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Nr. U7 Zweites Blan Gießener Anzeiger (General-Anzeiger sür Oberheffen) Mittwoch, 30. Zuli m
Wiederaufbau des Iugendsparwefens.
Von Joseph Reinirkens (Essen).
Aus der Tagung des Rhein.-Wests. Sparkassenverbandes zu Elberfeld hielt Sparkasseir- diorkdor Dr. V o i 91--Düsseldorf einen Dvrtrag über Maßnahmen zur Reubelebung der Spartätigkeit.
Es ist an der Zeit, dah auch die breiteOeffent- lichkeit. namentlich die berufenen Faktoren sich der Wichtigkeit dieser Frage bewußt werden und die Bestrebungen auf diesem Gebiete fördern Helsen. Bei der großen Bedeutung, die unsere Sparkassen als Geldinstitute für die Kommune, das Privat-, Geschäfts- und Wirtschaftsleben haben, müssen alle Kräfte einmütig mitwirken, den Spar- siim zu pflegen. Alle Rotverordnungen, Schutzzölle und Ausländsanleihen sind nicht in der Lage, unseren: Wirtschaftsleben aufzuhelfen, rvenn das eigene Sparkapital fehlt. So lange den Sparkassen nicht ausreichende Gelder zufliehen, können Kredite zur Belebung des Wohnungsbaues, zur Hebung der Landwirtschaft und des Handels sowie zur Schaffung notwendiger kommunaler Einrichtungen nicht gewahrt werden.
Leider ist das Vertrauen zu den Sparkassen schwer erschüttert worden. Ungemein groß ist die Zahl derer, die in ängstlicher Beschränkung ihrer ganzen Lebensführung Pkennig auf Pfennig häuften in Erwartung eines gesicherten Lebensabends. Alle, die in wirtschaftlicher Vorsorge den Sparkassen ihr Geld anvertrauten, deren Bestand und deren Rechtlichkeit über jeden Zweifel erhaben ivar, sie alle stehen heute vor einem Richts. Die Sparkassen als solche sind nicht schuld an diesen Verlusten. Sie haben auch in der Inflation mit derselben Treue und Verlässigkeit die ihnen anvertrauten Gelder verwaltet und gestrebt, ihre wirtschaftlichen Aufgaben zu erfüllen. Durch die Dcmkm sind weit gröhere Kapitalien verlorengegangen, haben einzelne weit empsindlichere Verluste etfitten, ohne daß gegen diese Institute die Erbitterung so offensichtlich sich kund tut wie gegen die Sparkassen.
Der Zusammenbruch unseres ganzen Wäh- rungsfystems ist schuld, dah dem kleinen Manne, dem eifrigen Sparer, alles verloren ging. Dennoch: Sparen tut not. Dies muh das Leitmotiv unserer Zeit sein. Es kann auch heute wieder sein, rveil eine Inflation doch wohl undenkbar ist.
Die Wiedergewinnung des Vertrauens und die Belebung der Sparbetätigung können nur erreicht werden durch die freudige Mitarbeit der Schule und der Lehrerschaft. Durch- Önde Erfolge sind nur zu erwarten, wenn Errichtung der Schulsparkassen unsere Jugend und indirekt das Elternhaus beeinfluht werden. Die Sparkassen können der Gründung solcher Kassen erst näher treten, wenn sich die Lehrerschaft opferfreudig in den Dienst der guten Sache stellt und die Mehrarbeit im Interesse der Volkswohlfahrt auf sich nimmt.
Schulsparkassen bestehen in Deutschland schon seit dem Jahre 1820. Vor Ausbruch des Krieges hatten die Kassen grohe Verbreitung gefunden. Verschiedene Regierungen forderten ausdrücklich die Einführung auf und wiesen nachdrücklichst auf den erzieherischen und roirtschaftlichen Ruhen hin. Die Regierung in Düsseldorf schrieb in dem amtlichen Schulblatte vom 18. Dezember 1911 über Schulsparkassen folgendes: Eine nähere Prüfung der Schulsparkassenverhältnisse, in die wir neuerdings eingetreten sind, hat ergeben, dah die Schulsparkassen eine Förderung verdienen, da sie nach den vorliegenden Erfahrungen ihren Zweck, schon die Jugend zur Sparsamkeit anzuregen und xu Sparern zu erziehen, erfüllen. Gegenüber diesen Vorzügen müssen etwaige Bedenken gegen die Schulsparkassen zurücktreten. Wir ersuchen sie daher, dem in Rede stehenden Gegenstände ihr Interesse zuzuwenden und gelegentlich auf Kreis- Lehrerkonferenzen die Errichtung von Schulsparkassen aryuregen sowie der Lehrerschaft ihre Mitwirkung bei dem gemeinnützigen Unternehmen an- zuempfehlen. Andere Regierungen, wie Potsdam und Gumbinnen, gingen noch weiter, indem sie alljährlich eine genaue Statistik der Schulsparkassen veröffentlichten.
In dem Regierungsbezirke Potsdam bestanden im Jahre 1908 in 127 Orten Schulsparkassen, 1912 bereits 295. Die Einlagen von 55 492 Kindern betrugen in dem Jahre 834 454 Mk, die Gesamtersparnisse 4 024 497 Mk.
In dem amtlichen Schulblatte für den Regierungsbezirk Gumbinnen vom 12. Dezember 1912 ist ebenfalls eine statistische Zusammenstel- brng über Schulsparbassen enthalten. Danach bestanden in dem Bezirke 597 Schulsparkassen mit 11790 Sparern. Im Anschlüsse an den Bericht schreibt die Regierung werter: „Wir erkennen gern an. dah kmrch die Anregung der Herren Kreisschulinspektoren und durch die opferfreu- dige Hingabe an die gute Sache seitens der Herren Lehrer vielfach recht erfreuliche Ergebnisse er» zielt worden find und sprechen allen denjenigen, welche sich um die Förderung der Schulspar- kassen nrit Erfolg bemüht haben unseren Dank aus. Freilich fehlt noch viel, dah möglichst alle Schüler von der segensreichen Einrichtung der Schulsparkassen Gebrauch machen. Dies aber muh bas Ziel sein. Es kommt nicht auf die Höhe der Beträge an. welche in die Schulsparkassen eingezahlt werden, sondern darauf, dah eine möglichst grohe Zahl von Kindern spart. Die Schul- sparkassen haben in erster Linie eine erziehliche Aufgabe, die darin besteht, den Sparftnn der Schüler zu wecken und anzuregen. Wir ersuchen daher die Herren Lehrer aufs neue itch der Sache mit warmem Interesse anzunehmen und sich die Weiterentwicklung der vorhandenen und die Grüirduag neuer Schulsparkassen ange- legen sein zu lassen.
Im Bezirk Düsseldorf bestanden im Jahre 1913 in 389 Orten Schulspavkassen mit einer Iahvesetnlage von 2 112 071 Mk. Im Bezirk Aachen bestanden 344 Schulsparkassen. Der Bezirk Arnsberg zählte 222 Schulsparkassen in 1244 Klassen. Tas erfreuliche an diesen Berichten waren weniger- dk hohen Summen der Sparbetrage als die ausdrückliche Bekundung sämtlicher Lehrpersonen, dah sich erziehliche Mängel in keiner Weise gezeigt hätten. Eine ganz« Reihe von Ley- vern bekundet ausdrücklichst, dah sich sogar der erziehliche Ginfluh in der Familie bemerkbar gemacht habe.
Die Notwendigkeit der Gründung von Schulsparbassen gerade in der heullgen Zett wird allgemein anerkannt und zwar nicht nur mit Rücksicht auf die volkserziehliche Bedeutung, son
dern auch aus rein wirtschasttichen Gründen. Bei den heutigen Teuerungsverhältnissen kann der Arbeiter von seinem Wvchenlohne, der Beamte von seinem Monatsgehalt nur wenig ersparen. Es kann sich nur um wöchentlich 50 Pf-, 1 Marl oder 2 Mark handeln. Soll di« Mutter mit diesem Geld« zur SparVasse? Bleibt das Geld im Hause, so wird es meist für unnütze Dinge verausgabt. Don den Sparkassen kann es nicht ersaht werden. Dadurch, dah die Schule diese Rotpfennige der Mutter und die Spargelder des Kindes entgegennimmt, erweist der Lehrer der Familie einen Liebesdienst. Die Schulsparkasse schlingt gleichsam ein neues, gesegnetes Band zwischen Schule und Elternhaus.
Schulbehörden, Gemeinde- und Sparkassenverwaltungen beschäftigen sich in letzter Zeit sehr eingehend mit der Schulsparöassenfrage und beabsichtigen deren einheitliche Einführung. Es kommen Sparsysteme in Frage mit handschriftlicher Quittungsleistang und solche, die auf der Verwendung von Sparmarken beruhen. Der Sparkassenverband, der seinerzeit in eine Prüfung der verschiedenen Systeme eingetreten war, hat sich für das vereinfachteMarkensystem entschieden, weil dieses für Schule und Sparkasse die geringste Belastung bedeutet und weil es dem natürlichen Sammeleifer des Kindes entspricht. Dor Ausbruch des Krieges war das System in 3500 Städten und Landgemeinden eingeführt. Die Zahl der Sparer betrug 420 000, die Sparsumme 7,9 Millionen Mark.
-ihn das Iugendsparwesen einheitlich zu gestalten, wurde in Essen die Zentrale für Iugendsparwesen gegründet. Sie hat sich die Aufgabe gestellt den Sparkassen und Gemeindeverwaltungen Auskunft und Aufklärung zr geben und sie mit entsprechenden Formularen und Sparmarken zu versorgen, durch Vorträge auf Lehrerkonferenzen, Elternabenden usw. für die Verbreitung zu wirken. Sie will ferner statistisches Material sammeln und durch Herausgabe einer Monatsschrift den Gedankenaustausch fördern. Anfragen sind zu richten an die Zentrale für Iugendsparwesen, Essen, Otmarstrabe 26.
Wirtschaft.
Vom Getreidemarkt.
Die Aufwärtsbewegung an den deutschen Getreide Märkten ist in der vergangenen Woche zu einem gewissen Stillstand gekommen. Die Meldung von der Fortsetzung der Weizen- Hausse in Chicago könnte gröHeren Einfl uh nicht mehr ausüben, da man arch hier an ein bloßes Spekulationsmanöver glaubt. In Weizenmehl entwickelte sich das Geschäft recht schleppend. Der Inlandabsah war, nachdem Mühlen und Konsum sich in den vergangenen Wochen recht stark eingedeckt hatten, sehr geringfügig. Der Ausland- absatz Tonnte, einige Belebung erfahren, und zwar richtete sich die Ausfuhr gröhtenteils nach der Tschechoslowakei, Dänemark und zum Teil auch nach Holland. Roggen konnte ebenfalls in gewissen Mengen ausgeführt werden: allerdings gaben die Preise von ca. 147 auf ca. 134 Mk. nach. Altes Getreide ist im Inland« noch reichlich vorhanden. Doch eignet es sich zur Ausfuhr recht schlecht. Der Inlandkonsum zieht Angebote in neuer Ware vor. Diese Restbestände alter Ernte drüc^n zurzell nicht unerheblich auf das gesamte Preisniveau in Roggen. Gerste war für Kaffeeröstereien einigermaßen gesucht. Für Futtermittelzwecke lieh der Bedarf zu wünschen übrig. Hier begegnet die Gerste der Konkurrenz des Hafers, der in recht guter Ware zu verhältnismäßig billigen Preisen lebhaft angeboten wird. Ganz allgemein läßt sich sagen, dah auf den deutschen Märkten die Spekulation in letzter Zeit wieder recht zurückhaltend geworden ist. An ihre Stelle ist zumeist der reelle und vorsichtig kalkulierende Handel getreten. Man wartet im übrigen auch hier den Ausgang der Londoner Konferenz und das Ergebnis der Schutzzoll-Verhandlungen ab.
Ue^r die Witterung kann gesagt werden, dah die in der vergangenen Woche reichlich erfolgten Regenfälle für den Roggenbestand recht günsttg waren, wenn auch der erste Schnitt etwas verzögert wurde. Gerste, deren Schnitt bevor- steht, könnte allerdings etwas trockene Witterung gebrauchen.
Am Weltgetreide markt folgten die Preise den amerikanischen nur zögernd. Auch hier haben die Enthüllungen amerikanischer Zeitungen eine Skepsis ausgelöst. Man schenkt den Darlegungen Glauben, die wissen wollen, dah die augenblickliche Getreidehausse am Chicagoer Markte Maschenschaften der Spekulation zur bevorstehenden Präsidentenwahl zuzuschreiben sind. Genauer betrachtet, erscheinen die Preise an den amerikanischen Märkten auch unberechtigt hoch, selbst wenn man dem augenscheinlich schlechten Ausfall der kanadischen Ernte und die Minderung der Anbauflächen in den Vereinigten Staaten in Betracht zieht. Die europäischen Einfuhrländer, namentlich England, die in dem vergangenen Monat unter steigenden Preisen größere Anschaffungen gemacht hatten, sind nunmehr recht zurückhaltend geworden und schieben wettere Einkäufe bis zur Klärung der Lage der amerikanischen Verhältnisse auf.
*
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 29. Iull. (Drahtbericht des „Gieß. Anz.".) Tendenz fest. Rach rascher äleberwindung einer vorbörslich aufgetretenen Rcigung zur Schwäche infolge von Realisationen eröffnete die Börse wieder mit recht fester Haltung. Obwohl die Londoner Verhandlungen Sicherheit und Klarheit vermissen lassen und wieder einmal ins Stocken geraten wollen, hält die Börse an der optimisttschen Auffassung fest, dah durch die Hinzuziehung Deutschlands eine raschere Erledigung in London erzielt werden kann. Cs entwickelte sich eine erneute Umsatz- tätigkeit, die sich nahezu auf fast alle Märkte erstreckte und für einzelne Gebiete eine wesentliche Zunahme des Geschästsumfanges erkennen lieh. Die höheren Bewertungen der Kurse blieben jedoch gegenüber den gestrigen etwas zurück. Tie Kauftust, die namentlich die Spekulation zetgr, wurve aber auch wieder angeregt durch Auslandkäufe. Auch neue Käufe aus dem Publikum lagen vor und trugen zur Belebung bei. Am Geldmarkt hält die Versteifung an. Monatsgeld zog aus l1/»—13/a Proz. an, tägliches Geld ist zu 8/8 pro Mille zu Huben. Im »Valutageschäft ist eine leichte Abschwächung des Pariser Frank zu verzeichnen. Gr ging im heuttgen Usancenverkehr auf 86,50 bis 86,60 in Pfundvarttät,
Banknoten.
Geld I Brief
Rcpart. °/»
4,19 18,95 67,38 18,385 21,15 159,70 18,10 66,36
5,91
1,77 111,17 77,06 65,41 12,38
6,00
doll voll voll Voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll
4,21
10,05 67,72
18.435
21,25 160,50
18,20 56,64
5,93
1,79 111,73
77,41 55,69 12,44
5,02
und auf 19J>5 bis 19,65 in Dollarparität zurück. Das Pfund behauptet seinen Stand mtt 4,393/4 bis 4,40 Dollar, desgleichen die Mark mit 4,166 Billionen für den Dollar. Am Effektenmarkt konzentrierte sich das Interesse hauptsächlich wieder auf den Markt der chemischen Werte, die neue Kursgewinne zu verzeichnen hatten. Der Kassaindustriemarkt wies leickte coei- tere Kurserhöhungen auf. Der Markt der heimischen Anleihen verkehrte nicht einheitlich, die vorbörslich niedriger verkehrenden Kurse konnten teilweise bei der Eröffnung nicht einholen. Ausländisch' Renten lagen ruhig und unverändert. Im fteien Verkehr, wo anfangs Realisa- twnsneigung vorherrschte, konnte sich eine etwas stärkere Haltung späterhin durchsetzen. Api 23/4, Dccker-Stahl V/2, Becker-Kohle 5Vs. Benz I3/^ Krügershall 2,75, Growag 0,140, Ufa 5, Petroleum 13,25. Im weiteren Verlauf war die Stimmung unverändert. Die Kurse konnten sich vereinzelt weiter befestigen.
Börsenkurse.
(Ohne Gewähr.)
Berliner Börse.
Berlin, 29. Juli. (Drahtbericht des „Gieß. Anz.".) Die Berliner Börse eröffnete heute bet ruhigem Geschäft in etwas unsicherer Haltung. Die Kurse erwiesen sich auf den meisten Märkten allerdings etwas fester. Der gestrige Beschluß der Londoner Konferenz über die Hinzuziehung deutscher Vertreter an einem nicht festgelegten Zeitpunkt bereitete der Börse eine gewisse Enttäuschung, da man mit einer sofortigen Einladung gerechnet hatte. Außerdem wirkte die Aachricht über den Abbruch der Micumverhandkungen gerade mit Rücksicht auf die Hinauszögerung in der Enffcheidung in London verstimmend. Schließlich hat die gestrige Vernehmung von Sachverständigen
*) Vom Rückzahlungswert.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
(In Billionen Mark ausgedrückt. BuenoS-Dires, London, Neu« hort, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alle- übrige für 100 Einheiten.)
Telegraphische Auszahlung.
(Ohne Gewähr.)
Berlin, 29. Juli
Amerikanische Noten .. ... Belgische Noten........ Dänische Noten ........ Englische Noten ....... Französische Noten ..... Holländische Noten ..... Jtaln-nische Noten ..... Norwegische Noten.....
Deulsch-Oesterr-, Aioo Kronen Rumänische Noten......
Schwedische Noten .
Schweizer Noten......
Spanische Noten .
Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten
ün Billionen Prozent
Frankfurt a M.
Berlin
Schluß- Kurs
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Datum:
29 7.
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.9. 7.
5% Deutsche Reichsan leihe .
0,297 .
0,2975
C.315
0.294
<% Deutsche RetchSanleiye
0,780
0,780
0,745
0,725
S'/i’/o Deutsche Rcichsanlethe 3% Deutsche Reichsanlethe •
0,725
0, 25
0,6 ".5
0,625
0,122.
0,1225
1,225
1,175
Deutsche Svarpramienanleihe
0.2,0
0,2 0
0,225
0,220
4°/° preußische Konsols
0.650 0,700
0/50 0.700
0,675
0,700
0,643
0,559
37«% Hessen....... .
3% Helfen...........
Deutsche Werlb. Dollar-Anl.
0,640
0,640
0,-70
0,700
0,62- 4,2
0,62 a
4,20
0,600
4,2
0, 2 <
4,2
dto. Doll.-Schay-Anweisng.y
81,3
81,80
81,3
81,80
<% Zolltürken.........
7,87
7.75
7,875
8
5% Goldmexikaner ......
39
—
36,25
37,5
Berliner Handelsgesellschaft.
25,6
26,5
24,65
25,65
Commerz- und Privat-Bank
4,55
4,90
4,50
5
Darmst. und Naitonalbank .
8
7,8
7,8
8.8
Deutsche Bank........
8,87
9,25
9
9,3
Deutsche Beretnsbank ....
0,320 10,25
0,16
—
—
Disconto Commandtt ....
10,65
10, U
11
MetaUvank...........
14
14,6 •
—
—
Miiteldeutsche Creditbank. . Oestelreichische Kreditanstalt
2,25
2,20
2,4
2,3
0,335
0,3625
0,3
0,325
Westbank............
0,250
0,250
0,3
0,35
Bochumer Guß .......
46,5
—
46,90
47,2
Buderus............
8,62
9
8,6
9,5
11,25
Caro .............
10,75
11
11,25
Deutsch Luxemburg......
Gelsenkirchener Bergwerke. .
47
49,62
49,90
50,9
48/0
49, 0
60
51,25
Harpener Bergbau......
Kaliwerke Aschersleben. . . .
51/0
58,5
53,8
59
8,1
9.90
8,4
IC,40
Kaliwerk Westeregeln.....
Laurayüttc...........
12,50
14,75
12,75
15
5,62
6,30
5,5
6,40
Lbcrbcdarf...........
Phönix Bergbau ......
9
8,90
9
9,5
27,25
27,65
27,625
27,25
Rheiintahl...........
22,25
22,60
22,25
2 ,30
Riebeck Montan........
34,50
35
34,875
35,26
TelluS Bergbau...... .
1,80
1,80
—
Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd.....
22,70
4,75
23,4
6,10
22,2 4,80
22,8 5,1
Cheramische Werke Albin . .
1,60 8,875
2,25
—
—
Zementwerk Heidelberg . . .
9,875
—
—
Philipp Holzmann......
2,65
3,70
3
3,5
Anglo Cont -Guano.....
8,50
9,75
8,50
9,1
Badische Anilin........
15,26
15,90
15,5
16,13
Chemische Mayer Alapdt . .
—
1.18
—
—
Goldschmidt........ .
10,90
11,5
10,9
11,90
GrieSt eimcr Electron ....
13
14
13,13
13,90
Höchster Jarbwerke......
12,10
13
12,25
13/3
Halzverkoylung........
6,40
6,75
—
—
viütgerswerke.........
12,50
12,90
12
12,70
Scheideanstalt .........
14,4
14,9
—
—■
Allg. ElekkrtzttätS-Gesellschaft
8,90
9
9,1
9,20
12,90
Bergmann...........
12,625
12,5
12,30
Mainkraflwerke........
7,25
8,5
—
—
Schlickert............
34
35,5
33,25
34
«-iemens & HalSke......
44
—
45,375
44,90
Adlerwerke Kleyer ......
1,36
1,45
1,40
1,59
Daimler Motoren. ......
2,50
2,66
2,6
2,4
2,65
Heyligenstaedt. . .......
2,10
—
—
Mcguin..............
9
10
10
10
ffrankfurter Armaturen . .
.ilonservenfabrik Braun . . .
0,51
0,5
—
—
0,9
0,9
0,85
1
Metallgesell^chaft Frankfurt.
13,40
13,5
—
—
Pet. Union A.-G........
1,15
1,2
1,25
1,25
Schuhsabrik Herz . .. ....
2,7
2,
2
2,60
Sichel..............
4,65
4,65
4,50
—
Zellstoff Waldhof. . ....
9,25
9,60
9,50
9,90
Zuckerfabrik Jrankentsial . .
Zuckerfabrik Waghäusel •
2,90
2,7
3,10
2,80
2,6
—
28. Juli
29. Juli
Repart.
Amtliche Geld
Notierung Brief
Amtlich: Notierun,
28.
29.
Geld
Brief
Amst-Rott
160,00
160,80
159,95
160,75
voll
voll
Brss.-Antw.
19,20
19,30
19,05
19,15
voll
voll
Christiania.
66,35
66,64
56,61
56,79
voll
ball
Kopenhagen
67,73
68,07
67,53
67,87
voll
voll
Stockholm .
111,47
112,03
111,47
112,03
voll
voll
HelsingforS- Italien. . . London. . .
10,43
18,10
10,53
18,20
10,43 18,10
10,53
18,20
voll voll
voll voll
18,43
18,52
18,415
18,506
voll
voll
Neuyork . .
4,13
4,21
4,19
4,21
voll
voll
Paris. . . .
21,40
21,50
21,16
21,25
voll
voll
Schweiz . .
77,06
77,44
77,06
77,44
voll
voll
Spanten . . Wien in D.«
55.61
65.89
65,61
65,89
voll
voll
Oest. abgest
5,91
6,93
5,91
5,93
voll
voll
Prag . . . .
12,445
5,29
12,505
12,405
12,465
voll
voll
Budapest. .
5,91
5,24
5/6
voll
voll
Bucn.-Aires
1,345
1,356
1,355
1,365
voll
voll
Bulgarien
3,04
3,06
3,04
9,06
voll
voll
Japan . . . Wo de Jan
1,705
1,715
1,715
1,725
voll
voll
0,385
0,395
0,395
0,406
voll
voll
Bclzrad . .
4,94
4,96
4,g4
4,96
voll
voll
Lissabon . .
11,27
11,33
11,27
11,33
voll
voll
im Aufwertungsausschuh des Reichstages viele Illusionen der Börsenspekulation am Anleihemarkt Mrstört. Man ist in Börsenkreisen erstaunt darüber, daß die Sachverständigen sich ausnahmslos gegen eine stärkere Aufwertung ausgesprochen haben. Am Attienmarkt war das Geschäft ziemlich still. Am Geldmartt ist die Lage unverändert. Im Devisenverkehr verfolgt man das starke Angebot in Danziger Gulden mit besonderem Interesse. Wie der Berliner Vertreter der Bank von Danzig mitteilt, ist dieses starke Angebot in Danziger Gulden in den letzten Tagen darauf zurückzuführen, dah angesichts der starken Rachfrage nach der Devise London auf dem internationalen Valutamarkt Versuche gemacht worden sind, in Danzig unter Ausnutzung der in fester Relation zum Pfund stehenden Danziger Währung sich Auszahlung London zu verschaffen. Im Verlauf der Börse gestaltete sich die Tendenz wesentlich fester. Die Kurse ziehen auf den meisten Märkten an. Am ausländischen Rentenmarkt war das Geschäft verhältnismäßig ruhig.
Märkte,
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 29. Juli. Von Amerika lagen heute für Weizen leichte Absatzschwierigkeiten, für Roggen, Mais aber viel höhere Preismeldungen vor. Das gab wohl Veranlassung, daß sich bei Beginn des Verkehrs für Weizen etwas leichtere Haltung kandgab, doch lauteten die Auslandforderungen weiter fest. Rach der Tschechoslowakei bestand dauernd Frage, so daß sich aich wieder Käufer für Weizen zeigten. Das Mehlgeschäft bewies bei weiter fester Tendenz heute mehr Vorsicht der Käufer. Recht fest lag Roggen. Tie Provinz ist mit Offerten zurückhaltend, mit Forderungen hoch. Aassahrfrage bleibt bestehen. Auch sonst herrscht hauptsächlich sür Lieferung neuer Ware Kaufneigung. Die schon oben erwähnten höheren amerikanischen Roggenpreise wirkten mit anregend. Gerste, besonders in Wintergerste durch Frage nach dem Rordwesten fest. Hafer eher ruhiger, da der Konsum nur die festen Forderungen nicht bewilligen will. Alle anderen Artikel fast ruhig. Pveisnotierungen: Hafer 172 bis 177, Gerste 190—200, Weizen 190—195, Rog- gcnkleie 107. Man notierte für Getreide und Oel- saaten per 1000 Kg. sonst per 100 Kg. ab Station: Weizen mark. 187—192, Roggen märt. 140 bis 146, westpr. 136—137, Sommergerste märt. 164—173, Futtergerste 157—164, Hafer märt. 149 bis 155, Weizenmehl 25,50—2850, Roggenmehl 21,50—23,50, Weizenkleie 10,50, Roggenkleie 10,30, Raps 280—285, Leinsaat 370, Dittoria- eib,en 21—23, kleine Speiseerbsen 15—16, Futter- erblen 14,50, Peluschken 14, Ackerbohnen 14 bis 15, Wicken 15—16, Lupinen, blaue 9,50—10, Rapskuchen 10,50—10,60 Leinkuchen 20, Trocken- jchnihel 9,10—9,30. Zuckerschnitzel 19—20, Kartoffelflocken 21,50—23.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M, 29. Juki. (Drahtbericht des „Gieß. Anz.".) Es wurden notiert: Wetterauer Weizen 20,50 bis 21, Roggen, inländ. 17,50 bis 18, Sommergerste für Brauzwecke 18 bis 18,50, Hafer, inländ. 18 bis 18,50, Mais, gelb 17,50 bis 18, Weizenmehl, inländ. Spezial 0, 31,50 bis 33, Roggenmehl 25,50 bis 26, Weizen- und Roggenkleie 10,25 bis 10,75, Erbsen 18 bis 24. Tendenz: Fest.
Frankfurter Pferdemartt.
spd. Frankfurt a. M, 29. Juli. Der Pferdemarkt auf dem Gelände des Landwirtschaftlichen Vereins zeigte in allen Klassen eine rxcht gute Beschickung. Die Preise waren gegen d<n früheren Markt wenig verändert. Es wurden bezahlt für gute Arbettsttere bis zu 1800 Mk., für mittlere von 600—1000 Mk., geringere Pferde waren in jeder Preislage zu kaufen, Schlachtpferde wurden sehr wenig gehandelt. Der größte Teil der Tiere ging nach Bayern und Süddeutschland. Währeick) des Marktes wurde übrigens ein Pferd gestohlen. Auch Taschendiebe machten sich recht unangenehm bemerkbar. In größerer Zahl waren auch Zigeuner auf dem Gelände anwesend.
Büchertisch.
— Bad Oeynhausen. Ein vortrefflicher Führer durch Bad Oeynhausen und Uiügegend ist von dem Heimat-Verlag in Bad Oeynhausen herausgegeben worden. Das Büchlein wird allen, die dem idyllischen Bade in den Weserbergen ihr Interesse sanken, ein ganz ausgezeichneter Berater fein.
— Auf Schloß Tenneberg. Ein Thüringer Roman aus dem 16. Jahrhundert von Erich Michael. 270 S. in eleg. Halbleinenband geb. 5 Mk. (A Deichertsche O^rlagsbuchhandlung in Leipzig.) — Unter dem Gesamttitel „Bilder aus Thüringens Vergangenheit" gibt Dr. Werner Scholl eine Sammlung historischer R )mane heraus. Sie wollen in einer Reihe in sich abgeschlossener Einzelerzählungen die an bedeutsamen Persönlichkeiten und Geschichten so reiche Thüringer Geschichte auf Grund Sorgfältiger historischer Forschung bei literarisch fesselnder Darbietung Wiedererstehen lassen. Der erste im vergangenen Jahr erschienene Band der Sammlung Siegfried Molt- kes Thüringer Roman aus dem 10. Jahrhundert „Sig fried v on Schwarz bürg" zeigt deutlich, wie das dankenswerte Gesamtwerk angelegt ist, wie hier kulturgeschichtliche Bilder von höchstem Reize in gediegener Erzählungsform dar- aeboten werden. War es in jenem Roman die Schwarzburg und das Schwarzatal, um die sich die Handlung rankte, so führt der neue, oben- bezeichnete Roman in einen anderen Teil des Thüringer Waldes. In Waltershausen mit dem alten Landgrafenschlosse Tenneberg spielt sich, abgesehen von einzelnen Episoden auf dem Grimmenstein, dem ehemaligen herzoglichen Schlosse über Gotha, und in Reinhardsbrunn, die ganze Handlung ab. Und diese Handlung ist überaus abwechslungsreich, wie das Jahrhundert, dem sie entnommen wurde. So große Sorgfalt auch auf die historische Treue gelegt ist, so packend gibt sich doch die Erzählung von Anfang bis zu Ende. Das will bei einem „historischen" Roman viel sagen. Sehr dankbar wird der Leser die geschichtlichen Anmerkungen am Schlüsse des Werkes empfinden. Das Buch wird der schönen Sammlung gewiß viele neue Freunde gewinnen.
— Talks about English Life. Ein Hiffsmittel zur Erlernung der englischen Umgangssprache. Von F. R c n t s ch. Preis 4 Mk. (Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig.) — Das Buch eignet sich nicht nur zum privaten Studium, sondern wird auch llassenweise in der Schule und in Sprachzirkeln schöne Erfolge zeitigen.


