bis zum 31. Dezember 1924 bsi ben Hoheitsverwaltungen 9243, bei ber Reichs- poft- unb Telegraphenverwaltung 14 06.5 Beamte abflebaut worden. Die Reichsbahn ist hierbei außer Betracht geblieben. Sie hat den Abbau wohl am schärfsten durchgesührt, unb der Reichseisenbahn, boomte bleibt auch nach Beendigung des allge- meinen Abbaus auf Grund der zum Londoner Ab- fatnmen gehörigen gesetzlichen Bestimmungen bdiernb in Der Gefahr des Abbaus unb ber Ver­setzung in eine niebrigere Besolbungsgruppe ober ber Ueberführung aus einer Beamtenstellung in eine Arbeiterstelle. Eine oberflächliche Betrachtung mog glauben, baß in Abbaubestimmungen, vom 8tanbpunft ber Erzieluna höchster Arbeitsleistungen gesehen, ein gar nicht so übles Erziehungsmittel hege. Das ist falsch. Man ist im alten Reich auch ohne solche Eeziehungsmittel ausgekommen unb batte doch eine Beamtenschaft, um die uns die Welt beneidete. Gegen Unfähige, Drückeberger und Un> . b«mäßige gibt es, auch wenn das hochentwickelte I unb nicht verloren gegangene Ehrgefühl aus ber ' Beamtenschaft verschwänbe, anbere Erziehungs- mUltel genug: Disziplinarstrafen , Strafversetzungen, Zurückstellung ober Ausschluß von Beförderungen, ! ii'n ihre Wirkungen. Es gab einmal eine Zeit, in bet ber Beamte unermüdlich unb unter Einsetzung aller Kräfte sich 40 Jahre lang bemühte, keine Flecken in seine Personalakten kommen zu lassen, um nicht bie -chmach zu erleben, von einer Auszeich- mtng burch den Landesherrn ausgeschlossen zu wer­ben. Mögen bieMobernen" baruber lachen: Staat, Belt und Wirtschaft sind gut dabei gefahren.

Der Abbau war trotz aller vorauszusehenden kchäden unvermeidlich. Das sei auch heute offen bekannt. Das kleiner gewordene Deutsche Reich tonnte sich schlechterdings nicht einen Beamtenkör- per leisten, Der größer war als ber des alten Reiches. Die deutschen Unterhändler konnten sich hi London nicht ber Gefahr aussetzen, bei ihren Be­mühungen um eine Herabminderung der Repara- hon eia ft en auf diese Tatsache hingewiesen zu wer- ben. Staatsnotrocnbigfeiten forderten den Abbau.

Staatsnotwendigkeiten fordern aber auch, so schnell wie möglich von der Beamtenschaft das Ge- ul)l der Rechtsunsicherheit zu nehmen. Die Reichs- irgierung legte deshalb ben gesetzgeberischen Kör­perschaften schon in ber zweiten Legislaturveriobe einen Entwurf zur Aenberung ber Personal-Mbau- üerorbnung vor, ber ben Abbau auf Diejenigen Be- bärben beschränken wollte, welche vom Reichskabi- nett alsAbbaubehörden" bezeichnet werden soll- len. Der Gesetzentwurf, dem im Hauptausschuß laintliche Parteien ihre Zustimmung aegeben hat- ; len, kam im Plenum nicht zur Verabschiedung. So- Üfllbemotratcn unb Kommunisten führten wegen eines anberen Gegenstandes der Tagesordnung lunftlid) die Beschlußunfähigkeit der Dollversamm- lung herbei; der Reichstag wurde aufgelöst, bie Per- sonal-Abbau.Vorschriften blieben bestehen.

Immerhin würbe burch einen Beschluß ber Klichsrcgierung vom 31. 12. 1924 ber allgemeine Personalabbau für beendet erklärt, unb eine gewisse Beruhigung der Beamtenschaft war bie Folge Die« fei wensen Beschlusses. Rach bem Wieberzusammen- tritt bes neuen Reichstages kam es zu einer neuen i Vorlage der Reichsregierung Sie ging weiter als bl« oben erwähnte, der zweiten Legislaturperiode ! vargelegte Regierungsvorlage. Sie erlaubte für U bi« Zukunft eine Anwendung ber Abbaubeftim- nwngen nur auf Grunb eines von ben gesetzgeben- bin Körperschaften beschlossenen Gesetzes unb sah al» äußerste Frist für bie Einbringung eines solchen Gesetzes den 31. März 1926 vor. In vertraulichen Beratungen beschäftigte sich der Unterausschuß Va ieh Januar dieses Jahres mit diesem Entwurf. Die Aertraulichkeit ber Verhanblungen hat es leiber nicht verhindert, bah ein Teil ber demokratischen und später auch ber sozialbemokratischen Presse : allerlei phantasiereiche Mitteilungen über die Aus- chuharbeiten brachte. Am erfolgreichsten m ber 5 ffrfinbung von Schwinbelnachrichten betätigte sich noch jüngst ein Berliner Montagsblatt, bas van bem bevorstehenden Abbau von 32 000 Post- unb r.learaphenbeamten faselte. Beunruhigend mußten, bas sei zugegeben, bie langen Beratungen des Un- Israusschusses wirken. Es ist kein Geheimnis, baß le xum guten Teil durch Meinunasverschiebenheiten .mischen den Oppositions- unb Regierungsparteien tntftanben ist. Die Oppasstionsparteien verlangten für den etwa notwendig werdenden künftigen Ab­dou ein neues Gesetz mit günstigeren Bestimmun. Gen. Slbgebaut sollte nur werden, wer freiwillig r dazu bereit war. Freiwillige sollten zu diesem Schritt durch Gewährung einer Abfindung in Höhe ton mehreren Iahresgehältem angeregt werden. Diese von keiner Rücksicht auf die Finanzen ge­trogenenBeamtenfreundlichkeit" hätte eine un- aeheuerliche Rechtsungleichheit zwischen Alt- und fteuabgebauten eingeführt. Wenn Demgegenüber zeltend gemacht wurde, man müsse natürlich bie ben xfuabgebauten zustehenben Rechtsvorteile auch ben Altabgebauten zuwenben. so ist das eine For- berung, über bie sich sachlich nicht mehr gut reben läfct. Angeblich sollen auch Zwistigkeiten unter ben Regierungsparteien ber Verabschiedung des Ge­setzes hinderlich gewesen sein, unb es würbe so bar- 4 -«stellt, als wenn ein Teil ber Regierungsparteien nur die vorläufige Außerkraftsetzung ber Abbau­bastimmungen wünschte unb ein anderer mit ber

Opposition ihre völlige Beseitigung verlangte. Das ist eine völlige Berb'rehung Der Tatsachen, tfür eine Beseitigung der Adbaubeslimmungen waren alle Regierungsparteien zu haben bie überroiegenbe Mehrheit aUerbings nur unter der Voraussetzung, bah bie Regierung auf bie nach Artikel 6 ihrer Vor­lage mögliche Einbringung eines Abbaugejetzes bis zum 31. März 1926 verzichtete. Denn wie gesagt: eine Rechtsungleichheit zwischen Alt- unb Reuabge- bauten bars nicht entstehen.

Sehr erfreulicherweise >st es in diesem Punkte zu einer Einigung zwischen ber Reichsregierung und ben sie stützenben Parteien des Reichstages gekommen. Die Reichsregierung hat ihre Vorlage zurückgezogen, bringt auf Grund dieser 'Verein­barungen eine neue Vorlage iofort an Den Reichs- tag, unb schon beim Wiederzusammentritt des Reichstages am 9. Juni wird dieser sich hossentlich mit jener Vorlage beschästigen können, lieber bie neue Vorlage sagt eine ber Presse übergebene Er- riarung der Regierung:In erster Reihe sollen die Abbaubestimmungen aufgehoben sowie Verbesse- rungen aus pensionsrechllichem Gebiet vorgenommen werden." Der erste Teil des Satzes ist nach bem Vorhergesagten klar. Der Personalabbau hört ein f ür allemal auf. Die angefünbiqten Verbesserungen aufpensionsrechtlichem Gebiet" können nur einen Verzicht auf bie Bestimmungen des Artikels 10 über Pensionskürzungen bedeuten. Und das ist gut so. Jener Artikel enthielt eine nicht scharf genug zu verurteilende Entrechtung ber Be­amten. Er fetzte sich in Wiberspruch zu einer bisher von niemanb angefochtenen Auffassung über den staatsrechtlichen Charakter des Ruhegehaltes. Das Ruhegehalt ist nichts weiter als ein eingesparter Teil des Einkommens eines aktiven Beamten. Er hat einen Rechtsanspruch auf Auszahlung dieses aufgesparten Gehaltsteils nach seiner Versetzung in ben Ruhestand. Ob ein Ruhestandsbeamter steuerbares Einkommen aus gewinnbringender Be- fchäftigung hat, geht ben Staat ebensowenig etwas an wie ein etwaiger Vermögensbcsitz bes Ruhe- ftänblers. Von Diesem rechtlich unanfechtbaren Stanb- punkt aus muß jede Kürzung des Ruhegehaltes, für den Fall, daß der Ruheständler irgendein Ar- beitseinfoinmen hat, verurteilt werden. Dagegen ist schon bei der früheren Vorlage eines Pensions- kürzungSgesetzes von Sozialdemokraten, Kommu- nisten, einem Teil der Demokraten unb des Zen­trums geltend aemacht worden, cs gehe nicht an, einem arbeitsfähigen unb vielleicht hohes Privat- eintommen erjielenben Ruhestcmbsbeamten unge­kürzt aus bem schmalen Säckel bes Reiches ein Ruhegehalt zu zahlen. Wenn hier Mißbräuche vor- gekommen sind, wenn einzelne Beamte gefällige Vorgesetzte und Aerzte gefunben haben, die ihnen dauernde Dienstunfähigkeit bescheinigten unb ihnen bamit zu einem Ruhegehalt verhalfen, wenn solche Beamte alsbalb gut bezahlte Privatstellungen an­traten unb hort sehr schnell ihre volle Leistungs- fähigkeit roiebergeroannen, bann ist bas gewiß zu verurteilen. Aber dann fasse man die Schuldigen. Keinesfalls können für solche Ausnahmefälle alle Beamten entrechtet werben.

Es ist zu erwarten ,baß bie neue Personal-Ad- bau-Vorlage ber Reichsregierung auch noch andere Verbesserungen im Sinne einer Wieberherstellung geschmälerter Beamtenrechte enthalten wirb. Ich beule babei in erster Linie an bie entlassenen vcr- heirateten Beamtinnen und auch an schuldlos ge­schiedene Beamtenfrauen, ferner an bie sogenannten nachgeheirateten Frauen unb an fBeamtenroitroen, bie eine neue Ehe eingehen. Ich benke vor allem auch an bie Rotwenbigkeit, bie Einstellungsspere für Versorgungsanwärter, bas sinb Militärpersonen mit Zivilversorgungsschein, aufzuheben. Seit 5 Jahren besteht diese Einstellungssperrc, seit 5 Jahren ist bie in zwölf- bis achtzehnjähriger Militär- unb Kriegsbienstzeit erworbene Aussicht auf Unter­bringung im Zivilbienst für zahlreiche Familien- vätcr so gut wie völlig wertlos.

So wird benn bie neue Personalabbauvorlage eine wesentliche Besierung bringen unb ber Reichs- tag wirb gut baran tun, sie schleunigst zu verab- schieben.

Die Mächte und China.

Es gibt in der ganzen Well nachgerade keinen Winkel mehr, wo nicht die Engländer und Amerikaner eigene neue Karten in daS fremde Spiel steckten. So verhält es sich im Augenblick auch im Streit um die Bahnkonzession der Strecke TsitsikarTaonan. durch die Tschangtsolin zwei Fliegen mit einem Schlage schlagen will: Erstens seine eigene Ver­bindung auf der Vordmandschurei nach Peking hin ausbauen und Dann die an die öotojet-llnion laut Vertrag mit dem im Herbst gestürzten Pe­kinger Äabtnett verpachtete Ostchina-Dahn in der Flanke treffen. Wir würden sicherlich heute nicht schon wieder durch die blutigen Un­ruhen m China selbst aufgestört, wenn nicht die amerikanischen und englischen Konsularbeamten in der Mandschurei Herrn Tschangtsolin eine Zehn-Millionen-Dollar-A n l c i h e für den Dahnbau airgetragen hätten.. Die Konzession selbst ist der in japanischen Händen befindlichen Süb - mandschurischen Dahn vergeben worden, das Interesse der Engländer und Franzosen aber liegt in der Finanzierung des Dahnbaues. Wie immer, gingen die Angelsachsen auch dieses Mal sehr geschickt vor, indem sie die Initiative' in den Anleiheverhandlungen dem Beherrscher der Mandschurei selbst üb erliefen.

Es mögen hier wohl zwei Gründe mitge- spiclt haben: Die Erwägung der Vorteile einer japanischen Führung, soweit die Absichten sich auf Die wirtschaftliche Ausbeutung der Mand­schurei und Mongolei erstrecken, und die geschäst- witlernde Behutsamkeit, mit der besonders die Amerikaner ihre Beziehungen zu der Sowjet- Lini o n im unsichtbaren Gleichgewicht halten. Tschangtsolin war ihnen dabei mehr als ein nur willkommenes Werkzeug, da feine freund­schaftlichen Verbindungen mit der japanischen Re­gierung heute als Axiom gelten. Vor einem Halden Jahr, als er die in seinem Gebiet liegende Ost-Ehina-Bahn an die 0otoj«t-ilnion_ gegen Geld- und Wafsenunterstühungen aushändigte, war das anders. Sein politischer und militärischer Ehrgeiz hat ihn auf diese Weife an die Spitze Der jetzt in China mahgedenden Provinzherren und Armeeführer gebracht. Soweit die ostaiiati- schen Verwicklungen in dielen Wochen mit der Mandschurei und der Mongolei zusammenhängen, spielt Tschangtsolin die Rolle des von vier ver­schiedenen Seiten Umworbenen. Die Reichtümer dieser Länder find auch nach europäischen Be­griffen unermeßlich, da es aber an lulturtragen- dcn Faktoren mangelt, ist dieK olonifationS-

Rätsel-Ecke.

Scharade.

Siehst du bie erst' auf weißem Grunde liegen. Entsteht Die schwarz« zweit aus ihren Zügen. Mit höh'rer Kunst mußt du da- ganze lesen, Dann blickst du wohl in eines andern Wesen.

Silbciirätfcl.

Aus den Silben: aabarzbei-chender di dut e - e - fla flö gc gen

in la - le lei na ne nell oft

ragb ri rog schich fee fma sch

ta te tc ter view -end. sind 15

Worte zu bilden, Deren Anfangs- und End­buchstaben ein Zitat aus WagnersMeister- inger ergeben.

1. Blasinstrument 2. Blutgefäß, 3. Natur­erscheinung, 4. Lehrfach, 5. Erfinder, 6. Bad in Thüringen. 7. Pflanz«. 8. Wasserfahrzeug. 9. Edelstein. 10. europäisches Gewässer, 11. Ge­treide, 12. ilnterrcbung, 13. Frauenname, 14. Ge­webe, 15. Mengenbezeichnung.

Krcnzrätscl.

1 I 2

3 i 4

12: Hochland am Rhein. 13: Metall. 23: Erderhöhung. 34: Frauenname, 42: Schulgerät.

Lattcnrätscl.

de ro er eh ge eh eg

la tw tu as fl gk al

ni ie et g ch eb

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Man stelle die Satten in andere Reihenfolge, so daß man ein Dantezitat bequem ablesen kann.

Auflösungen.

N

M

M

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E| I

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M

M

Kreuzworträtsel.

R M M A I N M

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E| A

S | A "eTs

Rösselsprung.

Wir fühlen in un- neu es fproffen

Unb schau'n begeistert himmelwärts: Der Heil'g« Geist ist auSgegossen Und flammend klärt er Blick und Herz.

Desochskartenrätsel.

.Fröhliche Pfingsten!"

Scharade.

Feindseligkeit.

Silbenrätsel.

.Frohe und gesunde Pfingsten wünschen wir allen unfern Lesern!" Die Red.

1. Fallersleben. 2. Richter. 3. Olive. 4. Hn- jermans. 5. Erdbeere. 6. Urteil, 7. Rvrdm. 8. Dagover. 9. Gardine, 10. Euripides. 11 Sa­turn. 12. Uhu. 13. Aissen, 14. Drachme. 15. Si­chel. 16. Pudel. 17. Fuchsig. 18. Isar, 19. Ae- gri 20 Glasgow, 21. Schumann, 22. Torte. 23. Erich, 24. AanteS, 25. Welfen, 26. Undine.

Ergänzungsrätsel.

Plinse, FlachS Iburg. Horben. Geck, Strick. Trubel. Aehre. Ubier. Sirene, Florenz. Luka». Usingen, Greis. PfingstauSflug.

Die Narrenkappei

Splitter und Sparren vom RedakttonStisch Geschäflsiüchtlg.

Die Gattin will nochschnell etwas im Warenhaus kaufen", und der geduldige Gatte wartet draußen. Ader obwohl sie nur wenige Minuten drin bleiben wollte, dauert es zwei Stunden, und der Mann geht nun selbst hinein, um seine Frau zu suchen. Er wendet sich an einen Geschäftsführer und sagt:Ich habe meine Frau verloren!" Das Gesicht des An­geredeten legt sich in tiefe Trauerfalten und er antwortet:Bitte Trauerabteilung, 3. Stock, dann gleich links!"

vorsichtig.

Der Inspektor der Elektrizitätswerke bekam Nachricht, daß ein Leitungskabel gerissen und auf die belebte Straße gefallen war. Er begab sich selber an die UnfaUstellc.

Als er ankam, sah er eine Menge Leute, bie höchst sorglos mit Dem Draht hantierten, glücklicher­weise war kein Unfall geschehen. Der Inspektor wandte sich an einem der Umstehenden:

Sie sind sehr leichtsinnig gewesen," sagte er. Sie halten nicht das Recht, den Draht zu berühren. Wissen Sie. daß Der elektrische Schlag sie auf der Stelle hätte töten können?!"

Ach," sagte der nun,ich bin schon vorsichtig gewesen. Ich habe ihn doch erst genau befühlt, ehe ich ihn in die Hand genommen habe."

Allerdings.

Ich finde das reichlich unverschämt,Sie waren doch erst heute morgen hier."Ja, moana Sie, i könnt von Ihrem Fünfer! den ganzen Tag leben?"

Unglaublich.

Sonntagsjäger: Ich will ja alles glauben, aber daß es Völker gegeben haben soll, die nur von der Jagd lebten, das ist mir doch unklar.

frage hier eine Der ausschlaggebenden Ange­legenheiten. Das Gelingen einer Kolonisation hätte auch eine Steigerung bes Wertes jener Gebiete als Absatzmarkt und als Vorposten für eine weitere Eroberung asiatischer Gebiete bis nach Tibet hinein zur Folge.

Im Inneren Chinas selbst ist es seit dem provisorischen Abschluß bes letzten Bürgerkrieges und seit der März-Konferenz der chmesischrn Machthaber in Peking noch nicht zur Beruhigung gekommen. Das neue Tuanchijui - Kabinett hat trotz der zu Regierungsbeginn gegebenen Ver­sprechungen eine Revision berungleichen Ver­träge", eine Umgestaltung ber chinesischen Ver­waltung, eine Linderung ber Zollgefetz« unb bie föderative Einteilung Chinas nicht begonnen. Das Schicksal Der ReorganifationStonferenz ist jeboch auch infolge des Dazwischengreisens verschiedener Machthaber ein recht bewegtes gewesen. So galt Der vor kurzem gestorbene Sun-Vat-Sen als Führer der südchinesischen Opposition. Heute ver­tritt seine Pläne in radikaler Form bet linke Flügel der Kuomintang - Partei, der ein­seitig bolschewistisch orientiert ist. Der nach rechts abg^chwenkte Flügel steht unter Führung des Generals T a n t s i j a o. bet in diesen Tagen seine Truppen zum Vormarsch gegen das bolsche­wistische Kanton vorbereiten soll. Hier setzt augenscheinlich ein neuer Brand ein, so daß die Bolschewisten, die als Entgelt für die Iapan- freunblichkeit Tschangtsolins in Schanghai den Ftemdenhaßdet Chinesen ausnutzen. den im (Horben gegen sie geführten Schlag rechtzeitig parieren. Dataut auch erklärt sich bie Unterstel­lung. daß die Aufstände in Schanghai gegen jeg­liche Fremdherrschaft, die japanische einschließ­lich, gerichtet seien.

3n unb um Peking hat sich in den letzten Wochen ebenfalls ein Ringen zwischen ben aus dem Bürgerkrieg bekannten M litärführetn abge­spielt. Derchristlich: General" Fengh galt bis noch vor kurzem als Derteibiger des neuen Pe­kinger Kabinetts. Da das Kabinett selbst aber über nur geringe Militärkräfte verfügte und Tschangtsolin sich mit seinem Erzfeind Wu - p e i f u gegen Peking zu vereinigen anfchickte. erfüllte Fengh Die Forderung Tfchangtfolins unb entfernte sich mit seinen Truppen aus ber Um­gebung Pekings. Tschangtfolins Feindschaft gegen den chinesischen Ministerpräsidenten ist um so verwunderlicher, als Tuanchijui Mitglied ber ia- pansteundlichen Anfu-Partei ist. Sie erklärt sich aber auS der anfänglichen Weigerung des Pe­kinger Kabinetts, den Bahnbau TsitsikarTaonan zu genehmigen, da das Kabinett die Aufrecht­erhaltung aller früheren Verträge, auch ber zu­letzt mit der Sowjet-Regierung abgeschlossenen, proklamiert hatte. Tschangtfolins Bestrebung rich­tet sich nun allem Anscheine nach auf die Be­herrschung des gesamten Chinas.

Man sieht, im Augenblick kann weder den Angelsachsen, noch den Japanern, noch ben Russen eine alleinige Führung ber ostasiatischen Kon­flikte zugesprvchen werben. Es ist vielmehr eine Art Dorrevolte, in beren Verlauf kriege­

rische Zusammenstöße nicht ausbleiben Dürften. Es ist das westeuropäische Spiel im fernen Osten, über dessen Ziel, die Verdrängung ber angel­sächsischen Vorherrschaft, wir als Deutsch« uns nicht aufzuregen brauchen. .

Ein Wort zur Kirchensteuer.

Aus unserem Leserkreis wirb uns geschrie­ben: Die Veranlagung zur Kirchen­steuer hat in ben Kreisen der Steuerzahler Unruhe, Mißstimmung unb Verärgerung hervor- gerufen. Es liegt beshalb Grund vor, diese An­gelegenheit einmal öffentlich zur Sprache zu bringen, in ber Hoffnung, bah bas Finanz- a m t dadurch Veranlassung nimmt, auf bem gleichen Wege sich zu äußern, nach welchen Grundsätzen Die Veranlagungen erfolgten unb woher es kommt, daß so unendlich viele Fehl­veranlagungen nach oben unb unten statt­gefunden haben. Viele sind zu hoch, biete zu niedrig veranlagt worden, so baß häufig An­gestellte mit geringem Einkommen mehr Kirchen­steuer zu zahlen haben als der Chef. Lehrlinge, Stubenten. Haustöchter mit gar keinem Einkom­men erhielten Steuerzettel u. bgl. mehr. In den letzten Tagen sind bereits viele Berichtigungen erfolgt. Hätte dies nicht bei etwas mehr Sorg­falt vermieden werden fonrren? Die Folgen einer Derartigen Behandlung finb: Sinken des Ver­trauens, das man in früheren Zeiten amtlichen Stellen entgegenbrachte, und unberechtigte Vor­würfe gegen bie kirchlichen. Behörben. bie, wie mir bekannt ist, mit ber Veranlagung gar nichts zu tun haben, aber mit all ben Reklamationen belästigt werden. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, als ob bie Veranlagung in ben einzelnen Bezirken ungleichmäßig unb ziemlich willkürlich vorgenommen worben wär«. Viel­leicht Härt das Finanzamt die Oeffent- l i ch k e i t einmal auf, wie bie Veranlagung im

SonntanSdienst d.Aerzte u. Apotheken am 7.6.27. Dr. Schäffer Frau Dr Marr HirschnvorHefe.

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Sie gebären zu den vielen, die iniolne deS üänblnen Genusses von zu starkem Bohnenkaffee an Rer- uofitnt, -chlaklofigkeii »nd Verdauungsstörungen leiden. Trinken Lie Cuieta statt reinen Bohnen­kaffee ober nehmen Sie wenignenS O-uteta »vm Bohnenkaffee Tie merken übrigen» feinen Unter- schied un Geschmack und Garen viel Geld. Qniia in Mischungen mit 10"» 25" ~ 40",. oder auch ohne Bodnenkaffee. Quieta enthält Kaffeegewürze nach Wiener Art.497c

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