Nr. 25( ZMites öiütt
Geld oder Politik?
Don unserem tVl-Dorichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)
Paris, den 30. September 1925.
Nur dem oberflächlichen Beobachter kann es scheinen, als ob Frankreich den Verhandlungen um den Sicherheitspakt ein großes Interesse entgegenbrächle. Sn Wirklichkeit stehen die großen Fragen der Finanzpolitik im Vordergrund. Ganz Frankreich sieht mit banger Erwartung den Verhandlungen Caillaux" jenseits des Ozeans zu. Wohl selten hat eine Kommission mit gemischteren Gefühlen die französischen Gestade verlassen, als die unter Cail- laux' Führung. Schwer, unendlich schwer ist ihre Aufgabe, aber angesichts des Llmstandes, daß Onkel Sam beharrlich seme Tasche zugeknöpft hält und absolut den Franzosen keine Anleihe mehr bewilligen will, sieht man sich wohl oder über gezwungen, den Gang nach Canossa anzutreten.
Frankreich hatte schon früher seine besten Männer, u. a. den inzwischen verstorbenen früheren Außenminister V i v i a n i nach Amerika gesandt. Dieser versuchte das schwierige Problem mit schönen Worten zu lösen. Aber selbst die glühendste Veredsamkeit dieses modernen Odysseus vermochte nicht die eisigen Mienen der V^nkees aufzuklären. Richtig in Fluß kam das ganze Problem, als der Dawesplan in Kraft trat. Stärker und stärker wurden die in maßgebenden Zeitungen und Zeitschriften der Union erhobenen Forderungen, daß Frankreich jetzt, wo Deutschland tatsächlich zahle, endlich an die Regelung seiner eigenen Schulden gehen müsse. Senator D o r a h, der Vorsitzende des auswärtigen Senatsausschusses, vertrat den glei-* chen Standpunkt. Dem Druck dieser öffentlichen Meinung konnte sich C o o l i d g e nicht mehr entziehen, und er wies die Banken an, solchen Schuldnern, die einer Regelung der Kriegsschuldenfrage aus dem Wege gingen, keine, Anleihen mehr zu gewähren. Als Morgan dennoch den Franzosen eine Anleihe geben wollte, drohte Coolidge den widerspenstigen Bankiers Repressalien an und diese lehnten nunmehr die Gewährung jeder Anleihe ab. Es mag daran erinnert sein, daß die französische Oeffentlichkeit sich nur schwer an den Gedanken gewöhnen kann, daß Frankreich aus eigenen Steuermitteln die Regelung der Schuldenfrage durchführen muß. Der bekannte Publizist Stephane Lauzanne hat noch vor einem Monat tm „Matin" ein lOjähriges Moratorium verlangt, bevor Frankreich einen Centime an Amerika zahlen wollte, derselbe Berichterstatter, der sich augenblicklich in Washington befindet, schlägt heute ganz andere Töne an. Unter dein Ernst der Sachlage und dem starken amerikanischen Druck ist von einem Moratorium überhaupt keine Rede mehr und Caillaux macht Zugeständnisse, die ihm sein Ministerportefeuille kosten können, wenn er erst wieder zu Hauso ist und sie vor Parlament und Senat — in welchem hauptsächlich die Hochfinanz ihre Herrschaft ausübt — vertreten und durchsetzen muß.
Alle Kreise in Paris verfolgen die Verhandlungen in Washington mit dem größten Snteresse. Der Marokkokrieg ist direkt in den Hintergrund getreten, da die Schuldenverhandlungen den Lebensnerv eines jeden französischen Bürgers empfindlich treffen. Denn daß diese Verhandlungen unvorhergesehene, gar nicht abzuschätzende Opfer an neuen Steuern kosten, darüber ist sich jeder klar, und es bleibt ein großes ungelöstes Rätsel, auf welche Weise diese neuen Steuern herausgeholt werden sollen, besoirders wo man schon jetzt über die unerträgliche „chörts" oder Teuerung im ganzen Lande stöhnt.
Bei dem zerrütteten Zustande der französischen Finanzen ist es überhaupt als Wunder anzusehen, daß sich die französische Währung noch auf dem jetzigen Niveau gehalten hat, obwohl alle Voraussetzungen dafür fehlen. Das Vertrauen zum Franken im eigenen Lande ist schon sehr schwer erschüttert, und nur die Bauern in der Provinz find in die Geheimnisse der wie ein schleichendes Gift um sich greifenden Snfla- tion noch nicht völlig eingeweiht und werden von den flügeren Parisern dleserhalb weidlich verspottet und ausgenuht.
Wenn man berücksichtigt, daß die französische Schuldenlast sich auf 90 bis 100 Milliarden Goldmark — mehr als ein Drittel des gesamten Nationalvermögens — beläuft, so kann man verstehen, daß Caillaux in Washington sich mit der größten Energie für eine Herabsetzung der amerikanischen Forderung einsetzt, damit er ausführbare Bedingungen mit nach Hause bringt, die nicht den mühsam aufgerichteten Eiffelturm französischer Finanzkunst ganz über den Haufen werfen.
Als Briand in London war. um über
„Die grüne Flöte".
Max Reinhardts Pantomimen-Gasispiel in Dad-Nauheim.
Dieser Abend ist eine ganz reife Frucht von dem Baume jener schonen Dekadenz, die ans den Namen Reinhardt und Hofmannsthal blüht. Ueber allem Geschehen liegt ein Hauch von Vollendung, über die hinaus es kein ..Weiter" mehr gibt. Diese Kunst zeigt nicht, zukunftsträchtig, neue Wege in unendlich weichende Horizonte; sie zieht ihre Kreise und füllt sie aus, voll und ganz mit schönheitsschwerer Pracht, um die der Duft morgigen Verwelkens weht.
Sie zeigt auf den aus einem Schoße entspringenden Zusammenhang zwischen Marionette und Tanz: „Das Leben hängt an einem Faden". Ein Schulbeispiel für die gesetz- nläßigen Zusammenhänge zwischen dem Rhythmus der Seele mit dem des Körpers. Schauspielerisch-Tänzerisches schwang hier in vollem Einklang mit Musikalisch-Figürlichem Die Puppe, Idealbild einer Tanzbewegung, war erreicht.
„Episode im Urwald", ein Papageno- Wotiv. Erinnerung an die Blütezeit des Balletts. Ernst M a t r a h köstlich rein in naturverhafteter Einfalt, zwischen reizenden Mädchen, von Maria Solveg geführt. Wundervoll die einfache Abgeschlossenheit des dichten Waldes, prächtig die Farben und die geschlossene Uniformität des Balletts.
Siegener Anzeiger (Generai-Anzerzrr für Gderheffen)
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Freitag, 2. Moder 1925
$>ie schwebenden politischen Fragen zu verhandeln. setzte ihm Churchill, der auch dringend Geld braucht, die Pistole auf die Brust, und für politische Zugeständnisse gab Briand 300 Millionen Goldmark Schuldenzahlungen an England zu. Zuerst war man in Paris darüber entsetzt, aber man machte gute Miene zum bösen Spiel und sandte Caillaux zum endgültigen Abschluß nach London. 50 Millionen Goldmark konnte dieser noch abhandeln, aber 12x/s Millionen Pfund Sterling oder 250 Millionen Goldmark oder 1,250 Milliarden Franken zahlt Frankreich jetzt jährlich an England. Der Kanalflug Briands hat die Frage überraschend schnell in Fluh gebracht, und mancher Franzose sieht diese Tatsache nur mit einem süßsauren Lächeln an, denn das dicke Ende kommt nach, wenn die Steuern hierfür bewilligt werden müssen.
Auf die englisch-französischen Verhandlungen haben die Amerikaner nur gewartet. Da Frankreich, wie bereits angedeutet, in Amerika vor Regelung der Schuldenfrage keine Anleihe erhält, so haben sie sich jetzt bequemt, den immer deutlicher werdenden Einladungen des Staatssekretärs Mellon Gehör zu schenken und unter Caillaux' Führung eine Delegation nach drüben zu schickem
Die Amerikaner haben es vor Eintreffen der Caillaux-Delegation offen ausgesprochen, daß Frankreich nicht besser behandelt werden sollte als England. Die englischen Kriegsschulden an Amerika betragen 940 Millionen Pfund Sterling — also fast 19 Milliarden Goldmark, die französischen Kriegsschulden an Amerika belaufen sich auf 800 Millionen Pfund Sterling, also 16 Milliarden Goldmark oder 82 Milliarden Franken.
Nun haben die Amerikaner zuerst Sahres- zahlungen von 150 Millionen Dollar verlangt, das waren nach dem heutigen Stande der Valuta 3,150 Milliarden Franken. Sn langwierigen Verhandlungen ist dann seitens der Franzosen erreicht worden, daß die Amerikaner ihre hochgespannten Forderungen zuerst auf 129 Millionen Dollar und zuletzt auf 120 Millionen Dollar ermäßigt haben. Caillaux bietet nur 100 Millionen.
Nehmen wir nun den für Frankreich günstigen Fall, man einigt sich auf der mittleren Summe von 110 Millionen Dollar, so sind das 450 Millionen Goldmark, zuzüglich der England zugesagten 250 Millionen Goldmark, zusammen 70Ö Millionen oder fast 4 Milliarden Franken. Das französische Budget beläuft sich in Einnahme und Ausgabe auf 321/2 Milliarde Franken. Also 4/s der bisherigen Einnahmen müssen durch Steuern neu gedeckt werden. Man kann sich ungefähr vorstellen, welche Parlamentsstürme Caillaux erwarten, wenn er an die Ausarbeitung der steuerlichen Deckung dieser großen Summen geht.
Die Reparationszahlungen, die Frankreich von Deutschland erhält, betragen im kommenden Jahre 1925/26 1220 Millionen Mark an die gesamten Alliierten, davon erhält Frankreich seinen Anteil mit 52 Proz. oder 635 Millionen Goldmark, von denen aber über 3/i Sach- lieferungen sind: Kohle, Koks. Eisenbahn- waggons, Anilinfarben usw. Das restliche Viertel wird in bar überwiesen.
Man sieht aus dieser Betrachtung, daß England und Amerika es verstanden haben, Frankreich noch mehr an Schuldenzahlungen abzuknöpfen, als es im laufenden Sah re an Reparationen erhält, und daß die Folgen in politischer Hinsicht für Frankreich äußerst niederdrückend sind, da seine politische Stoßkraft hierdurch immer mehr eingeengt wird.
Es ist jeoenfalls sehr merkwürdig und illustrativ für den französischen Dolkscharakter, daß die Verhandlungen über den Sicherheitspakt im Augenblick nicht das Echo finden, das sie unter anderen Umständen gefunden hätten. Nicht einmal der deutsche Widerruf der Kriegsschuldlüge hat anders als in einigen Zeitungen Erregung hervorgerufen. ilnb auch diese Blätter griffen nur einigemal in ihr altes Repertoire von Liedern über den bösen Willen Deutschlands, um sich ebenso schnell bei der ablehnenden Antwort Briands zu beruhigen. Der größte Teil der Pariser Presse bespricht die Washingtoner Schuldenverhandlungen in zwei- oder gar dreispaltigen Artikeln, während dem Sicherheitspakt und den Aeuße- rungen der Berliner Regierung höchstens eine Spalte gewidmet wird. Marokkokrieg und Sicherheitspakt find beinahe vergessen, weil man nunmehr eine Erhöhung der Steuern fürchtet. Da über die Hälfte des französischen Volkes aus Rentnern und Sparern besteht, so betrachten diese breiten Schichten jedwede Politik nur von der Perspektive des eigenen Geldbeutels. Das Ruhrabenteuer wurde solange von der französischen Oeffentlichkeit unterstützt, als Poincare dem Volke goldene Berge versprach. Als sich diese Versprechungen als unwahr heraus-
Ein Kabinettstück, hauchzart getanzt, in raffinierter Schlichtheit der Kulisse, das „Spiegelbild". Katta Sterna und Maria Solveg in absoluter SDentität, Bewegung in Bewegung gespiegelt, voll tänzerischer Disziplin seltener Art.
Spiegelbild der Straße, aufpeitschend im Rhythmus, an Strawinsky gemahnend in Aufbau und Verkettung der Dissonanzen, ein Gewirr von durcheinander und gegeneinander stoßenden Kräften ist der „B r 0 a d w a y" (Musik Saap Kool). Tempo der Gegenwart, nicht ohne (und das ist Reinhardt) eine leichte, verschminkte Schönheit, die der Groteske jene Klarheit und Schärfe nehmen, die wir bei den Russen des Blauen Vogels (American Bar) lieben. Gleichwohl bleibt auch dies hier eine fabelhafte Leistung, der insbesondere Ernst M a t r a h (Nigger), Maria Solveg (Automobil) und Katta Sterna (Blumenmädchen) Qualität und Gewicht geben.
„D ie grüne Flöte" ist ein Problem, das Max Reinhardt ebenso wie der „Sommer* nachtstraum" seit Sahren beschäftigt. Was er heute daraus gemacht hat, steht rund und ganz da. Mozartsche Musik, zumeist der „Zauberflöte" entnommen, und Hosmannsthalsche Anregungen liegen diesem Zaubergebilde zugrunde, in dem alles schwebende Leichtigkeit, in Bewegung geflossene Musik, in zarteste Form gefaßte, märchenhafte Zauberwelt ist: Ein Gedicht in Schwarz und Gold sind Figuren und Rahmen, silbern rauscht hindurch ein Wasserfall.
stellten, wurde Poincare gestürzt, und da nun heute die Aussicht besteht, daß nicht Deutschland, sondern der kleine Steuerzahler die Zeche bezahlen soll, die ihm von unfähigen Politikern eingebrockt ist, so ist P 0 i n c a r e der u n populär st eMa nn im ganze« Lande geworden.
Gelingt es Caillaux nicht, eine Anleihe mit nach Hause zu bringen — man spricht von nicht weniger als 300 Millionen Dollar — so kann man mit seiner dernnächstigen Demission rechnen, denn Steuern von jährlich 4 Milliarden Franken bekommt er kaum im Parlament und Senat durch.
Turnen, Sport und Spiel.
Vom 3. Bezirk im Turngau Hessen D. T, Werbetnrnen und Herbst-Waldlauf irr Gedern.
c. Zum letzten Male in diesem Sabre riet der 3. Bezirk seine Turner zusammen. Gedern war der Treffpunkt, wo, wie gestern schon kurz berichtet, am Sonntag, der Herbst-Waldlauf stattfand, mit dem ein Bezirkswerbeturnen verbunden war. Wenn auch die Beteiligung gegen die früheren Läufe erheblich zurückblieb, was aber nur auf das schlechte Wetter zurückzuführen war, so fanden sich immerhin doch 43 Läufer und 12 Mannschaften cm, die sich recht harte und spannende Kämpfe lieferten. Das Gelände stellte an die Läufer ganz erhebliche Anforderungen, die noch größer wurden durch die Witterungs- und Bodenverhältnisse. Die Kämpfe nahmen unter der Leitung des Bezirksturnwartes Kraft-Nidda, einen glatten Verlauf. Aus den Ergebnissen ist mrt- zuteilen:
Einzelläufe.
Turner. 5000 Meter. Bezirksmeister und Ehrensieger Erwin Brack. T. V. 1859 Nidda 18:04. 1. Sieger Hugo Seih,. T. V. Hirzenhain. 2. Alfred Schwarz, T. V. Sahn, Llnterschmitten. 3. Georg Möller, T. D. Hirzenhain.
Sugendturner-Ober stufe 2 5 0 0. 1. Albert Becker, T. V. 1859 Nidda. 8 : 352/ö. 2. Richard Lllrich, T. V. Sahn, Llnterschmitten. 3. Herrn. Alker, T.V. 1859, Nidda.
Sugendturner-Llnter stufe 1 500. 1. Albrech Feyh, T. V. Wallernhausen 4:521/5. 2. Ludwig Möller, T. V. Hirzenhain. 3. Heinrich Tippeicheuser, T. V. Ortenberg.
Schüler, 1000 Meter. 1. Aug. Weber, T. V. 1859, Nidda 3:28-/5- 2. Richard Diehl- mann, T. V. Sahn, plntcrschrnitten. 3. Ludwig Schneider, T.V. 1859, Nidda.
Mannschaftsläufc.
Turner, 5000 Meter: 1. Sieger Tv. 1859, Nidda mit 10 Punkten (Brack, Seipel, Deck).
SugenMurner, 2500 QHete r: 1. Sieger Tv. 1859, Nidda mit 9 Punkten (Becker, Alker, Kraft). 2. Tv. „Sahn", Ginter-Schmitten mit 14 Punkten. 3. Tv. Hirzenhain mit 33 P.
SugenMurner, 1 5 00 Meter: 1. Sieger Tv. „Sahn", Unter-Schmitten mit 19 Punkten (Becker, Müller, Klaus).
Schüler, 1000 Meter: 1. Sieger Tv. 1859, Nidda mit 11 Punkten (Weber, Schneider, Merz). 2. Tv. Hirzenhain mit 15 Punkten. 3. Tv. „Sahn", Llnter-Schmitten mit 21 Punkten.
Turnfest in Gambach.
ll. Gambach, 30. Sept. Am Sonntag hielt unser deutscher Turnverein sein diesjähriges A b t u r n e n ab. Für die Turner waren Geräte- iBarren, Reck und Pferd) und volkstümliche Hebungen vorgeschrieben, während die Turnerinnen einen Fünfkampf (Barren, Pferd, Freiweit, Freihoch und Freiübung) zu bestehen hatten. Die von allen Wettkämpfern erreichten Leistungen sind als sehr gut zu bezeichnen und haben den Beweis erbracht, daß unser Turnverein im letzten Sahre vorzügliche Arbeit an der körperlichen Ertüchtigung unserer Sagend geleistet hat. Aus der Siegerliste sind folgende Ergebnisse hervorzuheben:
1. Aktive Turner.
Ehrensieg: Otto Schmidt mit 205 Punkten,
1. Preis: Gustav Becker mit 191 Punkten,
2. Preis: Karl Decker mit 186 Punkten,
3. Preis: Wilhelm Fenchel mit 151 Punkten.
Oberstufe.
1. Preis: Gustav Zeih mit 202 Punkten,
2. Preis: Karl Diehl mit 187 Punkten,
3. Preis: Gustav Rumpf mit 180 Punkten.
Unterstufe.
1. Preis: Paul Ohlemutz mit 155 Punkten, 2. Preis: Gustav Doller mit 149 Punkten, 3. Preis: Heinrich Katz mit 133 Punkten.
2. Turnerinnen.
1. Riege.
Ehrensieg: Emma Hofmann mit 157 Punkten, 1. Preis: Emma Buß mit 132 Punkten, 2. Preis: Lina Becker u. Marie Zeih mi 129 P.
2. Riege.
1. Preis: Ottilie Fenchel mit 152 Punkten, 2. Preis: Paula Duß mit 147 Punkten, 3. Preis: Kätchen Buß mit 144 Punkten.
3. Schüler.
1. Riege.
1. Preis: Fritz Boller mit 208 Punkten, 2.Pr.: Rich. Nack u. Wilh. Weisel m. 207 P., 3. Pr.: Wilh. Ohlemutz u. Wilh. Mohr m. 182 P.
2. Riege.
1. Preis: Richard Ohlemutz mit 134 Punkten, 2. Preis: Wilhelm Wißner mit 129 Punkten, 3. Preis: Wilhelm Alt mit 125 Punkten.
Sportspiegel.
Der Deutsche Eislaufverband tritt am 24. und 25. Oktober in Dresden, der Deutsche Bobsleighverband am 3. und 4. Oft. in Frankfurt a. M. zur diesjährigen Tagung zusammen.
Der stärkste Landesverband im Deutschen S ch i v e r b a n d ist der Bayerische Schiverband. Er zählt zur Zeit in 171 Vereinen rund 10 000 Mitglieder.
Das nächste bayerische Kreisturnfest findet 1926 in Bamberg statt.
Der Sekretär des französischen Rugby Verbandes erllärte, die sportlichen Beziehungen zwischen den deutschen und französischen Verbänden seien grundsätzlich wieder ausgenommen worden.
Die Tagung des Deutschen Fußballbundes in Leipzig wird wichtige Neuwahlen bringen, u. a. im Amt des 1. Vorsitzenden. An die Stelle von Hinze- Duisburg dürste ßin nein a n n » 'Berlin treten.
Nach dem Vorbild von Oesterreich «hat jetzt auch der Tschechoslowakische Fußballverband energische Maßnahmen gegen rohes Spiel getroffen.
Nachdem sich bei dem Tennisturnier in Territet schon Froitzheim die Herrenmeisterschaft der Westschweiz geholt hatte, siel auch die Damenmeisterschaft an eine Deutsche, Frau Friedleben.
Auf der Snternationalen Luftverkehrskonferenz in Stockholm wurde eine Kommission gewählt, die die Organisation einer internationalen Luftverkehrs - Zentrale vorbereiten soll. Neben den (Sntenteftaaten wird auch Deutschland voll daran beteiligt fein.
Für das Feldbergrennen im Taunus, das der Gau lila des ADAC, am 11. Oktober durchführt, liegen bereits so zahlreiche und gute Meldungen vor,,daß mit einem sportlichen Ereignis zu rechnen ist.
Sm Schwabenbergrennen bei Budapest, das auf einer 5 Km. langen Strecke aus- getragen wurde, stellten Graf Kinsky in der Klasse der Rennwagen mit 3:54,8, W. D e (m a r bei den Tourenwagen mit 4:06,8 und Dr. Fe - ledh bei den Motorradfahrern mit 4:00,4 neue Streckenrekorde auf. ,
Sportvorschau
für Sonntag, 4. Oktober.
Rasensporrt:
Der Fußball bringt das SubUäum des D. F. D. in Leipzig und die dazugehörigen sportlichen und gesellschaftlichen Veranstaltungen, die sich im Sonntag zwar nicht erschöpfen, doch an diesem Tage — wenigstens in sportlicher Hinsicht — in der Schlußrunde um den Dundespokal ihren Höhepunkt erreichen. Vorher das Repräsentativspiel der Junioren Mitteldeutschlands und Brandenburgs, die Subiläumsstaffel u. a. Außerdem bringt der Fußball die üblichen Punktspiele.
Sonst hat der Rasensport mehr oder weniger abgeschlossen, nur im Golf ist Hamburg Aus- tragsort von Knopsspielen.
Leichtathletik und Turnen:
Sn der Leichtathletik ist jetzt die Zeit ein* getreten, die hinter den Sommerveranstaltungen, aber noch vor den Wintersportfesten (in der Halle) liegt, also im großen und ganzen seho ruhig verläuft. Was Den kommenden Sonntag zum Termin gewählt hat, ist kleinerer Bedeutung, so die erstmalig ausgetragene Süd-ostdeutfche Zehnkampfmeisterschaft, mehr oder weniger große (ober kleine) Werbeveranstaltungen, so in Hagen
Die Macht der Musik, Gutes und Schönes umfassend, besiegt das Böse. Der Zauberer Wu (M a t r a y) und die Hexe Ho (QI. V. Blum) umgarnen und fangen die schöne Prinzessin Fay-hen (Maria Solveg), die mitsamt den mitgefangenen Prinzen und Prinzessinnen durch den Prinzen Sing-ling (Katta Sterna) befreit werden. Der Zauberer, wechselgestaltig den Befreier bekämpfend, weicht auch endlich der Macht der sühtönenden Flöte.
Sn dieser Pantomime ist alles vereint, was Reinhardt und seine Mitarbeiter schaffen konnten: Ernst Sterns Dekorationen und Kostüme, das Fabeltier, die Spinne im Netz, der sechs- armige Zauberer Wu, die Masken seiner Diener, die Vielgestalt der Vorhänge sind unmittelbar rnozartischen Klängen entflossen, wie auch Choreographie M a t r a y s ganz im Rhythmus und Aufbau der Musik schwingt.
Wenn man in Salzburg die „grüne Flöte" als den Höhepunkt der Festspiele bezeichnet hat. mag man nicht unrecht getan haben: denn in der Takt ist hier eine selten große Leistung Reinhardts anzuerkennen.
Sm großen Haus des Bad-Nauheimer Kur- theaters fand die Vorstellung, trotz der späten Kurzeit, ein sehr zahlreiches Publikum, das sich lebhaft begeisterte. Wenn hier und da Einstimmigkeiten auf der Bühne sich zeigten, so sind die wohl weniger auf das Konto der Gäste als der Dühnenanlage zu setzen; auch traten sie (bis auf Fräulein Blackedders Abgang als Fluß- göttin und die Begrüßung des großen Zauberers Wu — Beleuchtung! —) nicht störend hervor.
Deshalb ist Der Abend auch durchaus ein Aktivposten: Für die Kurdirektion, Da» Publilum und das Ensemble. UnD das stellt man gern und freudig fest. e-s.
Mareell Salzer.
Ein heiterer Abend bei Marcell Salzer — das ist eine Parole, der man in Gießen nur allzu gerne Folge leistet. So war es auch am Dienstagabend, wo sich die große Gemeinde der Salzer-Freunde im Stadttheater wieder mal ein sehr genußreiches Stelldichein mit dem beliebten Vortragsmeister gab.
Was Marcell Salzer auszeichnet, ist die frische, allem Mätzchenhaften ferne Ursprünglichkeit seines Humors, die liebenswürdige, feine schalkhafte Art des Vortrages, durch die er feine Zuhörer von Anfang bis Ende in eine Stimmung versetzt, bei Der alles eitel Freude und Wohlbehagen ist, und bet der die Lachmuskeln anhaltend und kräftig in Be- wegung gebracht werden. Der Künstler weiß aber auch, daß selbst das beste Einerlei schließlich er. mudend wirkt, und um diese Klippe auf Der frisch, fröhlichen Fahrt zu vermeiDen, streut er hier unD Da wstliche Rezitationen aus Den Werken unserer großen Dichterfürsten ein, bei Denen Die Hörer Erquickung fmDen unD die Den Abend nur um so reizvoller machen. Diese vortreffliche Mischung bescherte auch am Dienstag wieder Den vielen Gästen einen Abend, der wert war, miterlebt zu werden.
Der überaus herzliche Beifall, mit dem man Den Meister auszeichnete, war Denn auch mehr als nur Lank, er schloß die Hoffnung auf ein frohes und baldiges Wiedersehen ein. P.


