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Ur. 18 Erstes Blatt

U5. Mrgang

Donnerslag, 2. April |92t

GietzenerAn;eiger

General-Anzeiger für Oderhessen

druck und Verlag: vrühl'sche Universttälr-Vuch- und Steinömdcrei H. Lange in Sietzen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulllratze 1.

Abrüstung und Sicherheit

der

koafere»- müsse

wenigstens für den

eimarer Koalition

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und Präsidentenwahl

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In eigentümlichem Zusammenhang mit

den

Um#

versuchen der französischen Regierung, auf die

Gestaltung der von London aus begünstigten Siche- 3<4t

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HöplerAschofs ö um

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tkeren Seec, ehe die Sicherbeiisfrage regelt sei.

Am gelaufen,

Kessel des Torpedoboots S. 8 geprüft werden. Als sie unter vollem Druck standen, schlug plötz­lich die Dichtung eines Mannloches heraus. Der Dampf strömte in den Heizraum. Dabei wurden zwei Marineheizer, zwei Werftkcsselschmiede und ein Maschinenbauer getötet. Ein Maschinisten­maat und zwei Marineheizer wurden schwer verletzt.

wird bet^nntgeq 6

Anspruch nrj

für die Finanzierung des Projekte des Ingenieurs Cachreis im Zusammenhang mit der Konzessions-

desPetit Parisien" halte gestern mit einer, wie er sagt, der wichtigsten Persönlichkeiten

VerkehrsftrsiU in Camburg.

In der Urabstimmung der Angestellten bet Hamburger chochbahngeiellschast Hibcr den von der «chlichtungskammer gefüllten Schiedsspruch, der ^ronr eine Lohnerhöhung bringt, die Arbeite zeitfroge aber unerledig! läßt, wurde dieser mit überwiegender Mehrheit a b g c l ech n t. Infolge, dessen find die Angestellten der Hochbahn und Unter­grundbahn, der Straßenbahn, der Alsterdampfer und der Auwomnibusse GroßHomburgs heute in den Streik getreten.

Annahme von Xnjeigtt sürdi« Tagesnummer bst »um Nachmittag vorher ohnejede'Üerbindüchkeit preis für l mm höhe

;ür Anzeigen von 27 mm Breite artlich8, auswärts 10 Goldpfennig! für Re» illame-Anzeigen u.70m:» Breite 35 Goldpfennig, 0latzvorschrift 20° ,Aus» j)laq. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: HansVech, sämtlich in Gießen.

dies alles cnben? Wenn lr*r die französi­schen Auffassungen von Sicherheit vorherrschen lassen, so würden diese Äommif'tonen ewig sein und alle von diesen Kommissionen entdeckten tcchnischen Vergehen würden, was noch schlimmer fei, ,5 um Zwecke einer Verlängerung der Dauer der militärischen Beset­zung verwandt werden. Diese Kontrollkom­missionen täten nichts gutes. Weit davon ent­fernt, den Revanchegeist zu beseitigen, ver­schärften sie ihn und erhielten eine Kriegs­atmosphäre aufrecht, die alle vernichten tool!t:n. Eine bessere Stinrmf.mg wurde bald in ganz Europa wiederhergestellt sein, wenn diesen Kon- trvlllonrmissionen bald ein Ende bereitet würde.

Die Iugspitzkrahn.

1. April war die sechswöchige Frist ab- die von der bayerischen Staatsregierung

nisterpräside nten in Preußen zu ver­bergen.

Merkwürdig, wie d e Diige sich verschoben bebm: Kaum war der erste Wahlg-a'g vorbei, da wußten die linisstehendea Ze t n ,r i nicht nur von einer Riederlage des Jarres-B-ocks zu reden, so d rn sie gla .bten, auch mit einem Rvntgenbuck feststellen zu können, daß es innerhalb des Locbell-A sich, ss.'s große Schwierig iten gegeben habe, weil niemand recht wußte, was nun ge­schehen sollte, Unb in derselben Zeit, wo dies durchsichtige Manöver excrz.ert iparbc. passierte es den Parteien der Weimarer Koalition, daß sie einen schweren Regiefehler begingen, der ihre ganze schöne Vorstellung durchei Stander zu werfen drohte. Ein Blick in ihre eigenen Zei-

eini ;c Redoireur

Deutscher Reichstag.

Berlin. 1. April. Am Regierungstischr Reichswestrrninister Gehler.

Präsident L ö b e eröffnet die Sitzung utr 2,20 s.khr mit folgender Aisvrache

Die erschütternde Rachricht von dem furcht­baren Unglücksfall. der io viele Angehörige der Reichswehr betroffen hat. hat sich ki'er be­stätigt. Neber 70 Personen find bei der Ausübung ihrer Uebungsaufgaben mit ihrem Offizier i n den Fluten der Weser er t r unten, und es besteht wenig Hoffnung, daß von den 78 Ver­mißten noch jemand gerettet werden könnte. Mi/

Ungenbfid f ü r ein Jahr zurückge­stellt werden. Manche bemerken noch, daß in diesem Falle ernstliche Bemühungen gemacht wür­den, nm von Frankreich die Rückzahlung seiner Schulden an Amerika zu fordern. Staatssekretär Kell ogg habe hierauf den Journalisten erklärt, die amerikanische Regie­rung habe noch nicht offiziell die Meinung Frank­reichs über die geplante Konferenz erfragt, und gegenwärtig könne die Regierung dazu nichts bemerken. 3n der französischen Botschaft erklärt man, nichts von den besagten Instruktionen zu wissen. Die französische Botschaft aber könne bemerken, baß die Haltung Frankreichs Hinsicht» llch der Abrüstungskonferenz korrekt sei. Frank­reich fei in der Tat weit davon entfernt, den Prozentsatz von Kriegsschiffen, wie er von der ersten Washingtoner Konferenz festgesetzt sei, zu erreichen. Ferner füge man hinzu, daß Frank­reich aicht über die Beschränkung der Lnftstreitkräfte, die ei ne n der Punkte der Konferenz bilde, disku-

Schweres Unglück bei der Reichsmarine.

Wir hören aus Wilhelmshaven: Auf Torpedowerst Wilhelmshaven sollten die

12. deutscher Seeschiff« rtslag.

Im Plenarsihungssaal des preußischen Slaaisrats in Berlin wurde am Qltontaq der 12. deutsche Seeschiffahrlstag eröffnet. Zur Begrüßung ergriff der Vorsitzende. Karl Holm, das Wort und dankte zunächst dem Stellvertreter des Reichspräsidenten Dr. S i -- m o n ß für sein Erscheinen. Im Auftrag des Stellvertreters des Reichspräsidenten und zu­gleich nnmens der ReichSregieeung dankte Reichs» wiltsch.tftsmir.ister Ren Haus für die Begrü­ßungsansprache. Er betonte, daß die Reichste- qietunq sich dessen bewußt sei. daß die deutsche Seeschiff hrt berufen fei, die durch den Krieg unterbrochene Verbindung mit den führenden Ländern der Welt wied?rherzusteUcn. Er erin­nerte dabei an die erheb achm vorn Reiche zur Ver'ügung gestellten Mittel zur Erneuerung der Werften und die Maßnahmen der Rcichsregie- rung zur Ausbildung von Seeoffizieren und weiteren Fragen, benen die Regierung ihr In­teresse gewidmet habe, wie z. B. dem Anfall- gesetz und der Seemannsordnung.

3m A -schl ß hieran wurde nach dem Vortrag von Dr. Kniep von her Ham b urg - Amerika- Li nie über die Lage der Seeschiffahrt in die Tag sordnung eingetreten.

Auß-rhcüb der Tagesordnung hielt der Prä­sident der Handelskammer Lübeck Dr. Boye, eine Ansprache. Er wandte sich im 'Kamen des De tschen Seeschiff'h-tstager geoen d'e beabsich­tigte Abtrennung der amtlichen Verwaltung der Se'schiffahrtsinteressen vom Reichswirtschafts- nn i ferium und ihre Ucb Leitung an dasReichS- vert hrsmirifterfum und forderte unter d in leb­haften Beifall der D rsammlung die Beibehaltung der bisherigen Regelung.

Scheitern der Abrüstungs­konferenz?

Frankreich lehnt eine Beteiligung ab.

Paris. 1. April. (DTD.) Eine Rachrich- tenageetet berichtet auS Washington: Sn ameri­kanischen politischen Kreisen wird erklärt, man sei beunruhigt über gestern aus Paris gekommene Snfnnnationen, nach denen der französische Bot­schafter Daeschner beauftragt worden sei. die amerikanische Regierung wissen zu lassen, daß Frankreich gegenwärtig nicht für eine ne ne Entwa ffnun gskonferenz Interesse haben könne. Sn unterrichteten Kreisen erkläre man, daß diese Haltung Frank­reichs sich bestätige, und daß man sie nicht andern ßnne. Der Plan einer Abrüstung s-

Aucdruck kam. Eine Entscheidung ist noch nicht ge­fallen. Die Verhandlungen werben am Donners­tag 11 Uhr vormittags wieder ausgenommen. Wie die Telegrvphen-Unirm aus Steifen der Weimarer Koalition hört, steht die Kandidatur Marx im Vordergründe der Erörterungen.

Die Bolkspartei für Jarres.

Werlin, 1 April. (WB.) Wie aus bar» larncnlarischen Kreisen verlautet. hat her Va> teivorstand bei Deutschen Volks Partei einmütig beschlossen, dem Reichsblock die Kandidatur Jarres für den zwei­ten Wahlgang vorzuschlugLn.

Oberbürgermeister Jarres ist von bei Grippe, die chn auf .seiner xL übereile bcfalhn hat. w ie - der soweit her gestellt, daß er heute die Duisburger Stadtverordnetenversammlung leiten konnte.

Frankreichs eine älnterredu ig, in der die,e Per­sönlichkeit erklärte, um direkt oder in >i rett einen rieg mit Frankreich riskieren ^u können, müßte Deutsch!ind offen, frei und ungehindert den Krieg vorbereiten. Dazu sei ein Jahr nötig. Dos werde man aber nicht geschahen lassen. Gegenwärtig Ebn c ein Staat sich vielleicht militärisch ausbilden, sei­nen Gencr I ft ab orga nsieren, auch Katzres vo.» bereiten, aber

nicht Kriegsmaterial und die nötigen Transport­mittel für einen modernen Krieg unbemerkt Herstellen.

Schließlich h'be Frankreich eine weitere Ga- r.'.ntie in der Finanz frage. Die Vorbe ei- tunq für einen modernen Krieg toerb > 1020 Milli rben G ldm irk er ordern Diese Ausgabe lönne Deutsch! nd bei den Kontvollorga isrnrn, die durch den Diwesplan eingesezt seien, ittch- leisten. Eine Reih' militärischer K! u- seln des Versailler D rtrags habe das D.utsche Reich verletzt. Wir werden erklären, was die Alliierten von Deutsch! nO fordern, damit es den Vorschriften des Versailler Vertrags Genüge geleistet hat. In wenigen Monaten würde die deutsche Regierung die en Forderungen genügen können, aber nicht vor kommendem Herbst. Au' die Frage des Interviewers ..Also erst in diesem Augenblick wird die Kölner Zone geräumt werden können, und hab'N wir uns nicht für EndeAugust verpflich­tet, daß unsere Truppen das Ruhrgebiet ver­lassen sollen?", habe die .Hohr militärische Per­sönlichkeit" nur ein feines Lächeln gehabt.

Die Verewigung der Militärkontrolle.

Eine englische Stimme zur Wahrheit über die Rüftungsfrage.

London, 1. April. (Wolff.) 3m Oberaus erklärte Lord Rewton, es falle nicht sehr ins Gewicht, ob die Deutschen friedlich oder kriegerisch seien. Die höchsten militärischen Autoritäten er» Härten, daß die Deutschen nicht in der Lage feien, irgendeine Feindseligkeit auszufaihren. Dies, müßte allen genügen und die Kontroll­kommissionen mühten sobald wie möglich ver­schwinden. Man höre von Abrüstung reden. Aber die einzigen, die ab gerüstet hät­ten, seien dievormals feindlichen Staa­ten, wahrend die anderen Länder oder einige von ihnen größere Heere aufrechterhielten, als vor dem Kriege. Trotzdem würden diese Kommissionen aufrechterhalten auf Ko st en dieser bankerotten ehemals feind­lichen Regierungen. Wenn diese Kommis­sionen von ihren eigenen Regierungen be­zahlt werden mühten, wären sie von selbst schon lange verschwunden. Die Wahrheit sei, daß immer, wenn ein vormals feindliches Land Zeichen von Erholung aufweise, seine Rach­barn, alle bis zu den Zähnen bewaff­net. erklärten, dies Land werde einen neuen K r i e g beginnen und daß sie sofortige Dorsichts- inahregeln in Gestalt von Konlrollkommissionen und militärischer Besetzung fordern. Wie werde

Bewährung auscrlegt wurde. Von einer Gruppe von Interessenten an der Zugspiichahn unter Führung des Ingenieurs Eathreis wurde jetzt im Handels­ministerium der Beweis der Finanzierung erbracht. Eine englische Firma übernimmt die Hülste her Baukosten, also 8 Millionen Mark, die andere Halste der Baukosten ist von b a ij c r 11 d) e n und anderen deutschen Firmen übernommen wor­den. Es handelt sich jetzt noch um die endgültige Ausfertigung der Konzessionsurkunde, was in einer Zeit von zirka 11 Tagen der Fall sein dürfte.

Erscheint täglich, außer Seins unb Feiert«-«.

Beilagen:

GietzenerFamilienblStter Heimat im Bild.

meietSeBqrgsprdi:

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po»sche«onte:

Sranttnrt a. WL litt«.

ungs- und Abrüstung-Vorschläge Einfluß zu ge­winnen, steht diese angeblich osfiziell bereits erklärte Ablehnung Frankreichs, an der von Prä­sident Coolidge geplanten Abrüstungskonferenz teil- ,unehmen. Man befürchtet anscheinend in Paris, daß die Washingtoner Regierung den Plänen Chamberlains, der gegenüber dem französi­schen Imperialismus einen Ausgleich der k o n- linentalen Mächtegruppierungen an- Itrebt, Vorspanndienste leisten soll. Jegliche Bin­dung in militärischer Hinsicht, die von anglo-ameri- kanifcher Seite aus vorbereitet wird, ist anschei­nend für Frankreich unerträglich. Man will sich unter allen Umständen freie Hand bewahren, um aus den gegenwärtig noch zur Verfügung stehenden Machtmitteln für die Fortsetzung der europäischen Vormachtpolitik die nöti­gen Garantien -r wenn es bei weiterer Verschär­fung der Gegensätze in der Entente dazu kommen sollte aus eigen er Kraft heraus sichern zu können. Diese Tendenz tritt deutlich in der an Coolidge erteilten Absage hervor. Daß man in Ame­rika sich mit einem moralischen Druck nicht allein begnügen wird, sondern Frankreich gegenüber be­sonders hinsichtlich der S t ü tz u n g s k r e d i t e für den schwach gewordenen Franken und der Schul­de n s r a g c Schwierigkeiten bereiten dürste, lassen bereits obige Pressemeldungen erkennen. In Eng­land aber wird man mit besonderer Aufmerksam­keit von der Erklärung der offiziösen Pariser Presse Kenntnis nehmen, die auf eine Verstärkung des französischen Flottenbauprogramms auffällige Rückschlüsse gestatten.

Venesch

zum deutschen Vorschlag.

Die Ostgrenzc.Teilnahme Rußlands.

Gegen Oesterreichs Anschluß.

Prag, 1. April. (WB > Außenminister Be- »i e s ch gab im Auhcnausschuß bes Senats in Anknüpfung an bie deutschen Vorschläge zur Sicherheitsfrage eine ausführliche Darlegung sei­ner Politit. wobei er u. a. ausführte: Unteren Informationen zufolge wurde her Sinn der deut­schen Vorschläge dahin bestätigt, bah Deutschlanb im Westen definitiv bie Bestimmungen und den Statusquo des Versailler Vertrags anerkennt, sich bez. der Ost grenze jedoch ouf denselben Standpunkt stellt, den alle sran- §ö fischen Regierungen vor dem Kriege hinsichtlich E l s a ß ° L o t h r i n g e n s einnahinen, d. h. Deutschland hat ben Versailler Vertrag un­terzeichnet. es wird also ben Vertrag e i n h a l - tc n und seinetwegen auch was die Ostgrenze betrifft niemals einen kriege rischen Konflikt Hervorrufen. Venesch erklärte, weitere verpflichtende Schritte habe er aber

von folgenden Bedingungen abhängig gemacht: k Kenntnis des genannten Wortlauts'eines der­artigen Paktes und der vorgeschlagencn Schieds­gerichtsverträge, 2. Richtantastung der in den Friedensverlrägrn ber Tschechoslowa­kei garantierten Rechte. 3. Eintritt Deutschlands in den Völkerbund als notwendige Ergänzung des Garantiepaktes, der kwtwendigerweise unter der Aegidc des Völker- dundrs zu weiteren Garantiepakten und schließ­

lich zu den Prinzipien des Genfer Protokolls führen werde. Die endgültige Regelung der gne= densgarantien fetze, so erklärte Denefch weiter, auch die Teilnahme Rußlands voraus. Jedenfalls bedeute ber heutige Stand der Di.ige trotz bei Beiseiteschiebung bes Genfer Protokolls einen gewissen Fortschritt in der internatio­nalen Lage, unter ber Bedingung freilich, daß cs 5um Abschluß fraglichen Paktes komm?. Man

wurde damit in eine Periode der Stabilisierung des Friedens und der Friedensverträge eintreten. Dies würde auch

eine Aenderung in der Stellung Deutschland« bedeuten, das von diesem Tage an in normale Beziehungen zu den übrigen Mächten treten) würde und moralisch und politisch eine gleich­berechtigte und gleichwertige Stellung hätte.

Zum österreichischen Problem sagte Benesch, er halte weder die Pläne des Anschlusses Oester­reichs an Deutschland, noch die Pläne über eine Dvnaufoberalion ober eine Zollunion für durch­führbar. Sicher würden auch die Verhandlungen: über den in Frage stehenden Garantiepakt zeigen, dah alle Sntcreffenten an dieser Frage auf den Bestimmungen der unterschriebenen Vorträge be­stehen. Die einzig richtige Lösung der wirtschaft­lichen Schwierigkeiten und der Probleme der neuen mitteleuropäischen Staaten sei deren enge wirtschaftliche Annäherung durch einen deutsch- tschochisch-östcrreichischen Handelsvertrag, dessvn Prinzipien sich bei Einhaltung der vollen wirt­schaftlichen und politischen Souverän'tät ber be­treffenden Staaten sich weiter entwickeln lassen».

Die Militärkontrolle.

Die Unmöglichkeit deutscher Kriegs- vorbcreitungeir.

Paris, 1. April. lW:lff.) Der Bericht der Kontrollkommission Walsh wird, nachdem die Dotschafterkonferenz einen Frage­bogen für baß interalliierte Militärkontrockko- mitee in Versailles fertiggestellt hat, Ira Augen­blick von bent fetteren Organismus geprüft. Es

Unb boch liegen bic Zusammenhänge jetzt schon ganz klar. Die Partei nstanzen im Reiche hatten ben Vertrag zwischen Zentrum undS zialdemokraten bereits a geschlos­sen, ter Herrn Marx das Reichspräsi- b i u m, Herrn Braun a )er das preußische Ministerpräsidium sichern klL Da hat die Zentrumsfraktion des Preußi­schen Landtages gestreikt und erklärt, baß sie nicht mitspielen würde. Was blieb alsc anderes übrig, man mußte einen Statisten vorschieben, der sich dazu herzab, für 48 Stunden als gewählter MiTiisterpräi^ent zu fungieren, bann aber auch ebenso bereit war, bie Wahl ab- zulehnen, nur damit inzwischen h.nter den Ku­lissen das Schacherges<äft zwischen Zentrum unb Sozialbemolraten zusta.i. e kommen könnte.

D as Zentrum fühlt sich re ht fest im Sattel. Es bch uptet, daß die Mehr.) it des deut ch n Volkes Herrn Marx als Präsiöenten wün.che eine merkwür. ige Beweis uh ung, nach aem Herr Marx knapp den siebenten Teil aller abgegebenen Stimmen er.tza'.te t hat unb deshalb, bevor seine Pact.i.nsta.tzen noch beis mneu waren, Herrn Marx wieber aus- g e st e l l t. Als nun aber Herr Braun in Preußen nicht Mi isterpränd nt w r >-. wu den die Sozialdemokraten ellig. Das wollt m sic sich doch nicht gefallen lasse i. daß Zentra n uro D » m kr ten ben Rahm abschäp ter u td die Sozial- bem.tr tie nachher nur die Magermilch vo ge­setzt bekommt, sie fängt an, sehr unmißverständ­lich au? bie acht Millionen Stirn nen zu pochen, mit benen sie aus dem ersten Wahlgang hervor­gegangen ist.

Unb das half denn auch prompt. Das Zen­trum hat sich beeilt, seinen ersten Beschluß zu interpretieren und dahin zu erläutern, daß es Herrn Marx noch nicht aufgestellt, sondern le­diglich als Kandidaten für den zweiten Wahlgang ^vorgeschlagen" habe. Und da Sozialdemokraten vor der Möglichkeit einer Wahl des Herrn 3arre8 eine Heidenangst haben, so werben sie sich damit woh! begnügen, baß ihnen bie Möglichkeit einer freiwilligen Zustimmung gewährt wirb, zumal, toemi sie gleichzeitig das Trinkgeld des preußischen Ministerpcäfibiums in die Hand gebrückt bekommen. Vorläufig aber ist bie schöne Einmütigkeit doch noch arg gestört Es grollt in der sozialdemokratischen Pieste, ja sogar schon in den Provinzial-Organisationen der Sozialdemokratie, die sich nicht gesallen lasten wollen, daß sie einfach Stimmvieh für das Zentrum sein sollen. Unb wenn die Partei­leitung ben Parteiausschuß nicht sehr stark an bie Kandare nimmt, bann kann es geschehen, bah auch im zweiten Wahlgang bicrepubli­kanischen Parteien" sich nicht finden.

Die Sammelkandidatur der Weimarer Koalition.

Berlin, 2. April. (XU.) Zwischen ben Ver­tretern der Weimarar Koalition (Sozialdemokra­ten, Demokraten und Zentrum) haben am Mittwoch Vorbesprechungen über die Präjidentjchaftswahlcn stattgesunden, in denien der Wille zu einer repub­likanischen Sammelkandidatur zum

hingen zeigt, wie schwer es ihnen wirb, ihre t f/hLofc üttor i) i e" n h r bH D c

niof raten Höpk er-Aschoff § um M i -