Ausgabe 
4.9.1925
 
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!tet ®l°li unb Frau mW Sirlanb, iub unb En!a gewun, 1 gerämigen und bt. !J nahezu 70 Mflcn. Minen, herzlich tnill. *g hotten sich rin« ^uhl. bet Leigend, c SrMmdetatimtgli». Friedrich Lieht, lovir r Aheiitsutth und ahrt ging zunächst w o den Teilnehmern btt Zur Krone von fiarf >en gereicht wurde, bet teile die Stadt Kirtmt icht einseitig orientira Ledcutung einer Dv Main-Deser«2ahn c- icksahrt wurde nochmit nachts während sich btt >n der Gemeinde M, elegten Broten ftärt'^

in einem Lilo m Erbenhausen arb len. Den WsW H bildete daS Festmahl, bereitet hatte. Gegen uto$ bit autoätiam on verlaufenen Wabe* Steile. Tun per« lmätzigund flün» A am Tag zwl» itchhain und > FhteMchl btt bt*« von btt ihnen z. T. ingebottnen unb betet- ng reichlich Gebrauch

ulerbach.

Sept. Au; der N isliyung ist * i die Tagesordnung «' Lürgemeister DaU- ^ordneten Dover, in Betvacht kommenden irägemcinbeotbnuna unb «rt r°»«L S« «ff t und Mitarbeit m^r

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craoroerwaltunfl tDärmftcu Dank aus und pibt davon Kenntnis, dah er ihm bereite ein dies- bezügliches DanNchreiben übersandt habe. So­dann beschäftigte sich ber Stadtvvrstaird mit der Vergebung der Schlosser- und Jn« ltreicheraraeiten f ü t den He ubau in der Rdolvb-SpieS-Straße. Aach Prü­fung der eingelaufenen Angebote wird be- schlosse», die Schlosserarbeiten den Schlosser- mciftem 011 e r 6 e i n Wiechard und Gode und die Anstreicherarbeiten den Lackierermeistern Siemsen Denzel 4 Axthelm und D. Dolf zu übertragen. (8in Geluch der Firma Johann Henkel 2. um Ueberlassung eine« Bauplatzes in der Bahnhosstraße neben dem Bureau wird genehmigt, jedoch unter der Bedin­gung, daß sich Henkel verpflichtet. der Stadt einen anderen gleichwertigen Platz zur Verfügung zu stellen. Öleid)zeitig wird da» Gesuch des Ludwig Denzel um Abgabe eine.» Tau* platze- im Cüdenteil unter den üblichen 'Bedin­gungen genehmigt. DaS Dach auf dem Volksschulhaus ist noch mit alten Hohl­ziegeln gedeckt und bedarf einer dringenden He- taratur bzw Veuemdeckung D e Arbeiten sollen den hiesigen Dachdeckermeistern übertragen wer­den 3m weiteren Verlaus der Sitzung er­stattet der Bürgermeister Bericht über den Stand der m Auslicht genommenen und bereits in einer im 3uli ftattgefunbenen Sitzung besprochenen Autolinren-Projekte. worauf die für die Linie Lauterbach StockhaulenFreiensteinau ge- lorderte erhöhte öarantielumme bewilligt wird.

Die vor einigen Vagen begonnene Tlcuauf- ftellung deS BrandkatasterS hat die Benen­nung verschiedener Strasten erforderlich gemacht Der Stadtvorstand beschließt, den Ab­zweig Dom Steinweg nach dem Eichberg Am (Siebberg, die Straste der städtischen Häuser -wi­schen Rockelsgasse und Schober-Querstraße und den Abzweig links von der Altebergstraste mit Hastnente-chstraste zu bezeichnen - AlS Schutt- ablageplay wird daS städtische Gelände am Knöppsack und am Galgen zur Verfügung geftellt. Alle übrigen seither benutzten Plätze, wie Wasch- trbetoeg, Große Au usw. werden für diese Zwecke gesperrt. Zuwiderhandlungen sollen unnachsicht- lich zur Anzeige gebracht werden. Bezüglich der Pflasterung des SteinwegS und der H i n t e r g a f f c wird beschlossen, das erforderliche Steinmaterial für beide Strahen baldigst anzu- faulcn und mit den Pflasterungen im Frühjahr 1926 zu beginnen. Am Schlust der Sitzung beschäftigte sich der Stadtvorstand erneut mit dem Ausbau der Stadtmühle. Oberingenieur Gudernatsch Darmstadt, hält als Sachver­ständiger zunächst einen sehr interessanten Vor­trag über den schon wiederholt besprochenen Aus­bau de« Lauterkraftwe r k s und erläuterte gleichzeitig noch andere Möglichkeiten zur Er­zeugung elektrischer Energie. Sodann geht der Redne - auf den eigentlichen Ausbau der Stadt­mühle über und empfiehlt an Hand eines aus­gearbeiteten Gutachtens den Ausbau dieser Mühle. Vach eingehender Aussprache wird nach den Vorschlägen des Sachverständigen beschlossen.

etartenburfl und Rheinhessen.

Offenbach. 3. Sept. Vach einer vor- läufigen Feststellung deS Statistischen Amtes der Stadt Offenbach wurden als Einwohner ermittelt (die Zahlen für 1910 sind in Klammern beigefügt): Evangelische 44161 (42 912), Römisch- Ka'.holilche 27 4.36 (27 280), Alt-Katholische 825 (717), Israeliten 1555 (2361) Freireligiöse i Deutsch-Katholische, 2671 (2084), Sonstige 702 (109), keiner Gemeinschaft angehörend 1412 (120). Unter den Evangelischen sind 693 Französisch- Veformierte gezählt. Offenbach ist unter den hessischen Städten wohl diejenige, die in Bezug auf das Glaubensbekenntnis ihrer Bevölkerung am bemerkenswertesten ist. Zu beachten ist die verhältnismäßig geringe Zunahme der Katho­liken unb die Abnahme der Israeliten. Unter den Sonstigen" zeigt sich der Einslust der Sekten: die starke Zunahme derer, die keiner Gemein­

schaft angehören, ist eine Folge der KirchenauS- trittsbewegung unmettelbar nach der Revolunoi'

fpd. Offenbach a. HL. 3 Sept. Der Kauf­mann Karl B o n r h c » n überraschte vor etwa einer Doche in feinen DirtschaftSräumen einen Einbrecher Aus dem Dege zur Polizei feuerte der Dieb auf den Kaufmann und verletzte ,hm den Arm erheblich. Der Dieb floh bann im Dunkel der Vacht. Als Täter ermittelte die Polizei jetzt den 33jährigen Arbeiter Ru­dolph M'chel, der. um den Verdacht von sich abzulenlen. sich zum Antritt einer Gefäng­nisstrafe am Morgen nach dem Einbruch auf dem hiesigen Amtsgericht gemeldet hatte. ES gelang aber. Michel durch aufgefundene Finger­abdrücke der Tat zu überführen

Kreta Wetzlar.

rtr Detzlar. 1 Sept Heute vormittag fand hier unter Beteiligung sämtlicher Schulen im Stadion em Iugendsportfest statt. Sehr wirkungsvoll waren die OT a I fenf teiübungen. die nach den Klängen deS Deutschlandliedes aus­geführt wurden. Daran schlossen sich die Einzel- wetikämpse im Hoch- und Wensprung. sowie im Ballwersen und Laufen. Ilm 1 ,1 Uhr fetzte die PreiSverteilung ein. viele Teilnehmer wur­den mit Diplomen beglückt

V Wetzlar 3. September. Endlich rnllcn einige Straheteile unserer Stadt, deren schlech­ter Zustand schon lange zu Klagen Anlast gab. einer Veupflasterung unterzogen werden. Es kommen in Betracht die Silhöferstrahe vom Silenmarkt bis zur Güllgalle und die Fahrbahn auf dem Buttermarkt bi« zur Kirchgaffe. In den letzten Tagen lind bereits die HauSanfchlüfse auSgebefsert worden, so dast nun mit dem Auf­bruch der Straste begonnen werden kann.

V Lützellinden, 3. -September. Der letzte Sonntag war den Kindern unserer Klein­kinderschule gewidmet Zahlreiche Ge­meindeglieder und auswärtige Gäste hatten sich mit ihren Kindern auf grüner Diele am sonni­gen, warmen Vachmittag versammelt. Begleitet von der Musik des Posaunenchores, marschierte eine groste Kinderschar mit ihrer treuen Hüterin. Schwester Luise, auf den Festplatz, wo sie auf kleinen Bänken Platz nahm. Die kleinen Mädchen mit grünen, blumigen Kränzchen im Haar und die rotbäckigen Buben mit Sträustchen an der Brust boten ein reizendes Bildchen. Vach gemeinsamem Gesang begrüßte die Kinderschar die Festgemeinde mit lieblichem Kindergruste. Herzerquickend klang aus fröhlichem Kinder- munb das Lied:Geh auS mein Herz und suche Freud!" In Vertretung von Pfarrer Kock hielt Pfarrer Thrautig eine Ansprache. Es folgte dann eine Reihe niedlicher Spiele der Kleinen unter Leitung von Schwester Luise, ^err Altenheimer verschönte das Fest durch einige Gesangsdarbietungen des gemischten und des Frauenchores, die seiner Leitung oblagen. Die Gemeinde Lützellinden hat bei der Feld­bereinigung einen Platz abmessen lassen, auf dem eine neue Kinderschule erbaut werden soll.

Hcfscn-Nafsart.

bl. Dillenburg, 3. Sept. Als ein Zeichen der regen privaten CB a u t u ft mag die Tat­sache gelten, dast in diesem Jahre im Dilllreise 800 Wohnungsneubauabnahmen vor­zunehmen sind. In der jüngsten Stadtver­ordnetenversammlung wurde beantragt, jährlich 50 bi« 60 Wohnungen unter Regie der Stadt und Zuhilfenahme von öffentlichen Mit­teln zu errichten. Anfang Oktober wird sich eine besondere Sitzung hiermit befassen.

Die Sanaucr Typhusepidemie.

Vach einer Blättermeldung aus Hanau hat die Typhusepidemie nunmehr 19 Todesopfer gefordert. Im ganzen befin­den sich jetzt 130 Personen in ärztlicher Be­handlung.

Kunst und Wissenschaft.

Beileidskundgebungen zu Michael Dallings Tod.

Darmstadt. 3. Sept. Der Präsident des Hessischen Landtags Adelung hat an Frau Ball ing nachstehendes Telegramm ge­sandt

.Die Vachricht von dem unerwarteten Hm- scheiden Ihres hochvmehnen Herrn Gemahls, des großen Künstlers Michael Basting hat im Lande tiefe Trauer teroorgerufen Die Welt der Töne hat einen ihrer Bedeutendsten ver­loren Ihnen und den Ihren entbiete ich mein herzlichstes Beileid" Adelung. Präsident des Hessischen Landtags

In einem Vachruf drS LandeSthea- t e r S beißt es:

Das Landestheater oerhert in Michael Balling. der seit dem 16 März 1919 dem Verbände angebörte, einen Dirigenten grosten Stiles und einen Künstler, dessen Ruf europäische Bedeutung hatte und sich auch in Amerika und Australien Geltung zu verschaffen wußte Aus­gerüstet mit einer naturgewachsenen Musikalität unb nie rastendem Fleih bat sich Michael Bal- ling stetig fortschreitend, aus bart er Jugendzeit durch eigene Kraft empoogeabreitet zu Leistun­gen. die daS Gepräge einer höchst männlidten Weltanschauung trugen. So wurde er. im Kreise Richard Wagners grofl und heimisch geworden, der berufene Interpret deutscher Musik, deren faustischer Gehalt in ihm den kongemalen und treuesten AuÄteuter sand

Das Hessische LandeSkheater wird im Oktober den _Da11erich" Viebergalls in einer neuen Ausstattung herauSbringen Der Reinertrag der Vorstellungen soll zur Errich- tung eines Viebergalldenkmals in Darmstadt verwandt werden Viebergall. der die beiden Dialektkomödien .Datterich" und .Der tolle Hund" versaht bat. lebte von 1815 bis 1843 in seiner Vaterstadt Darmstadt.

Frankfurter Theater.

Gräfin M a r i tz a", die Bielgefeierte, ist auf ihrem Siegeszug von Wien über Berlin auch bei uns im Neuen Operettentheater gelandet. Die Saison beginnt mit einer »großen Premiere, welche eine ausgezeichnet aufgemachte Operette in glänzender Besetzung mit Frankfurts Liebling (k ri k W i r l als Gast bietet. Die Stimmung in dem ausverkauften Hous war demgemäß, ein fre­netischer Beifollsorkan brach oft schon auf offener Szene los, eine ganze Blumenhandlüng erstand auf der Bühne. Die Librettisten B r a m e r t und Grünewald haben sich zwar nitch übermäßig anoeftrengt, um eine Liebesgeschichte zu konstrw icrcn, aber Emmerich K « lmän hat die Musik geschrieben und eben dieser mitreißenden, stim­mungsreichen Bertonung verdankt das Werk feinen starken Erfolg. Selbstverständlich auch der bril­lanten Darstellung, an der Spitze die Kammer­sängerin van Endert und Erik W i r l. Im Orchester waltete Franz Schönbaumsfeld seines Amtes. Direktor Miska P r e g e r sorgte als Gastregisseur für schwungvolles Tempo und pracht- volle szenische Ausstattung. Der Gesamteindruck war, daß in künstlerischer Vollendung gesungen, ge­tanzt, gelacht und geliebt wurde. Ein guter An­fang für die Wintersaison. L. W.

Kirche und Schule.

B Darmstadt, 3. Sept. Für das Wieder­aufleben der Liebe zur Heidenmissivn spricht die Tatsache, dah die Freunde der Basler und Leipziger Mission in Starkenburg vom 13. bis 15. September im Landeskirchcngebäude zu Darmstadt einen Lehr­kurs veranstalten. Vamhafte MifsiomSfachmän- ner, wie die Missionsdirektoren I h m e 1 s und

D Paul von der Leipziger Mission, und Wis- Iwnsinspekror Ivb. Müller von der Baller Million find zu Vorträgen gewonnen. Die Ta­gung will in der hellifchen Heimat die Kennt­nis von der Bedeutung der Mltfionserbeit ia Ehina. Indien und Ofkafrika vermitteln.

Gerichtssaal.

Darmstadt. 3 Sept Im Jahre 19M stellte das Heil Landestheater den 27jährige» Eb.lstopb Belfer aus Parmftgb*. all HiNskaffierer ein Voch in vemsekbe» Jahre erhielt er wegen Glücksspiels zwei erhebliche Geldstrafen Diele Tatsache ist wohl nicht zur Ketmtnis der Tbeaterleitung gekommen, denn er wurde mit dem ölnkallieren der Platz­mieten betraut Im Sommer dieses IatzreO ver­schwand '"Beiter plötzlich: eine Revision feint» Bücher ergab einen Fehlbetrag von rund 8 000 Mark T-eifer hatte sich zunächst nach Berlin gewandt, dann nach Franllun, wo ec sogar im Glücks'piek noch 400 Mark gewann, fie aber gleich wieder veZchvxrndete Das BezirkÜ- schössengerjcht verurteilte ihn zu V Monate» Gefängnis

Rundfunk-Programm

deS ftranfrarter SenderS.

(Aus der .Radio-Umschau".)

Samstag, 5. September.

4 Uhr Wetterberich! der Gieftener Wetter­dienststelle 4 Uhr Wirtschastsmeldungen. 4.20 Uhr Vachrichtendienst 4.30 biS 6 Uhr: Vach- mittagskvnzert de-> HauSorchesterS Edvard Grieg. 6 Uhr Wirtfchaftsmeldungen. 6 dis 6.30 Uhr Die Jugendstunde Aus ..Gockel, Hinkel und Gackelei" von Elemens Brentano. 6B0 biS 7 Uhr: Briefkasten 7 bis 7.30 Uhr: AuS Historie und Phantasie 'Anekdoten und Rätsel). 7.30 Uhr: Stenographischer Fortbildungskurs für alle Stz- ftemc (Diktat von 80 Silben aufwärts). 3 bif 8.30 Uhr Stunde deS Frankfurter Bundes für Volksbildung (Vortrag von Wilhelm DemVnd- Wörner:Goethe und feine Fre.tagSgessellschaft". 8.30 Uhr: Der junge Mozart (erster Abend), Instrumental-Kompositionen aus dem Knaben­alter. 9.30 Uhr: Vachrichtendienst, Wettermel­dung 9.35 Uhr: Die Spätankündigung: ..Der Deutsche Vundsunk". 9.45 Uhr Sportsunkdienst. 10 bis 11 Uhr:Das kommt davon, wenn man auf Reisen geht" (trostreiche Geschichten füe Daheimgebliebene)___________

Geschäftliche».

Aus dem Gebiete der VahrungSmittelinduskris ist cs dank der enormen wissenschaftlich«» und technischen Errungenschaften unserer Zeit gelun­gen. etwas in feiner Art durchaus Vollkommenes zu schaffen und zu Derbheiten, etwas, das bi» ganze Frage der für Kinder wie Erwachsene so wichtigen Fetternährung aufs glücklichste löst, indem es uns von der für viele noch immer zu teuren Butter unabhängig macht. Dieses wert­volle, allgemein geschätzte Produkt ist bie ,Rahma - Margarine b u 11 era le i ch", die nach dem Urteile aller Sachverständigen in bezug auf Vährgehalt, Reinheit und Wohlgcschnrack da» Höchste barstellt. n>i6 bic moderne deutsche In­dustrie auf dem Gebiete der Edelmargarine er­zeugt und auf den Markt bringt.

Eine Hilfe für die Muller.

Was ist eine nute Kapitalanlage? Tleienhe, welche befriedigende Zinsen trägt. Welche Muner brlnat nicht alle Cofer, um ihrem Kttzbe eine blühende Gesundheit zu sichern

.'(estle k Kinderniehl ist die Nahrung für Kinber jeden Alters, wie auch für magensch»«che Er­wachsene und Greife, die ganz beinahe»» b«|u tze- schäften ist, gute Gesund »eil zu bewirken und »u er- ballen. Eine Brobebofc und illustrierte BrsschÜre über Säuglingspflege kostenlos unb unoerbteblld) burdjLtnda"-Gese»sÄl sl nt b. H., Berlin W 5T, Bülowftraße 56. 'M<«1

(Nachdruck verboten.)

12. Fortsetzung.

Schwester Anna auch unbedingt

Dftertagen

auf.Sie sehen, es gibt hier viel Unaufschiebbares. Sie treffen es

einfach ge> von gelben

ter und wollte Köchin mußte sprechen.

Anna stand Arbeit, allerlei

Tante köstlich

Da kleidet,

Lotte. Dazu mußte sich in den Ruhe finden lasten.

kam eint Fron auf Anna zu, in der Hand einen Riefenstrauß

Es klopfte. Da war wieder bas Dienstmädchen in dem rosa Kattunkleib.

Schwester Anna möchte doch so gut fein unb gleich einmal zu den Malern kommen, die wüßten mcht. ob bic graue Farbe für Zimmer 15 richtig

Mit ihrem großen, gelben Strauß ging Anna beim ins Stift zu Tante Lotte. Die sah feierlich auf bem roten Sofa vor dem schön gedeckten Tisch, besten Mittel- und Prochtsttick ein großer Palmkuchen bil­dete, ein Gebäck, bas man nur am Palmsonntag, bas bann aber auch ganz unentbehrlich war. -

Tante Lotte hieß Anna herzlich willkommen,mal orbentlid) roieber für Osterferien, aber ohne Heimweh nach der Klinik unb Arbeit, bas bäte sie sich aus".

Unb Anna sagte fröhlich, daß es ganz wie früher sein solle, wie die alten Osterferien in ihren Töchter­schultagen. Der Palmkuchen unb die gelben Blumen unb ihre Ferienstimmung, bas alles sei ganz wie dazumal. Unb sie wolle auch ebenso artig sein wie früher. Dazu schnitt Tante Lotte ein Gesicht unb sagte etwas vonallzu selbständig", unb gebrauchte die WorteDickkopf" unbEigensinn". Aber es klang nicht böse, unb Anna lachte bazu. Und dann sprachen die beiden Frauen von den alten Tagen, die heller schienen, als sie je gewesen.

Nach bem Abendessen hatte Tante Lotte es ziem­lich eiüg, Anna heraufzuschicken.

Du mußt doch dein Koiferchen auspacken, Kind. Ich hab es gleich in deine alte Giebelkammer stellen lasten. Und siehe mal nach, ob ich alles so richtig unb behaglich für bich gemacht habe. Ich bleibe noch ein Weilchen auf. Wenn du magst, kannst du ja später wieder zu mir herunterkommen."

Anna stieg die enge Holztreppe hinaus. Wie sie bas 2lechzcn und Knarren jeder einzelnen Stufe kannte, und wie es sie an die alten Tage erinnerte, und an das Leid, bas sie bomals müde mit sich heruinschleppte.

Oben zündete sie kein Licht an. Das Zimmer lag dämmerhell vom Licht des Vollmonds. Es saß sich gut hier auf der niedrigen Bank des Giebelfenster-. Wie wohl es tat, endlich einmal wieder Zeit zum Stillsitzen unb Nachdenken zu haben. In der Klinik zwang die Müdigkeit sie, leben Abend gleich noch Ärbeitsichluß zu Bett zu gehen, unb ba war immer die Pflicht, genug zu schlafen und für ben neuen Tag neue Kräfte zu sammeln. Die Ferien waren zur rechten Zeit gekommen. Anna fühlte, baß sie Ruhe brauchte unb Zeit Zeit für sich selbst. Es war da etwas in ihr, bas wartete und wollte sein Recht haben und drängte nach Klarheit unb Wahrheit.

Hell leuchtete bas Master des Stiftsteiches durch die kahlen Zweige des Gartens. Die drei ^Jungfrauen

Frei geworden

Erzählung von Klara Prieß.

Rahma feirffetgleidt d-!^!

(ei. Unb Frau Inspektor Brehmer fühlte sich schiech- eine Einspritzung haben, und die

heute morgen schlecht. Unb nachher kommt gleich Doktor Rohde. Ich muß Ihnen wohl für heute Adieu sagen."

Wollen Sie nicht.Auf Diebersehen" sagen, Schwester Anna?"

Auf Wiedersehen, wenn sich es einmal so trifft, ober meine freien Stunden sind rar. Jedenfalls hören wir wohl durch Tante Lotte gelegentlich von­einander."

Sie gab ihm die Hand, und dann ging sie ihm voran aus dem Zimmer.

Der Winker verging Anna rasch unb leicht. Im guten, gesunden Gleichmaß zogen bie Tage schnell dahin, ein jeder oollgewichtig an Arbeit, Erfahrung und Freude. Jetzt stand Frühlingsanfang im Ka­lender, und wie der gute Wille zum jruhling lag es heute, am Palmsonntag, auch über der Erde unb den Menschenkindern. Es war noch kalt, und ein herber Wind wehte von der See herüber, aber so oft wie möglich sandte die Sonne warme Strahlen durch die ziehenden Wolken. Unb die Menschen hat­ten ihre neuen Hüte und Sommerkleider hervor- geholt unb sich große Sträuße von Schlüstelblumen und Anemonen im nahen Holz gepflückt.

Anna freute sich darüber, als sie gegen Sonnen Untergang aus bem Tor ging, um schnell noch einen Blick in die freie Äatur da draußen zu tun. Die Welt sah chr recht nach Sonntag unb Ferien aus und nach viel Frühjahrshoffnung. Und Ferien sollte Schwester Anna haben, richtige zwei Wochen Oster- ferien, die sie bet ihrer Tante im Stifte verleben wollte.

Eben hatte sie ihre Sachen in der Klinik zu- jammengepadt und Bücher unb Schlüssel abge­geben. Dieser Abendspazicraang war der Anfang der ungewohnten Fretheit. Doktor Rohde hielt sich seit drei Wochen an der Riviera auf.

In der Klinik waren seitdem keine neuen Pa­ttenten ausgenommen und die alten möglichst enb lassen worden. Ein paar chronische Fälle konnten unter Schwester Elsbeths Obhut bleiben. So hatte Anna mit leichtem Herzen den angebotenen Urlaub genommen. Jetzt stand sie ein Weilchen draußen am Fluß still, auf der Uferböschung, wenig abseits vom Wege, eie ließ die bunten Menschen vorüberziehen, die in Scharen zur Stadt .zurückströmten. Sie freute sich, baß bie Sonne jetzt beim Untergeben einmal wieder all btc kleinen Scheiben der niedrigen Häu­ser den Fluh entlang so köstlich illuminierte, unb daß bie Backsteinmauern der alten Stadt dazu noch ebenso tiefrot aufleuchteten wie an den Frühlings­sonntagabenden ihrer Kinderzeit. Unb die kleinen Flußdampfer waren wieder so hübsch weiß-rot und funkelnagelneu angemalt unb brachten wie damals Hunderte von fonntagsmüben Menschen beim in bie Stabt Sie nahm sich vor, Tante Lotte bald zu solcher Flußfahrt zu veranlassen, bas hatte ja immer zum Programm all ber Osterferien gehört, bic Anna im Stift verlebte. Unb ben Faust wollte fie auch einmal wieder lesen wie damals mit

Himmelschlüsseln. Diesen gelben Strauß drückte sie Anna in die Hand.Weil Sie doch immer so gut zu mir waren. Schwester, in meiner Krankheit. Wis­sen Sie noch, wie elend ich balag? Was kann ber Menl-t, allen» aushalten? Aber mt is ja allens wie­her ichön heil, unb wir waren schon ganz weit raus nach bem Holz. Un nu wollen wir mal schnell bie fiinners zu Bett bringen unb denn noch ein duschen nach'nDeutschen Kaiser" gehn, wo bic Zigeuners spielen."

Anna bebanttc sich für bie Blumen unb freute sich über bie Frau unb ihre Dankbarkeit. Es war doch gut, baß bie Menschen so leichtsinnig waren und Krankheit unb Elenb, wenn's eben anging, schnell unb gern vergaßen.___________________________

fielen ihr wieder ein, bie es in der Klostereinsamkeit nicht aushalten konnten unb dem bösen Feinbe iw bie Hänbe fielen, um der Liebe willen. Ob die drei ihr einsames Leben bester ertragen hatten, wenn ba Arbeit für sie gewesen wäre in ben Klostermauern, herzerguickenbe, gesunde Arbeit? Ober blieb es trotz alledem Frauenschickial, dies Sehnen unb Entbehren um ber Liebe willen?

Unb sollte, konnte es auch wieder ihr Schicksal werden, trotz all ihrer Arbeit und Arbeitsfreudig­keit? Anna schüttelte den Stopf und sah mit klare» Augen weit hinaus in das mondhelle Land. Unb wenn da ein Unterstrom von Sehnsucht in ihre» wie in jedem Frauenlebcn blieb, ein Gtüik von ber ewigen Sehnsucht nach dem eigenen Heim wie ein Bann, ein Zwang, ein Schicksal leg bas nicht mehr auf ihr. Sie war frei unb konnte wählen, welchen Weg fie gehen wollte. Unb dies Gefühl ber Freiheit, das Bewußtsein der reichen Mößlichkeiten, die ihr Leben nun in sich trug, war in dieser letzten Zeit wie ein stilles, heimliches Glück unb ein neuer Reichtum mit ihr gegangen.

Zur Dual unb Wahl war es noch nicht gekommen. Dazu hatte es ihr immer auch an Zeit und Muße gefehlt, unb zuviel andere Menschen hotten tagtäglich Anspruch aus ihr Interesse und ihre Straft gemacht. So sehr sie das als Wohltat empfunden, nun tat es doch gut. einmal wieder ganz in Ruhe an ihr eigenes Leben denken zu können, unb an ihn, ber boch wieder Glück unb Unruhe ba hereingetragen.

Sie hatte Mor 'Braten nur zweimal während dieser letzten Winterzeit im Stift getroffen, ob zu- fällig ober mit Tante Lottes weiser Nachhilfe, das wußte Anna nicht. Sie waren bann zu dreien freundlich und ungezwungen zusammen gewesen unb hatten genug zu reden gefunden von alten, gemein- iamen Belannten unb von seiner Arbeit auf bem fflut. Und sie fühlten beide, daß sie sich schnell Der- standen, baß da unter der Oberflächlichkeit unb Un­befangenheit der Unterhaltung ein starkes Interesse unb em warmes Verständnis füreinander lebte. Bar es doch ein Starkes, Gottgewolltes, Ewiges, bas sie zueinander hmzog' Oder halten jene alten siebe, Jahre ihnen das schnelle Verstehen füreinander ge- aeben und gelassen' Anna wußte es nicht. Aber sie wußte, daß der Mann sie liebte, unb daß seine Liebe wuchs und seine Sehnsucht.

(Schluß folgt.)