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ar. 80 Drittes Blatt

Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen)

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Nicht überwürzen! Wenige Tropfen

Man verlange ausdrücklich Magyi's Würze

genügen, da sehr ausgiebig.

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zwar 24 000 Ml. au« Reichssteuern und Mark au« den Licht- und Wasserwerken Verwendung deS Ueberschusse« von 24 000 soll so vor sich gehen, daß man 7000 Mk. GrundstückSsond« und 7000 Mark

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silbernen Hech­ten danken hetz'

Kreis Alsfeld.

* Flensungen, 3. April. Der dem Gra­fen von Laubach gehörende Flensungerhos. Station M ü ck e , wurde vor zwei Jahren von der Ehrischonagesellschaft für Evange­lisation und Gemeinschaftspflege erworben and zu einem christlichen Erholungsheim eingerichtet. Zur Zeit erfährt dasselbe durch

KINDERWAGEN

Größte Fabrik der Well

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inneren Ausbau eine Erweiterung. so bad füt 60 Betten Raum wird. Der Sornmerbctrtcb des Heimes wird am 8. April mit einem Bibel- iurs Dom 813. April eröffnet Dom 16 18 2lpril hat der Evangelische Hessische Lehrerveretn eine Tagung, zu der 50 bis 60 Teilnehmer erwanet werden. Daran schlieht sich eine Pfarrkonferenz vom 21. bis 23. April an. Mit verschiedenen Reserater werden die Pfarrer E h r i st l i e b - Haidberg. Pfarrer Edg. S ch ä s e »Wiesbaden und Planer Dr. Eichhorn, der Leiter deS Heime«, dienen.

Hcsfen-RaHau.

bl. Dillenburg, 3. April. Die jüngste Sitzung der Stadtverordnete n-Ver- lammlung beschäftigte sich u. a. mit der F i - nanzlage der Stabt Dillenburg In dem Rechnungsabschluß 1923/24 konnte ein lieber- schuh von 30 800 Mk auSgewiesen werden, und

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Amtsgericht Wetzlar.

G Wetzlar, 2. April. 3n der heutigen Hauptverhandlung vor dem Einzelrichter wurde folgendes verhandelt: Wegen Diebstahls stand die Ehefrau Lina H. aus Wetzlar unter Anklage, weil sie dem Invaliden Wilhelm O.. der heute als Zeuge geladen war, aus seiner Wohnung eine Geldbörse mit etwa 15 Mk. In­halt entwendet habe. Heute bestritt die Ange­klagte den Diebstahl, wurde aber durch die eid­lichen Aussagen des Zeugen O., der angab, daß die Angetlagte mir in Frage kommen könne, da nur sie an dem fraglichen Tage in seinem Hause gewesen wäre, überführt. Sie erhielt drei Mo­nate Gefängnis. Der Arbeiter Heinrich D. aus ^ermannfl ein, der in einer Wetz­larer Wirtschaft den Schutzpolizeibeamten Sch. und die Schutzpolizei im allgemeinen öffentlich beleidigt hatte, erhielt hierfür 60MarkGeld- strafe evtl. 12 Tage Haft. Die Arbeiter Theodor R. und Fritz St aus Wetzlar stan­den, weil sie den Ingenieur Josef St. von hier in der Rächt des 1. Januar 1925 in Wetzlar ohne jeden Grund überfallen und mißhandelt hatten, wegen Körperverletzung unter An­klage. Sie bestritten beide die ihnen zur Last gelegte Tat und behaupteten, sie seien von K.

Aus der Provinz.

Landkreis Gießen.

* Li ch, 3 April. Die in der letzten Haupt­versammlung des Turnverein« anacregte Erweiterung der hiesigenTurnhalle aus dem Jahre 1834 fand allseitige Zustimmung. Ein Finanzausschuh beschäftigte sich mit der Be­schaffung der Mittel und beschloh die Ausgabe von verzinslichen Anteilscheinen. Don Mitgliedern dieses Ausschusses wurde dieser Tage eine Sammlung von Zeichnungen vorge­nommen. die die stattliche Summe von über 19 000 Mark ergab. Der Für st Reinhard zu Solms-Hohensolms-Lich stiftet das jjum Dau benötigte Holz. Damit ist die Ausfüh­rung des Baues gesichert. Gin Dauaus- schuh will in den ersten Tagen nach dem Osterfest die Besichtigung einer Anzahl neuzeitlich einge­richteter Turnhallen vornehmen. Die Ausführung liegt in den Händen des Architekten Baurat Stuckmacher- Gießen. Es ist zu hoffen, daß bald nach Ostern mit den Dorarbeiten begonnen wird, damit die Halle bis zum Kreisturnfest deS Mittelrheinkreises fertiggestcllt ist.

Kriegerdenkmal überweist. 10 000 Mari sollen zum Bau eine« städtischen Wohn­hauses verwandt werden. Der lleberschuh der Licht- und Wasserwerke wurde noch nicht ver­teilt, doch beschloß man, 5000 Mk. zur Bildung eines AuswertungSfondS vorzutragen. Wesentllch ungünstiger war der Bericht über ben Einnahme- und* AuSgabestand Ende Januar 1 9 2 5. Schuld an den derweiliaen schlechten Derhältnissen soll der geringe Anteil an der Einkommensteuer der Stadt lein. DaS Defizit soll nach dem Magistratsvorschlag durch lleberschnsfe aus dem jüngsten Wirtschaftsjahr gedeckt wer­den. Es bleibt nach den vorläufigen Feststellungen ein Fehlbetra g von 47500 Mark zu decken. Die sozialdemokratische Fraktion hatte den Antrag eingebracht, unter Regie der Stadt in drei bis vier Jahren 200 Wohnungen zu errichten. Der Magistrat beschäftigte sich bereit mit der Angelegenheit und kam zu dem Ent­schluß, daß infolge finanzieller Schwierigkeiten die Ausführung des Plans unmöglich sei. Eine Ausgabe von 560 000 Mk. wäre bei Fertig­stellung von jährlich 60 Wohnungen erforderlich. Wie im Vorjahre, so wird auch in diesem Jahre mit Beginn des Frühjahr« aus dem neuen Mittelfeldbauaelände der Woh­nungsbau fortgesetzt werden. Gemeinnütziger Bauverein, Kreis und Staat werden zusammen die nötigen Mittel aufbringen, um das Vorhaben möglichst weitgehend durchzuführen. Das neue Baugelände wurde bereits mit einer Straße durchzogen, deren oberes Ende weiter bebaut werden wird. Zu beiden Seiten muß Land ent­eignet werden. Es besteht große Hoffnung, daß sich das neue Baugelände in Zukunft noch zu einem eigenen Stadtteil entwickelt.

fpd. Bad Homburg v. d. Sy, 3. April. Wie wir schon kurz berichteten, kaufte die Stadt Frankfurt die Mehrheit der Aktien der hiesigen Kur-A.-G und bewilligte hierfür 172 000 Mk. Die Stadt Frankfurt sichert sich damit vertragsmäßig den Nießbrauch an sämtlichen Ge genftänben und Rechten, die zum Bereich der Hom­burger Kur- und Badeoerwaltung gehören, ein­schließlich der Quellen und Brunnen, der Saalburg wirtschaft und des Hirschgartens auf die Dauer von 99 Jahren. Sie selbst hat boaegen für eine erb- nungsmäßige Erhaltung des Kur- und Dabebe triebes, aller Einrichtungsgegenstände Sorge zu tragen. Frankfurt will Homburg als neuzeitlich und vornehm geleitetes Weltbad erhal­ten, daneben aber durch Errichtung von E r h c> kungsheimen und Spezialyäusern für Darm- und Magenkranke den breitesten Bevölkerungsschichten einen preiswerten Aufenthalt verschaffen, Homburg also auch zu einem Volks- b a d im wahren Sinne umgestatten.

Außenpolitische Umschau.

Von Professor Dr. Otto H o etzsch, M. d.R.

In der Sicherheitsfrage liegt mit der Red« Chamberlains vom 24. März und den fran- zöstschen Aeuherungen daraus die Situation klar. Englands Programm und Willen, das die Zustimmung Äordamerikas hat, ist: Der Darantiepakt im Westen zwischen England, Frankreich und Deutschland Frankreichs G«enbedingungen sind: Dor dem Pakt vorbe­haltloser Eintritt Deutschland« in den Dölkerbu n d und Einbeziehung Po­lens in die Garantiepaklabrede. Wie diese bei­den Standpunkte miteinander sich vertragen sollen, ist heute noch gar nicht abzusehen. Deutsch­land bat daS Seine mit der Bereitwilligkeit zur Diskussion getan und hat jetzt zuzusehen, ob die andere Seite überhaupt bereit ist, in dieser Dis­kussion uns als gleichberechtigt anzuerkennen und unseren Lebensnotwendigkeilen Rechnung zu tra- tragen. Wie das, was wir darunter verstehen, und da«, waS Frankreich fordert, nach der eng­lischen Vorstellung vereinigt werden (arm, ist heute völlig unklar. Die Sicherheitsdiskussion soll die politische Ergänzung au dem Dawesplan, der Wirtschaftlich den Krieg liquidieren sollte, sein.

In diese Erwägungen hinein gehört dann noch da« Problem der interalliierten S <y u l d e n und die Reuordnung der H a n - delSvertragSbeziehungen eigentlich über die ganze Welt. Denn ohne Uebertreibung kann man sagen, daß die Reuordnung der deut­schen Handelsvertragsbeziehungen von Bedeutung für die ganze Welt und ihre wieder in Zusam­menhang kommende Wirtschaft ist. Man denke nut auf der einen Seite an den deutsch-englischen Handelsvertrag mit seinen Fernwirkungen, und auf der anderen Seite, wenn er zustande kommt, an den deutsch-russischen Dertrag und dann an den amerikanischen Handelsvertrag. (Sine müh­selig« und sehr umfassende Arbeit in den ver­schiedenen Ressorts wird dafür geleistet. Gegen­wärtig schweben deutsche Derhandlungen mit Bel­gien, Frankreich, Italien, Japan, Polen und Rußland, während die Verträge mit England, Rorbomerika und Spanien der Ratifikation be­dürfen. Ein großer Teil dieser mühseligen Arbeit ist Leerlauf und muß Leerlauf sein. Mehr als Provisorien können zunächst nicht zustande kom­men, wegen der ungeklärten Derhältmsse vielfach bei den anderen und weil, wie bekannt, die feste Grundlage und Plattform unter unseren eigenen Füßen unS fehlt. Rur mit der Meistbegünstigung und dem heute unfruchtbar gewordenen Zolltarif von 1902 kann man nicht arbeiten. DaS merken wir eigentlich jeden Tag. Darum ist dteS die nächste Arbeit, und wie wir und gar nicht verhehlen, der nächste Kampf: die ÄuSeinandersehung um den neuen deutschen Zolltarif, und auch aus diesem Grunde ist dringend zu^ wünschen, daß wir endlich einmal etwa« Zeit für s achliche Arbeit bekom­men, die auf längere Sicht in bestimmter Rich­tung gehalten werden kann, und nicht fortwährend durch Wahlbewegung und ihre Auseinander­setzungen gestört wird.

Geht man von den allgemeinen Gedanken au«, daß DaweSplan und Sicherheitsregelung, interalliierte Schulden und HandelSverlragS-Ab- schlülle ineinandergreifen und DorauSsehungen der wieder entstehenden Weltwirtschaft sind, so ist nötig, ganz illusionsfrei die weltwirt­schaftliche Lage selbst sich vor Augen zu halten. Einmal ist unser Deutschland wirtschaft­lich nicht mehr dasselbe, wie daS Deutschland vor dem Kriege. Sodann hat die deutsche Wirtschaft innerhalb der wieder entstehenden Weltwirtschaft nicht mehr die Bedeutung wie vor dem Kriege.

DaS hat sich geändert? Indem wir die be­kannten Verluste der deutschen Wirtschaft beiseite lassen, beantworten wir die zweite Frage. Sie trifft nicht mir Deutschland, sondern Europa im ganzen. Wirtschaftlich hat Europa im gan­zen den Krieg verloren. 1913 waren nicht weniger al« zwei Drittel deS Welthandels Handel in Europa. Deutschland und Frankreich setzten nicht weniger als je drei Viertel ihres Exportes In Europa ab, und die Vereinigten Staaten ver­kauften zwei Drittel ihrer Ausfuhr nach Europa. Heute stehen wir vor einer vollständigen Umschichtung alS Folge des Weltkrieges. Heber die Hälfte der ganzen Rohstoffproduktion der -Welt liegt in den Vereinigten Staaten. Sie haben sich industriell ungeheuer durch und nach dem Kriege entwickelt, in der Dchwerindu- ftrie, in der Fertigproduktionsindustrie. Der Wert firie, in der Fertigproduktionsindustrie. Der Wert der amerikanischen Ausfuhr war 1923 um ein Fünftel hoher als der der Ausfuhr von 1913, und, wie bekannt, der Ueberschuh seiner aktiven Handelsbilanz nicht weniger als eine Milliarde Dollar.

Ferner hat der Krieg auch auf den anderen Gebieten Europa geschädigt. Die Weltwirtschaft war ja jahrelang zerrisien, oder sie wurde nur so aufrechterhalten, daß Europa, einschließlich England, durch den Krieg zu anderer Produktion als für den Krieg nicht fähig, alle feine Kräfte anspannte, um die Gebiete außerhalb Europas für den Krieg nutzbar zu machen. Das galt aus­schließlich für die andere Seite, für den Bund unserer Feinde. Gr stellte, was ihm erreichbar war, an wirtschaftlicher Produktionskraft der Erde in ben Dienst des Krieges ein.

Diese doppelte Verschiebung hat Wirkungen hervorgebracht, die jetzt sich deutlich machen. Reue Industriegebiete treten hervor: Reue Industriegebiete treten hervor: Dritisch-Indien und Kanada, die jetzt Holland und Belgien in den Welthandelsländern über­sprungen haben, Japan, die südamerikanischen Staaten, Australien, Südafrika, überall verschiebt sich das alte Verhältnis des überseeischen Roh- stoffgewinnaebietes zum europäischen Industrie- auSftchrgeknet. ileberaH entstanden eigene 3n- dustrien für den Verbrauch. Und während Europa vom Kriege beschäftigt war, nicht kon-

t Gründer g, 2. April. Die Hausbesitzer hiellen gefteni eine Versammlung ab. Da vor längerer Zeit der Vorsitzende sein Amt niebergelegt Hal, i{t der Verein bedeutend zu rück gegangen. Lei der jetzigen Zusammenkunft wurde geprüft, was der Verband, dessen Sitz in Darmstadt ist, im Laufe der Zeit für die Hauseigentümer getan hat, und danach seitens des hiesigen Vereins beschlossen, den Verein zu halten und zu stärken, damit auch der Verband eine Unterstützung von ihm hat. Ferner sollen die Derbandstage regelmäßig besucht werden. Weiterhin will man dafür sorgen, daß jeder Hausbesitzer Auskunft auf rechtliche Fragen gegen geringe Vergütung einholen kann. Sodann wurde ein provisorischer Vorstand namhaft gemacht. Gegen­wärtig zählt der Verein 100 Mitglieder, von denen jährlich pro Mitglied 4 Mk. Beitrag erhoben wird. Man hofft, durch diesen geringen Beitrag die seh- lenden Hausbesitzer zum Anschluß an den Verein Ei gewinnen. Bei der gestrigen Nuhholzoer- etgerung im Stadt walde wurden folgende reise, durchschnittlich pro Festmeter, bezahlt: Eichenstammholz 2. Klasie 103 Mk., 3. Klasse 80 Mk., 4. Klasse 50 Mk., 5. Klasie 29 Mk. und für Fichten- stammholz 37 Mk. Zu dem heutigen Vieh- markt (Dftemiarft) waren 663 Stück Schweine (davon 121 von Händlern) und nur 2 Rinder auf- Setrieben. Im Durchschnitt wurden bezahlt für ein erfel bis zu 8 Wochen 35 Mk., bis zu 10 Wochen 42 Mk. und bis zu 12 Wochen 48 Mk. Die Ware war recht gut, der Handel in Schweinen war ziem­lich lebhaft, es verblieb nur ein geringer lieber- stand. Dagegen war der Handel beim Rindvieh ganz interesielos. Der Krämermarkt auf dem Markt­plätze mit den 15 Krämerständen verschiedener Art und den landwirtschaftlichen Maschinen des C. Weiß bot einen recht schonen Anblick und hatte lebhaften Verkehr auszuweisen, der gegen Mittag bedeutend zunahm, so daß man auch hter bas Geschäft wohl als gut bezeichnen kann.

AreiS Büdingen.

Bergheim, 3. April. Dieser Tage logierte sich In einer hiesigen Wirtschaft ein herumziehender Uhrmacher aus Baden mehrere Tage ein und reparierte Hören. An­fangs dieser Woche wurde nachts in den Spe­zereiladen der Wirtschaft einge- orochen und Schokolade, Kognak und bergt entwendet. Die Drähte der elektrischen Haus- llingel hatte der Dieb vorsichtigerweise durch­schnitten. Der Verdacht, den Einbruch begangen zu haben, lenkte sich auf den inzwischen weiter­gewanderten Uhrmacher, der in dem benachbarten Bieichenbach in einer Wirtschaft Schokolade an Kinder verteilt und sich dadurch verdächtig gemacht hatte. Eine leerg trunkene Kognakilalche fand man im Walde an der Straße. Die Gen­darmerie Ortenberg konnte den Dieb bald er­greifen und in Rurnmer Sicher bringen.

Dleichenbach, 3. April. Ein Mo­torradfahrer fuhr an einer Strahenkurve im hiesigen Orte in öie Schafherde. Gr überfuhr ein Schaf und kam mitsamt dem Rade zu Falt Während das Schaf keine Verletzungen erlitt, turg der Fahrer erhebliche Hautab­schürfungen davon. Das Rad mußte in Re­paratur gegeben werden.

Kreis Schotten.

wa. Gedern, 2. April. Der hiesige Gustav- Adolf-Frauenverein veranstaltete gemein­schaftlich mit dem Jungfrauenoerein zum Abschluß der winterlichen Lereinsabende eine wohl- gelungene Schlußfeier, die in diesem Jahre einen so starken Besuch aufzuweisen hatte, wie noch niemals. Der große Saal des Bergwirtshauses war überfüllt. Die Mitglieder des Iungfrauenoereins er­freuten die Anwesenden durch schöne Darbietungen, welche dankbar und beifällig aufgenommen wurden. Es waren Chorgesänge (dreistimmig), Gedichte, ein lehr flott gespieltes Lustspiel und ein Singspiel mit Reigen und Volksliedern. Die große Muhe, die die Pfarrfrau als Leiterin der beiden Vereine mit der Vorbereitung des Schlußabends gehabt hatte, wurde burd) die dankbare Freude der Teilnehmer reichlich Selohnt. Ein Vorstandsmitglied überreichte ihr im luftrag des Gustav-Adolf-Frauenoereins einen wundervollen Blumenkorb. Der Jungfrauenoerein drückte seine Dankbarkeit dadurch aus, daß er eine stattliche Gabe für das Erholungsheim des Verban­des der evangelischen weiblichen Jugend in Hessen sammelte und der fBerbanbsleiterin aushändigte. Der Abend verlief in schönster Harmonie und fand seinen Abschluß durch einen gemeinsamen Kaffee mit Kuchen. Der Ortsgeistliche wies in einer An­sprache auf die Pflichten der christlichen Frauenwelt angesichts der Wahl des Reichspräsidenten hin und ermahnte, die evangelisch^hriftlichen Belange bei der Wahl zu wirksamer Geltung zu bringen. An der hiesigen Prioat-Hoskaplanei- schule sand dieser Tage zum erstenmal seit dem Bestehen der Anstalt die sogenannte R e i ch s o e r - banbsprüfung statt, der sich die 3 Schüler der seit Ostern 1924 neu aufgebauten Unter-Sekunda unterzogen. Sämtliche Prüflinge bestanden mit bestem Erfolg. Der anwesende Kommisiar des Reichsoerbandes der deutschen Prioatschulen sprach seine volle Anerkennung über die Leistungen der Prüflinge aus. Seit Ostern 1925 wurde durch An­stellung eines Studienasiesiors (Neuphilologen) die Zahl der hauptamtlichen Lehrkräfte vermehrt, so daß allen Ansprüchen hinsichtlich des Realschulziels genügt ist.

§ Ulrichstein, 3. April. Am Donnerswa. abend wurde hier ein Konsirmanben--El- ternabenb gehalten, auf dem Pfarrer Korn­mann überJugend und Elternhaus" sprach. Den Beschluß bildeten Lichtbilder aus der chinesischen Mission.

futrieren konnte, drangen die Vereinigten Staaten und Japan in die großen Heber- seemärkte ein, ebenso in den Hande! mit ben großen englischen Kolonien.

Diese ungeheure Umwandlung bedeutet eine Herunterdrückung Europas. daS zudem ja noch an den schweren Schulden auS dem Kriege zu tragen hat. Welä^ Forderungen er­geben sich aus dieser für Europa so schwer­wiegenden Umschichtung? Fassen wir alles zu­sammen. so wird der Markt in Europa selbst immer wichtiger als Matzgebiet für die eigenen Industrien deS eigenen Verbrauches. Das laßt sich an einer ganzen Reihe von B.i- spielen heute deutlich verfolgen und das führt dazu, daß für den Absatz in den außereuropäi­schen Gebieten Europa und vor allem und immer mehr nur mit Qualitätsware konkurrenz­fähig sein kann.

Diese in ganz groben Zügen gehaltene Be> trachtung führt einmal zu einem mehr theore­tischen, aber deshalb doch wichtigen Wunsch, näm­lich, daß die europäischen Länder, die des Konti­nents sich ihrer gemeinsamen Inter­essen immer mehrbewuht werden sollten. Schlagworte und Gedarrkengänge wie. Die Ver­einigten Staaten von Europa oder Paneuropa oder der gesamteuropäische Gedanke, sie werden mit Recht heute noch als theoretisch empfunden. Sie werden heute gewissermaßen nur von den Pionieren dieser Idee theoretisch und platonisch vertreten. D.-lächeln darf man sie jedoch darum nicht. Denn will unser Europa in absehbarer Zeit den Rückschlag des Krieges wieder einholen, dann müssen sich die Interessen der einzelnen europäischen Staaten ausgleichen und zusam­menfinden zu gemeinsamer Einsetzung des wirtschaftlichen Schwergewichtes. Die Entwicklung muh genau in der entgegengesetzten Linie geben, als die Pariser Friedensschlüsse mit der Balkanisierung Europas eingefd) lagen haben.

Praktisch aber für den Augenblick und be­deutungsvoll sind die Schlußfolgerungen aus die­sen allgemeinen Umrissen füt die Handelst) er- tragspolitik selbst. Sie führen zwingend auf die Bedeut ung des Inneren Marktes hin. Sie belegen die Richtigkeit der Behauptung, daß heute, so wichtig der Export ist. die Kaufkraft und Aufnahmefähigkeit der inneren Marktes von größter Bedeutung ist und daß von hier aus die Gesamtauffasiung in der Handelsvertragspo­litik bestimmt werden kann.

Daraus ergibt sich die fiare Einstellung auch zur Meistbegünstigung. Rienand. b?r e - was von Handelsverträgen versteht, wird sich der großen Bedeutung verschließen, die dieses automatisch und elastisch wirkende Mittel der Meistbegünsttgung hat. Aber liegen konkret die Wirtschaftsverhältnisse so, wie hier gezeigt, so kann und darf die Meistbegünsttgung nicht sche- mattsch. nicht schlechthin als allein selig machen­des Mittel angesehen werden. Das ist aber heute die Auffassung in der amtlichen Führung der deutschen Handelspolitik, gegen die wir un« wenden. Wir kommen so nicht in die richtige Position, wie wir von Schritt zu Schritt bei jeder der schwebenden Derhandlungen sehen. Es ist ein mühsames Verhandeln, dessen Ergebnis niemand befriedigt, bei dem Deutschland Zuge­ständnisse macht, obwohl man seine Wirtschafts­kraft braucht und sucht. 9t wird ein Verhan­deln um den Vertragsabschluß um jeden Preis.

Wir sind seit dem 10. Januar dieses Jahres in dieser Beziehung frei geworden. Wir haben die Vorbereitung auf diesen Augenblick versäumt, vielleicht nicht die Zett und Sammlung gehabt, die richtigen Vorbereitungen zu treffen. Wir müssen aber baldigst festen Boden unter den Füßen gewinnen, in ileberlcgung und Entschluß, wie wir unsere Handelspollttk anlegen wollen, und dürfen den Kampf der Parteien darum nicht scheuen.

Die Bedeutung des inneren Marktes, der Schutz der nationalen Produktion in Industrie und Landwirtschaft, die Herstellung des Zoll- tarifes nach dem Schutzbedürfnis und als Kampf- inftrument. die Einfügung der Meistbegünstigung in dieses System je nach der Auffassung davon, die der Vertragsgegner damit verbindet, das sind die praktischen Schlußfolgerungen aus der weltwirtschaftlichen Situation und der Lage unse­res Deutschlands darin. Erneut stellen wir diese Forderung und dieses Programm. Man kann sich darum auf die Dauer, sollen wir nicht darüber zu Schaden kommen, nicht herumdrücken. Man wird in dem Kampf um die innerpolitische Auseinandersetzung nicht herumkommen. und da­rum sei zum Schluß noch einmal gesagt: Es wird auch für dieses wichtige Kapitel allerhöchste Zeit, daß wir auf etwas längere Sicht sach­liche Arbeit anlegen und durchführen und, wenn nötig, auch durchkämpfen können!