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schwers Not unseres Volkes. Im obersten Stock- roerl c unter vielem anderen eine tadellos ein- g«richtete Bauernküche und Bauernstube mit schö­nen alten Möbeln und Gebrauchsgegenständen. In einem großen Glasschrank sehen wir Bauern- siguren in hoctiseinen ländlichen Trachten, Hoch­zeitskleid usw. Behaglich eingerichtete Barock- und Biedermeierzeit lassen einen gewissen Neid er­stehen. Alles in allem ein Werk, auf das Wetzlar und seine Bewohner in hohem Maße stolz fein können. Möge die Bürgerschaft recht reichlich aus seinem Inhalt lernen.

Nach Schluß des Einweihungsaktes begaben sich die Teilnehmer in die Räume des Hotels Herzog­liches Haus, wo die Stadt ihren Gästen Kaffee und Kuchen reichen ließ. Hier hieß Bürgermeister Dr. Kühn die Erschienenen nochmals herzlich will­kommen und erstattete erneut den Dank der Stadt an alle die ab, die ihre Kraft zum Gelingen des Werkes gegeben hatten. Als Vertreter der Gaste sprach bann Stubienbirektor Ringel in herzlichen Worten den Dank aller derer aus, die an der histo­rischen Feier teilnehmen dursten. Im weiteren Ver­lauf des Beisammenseins wurden noch manche dankbare Reden gehalten. _____________________

schossen, die Kopfsteuer im neuen Bezirksjahr von 60 Pf. auf 1,20 Mk. zu erhöhen: sie ist nur von aktiven Mitgliedern zu zahlen. Als Entschädigung wurden für den Geschäftsführer 600 Mk. eingesetzt. Die nächsten Meisterschaften sollen nach folgendem Modus ausgetragen werden: An der Vorrunde nehmen zunächst die Verbandsmeister (Nord, Süd und Brandenburg), sowie der Altmeister teil. Die beiden Sieger bestreiten sodann das End­spiel. Falls die Altmeister zugleich Landesverbands­meister ist, nimmt er eo ipso an der Endrunde teil, und die beiden anderen Landesmeister aualisizieren sich in einem Vorspiel für die Entscheidung. Der nächste Verbandstag findet im Avril 1926 in Han­nover statt. Gleichzeitig wird dort auch das Ent­scheidungsspiel um die deutsche Meisterschaft aus- getragen. Die Festsetzung für die Termine der drei noch ausstehenden Repräsentantivspiele wurde dem neugewählten Vorstand überlassen. Zum Schluß gab Professor Ullrich- Heidelberg noch einige Regel­änderungen bekannt, die demnächst den Vereinen im Druck zugehen.

Das aus Anlaß der Tagung angesetzte Rugby- Repräsentativspiel zwischen Nord- und Südbeutschland fiel infolge der schlechten Witterungs­verhältnisse aus. Dafür land am Vormittag zwischen dem Turnverein 60 Frankfurt und Wacker München ein Freundschaftsspiel statt, das 0:0 endete. Wacker hatte bereits am Samstag in Aschaffenburg gegen die dortige Viktoria gespielt und 8:0 ge­wonnen.

Formen mit Ton, und empfahl besonders den Ton aus Homberg dafür. Im 2. Schuljahr tritt das ma- lende Zeichnen mit Hilfe des Buntstiftes dazu. Alle Fächer bieten Gelegenheit für diese Betätigung. Mit dem 3. Schuljahr beginnt das Kleben mit Bunt­papier. Es steht im Dienste der Geschmacksbildung des Kindes und soll durch die ganze Schulzeit hin­durch geführt werden. Auch das Falten gehört hier­her, mit ihm kann schon auf der Unterstufe begonnen werden. Anfangs hat es den Charakter des Spieles, pätcr tritt es in den Dienst des Unterrichts .

Schulrat Fischer dankte den beiden Rednern und gab selbst noch einige praktische Winke für die Anwendung des Gehörten.

Der nächste Punkt der Tagesordnung beschäftigte ich mit den Mädchenfortbildungsschulen. Es gilt, die immer noch bestehende Gegnerschaft durch positive Leistungen zu besiegen. Dahin gehört vor allem die Einführung der 17jährigen in die Ge­heimnisse der Kochkunst. Bei gutem Willen der Be­teiligten wird es schon möglich sein, daß jedes Mäd­chen an diesen Unterricht teilweise durch Zusam- mcnlegung mehrerer Orte teilnehmen kann.

Sodann wurde der Versammlung eine Reihe wichtiger Mitteilungen gemacht:

1. Dr. Se 11 aus Lindenfels, der Leiter der Lun­genheilanstalt, will in ganz Hessen Vorträge über die Tuberkulose und ihre B e - f ä m p f u n g halten und erbittet dafür die Unter- tützung der Lehrerschaft. Ebenso will Dr. Orth, )cr neue Amtsarzt in Gießen, über die G e - chlechtskrank heilen sprechen. Die Versamm­lung begrüßt beide Absichten.

2. Da sich das 3 u g e n b f e st immer mehr zu einem Volksfest entwickelt, bat der Vorsitzende, es in dieser Weise weiter auszugestalten.

Ab Ostern 1926 gilt der 1. Mai als Stich- tag für bie Schulaufnahme.

4. Die Anlage von Babeeinrichtungen in jedem Dorfe wird bringend empfohlen.

5. Die Lehrer müssen den Schulaborten er­höhte Aufmerksamkeit widmen und dürfen nicht dul­den, daß diese wochenlang nicht gereinigt werden.

Damit schloß der Vorsitzende die Versammlung und übertrug den Vorsitz an Lehrer Sommer- Lang-Gön?, den Vorsitzenden des Kreislehrerver­eins. Es galt, die Mitglieder der Kreisschul- kommission und ihre Ersatzmänner zu wählen. In einer Versammlung am Dienstag im Gasthaus Hindenburg" in Gießen hatte man sich auf die alten Mitglieder: Sprengel- Bellersheim, Rausch- Reiskirchen und Zöller- Hausen geeinigt. Als Er­satzmänner wurden Keller- Lollar und Schmitt- Hungen vorgeschlagen. Die heutige Wahl geschah schriftlich und geheim. Das Ergebnis wird später bekanntgegeben.

An die Versammlung schloß sich ein einfaches Mittagessen an.

Bezirk Lich-Hirirgerr.

: Hungen, 28. Rov. Hier fand heute die Amt tliche Herbstkonferenz für die Lehrer des Bezirks Lich-Hungen statt. Nachdem der Vorsitzende, Kreisschulrat Fischer, in der üblichen Weise d"s Ablebens des ver­dienten Lehrers Graulich- Rieber-'Dessingen gedacht hatte, wurde in zwei Referaten der Hauptpunkt der Tagesordnung, der Werk­unterricht, behandelt. Zunächst gab Lehrer Meckel- Lich eine psychologische Degrünoung desselben. Während die alte Schule den Haupt-

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Vogelzucht- "'Setzung 1897 lag auf der Liebigs- r Geflügel und Tanftaltung, nur von al, legte Zeugnis ob [tmönnen. Sicher ist, Wfungen gar nicht *a) leine eigene Züch. dürgebotenen sonsti­gen, wie der pi isi. Die Zucht mH denn nur dadurch Jeflügelra/sm heben, licht etwa sportlichen M dienen. Für jede ' Standard zugrunde bei jeder Rasse klar Tiere beschaffen fein el an, das erreicht e ist der Standard lung ist reichlich Sc- zum Urteil gegeben.

Rundfunk-Programm

deS Frankfurter Senders.

(Aus derRadio-Umschau".)

Mittwoch, 2. Dezember.

4.306 Uhr: Rachmittagökonzert des Haus­orchesters: Heitere Ouvertüren. 67 Uhr: Die Stunde der Jugend. 77.30 Uhr: Stenographi­scher Fortbildungskursus für alle Systeme (Dik­tat von 80 Silben aufwärts). 7.308 Uhr: Schachstunde. 39.30 Uhr: Übertragung aus dem großen Saal des Saalbaues, Konzert des Schuler'schen Männerchores. 9.45 Uhr: Die schone Koloratur. _____________

Samstag und Sonntag fand in Frankfurt ... Klubhaus des Deutschen Rugbymeisters

.,Sportclub 80" bie 2 7. Tagung des Deut­schen Rugbysußballoerbanbes, bie zu- gleich als 25. Jubiläum des Deutschen Verbandes für Rugby hätte gefeiert werben sollen, statt. Der bis­herige Vorsitzende, Freunb ° Berlin, teilte zu Be­ginn mit, baß bas Jubiläum verlegt wurde und erst mit den deutschen Kampfspielen 1926 in Köln ge­feiert werben soll. Daselbst finden auch zugleich fünf Repräsentativspiele statt. Die Maßnahmen des bis­herigen Vorstandes wurden gebilligt und ihm ein­stimmig Entlastung erteilt. Sodann wurde unter Lei­tung des Seniors "des deutschen Rugbysportes, Pro­fessors Dr. Ullrich- Heidelberg, zur Neuwahl des Vorstandes geschritten. 1. Vorsitzender wurde der bekannte Rugbypionier S. W. Müller, der ein­stimmig gewählt wurde. 2. Vorsitzender wurde Dr. Schwärzet-Berlin, Geschäftsführer Fiene - Hannover, Kassierer Fritsch- Hannover, Beisitzer Kove 1 - Heidelberg, <5 p i 11 n e r Hannover und Oppenheimer- Berlin. Das große Schieds­gericht und der technische Ausschuß besteht aus folgenden Herren: Pros. Dr. Ullrich- Heidelberg, Oskar Kreuzer- Frankfurt, Goersch - Hanno­ver und Heinicken - Hamburg. Ferner wurde be-

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der Aber ZgeMe Material c hervorragend. EL teste ast die che mit Anerkennung kn. Besonders gut Mut für Tierzucht Helmold in Dm- Men Hühnerrasscn ätschen Aasten M staliener, heute gerne i-ebhuhnfarbig, Mr- nesische Sildermoven aber längst cingebur-

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Turnen, Sport und Spiel.

Handball der Turner.

Turn- und Sportverein 1860 Marburg Mtv. Gießen 2:2.

Am Sonntag weilte die Handballmannschaft der Männerturner in Marburg, um gegen die des dor­tigen Turn- und Sportvereins 1860 ein fälliges Pflichtspiel auszutragen. Das Treffen fand auf dem verschneiten Platz des Stadions statt und nahm trotz der ungünstigen Bodenverhältnisse einen span- nenben Verlaus. In ber ersten Halbzeit sind bie Männerturner infolge vorbildlicher Zusammen­arbeit überlegen und erzielen kurz hintereinander zwei Tore. Ein« Fehlentscheidung des Schieds­richters verhilft den Marburgern zu einem Erfolg. Bei verteiltem Spiel gelingt es den letzteren, gleich­zuziehen und somit ein Unentschieden herauszu- holen.

Westdeutscher Fuhball vom Sonntag.

Ruhr-Bezirk: Schwarz-Weih-Essen

V. f. B. Dortmund = 10:0. S. C. Dortmund 08 Preußen-Essen - 2:2. Essener H. D. 99Arminia- Maarten = 1:0. Langendreer 04E. öt F. Bochum = 2:1.

Riederrhein-Dezirk: V. f. B. Ruhr­ort -Preußen-Duisburg 2:2. Union-Hamborn Rasensport-Mühlheim --- 8:2. Preußen-Krefeld Hamborn 07 3:3. Weiderich 06- 0.03. Duis­burg 08 = 2:4.

Bergisch-märkischer Bezirk: For­tuna-Düsseldorf2. C. Düsseldorf 05 5:4. F. C. KronenbergTuru-Düsseldorf ausgefallen.

F. C. SolingenF. u. S. Elberfeld 1:1.

Rhein-Bezirk (S ü di: Turu-Bonn Mühlheime'r F. V. = 2:2. V. f. R. KölnKoblenz 1900 *= 4:0. Vietoria-KölnKölner 2. C. =4:0. Kölner El. f. R.-Sp.V.G. Köln 07 = 1:1.

W e st f a l e n - 2 ezi r k: Victoria-Reckling­hausenV. f. 2. 2ielefeld 1:1. Osnabrücker F. D.Sl. f. G. Hamm 2:5. Arminia-Diele- feldWeslfalia-Ahlen ----- 5:1. Preußen-Münster Westfalia-Schernebeck = 5:2. Union-Herford Union Recklinghausen ausgefallen.

2 ezirk Hessen-Hannover: Kurhes- sen-Kassel - Sp.V. (Saffet - 2:1. Hessen 09- KasselGermania-Osterode = ausgefaUen. Gießen 1900F. L. Weylar ----- 1:7. Göttingen 05 SP. D. G. Hannover ----- 12:0.

27. Tagung des deutschen Rugbyverbandes in Franksurt

bes Schülers im Unterricht nutzbar machen. Gleichzeitig soll hierdurch an Stelle passiven Aufnehmens mehr und mehr eine selbsttätige Erarbeitung des Stoffes durch den Schüler treten. Die Entwicklung läßt sich also durch b;e Wort? Hör-, Seh-, Tatschule kennzeichnen. Weiterhin ging der Vortragende auf die verschiedenen Strö­mungen auf diesem Gebiet, das ja noch Reu land sei, ein. Während es der einen Hauptrichtung, die Kerschenfteiner vertritt, hauptsächlich um die Ausbildung der Handfertigkeit ohne Rücksicht ruf den sonstigen Unterrichtsstoff zu tun ist, will die andere Richtung die Handbetätigung gerade in den Dienst der Slosferarbeitung stellen. In diesem Sinne und nur in diesem könne unsere Volks­schule den Werkunterricht in ihren Lehrplan aufzunehmen. Rach diesen theoretischen Darlegun­gen führte Lehrer Welter-Ronnenroth in die Praxis des Werkunterrichts ein, indem er auf die verschiedenen Techniken, wie Formen, malendes Zeichnen, Falten, Ausschneiden und Kleben einging und Winke gab, wie sie sich in den einzelnen Unterrichtsfächern verwerten lassen. Rach einer längeren Aussprache gab der Vor­sitzende noch verschiedenes bekannt, u. a. daß der Leiter einer Lungenheilstätte bereit sei, auch im Kreis Gießen Vorträge über die D ek ä m p f u n g der Tuberkulose zu halten, was die Ver­sammlung dankbar begrüßte. Aus der großen Zahl der Mitteilungen sei noch hervor­gehoben, daß, wo irgend möglich Ladeeinrich­tungen geschaffen werden sollen. Zum Schlüsse wurde noch die Wahl der drei Vertreter für das Kreisschulamt vorgenommen. Rach einem gemeinsamen Mittagessen imSolmser Hof" sprach nachmittags noch in nichtamtlicher Zu­sammenkunft der Ehrenobmann des Landes- Lehrervereins, Stadtschulrat Bach-Darmstadt über die brennendsten Vereinsfragen, wie Rcichsschulgesetzentwurf, Besoldungsfragen und die Reugestaltung der Lehrerbildung.

Museumseinweihung in Wetzlar

3 Wetzlar, 29. November. Der B ü r - germcifter hatte namens der Stadtverwal­tung auf Freitag nachmittag 3 Uhr eine statt­liche Feftgemeinbe zur Einweihung des neuen ftäbtifchen Museums eingelaben. Neben dem Vertreter des Regierungspräfibenten, Vizepräsident Manb, sah man den Landrat Geh. Negierungsrat Dr. Sartorius und bie Krei s- bürgerrneifter als Vertreter des Kreises, weiter die Spitzen aller staatlichen und kommu­nalen Behörden der Stadt, die Mitglieder des Ge-

ift die SammlungKirche und schule" unterge­bracht, enthaltend besonders wertvolle Funde aus der Bauzeit des Wetzlarer Dorns und Bilder aus den anderen Kirchen der Stadt u. a. Eine sehr reich­haltige Sam ' Hing befindet sich im ersten Geschoß, benannt die Zeit des Reichskammergerichts und die Zeit Goethes. Weiler sehen wir äußerst wertvolle Erinnerungen aus den Tagen der Befreiungskriege, der Schlacht bei Wetzlar, der Jägerzen und auch der 48er Jahre. In einem anderen Zimmer ist das Wetzlarer Zunftwesen reichhaltig dargestellt. Wir sehen in weiteren Zimmern die staatliche und kom­munale Verwaltung der Stadt in Urkunden usw. bis wehr als 1000 Jahre zurück illustriert. Wetz­ziehen mit schönen Gemälden und Ra- i zwei anderen Räumen an uns oor- vaigniffe der heimischen Industrie bis gen Tag. sei es der weltberühmten es der graphischen, sei es der Hanb- . erregen unsere Bewunderung. Eine

. Das Liebig-Museum ist in den letzten Jahren um wichstge Reuerwerbungen bereichert worben. Briefe Liebigs, Urkunden und Bilder aus der Zeit des großen Forschers hat der Leiter des Museums. Geheimrat Prof. Dr. Sommer, für dieses zum Teil geschenlweise er­worben. Die Spenden geben einen vorzüglichen Einblick in das persönliche und wissenschaftliche Leben Justus von Liebigs von seiner Studien- zeit über die langen Jahre der Gießener Wirk­samkeit hinaus bis zum Schluß seiner Tätigkeit in München. Besonders wichtig sind die dem Museum überlassenen Briefe an seine Schüler QI W. von Hofmann und Kapp, sowie die Briese Chemuer seiner Zeit, z. 2. von Berzelms. Auch aus Gießener Kreisen sind dem Museum zahl­reiche Erinnerungen an das Privatleben Liebigs zugeflossen. Ein Stammbuchblatt Liebigs27c- morabilia aus feiner Studienzeit 1822 trägt den Rhenanenziriel. Liebigs 2riefe an seinen Schüler Kapp, Chemiler in Heidelberg, und über neunzig Briese, weiche Frau von Hofmann dem Museum überließ, sind außerordentlich inter­essant. Erwähnt seien ferner Briese aus Mün­chen. Briese von Fresenius-Wiesbaden, ein Lek- lionslatalog der Universität von 18'2. 3h einem Brief aus Paris vom 3ahre 1823 schildert er die Verhältnisse in Frankreich. Ein Tagebuch Liebigs aus dem Jahre 1821 schildert seine Reiseeindrücke in Tirol. Wir finden ferner ein G: emsslar der Hessischen Zeitung vom 22. Ok­tober 1837. Die Liebigs-Medaillen, welche 1903 aus Anlaß des hundertjährigen Geburtstags Liebigs in Darmstadt, München usw. geprägt wurden, sind ebenfalls erworben worden.

"* Gestohlen wurde aus einem hiesigen Institut ein grauer Gabardinmantel, 2aglan- schnitt, mit je zwei Seiten- und Innentaschen. Aus der Innenseite befindet sich die Firmenbezeich­nung Bamberger und Herz, Frankfurt a. M. Vor Ankauf wird gewarnt.

*' Fe st genommen wurde hier eine aus­wärtige Perion wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen, sowie eine Person wegen Fahrrad» diebstahls.

** Die Zahl ber Otunbfunftcil- nehmer am 1. Rovember. In dieser Rotiz in unserer Ausgabe vom vorigen Freitag ist ein Sehfehler enthalten, der einer Richtig­stellung bedarf. Es muß richtig heißen, daß an jenem Tage in Berlin 394 492 Rundfunkteil­nehmer vorhandeit waren, nicht 894 492.

Bornotizen

Tageskalenber für Dienstag. Stabttheater: 7.30 UhrBaumeister Solneß" (Ende nach 10 Uhr). Volkshochschule: 8 Uhr Großer Hörsaal ber Universität C.-F.-Meyer-Abenb. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold: 8.30 Uhr Ge­werkschaftshaus Monatsversammlung. Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Die Töchter ber Wüste".

Der Alice- Frauenverein, Abt. Bienenkorb, hält am kommenden Samstag von nachmittags 4 Uhr an im Gesellschaftsverein einen Weihnachtsmarkt ab. Räheres im heutigen Anzeigenteil.

Radioklub Gießen. Nachdem ber hiesige Rabioklub kürzlich mit einer interessanten Saut« fprecherschau an bie Öffentlichkeit trat, läßt er in seiner zweiten größeren Veranstaltung am Don­nerstag, 3. Dezember, abenbs 8.15 Uhr, im Hör­saal des Physikalischen Instituts, Stephanstr. 24. einen bekannten Fachmann' auf bem Gebiete ber Funktechnik, Dr. Bergmann von ber Univer­sität Marburg, zu Worte kommen mit einem außer­ordentlich aktuellen ThemaDie Bedeutung der kurzen Wellen aus bem Gebiete ber drahtlosen Te­legraphie und Telephonie". An den Vortrag schließt sich eine kurze Nachschau einiger nachträglich eingetroffener Lautsprecher an. (Siehe gestrige An­zeige.)

Der Verband Deutsche Frauen- rieibung und grauentu Itur beabsichtigt, am Donnerstag und Freitag im Saalbau Sauer eine Ausstellung von deutscher Wertarbeit und eine Kleiberschau zu zeigen. Dieser Verband ist, so wird uns geschrieben, eine Vereinigung deutschgesinnter grauen, die sich die Förderung der Kultur ber grau als wesentlich für die Entwicklung bes ganzen Volkes zur Aufgabe fetzt und um bie Mitarbeit aller Gleichbenkenben wirbt, grau Heibe Herwig aus granffurt a.M. wirb bei dieser Gelegenheit über die Bedeutung und Ziele des Verbandes spre­chen. Näheres siehe im Anzeigenteil unserer Sams- tagausgabe.

Lehrer-Konferenzen im Kreise Giehen.

(tzicften-Land.

O Großen-Buseck, 26. Noo. Dieser Tage fanb hier im neuen Schulhaus eine Versamm­lung der Lehrer des Bezirks Gießen- Sa n b unter bem Vorsitz des Schulrats Fischer statt.

Lehrer Meckel- Lich sprach über den Werk­unterricht in ber Volksschule. Er ging aus von bem Begriff ber Arbeitsschule unb zeigte in einem geschichtlichen Ucberblid, wie verschieden im Laufe der Zeiten diesesmoderne" Schlagwort verstanden wurde. Der Redner versteht darunter den Werkunterricht, wo die Schüler mit Ton unb Papier arbeiten unb ber Unterricht burch biese Be­schäftigung eine Vertiefung erfährt. Hergestellt wird das, was der Unterrichtsstoff gerade bietet: man darf allo den Werkunterricht nicht mit dem Handfertig­keitsunterricht verwechseln, der die Ausbildung ber Hand in den Vordergrund stellt. Nicht jeder Lehrer kann diesen Unterricht ohne weiteres erteilen; dazu cehört Interesse unb Begabung. Da aber demnächst Richtlinien über diese neue Art des Gesamtunterrichts he^auskommen, ist es für jeden Lehrer wichtig, sich damit bekannt zu machen. .

Lehrer Welter- Nonnenroth ergänzte die,e theoretischen Ausführungen durch praktische ^Vor­schläge unb Anregungen. In Zukunft sollen die aa)u= ler und nicht mehr die Lehrer allein Versuche in Physik, Botanik usw. anstellen. Dafür sind technische Grundlagen notwendig, unb die vermittelt eben der Werkunterricht. Redner forderte für das 1. Schuljahr

schichtsVereins unb andere im Sehen der Bürger- schäft hervorragende Personen, nicht zuletzt auch bie Mitglieder des Stadtverorbnetenkollegiums.

Es gibt wohl im Lahngebiet wenige Städte, die auf eine so reiche Geschichte zurückblicken können, wie gerade Wetzlar. Schon der Eintritt in den Hos des Deutschordenshauses stimmt recht weihevoll. Linker Hand sehen wir das Haus des damaligen Amtmanns Suff, des Vaters der berühmten Char­lotte Buff aus ber Zeit Goethes, in bem sich bas Lottezimmer, selbst ein kleines, aus mehreren Zim­mern bestehendes Museum, befindet. Rechts hinten in der Mauer eines kleinen Gartens das große Kreuz des Johanniterordens und links davon das große Deutschordenshaus selbst, das wie. kein anderes Haus in Wetzlar geeignet war, bas neue städtische Museum aufzunehmen. Um es gleich vorweg zu nehmen, was die Stabt Wetzlar hier geschaffen hat, was das Herz des Besuchers immer wieder zu voller Begeisterung aufflammcn läßt, ist so hervorragend, so reich an geschichtlich Wertvollem, daß man bei den Rundgängen aus dem Staunen nicht herauskommt.

Die g e i e r spielte sich in einfacher würdiger Weise ab. Sie mußte in den Flur des Treppen­hauses verlegt werden, weil die Witterungsverhält­nisse eine Abhaltung im Freien, wie vorgesehen, leibet nicht zuließen. Stabtbaurat Kleemann, ber bas Haus mit echter Künsllerhanb innen unb außen vornehm unb mürbig hergerichtet hatte, er­griff zuerst das Wort, um die fertiggestellten Räume bem Bürgermeister als Oberhaupt ber Stabt in Schutz unb Obhut zu übergeben. Hierbei ging der Redner auf die Gründe ber Schaffung unb beson­ders der Art des neuen Museums als die einer modernen Heimatstätte ein, bie nicht nur dem Alter, sondern auch der Jugend die Geschichte der engeren Heimat, die Liebe zur Arbeit ber Väter unb bie hohen Ideale zum Dorwärtsstreben auf bem ge­schichtlich Gewordenen vor Augen führen soll. Fer­ner gedachte der Redner besonders dankbar auch der lawrzehntelangen Vorarbeit des Wetzlarer Geschichtsvereins und besonders der uner­müdlichen Schaffenskraft des Leiters des Museums, Professor Dr. (91 o e I (Wetzlar). Nunmehr über­nahm Bürgermeister Dr. Kühn in einer warm­empfundenen Rede das Haus in den Schutz der Stadt. Er blickte zurück auf bie Vergangenheit und bie so wertvollen Vorarbeiten des Wetzlarer Ge­schichtsvereins, bie erst bie Grundlage zu dem ab­gegeben hätten, auf bas wir heute so stolz sein kannten. Wir wollten keine Vergleiche anstellen mit den Museen in Nürnberg ober München, ber Zweck des Wetzlarer Museums sei ein ganz anderer als der der genannten. Wenn heute das Werk so voll­endet dastehe, so sei es in erster Linie Männern zu verdanken, wie Professor Dr. Heinrich Gkoel ober Ludwig Seher. Sein Gruß galt den erschie­nenen Vertretern der (Staatsregierung und den Spitzen ber Behörden sowie allen sonstigen Teil­nehmern Ler Feier, sein Dank aber weiter allen Stiftern aus Handel, Industrie unb Bürgerschaft. Der Reba er übergab hieraus das Museum in die treuen Hände seines Verwalters, Professor (91 o c (, ber nunmehr bas Wort ergriff, um in kurzer Ansprache nochmals auf ben Zweck ber neuen Stätte hinzuweisen und auch seinerseits den Dank für bie wertvolle Hilfe an alle biejenigen ab« zustatten, bie mitgeholfen hatten, das schöne Werk zu vollenden.

Sodann wurden die Festteilnehmer zu einem Rundgang durch das Museum eingelaben, ber in Gruppen zu etwa 20 Personen unter sach- unb fachkundiger Führung etwa eine Stunde dau­erte. Wie wir bereits zu Anfang bewerteten, ist hier ein Werk geschaffen worden, das alle Teil­nehmer zu voller, herzlichster Begeisterung immer wieder entflammte. In vier Stockwerke sind die reichhaltigen Sammlungen äußerst übersichtlich ge­ordnet. Wir sehen im Erdgeschoß zur Linken Die Bibliothek, zur Rechten im vorderen Zimmer Sammlungen aus ältester Zeit, darunter auch ben wertvollen Steinborfer Funb; im Zimmer nebenan

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Mein Laden wird heute neu eröffnet Emil Otto

Ich gebe auch ferner auf verschiedene Serien meiner Waren