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«Mr Den Monat April bestellt man den Gießener Anzeiger in der Stadt bei der Geschäftsstelle oder den Trägerinnen, auf dem Lande bei den Zweigstellen-^nhabern oder bei der Post.
Verlag des Gießener Anzeigers..
Durch eine Verordnung des bayerischen Gs- sanrlministertunrs vom 27 März 1924 sind alle Volksgerichte mit Ausnahmen des Dolls- gerichtS München 1 vom 1. April ab auf gehoben. Diese Ausnahme ergibt sich aus der Unmöglichkeit, bis zu diesem Zeitpunkt das Straf' der-fahren gegen Hitler und Genesen roegen Hochverrats zu beenden. Das Dolksqsricht München 1 bleibt daher so lange fortbcfteben, wie zur Erledigung jener Strafverfahren im äußersten Falle notivendig, nämlich bis zum 15. Mai.
halten der augenblicklich beschlagnahmten Pfänder, solange keine
befriedigende Lösung der Reparationsfrage erfolgt ist. Diese auf internationalen Abkommen beruhende Regelung wünscht die fron* Sösische Regierung nicht nur, sie wird sogar alles, waS in ihrer Macht liegt, tun, um sie zu realisieren. Alle ihre Bemühungen werden zu gleicher Zeit darauf gerichtet sein, mit der Wahrung der Rechte Frankreichs in nächster Zukunft den Weltfrieden sicherzustellen. Angesichts deS Ernstes der demnächst zu behandelnden auswärtigen Probleme bestehe die Notwendigkeit, ein einiges Frankreich herzu- stellen. Das Beispiel republikanischer Konzentration, das die neu ernannte Regierung gebe, entspreche dem Wunsche des Landes.
„Rheinische Republik" und Frankreichs Sicherheit.
Paris, 31. März. (WTB.) Wie der „Matln" berichtet, hat General Mangin, der in Brüssel einen Vortrag gehalten hat, einem Redakteur der „Ration Beige" erklärt, ohne Rheinische Republik sei das französische Sicherheitsproblem unlösbar. Ohne die Rheinische Republik seien Belgien und Frankreich immer gezwungen, gemeinsam die Mittel zu suchen, um die germanischen Horden aufzuhalten. Ohne die Rheinische Republik werde der Revanchegeist in Deutschland nicht abdanken. Wenn man daö Rheinland sich selbst Überlasse, werde Preußen nicht den Besitz der großen Fabriken verlieren, die ihm die Bewaffnung sicherten. Wenn man nur mit der "Vernunft rechnen könnte, könnte man sagen, daß Deutschland vor Jahren nicht zu fürchten sei. Alber die Vernunft und die Deutschen bildeten zwei verschiedene Dinge. Vor ihnen sei man niemals sicher. Mcm müsse sich deshalb für alle Eventualitäten bereithalten. Eines Tages werde sicher ihr Instinkt und ihre alte Wildheit sie wieder auf das Gebiet ihrer alten, wilden Taters führen.
Kleine politische Nachrichten.
In Hannover hielt Reichskanzler Dr. Marx eine Wahlrede, die in der Parole für Wahrheit. Recht und Freiheit gipfelte.
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Die feit einiger Zeit zwischen dem Reichs» Postministerium und den Organisationen der P o stund Telegraphenarbeiter gezogenen Tarifverhandlungen konnten nicht zu einem endgültigen Abschluß gebracht werden, weil die Reichsregierung aus währungspolitischen und allgemein wirtschaftlichen Gründen der in Aussicht genommenen Lohnregelung ihre Zustimmung nicht erteilen konnte. Das Reichspostministerium ist mit der Wiederaufnahme der Verhandlungen mit den Tarisverbänden beauftragt worden.
(er war Juftizministev geworden nicht wegen seiner Fähigkeiten, sondern allein wegen ferner politischen Parteizugehörigkeit), drittens weil er in gewissem ©mne das Opfer des Angeklagten Möbius war. Infolgedessen ist nicht auf Zuchthaus, sondern auf Gefängnis erkannt worden.
Das Programm der neuen französischen Re ierung.
Paris, 30. März. (WTB.) Rach Beendigung des heutigen Ministerrats ist folgendes Kommunique ausgegeben worden: Die Minister haben sich, nachdem sie von 4 bis 5 Ahr nachmittags im Ministerium für auswärtige Angelegenheiten einen Kabtnettsrat abgehalten haben, nach dem E l h s e e begeben, wo sie bis 6.45 Ahr unter dem Vorlsitz des Präsidenten der Republik beraten haben. Dem Präsidenten wurde die ministerielle Erklärung, die morgen vormittag vor der Kammer verlesen wird, bekanntgegeben, deren Inhalt genehmigt wurde. — Alle Unter» staatssekretariate sind beseitigt. Die Dienste uftschiffahrt, so wie sie im Ministerium für öffentliche Arbeiten konstituiert slnd, werden einen einheitlichen Organismus unter der Leitung des bisherigen Unterstaats- «ekretars, Abgeordneter Laurent E y n a c, bll- den, der zu diesem Zwecke mit einer nicht honorierten Mission betraut worden ist. Rach der Havas-Agentur wird die ministerielle Er- kllirung die zu befolgende auswärtige
LV? ä^eifelSohne wie folgt definieren: Kein Aufgeben der Rechte Frankreichs, Fest-
Aus der Begründung des Urteils gegen Zern, ner geht hervor, daß wegen der Fälle Fried, r i ch s e n (Annahme Den Schmuckstücken), frommer und Dchmerler (Murahme von Pelzen) Areisprechung erfolgt ist. Im Falle der Ak cnbjeitigung sowie im Falle Brandt ist Der- ur eilunq erfolgt. Im letztgenannten Falle wird zweimal ge Bestechung ang.nxntnen, einmal durch bte Annahme von Geld im Eafö Lippold in Dresden, daS zweitemal durch die Annahme der Weihnachtsgans hi Leipzig. In beiden Fällen sollte Zeigner zu pflichtwidrigen Amtshandlungen veranlaßt werden. Als erschwerend fiel bet der Straftat ins Gewicht, daß es sich um den Inhaber des höchsten Staatsamts handelt und daß das Aisehen der sächsischen Rechtspflege schwer beeinträchtigt worden ist. Das Gericht hat trotzdem dem Angeklagten mildernde Umstände zug billigt, erstens wegen seiner psychopathischen Veranlagung, zweitens weil er ein Opfer deS Politischen Systems ist
Wvhin gehen die Dinge bei uns? Sie gehen im Dolke nach b:n Extremen hin. Die Sozialdemokratie wird große Verluste erleiden: aber diese Verluste sind auch für u.rZ insoweit wenig erfreulich, als sie die Massen vielfach zum K o m- munismus treib n. Wir hab:n auf der an- be-.eu Seite dir B/w.-gunt der deutsch-völkischen JJar'ei. Keiner weiß, welches Gefühl m ihr ftär- Cer ist, der Kommunismus nach innen oder das nationale Gefühl nach außen, beides Gefühle, von denen wir k.-inm Gebrauch mach n lö neu. Die Deutsch-Ratioaalen e Kä e i sich bereit, einen Anteil an der Regierung zu übernehmen oder sie mindestens maßgebend zu be.influff:irt. Wir können das nur begrüßen und unser Bedauern ausD.icknr, daß sie sich nicht längft dazu durchge.uugen haben. Wenn die Deutsch-Rationalen an der Regierung t.-ilnehmen werden, werden sie in wenigen Wock-en sehen, wie ganz anders die Dinge sich darstellen, wenn man verantwortlich handelt, als in den Wahl- i>.T,ammIurg n Eine deutsch-nationale Regierung wlrd den Deamtenabbau nicht aufgeben und den SteuerDruck nicht vermiede n. In der Außen» Poltlik w.rd sie^ genau so gebundru sein durch die Konsequenzen des verlognen Krieges wie wir Wir werden uns weiter von den Grundsätzen leiten ld. die ums in den letzten Jahren geleitet haben. Ich habe die feste Uebvr.ymgung, daß die Politik
.ku-nstigen bürgerlichen Regierung zum Mrttelvunkt die Auffassung haben wird und muß, die sich mit unserer Auffassung deckt.
Das Urteil im geignerprozetz.
. „Leipzig, 30. März. (WTB.) Die Ur. teilsderkirndnng im Zeignrrprozetz erfolgte am SamStrg nachrntttag. Dr. Zeigner wird we- gen emeS Vergehens nach § 331 Absatz 1 des eftafgefeijbiidM und zweier Ve brechen nach § 332 3U brcl Jahren Gefängnis und drei .Jahren Ehrverlust, ModluS wegen Beihilfe und Unterschlagung zuzweiJah- ren Gefängnis und zwei Jahren Chrdsr- lust verurteilt. Briden Ang^lagten wird die Untersuchungshaft voll angerechnet.
Die Verhandlungen zur Beilegung deS Streiks auf den Hamburger Seeschiffswerften, die unter Vorsitz des Reichsarbeitsministers Dr. Brauns stattgefunden haben, sind trotz aller Bemühungen Dr. Brauns nach lkstündiger Dauer ergebnislos abgebrochen worden, nach- . dem eine Einigung zwischen den Parteien nicht M erzielen war und diese auch nicht bereit waren, sich dem Schiedsspruch eines Unparteiischen zu unterwerfen.
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Der mecklenburgische Minister 'deS Innern, Frhr. Brandenstein, hat mit sofortige» Wirkung folgende V e r b o t e von Verbänden und Parteien aufgehoben: 1. des Verbandes national- Srfhmter Soldaten, 2. des Stahlhelms. 3. des ungdeutschen Ordens, 4. der Rationalfoziallstl- schen Deutschen Arbeiterpartei, 5. der Turner- schäften der Deutschvvlkischen Freiheitspartei.
Aus Stabt und Land.
Gießen, den 31. März 1924.
Zur Festsetzung der April-Miete.
Das Hess. Ministerium für Arbeit und Wirtschaft hat, wie gemeldet, die Wohnungs- miete für den M o n a t A p r i l auf 32 Prozent der Friedensmiete festgesetzt. In diesem Prozentsatz sind auch die B e t r t e b s k o st e n mit enthalten, die also künftig nicht mehr umgelegt werden. Die Betriebskosten umfassen: Grundsteuern. Wassergeld. Schornstein» fegeraeld, Haftpflichtversicherung, Treppen- und Flurbeleuchtung. Verwaltungskoften. Um Zweifel zu beseitigen, die bei der Auslegung dieser Vorschrift entstanden sind, gibt daS Ministerium jetzt noch folgende Klarstellung bekannt: ES ist selbstverständlich, daß alle diejenigen Steuern. Gebühren und öffentlichen Abgaben, die im Monat März ober weiter zurückliegend entstanden sind, aber aus verschiedenen Ursachen von dem Hausbesitzer erst spater erhoben werden, von diesem noch auf die Mieter umgelegt wer- den können. Beispielsweise kann Wassergeld für den Monat März, dessen Berechnung von dem Werkbesitzer dem Hausbesitzer erst int
Trotz allem Leid hat das deutsche Volk aber nicht bas Recht, die Hände mutlos in den Schoß zu .legen ober große Worte zu machen. Treu und zäh haben to;r zu arbeiten, um aus dem Elend herauszukommen. Wie wir vor aller Welt die Lüge von der deutschen Kriegsschuld zurückweisen, fv fordern wir auch auf Drund unserer Vergangenheit und unserer 2e» benskvast Gleichberechtigung unter den Völkern der Erde. Was den schwarzen, braunen imb gelben Stämmen als Selbstrerständlich- teit eingeräumt wird, läßt sich das deutsche Volk, seines Wertes auch im Unglück bewußt, nicht versagen. Wir sind stolz auf das. was das deutsche Volk in dem furchtbarsten aller Kriege geleistet bat Wir haben die Folgen unserer Riel^rlage zu tragen und werden sie tragen; alier bk Rieoerlage tilgte in der deutschen Ration nicht das Menschenrecht In einem darf es keine Trennung und Meinungsverschiedenheit geben, nämlich im eiiunütigen Ginstehen des ganzen deutschen Volkes für unsere Brüder und Schwestern — Rhein, Ruhr und Saar.
axxr doch mir die tun, die nach khoem Tilgung-- plan zur Kündigung ober Heimzahlung berechtigt waren. Jetzt wird diese Kündigungsbefugnis aU- flcnrcbt eingeführt; die Auftve.iung auf nur 15 Prozent, zahlbar nach dem 1. Januar 1932, tritt ein. aanz gleichgültig, ob es sich um ein schwach- fundiertes oder ob es sich um das kapitalkräftigste Unternehmen handelt. So wird der Sparer, der mittlere und kleinere Geschäftsmann um sein CBer- ■mögen gebracht. — Ich bin durchaus kein Gegner des Kapitalismus, ich halte ihn im Gegenteil für eine notwendige Deg te.tr scheinung jeder menschlichen Kultur. Ausdrücklich habe ich im Reichstage erklärt, daß ich ein Gegner der marxistischen Irrlehre bin. Aber ebner so schamlosen Ausbeutung der wirtschaftlich Schwachen, wie sie die dritte Steuernotverordnung bringt, trete ich mit aller Entschiedenheit entgegen. Man erfasse lieber durch wiederholte Erhebung der Rhein- undRuhr- abgabe oder der DrotversorgungSabgabe oder durch Zuschläge zur Einkommensteuer die starken Schultern, aber man raube nicht den Aermsten den Rest ihres Besitzes. Aufgabe des neuen Reichstages wird es sein, vor allen Dingen diese tief in das Derfassungsleben des Rechts- und Wirtschaftslebens eingreifende Materie neu nach den Grundsätzen des Rechtes und der Billigkeit zu regeln.
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Im Mittelpunkt der Sonntagsveranstaltungen stand die Rede des Parteivorsitzenden Reichsministers Dr. Strejemann über das Thema: Durch Opfer und Arbeit zur FreiheitI Er führte u. a. aus: Wir haben den Ruhrkainpf aufgegeben und zeigten dabei die Bereitschaft, Im Rahmen dessen, was möglich ist. Leistungen zu übernehmen. Es war die schwerste Belastung für unsere Partei, daß sie berufen wurde, führend an der Regierung zu sein, als es sich nur noch Darum handeln konnte, diesen Ruhrkampf zu liquidieren. Es gibt heute noch viele Leute, die glauben, daß dieser Ruhrkampf ein Fehler gewesen ist, weil er vergeblich war. Rein: der Ruhrkampf ist kein Fehler gewesen. Die Kämpfe Der Bevölkerung haben Der Welt gezeigt, daß Das Deutsche Volk für Das Deutschtum zu kämpfen unD zu leiDen vermag. Ohne Den großen passiven WiDerflanD hätten wir nicht Die Augen ‘Der Welt auf Das Unrecht gelenkt, DaS am Rhein iunD an Der Ruhr geschah. Ich lehne es sogar ab, ein VerDammungsurteil auszusprechen über Die Männer, Die über Den passiven WiDer- flanD hinauSgegangen finD. (Slirmischer Beifall unD Händeklatschen.) Wir werden kämpfen für die Freiheit aller Gefangenen, Die irgenD» wo wegen ihrer VaterlanDsliebe verurteilt worden sind. Wir werden dafür kämpfen, daß wir über unser Land zu gebieten haben, das uns nach Dem Versailler Vertrag gehört. Aber wenn man von einem Sieg Frankreichs an Der Ruhr spricht so glaube ich nicht. Daß es sich als glucklic^r Sieger fühlt. Frankreich blutet an Den WunDen seiner Kriegs- unD Rachkriegspolitik. Es lelDft unter Dem Währungsverfall, Wehl Dem Schlimmsten. WaS einem Volke wiDerfahren kann, toeil das der Vorläufer des schlimmsten Marxismus ist. weil Davon feine Gxpropria- /tion ausgeht. Die schwere Krisis knüpft sich 'an Den Versailler Vertrag. Wenn er I wirklich Den FrieDen gebracht hätte, warum kämen dann bk Staatsmänner alle Jahre oder mehrmals im Jahre zusammen, um sich mit Der ! Weltlage und Der Weltwirtschaft zu beschäftigen? । Diese Konferenzen, auch Die Der Sachverständigen. finD
ten, denen er sich unterworfen har. Rechte. Wir haften für die Pflichten be8 Reiches, für unsere Rechte hastet uns die Gesamtheit der Alliierten, die den Vertrag mit unterzeichnet haben. Wir stehen vor der grundsätzlichen Entscheidung, ob wir die Entlastung von großen Bürden höher schätzen als die Freiheit Rutschen Landes, oder ob wir die Freiheit per deutschen Lande höher schützen, als die Bürden, die wir zu übernehmen haben. Es wäre ein Schandfleck in der heutigen Zeit, wenn wir die Lasten nicht auf uns nehmen wollten, um damit die Freiheit zu eremgen. Wenn wir ecnwilligen, aus der Reichsbahn eine Aktiengesellschaft und aus der Reichsbank eine inter- nafo.ial beaufsichtigte Währungsbank zu machen, so tun wir das für die besetzten Gebiete. Es ist unsere Pflicht, alle erträglichen Lasten zu übernehmen, um die deutsche Freiheit zu erwirken. (Lel-Haftes Händeklatschen und Bravorufen.) Daß es eine Grenze deutscher Leistungsfähigkeit gibt, habe ich mit aller Deutlichkeit ausgesprochen.
WaS die vcirländischen Verbände und Or» ganisationen betrifft, die insbesondere auch die Jugend an sich ziehen, so lehne ich den Kampf gegen diese Organisationen ab.
Wenn auch manche von ihnen uns bekämpfen; es sind Verbände, denen, glaube ich, wenn wir jung wären, auch wir angehären würden. Sie sind der Ausdruck des Empfindens, daß wir hiuaaZ- Drängen über den Parteigeist gur Zusammenfassung alter Kräfte tn einen täte ländischen Geist. Und wenn diese Verbünde weiter durch daS, was fte tun und treiben in körperlicher Ertüchtigung einen Ersah schassen wol en für baS, was uns verloren gegangen ist, Durch das erjtoingene Ausgeben Der allgemeinen Wehrpflicht. a>?r oon uns wollte sich gegen diesen Gift toe.iDen? Was wir fordern müssen, ist die Verantwortlichkeit der Führer. Wir müssen fachem, daß man die Jugend, die in Dieser Bewegung steht, frei von Verhetzung macht und sie hinführt z im großen nationalen Gedanken. Und: Hände we; von Der deutschen Reichswehr! Sie gehört keiner Partei, sie gehört dem ganzen deutschen Volke. Was ich vielfach vermisse, das ist die Achtung vor Dem Reiche in seiner heutig en Gestalt u O F ihvang. Es Darf keine Schirnpfsreiheit bestehen gegenüber der Leitung des Reiches und seinem Präsidenten, tote Dies in München geschehen ist, ohne haft Der Vorsitzende Dies ausreichend zurückgewtesen h at. (Sei)r rihtig) Wir müssen zu einer Entwicklung kommen, die das Rationale nicht zu einer Parteifrage macht, sondern zur Frage Des gan>*n Deutschland. DaS große vaterländische Ernpftnden muß Geneingut des ganzen Volles teeri:en. Deshalb nicht Bekämpfung der Verbände sondern hinein in die Derbände mit unserem Geist. (Lebhaster Deisall und Händeklatschen.) Unsere QDe?, die wir Immer betont haben, war daS Zu'ammengehen von rechts bis zu einer staatZbejaheniten Sozialdemokratie. Wir standen aber Hemmungen aus beiden Sriten gegenüber. Die Sozialdemokratie hat ih e Hemmungen, sich bewußt zu der staatlichen Aufbauarbeit mit den anderen Parteien zu bekennen, zu bezahlen gehabt mit einer großen Inneren Zersetzung und großen Verlusten ihrer Anhänger. Der S ch r e i n a ch de r D i k t a t u r war der größte politische Dilletantismus dec sich in unserer Entwicklung abgespielt hat.
Die Schaffung einer wertbeständigen Währung ist die stärkste antimarxistische Tat, die seit der Revolution in Deutschland vor sich gegangen ist.
Der Kampf um den Rhein.
Hagen, 3D. März. (WD.) Der Verband der rheinisch-westfälischen Presse hielt in Hagen in der Stadthalle einen rheinisch-westfälischen Pressetag ab, der den Zweck verfolgte, in aller Öffentlichkeit Die Belange deS deutschen Westens erneut zu vertreten un> die Anteilnahme an dem Schicksal des beseh en wie des Randgebietes wack zu halten sowie gleichzeitig für die Freiheit und Sicherheit der deutschen Presse einzutreten. Der ReichZinnenminisler, Vizekanzler Dr. Jarres, besprach hier eingchend die Stellung der Reichsregierung zu aftueilen Pressefragen, und erwähnte die geplante Errichtung von paritätischen Pressekammern, von Schi ist- leiterkammern und Presse Ehrengerichten durch ein Prchgrseh. txtd vor allem a ch die gechäf liche Un- sicherh.ic des Jvumalistenberafs, die mangelnde Vorbildung der Journ.rlisten und den Rückgang des Rachwuchses abstellen soll. Der Vizekanzler führte dann zur allgemeinen Lage u. a. folgendes aus:
Die letzten Verhandlungen im englischen Parlament zeigen, daß selbst im Lager unserer früheren Feinde sich, wenn auch langsam, Dfc Auffassung Dahn bricht, daß eine Aenderung tte3 jetzigen Zustandes im Westen unseres Vaterlandes eintreten muh. Rach Aufgabe des passiven Widerstandes Durfte Das deutsche Volk Darauf rechnen, Daß bis zur enDgültigen Lösung Der Reparationsfrage wenigstens ein moDus vivo n D i gefunDen würDe, Der FreunD unD FeinD gerecht werDe. Das ist nicht gelungen.
Das Reich ist nich^ Wetter imstaude, den er- vrückendrn feindlichen Panzer zu tragen, der auf seiner Weststankr liegt, feinen Atem beklemmt und die Herztätigkeit zum Stocken bringt.
Die in ihren wesentlichsten Teilen am 15. April ablaufenDen Micumver träge können nicht verlängert werden. Die Reichsregierung hat irgendwelche Verhandlungen über eine Verlängerung über Den 15. April hinaus nicht geführt und kann sie auch nicht beabsichtigen; denn das Reich ist ganz außerstande, die Lasten dieser Verträge zu übernehmen. Hefctn diesen politischen und wirtschaftlichen Fragen stellt das traurige Schicksal Der Gefangenen unD Ausgewiesenen eine Herzensangelegenheit unD Ehrenfrage Des ganzen Deutschen Volkes Dar. Aoch immer sinD runD 1500 Deutsche in Gefangenschaft. In Diesen Tagen fanD ein schlichter Deutscher Arbeiter, Der wegen angeblicher Sabotage — von Deutschen verraten! — zum Tode und Dann zu lebenslänglicher Haft verurteilt war, int Deportiertengefängnis 6t Martin de Re noch qualvollen Leiden Den Tod Glaubt man in Frankreich, daß ein solches Erlebnis geeignet ist, Den GeDanken Der Verständigung zu fördern? Hier handelt es sich nicht mehr um politische Gegensätze, sondern um Fragen einfachster Menschlichkeit
Für eine französische Regierung, die wttNich« Verständigung will, sollte die Frage der Aus- gewiefenen und Gefangenen doch längst keine
Frage mehr sein.
Trotzdem schmachten noch 42 Deutsche int fron- ! zösischen Strafanstalten, t-eren Einrichtungen aus ‘ Den Anfängen des vvrig-n Jihrhunderts stam- 1 men. Würde die französische Politik etwas ver- # Heien, wenn Frankreichs Regierung diese Ge- fa igenen, deren Handeln durch politische Ereignisse zu erklären ist, da sie einfach ih.e Pflicht gegenüber ihrem Vaterlands getan haben, auch als politisch Demi teilte Mxmtela würde? Auch deute noch werden rund 140 000 ausgewiesene Deutsche von ter Heimat zwangsweise fern- gehalten.
Die Feststellung der Tatsache, daß dieser Frie- -en-keine Epoche ruhiger Entwickelung ge- schaffen hat, sondern daß er den bestehenden Mefruhr der Welt zu einer Dauere'mrichtung milchen wird, wenn man nicht zu einer Verständigung kommt.
Das Zusammenwirken der Sachverständigen, ihre ehrliche Absicht von der ich überzeugt bin, diese ^Poc-kleme objektiv zu losen, zeigt an sich das Bild einer gewissen Sntspatv'rung, aber die Frage ist berechtigt, ob dieses Komitee sich auch ein richtiges Bild von der deutschen Leistungsfähigkeit verschafft hat. Ich möchte eines grundsätzlich bemerken, zunächst die deutsche Reichsregierung steht den Entschließungen der Sachverständigen in voller Freiheit gegenüber. Sie wird ihrerseits alles tun, um zu einer Verständigung mx kommen, soweit das deutsche Volk die Leistungen, die sich aus dieser TecftänD'lgung ergeben, tragen kann. Aber sie wird auch bestimmte G.'undsähe aufrechterhalten ntüfte.t Es wird wieder die Frage kommen, ob wir etwas unter- schreiben sollen, das toir glauben, nicht leisten zu können, und die Entwicklung gerade Der letzten vier Jahre hat gyeigt, daß nichts den Frieden jber Welt und das Verständnis Der Völker mehr erschüttert, als eine Unterschrift, auf die sich Einzelne als Rechtstitel berufen können. Das ■ zweite ist die Aufrechterhaltung Der uneingc» ischränkten deutschen Verwaltung für die deutschen ■ Eisenbahnen und für ein wie immer zu fchaffendes i Reichsbankwesen und die Forderung Der Vermei- > hung einer Majorisierung durch Ausländer in dem Aufsichts- und Derwaltungsrat dieser In» ftltuticnen. Ich gehe nicht den Weg derjenigen, ; die sagen, daß sie auch die Mitwirkung des Aas- landes in diesen Institutionen abkehaen. Wenn man suchen muß, fremdes Kapital zu erhaltzm, Darm können wir — so schmerzlich das ist — hier nicht eine Prestigefrage k-evart aufwerfen, daß wir überhaupt eine Mitwirkung Der ausländischen Geldgeber bei uns ausschließen.
Wen» das fremde Kapttal brteillgt ist an der Dclwendigkstt der Verzinsung deutscher Repa- ratiouScmleihrn, wenn eS interessiert ist an der Verzinsung großer deutscher Bankinstitute, wenn es bi der Verwaltung dieser Institute rnttwirkt, dann wird es mit uns in dasselbe Interesse verflochten, diese Hemmungen zu beseitigen, um die Reparationslerftungen zu erhöhen.
Ich darf hier eine weitere grundsätzliche Stellungnahme aufzeigen, daß nämlich alle verantwortlichen Stellen das eine sagen: Jede Zustimmung zu deutschen Reparationsleistungen, zur Wiederaufnahme deutscher Leistungen^ an die alliierten und assoziierten Ratiicmen ist abwegig davon, Da-ß uns zuerst die Wiederverfügung über Das Ruhrgebiet, über seine Wirtschaftsquellen, über seine Steuertraft, über seine Verwaltung, über alles das, was uns gehört, als deutsches Land gegeben wird. (Stürmischer Beifall.) "DSeiter gehört dazu die Herstellung verfassungsmüßiger Zustände im Rheinland und in der Pfalz, weiter die endliche Regelung über den Fortfall bet Besetzung nach Ablauf Der vertragsmäßigen Fristen. Jeder Der- toaQ gibt auch für den Unterlegenen neben Pflich-


