Nr. 79 Drittes Platt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger sm tvveryefstn)
Kettag, 3. Lprll 1925
Balkanischer Agrarkommunismus.
Bon einem gelegenttichcu Mitarbeiter.
Wenn vom blauen Mittelmeer der Frühlings- söhn übei die Rhodopen ins Maritzatal hinunter brauft, gerät das Blut der Balsonbewohner in politische Wallung, und Dolch und Revolver siszeu noch lose, im fflürtel als zu anderen Zeiten. Run ist es m diesem Jahr auch "Iis dem Balkan nicht so recht Winter geworden, wenigsten^ im Sinne der poli tischen Ruhezeit. Beunruhigende Rachrichten aus Bulgarien Hausen sich seit Wochen. Politischer Mord auf offener Strafte der Hauptstadt, Verhängung des Belagerungszustandes über verschiedene Bezirke, kommunistische Verschwörungen mit Unterstützung militärischer Abgesandter Moskaus, energisches Eingreifen der Regierung und Erwci terung der Regierungsbasis, um den bedrohlichen Angriffen gegen die staatliche Ordung zu begegnen.
In Europa gewinnt man nur schwer Verstand ins dafür, wenn von der kommunistischen Gefahr in einem rein bäuerlichen Lande wie Bulgarien gesprochen wird und wenn dif bulgarischen Politiker der Staatsbejahung gegen ihre Feinde den Ausdruck „21 g r n r r o m m u n i ft e n" gebrau chen. Was hat der schollentreue Bauer mit dem enteignenden Kommunismus zu tun? Run, man muß sich eben alte Gepflogenheiten der bulgarischen 'Agrarverfassung vergegenwärtigen, muft an den gemeinsamen Landbesitz sowohl der „Großfamilie" wie der politischen Gemeinde denken, und muft sich endlich vor Augen halten, daft die Uebernahme des napoleonischen E r b t e i - lungsrechtes durch ein Bauernvolk, in dessen einzelnen Familien eine Kinderzahl von einem Dutzend und darüber durchaus nicht die Ausnahme bildet, zu einer ungeheuren Zersplitterung der Bodenanteile geführt hat. Diese Vorbedingun gen sind dem Agrarkommunismus durchaus günstig, so daft die bolschewistische Gefahr in Bulgarien um so ernster zu nehmen ist, als gerade die ländliche Bevölkerung unverändert auf die Anpasiung an Ruftland eingestellt ist.
Was aber in einer balkanischen Wette recke oor- geht, das berührt nicht nur dieses einzelne Land, lonbcm ist regelmäßig von Bedeutung für den ganzen Balkan im weitesten Sinne. 'Auch hier muß man sich wieder die Besonderheiten der S2än- der nicht nur südlich der unteren Donau vergegen märtigen. Ihr staatliches (Eigenleben nach mehr oder weniger langer Türkenherrschaft ist jung, und auch dort, wo ,*>ur Zeit der 'Befreiung der größere Teil der Bevölkerung noch ans Analphabeten bestand, gaben sich diese Länder unter äußeren Einflüssen eine Verfassung, die in höchstkultivierten Ländern des atlantischen Europas in bezug auf demokra tische Einstellimg kaum erreicht war. In dieser ..Liebe-gäbe" für die jungen Baitanstaaten lag eine Perfidie des zaristischen Rußland. Denn man wollte non ftußlanb aus die Balkanländer beherrschen und wußte sehr gut, daß ihre Lage am schwierigsten, ständiger russischer Unterstützung und Bewachung am bedürftigsten sein würde, wenn man durch die Art der Verfassung für möglichst intensive innere Stampfe und 'Parteizersplitterungen sorgte. Roch heute suhlen die Balkanstaaten in ihrem am Völker (eben gemeßenen jugendlichen Alter sich mehr ober weniger unsicher und anpaffungs ober richtiger nachahmungsbedürftig. Außerordentlich bezeichnend mar es in dieser Hinsicht, daß 'Bulgarien nach der Revolution von 1918 die äußere Form der Mo uarchie beibehielt, obwohl die Sobranje als einzige mrnmer über eine zweifellos republikanische Mehr beit verfügte. Es wirkte das Beispiel der Rach Harn. Man behielt die monarchistische Form, weil auch Groß-Serbien und '.Rumänien bei dieser Form Derblieben. Umgekehrt aber könnte der Rach- ahmungstrieb in den 'Rachbarländern wirken, wenn
Feuer am Nordpol.
Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Don Karl August von Laffert.
9. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Wollen Sie, bitte, genau auf etwaige Eindrücke im Boden achten, während idi die Bewegungen der 'Rute verfolge", bat er Stefanescu.
Langsam ging er weiter, einen weißen Kiesweg entlang. Vor einer Gartenbank drehte die Schlinge im Kreise. Zanders blieb stehen, während stefanescu sich bückte, um ein in Seidenpapier eingewickeltes Päckchen aufzuheben, dos unter der Bank lag.
Er schlug das weifte Papier auseinander und stieß einen Ruf der Hebeiiajd)img aus.
„Der Schmuck der Fürstin!" rief er erregt.
Die oberflächliche Untersuchung ergab ein wildes Durcheinander von Ringen, Ketten und Armbändern. Die Schmuckstücke erschienen in Eile zu- fammengerafft und achtlos in das Papier gehüllt zu sein.
„Wie wird sich tnc Fürstin freuen!" rief Ste sancscu. „Wir müßen sie sofort benachrichtigen."
Sie trafen Linda, die Prinzessin und Stratoff beim Frühstück auf der Terrasse. Groß war die Ueberaschung. und die Fürstin strahlte. Doch die Kunde, daß die Kassetc fehlte, versetzte sie aufs neue in Bestürzung
„Höchst seltsames Begebnis", meinte der Ruße mit einem Unterton non Mißtrauen.
„Ich werde mich jetzt an die weitere Verfolgung der Spur machen", erklärte Sanders. „Vielleicht gelingt es mir, Näheres über den Täter herous- ,zubekommen."
„Aber erst müssen Sie frühstücken , bat Linda.
„Sie haben recht, Fürstin", sagte Zanders, j „Wer rann wissen, wie weit mich die Spuren noch führen. Auch bitte ich darum, daß einige Ihrer Leute zn Pferde und zur Vorsicht bewaffnet mich begleiten.
„Wir kommen alle mit", rief Linda eifrig. Dann gab sie dem Diener kurze 'Anweisungen.
„Ich schlage vor. bis zum Eintreffen der Polizei zu warten", meinte Stratoff. „Die Fähigkeiten von Herrn Sanders in allen Ehren. eoUte es ihm aber doch nicht gelingen, etwas ausfindig zu machen.
Mittag- und Abendessen Fürstenberg-Bräu Gut gepflegte Weine
Bulgarien dem Bolschewismus verfiele, eine Gefahr, gegen die auch Rumänien durchaus nicht gefeit erscheint, nachdem die überstürzte Agrarreform den Bauern zwar Land gegeben hat, aber nicht die Fähigkeit und die materiellen und technischen Mittel, es zufriedenstellender Weise zu nutzen, jo daß es auch hier an aufnahmefähigen^ Boden für die (Übertragung von 'Amteckungsftosfen des Agrar lommu^ismus nicht fehlen würde. 'Bei sorstchrei tenber Infizierung Rumäniens aber hätte die Rote Armee am Dnjeftr verhältnismäßig leichte Arbeit, um Rumänien vollends aufs Krankenlager zu zwingen. Die großen inneren Parteischwiengkeilen, unter denen das Land ohnehin leidet, erhöhen die Gefahr geringer Widerstandskraft gegen die Infektion.
Es ist also gewiß nicht nur eine rein bulgarische, ist auch nicht einmal nur eine rein balkanische Angelegenheit, die Europa als ferner Zuschauer in Seelenruhe betrachten kann, wenn gegenwärtig der bulgarische Agrarkommunisinus von Moskau aus aufs neue außerordentlich intensiv geschürt wird und die Regierung in Sofia in verzweifelter Gegenwehr steht. Man möge die balkanische Ansteckungsgefahr nicht unterschätzen und sich klar darüber werden, was es für das übrige Em ropa bedeutet, wenn es Moskau gelingt, die Front des Bolschewismus, die bisher an der kultureuro päifchen Ostgrenze liegt, durch die Donaulän- d e r auszudehnen zu einer weiten südlichen Umfassung Mitteleuropas. In diese südosteuropäischen Gefilde braucht nur erst einmal eine Bresche gelegt zu werden, um dem Bolschewismus weit über die Grenzen Bulgariens hinausgehende Siegeschancen zu geben.
Hochschulnachrichten.
Proteststreik an allen französischen Hochschulen.
Der Konflikt zwischen der Pariser Universität und dem Unterrichts-Minister spitzt sich immer mehr zu. Die Kundgebungen der Studenten rußten sich jetzt vor allem gegen die Amtsenthebung des Hekans. 5kr_ allgemeine Stu- dentenverband hat einen dreitägigen P r o t e ft * streik der Pariser Hochschule und der 18 Universitäten der Provinz beschlossen. 3000 Studenten veranstalteten einen ilmjug und brachten deoi Delan der Fakultät vor seinem Hause eine Ovation dar Alle Blätter stellen den Konflikt als äußerst schwer hin. Cs liegen keinerlei Anzeichen vor, die darauf schließen lasse,i, daß er bald beigelegt wird. Herriot soll dem Vorsitzenden der Studentenschaft erklärt haben, daß er. wenn es sein müsse, das Llniversitätsvierlel militärisch besehen und Tanks auffahren lassen würde. Die Studenten der medizinischen Fakultät verbreiten einen Aufruf, in dem sie die 'Regierung mit lärmenden ftunbgebungen bedrohen, wenn sie den Professor CSScill zum Professor an der hiesigen ilniDcrfität ernenne. Die Aegic nmg soll für diesen Professor, der auch als Schützling des Llnterrichtsmimsters gilt, ohne zwingende Rotwendigkeit einen besonderen Lehrstuhl geschaffen haben. Die Professoren der Rechtsfakultät haben mit Ausnahme von zweien für den suspendierten Dekan Stellung genommen und dem llnlerrid>ttsmnnfter ein» Protestkundgevung übermittelt Sin Student der medizinischen Sahiltät, der wegen seines Der haltens bei den letzten Unruhen zu 14 Sagen, Gefängnis verurteilt wurde, erhielt gestern nachmittag auf eine Intervention mehrerer Professoren hin die Erlaubnis, fein Examen abzrw- legcn. Sr war von zwei Polrizeiinspek- to reu begleitet. die bei der Prüfung zugegen waren und ihn, nachdem er das Examen mit „sehr gut“ bestanden hatte, wieder ins Gefängnis abführten.
fo würden durch das Herumlaufen vieler Menschen im Park nicht nur die vielleicht vorhandenen Spuren verwischt, sondern es könnte auch dem Spürhund so gut wie unmöglich gemacht werden, die Fährte des Verbrechers von den vielen anderen zu unterscheiden."
„Die Frau Fürstin hat zu befehlen", sagte Sanders. „Wenn sie es wünscht, fo warte ich. Allerdings wird auch mir später das 'Rachsuchen fehr erschwert sein."
,^Jd) bitte dringend, versuchen Sie Ihr Heil.'
„Sie hohen Ihren Schmuck bereits wieder", sagte Stratvff „Bisher bin ich allein der Verlust- tragende."
„Durch meine Nachlässigkeit ging Ihre kostbare Kassette verloren", widersprach Linda. „Also bin auch ich für den Verlust haftbar, den ich Ihnen eventuell crjetzen muß."
„Sie wissen, Fürstin, daß es mir ein Vergnügen sein würde. Ihnen dos Schmuckkästchen als Zeichen meiner Verehrung zu überlaßen. Wird es nicht wiedergefunden, dann bitte ich, es als ein Geschenk von mir zu betrachten."
„Sie sind sehr liebenswürdig", sagte die junge Frau kühl. „Aber derart kostbare Geschenke ocr- mag ich nicht anzunehmen."
11.
Nach beendetem Frühstück gingen alle ins Schloß, um sich für die möglichen Schwierigkeiten des Weges paßend anzuziehen.
Stratoff gelang es, der Fürstin unbemerkt zn- zuflüftern: , „
Merkwürdig, daß der Dieb sich mit der Koßette begnügte und Ihren Schmuck jo offensichllich liegenließ, daß er bestimmt gefunden werden mußte. Da wäre es bester gewesen. Sie hätten den schmuck lasten heimlich verkauft, um das von Ihnen gc wünschte Geld zu erhalten. Sie konnten dann ja ruhig behaupten, bestohlen zu fein, und ich allein hätte das Nachsehen gehabt."
„Wollen Sie damit jagen,* baß Sie mich einer solchen Niedertracht für fähig halten?"
„Ich bin der Meinung, daß Sie sehr klug daran getan hatten. Aber wenn es Sie beleidigt, nehme ich natürlich einen derartigen Gedanken zurück.
Kurze Zeit darauf mar alles zum Aufbruch fertig. Die Teilnehmer hatten Reitkoftüme an-
CEine hochfchultandstche Bücherei.
Der bekannte Historiker des deutschen Stuben tentums Prof. Paul Saymank hat in jahrelanger Sammeltätigkeit eine . Hochschulgefchichtliche Bücherei" zusammengebracht, die jetzt in (Höttingen der allgemeinen Benutzung mganglid) gemacht wird. Wie in den 'Berliner Hochschulnachrichten mitgeteilt wird, besteht, die Aufgabe dieser Bücherei darin, das üueUcnmaierial zur Geiwichte des deutschen Hochschulweientz und deiuschen Studenten- lebens in möglichster Vollständigkeit zum Zweck wissenschaftticher Bearbeitung zu sammeln. Die Bücherei, in der mehrere 3onöerbibliothefen auf- gegangen sind, ist reich an seltenen Zeitschriften und nicht im Handel erschienenen Prioatdrncken und wird für eine lünstige Bibliographie des deutschen Hochschulwesens die Grundlage bilden können.
Kirche und Schule,
Kirchliche Dienstnachrichten.
Am 20. März 1 Is. wurde der evangelische Pfarrer Lic. A e n e Wa 1 lau juOber«öee- men auf sein Aachfuchen zwecks Ucbernaßmc einer Psarrstelle an der St. Petersgemeurde in Front urt a. M. mit Wirkung vom 1. Mai 1925 aus dem Dienste der Hessischen evangelischen Landeskirche entlassen.
Der durch den Detanatstag der- Dekanats Grünberg am 10. März I. 3ä. für den Rest der im Jahre 1928 ablaufenden Wahlperiode vollzogenen Wahl des evangelischen Pfarrers Fritz Schmidt zu Grün berg zuni Dekan des Dekanats Grünberg wurde mit Wirkung vom 1. April die Bestätigung erteilt.
Buntes Allerlei.
Zwei neue deutsche Kanalstrohen
Der Bau zweier Kanäle, die für den Westen Deutschlairds von größter Wichtigkeit lind, wird jetzt endlich in Angriff genommen werben. Es handelt sich um eine Derbinbung der Aorb und Ostseehäfen mit dem Süden des Landes durch den Weser-- Werra -Main-Donau- um) den Wefer-Fulda-Kinzig-Main-Ka n a l. Beide Kanäle gehen von der Weser aus; während aber der eine Kanal östlich die Werra hinaufgeht, folgt der andere westlich dem Fulda tal. Der Zielpunkt des ersten Kanals ist Bamberg, der des zweiten Hanau, bis wohin dev Main vom Rhein her zu einer Großschilfahrts- -ftiaße ausgebaut ist. Die Schwierigkeiten, di« bei der Ausführung dieser beiden Projekte zu beseitigen sind, erörtert Fvanz Woas in deck Leipziger „Illustrierten Zeitung". Beide Kanäle haben Wasserscheiden zu überwinden, die ziemlich erheblich sind und etwa 360 Meter hoch liegen. Es müssen deshalb starke Staustufen angebracht werden' auch Schiffshebewerke und schiefe Ebenen fonunen zur Anwendung, da die Wasserwege für Schiffe von 1000 Do. befahrbar fein sollen. In Bamberg schliesst sich der Weser- Werra-Kanal an den Ahetn-Main-Donau-Kanal an, der sich bereits im Bau l^esindel Aus diese Weise wird für die norddeutschen Seehäfen die denkbar kürzeste Urirerlandverbrndung mit den unteren Donauländern und dem ganzen nahen Osten geschaffen.
Da der Werra Kanal gurr durch das thüringische Land geht, so öffnet er dieses und damit ganz Mitteldeutschland nach Süden und Aor° den den Weltverkehr. Die Bedeutung des Weser- Fulda-Kinzig-Kanals liegt hauptsächlich darin, baß er Frankfurt und fein ganzes Verlehrsgebiet von der ausschließlichen Herrschaft des Rheins befreit und damit auch von den holländischen Seehäfen unabhängig macht. Durch diesen Kanal stehen dem Frankfurter Handel, der bisher über
gezogen. Reitknechte führten die Pferde vorläufig an her Hand. Zwei mit Karabinern bewaffnete Förster bildeten die Schutzwache.
Sanders bat, mindestens fünfzig Schritte hinter ihm zurückzubleiben und vor allem völlige Ruhe zu bewahren. Jede Störung feiner Konzentration konnte den Erfolg in Frage stellen. Nur Stefanescu und die Fürstin durften ihn unmittelbar begleiten.
Zunächst begab mat£ sich an die Stelle, wo Sanders vor etwa einer Stunde die ersten Spuren aufgenommen hatte. Als die Rule den ihm bereits bekannten'Ausschlag zeigte, wandte er sich dieses Mal nach der entgegengejeßten Seite. Langsamen Schril les ging er bis zu einem Holzschuppen, in welchem der Gärtner feine Geräte aufbewahrte. Hier umkreiste er eine lange Leiter, wandte sich dann wieder dem Schloße zu und machte an der Stelle Halt, wo sich im oberen Stockwerk das Schlafzimmer der Fürstin befand.
Sanders ging mit fast geschlossenen Augen, den Blick tief verloren, als wenn er in weite Fernen schaute. Sein Gesicht rötete sich fieberhaft.
Jetzt blieb er stehen und ließ die Rute sinken. Alsbald wurde fein Aussehen wieder normal. Er wandte sich zur Fürstin:
„Der Einbrecher, dessen Ausströmungen ich noch deutlich mit Hilfe der Rute w erkennen vermag, umschlich anscheinend mehrfach das Schloß, schlieft lief) stieg er mit Hilfe der Leiter, die sich in jenem Schuppen befindet, zu Ihrem Fenster empor."
„Wollen Sie auch oben in meinem Zimmer Ihre Rute versuchen?" fragte Linda.
>,(£5 hat wenig Zweck. Die vielen, in ge>chloße- nen Räumen hnrcheinanderflutenden Ansströmnn gen würden mir kein klares Bild ermöglichen. - Aber gestatten Sie eine Frage: Verließen Sie heute 'Rächt Ihr Zimmer eine Zeitlang, ober halten Sie es für möglich, daß der Einbrecher durch das Fenster einzusteigen vermochte, ohne von Ihnen gehört zu werten?"
„Ausgeschlossen ist es nicht", sagte Linda ruhig. „Ich schlafe sehr fest.
„Erklären Sie uns, Herr Sanders," bat Stefanescu, „wie ist es möglich, daß Sie einer topur zu folgen vermögen, die schon vor vielen Stunden vom Verbrecher Hintersassen wurde. Rur ein Hund
Rotterdam und Amsterdam griritet werbe, bU Wasserwege nach Bremen, nach Hamburg and Lübeck offen, die nicht viel weiter als der Weg auf dem Abeiii und frei r*tm französischem Druck sind. Die Baupläne find durch ein besonder« staatlichem .Kanalbauamt in Eisenach endgültig feftgeftellt und in ihrer Wirtfchastlichbnt erwiesen, sie werden sich auch deshalb bezahlt machen, weil an den Staustufen der Kanäle Kraftwerke entstehen sollen. So werden nicht nur zwei neue Wasserwege, sondern auch zwei Kraftstra - ft en geschaffen, die uns mehr und mehr von der Kohle unabhängig machen.
Rundfunk-Programm
des Frankfurter LeuderS.
(Aus her ,Qtabio-llmf<fraue.)
Freitag. 3. April:
4.30—6 Ußr: Hausfrauen Nachmittag des Frankfurter Hausfrauen-Vereins. — Programm u. cu Vortrag von Fräulein Selma Jkolowitz: „Sic Hausfrau als Verbraucherin". 6 ilfn: WirtschastSmeldungen. 6 6.30 ilfrr; Iuristensunk «Die Aeichsgerichtsentscheiduirgen der letzten Woche). 6- 6.30 Uhr: Die Lesestnnde (Meisterwerke der Weltliteratur) Aus .Soll und Haven" von Gustav Fretztaq (Fortsetzung). 7 Ufrr: Wkrt- schaftsmeldungen. 7 7,30 Uhr Esperanto-Unterricht. 7,30-3 Uhr: 3ur Rundfuatz-Jahresfeier. Vortrag von Gerd Fricke: „Theater und Rundfunk" 8 8,30 Uhr: Die Besprechung (Theater und Äino). 8,30 9.30 Uhr: Puccini-Abend des Hc.usorchesters. 9,30 Uhr: Nachrichtendienst, Wettermeldung, Sportbericht. 10 bis 11 Uhr: Volkstümliches Sinfonie-Konzert. 1. Ouvertüre z. Oper- „Donna Diana", E. v Aezntczer, 2. Ao- mafuite. G Bizet. 3. Ouvertüre zur „Fleder- inaus", Johann Strauß.
SamStag, 4. April
10.45 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 12 Uhr: Nachrichtendienst 3 und 4 Uhr: Wirtschaftsmeb düngen. 4.20 Uhr: 'Nachrichtendienst. 4,30- 6 ilhr: Nachmittags-Konzert des Hausorchesters- Altwiener Tänze. 6 Uhr: WirtschastSmeldungen. 6- 6.30 Ahr Jugendstunde. Aus dem Vornan „Peter Simpel" von Eapitain Marrhat. 6,30—7 Uhr: Der Briefkasten. 8,30 9,30 Uhr: Vor- tragsabend Gerd tfrirfc lieft Dichtungen des deutschen Barocks. 10—11 Uhr: Ehortonzert des Sängerchors des Turnvereins 1860 Fechenheim.
Aus dem Amtsverkündifluugsblatt.
' Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 2 6 vom 31. März enthält: Kreissahung für das Jugendamt des Kreises Gießen. Fleischbeschau und Schlachtscheingebühren. Walzarbeiten. Feuerlöschwesen. Maul- und Klauenseuche in Gießen. Ortssatzungen in Steinbach und der Stadl Lich.
Geschäftliches.
Auf dem Frühsttickstfsch am Offcrnwtwen gehört neben frischen und gefärbten Eiern -rin schöner Festtuchen Die Erfahrung hat gelehrt, daß die Feinkoftmaryarim „Schwan im Bku» banh“ besonders gut für die Herftelluug fetnen Backwerts geeignet ist. Sie ist wohlschmeckend beim Backen seh' ergiebig xmh daher sparsam im Verbrauch.
plagt Sie Rheumatismus oder Sicht, so raten wir Ihnen, 60 Gramm echten Urvga- Grtraft zu kaufen. Der echte Uroga-Ertrakt enthalt Pstanzenauszüge und Stosse, welche die Schmerzen schnell beseitigen und die abgelagerten Harnsäuren Salze aus dem Körper schaßen. Sicher erhältlich: Universitäts-Apotheke „Zum goldenen Engel". Die Bestandteile sind auf der Packung angegeben.
mit vorzüglicher Nase könnnte Ihnen das nach» machen."
„Wir wollen Herrn Sanders jetzt nicht ad» Ichten", bat die Fürstin.
„Ich erhole mich gern einen Augenblick und hin bereit, Ihnen zu erklären, was für Empfindungen ich habe, und wie ich diese beurteile", entgegnete Sanders. „Jeder Gehirnpchchologe weiß, daft das bei vielen Tieren vorhandene große Witterungs organ sich auch bei den Menschen in der Gegend des vorderen unteren Großgehirns Nachweisen läßt. Wenn wir beim Tier die erstaunlichen 'Ißirbmgen des Witterungsvermögens beobachten wenn rott annehmeii müßen, daß auch der Urmensch diese Fähigkeit in höchstem Maße besaß, weil er sonst im Kampfe ums Dafein erlegen wäre —, so ver im Kampfe ums Dasein erlegen wäre —, so vermißen wir beim heutigen Menschen jede Tätigieit dieses noch vorhandenen Organs. Der Grund liegt darin, daft die Witterung für den augenblicklichen Daseinskampf unnötig geworden ist. Sie wurde von dem olles beherr|chenden ßkbrmfenqch'.rn gleichsam ins Unbewußte gedrängt Uni) damit verlor das Witterungsorgan feine Fähigkeit, sich deutlich bemerkbar zu machen. Früher konnte es den, Urmenschen direkt zurufen: Hier unter der Oberfläche findest hu Wasser, nach dem dn dürsiest: hier verlainl die irische Fährte des Wildes. dcm du nachstellfl. — Jetzt muß dieses vernachlässigte Organ auf Umwegen versuchen, sich bc- mevfbor zu machen, etwa durch Erweckung vor Lust- oder Unlustgesühlen, die gleichfalls im Unter» bewustttrin ihren Ursprung haben. Oder durch Er reguug oo:> leiten 'Jiejlercn, die man gewöhnlich nicht beachtet. Hier setzt nun die Wünschelrute ein Sie sammelt die ihm ' Witterungsvrgan her ange- regten, kaum merklichen .'Jlustelreflerc, macht sie durch .’-tcbchuiifimg sichtbar und überträgt sie so ins Bewußtsein. ''Iber langjähriger Hebung bedarf es sowie der Fähigkeit, sich völlig von seiner Unu weit loszulösen und aur die zu erwartenden Bewegungen einzustellen."
„Wie brennend inlcreffierf mich das alles" sagte Linda. „Bitte, erzählen Sie uns noch, welchc (fmpt'inbunrcn Sie haben, wenn Sie auf der Spur eines Menschen gehen."
(Fortsetzung folgt.)
Vor und nach dem Theater kalte und warme Platten 972a
Universitäts-Restaurant
Plockstraße 5 Inh.: F. C. Günther Fernsprecher 198
Saal und Räume för private und gesellschaftliche Veranstaltungen


