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Samstag, 29. Novemver 1921

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Tverhefsen)

Nr. 282 Zweites Blatt

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gruppe der für die Landtagswahl als Kandidat ausgestellt ist. sprach zuerst, ihm folgte als zweiter Redner Landtagsabgeordneter Ehr Scholz, der

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Weihnachts-Ausstellung

am Sonntag, den 30, November.

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Wagener & Schlöte!

schluh fest. Auf cm Gesuch deS Vereins für Volksbildung dahier wurde diesem zum Zwecke der Instandsetzung seiner umfangreichen Bücherei ein einmaliger Beitrag von 150 Ml. be­willigt. Der Gemeinderat erklärte seine Be- reilwilligkeit. im Falle der Errichtung einer Eichniederlage in unserer Stadt un­entgeltlich einen geeigneten Raum zur Aufbewah­rung der Gewichte zur Verfügung zu stellen. Die Firma Hugo Stinnes-Riebeck in Frankfurt a. M. beabsichtigt die Errichtung einer Strahentankstelle für Dcnzin aus dem Dorgartengelände des Karl Heller 111. in der Vraugasse 9. Der Gemeinderat beschloh. die Ge­nehmigung in widerruflicher Weise gegen Revers und Zahlung einer Anerkennungsgebühr von jährlich 30 Mk. und unter dem Vorbehalt zu er­teilen. hast die Schlauchleitung nach der Stratze in geeigneter Weise in den Fußsteig zu verlegen ist. damit der Fußgängerverkehr an dieler Stelle nicht gehindert wird. Der Mitteldeutschen An - noncen-Expeditivn ^Hers o" in Giesten wurde die stets toibertui liebe Erlaubnis zur An­bringung einer weiteren Retlametafel gegen Re­vers und Zahlung einer jährlichen 'Abgabe von 10 Mk. erteilt. Für die Ausstellung wurde ba2? Gelände am Schwanenfee in Aussicht genommen. Dem weiteren Wunsche der Firma auf Erlast einer Polizeiverordnung gegen den wilden Anschlag ist nicht entsprochen worden, da ein Bedürfnis hierzu nicht anerkannt werden konnte. Ein Baugesuch und versch'edene kleinere Vorlagen sanden weiter­hin ihre Erledigung.

* Hungen, 28. Vor» Die von der D e u t sch- demo kral ische >' Partei in ter ,Traube" veronstnl'etc Wahlversammlung war sehr fiotf be ucht. Es sprachen Pfar-rcr Ä o r e 11 und Amlsgerichtsva'. De. Andrae. Ortenderg Sach­lich wurden alle Fragen der Politik behandelt. Auch die Aussprache wurde ruhig zu Ende ge- stlhct.

V Kesfelbach, 28. Rov. Gestern abend sand in der Wirtschaft Schomber dahier eine demokratische Versammlung statt, welche gut b sucht war M.nisterialdirektor Ur­ft a d t legte in fast, zweistündigen Darlegungen die Ziele und Politil seiner Partei im Reiche sowie in Hess n dar. Seine sch.- fachlichen Aus­führungen f nidrn ft arten De fall. Emc Diskussion fand Nicht statt.

wir in allen Abteilungen Sonder-Angebote zusammengestellt, weld>e wir zu ausserordentlich vorteilhaften Preisen in den Verkauf bringen

Wägung gezogen. Praktisch must mit bei Auf­rechterhaltung eines starken Zollschuyes für die deutsche Industrie gerechnet werten. Der alt- Manchester! chr Standpunkt, die Industrie fei auch unter Vernichtung der Landwirtschaft durch billige Lebensmitlc-lrreise unbedingt kvnk nrench .hig zu machen, findet in Deutschland schon eher An­hänger. In einem verarmten und übervölkerten Lande ist dieser Standpunkt aber besonders ge­fährlich. und die grohe Mehrheit der Sachkundi­gen bis einschliehlich zu den mehr wirtschaftlich als agitatorisch denkenden sozialdemokratischen Agrarpolitikern, fordert Parität zwischen In­dustrie und Landwirtschaft. also einen genügen­den Schuh auch der landwirtschaftlichen Erzeu­gung gegen zuwertg'hendm Preisdruck durch das b lliger pioduzierende Ausland. Auch der früher oft vertretene StanHnm't. dast nur der ©rob­be t r i e E* an den Preisen der Ackererzeugniste wesentlich interessiert sei. während für den Kleinbetrieb fast ausschliestlich die Preise für Vieherzeugnisse Bedeutung hätten, spielt heule wohl nur in der auf die Zersplitterung der Landwirte gerichteten Qlgitation eine Rrl e Der Sachkenner weih, dast alle Agrarprei'g in engstem Zufamnrmhange zr.e.n ander sie en er weist auch, dast weder- unsere Landwirtschaft noch unsere VollswÄtschaft eine starte Serri ngerung unserer- Getreideerzeugung ertragen wär Le.

Srmstere Zweifel bestehen über d'e Art des Schuhes. Feste, womöglich dem Ausland gege.i- über gebundene Zölle sind n ich vor lehenke i Dar­legungen ungeeignet. Gleitende Zölle d-rart, dast die Regieurnq den Zoll bei übermästig stei­gendem Weltmarktpreis zeitweilig ganz oder teil­weise auster Kraft setzen kann, würden das Risiko des Importeurs so sehr erhöhen, dast eine geord­nete Importtätigkeit zumal in Zmten unruhiger Markt Verhältnisse unmöglich würde.. Als Aus­weg blecht nur die eingangs erwähnte Ein­fuhrregelung im Sinne doS alten Antrages

Kanih.

Der Import wäre im wesentlichen dem Handel zu überlassen. Zölle würden nicht erhoben. Der Importeur wäre zu verpflichten, die ein­geführte Ware der Reichsstelle für Einfuhr­getreide zu einem sich aus der Weltmarltla'e ergebenden, ihm einen angemessenen Ruhen lösen­den Preise anzubieten. Die Reichs!el!e würde nur soviel selbst erwerben, als sie zur Schaffung einer im Bedarfsfälle preisausgleichend wi. len­den Reserve gebrauchte. Im übr gen würde dem Importeur der Verkauf überlas en. von dessen Käufern aber eins Gebühr in solcher Höhe ge­ordert werden, dast sich daraus ein angemesse­ner, möglichst lange gleichb'eibender und nur bei wesentl chm dauernden Aenderu-ngen der Preis­lage if dem Weltmärkte abzuändernder Inland- preis ergäbe. Auch die von der Reichsstelle er­worbene Reserve würde nvnnalerweise zu einem entsprechend erhöhten Preise verkauft tveiden. In normalen Fäll«i würde die Reichskasse also etwa dieselben Einnahmen wie aus entsprechenden festen Einfuhrzöllen haben. Starke Preisschwan­kungen im Inlande, die für Erzeuger und Der- brauchei gleich schädlich sind, und die. wie dar­gelegt, unter den heutigen Verhältnis en beson­ders gefährlichen Umfang annehmen können, toäven ausge'chl ffm Dast dieser Weg e.heb- liche technische Schwierigkeiten bie:et, liegt auf der Hand. Unüberwindlich sind sie aber kein.^- n>egS und sie müssen in den Kauf genommen tuerben, wenn sich ein anderer, sicher gangbarer Weg zur Erreichung stabiler für den Erzeugei wie für den Verbraucher erträglicher Preise für

Agrarerzeugnisse nicht bietet

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Aus der Provinz.

Landkreis Gießen.

X Wieseck, 29. Rov. Ihre Goldene Hochzeit feiern heute die Eheleute Daniel Ostwald, Landwut. und Katharina geb. Kreiling. Während der Mann noch recht rüstig, liegen aus der Frau leider schon länger die Mühsale des Alters.

s) Sich. 28. Rov. Aus der jüngsten Ge­meinderatssitzung ist folgendes zu berich­ten: Mit Deschluh vom 6. Uitober d. I. hatte der ©emeinberat Grundsätze für die Erhebung des Wassergeldes im Rechnungsjahre 1925 aufgestellt. Ziffer 8 dieser Grundsätze sah im Falle der Wasserabgabe nach Messung neben der üb- lichen Wassermessermiete eine Abgabe von 40 Pf. pro Kubikmeter vor. In teilweiser Annahme eines vom Kreisamt Giesten gemachten Vorschlags wurde diese Abgabe auf 30 Ps. reduziert. Für industrielle und gewerbliche Grohbetriebe kann auf Deschluh des Gemeinderats, der für jeden einzel­nen Fall zu erfolgen hat, ein geringerer Sah bis herab zu dem Betrage von 10 Pf. pro Ku­bikmeter berechnet werden. Wit Deschluh vom 2. September d. 3. hatte der Gemeinderat den Antrag des Kreisamts Giesten auf Erhebung von Kanalbenutzungsgebühren abgelehnt. Das Kreisamt gab sich mit diesem Deschluh nicht zufrieden und schlägt erneut die Erhebung einer j Gebühr von 3 Mk. pro Anschluß vor. Der Ge­meinderat hielt an seinem bereits gefahten De-

Krcis Friedberg.

TraiS-Münzenberg, 27. Rov. Der Totensonntag gab unserer Einwohnerschaft Ver- anftiffung, durch Einweihung des .Krie­gerdenkmals in Dankbarkeit der Gefallenen unserer Gemeinde zu gedenken. In feierlichem Zuge begaben sich Gemeindevorstand, Schule, ört­liche Vereine und Dewohnerschafi nebst einer giosten Zahl Gäste unter den Klängen der Trauermusil vor die Kirche, wo das schlichte Denkmal Aufstellung gefunden hat. Es ist nach Entwürfen des Regterungsbaumeisters Döt- t i ch e r - Friedberg von Steimnehmeister W e r- n er-Hungen in heimischem Gestein ausge­hauen. Rach der ilcbergabc an die Gemeinde dankte Bürgermeister Gorr allen denen, die zum guten Gelingen beigetragen hatten. In eindrucks­voller Weiherede erklärte Pfarrer D e y r i ch die Bedeutung imb den Sinn des Denkmals mit besonderem Hinweis auf den Spruch der Rück­seite:Den Toten zur Ehr! Den Lebenden zur Lehrl Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone deS Lebens geben. Unter mili- täiischen Ehrenbezeugungen und dem Geläute der Glocken verlas der Geistliche die Romen der acht Gefallenen, worauf acht Mädchen jedem Ge­fallenen einen Dlumenstraust als sichtbares Zeichen des Dankes auf das Denkmal nieder­legten. Die Feier war von passenden musika­lischen Darbietungen des Musikkorps unter Lei­tung von K. S ch ä f e r - Bellersheim, Kranz- nieberlegungen und Gesängen umrahmt. Hier­aus wurde die gottesdienstliche Feier in der Kirche gehalten. Iedoch war das Gotteshaus nicht in der Lage, alle Teilnehmer der Veran­staltung aufzunehmen. Zum Schlüsse fand eine kleine Feier an den Gräbern der in heimischer Erde ruheitden Krieger statt.

4 Bad-Rau heim, 23. Rov. Zu unserem ausführlichen Bericht über die letzte Stadt­verordnetensitzung wäre zur Ergänzung noch zu berichten, vast der Holzhauerlohn auf 75 Ps. pro Stunde festgesetzt wurde. Geneh­migt wurden auch die Iagdpreise für 1923, die sich zwischen 150 und 300 Mk. für die ein­zelnen Iagden belaufen. Auf die Steuer- Debatte, über deren Ergebnis wir schon berich­teten, kommen wtr des allgemeinen Interesses halber nochmals zurück. Der Wahlkampf nahm in den letzten Tagen seinen Fortgang Die Demokraten veranstalteten eine zweite öffent­liche Verfammlung in der Turnhalle. Pfarrer Korell entwickelte sein Programm. Die Deutsche DolkSpartei harte äu etrrer öf­fentlichen Versammlung ins Sprudel-Hotel ein- geladen, die gut besuch war. Kaufmann Hans Müller, her Vorsitzende der hiesigen Orts-

etnen sachlichen Ucberblirf über tue Tätigkeit der Deutschen DolVpa tei gab Für die R a t i onal- ozialistische F i e i h e i t s P a r 1 e i sprach Landwirt Hauck aus Schafheim im gut besuch- ten Thakysienhos über das Thema . Da ö wir wol­len". In der Ankündigung zu dieser Versamm­lung hiest es .3 '.den l toben leinen Zutritt". Dac Reichsbanner Schwarz-Rot-Grld bät e f.inc Mit­glieder aufgefordert. die Versammlung nicht zu be­suchen. Am gleichen Abend sprach in der Turn­halle in der zweit 'n Wählnversammluna der S d* zialdemokratilchen P a r t e i Landtags- abgeordnerer Kaul, b?'- i2' stündiger Rede die Reich - i nb La.de tEik 'chtlle te Alle diese Dersanimlungen verliefen ruhig und sachl ch: übe» alle hatte die Polizei i"- wachsames Auge. Es fam nirgends zu einer D sti f'ion Für den Sonn­tag ist eine zwe te Wäblerversammlung bei Deutsch nationalen DolkSpartei mit Dr. Lenz (Giestrn) und v Forst ne r (Darm­stadt) als Rednern angesagt. In der Einschrän­kung der D^fucheizahl g b?n die Teui chuationalen noch weiter al» die Rat:onalsozialisten. Sie ma­chen bekannt, dast Reichs bann er le ute und Iuden zu dieser 'Versammlung k inen Zutritt" haben. Ein neues Moment, das unseres Wiisens hier noch nie in d c Erscheinung gatreten ist, wird mit diesem Ausschluh von Vollstre.sen in den Wahlkampf ge­tragen. In den nächsten Tagen wird sich noch Versammlung an Versammlung reihest. Mehre« führende Politiker werden hier noch sp-echen, so Abg D i n g e l d e y für die Deutsche Volkspartei, Minister v. B r e n t a n o für das Zentrum,Staats- piäsident Vlrich und Prof v. Aster für dte Sozialdemokratie

tötete Alsfeld

Homberg a. d Ohm, 29. Rov. Dof morgen, 30. Rovember, ab werden aus unsere, Bahnstrecke Burg- und Rieder-Ge- münden Kirchhain die Sonntags- züge wieder gefahren, und zwar Kirch­hain ab 8 19 vorm. und 5.20 nachm und Burg­und Rieder-Gemünden ab 10.55 form, und 8.51 nachmittags.

tötete Schotten.

Schutzzölle?

Don Oberpräsident a. D. v. D a t o i.

Da die Frage der landwirtschaft­lichen Schutzzölle in ihren Auswirkungen auf die Indexziffer naturgemäß ein Kernproblem der ganzen deutschen Wirt­schaft ist, begrüben wir es, dast eine Persönlichkeit vom Range des Qkr- sasserS unS die nachstehenden Ausfüh­rungen zur Verfügung stellt, wenn w r unS auch mit ihnen nicht in allen Punkten identifizieren können. D. Red.

Seit längerer Zeit bin ich leider bisher berged.nS in Wort und Schrift dafür ein- gereten. dah die notwendige Sicher-ung der land­wirtschaftlichen Prvd.iktion nicht wie früher durch -Einführung fester Agrarzölle, sondern durch eine Einfuhrregelung im Sinne des Antrages Kanih auS den neunziger fahren erfolgt. Die Entwicklung hat mir bisher recht gegeben. Die derzeitige ReichSregierung hat sich nach langem Schwanken zu einer Vorlage über Wiedereinfüh­rung fester Gctreidezölle entschlossen zu einem Zeitpunkt, wo der Srfolg sowohl wegen der polt- tifchen Lage wie auS dem wirtschaftlichen Ge­sichtspunkte deS eben erfolgten starken Anziehens der Weltmarktpreise ausgeschlossen war. Die Folg, ist eine Fortsetzung der unerträglichen Dis- pantät zwischen der durch Zölle und Einfuhv' beschränkungen geschützten Landwirtschaft für vorläufig nicht absehbare Zeit, daS Fehlen eines brauchbaren Rüstzeugs für unsere unter Hochdruck durchzuführenden Handelsver- tragSoerhandlungen mit Dutzenden von Staaten und die Verbitterung des W a h l -

)-( Ruppertsburg, 28. Rov Wie all­jährlich, so fand auch am letzten Totensonntag an der schönen Gedenkhalle auf unserem Friedhöfe eine würdige Gedächtnisfeier zu Ehren der Verstorbenen und Gefallenen statt. Der Tod hat im letzten Kirchenjahre in der hiesigen Gemeind-' reiche Ernte gehalten Unter ten 15 Dahingeschiedenen standen einige noch im rüstigsten Alter. Groste Lücken sind in meh­reren Familien entstanden. Unter den Verstor­benen befindet fid) aud) der Bürgermeister Wil­helm Lehr, der 40 Iahre lang als OrtS- obei Haupt zum Segen unseres Dorfes gewirkt Hal. Bei der Gedenkfeier sprach 0er Ortsgeist- liche Pfarrer I). Fritsch über den Text:Als die Sterbenden, und siehe, wir leben! Der Po- saunenchor verschönte durch seine "Weisen die Feier, die mit dem stimmungsvoll geblasenen »Ich halt' einen Kameraden" schloh. Die Teilnehmer begaben sich an die Gräber ihrer Lieben die auf das schönste geschmückt waren. Es imist an dieser Stelle öffentlich anerkannt werden, dast Einwohner und Gemeindevorstand von Rupperts­burg nach alter, guter Sitte alles aufbieten, um ihren Gottesacker so würdig herzu richten, wie es einer Christengemeinde geziemt. Die präch­tige Gedenkhalle, die 1922 erbaut wurde, sowie alle Gräber tragen stets ihren Schmuck, auch im Winter. Diejenigen Gräber, auch die ältesten, die nicht mehr von Angehörigen unterhalten werden können, lässt die Gemeinde durch ge­eignete Frauen mehrmals im Iahre reinigen und bepflanzen. Das ist recht so. Wer die Verstor­benen ehrt, beweist, dast er weist, dast der Fried­hof eines von den sieben Wahrzeichen eine- guten Dorfes ist!

O ©d) otten, 28 Rov. Die auf der Bürger m ei st erverfammlung in Gedern begonnene Förderung des Spars i u ^ts wird vom Kreisamt tocitcd?erfolgt. Sie Behörde hat sich an die Bürgermeistereien und Kirchen- Vorstände, sowie an die Schulvorstände und an die Sparkassen gewandt, um in gemeinsamer Arbeit die Gründung von Pfennig- und von Schulsparkassen zu erreichen: in gar manchen Orten handelt es sich blost um die Wiederbelebung alter Einrichtungen dieser Art. Der Anfang ist vielleicht schwer, aber er must gelingen, und während im Anfang von ernsten, entschlossenen Leuten geworben werden must, wird später die Sache für sich selbst werben. Dann rönnen -ruch Bauern und Handwerker billige Hypotheken erhalten, baulustige Arbeiter und Angestellte sich ein Häuschen bauen und Haus­besitzer notwendige Reparaturen vornehmen las­sen. Der krankhafte Zinsfuß geht bann eben herunter. Einstweilen aber erhalten die Sparer hohe Zinsen von ihren Einlagen Sie legen kleine Rücklagen bet Seite für die Zeit größerer An­schaffungen und entgehen Verlegenheiten bei Zah­lung notwendiger Lebensbedürfnisse, Steuern usw. Schotten steht eben auch ganz im Zeichen des Wahlkampfes. So fanden bereits öffent­liche Wahlversammlungen des Bauernbuw

kampf eS durch die erfahrunaZgemäh h'erzu be­sonders geeigneten agrarpolitischen Streitigkeiten. Feste Getreidezölle sind heute für und deswegen schwer möglich weil die Weltwirtschaft und damit die Preisgestallung im Weltmarkt zu sehr in Einordnung ist. In den überseeischen Ex­portländern ist die Organisation der Er­zeuger und deS Handels zur Beemflassang der Weltrnarktpre.sc seit 1913 so stark geworden, dast eine weitgehende Willkür in der Preisbemessung zum Schaden der emfuhrbedürftigen Länder, rnS- besondere Deutschlands, v.el mehr als vor dem Kriege möglich ist. Insbesondere wird dadurch die Ausnutzung von Mihernten in europäischen Ländern, wie sie Deutschland in diesem Iahiv erlebt hat, zu nach Lage deS Weltmarkts unbe­rechtigten Preissteigerungen ermöglicht.

Roch ernster liegen die Dinge gegenüber RustIand, das alS Getreidelieferant für Deutschland wieder steigende Bedeutung bekommt. Dort liegt die Bestimmung über Menge und Preisgestaltung des Ausfuh-.getreides unter Ars- schallung der freien Marktpreisbildung in der Hand einer Regierung, die die Wirtschaft wesent­lich vom Standvunkt der Austenpolitik be­trachtet. Die Austenpolitik der Sowjetregierung hat alS Endziel die Vernichtung der kapitalisti­schen Wirtschaft und den gewaltsamen Umsturz in den Rachbarstaaten, die S.veichung dieses Zieles 'm nicht zu ferner Zeit ist für sie eine Lebensfrage. Wie die Svwjetregierung bisher zur Durchsetzung ihrer Ziele dte Dernichtuirg ganzer Wirtschafts­zweige, ja die Tötung von MUlionen Menschen im Lande nicht gescheut hat, so wird sie in Zu­kunft selbst auf Kosten einer schweren Gefährdung ihrer inneren Wirtschaft entweder eine plötzliche Sperrung der Ausfuhr zur Srze->gang von Rot bei unS oder die ebenso plötzliche AuSfahr ge­waltiger ®etrelbcmaf!en zu weit unter den Pro- dEonSkvsten liegenden Preisen zur Erschütte­rung der deutschen landwirtschaftlichen ..kapttalistt- schen" Erzeugung und zugleich zrr Gewinnung urteilSlofer Derbraucherkreise für den russischen Kommunismus zu geeigneter Zeit keineswegs scheuen können. Mtt festen Zollsätzen, bet denen überdies Rustiand verlragsgemäste Meistbegünsti­gung zusteht, wäre gegen em solche» Vorgehen unsererseits nichts zu erreichen, wie überhaupt bei der ganzen Regelung der Handelsbeziehungen zu Rustland nie vergessen werden darf, dast der vertragSgegenerische Staat zugleich der einige Exporteur und Importeur ist, und dast seine Ein­stellung zur Wirtschaft von der unfrigen grund­sätzlich völlig verschieden ist.

Feste Getreidezölle, die in den bevorftechm- den Handelsverträgen überdies vorausfichllich ge­bunden und jedenfalls wie gegenüber Rustland mich gegenüber anderen wichtigen Staaten un er die Meistch günstigungSbestimmung fallen werden, bedeuten unter solchen älmstanden c ne entweder stumpfe oder zwe.schneidige Walfe. Must man bei den Industriezöllen mit Rustland so gut es gebt, einen moduS vivendi finden, so geht das gegen­über der Getreideeinfuhr, an der unter Umstanden ba« Leben des deutschen Dolles hängt. md>t ohne wirksame Gegenmittel an. Bei den Handels-« tragS Verhandlung en darf deswegen un^er keinen Almflänten ine Wögttch»' flaatli^en &n- fubnegelunfl für 2Igrarpn>butte brfchiünkl

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