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Feuer am Nordpol.

Technisch-politischer '.Roman aus Der ©egenuxirt Don »arl-auguft do n Lafserl.

9. tfortienung CJtadiörud verboten.-

Nach den hier eingegangenen Nachrichten be­sitzt Nova Thule augenblicklich nicht mehr wie zehn dieser berühmten Flugzeuge. Worum es keine grö­ßere Zahl erbaute. Iaht sich von hier nicht über­sehen. Die Möglichkeit dazu lag vor, denn es sind aus den Fabriken in Uralsk im letzten Viertesiohr ctroa fünfzig Flugzeuge heroorgegangen, die ledig- lich zur Materialbeförderung nach dem Nordlande bestimmt waren. Wahrscheinlich fühlt sich die Re­gierung von Nova Thule in ihrer nordischen Loge so sicher, daß sie keinen stärkeren feindlichen An­griff fürchtet.

Es ist ja auch tatsächlich ein recht schwieriges Problem, vor das Frankreichs Luftflotte gestellt ist. Daß man den Flug von Ostgrönland nach Plotinia durchzuführen vermag, bewies bereits das im vorigen Jahre vernichtete französische Geschwader. Was aber für zwölf Flugzeuge verhältnismäßig einfach ist, wird bereits für die fünf- und sechsfache Anzahl im höchsten Grade kompliziert. Es erscheint ziemlich ausgeschlossen, auch nur 100 Flugzeuge im King-Oskar Fjord für längere Zeit bereit ^teilen. Denn selbst dieser geschützte Hasen kann von plötz­lichen Bergwinden überfallen werden. Andererseits sind mindestens einige Wochen zur Einübung einer so großen Luftflotte in den nordischen Breiten nötig.

Um so merkwürdiger klingen uns mehrfach be­stätigte geheime Meldungen aus Frankreich, wo- nach die für den Angriff auf Nova Thule be­stimmte Luftflotte sogar aus 200300 Flugzeugen bestehen soll. Wie die Franzosen das machen wollen, erscheint völlig rätselhaft. Gelingt es ihnen ober tatsächlich, auch nur mit 60 oder 80 Flugzeugen über Platinia zu erscheinen, dann muß der Sieg ihnen infolge der ungeheuren zahlenmäßigen Ueberlegenheit zufallen.

Jedenfalls macht Frankreich die äußersten Kraftanstrengungen, sich in den Besitz Nova Thules zu setzen. Es hat -die hervorragende Bedeutung die­ses Nordlandes erkannt und muß mit Bestimmt­

heit annehmen, daß die dort gewonnenen Schätze, bie in erster Linie Rußland und Deutschland zu­gute kommen, sich eines Tages gegen Frankreich wenden können.

Dieser Bedrohung gegenüber unternahm die Regierung Nova Thules den sehr geschickten Schach- zug, ein Abkommen mit den Bereinigten Staaten zu treffen, das außer den ueroffenili'd)ten Para­graphen wohl noch eine Anzahl geheimer Ab­machungen enthält. Doch ist zu bezweieln, ob die Union sich direkt einem f ranzösischen Zugriff auf das Nordland widersetzen wird. Frankreich fühlt sich als Hauptsieger im Weltkriege und hat bei allen politischen Verwick­lungen, auch gerade Amerika gegenüber, bisher stets mit Erfolg die Rolle des unnachgiebigen Dik­tators gespielt. Wenn es dazu ausdrücklich betont, daß die amerikanischen Rechte in Nova Thule in keiner Weise angetastet werden, so wird die Union auch diesmal wieder nachgeben, besonders, wenn sie sich einem vollendeten Faktum gegenüber be­findet.

Bis zu einem gewissen Grade beachtenswert ist allerdings die aus mehreren Quellen vorliegende Nachricht, daß verschiedene Flugzeugfabriken der Bereinigten Staaten seit einiger Zeit eine fieber­hafte Tätigkeit entfalten. Es sollen im Auftrage des Kriegsdepartements eine große Anzahl Kampf­flieger hergestellt werden. Soweit unsere Agenten unterrichtet sind, handelt es sich um bereits bekannte Typen, die nur geringfügige Neuerungen aufweisen. Ausgeschlossen ist es nicht, daß die Union sich durch den Besitz einer größeren Luftflotte eine günstigere diplomatische Position Frankreich gegen­über verschaffen will.

Alle Anstrengungen unfcrerfeils. die genauen Konstruktionspläne der Kampfflieger von Nova Thule zu erhalten, scheiterten bisher, trotzdem auch außerordentliche Geldmittel nicht gespart wurden. Die Herstellung der Flugzeuge erfolgt in einer streng bewachten abgelegenen Fabrik in Uralsk, die nur von unbestechlichen deutschen Arbeitern und Ingenieuren betreten wird.

Aussagen von Rusien. die die Kampfflieger in der Nähe gesehen haben, behaupten, es handle sich um Maschinen von großer Tragfähigkeit mit star­ker Panzerung, die gegen das Feuer von Ma­schinengewehren und kleineren Geschützen völligen

Schutz gewähre. Die Tragflächen beständen aus Aluminium und seien so angeordnel. daß auch größere Beschädigungen während der Fahri repa­riert werden könnten

Diese Angaben haben eine gewisse Glaubwür­digkeit. Trotz aller Schwierigkeiten werden unsere Bemühungen eifrig fortgefetzl. doch noch hinter das Geheimnis zu kommen.

6.

Bericht Günthers an Nagel. (Persönlich überbracht durch Flugzeugführer

Gerling-

Frau Linda Stratoff. die sich in einigen Tagen mit ihrem Manne nach Petrolea begeben wird, machte mir wichtige Mitteilungen, die ich Ihnen streng geheim übermitteln soll. Sie behauptet, daß Herrn Sanders, Ihnen und den übrigen deutschen höheren Angestellten Gefahr drohe. Die russische Regierung ist über das Vorherrschen des deutschen Elementes in Nova Thule beunruhigt und hat ernste Verwarnungen darüber an Stratoff ergehen laßen. Dieser scheint ebenfalls der Meinung zu sein, daß die Regierung von Nova Thule sich früher oder später dem russischen Einfluß entziehen wird. Derartige Bestrebungen will er unter allen Um­ständen verhindern.

Zunächsi soll bereits unter den russischen 'Ar­beitern und Angestellten eine geheime Organisa­tion geschaffen sein, die fest zum Bolschewismus steht. Mit ihrer Hilfe beabsichtigt Stratoff eines Tages sämtliche deutschen Führer zu verhaften, um sie unter hem Vorwand, sie hätten die eingegange­nen Verpflichtungen Rußland gegenüber gebrochen, außer Landes bringen zu lassen.

Frau Stratoff billigt die Absichten ihres Man­nes in keiner Weife und erblickt den einzigen Aus- weg aus den sonst unvermeidlichen Schwierigkeiten darin. Sie und Herrn Sanders rechtzeitig zu war­nen. Sie nimmt an, daß es ein leichtes fein wird, unsere Machtstellung bei artig zu vergrößern, daß schon dadurch allein jeder Versuch eines gewalt­samen russischen Eingriffs im Keime erstickt wird.

Direkte Gefahr für das Leben der deutschen Führer soll nach Frau Stratofss Ansicht nicht be­stehen. Falls sie etwas Derartiges vermutet, warnt sie rechtzeitig. Das wird ihr um so leichter möglich fein, als ihr Mann verlangt hat, sie solle das Ver­

trauen von Herrn Sanders erringen, um von die­sem Wichtiges zu erfahren.

Frau Stratoff wollte anfangs diese Eröffun- gen Herrn Sanders persönlich machen. Da sich aber ihre Abreise noch um einige Zeit verschieben kann, so hielt sie es für besser, Sie und Herrn Sanders jetzt bereits durch mich orientieren zu laßen.

Ich persönlich bin der Ansicht daß die 'An­gaben von Frau Stratoff zuverlässig sind. Immer­hin bleibt es höchst merkwürdig, daß /eine Frau in dieser Weise gegen ihren Mann Partei ergreift. Natürlich sind auch mir die Gerüchte von früheren nahen Beziehungen zwischen Herrn S. und Frau St. zu Ohren gekommen. Entweder intrigiert Frau St. gegen ihren Mann, oder sie hat irgendwelche anderen geheimen Beweggründe für ihr immerhin seltsames Benehmen. Jedenfalls möchte ich Sie bitten, auch wenn Frau St. das volle Vertrauen von Herrn Sanders besitzt, sie immer scharf zu beobachten. Eine Frau, die imstande ist. ihren Mann zu verraten, ist auch fähig, jede andere Tat zu begehen. Günther.

Schreiben 'Nagels an Günther.

(Durch Flugzeugführer (Beding.)

Ich habe mit Sanders den Inhalt Ihres letz­ten Berichts genau besprochen. Das Resultat ist folgendes: Ein Konflikt mit Rußland scheint srüher oder später unvermeidlich. Unser Bestreben muß aber darauf gerichtet fein, diese Auseinandersetzung bis nach Erledigung des bevorstehenden sranzö- fischen Angriffes zu verschieben. Dagegen ist es an- gebracht, jetzt bereits die nötigen Vorkehrungen zu treffen, um uns von Rußland unabhängig zu machen.

Die erste Maßnahme hierzu bildet die Ver­legung unserer Nachschubbasis nach Alaska, die auch schon aus technischen Gründen in Erwägung ge­zogen war. Die Luftlinie von Nome bis Petrolea ist nur faft halb so groß als die von Archangelsk nach Platinia. Mr Gould, unser amerikanisches Direktionsmitglied, soll die sofortige Einrickitung eines Etappenhauptortes in Rome in die Wege leiten. Amerika, das uns jetzt durch ein geheimes Abkommen verbunden ift, wird uns in ,?der Wege unterstützen. In spä.estens vier Wochen kann be­reits der Lebensmittelnachschub von Alaska her er­folgen. (Fortsetzung kvlgt.)

&ie$ Wort aus Hausfrauenmund geprägt

zeug/ ran der unerichut/ediehen <3$eleb/hei/ dei einzigartigen Weich mittete.

Persil bleibt

Fortsetzung her

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