Nr.i Drittes Blatt
Sreitag, 2.3anuat 1925
Siebener Anzeiger fweneral-Anzetger für Vderyeffen)
Das 3
ettrüften in der Luft
Don General der Infanterie H. v. Francois.
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unserer Lebenshaltung, zu bringen.
Geduld zu tragen.
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streitmacht 132 sammensehen ai
erwartet. Der Flugzeugbestand etwa 1000 Maschinen.
wird nach seinem Rüstungsplan einen Bestand von 356 Kamps-
Geschwindigkeit große Erfolge beläufr sich auf Belgien
Herzen geschlossen: kühle Berechnung fügt sie zusammen. Der eigene Borteil steht im Vordergrund, locker und empfindlich ist das Gewebe, das sie bindet, eo steht es auch mit dem Freun b« schastsbund England-Frankreich 3.1
führer aufzubringen.
Polen und die Tschechoslowakei sind von Frankreich mehr als reichlich mit Flug- zeugmater'.al ausgerüstet. Pol n soll rund 300, die Tschechoslowakei 500 Kampfflugzeug' 5ef hen.
Dänemark hat begonnen, sich c ne Flug- slotte zu organisieren und bezieht seine Maschinen aus der bekannten Fabrik von Henry Potez. Der Flugzeugbestand in Rumänien wird auf 150, der in Jugoslawien auf 70 Kampfflieger geschäht. Rußland soll 500 Kampfmaschinen in den Dienst gestellt haben.
Deutschland, Oesterreich. Ungarn, Bulgarien und auch Spanien besitzen keine Luftstreitmacht.
Bon der Luftrüstung derSchweiz hört man wenig. Menn es richt g ist, daß dort 300 Kampfflieger verfügbar sind, so erscheint das völlig unzureichend, um die vortrefflichen Alpensp.rren gegen einen französischen Bombenangriff schützen zu können.
Frankreich ist ein Meister der Suggestion. Mit viel Geräusch hat es der Welt den Glauben an seine überragende Militärgewalt eingeflvßr. Es badet sich jetzt int Gl ick seines Mach.b Wuh'.- seins. Es ist indessen nicht anzunehmen, daß Z>;e suggestive Einschüchterung der europü scheaMächte ränge vorhalten w.rd. Macht erzeugt Macht und Frankreichs Rachbarn werden n cht gew Ci fein, eine demütigende und gefahrvolle Lage dauernd
im Jahre 1925 .
fliegern und 100 Reserveskugzeuge besitzen. Man ist jedoch in Zweifel, ob es g lingen wird, die für den aktiven Dienst erforderlichen 500 Flugzeug-
Harren. Schon bei deut Vertrage mit England hat Deutschland den Beweis erhalten, daß « mit der Gleichberechtigung der Kontrahenten noch schlecht bestellt ist. Die 26prozentige ReparatlonS- abgabc ist ein schwerer Klotz am Dein für Deutsche land, ganz abgesehen davon, daß sie der Transfer- Regelung direkt entgegenarbeitet und im Laufe der Zeit, wenn sic nicht abgebaut wird, den TranSser-Agenle« noch manches Kopfzerbrechen verursachen wird. Die Verhandlungen mit den übrigen Ländern haben teils begonnen, ohne bisher Grundlegendes für eine Einigung geschaffen zu haben, teils fällt ihr- Beginn eist in das neue Jahr. Die wichtigsten Verhandlungen, die jenigen mit Frankreich und Belgien, sind noch nicht weit gediehen, und eS besteht keine Aussicht. sie bis zum 10. Januar zu einem Sgebnis zu führen. Deutschland sitzt hierbei entschieden am längeren Hebel, und es isl nur zu hoffen, daß die deutschen Delegierten diesem Umstande genügend Rechnung tragen. Für Frankreich handelt es sich in der Hauptsache darum, ein Dentil für seine ihm durch den Versailler Vertrag bescherten großen Erzeugungsmöglichkeiten in Esten zu schal len, deren natürliche Abnehmer in Tc ul schlau ö sitzen. Deutschland seinerseits hat alles Interesse daran, nicht mit dieser srairzösischen lleberprodul tion überschwemm« zu werden, zumal Frankreich
findet sich ein Torpedoflugzeug mit 180 Kilometer in der Stunde, von dem man
samt seiner Valutacntwertung und and rer q stiger Unrstande in der Lage ist. bedeutend bilfigct als Deutschland zu arbeiten. Außerdem isl es
gerade Frankreich, das sich noch nicht an den Gedanken. Deutschland als gleichberechtigten Kontrahenten zu betrachten, gewöhnen kann, nachdem es fünf Jahre lang Deutschland seinen Dillen aufoltreieit hat. Schon aus diesem Grunde sind die privaten wirtschaftlichen Verhandlungen, die zur Zeit zwischen deutschen und französische" In- dustrievertrelern gepflogen werden, zu begrüßen. Hier kommen in erster Linie btc wirtschastlichMr Rotwendigkeiten zu ihrem Rechte hier werden die deutschen Sachverständigen zunächst ihren französischen Kollegen und wenn, was zu erwarten ist. sich auch die Interessenten der anderen eisenschaffenden Länder an den Bei Handlungen beteiligen werden, diesen die deutschen wirt sch ast l ich en Verhältnisse klarlegen und vielleicht mer Verständnis sinden. als bei den Verhandlun gen von Regierung zu Regierung zu erwarten ist. Hier wird dann auch der Boden geebnet werden für eine allgemeine Regelung der handelSpoliti schen Beziehungen, die allein Deutschland in den Stand setzen kann, den durch das Londoner 2lb kommen bedingten Ausfuhrüberschuß auch tatsäch lich zu schassen. Rotwendig hierfür ist aber auch, daß wir eine Regierung erhalten, die Verständnis für die Bestrebungen unserer Industrie hat, die sie unterstütz« imb ihr Rückhalt gibt.
lieber den Dünsche«, zu einem starlen Export zu kommen, dürsen auch nicht die Bestrebungen leiden, die auf eine Gesundung des inneren Marktes sich richten. Mit anderen Dorten Der freie Weg für unsere Export Industrie daN nicht durch Bedingungen erlauft werden, die bem AuS- lande Tür und Tor für eine üleberschwemmung mit feinen Daren öffnet. Dir bedürfen in erster Linie zur Schaffung einer sorgenfreien Existenz für untere Bevölkerung und zur Ermöglichung neuer Kapitalbildung eines gefunden Inland- marktes. Der laßt sich aber nicht durch Propagierung deS F c Hand ls, während um uns herum der Hochschuh blüht, erreichen. Zur inneren Gesundung bedürsen wir weiter einer völligen Reform unseres Steuersystems. Dir wissen alle, daß wir hohe Steuern zahlen müssen, diese bedinge aber eine genau differenzierte ßaftenberteitung, die uns davor schützt, daß weiter wie bisher in rohester Form in die Vermögenssubstanz ein- gegriffen wird. Dir brauchen daher auch hier eine Regierung von Kopsen, die f ich frei zu machen weiß von allen Schlagworten und parteipolitischen Einflüsterungen.
Hat das Jahr 1924 uns erst die Anfänge eines Wiederaufbaues gebracht, so muh das Jahr 1925 das Jahr des W ederaufbaues werden. Das ganze Volk muß mehr als bisher durchdrungen werden von seiner schweren Aufgabe, Deutsch" land wieder an den Platz zu sehen, der ihm gc-= bührt. Erfüllen können wir diese Aufgabe nur, wenn wir versuchen, alle inneren Gegensätze zu überbrücken, wenn wir alle Sonderinteralsen hinter daS Allgemeinwohl zurückstclien und beryf sind, auch die größten Opfer, vor allem in
Abstammung und Charakter grundversch eben, bestand seit Jahrhunderten F hde zw schen beiden Völkern und doch reichten sie einander freundschaftlich die Hönde, um Deutschland zu Der" Nichten. Frankreich waren wir verhaßt als Sieger von 1870/71, den Engländern ersch en unsere Wirtschastskrast gefährlich. Run, da sie das gemeinsame Ziel erreicht haben, rücken Welsche und Angelsachsen mehr und mehr voneinander ab. freilich mit großer Vorsicht- denn noch besteht keine Sicherheit, ob man den alten Fe und nicht doch noch benötigt. Verschieden ist hierbei das Gebühren. Frankreich tritt herrisch, unbeugsam, säst drohend aus: England zaghaft, unsicher und ängstlich. In England mag allmählich die Erkenntnis gekommen sein, daß man sich den Bundesgenossen über den Kops wachsen lieh und nun nicht in der Lage ist, den eigenen Willen du.ch Wassengewalt zu stützen. Frankreichs Heer und Flotte fürchtet man nicht, wohl aber feine Luftflotte.
Lange Zeit ließ man das Anwachsen der französischen Luftflotte unbeachtet: je mehr s ch aber bie politischen Gegensätze zuspihten, desto schärfer trat als ernster Mahner die Frage in den Vordergrund- Wem gilt Fr ankreichS starke Luftflotte? Dem entwaffneten Deuts chland? Rein: denn zur Ried rkämp- fung Deutschlands genügt das m.t allen schweren Kampfmitteln ausgestartete französische Landheer. Sn gland? 3a, denn mit dem Landheer ist ihm nicht beizukommen, wohl aber mit leistungsfähigen Bombengeschwadern. Schon im Mai 1923 bemerkte der englische Luftflottenminister Samuel Hoare auf ein m FefllommcrS: ..Die Luft muh ebenso tief und allgemein wie das Meer Allgemeingut unserer Rat.cm werden."
Am 26. Juni 1923 erklärte dann ber Premierminister Baldwin im Unterbau*: „Die Regierung habe beschlossen, eine Lustvcrteidi-- gungSmacht zu schaffen, dic genügend stark fei, um Großbritannien gegen Angriffe der größten Luftmacht zu schützen, die innerhalb der erreichbaren Zone liegt."
Run war es heraus: die Verstärkung der englischen Luftflotte galt der Abwehr gegen Frankreich. Das Wettrüsten in der Luft begann. Dem nüchternen Rechenmeister England mag eS nicht leicht geworden fein, mit F.antrcich an den Start zu treten, aber die Sicherheit des Landes gebot es. Frankreich antwortete prompt. Am 28. Juni trat die Kammer zu einer Sitzung zusammen, die bis in die Rächt dauerte. Der Kriegsminister Maginot bean1 ragte Erhöhung des Lustflottenkredits von 75 M.llionen Franks auf 112 Millionen. Mit 490 Stimmen gegen 79 wurde der Antrag angenommen. In der Begründung sprach man natürlich nicht von England, sondern nur von den heimtückischen Deutschen, die ihre Luftflotte in aller Stille ausbauen. England indessen kennt diese französische Taktik und weih sie rich ig zu bewerten.
Frankreich besah am Ende des Weltkrieges 3300 Flugzeuge. Es behauptete im Juni 1924 nur 1260 Kampfflugzeuge zu besitzen. Möglich, dah diese geringe Zahl damals in den älebungsdienst gestellt war, dem F.UZzeugbestand hat sie jedenfalls nicht entsprochen. Cs ist notwendig. den Stand der französ schen Luftflotte ein wenig unter die Lrrpe zu nehmen. 3m Weltkriege hatten wir Deutsche d c Aeberzeugung, daß Frankreichs Flugzeugbestand den unseren wesentlich überstieg. Gelegentlich der Entwasmu g lieferte Deutschland 14 014 Flugzeuge und 23711 Äugzeugmotoren ab. Die französ sche Angabe, daß er am Ende des Krieges 3300 Flugzeuge besessen habe, muh demnach an gezweifelt werden, und daS gleiche gilt bezüglich der offiziellen Angaben über den gegenwärtigen Bestand, der im Juni 1924 1260 betragen haben soll.
Kirche und Schule.
Geheimer Cbcrfonfiftorialrat D. Petersen.
Arn gestrigen 1. Januar ist der Geh. 06er» konsistorialrat D. Waldemar Petersen in Darmstadt auf fein Rachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen ausgezeichneten Dienste in den Ruhestand getreten.
Geh. Oberwnslstorialrat v. P e t e r s e n, der Superintendent der Superintendentur ©leben, wurde am 22. Juni 1850 zu Rorder-Brarup in Schleswig-Holstein geboren. Rach dem Besuch des Ghmnaflums Chrlstianum in Altona studierte er in Kiel und Jena. Vom 1. Januar 1876 bis zum Herbst dieses Jahres war er Erzieher des Prinzen Albert von Schleswig-Holstein-Glücksburg, vom 7. Dezember 1876 bis 10. Oktober 1891 Hof- predlger des Königs der Hellenen in Athen, vom 20. Oktober 1891 bis 30. September 1892 Pfarrer der Landpfarrei Mainz, vom 1. Oktober 1892 bis 31. Mai 1902 Pfarrer in Darmstadt. Am 1. Juni 1902 wurde er in das Oberkonsistorium berufen und übernahm die Superintendentur Dießen, Am 25. Rovember 1909 erfolgte seine Ernennung zum Geheimen Oberkonsistorialrat.
Etat eines Geschwaders mit 10 Flugzeugen, so ergibt sich ein Bestand von 1320 Flugzeugen, d. h. 1320 Flugzeuge der in Dienst gestellten 1. Linie. Die erforderliche Kriegsbereitschaft und der im Kriegsfall eintretende! starke Verbrauch machen die Bereithaltung großer Flugzeugrcserven unbedingt notwendig. Legt man bie Etatzahl von 132 Geschwadern zugrunde, so wird folgende Berechnung ein annähernd richtiges D.ld des französischen Flugzeugbestandes ergeben:
132 Geschwader zu je 10 F ug zeugen = 1320 Flugzeuge. Mat rialrj rve für j des Geschwader 2 Fl. -- 261 Flugzeuge. Mo'<l:uachungsreserve (Geschwader 100 P o.> 132 Flu,'.zeuge, H .res- reserve 1000 Flugzeuge: Flugzeugbestanb 3904 Flugzeuge.
Aus französischen Berichte« erfahren toir, daß die Vermehrung der Luftstreitmacht Ende 1924 mit 200 und 1925 mit 220 Geschwadern abschliehen soll Hiernach ist 1924 mit einem Bestand von 5400 und 1925 mit einem solchen von rund 6000 Flugzeugen zu rechnen.
Im Kriegsfall treten zum Heeresdienst alle im Flugpostverkehr und bei Sportvereinen vorhandenen Flugzeuge, gewissermahen als Territorial! eserve. Ihre Zahl ift mit 6000 Flugzeugen nicht zu hoch bemessen, so dah Frankreich schon im Juni 1924 über rund 1 1 4 0 0 verwendungsfähige Flugzeuge verfügt haben mag. Der Kammer- beschluh vom 28. Juni 1923 brachte eine Verstärkung der Luftflotte, über deren Umfang be- grelslicherweife Stillschweigen beobachtet wird.
Die steht es mit Englands Luftflotte?
England besah im Juni 1923
6 Geschwader zu je 12 Flugzeugen in Indien: 72 Flugzeuge, 12 Geschwader zu je 12 Flugzeugen in den Kolonien: 144 Flugzeuge, 18 Geschwader sür die Heimatsverteidigung: 216 Flugzeuge, 18 Geschwader sind seit Januar 1923 in Ausstellung für Kolonien und Heimat, mit denen jetzt wohl gerechnet werden kann.
Der RegierungsbZchluß vom Ium 1923 forderte die Aufstellung von 34 neuen Geschwadern. Demnach kann die englische Luftflotte mit 83 Geschwadern eingeschätzt werden, von denen 52 Ge-
Flugzeugc« noch hinter Frankreich zurück. Man sprich: aber davon, dah eine erneute Verstärkung der Luftslvtte bereits in Ausführung b gr ffen ist.
Der Flugzeugbau wird weder Frankreich noch England Schwierigkeiten bereiten, wohl aber die Aufbringung von aus gebildeten Flugzeugführern und Mechanikern. Die taffen sich nicht in wenigen Wochen sicherstellen. sie müssen vielmehr in mehrmonatlichen Lehrgängen auf Flugschulen herangeb ldet werden. Frankreich kann dies auf dem Wege durch seine allgemeine Wehrps11cht bewert- stell gen. England muh sich durch freiwillige Anwerbung helfen, wobei ihm die wörtliche Regsamkeit zunutze kommt. Reben der P rsvnal- fragj sind von wesentlicher D deutung Flugzeug- konstruktivn und Bomb nw rkunq. D e L hcen des Krieges sind in die Werkstatt der Gelehrten und Meister gewandert und haben ber e ts bemerkenswerte Verbesserungen und ReugBilde zutage ge- sörder«. In nicht ferner Zeit werden kleine Kampfflieger auf den Flugplätzen erschc nen, die senkrecht aussteigen und wie ein Sperber über ihrem Opser schweben können. Sie werden Bomben werfen, die an Zerstöcungs- und Sr- ftidung<traft alles übertreffen, was wir Im Weltkrieg erlebt haben. Frankreich marsch ert in der Produktion neuer Gebilde an der Tete. Schon im Mai 1924 waren S t e i l f l u g z e u g e (der Helikopter) in Erprobung und zur Zeit hat es acht verschiedene F ugzeugtypen neuer Kon' ruktion in Betrieb, während im Rormaldienst Englands nur zwei Kampftypen beschäftigt sind.
Bei allen Truppenübungen in Frankreich und England spielen die Flieger eine bedeutende Rolle: freilich soll der starke Fliegereinsatz auch große Verluste an Personal und Material zur Folge haben.
Das Wettrüsten geht weiter. Wie unbequem Frankreich der Lustflottenbesch'uh D low ns war, bekundete der „Ternps" am 29. Ium 1921 durch den Vorschlag, mit England ein Lustbündnis abzuschließen. Der Zweck war durchsichtig, und dennoch nahm ihn die englische Presse zustimmend auf. ES ist indessen nicht anzunehmen, dah die englische Regierung auf diesen Trick hineinfällt, denn Frankreich bat durch sein Verhalten im Ruhrgebiet deutlich genug gezeigt, daß es in der Verfolgung seiner imperialistischen Ziele vor keinem Vertragsbruch zurückschreckt.
Zur Zeit beherrschtFrankreich die Luft. Seine drohende Geste veranlaßte das nüchterne England den Wettkampf aufzunehmen: aber auch Italien und die neutral:n Staaten sind in ben Strudel des Luftrüstens Hinringerissen worden.
Am Erinnerungstage des Faszistenmarsches aus Rom veranstaltete die Regierung ein großes Echaufliegen. um dem italienischen Volke zu zeige'', welche Fortschritte In der Entwicklung der Luftstreitmacht erzielt worden sind. 5 Lustschiffe und 300 Flugzeuge kamen von den Jlug- bäfen MittelitalienS und kreisten IV- Cturnben lang über Rom. Gleichzeitig überflogen die Geschwader von Rorbitalien mit 150 Flugzeugen bie Städte Turin und Mailand. In Erprobung be-
* Die Großhandels rn der ziffee - vom 31. Dezember. Die auf den Stichtag J des 31. Dezember berechnete Grohhandelsindex- zlffer des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber dem Stande vom 23. Dezember (132,6) um 1,3 v. H. auf 134,3 gestiegen. Hoher lagen vor I allem die Preise für Getreide, Fleisch, Hopfen, Baumwolle. Jute, Hanf und die meisten Richt- eisenmetalle Gesunken smd die Preise für Butter. Schmalz, Milch, sowie für Baumwollgarn und J Benzin. Vo nden Hauptgruppen stiegen die Lebensrnittel von 129.0 auf 131.3 oder um 1,8 v. H.: die Jnbustriestoffe von 139,3 auf 139,9 oder um 0,4 v. H.
* Offenbacher Gummiwerke K. Stoeckicht A -G , Offenbach Die außerordentliche Generalrersamm'ung dec Geseklschast genehmigte den Verkauf der Fabnkgrundstücke. Maschinen ufto., nachdem bcrerts vorher eine | Auktion dec in Frage kommenden Obsekte stattgefunden hatte. Rach Mittel.ung der DerTüftung ift laut einer Zwischenbilanz bisher die Hälfte . des Aktienkapitals verloren.
• Maschinenf ak ri k Moenus AG.« Frankfurt a. M. Die Goldbilanz der Gesellschaft sieht eine UmiteHung des Stammkapitals von 150 Mill. Rik. auf 4,5 Mill. RM. und des Vorzugsaktienkapitals von 3,2 Mill. Mark auf 48 000 RM. vor. Rach lleberwelsung von 100 000 RM. an den ülnterstützungssonds werden der Umstellungsrücklage 454 800 RM. zugeführt.
* Mitteldeutsche Kreditbank I« der Generalversammlung wurden die R.lchemark- eröftnungsbilan- per 1. Januar 1925 nah alle Anträge der Verwaltung genehmig! Di Duek- tion berichtete über eine befried gende Entwicklung des Geschäftes und glaubt, trotz der unklaren allgemeinen Wirtldaftslage eine angemessene Dividende in Aus i cht stellen zu können.
* Phöni, A.-G. f ü r Bergbau und Hüttenbetricb Düsseldorf. Gleichzeitig mit der Reichsmarkeröffnungsbilanz per 1. Juli 1924 legt die Gesellschaft ,iicn Papiennarkab- schlutz per 1923 24 vor. Ein sich ergebender klleberschuhsalda von 2 853 123 D l tonen Mart ist als Ausgleich verbucht Zwecks Ülmstellung
Wirtschaft.
An des Jahres Wende,
n.
Zieht man das Fazit aus den Ergebnissen des vergangenen Jahres, so ist das Bild immer noch reichlich düster. Abgesehen davon, dah unsere Währung wieder einigermaßen in Ordnung ist. und einige Gewähr dafür vorhanden ist, dah fie dies auch bleiben wirb (endgültig in Ordnung ist fie erst dann, wenn die Reichsbanl- notc wieder jederzeit gegen Gold präsentiert werden kann), daß auch die Geldsätze w eder auf ein geringeres Maß herabgeschraubt find, läßt sich noch nicht viel sagen, daS uns sür die zu- tünft ge Entwicklung befriedigen könnte. Die neue Kap.talbildung steckt noch in de« Kinderschuhen, die Zissern der Lparkassengulhaben und Depositengelder bei den Danken führen zu Trugschlüssen, sie bestehen zum größten Teil aus öffentlichen Geldern, die kurzfristig angelegt find, um alsbald wieder abgehoben zu werden. Wirkliche Spargelder, die allein neue Kapitalbildung darstellen. find nur sehr wenig darunter. Tie Wirtschaft leidet nach wie vor unter Betriebs Mittelmangel, und es dürften Jahre vergehen, bis die Lücke, die die Inflation geriffen ha«, wiederaus Eigenem ausgefüllt wird. Das Mittel der Kreditbeschaffung vom Ausland her. um den während der Inflationszeit aufgeblähten Wirt- schastSkörPer in Gang zu halten, ift, wie schon häufig betont, ein zweischneidiges Schwert. Einmal sind diese Mittel nur zu schweren Bedingungen zu erhalten, so daß die Verzinsung die Produktionskosten erhöht und die Bemühungen, unsere Gestehungskosten denen des Auslandes anzugleichen, erschwer«. Alsdann handelt es sich bei dem Auslandkredit aber größtenteils um kurzfristigen Kredit, der eines Tages zurückgezogen werden kann, was nicht nur dem Kreditnehmer Schwierigkeiten bereiten dürfte, sondern auch volkswirtschaftlich eine Gefahr für unsere Währung in sich birgt. Man schätzt den bisher vom Ausland der deutschen Wirtschaft gewährten Kredit auf etwa 2 Milliarden Marl, wovon 800 Millionen auf die Vereinigten Staaten und 600 Millionen auf England und Holland fallen. Die Verzinsung dieses Kapitals bedeutet schon eine nicht unwesentliche Belastung unserer Zahlungsbilanz, und da wir mit weiteren Aus- landskreviten rechnen, wird diese Kehrseite der Medaille uns auf die Dauer noch eine harte Ruß zu knacken geben.
Unfere Handelsbilanz war während des ganzen Jahres, mit Ausnahme zweier Monate und hier lediglich aus dem Grunde, weil es uns an den nötigen Mitteln gebrach, die notwendige Einfuhr an Rohstoffen und Lebensmitteln zu finanzieren, stark passiv. Für die ersten 11 Monate stellt sich der Einfuhrüberschuß auf 2,2 Milliarden Mark, so daß man für das ganze Jahr mit einem Pafsivunr der Handelsbilanz von gut 2l/s Milliarden rechnen kann. Die Summe erhöht sich noch um das Einfuhrmehr, das während der ersten 10 Monate in das besetzte Gebiet geflossen ist, und das nach dem Ausweis für Rovember ganz beträchtlich fein muß. Vor dem Kriege waren wir in der Lage, dieses Pasfivum auS unseren Einkünften aus Auslandsguthaben und aus unserem internationalen Frachtenverkehr zu decken. Während erstere uns gänzlich genommen und jetzt in das Gegenteil gekehrt sind, spielen letztere trotz der gewaltigen Fortschritte im Wiederaufbau unserer Handelsflotte noch keine große Rolle. Wir haben b sher «och keine Schwierigkeiten in der Bezahlung des Einfuhrüberschußes gehabt, weil er teils noch aus unseren Devisenbeständen aus der Inflationszeit, teils durch die aus den Krediten hereln- sließenden Devisen gezahlt werden tonnten. Beides sind Quellen, bie einmal versiegen mütfen, letztere wird sogar, wie schon erwähnt, ein erhöhtes Debitum darstellen. Wenn wir b s dahin keine Ordnung in unserer Handelsbilanz geschaffen haben, muß eine erneute Katastrophe ein» treten. Hinzu kommt, dah schon im jetzt beginnenden Jahre bie Zahlungen aus dem Londoner Abkommen, wenn auch noch in verhältnismäßig geringem Maße, ausgenommen werden müssen. Bis zum 31. August 1923 haben w r 4100 Millionen Mark an unsere ehemaligen Frinde abzuführen und von diesem Zeitpunkt ab jährlich 2500 Millionen. 41m diese Summe muh also unsere Zahlungsbilanz aktiv werden, wenn wir verhindern wollen, hah weiterhin deutsches Volksvermögen an das Ausland abgeführt w rd. Dri oberflächlicher Beurteilung wird man es für unmöglich halten, dah wir m dec kommenden Zeit das notwendige Ergebnis ber Aktivität unserer Handclsb lanz erreichen können. Man muh aber berücksichtigen, bah wir b.sher in handelspolitischer Beziehung unter dem Druck des Versailler Vertrages gestanden haben. Während das Ausland gegen uns hohe Zollmauern aufrießten und die deutsche Einfuhr unter schwere SonLerbestim- mungen stellen konnte, mußten wir unseren bisherigen Feinden Meistbegünstigung gewähren und eS dulden, dah unser Westen jeder Willkür preis- gegeben war. Dieser Zustand nimmt mit dem 10. Januar 1925 sein Ende. Don diesem Zeitpunkt ab fallen die handelspolitischen Vestlrn» mungen des Versailler Vertrage», und wir smd wieder in der Lage, gleichberechtigte Verträge abzuschlleßen und unsere Jmer/ssen ;u wahren.
Die Frage ist nun, sind wir für diese Verhandlungen. die wir doch seit langem vorausgesehen haben, gerüstet? Man muh dies leider Der ne.nen. Währ.md andere Staaten erst kürzt ch, teilweise sogar während die Verhandlungen bereits im Gange waren, eine ganze Reihe von Zollprsitionen erhöhten, andere Staaten dabei sind, ber deutschen Einfuhr weitere Hinderniise zu bereiten, um sich diese alsdann gegen besondere Konzessionen Deutschlands abhandeln zu lassen, hat Deiuschlanb eä nicht fertig gebracht, feinen Zolltarif einer gründlichen Rem'ion zu unterziehen und ein neues, ben modernen Verhältnissen angepaßtes Zollschema einzuführen. Man hat es in Deutschland vorgezogen, sich Über grundsätzlichen Schutzzoll oder Freihandel herum- zustreiten, anstatt die Regierung bei ihren Vorbereitungen, die den einzigen Zweck haben muhten, jeden irgendwie erreichbaren Vorteil für Deutschland herauszuschlagen, zu unterstützen. Abgeschlossen ist im alten Jahr ein Provisorium mit Spanien, das. wenn es auch noch keineswegs ein Ideal für Deutschland bedeutet, doch die schwersten Hemmungen für den deutsch-spanischen Handelsverkehr aus dem Wege räumt. Abgeschlossen sind weiter Verträge mit ben Vereinigten Staaten und England, die noch der Ratifizierung
Rach einer Mittelung des .Aeroplane" von! 15. Oktober 1924 zählt die französische Luft- F.ugzeuggcschwader, bie sich zu- _____________ als 32 Jagd-, 63 Deobachtungs- unb 32 Bombengeschwadern. Rechnet man den
$Dlitif$S Freundschaften werden nicht im | schwader für den Heimatsdienst bestimmt sind. Der — ■*" ‘ englische Flugzeugbestand steht also mit 8204


