Feuer am Nordpol.
Technisch-politischer Roman aus der ©egenroort
Don Karl-August eon SafferL
30 ijorileßung. (Nochdruck verboten.)
5.
Lindo, Ltratois und Liebhard standen in der Fernsprechzentrale. Immer wieder schickte der Fun- keringenieur seinen Anruf in die Weite; stets auss neue horchte er mit mit Anspannung aller Rerven in den Hörer. Manchmal vernahm er Morsezeichen, die aber völlig unverständlich blieben.
„Eie versuchen, mit uns zu strecken, dos ist klar ' sagte er. „Also muh die Funkspruchanlage noch intakt lein. Aber die Zeichen bleiben immer in gleicher (Entfernung."
,,3d) schließe daraus, baß der „Stößer" wegen einer Maschinendefektes landen mußte", sagte Liebhard. „Sonstigen Schaden scheint er nicht genommen 3ii haben; denn dann würde auch die Fun- fenuniofle nicht mehr arbeiten."
..Es befindet sich doch genügend Material an Bord, um etwaige Schäden ausbessern zu können?" fragte Stratoff.
„Falls die Havarie nicht zu groß ist."
Stratoff zog seine Uhr.
„Es ist bereits 3 Uhr 30 Min. nachmittags", sagte er. „Damit Ist die von uns gefetzte Zeit schon überschritten. Wenn wir noch länger warten, erreichen wir den Dampfer nicht mehr. Ueberlegen wir doch einmal kurz die Lage. Sehr wahrscheinlich befindet sich der „Stößer" in viel größerer Entfernung als 200 Kilometer von hier. Dann vermögen wir ihm keine Hilfe zu bringen; denn wir haben nur für etwas über 400 Kilometer Brennstoff und müssen die Hälfte davon für die Rückfahrt rechnen. Außerdem sitzen wir vier unrettbar fest und können die nächsten neun Monate in einer Eskimohütte zubringen, wobei uns Im günstigsten Falle einige Gliedmaßen abfrieren.
Für den „Stößer" gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder gelingt es her Besatzung, den Schaden selber zu beheben. Dann werden sie noch einiger Zeit hier ankommen. Wir hinterlassen ihnen bei Den Eskimos Nachricht, daß wir den Versuch machen, den Dampfer zu erreichen, um mit ihm zurückzu
kehren. Ober die Havarie des »Stößers" ist zu groß. Dann werden sie versuchen, sich mit Hilfe des alten, erfahrenen Nordpolsahrers Mr. Cook bis an das offene Meer durchzufchlagen, wohin wir ihnen mit dem Dampfer entgegenfayren. Das scheint mir vernünftiger und sicherer zu fefn, als wenn wir ihnen nachfliegen. Treffen wir sie nicht, dann ist (ehe Möglichkeit einer weiteren Rettungsaktion für die Schiffbrüchigen vorbei, und auch wir werden hier Im arktischen Winter wahrscheinlich unseren Tod finden."
„Ich laste die Kameraden nicht im Stich", fugte Linda einfach; aber ihr Herz klopfte in rat Iben Schlägen.
„Bravo, Frau Fürstin!" rief Liebhard. ..Dos ist gesprochen wie ein tapferer Mann."
„Ober wie eine unverständige Frau", sagte der Russe.
Während er Linda weiter zu überzeugen versuchte, rief Liebhard die beiden anderen Ingenieure durch das Teleohon herbei. Als alle versammelt waren, setzte er ihnen mit kurzen Worten die Lage auseinander.
Schweigend blickten die deutschen Manner sich an. Dann fragte Liebhard. „Wollen wir dem „Stößer" zu Hilfe eilen?"
Ein gemeinsames „Ja" ertönte, in das auch Lindos Helle Stimme einfiel.
„Ich protestiere gegen diesen Wahnsinn!" rief Stratos?.
„Das wird Ihnen wenig helfen, armer Freund", sagte Linda. „Wir sind in der Ueberlegenheit. Sie haben sich freiwillig in diese Gefahr begeben und müssen nun auch die Folgen tragen."
„Ich lasse mich nicht zwingen.'
„An die Posten", kommandierte Liebhard. „Motoren anlasten."
„4)alt!" schrie Stratoff. „Ich steige aus. Glauben Sie, ich habe Lust, in dieser Ciswüste umzukommen, nachdem ich glücklich durch die Fährnisse des Bolschewismus gelangt bin?"
Liebhard winkte den Männern zu. Dann sagte er:
„Liebe Kameraden! Natürlich erfüllen mir den Wunsch S rrn Stratofss. Ich habe dann aber die Bitte, ba,} noch zwei von euch ebenfalls Zurückbleiben. Drei Personen weniger entlasten das Flugzeug bereits um einiges, und außerdem find die
Zurückbleibenden zu brlit eher in der Lage, uns mit Hilfe der Eskimos eine Rettungserpedinon dis an den Rand des Eismeeres entqegenijufenben."
Da keiner von den jungen Männern bleib/n maßte, entschied das Los. Die zwei dazu Bestimm» ten booteten sich mit Stratoff zusammen ein. Warme Kleidung, Gewehre und Proviant erhielten sie ausgehändigt.
Beim Abschied von Linda war Strnloff doch etwas gerührt. Leben Sie wohl, Fürstin", sagt-' er, ihr die Hand küstend. „Wenn wir uns am heutigen Tage nicht wiedersehen, bann sind Sie verloren, und ich werde ewig den Verlust der einzigen 5rau betrauern, die ich je wirklich geliebt habe."
„Aus frohes Wiedersehen", sagte Linda leise und bemühte sich, ein unwillkürlich aufsteigendes Grauen zu unterdrücken. „Ich vertraue aus unseren Stern."
Als dos kleine Boot mR den drei Männern losmachte, surrten die Propeller an. Leicht erhob sich die „Schwalbe" in die strahlende Sonne des wundervollen Polarnachmittags.
Nach einer Stunde war der Rand des ewigen Eises wieder erreicht. Lor ihnen dehnte sich die leere unermeßliche Schneewüste.
„Wie lange reicht unser Benzinvorrat noch?" fragte Littba besorgt.
„In einer halben Stunde müssen wir wenden, sonst kommen wir nicht zurück."
Der Ingenieur am Funkenapparat meldete, daß verstärkte Morlezeichen hörbar würden, die aber noch unverständlich blieben. Linda schickte ein heißes Flehen zum ewigen Gott, aw den sie bislang kaum mehr geglaubt hatte
Zu sprechen wagte sie nicht. Auch Liebhard hielt dic Lippen krampfhaft aufeinandergepreßt und musterte schweigend mit seinem Olafe den Horizont. Von ^eit zu Zeil maß er den Slano der Sonne und kontrollierte, ob die „Schwalbe" auch genau auf der geographischen Länge von 150 Grad und 67 Minuten bliebe. Die Magnetnadel funktionierte, da sie gleich weit vom magnetischen wie vom wirklichen Nordpol entfernt waren, noch völlig uh- zuverlässig und wies augenblicklich noch Osten.
Rasch verging die kurze Spanne, dann sagte Liebhard tonlos: „Wir milsten wenden."
Linda rief zur Zentrale »Hören Sie Morte Zeichen?"
„Trotz der heftigen magnetischen Störungen vermag ich deutlich einzelne Zeichen vom „Stößer" her aufzunehmen. Er kann nicht mehr allzufern fein."
„Und da wollen Sie kehrt machen?" fragte Linda vorwurfsvoll den jungen Ingenieur, der mit verzweifeltem Gestchtsausdruck vor ihr stand. „Sie ber wollen wir mit unseren verunglückten Gefährten zusammen untergehen, als daß wir sie vergebens um fiilfe rufen lassen."
Liebhard entgegnete kein Wort, aber unbe irrt raste die „Schwalbe" weiter gen Norden. Jetzt gab es kein Zurück mehr, jetzt hieß es den „Stößer' finden ober den Untergang in schauriger Erseinfam feit.
Und immer noch weit und breit nichts zu fehen. Wenn nun der fSunferingenieur nicht genau aufge nommen hatte und die Angabe des Längengrades falsch war? Ein versehen um einiae Graorninuteu genügte, den „Stößer" unauffindbar zu machen
„Wie stark sind die Morsezeichen?" rief Lieb Hard.
„Unverändert."
„Lassen Sie mich selber einmal hören."
Der Apparat im Führerstande wurde mit bei Antenne verbunden. Doch Liebhard vermochte nicht das geringste zu unterscheiden Das unheimliche Brausen, Singen, Knacken und Knistern des immer noch andauernden magnetischen Gewiters übertönte für fein ungeübtes Ohr die schwachen Hilferufe brr kleinen Funkenanlage des „Stößers".
Und weiter ging es in den weißen Tod hinein. Jetzt, wo es hieß, finden ober sterben, schien jede Furcht von ihnen gewichen, die unwillkürlich In ber Kehle Hochgestikgen war, so lange sie die Ent scheidung nod) in der Hand hielten. Der Würfel rollte, ein Rückwärts gab es nicht mehr, und mit sehnenden Blicken, aber ohne Zittern durchmufter' ten die schöne, tapfere Frau und der junge In genieur den unermeßlichen Horizont.
Immer bot sich ber gleiche Blick Schneefeldei. dazwischen einmal lange Wasserriste, Eisberge — und die weite, weite Ebene.
(Fortjetzung folgt.)
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