Ausgabe 
3.10.1925
 
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Nr. 252 viertes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Samstag, 5. Oktober 1925

Wirtschaft.

Börse und Geldmarkt.

Das große Ereignis der vergangenen Woche war an der Börse die Wiedereinführung des Terminhandels, der elf Jahre ge­ruht hatte. Die veränderten Berhältnisse brachten es allerdings mit sich, daß nicht einfach das Dorkriegsversahren wieder ausgenommen werden konnte. Zunächst sind von den seinerzeitigen 58 Papieren nur 26 übergeblieben, auf die sich einstweilen der Terminhandel beschränkt. Dem Reichsrat liegt ein Gesuch vor, für weitere 22 Papiere die Genehmigung zur Zulassung auszu­sprechen. Da für den Terminhandel nur Stamm­aktien von Gesellschaften mit mindestens 10 Mil­lionen Mark Kapital in Frage kommen und die »Zulassung auch nur für solche Werte nachgesucht ist, die bereits bisher variabel gehandelt wurden, so ist mit der Genehmigung wohl in aller­nächster Zeit zu rechnen. Alsdann würden ins­gesamt 48 Werte am Terminhandel beteiligt sein. Man handelt aber jetzt nicht nur per Ultimo, sondern auch per Medio, wie es die ausländischen Börsen schon seit langem zu tun gewohnt sind. Diese Neuerung trägt sicherlich zur Hebung der Sicherheit, die im übrigen durch die Schaffung Les Liquidationsvereins und der Liquidations­kasse in starkem Maße gewährleistet ist, bei. Angesichts der gesamten Börsenlage war die überwiegende Mehrheit der Börsenbesucher der Aeberzeugung, daß die Wiedereinführung des Terminhandels zur Zeit noch wenig zur Hebung des Geschäftes beitragen würde, und der bisherige Verlauf hat diesen Skeptikern durchaus recht ge­geben. Da nur 250 Firmen sich dem Liqui­dationsverein angeschlossen haben, so steht ein großer Teil der Spekulation außerhalb des Termingeschäftes, ist also für einen wesentlichen Teil des Börsengeschäftes kaltgestellt. Wenn man die Borgänge der. letzten Zeit an der Börse berücksichtigt und dh die vielen Tendenzgerüchte denkt, die Letzthin, ohne den geringsten Tatbestand zur Grundlage zu haben, an der Börse ver­breitet wurden, so kann man diese Einschrän­kung nur begrüßen., denn sie wird dazu beitragen, daß dunklen Elementen, deren Ausmerzung augen­scheinlich immer noch nicht gelungen ist, das Handwerk gelegt wird. Es wäre aber sicherlich verfrüht, wollte mau aus den Erfahrungen der ersten Dörsentage schließen, daß die Wieder­einführung des Terminhandels überhaupt ver­fehlt gewesen sei. Schon der Umstand, daß es sich für einen großen Teil der Börsenbesucher um etwas durchaus Neues handelt, in das er sich erst zurechtfinden muh, wirkt zunächst hem­mend auf die Geschäftstätigkeit. Dann steht auch einstweilen noch die Wiedereinführung des Terminhandels an den größeren Provinzbörsen «us. Wenn hier erst, was binnen kurzem zu erwarten ist, ebenfalls der Terminhandel einge- sührt ist, wird ihm durch die Zusammenarbeit eine breitere Basis geschaffen. Schließlich wird auch geraume Zeit vergehen, bis sich das große Publikum an diese Form der Börsenbeteiligung wieder gewöhnt hat. (

3m übrigen kennzeichnete sich der Verlauf der Börse der letzten Woche durch starke Tchwankungen in einzelnen Werten, hervorge­rufen durch die widersprechendsten Gerüchte über den Geschäftsgang, wie auch eine eventuelle Di- oidendenverteilung. Es ist zu befürchten, daß derjenige Teil der Spekulation, der vom Termin- Handel ausgeschlossen ist, sich jetzt in stärkerem Maße auf den Kassamarkt werfen wird, und daß hier jetzt die Gerüchtebildung größere Ausdeh­nung gewinnt. Die Gesellschaften, deren Aktien an der Börse gehandelt werden, und ihnen nahe­stehende Banken können diesem Mißstand nur dadurch begegnen, daß sie mehr als bisher aus ihrer Zurückhaltung heraustreten und frühzeitig der Oeffentlichkeit von dem Gescbäftsverlauf und den zu erwartenden Ergebnissen Mitteilung .machen.

Der Geldmarkt hat den Ultimo zwar nicht ohne eine gewisse Versteifung überwunden, doch kann man, da es sich erfahrungsgemäß bei dem September-Ultimo um den schwierigsten des ganzen Jahres handelt, diese wenigstens, einst­weilen als verhältnismäßig gelinde bezeichnen, wobei allerdings nach den Erfahrungen der letzten Monate noch nicht gesagt werden kann, ob sich nicht noch nachträglich Schwierigkeiten einstellen. Einstweilen liegt aber keine Veran­lassung zu besonderen Befürchtungen in dieser Beziehung vor, um so mehr, a s die Liquidations- kasse die bei ihr eingezahlten Gelder zu einem relativ nicht hohen Satze wieder zur Verfügung stellt, und man wohl in allernächster Zeit damit rechnen darf, daß aus den verschiedenen abge­schlossenen Dollar-Anleihen der kurzfristige Geld­markt kräftig alimentiert wird.

Der Mei st begün st igungs vertrag mit Belgien ist am 1. Oktober in Kraft ge­treten. Der Deutsche Industrie- und Handelstag weist darauf hin, daß die Sendungen meistbegün- ftigter Waren nach Belgien eines Ursprungs­zeugnisses nur dann bedürfen, wenn es sich um Waren handelt, bei denen auf Grund des Ver­trages Deutschland günstiger gestellt ist als die Tschechoslowakei und Oesterreich. Auskunft über diese Warengruppen im einzelnen, deren Auf­führung an dieser Stelle zu umständlich wäre, erteilt das Verkehrsbureau der Industrie- und Handelskammer zu Berlin, Klosterstrahe 41. Die erforderlichen Ursprungserzeugnisse müssen in einer belgischerseits vorgeschriebenen Form ab- gefatzt und von einem belgischen Konsulat be­glaubigt sein. Dec Text der Ursprungsbescheini­gung muß auf der Originalrechnung, die den Frachtpapieren beizufügen ist, angegeben werden. Der Deutsche Industrie- und Handelstag hat sofort Vorstellungen erhoben, um zu erreichen, baß von diesem Beglaubigungsverlangen abge­sehen wird, zumal es in Deutschland nur an wenigen Plätzen belgische Konsulate gibt.

Preisherabsetzung bei den Zie­geleierzeugnissen. Auf Grund der Aus­wirkung der Preissenkungs-Maßnahmen der Reichsregierung wurden seitens des Bayerischen TvnindustriellenVerbandes die Preise für Zie-

geleierzeugnisse herabgesetzt. Die Ermäßigungen betragen zwischen 1 und 8 Mark für je 1000 Stück Erzeugnisse.

Verkauf der Krupp-Gewerk­schaft Norddeutschland. Zu der Mel­dung, daß die Verhandlungen der Firma Krupp mit der französischen de Wcndcl-Gruppe über den Verkauf der Gewerkschaft Norddeutschland güt fortgeschritten seien, wird dem DHD. nun­mehr von der Krupp-Verwaltung mitgeteilt, daß die Verhandlungen zu einem Abschluß geführt haben. Die Verkaufssumme wurde nicht genannt.

^ Deutsche Lieferungen nach Ru­mänien. Der deutschen Industrie ist es in letzter Zeit gelungen, sich auf dem rumänischen Markt größere Lieferungsaufträge zu sichern. Während von amerikanischer, englischer und italienischer Seite Lieferungen nur gegen Kasse bei Vorlage der Dokumente übernommen werden, sind die deutschen Firmen in Rumänien, Oren* stein & Koppel, Siemens & Halske. Siemens-Schuckert-Werke usw. mit Rücksicht auf die Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes, das Nachlassen der Geldnot und den Rückgang der Insolvenzen dazu übergegangen, kurzfristige Warenkredite bis zu 3 und 6 und bei größeren Lieferungsaufträgen sogar bis zu 9 und 12 Monaten einzuräumen. Für die gestundeten Beträge werden im Durch­schnitt 9 bis 12 Prozent Jahreszinsen berechnet und gern bewilligt. Die Zahlungsmodalitäten gelten jedoch nur für private Unternehmungen. Die staatlichen Lieferungen hingegen werden bei Uebergabe der Versanddokumente prompt bezahlt.

* Herabsetzung des englischen Bankdiskonts auf 4 Prozent. Wie amtlich gemeldet wird, hat die Direktion der Bank von Englaird den Bankdiskont um ein halbes Prozent auf vier Prozent herabgesetzt. Am 6. August war der, Bankdiskont auch um ein halbes Prozent auf viereinhalb Prozent herabgesetzt worden. Der Sah von vier Prozent hat vom 5. Juli 1923 bis zum 5. März 1925 ge­herrscht, wo der Zinssatz auf fünf Prozent er­höht wurde. Die jetzige Herabsetzung hat überall einen guten Eindruck hinterlassen.

* D i e Konkurse im 3. Vierteljahr 1 9 2 5. Die Anzahl der neu eröffneten Konkurse hat, laut Berechnungen der ZeitschriftDie Dank", im September nicht unbeträchtlich zuge» nommen, nämlich auf 896 gegenüber 725 im August. Immerhin bleiben die Konkurseröff­nungen im 3. Vierteljahr 1925 hinter der Der- aleichsziffer des vorigen Jahres zurück. Es wur­den nach einer Zusammenstellung der Finanz­zeitschriftDie Bank" in der Zeit vom 1. Juli bis 30. September 2409 Konkurse eröffnet gegen 2786 im selben Zeitraum des Vorjahres.

Börsenkurse.

Frankfurt a.M.

Berlin

1. 10.

Datum:

1. 10.

0.2325

0.225

0.265

95

1U5* 102,7'

101,5*

101'

93,5'

45

63,25*

99,25'

116 5 113.25

64,5'

121,13 ! 119,62

70,1

67

36

0.325

0,325

60

57

55

Trankfurier Abenvbörse.

Abendbörse

117,5 34,5

65,5

53,5

68*

64

4.25 81,5

36

49

67,25

115.25

115,5

7.35

0,028

68

117 117.25

56,25

96,5

121,25

Schluß Nur»

Schluß. Nur»

91'

71,75

69,25

30

4

85

73'

55.75*

75,5

125' 95'

105' 105*

4% 4 3W/<

6t 101*

77

32*

7,25 0,03

63,75

43,6

99,25

61

24

4,25

85

58

54,5

59*

74,5'

38

37,25

67,5 115.25 115,9

53,5 65 92

91 5*

61.75*

76'

39,25

39

68.25'

54'

75.5

60*

65'

men

Hessen

che Wertb. Dollar-Anl.

>oll.-Schatz-An wrisng.*)

0,255 0,43

71.9

65*

75'

38

36,25

28

36

0,295 0.430

0,13 0,27

65.25

55.1

92.25'

72.5

53,9

95.5

119,75

124,5

36,5

50,25 |

75 i

55,75 |

74,75 |

60 |

51.75

65,5

5% Deutsche RetchSanleihe . 4?/o Deutsche RetchSanleihe . 3/»% Deutsche Reichsanlethe 3% Deutsche RetchSanleihe . Deutsche Sparprämienanleihe 4% Preußische Konsols . . .

0.03

66 13*

46,9

40,5*

66,75'

70,75*

101.5'

114.25

18,1

35,1

67.5

117.25

117.5

55

70

0,24

90, 5

95.25

7,5

0,225 0,285 0,275

0.4575 0.135

0,27 0.27

0 26 0,275 91,25

95,3

7.7

41,5

122.7' 95'

104*

104'

0.24 0,2975

0,29 0.455 0,1425 0.2725

0,27

0.26

0 27

91,75

95 3

7,8

99.75

91.5 ! 27

4.5 I 86;

58 I 55 !

46.5 | 39,25 66.5*

71* I 101* ;

60,25* I

67.13' |

4*/o Zolltürien

5% Goldmerikaner

Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank Darmft. und Nationalbank . Deutsche Bank........

Deutsche Vereinsbank . . . . Disconto Commandit . . . . Mctallbank...........

wtitteldeutsche Creditbank. . Ocsterreichische Kreditanstalt.

Weslbank

Bochumer Guß 4 ..... .

Buderus

Caro ......

Deutsch-Luxemburg......

Gelsenkirchener Bergwerke .. tarvener Bergbau.....

aliwcrke Aschersleben. . . * Kaliwerk Westeregeln. . . .. Laurahütte....... » ..

Ober beb ar f * . . . Phönix Bergbau .....

Frankfurt a. M., 2. Oft. Die hatte fast keine Umsätze aufzuweisen. Zurückhaltung und Lustlosigkeit gaben wiederum dem Verkehr das Gepräge. Die Kurse hielten sich zumeist auf dem Stande der flauen Mittagsnotierungen. Die Abend­börse schloß in unverändert schwacher Haltung. Deut­sche Anleihen: 5proz. Reichsanleihe 0,225, Schutz- gebietsanlejhe 5,101. Ausländische Renten: Zolltür­ken 7,50, Ungarn von 1914 8,70. Bankaktien: Com­merzbank 94, Darmstädter Bank 102,75 Medio, Dresdner Bank 100, Mitteldeutsche Creditbank 92,50,

65*

67.25*

99*

113

17,75

35

0,25 90.25 95,25

8,9 1 40 |

123.75 !

94* i

Riebcck Montan ....... Tcllus Bergbau. Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd - . . . . Cheramische Werke Albi» . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......

Analo-Cont.-Guano . . . .. Badiscbe Anilin........

Chemische Mäher Awpin . . Goldschmidt Griesheimer Electron . . Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung ....... Rülgerswerke...... . .

Scheideanstalt .......

Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mainkraftwerke ....... Schuckert . Siemens & Halske .....

Adlerwerke Kicher ..... Daimler Motoren. ..... Heyligcnstaedt Meguin.............

Motorenwerke Mcmnbeim .

Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Mctallgescllichast Frankfurt. Pel. Union A.-G........

Schuhfabrik Her; . . . . . . . Sichel Zellstoff Daldhos Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .

104,7*

59

101

78|

93,25* 1

7 25

0,028!

Schl uh k. Abend» dSrse

2 10.

Schluss Mittag b'brle

2 10.

93,75*

73 7/

62

76 |

39,25

39,75

28

36

Rätsel-Ecke.

Silbenrätsel.

ba bas de di dikt do dhll e e el fen hac i ku la le li li lin na ne ni no 0 0 0 0 op peln re ruf) se sta the tiv us dl

Aus vorstehenden 37 Silben sind 13 Wörter mit folgender Bedeutung zu bilden: 1. Gestell, 2. Name eines Sonntags, 3. Musikinstrument, 4. Erzählendes Gedicht, 5. italienische Insel, 6. Heilmittel, 7. spartanischer König, 8. türkischer Titel, 9. türkische Stadt, 10. Königsname, 11. obrigkeitliche Verordnung, 12. musikalische Form, 13. Stadt in Schlesien. Wurden die Wörter richtig gebildet, müssen Anfangs- und End­buchstaben, beidemal von vorn nach hinten ge­lesen, ein Zitat von Terenz ergeben.

Entzifferungsaufgabe.

wfrtrjckfnbrjtmvtltzstgfnvsst.dfmwvrdfswjhlbfkj mmfn:wfrsjrgfnhxtyndbrx.tfnvsst,dfmwvrddxsmxhl nvchtsrjmrnfn.gjfthf

Seht man für bestimmte Konsonanten die fehlenden Vokale ein, so kann man ein Gedicht ablesen.

Ein Geheimnis.

Durchi" hat mancher seinea" mitu" getragen, Wie er dies tat wird er dir grab nicht sagen.

Besuchskartenrätsel.

A. T. Kanih

Freiberg

Die richtige Umstellung der Buchstaben ergibt die Benennung eines industriellen Groß­betriebes.

Rätsel.

Diel Weisheit seit deinen Kinderjahren Hast du gewiß aus dem ersten erfahren: Mit dem zweiten und dritten schreibst du (nieder,

Was deine Seele spiegelt wider:

Und kommen in deinen späteren Jahren Geschäfte, worinnen du unerfahren, Brauchst du das ganze unbedingt, Damit dich die Sorg' nicht niederzwingt.

Kreuzworträtsel.

Es bedeuten:

Don links nach rechts: 1. Weiblicher Personenname, 5. westindische Insel, 9. Teil der Kirche, 10. tm Weltkrieg beiß umstrittene Stadt in Frankreich, 11. gottesdienstlicher Brauch, 12. einer der sieben Weisen Griechenlands, 15. mili­

tärischer Rang, 18. Bestandteil des Bieres, 19. Prophet, 21. Körperteil, 22. Raubtier, 23. Stimm­lage, 24. französischer Marschall.

Don oben nach unten: 1. Dogel, 2. deutsche Hauptstadt, 3. geographische Bezeich­nung, 4. Gattungsbegriff, 5. englische Droschke, 6. Schweizer Kanton, 7. südamerikanischer Staat. 8. Tierleiche, 13. Nebenfluß des Neckar, 14. Dolksstamm, 16. Dorgebirgc des Harz, 17. die ganze Welt, 18. Zeichen, 20. Stadt im Frei­staat Sachsen.

Auflösungen.

Rätsel.

Reise Eis.

Umstellungsrätsel.

Kain, Asche, Rispe. Trepan, Ober, Flor, Fahne. Emir. Laub, Flachs, Elch, Urban, Espe, Rasen. Kartoffelfeuer.

Silbenrätsel.

1. Wollin, 2. Ili, 3. Reuse, 4. Lorchel, 5. Eifel, 6. Bibra, 7. Elis, 8. Nansen, 9. Niveau, 10. Isec, 11. Celle, 12. Haynau, 13. Tartüff. Wir leben nicht für uns allein.

Die Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom NedakttonStisch.

Schwierig.

Guten Abend, Herr Sterz! Kommen Sie denn jetzt schon atti dem Theater?"

..Freilich,"

Was ist denn heute?"

Freitag!"

Ach Quatsch, ich meine, was sie gegeben haben I"

Drei Mark für Orchestersessel."

Nein, ich meine doch, was für ein Stück!"

Ein silbernes Dreimarkstück."

Hör'n Se, das ist aber nicht zum Aus­halten!"

Dein, da haben Sie recht. Deshalb bin ich auch schon nach dem zweiten Akt weg­gegangen."

Geteilte Freude.

Herr Schulze gibt dem Drängen seiner Gattin nach und macht mit ihr eine Nordlandreise. Programmäßig besichtigen sie beim Scheine der Mitternachtssonne das Nordkap.

In einer Anwandlung von Langeweile ritzt Herr Schulze in den Felsen:

Saß hier mit meiner Frau. Schön! Schulze, Berlin."

Drei Wochen später kann mai^ wenige Zenti­meter tiefer, lesen:Ich ohne. Schöner! Meier, Hamburg." (Lustige Blätter.)

Der Dureauchef.

Schmidt, das steht nun mal fest: wenn ich nicht dabei bin, sind Sie der faulste Kerl im ganzen Bureau!"

Dakapo!

Die Sängerin hatte geendet und stürmischer Beifall toste durch den Saal. Als es kein Ende nehmen wollte, wiederholte die Sängerin das Lied. Da sagte Gretchen, bas zum erstenmal in einem Konzert war:Sie hat doch ganz gut gesungen, weshalb muh sie es denn nochmal machen?"

Reichsbank 130,75, Oesterreichische Kreditaktien 7,35. Montanaktien: Deutsch-Luxemburg 65,20, Kali Westeregeln 117,50. Chemische Aktien: Badische Ani­lin 119,62, Goldschmidt 67,50, Höchster Farben 115,87, Holzverkohlung 53,50. Jndustrieaktien: Dyckerhoff 26, Fuchs Waggon 0,48, Lahmeyer 73,75, Gebr. Iunghans 58.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

(3n Billionen Mari außoehrörf*. VuenaS-SlirrS, Lvudon, Nea« Sark, Japan, Rio de Janeiro für eine Estiheit, Men und tadaveft- kür 100000 Einheiten. alles übrige für 100 Einheiten.)

Telegraphische Auszahlung.

__________(Ohne Gewähr.)__________

Banknoten.

1 Oktbr.

2. Oktbr.

Amtliche Noti rung

Amtliche Notierung

Geld

Brief

Geld

Brief

Amst.-Ron

l 168,64

169,06

188.59

169,01

Buen.-Aires

1,701

1.707

1,701

1.708

Brff.-Antw.

18,83

18.85

18.76

18.80

Christiania.

85,14

85,66

81,01

84,31

Kopenhagen

101,52

101,78

101,27

101,53

Stockholm . HettingforS.

112,64

112,92

112.58

112,86

10,56

10,60 17,0.

10.652

10,592

Italien. . .

17,03

16.90

16.94

London. . .

20,8 8

20,368

20,305

20,355

Reut,ort . .

4,195

4,205

4.195

4.205

Paris. . . .

19,87

19,91

19,69

19.73

Schwei; . .

80,93

81,13

80 92

81,12

Spanten. .

60,17

60,33

60.2?

60,38

Japan . . . Rio de Jan.

1,717 0.585

1,721 0.587

1,713 0.598

1,717

1.600

Wien in D.<

Oest. abgest.

59,20

59,30

59,20

59,34

Prag .... Belgrad . .

12,42 7.44

1'3,46

12.424

12,4(4

7.46

7.41

7,43

Budapest. . Bulaarien .

5,872

3,065

5,882

0,075

5,872

3,055

5,842

3,065

Lissabon

21.075

20,125

21 075

21,125

Danzig. . .

80,61

80,81

80 50

80.70

Konstantin.

2,335

2,335

2,32

2,33

Athen. . .

6.14

6.16

6 09

6.11

Canada. . .

4.197

4.207

4,197

4,207

Uruguay . .

4.19

4,20

4.19

0.20

Berlin, 2. Oktbr.

Geld

Brief

Amerikanische Noten .....

4,177

4.197

Belgische Noten ........

Dänische Noten........

18,70

101,02

18,80

101,52

Englische Noten........

20,26

20,36

Französische Noten ......

19,69

19 79

Holländische Noten ......

168,23

169.07

Italienische Noten......

16,96

17,04

Norwegische Noten......

H3.99

81,4!

DeutschOcsterr.,äi00 Kronen

69,00

59,30

Rumänische Noten......

Schwedische Noten ......

112,29

112,85

Schweizer Noten .......

80,83

81,23

Spanische Noten.......

60.05

.35

Tschechoslowakische Noten . .

12.387

12.447

Ungarische Noten.......

8.83

5,87

Berliner Börse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".)

Berlin, 2. Okt. Das Geschäft war an der

Börse so gering, daß eine Tendenzbildung in den

Nebenwerten nicht erfolgen konnte. Die Wieder­aufnahme des Ultimohandels läßt sich doch nicht so an, wie dies nach Einführung der technischen Ein­zelheiten zu wünschen märe. Die Umsätze in einigen der 26 Terminpapiere waren vielmehr so gerinn, daß z.B. von den per Medio gehandelten Schiff­fahrtswerten bei Beginn der Börse nur Nord­deutscher Lloyd notiert werden konnte. Es ist er­klärlich, daß diese unvorhergesehene (9 e ftaltung des Termingeschäftes auf die Tendenz verstimmend wirkte. An den im Vor­dergründe stehenden Werten war daher die Haltung ausgesprochen matt, namentlich Montanwerte bröckelten ab. Eine Erörterung politischer und wirt­schaftlicher Fragen findet kaum statt. Am Devisen­markt bewirkte die Diskontherabsetzung bei der Bank von England einen Rückgang des englischen Pfundes auf 4,841 gegen Kabel. Die Reichsmark erfuhr in London eine leichte Besserung auf 20,34. Die Mark notierte in Amsterdam 59,214, Paris 5,02. Am Geldmarkt traten keine nennenswerten Ver­änderungen ein. Tägliches Geld 10 bis 12 Proz., Monatsgeld 10 bis 114 Prozent.

Frankfurter Getreidebörse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".)

Frankfurt a. M., 2. Oft. Es wurden no­tiert: Weizen (Wetterauer) 22.50 bis 22.75. Rog­gen (inländischer) 17.50, Sommergerste für Brau- zwecke 25 bis 26.50, Hafer (inländischer) 19.50 bis 20.50, Mais (gelb) 20, W-^enmehl, inländ., Spezial 0, 37, Roggenmehl 25 bis 26, Weizen­kleie 10, Roggenkleie 10. Tendenz: Ruhig.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 2. Okt. Der Produktenmarkt war infolge weiterer schwächerer Auslandskurse ruhig und die Preise weiter nachgebend. Weizen gab 3 Rm. und Roggen etwa 1.50 bis 3 Rm. nach. Cs notierten pro 1000 Kg.: Weizen (märk.) 200 bis 204, Weizen (Oktober) 217.50 bis 218.50, Weizen (Dezember) 222 bis 221, Weizen (März) 227 bis 226, Roggen (märk.) 144 bis 146, Roggen (Oktober) 157, Roggen (Dezember) 164.50. Rog­gen (März) 172, Gerste (märk.) 206 bis 230, Futtergerste 169 bis 174, Hafer (märk.) 173 bis 179, Hafer (Oktober) 171 bis 173. Hafer (De­zember) 181 bis 183, Hafer (März) 186 bis 188: für je 100 Kg.: Weizenmehl 26.75 bis 30.75, Roggenmehl 20.75 bis 23, Weizentleie 9.70 bis 9.90, Roggenkleie 8.70 bis 8.90, Diktoriaerbsen 26 bis 31, kleine Speiseerbsen 26 bis 28, Futter­erbsen 21 bis 24, Wicken 23 bis 26, Rapskuchen 15, Leinkuchen 21.50, Trockenschnihel 11.20, Torf- melasse 8 bis 8.20, Kartoffelflocken 15 bis 15.40, Zucker 20.

Möbel

Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, Küchen- und Einzelmöbel, Stahldraht- und Auslage-Matratzen, Chaiselongues, Diwans, Klubmöbel (eigener Werkstatt). Beste Qualität. Billigst« Preis«. Teilzahlung gestattet.

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