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ien, den 3. vkvkr 1925.

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auf Sen Feldern Kartoffeln mit dem Karst vor, Kinder i seinen Spuren auf. Sclö e Erdapfel auf dem braunen i kvtbe gesammelt, ln Säcke gefahren.

yin\ ist das Kartoffel« aus dm dürren Kraut an« i Kraut nur einigem ^en >s ausgezeichnet. Sa schleppt es Mdel eifrig heran und ämme, die den dicken, silber« Lauch durchbrechen teil!v Mn« ragen fressen sich an den Sta^ ruh', und spritzt, dampft und rauscht, glimmt und IW ^hUraet ausstrahlt. Man c springen, wenn der W tret Flamme spick?uf dem

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Landeplatzcs sich nur 20 Personen an den Flügen beteiligen. Auch hier lagen toesentlich wehr An- meldungeir vor. Insgesamt flogen also mit dem FlugzeugGieße n" 3 6 6 P e r- fönen. An sich bedeutet diese Zahl im Ver- kehrsleben nur toenig, wenn man aber bedenkt, daß es sich um ein ganß neues Verkehrsmittel handelt, dem, wie seinerzeit bei Eröffnung des Eisenbahnverkehrs, vidle Leute noch mit einem gewissen Vorurteil begegnen, so kann man doch sagen, daß die Erwartungen, die man hegte, übertroffen wurden. In der Statistik der von Frankfurt a. M. ausgehenden Luftlinien nimmt Gießen in bezug auf Personenzahl eine aus­gezeichnete Stelle ein. Diese rege Beteiligung läßt günstige Schlüsse auf die zukünftige Ent­wicklung des von Gießen ausstrahlenden Luft­verkehrs zu. Alle Flüge verliefen radellos ohne den geringsten Uix - fall. Das weibliche Geschlecht hat sich besonders stark an den Flügen beteiligt. Die Flugplatzein­lichtungen sollen im nächsten Jahre weiter aus- gebaut werden.

Manövererinnerungen unserer 15er.

Herzlich willkommen, ihr wack ' ren 15 c r.", so stand am Bahnhof Eisenach ge­schrieben, und so war auch die Stimmung in ganz Thüringen. UeberaU wurde geschlachtet und gebacken: Bäcker und Metzger hatten schwere Tage, und . manches runde Schwein beschloß sein rosiges Dasein mit entsetzlichem Gequiecke. Da gab es Bauern, die hatten Ihre 10 Mann und noch 6 Pferde untergebracht. Wenn man sie fragte, wie sie das leisten könnten, meinten sie:'s ist nicht alle Jahre bei uns Manöver: und für unsere Reichswehr tun wir's gern." Selbst arme Arbeiter, die selber iaum zu beißen hatten und daher vorn Bürgermeister übergangen wurden, kamen und verlangten ihren Soldaten. Und das waren nicht die schlechtesten Quartiere.

Sehr rasch hatte man sich ckllerorts angefreundet, und bald sah man unsere Soldaten, Gabel oder Recken auf der Schulter, fröhlich schäkernd mit drallen Bauerndirnen zur Arbeit ziehen. Abends machte man sich fein, so gut es gehen wollte, und führte seine Donna zum Tanze. In den Gäßchen sah man die Pärchen lustwandeln, bis der Zapfenstreich erklang und mit rauhem Ton das liebliche Idyll störte.

Anstrengende Tage waren es, diese Wandertage, vor allem die Märsche in dem welligen, fast gründ- losen Geländer erforderten den ganzen Mann. Aber trotz Wind und Wetter und Strapazen hielt sich die Truppe bemerkenswert frisch. Lustige Soldatenlieder und derber Humor taten das ihrige.

Zwei Höhepunkte wären zu verzeichnen-, das war der Einzug in Arnstadt und der Empfang in Eisena ch. Der Einzug in Arnstadt glich einem Triumphzug. In dichten Scharen säumte die Ein­wohnerschaft die Straßen, lange bevor die Truppe kam: und als endlich das Gießener Batail­lon, Dberftleulnant Fritz an der Spitze, unter klingendem Spiel einmarschierte, durch prächtig be­flaggte Straßen, da gab's ein Jubeln und Tücher- schwenken, ein förmlicher Blumenregen ergoß sich über die Marschkolonne.Wie anno 14 war's", hörte ich einen alten Gefreiten saaen. Abends war Konzert und Tanz. Obermusikmeister Loder feierte auch hier Triumphe: ein riesiger Asternstrauß, von zarter Hand überreicht, bewies das durch die Blume. Im flaggengeschmückten Eisenach zog nm Samstag, 19. Sept., das ganze Regiment 15 ein. Auch hier freute man sich allgemein über das gute Aussehen und die tadellose Haltung der Leute. Man war eifrig bemüht, der Truppe den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Konzerte gab cs, Wartburgbeleuchtung, großen Zapfenstreich, Re­gimentsball und, was für manchen das Wichtigste war. pro Mann drei Biermarken.

Wie beliebt unser kleines Heer ist, zeigte sich im Biwak, das bei A r n st a d t bezogen wurde. In der mustergültig gebauten Zeltstadt hatten sich viele Hunderte von Zuschauern eingefunden, die froh dieses uralte Stück deutscher Soldatenromantik mit«

genossen. Jede Kompagnie hatte ihr hell loderndes Wachtfeuer, um das sich die Leute gelagert hatten. Hier sang man bald ernste, bald heitere Soldaten­weisen, dort waren die Kompagniespaßmacher am Werke, einen kleinen Sketch zu inszenieren, wie das frohe Gelächter der dankbaren Zuhörerschaft bewies. Um 10 Uhr trat das Bataillon an zum großen Zapfenstreich.Helm ab zum Gebet'" Ergriffen lauschte die Menge der alten, immer wieder packen­den Weise. Allmählich wurde es still im Lager. Müde flackerten die Wachtfeuer: gespenstisch hoben sich die Postensilhouetten im Feuerscheine ab. Eine kalte Rocht war's gewesen: trotzdem, zum richtigen Ma­növer gehört ein Biwak mit all seinen Freuden.

Alles' in allem: Es waren anstrengende, aber schöne Wochen, die keiner in seiner Erinnerung missen möchte. Das Regiment hat sich ausgezeichnet gehalten und hat einen beachtenswerten Grad der Gefechtsausbildung erreicht, wie aus den Kritiken ersichtlich war. Möge es in diesem Sinne weiter­arbeiten! Mz.

(Gießener Wochenmarktpreise.

am 3. Oktober (Händlerpreise).

Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 200 bis 210 Pfennig, Matte 35, Käse 70, Wirsing 12, Weißkraut 8, Rotkraut 15. gelbe Rüben 15, rote Rüben 10, Spinat 20, Römischkohl 8, Bohnen 30. Unter- kohlrabi 6, Grünkohl 20_ Rosenkohl 40, Feld­salat 100, Tomaten 30, Zwiebeln 12, Meer­rettich 40 bis 100, Kürbis 6 bis 8, Pilze 30 bis 40, Kartoffeln 4,5, Falläpfel 5. Aepfel 12 bis 25, Birnen 10 bis 30, Zwetschen 25, Honig 30, junge Hahnen 100, Suppenhühner 120, Ganse 120, Aüsse 40 bis 45; daS Stück: Eier 16 bis 17, Blumenkohl 20 bis 90, Salat 20, Salatgurken 8, Einmachgurken 1, Endivien 20, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5, Rettich 10 bis 20, Sellerie 5 bis 40: das Bund: Radieschen 10: das Pfund: Quitten 35 Pfennig.

Bornotizen

Tageskalender für Samstag. Rad-ClubGermania" 8 Tlhr, Turnhalle. Win­terfest. Artillerie-Verein 81/, Uhr, Vereins­lokal. Monatsversammlung Elsaß-Lothringer 8V< Tlhr,Hotel Köhler", Monatsversammlung. Geflügel- und Vogelzucht-Verein 8l/3 Llhr. Pfälzer Hwf", Monatsversammlung. Licht­spielhaus Dahnhvfstr.:Hm eines Weibes Ehre". Aftoria-Lichtspiele:Rollende Räder rasen­des Blut". -

Tageskalender f ü r Sonntag. Turnverein 1846 norm. 8.30 Hhr, Wanderpreis­spiel im Faustball auf dem Trieb.Die Wan­derer" Radfahrer-Gesellschaft nachm. 3 Uhr, Liebigshöhe" radsportliche Veranstaltungen. Lichtspielhäuser wie Samstag.

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Da auf Wunsch der Kur­verwaltung die Vorstellungen in Bad-Rauheim bis Schluß des September andauerten, wird wegen der nötigen Pause und Vorbereitung die diesjährige Spielzeit hier mit einem Operetten­gastspiel, und zwar am Freitag, 9. Oktober, beginnen. An diesem Tag wird als erste Frei- tags-Abonnementvorstellung Zellers hübsche und beliebte OperetteDer Vogelhändler" in einer wohlvorbereiteten und bestens besetzten Auf­führung gegeben werden. Am Sonntag, 11. Oktober, wird Gustav Rickelts lustigerGlücks­pilz" wiederholt, und am Dienstag, 13. Ok­tober, kommt zu Max Halbes 60. Geburtstage sein hier noch nicht aufgeführtes Schauspiel Haus Rosenhagen" heraus.

Die Vortrags-Vereinigung er­öffnet am nächsten Donnerstag ihr diesjähriges Dortragsprogramm mit einem Lichtbildervorirag von Dr. L e m p e r h aus Köln über das Thema ..Ein Jahrtausend rheinische Kun st". Wie die Jahrtausendfeiern des Rheinlandes in eindrucksvoller Weise gezeigt haben, zählt die Kunst der Rheinlande zu den interessantesten Kapiteln der deutschen Kunstgeschichte. Dies gab der Vortrags-Vereinigung Veranlassung zu die­

sem Vortragsabend, der somit gewissermaßen als ein sinnvolles Schluhblatt der rheinischen Gedenkfeiern angesprochen werden kann. Das vielgestaltige Bild rheinischen Kunstschaffens, das eine tausendjährige Kultur hervorgezaubert hat, wird Dr. Lemperh in feinem Vortrage an Hand eines reichen Lichtbildmaterials entrollen und gleichzeitig Weltauffassung und Charakter, ge­schichtliche unb politische Verhältnisse, die sich in der rheinischen Kunst widerspiegeln, berühren. (Siehe heutige Anzeige.»

Personenstandsaufnahme am 10. Oktober 192 5. Rach einer Anordnung des Reichsfinanzministers findet auch in diesem Jahre eine Personenstandsaufnahme statt, und zwar nach dem Stand vom 10. Oktober 1925. Die Gemeindebehörden übernehmen die Vertei­lung und Sammlung der Listen.

. Die unbeliebte Listenwahl. Vom Lande wird uns geschrieben: Den bevorstehenden Gemeinderatswahlen sieht man in der ländlichen Bevölkerung mit einer Ge­lassenheit und G leichgültigkeit ent­gegen, die im krassesten Gegensatz zu dem Wahl­eifer bei den verflossenen Bürgermeister- und Beigeordnetenwahlen stehen. Schuld daran ist die Listenwahl, für die man sich nicht be­geistern kann, weil sie nicht den Willen der Be­völkerung zum Ausdruck bringe. Man betrachtet das Aufstellen der Wahlvorschläge als das Werk einzelner, die sich in den Vordergrund des öffent­lichen Interesses drängen, sieht in den zur Wahl Vorgeschlagenen Günstlinge des einen oder andern, die mit der Abfassung der Liste zu tun hatten. Mißtrauen und Verärgertfein lähmen die Wahl­freudigkeit und führen zu jener ©leicfajültigfeit, die den Dingen freien Laris läßt, weil man es nun einmal nicht ändern kann. Gesprächsweise wird immer wieder auf die Vorkriegszeit hin- gewiesen, wo jeder dem seine Stimme gab, den er für würdig erachtete, die Interessen der Ge­meinde uneigennützig und mit wirtschaftlichem und sozialem Verständnis zu vertreten. Mit der Beseitigung der Listenwahl wird auch die Inter­esselosigkeit an den Gemeinderatswahlen ver­schwinden und jeder dörfliche Wähler wird sich mit Eifer dafür einsetzen, den geeigneten Männern Sih und Stimme in der Gemeindevertretung zu verschaffen.

** Fristverlängerung für Auf­wertungsforderungen. Anläßlich der am 30. September abgelaufenen Frist, die für An­meldung, Rachweis und Ausschluß von Rechten aus aufgewerteten Industrie-Obli­gationen und verwandten Schuldverschreibun­gen festgesetzt war, stellte es sich heraus, daß der Termin für zahlreiche Gläubiger zu früh ge­wählt war. Es ist daher Termin für An­meldung von Ansprüchen aus solchen Schuld- verschretvungea. die bereits ausgelost oder ge­kündigt sind unb darauf bei einer Bank zur Einlösung eingereicht wurden, sich aber noch im Besitze der Bant befinden, bis zum 3 0. Ro- vember verlängert worden. Entsprechend sind die anderen in der Verordnung vom 10. August 1925 aufgeführten Fristen um zwei Mo­nate verschoben worden.

'* Schadenersahregelung für Aus­gewiesene. Aus einem dem Reichsminister für die besetzten Gebiete zur Verfügung gestellten Fonds kann bekanntlich in besonderen Härtefällen unter Umständen bei Ausweisungsschäden eine Beihilfe bis zu 2500 Reichsmark gewährt werden, wenn nach den Richtlinien über die Schadlos­haltung Ausgewiesener eine Schadensvergütung nicht oder nicht in vollem Umfange möglich ist. Anträge der aus dem besetzten Hessen Aus- gewiesenen sind bis spätestens 15. Oktober d. Js. an die Reichsentschädigungsstelle, Zweigstelle Würzburg, zu richten, worauf ndchmals hin- gewiesen sei.

** Bullen-Auktion in Lauterbach. Am nächsten Mittwoch, 7. Oktober, findet ge­legentlich des Lauterbacher Marktes die letzte Dullenauktion des Landwirtschaftskammer-Aus­

schusses für Oberbeff en n» diesem Jahre statt. Zum Verkauf kommen etwa 60 Dullen. Sämtliche zur Dersteigerimg kommenden Tiere sind in das Zuchtregister des Landwirtschaftskammer-Aus­schusses eingetragen unb stammen aus den besten Zuchten der Kreise Lauterbach und Alsfeld. Die Auktion bietet somit für Gemeinden und Zucht - Vereinigungen, die wertvolle Faseltiere anzu- schaffen beabsichtigen, günstige Aussichten. Man beachte die heutige Anzeige.

* Der Wintersahrplan tritt am 4. Oktober in Kraft. Soeben erscheint auch die Winterausgabe der Storm-Kursbücher. Reben dem Storm-Kursbuch Reich (4,) hat sich in unserem Verkehrsgebiet das Storm Süddeutsch­land (1,20) mit Dampsschifsverbindungen, Kraft- Posten und Anschlüssen nach Oesterreich und der Schweiz sehr gut eingeführt. Da der Winter- sahrplan auf vielen Strecken zum Teil erhebliche Aenderungen bringt, empfiehlt 'ich die Anschaf­fung des neuen Kursbuches

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtss ' chten sind ohne Verbindlichkeit der

Redaktion.)

C. L. Der Zuschlagssatz für die September- miete bezifferte sich in Gießen auf 84 Prozent.

C. E. B. 72. 1. Eine Bestrafung wegen Be­trugs fällt nicht unter die Amnestie. 2. Straf­verfahren wegen Hausfriedensbruchs, sowie Be­leidigungen werden niedergeschlagen, wenn sie begangen wurden gelegentlich öffentlicher Kund­gebungen im politischen oder wirtschaftlichen Kampfe. 3. Von der Riederschlagung unb dem Straferlaß ausgeschlossen sind diejenigen Per­sonen, welche aus Rohheit, Eigennutz ober son­stigen nichtpolitischen Beweggründen gehandelt haben.Ueber die Riederschlagung und den Straferlaß entscheiden die Staatsanwaltschaft oder das Gericht, bei dem die Sache anhängig ist (z. D. bei Beleidigungen aus politischem Qln- laß das Amtsgericht).

Kegelklub in R. Diegesetzliche Sonntags­ruhe" hat auf das Kegelspielen keine Anwen­dung zu finden. Wer jedoch den gegen die Stö­rung der Feier der Sonn- und Festtage er­lassenen Anordnungen zuwiderhandelt, wird nach § 366- StrGB. mit Geldstrafe bis zu 60 Mk. oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft. Hinzu kommen die Artikel 224 biS 232 des Hessischen Polizeistrafgesetzes, als die näheren Ausfüh­rungsbestimmungen enthaltend, in Anwendung. Artikel 229 lautet: ..Bis nach beendigtem Rach­mittagsgottesdienst sind ... öffentliche Spiele und andere geräuschvolle öffentliche Lust­barkeiten verboten." Ebenso finden die Vor­schriften über die Polizeistunde Anwendung. Richt ausgeschlossen ist auch unter besonderen Um­ständen eine Bestrafung wegen ruhestörenden Lärms.

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Än-Auktion am Mittwoch, dem 7. Oktober, vormittags 11 Uhr, in Lauter­bach L H. nuD Ium Verkauf kommen ca. 60 Bullen des Hess. Fleckvieh­schlages (Simmentaler).

Gießen, den 26. September 1925 Landwirtschastskammer-Aus­schutz für Oberhessen. __

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