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eben, wo man vielfach nur Blockbasalt vorfindet, ist der hiesige Stein in sechseckigen Säulen angeord­net, und zeigt eine außerordentliche Festigkeit. Ein in Darmstadt geprüfter Stein bat mit die größte Druckprobe bestanden. Wegen seiner Festigkeit wird er weithin als Pflasterstein versandt, u. a. bis nach Holland; in den letzten Tagen sind in Langgöns wieder verschiedene Waggons verladen worden. Voraussichtlich wird der Betrieb durch Anschaffung von Maschinen in nächster Zeit noch weiter ver­größert werden. Auch der Kreis bezieht von hier die erforderlichen Steine zur Beschotterung seiner Stra­ßen. Den hiesigen Arbeitslosen ist im Steinklopfen immer eine Arbeitsmöglichkeit gegeben, und einer Anzahl hiesiger Landwirte bietet das Steinfahren einen kleinen Nebenverdienst. Bon Zeit zu Zeit wird der Steinbruch auch von Naturforschern, u. a. von Gießener Professoren, ausgesucht, die nicht selten schöne Funde in Farnblattabdrücken machen können. Am Sonntag hielt der hiesige Kleinkaliber- Schützenverein sein letztes diesjähriges P r e i s s ch i e ß e n ab. Es wurde in zwei Abtei­lungen geschossen. Bei den Senioren wurde Wilhelm Grieb VIII. mit 35 Ringen erster Sieger, von der Jugend Hermann Schöck mit ebenfalls 35 Ringen. Als Preise wurden nützliche Gebrauchsgegenstande verabreicht.

Li ch, 4. Nov. Bei dem kürzlich beendeten Abschießen 1925 des Schütz«ndereinS 1913 erwarb sich mit dem besten Schuh Schütze Wilhelm Kraus die Würde des Schützen­königs. Don den Ergebnissen des allgemeinen PreisschiehenS sind zu nennen die drei ersten Schützen Konrad Schöne, Jakob LI h r h a n und Jakob S ü h e l. Den vier Preisträgern- wurde unter Aushändigung von Urkunden das Königs- bezw. Schühenabzeichen verliehen. Weiter wurden noch mit Preisen bedacht die Schützen: Ludwig Volz 3., Wilhelm Kraus. Hans Süßel, Leopold Mathes, Hermann Uhrhan. Fritz Trechs- ler, Hermann Lemmer, Ludwig Bolz 2.. Heinrich Müller, Karl Schöne, Friedrich Gondolph, Her­mann Süßet, Karl Schmidt, Fritz Häuser, Heinrich Stollenwerk, Wilhelm Schwenk. Heinrich Briegel. Ferner kamen noch 12 Trostpreise zur Ver­teilung. Unter reger Beteiligung der Mitglieder fand am Samstag imHolländischen Hof" bei einem Familienabend die Preisverteilung statt.

D Lich, 4. Nov. Der Vorstand des Der» lehrs ° und Derschönerungsvereins dahier hielt gestern im Rathaus unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Völker eine Sitzung ab. 3n dieser wurde zunächst das Ergebnis des Blumenwettbewerbes festgestrllt. Es wurden vergeben: 3 erste Preise, 4 zweite Preise, 26 dritte Preise und 48 Anerkennungen. Dieses Ergebnis ist als ein sehr erfreuliches zu bezeichnen und beweist, wie gut die Idee der Veranstaltung dieses Wettbewerbs eingeschlagen ist. Infolge dieser Veranstaltung war eine ansehnliche Zu­nahme des Blumenschmucks an Fenster, Balkonen und an Vorgärten zu verzeichnen. Die Damen der Preisträger werden noch nicht veröffentlicht, sie sollen in einer in Kürze stattfindenden General­versammlung unter gleichzeitiger Verteilung der Preise bekanntgegeben werden. Erfreulich ist die Tatsache, daß es dem Bürgermeister gelungen ist. gleichzeitig mit dem Weihnachtsmarkt eine Geflügelausstellung nach unserer Stadt zu bekommen, die in der Turnhalle statt- finden soll. Der Markt wird eine besondere An­ziehungskraft auch noch dadurch erhalten, daß der Verkehrs» und Derschönerungsverein einen Schaufen st erwettbewerb veranstaltet. Die besten Schaufensterausstellungen sollen mit Preisen bedacht werden.

* Bellersheim, 4. Hob. Obwohl in einer Gemeindeversammlung durch eine Vorwahl dem seitherigen Gemeinderat mit großer Mehrheit das Vertrauen aus­gesprochen wurde, um einen Wahlkampf zu ber» r meiden, ist doch noch ein zweiter Wahlborschlag aufgestellt worden. Dadurch wird es also auch -hier zu einem Wahlkampf kommen.

Kreis Friedberg.

£ Rieder-Flor st adt, 4. Nov. Die neue Autohalle ist fertiggestellt und soll in den nach- sten Tagen in Benutzung genommen werden. Die Schäden des vorletzten kalten Winters wurden, erst dieses Jahr an den Obftbäumcn recht sichtbar. In verschiedenen Lagen, besonders an Nordabhängen, sind viele Bäume eingegangen. Mancher Obstzüchter hat dadurch bis zur Hälfte seines Baumbestandes eingebüßt. Als besonders widerstandsfähig gegen die Kälte haben sich nach hiesigen Erfahrungen die rauhen Sorten erwiesen. An einem Baumstück mit 20 Stück etwa 15 Jahre alten Bäumen gingen 15 ein alle Schöner von Boskoop, die fünf, die nicht erfroren sind, tragen einen gewöhnlichen unbestimmbaren Apfel. Auch Bäume, die im Jahre 1923 reich getr gen hatten, wurden vom Frost mehr beschädigt wie solche, die in diesem Jahr ruhten. An vielen Bäumen sind nur

zart, dem ersten Romanttker voll dämonischer Kraft, nicht der apollinische Götterliebling, wie man ihn ost hinzustellen versuchte. Ein Kämpfer um seine Selbständigkeit, ein Kämpfer für den deutschen Stil, im SingspielDie Entführung aus dem Se­rail", als deutsche Oper:Die Zauberflöte". Im Rheinland aufgewachsen, wird Beethoven doch erst in Wien der titanenhafte Vollender und Weg­weiser für die Zukunft. Schubert schafft das deutsche Lied, als Symphoniker dxr Lyriker im Gegensatz zur dramatlschen Wucht und (Spannung Beethovens.

Die Romantik baut eine im Innern erstehende Well auf; der Künstler wird zum transzendentalen Erschauer, übererregt, übernervig und darum sich früh verzehrend. Die Verbundenheit der Künste läßt die Idee des Gesamtkunstwerks erstehen; der Mu­siker wird zum Schriftsteller (Weber, Schumann, Wagner, Cornelius, H. Wolf, Psihner). Man sucht zum geistigen Austausch und Annäherung in ästhe­tischen Zirkeln, Weinstuben (Lutter und Wegener, Eafs Josty). Die Aefthetik jener Zeit betont das Somnambule, Unmittelbare des Schaffensprozesses. In den musikalischen Mitteln steigert sich die Chromatik bis WagnersTristan", die Dissonanz wird zum Ausdruck physischer Spannungen, statt bestimmter Kadenzenstruktur ein Verzögern, Auf- lockern, die melodische Linie löst sich auf durch Syn­kopen, Ausdrucketriolen; die Form weitet sich und verliert so an zwingender Fettigkeit. Die Instru­mente gewinnen immer Eitzencharakter und werden zum Träger bestimmter Farben.

Hatte bei E. T. A. HoffmannsUndine" das dichterische Wollen trotz allem das musikalische Können hinter sich gelassen, so wurde dieroman­tische" Oper durch WebersFreischütz" zugleich zur nationalen Tat.

Mendelssohn-Bartholdy, ein klassi­zistischer Romantiker, in feiner Form glatt, aus» geglichen, ber Virtuose, aoer nicht im Vermögen

die unteren Aeste erfroren, während die Krone weiterlebt. Die Baumzüchter wollen ihre Bestünde wieder ergänzen. Wenn einige auch nicht mehr selber auf eine Ernte von den jungen Bäumen rechnen, so arbeiten und sorgen sie damit doch für ihre Nach- kommen, so wie ihre Väter weitsichtig für sie ge­sorgt hatten.

Kreis Büdingen.

!! Büdingen, 4. Aov. Die Gemeinden Bindfachsen, Himbach, Kefenrod und Michelau brauchen für das Rechnungsjahr 1925 keine Gemeindeumlagen zu er­heben. Die Bedürfnisse werden aus den Erträg­nissen des Gemeindevermögens gedeckt. Reben den bereits geplanten Postautolinien Bü­dingenLangenbergheim u. BüdingenMerken- fritz sind jetzt Verhandlungen über eine neue- Linie von Ulfa nach Merkenfritz über Aidda,

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für die Samstagsnuinmer können nur bis Freitag vormittags verbindlich angenommen werden. Zwecks wirksamer Satzausftattung erfolgen Bestellungen zweckmäßig bereits im Laufe des Donnerstags

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Wallernhausen, Fauerbach, Glashütten. Stein­berg im Gange. Di« Post hat sich bereit erklärt, die ßinie einzurichten, wenn die fraglichen Ge­meinden die Garantie übernehmen.

Bübingen, 4. Aov. Aach der Zählung vom 3unl d. 5. beträgt die Einwohner* zahl unseres Kreises 43126. Don den vier größten Plätzen zählen Büdingen 3488, Aidoa 2283, Echzell 1602, Düdelsheim 1424, von den beiden kleinsten Grund- Schwalheim 47 und Dösgesäß 97 Ein­wohner.

?" Aus dem Ai dda tal, 4. Aov. Die fleischigen Speisekartvffeln, insbesondere die empfindliche2n d u st r ie", die während der schweren Regentage im Herbste noch m der Erde waren, zeigen jetzt im Keller einen er­schreck en d hohen Prozentsatz von faulen Knollen. Kaum ein Fünftel erweist sich als gesund. In den meisten Fällen ist der ganze Rand in der Stärke von 1 Zentimeter an­gefault, aber man trifft auch solche, bei denen die Fäulnis sich auf die ganzen Knollen erstreckt. Sie können nur zur Fütterung Verwendung fin­den. Die frühzeitig ausgemachten Speisekartoffeln sind im Gegensatz dazu gesund. Auch die weniger empfindlichen Sorten zeigen selten angefaulte Knollen und haben damit den Beweis erbracht, daß sie auch längere Regenperioden verhältnis­mäßig gut zu überstehen wissen.

Kreis Schotten.

X Schotten, 4. Aov. Aach einer Bekannt­machung der Bürgermeisterei liegen für die G e- meinberatswah l 6 Wah lvvrschl2g e vor, 2 gehören der sozialdemokratischen Partei­richtung an. einer der demokratischen und 3 sind als parteilos zu bezeichnen. Unter den Bewer­bern gehören 9 dem seitherigen Gemeinderat an, während die große Zahl der anderen sich zum ersten Male um die Ehre bewirbt, das Wohl der Stadt als Mitglied des Gemeinderates zu fördern. Man darf auf den Ausgang der Wahl sehr gespannt sein. Wie so oft schon in diesem Jahre, regnet es auch jetzt wieder im Vogelsberg. Das Gelände ist aufgeweicht, die Ausübung der Jagd ist Heuer kein reines Vergnügen. Das Ergebnis der seitherigen Treib­jagden ist als kärglich zu bezeichnen. Es fehlt zwar nicht an dem Eifer der Jäger, aber das Wild ist zu schwer herauszubringen. Füchse scheinen in größerer Zahl vorhanden zu sein, aber auch von ihnen sind bisher nur wenige er­legt worden. Hoffentlich hat das Wetter bald ein Einsehen und läßt die Waidmänner zu itjrem Rechte kommen.

Ober- Seemen, 2. Aov. Die evan­gelische Volksgemeinschaft hatte für gestern nachmittag zu einer Versammlung in der Gastwirtschaft Kneip eingeladen. Aach kurzer Begrüßung durch Psa:;er Weidner, Oberlars, sprach zunächst ^Bürgermeister Völker, Cid), der Spitzenkandidat der Provinzliste. Er ent­wickelte in Hajen, verständlichen Ausführungen die Richtlinien und Ziele der Volksgemeinschaft und erntete für seine Darlegungen reichen CBei- iwnrr ..............................................

fall. Landwirt ©cum, Fauerbach bei Aidda, legte als zweiter Redner 6a;, daß gerade auch für den Bauernstand durch die neue Bewegung eine Partei geschaffen sei, die seine Belangt durchaus vertrete. Sodann sprach Pfarrer Weidner, Oberlais, über die Gründe, die die Gründung der evangelischen Volksgemeinschaft in Deutschland nötig gemacht hätten. Auch dieser Redner erntete, wie Landwirt ©cum, den vollen Beifall der Versammlung. Kirchenvorsteher A i e s, Oberseemen, gab in einer kurzen An­sprache seiner Freude darüber Ausdruck, daß endlich auch die Evangelischen sich zu einer Volksgemeinschaft zusammenschließen wollen, um evangelische Interessen im öffentlichen Leben wirk­sam vertreten zu können.

Kreis Als?ew.

-er. Homberg a. d. Ohm, 3. Nov. Gestern hat die neu errichtete Filiale der Bezirks­sparkasse Alsfeld hier ihre Räume dem Ver­kehr eröffnet. Zur Eröffnung mnren einige Herren von Alsfeld erschienen, darunter der Direktor der Bezirkssparkasse, Justizrat N e h. Ferner waren einige Herren von Homberg zu der Feier einge- laden. Nachdem man den offiziellen Teil dieses Aktes in den Geschäftsräumen erledigt hatte, fand im Frankfurter Hof bei einem Glase Bier eine kleine Nachfeier statt. Unser Volksbil- dungsverein wird auch im kommenden Win­terhalbjahr seine Tätigkeit wieder aufnehmen. Aus diesem Grunde wurde in einer besonderen Ver­sammlung das Programm für den Winter festge­legt. Wie in früheren Jahren werden sich auch dies­mal wieder einige Damen und Herren sowie die Vereine in den Dienst der guten Sache stellen.

*1* Merlau. 4. Aov. Im vorigen Jahr hat der Ortsvorstand den Zuschuß der bürger­lichen Gemeinde zu den Kosten der Kirche abge­lehnt und Kirchenvorstand und ©emeinbeDertre- tung haben infolgedessen beschlossen, Ortskir- ch e n st e u e r zu erheben. Der Voranschlag für 1916 wurde demgemäß ausgestellt. Es ergibt sich daraus ein Bedarf von etwa 2 0 0 0 Mark für die Kirchengemeinde. Für Ausbesserung der Kirche und des Konfirmandensaales mußten für Merlau etwa 400 Mark, für Llbtragung und Verzinsung der Landeskirchlichen Umlage, die in 3 Jahren bezahlt werden soll, nahezu 500 Mark eingestellt werden. Wenn nun die staat­liche Bestimmung, wonach an Ortskirchen steuer nicht mehr als 15 Proz. der Einkommensteuer erhoben werden darf, bestehen bleibt, so kann die Kirche nur 825 Mark Kirchensteuer erheben. Diese reichen noch nicht einmal für die landes-- kirchliche .Umlage und die notwendigen Arbeiten an Kirche und Konfirmandensaal. Für Orga­nisten-, Rechner- und Kirch endienergehalt, sowie für den ganzen übrigen Bedarf der Kirche fehlen die Mittel. Wie alle Kirchengemeinden mit Orts­kirchensteuer kommt auch die unsrige in eine un­erträgliche Lage, wenn nicht die Sperr be- stimmung bezüglich der 15 Proz. aufge­hoben oder die Steuergesehe so geändert wer­den, daß die bürgerliche Gemeinde den Fehlbetrag der Kirch» ohne Benachtelligung eines Teiles der der Steuerzahler wieder übernehmen kann. Der Staat wäre zu einer solchen Regelung schon des­wegen verpflichtet, weil die Kirchengemeinden durch Ausnahme von Kriegsanleihen mittellos geworden find.

Kreis Lauterbach.

<5 Schlitz, 5. Nov. Der hiesige Gesang­vereinHarmonisches Kränzchen", einer der ältesten hessischen Gesangvereine, der im Hessischen und im Deutschen Sängerbünde organi­siert ist, kann im nächsten Jahre auf ein 70jäh- riges Bestehen zurückblicken. Aus diesem An­laß veranstaltet er unter dem Protektorate des Grafen von Schlitz gen. von Görtz in den Tagen vom 3. bis 5. Juli 1926 einen nationalen Gesangswettstreit. Die Einladungen dazu sind schon vor Wochen ins Land hinausgegangen. Von einer größeren Anzahl von Vereinen liegen bereits Zusagen vor. Nach allem Brauche sind auch in diesem Jahre wieder zwei oollbela- dene Waggons aus den Gemeinden des Schlitzerlandes an das Elisabethen st ift i n D a r m st ä d t abgegangen. Die Liebesgaben setzen sich aus Früchten des Feldes und sonstigen Ge­schenken zusammen.

Starkenburg.

* Darmstadt, 4. Aov. Sn Trebur im Kreise Groß-Gerau, wo die Sozialdemo­kraten bei den letzten Wahlen Über 700 Stimmen erhielten, haben sie jetzt bei der Bürgermeisterwahl eine schwere Niederlage erlitten. Der seitherige Bürger­meister Dörr erhielt 840, der sozialdemokratische Bei^eordne e Feutner nur 512 Stimmen.

Griesheim b.Darmstadt, 4. Aov. (WSN.) Während be3 Griesheimer Marktes hat ein aus

der deutschen mystischen Straft für die Gestaltung langsamer Sätze.

Schumann der echte suchende Romantiker, weltverloren, der Tonpoet, stürmend, drängend; sein Ende das Walten eines dämonischen Geschickes.

Richard Wagner wird zum Vollender des deutschen Musikdramas; eine Natur, deren Erschöp­fung und Ausschöpfung noch die heutige Zeit immer wieder vor Probleme stellt. Im Kampfe gegen eine Schar von Gegnern wurde er unter der Wucht der Verhältnisse doch zum Erfüller.

Franz von Liszt führt diecharakteristische" Ouvertüre Beechovens, Webers, Mendelssohns zur reinen Programmusik fort, indem er Aufbau und Durchführung dem Verlauf des dichterischen Vor- wurss anpaßt. Die Fortschritte Wagners in der Or­chesterbehandlung vereint mit religiöser Versunken­heit und Jnnenschau. Anton Bruckner, dessen Symphonien, wahre gewaltige, fast gigantische Ko­losse, sich der Gegenwart jetzt erst erschließen; Beet­hoven dergroße Ethiker, Bruckner dergroße Religiöse" der deutschen Symphonie.

Johannes Brahms wird zum geistigen Füh­rer jener Gruvpe, die sich denNeudeutschen" ent« gegenstellen. Zwar Norddeutscher von Geburt, ist er doch der jüngste der Wiener Großmeister; ein ehrlicher Kämpfer und Sachwalter für den Klassi­zismus im Zeitalter fortschrittlicher Hochromantik.

Die lüngfte Vergangenheit steht zum Teil im Gefolge Richard Wagners. Hugo Wolf, denmo­dernen" Liebst«! schaffend, Wort und Ton in ihrer wechselseitigen Beziehung bis zur letzten Konse- mienz durchführend; Humperdinck als persön­licher Schüler Richard Wagners. Richard Strauß vermochte als einziger das Problem des Musik­dramas über Wagner hinauszuführen und wurde in feinen symphonischen Dichtungen der Vollender der Programmusik. Gustav Mahler dehnte die Fon.', der Symphonie bis zum abendfüllenden Werk, oft unter Aufbietung eines riesenhaften Appa­rates:Die Symphonie der Tausend". Max von

Schillings, ein Kind des Rheinlands, erreichte mit feinemHexenlied" den Höhepunkt des Melo­drams, unter seinen Opern gewinntMona Lisa" jährlich mehr Freunde. Hans P f i tz n e r , in Frankfurts musikalischem Kulturboden ausgewachsen, ist ein Eigener auf seinem Wege, ein Spätroman­tiker. In seinem Liedschaffen hat er die Welt Eichen­dorffs nach neuen Richtungen hin erschlossen; eine R. Schumann stark verwandte Seele. In seinem Ooernschaffen hat er die Grenzen seiner drama­tischen Kraft verkannt und mehr symphonische Werke mit Buhnenhandlung gegeben, obwohl gerade sein selbstgeschriebener Text zumPalestnna" eine Menge dichterischer Feinheiten birgt.

Bernhard Sekles (Frankfurt) wurde zum Theorielehrer unserer Zeit. Sein leider zu früh ab­berufener Schüler Rudi Stephan (28jährig, ge­fallen 1915 in Galizien) war sicher berufen, einer unserer Führer zu werden; seineMusik für sieben Saiteninstrunuttue",Musik für Orchester',Musik für Geige und Orchester", seine erst in jüngster Zeit erkannte OperDie ersten Menschen" gaben uns die Hoffnung dazu. Und inmitten dieser neutönenben Musik Arnold Mendelssohn- Darmstadt, unent­wegt seinen alten Adealen folgend.

Wie auf anderen Kunstgebieten machten sich schon um die Jahrhundertwende Anzeichen für eine Ab­kehr vom Hergebrachten bemerkbar. Man vermochte die allen Formen nicht mehr mit Leben zu füllen. Um aber nicht in Formalismus zu erstarren, suchte man Neuland. Die Anregungen für die bildende Kunst gingen vom Westen aus, wo im Impressio­nismus uns eine neue Art künstlerischen Erschau­ens heranreifte, und der in der zum raffiniert Tech­nisch-Artistischen hinneigenden französischen Kunst seine Vollendung fand (Debussy). An die Stelle der Tonalität, die der Form die ausgeglichene Festig­keit verlieh, trat die klangliche Auflösung in Einzel­heiten, Episoden; die Akkorde wurden durch Hinzu­fügen weiterer Obertöne farbreicher, schimmernder, glitzernder. Die Verwandtschaft der Akkorde unter-

Mainz stammender Gast auf Grund einer Wettr vierPsundwarme Fleischwur st bei nur 4 0 Gramm Brot verzehrt und fcayt fünf Flaschen 21er Wein getrunken'. Den Büttel­bornerEßkünstler", der nur drei Pfund Wurst und 50 Gramm Brot verzehrte, hat er damit beträchtlich geschlagen.

WSN. Heppenheim, 4. Nov. Die Arbeiten zur W i e d e r h e r ft e l t u n g der Starken- bürg, der wegen starker Baufälligkeit gesprengt worden war, schreiten rüstig vorwärts. Auch die Stadtverwaltung von Bensheim hat jetzt einen Zu­schuß zu den Baukosten bewilligt.

Rheinhessen.

WSN. 'Diaina, 4. Nov. Ein hiesiger zwölf­jähriger Schuler wurde in einer hiesigen Kirche von dem Kirchendiener dabei überrascht, als er den 0 p f e r st o ck seines Inhalts berauben wollte. Bei seiner Vernehmung vor der Polizei gab er glatt zu, daß er schon mehrere derartige D i e b st ä h l e verübt habe, lind zwar habe er diese während des Religionsunterrichts ausgefiihrt, dem er nicht beizuwohnen brauchte.

Preußen.

Dillkreis. ~ --

bl. Sieinbach, 4. Nov. Unsere Gemeinde be­absichtigt, ein neues Schulgebäude zu er­richten. Wenn alles geklärt und vor allen Dingen die Mittel bereitgestellt sind, soll im nächsten Früh­jahr mit dem Bau begonnen werden.

dl. Herborn, 4. Nov. In unserer Stadt soll eine Jugendherberge errichtet werden, die 40 männlichen und 40 weiblichen Personen Unterkunft gewahrt. Vorgesehen ist ferner, das Hans recht ge­diegen auszustatten. So soll eine Küche mit einer Badeanstalt hergerichtet werden, ferner will man dem Wärter eine Wohnung zur Verfügung stellen. Der steigende Wanderverkehr zum Westerwald und Arial machte die Schaffung einer geeigneten UnterkunftsmÜglichkeit notwendig.

bl. Dillenburg, 4. Nov. In der hiesigen A m t s a p o t h e k e wurde in der Nacht auf Mon- tag ein verwegener Einbruchsdieb stahl aus« geführt. Der oder die Diebe drangen nach Los­lösung der Gitter von hinten durch die Fenster in die Wohnung ein, durchstöberten einige Räume, wobei ihnen etwa 250 Mk. Bargeld in die Hände fielen. Man nimmt an, daß Hauskundige in Frage kommen.

Frankfurt a. M. und Umgegend.

WSN. Frankfurt a. M., 4. Nov. Zu Ehren des verstorbenen Reichspräsidenten Ebert ist vom Magistrat die verlängerte Bismarck-AlleeEber t- tt ra he" benannt worden. Im Baublock der Aktiengesellschaft für kleine Woh­nungen zwischen der Löwengasse und der Saal- burg-Allee sollen innerhalb des laufenden und des nächsten Jahres 433 neue Wohnungen er­richtet werden. In dem neu zu errichtenden Häu­serblock ist auch die Errichtung eine Kinder- g a r t e n 5 und einer Kinder liegehalle vor­gesehen. Die Gewährung von Prämien für die Freimachung von Wohnungen hat in der Zeit vom 15. Februar bis 30. September d. I. dem Wohnungsmarkt 234 neue Wohnungen ^geführt, die 18 Ein-, 80 Zwei-, 90 Drei-, 37 Vier-, 12 Fünf-, 6 Sechs-Zimmerwohnungen und eine Siebenzimmerwohnung umfassen. Da hiermit die vorhandenen Mittel aufgebraucht sind, hat der Magistrat entsprechende Neu'bewilligung beschlossen. Die Unterstützung der Frankfurter Künstler durch Erteilung künstlerischer Aufträge, die von der Stadtverwaltung schon seither ausgeubt wurde, hat sich infolge der Fottdauer der ungün­stigen Verhältnisse weiterhin als notwendig erwie­sen. Der Magistrat wird deshalb bei der Stadtver­ordnetenversammlung beantragen, für den gleichen Zweck für das Jahr 1925 noch 50 000 Mk. zu be­willigen und in den Etat 1926 den Betrag von 100 000 Mk. einzustellen. Nachdem durch Erlaß des preußischen Finanzministers eine wesentliche Einschränkung der Erhebung von Verwaltungs gebühren für Angelegen­heiten der Wohnungszwangsbewirt­schaftung eingetreten ist, sind die noch zu erwar­tenden Gebühreneingänge so gering, daß der Ma­gistrat beschlossen hat, die noch zulässigen Gebühren für Angelegenheiten der Wohnungszwangsbewirt- schaftung außer Hebung zu setzen.

WSN. Fechenheim, 3. Nov. Der G e - m e i n b e r a t hat in seiner letzten Sitzung beschlos­sen, zwecks weiteren Ausbaus und Umbaus des Elektrizitätswerks eine Anleihe von 250 000 Mk. aufzunehmen. Ferner wurde der Er­höhung des Strompreises von 30 auf 35 Pf. zu-> geftimmt. Die demnächst ins Leben tretende A u t o Verbindung OffenbachVilbel wurde begrüßt und der auf Fechenheim entfallende Anteil übernommen.

einander wurde abgeleugnet, der Akkord wurde zum Klangfarbenflecken. Zuerst empfand man den Reiz der Neuheit, das nervös fragte; aber ein Zu­viel mochte den Hörer bald abstumpfen lassen. (Franz Schreker, der in seinen Opern dem Klang- ideal Debussys gefolgt war, sucht jetzt neue Wege.)

Als das Akkordliche sich nicht mehr als aus­druckskräftig und abwandelbar erwies, wandte man sich dem Linearen zu, in der bewußten Anders­führung der melodischen Linie, unbekümmert um die sich eraebenben Zusammenklänge, den altherge­brachten Klangmöglichkeiten bewußt ausweichend. An die Stelle der diatonischen Leiter rückte man die Ganztonleiter; man spaltete die temperierten zwölf halben Stufen in Vierteltöne; man drehte sich im Zirkel der 12 halben Stufen nach jebpr Richtung und verlor jegliches Tonalitäts- und Finalgefühl (man schrieb atonal: I. M. Hauer). Man stellt mehrere Tonarten gleichzeitig gegeneinander und dgl. m. In allen diesen Versuchen könnte man geneigt sein, Ausdrucksmittel höchstgesteigerter romantischer Gesühlsimpulse zu sehen; aber leider entpuppen sie sich meist als rationalistische Geistesprodukte, einem Gewollten nachzugeben: Expressionismus, gar Kubismus in der Verzerrung. Der Kreis um Schönberg- Wien: Alban Berg, A. von Webern, Krenak (neuerdings ein Schüler von Schrecker, Berlin); von den impotenten Oe st- lingen ganz zu schweigen.

Daß solche Versuche in der Hand eines wirklich Schaffenden künstlerischer Taten fähig sind, beweist uns Hindemith- Frankfurt, der Schüler von 21. Mendelssohn und Sekles. Mag man auch noch nicht in seinen Werken ein letztes zu bejahendes Ziel er­blicken; vielleicht wird gerade ein solcher Umweg die Klangideale, die uns zu abgegriffen erschienen, in absehbarer Zeit für uns mit neuem Wert er­füllen. Dann hat auch solch ein 'Abweg feine innere Berechtigung erwiesen. Daß die Wendung zum Wohlklang zurück nicht mehr fern steht, dafür zeugte das letzte Tonkünstlerfest. -in-