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2 Schn'elligkeitSflug mit Mel - bungdabtourf: A Botfch 8 Mm. 22 Set, b Ubct 7 Min. 10 Set., C Heck 6 Mm. 20 Set.
Während deS heutigen Flugtagss ereignete sich em Abfturz, der aber für den Flieger rörf) gut abgelaufen ist. Als der Flieger Poft über bem Mittelpunkt der Stadt kreiste, löste srch ein Teil eines Propeller-Flügels und rih den Motor weg. Dem Flieger gelang es, im Glett- flug niÄ>erzugehen und aif dem Exerzierplah ohne weiteren Unfall zu landen. Der Motor fiel in einen Hvs und die Oeöanne auf die Strafte, Mckttcherweise ohne jemand zu verletzen.
Wirtschaft.
• KvhlenpreiSermähigung. 3n der Witgliederverfcimmlung der Ruhrkohle QI. G. (Rheinisch-Westfälisches Kohlensyndikat) am SamSiag wurde eine Ermäßigung der feit dem 1. Juli bestehenden Verkaufspreise für Kohle-mit Wirkung vom 1. Oktober vorgenommen. Die neuen Preise sind im Durchschnitt um etwa 10 bis 12 Prozent herabgesetzt. Die Preise für Fettförder- Kohle betragen ab 1. Oktober somit 15 Mk. (bisher 16.50 Mk.), für Flammförderkohle 14.50 Mk. «bisher 16.50 Mk.), für Magerförderkohle 14.50 (bisher 16) bzw. 13.25 gegen bisher 15.50 Mk.
* Herabsetzung der Roheisenpreise. Rach einem Beschluß des Roheisenver- bcurdes werden die Verkaufspreise für Abschlüsse zur Lieferung ab 1. Oktober um 6—8 Mk. die Tonne, je nach Sorte und Derkaufsgebiet, herabgesetzt. Unverändert bleiben die Luxemburger ®ie- ßerei-Rohcisenpreise. •
'FreigabederHolzausfuhr. Inden nächsten Tagen steht, der „Holzwelt" zufolge, die Aushebung der Ausfuhrbeschränkungen für Brennholz bevor. Damit fällt der letzte Rest der für die deutsche Holzwirtschaft so wichtig gewesenen Ausfuhrbeschränkungen.
• D ie Süddeutsche Eifenbahngesellschaft in Dcrnnstadt veröffentlicht ihren 30. Geschäftsbericht, der die Zeit vom 1 April 1923 KS 31. März 1924 umfahr. Durch die Unter- bindung deS Verkehrs zwischen dem besetzten und dem unbesetzten Gebiet ist ein starker Rückgang des Güterverkchrs eingetreten. Die Dahnen «r Gesellschaft im besetzten Gebiet mußten iixib- renb des größten Teiles des Geschäftsjahres überhaupt stilliegen. Seit der Festigung der Währung haben sich die Verhältnisse gebessert. Die Bilanz ist in Pkapiermark vorgelegt. Die Vermögenslage der Gesellschaft wird sich erst aus der Gold- bibanz ergeben, deren Aufstellung noch vorge- nonnnen wird. Die Generalversammlung findet am 30. September statt.
'KeineKapitalszusammenlegung bei der Harpener Bergbau A.G. Die Harpener Bergbau QI. G., deren Stammkapital vor 1914 85 Millionen Mark betrug, und die das Kapital nach dem Kriege um 15 Millionen Mark Stammaktien (und 10 Millionen Mark Vorzugsaktien) erhöht hat, wird ihr gesamtes Aktienkapi- tal ohne Kürzung auf Goldmark umstellen.
* Der Vergleich beim Stahlwerk Decker gefährdet. Wie die „Kölnische Zeitung" erfahrt, sind in den letzten Tagen neue Schwierigkeiten eingetreten, die das eingeleitete Vergleichsverfahren bei Decker zugunsten derjenigen Gläubiger zu beeinflussen geeignet sind, welche einen Konkurs des Werkes herbeizusühren sich bestreben. Ganz offensichtlich treten diejenigen Konzerne, welche das Werk gern im Konkurs erwerben möchten, an die großen Wechselgläubiger
heran, um ihre Forderungen aufzulaufen. Gelingt dies, so würde die Dreiviertelmehrheit, welche für den Abschluß des Vergleichs erforderlich ist, nicht zu erreichen sein.
' Konkurs, lieber daS Vermögen der Mitteldeutschen ArbertSkleider- unö Wäschefabitk PH. Steinmeier A.°G. in Sprendlingen wurde der Konkurs eröffnet. Färber ingen sind bis zum 15. Oktober beim Amtsgericht Langen anzumelden.
Schöffengericht.
* Gießen. 22. Sept. Ein Parasit der Gesellschaft ist der 30jährige Leonhard C l a s s e n aus München-Gladbach. Er hat einen großen Teil seines Lebens bereits im Gesängnis und Zuchthaus verbracht: das Verzeichnis seiner Vorstrafen füllt über eine Qfftenfeite. Mit der erlogenen Behauptung. er befinde sich auf Montage, mietete er sich in verschiedenen Hausern in Gießen und Wieseck ein, verschwand aber nach kurzer Zeit ohne zu bezahlen: einem Bäckermeister stahl er eine silberne Schlüsseluhr mit goldener Kette, im Werte von 300 RN., einer Witwe aus einer Schublade 40 OKI. Er war im wesentlichen geständig, wollte aber „aus Rot" gehandelt haben. Hiervon fomrte keine Rede fein, denn er hat niemals auch nur den Versuch gemacht, zu arbeiten. Strafe: 3 Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust.
Gleichfalls wiederholt wegen Betrugs vorbestraft ist der Gärtner May Arlt von Dresden. Er hat sich in diesem Sommer in Gießen beit einem Schreiner und in Wieseck bei einem Arbeiter je ein Rad erschwindelt mit der unwahren Behauptung, er komme im Auftrag eines hiesigen Kinobesihers. Mit Rücksicht auf seine verhältnismäßige Jugend wurden vom Gericht nochmals mildernde Umstände angenommen; die Strafe lautete auf 9 Monate Gefängnis.
Wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen an einer Person unter 14 Jahren in einheitlichem Zusammentreffen mit Blutschande wurde der Bergmann Georg Sauer von Lich zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.
Buntes Allerlei.
Die stachellose Diene.
Der amerikanische Entomologe E. 3. Campbell veröffentlicht in amerikanischen Blättern einem Bericht, nach dem es ihm gelungen sein soll, durch langjährige Züchtung eine Diene zu erhalten, die keinen Stachel besitzt. Diese stachellose Diene gibt ebenso guten und reichlichen Honig wie die mit einein Stachel bewehrte, und der Gelehrte verspricht sich viel für die Sicherheit der 3Tnter von der allgemeines Verbreitung dieser ungefährlich gewordenen Honigbiene.
Endlose Vorlesungen.
Es ist ein sehr gewöhnliches Pech der Unv versitälsprosessoren, daß sie im Laufe des Semesters mit dem Thema ihrer Vorlesungen nicht zu Ende kommen. QTbcr so schlimm wie früher Dürfte es jetzt doch nicht mehr sein. 3m 18. Jahrhundert las der Professor an der Wiener Universität Thomas Haselbach 22 3ahre lang öffentlich über das erste Kapitel des 3esaias. ohne mit seiner Erklärung fertig zu werden. Einer seiner Schüler und Bewunderer, Aegibus Guthmann, war vorsichtiger: er teilte seine Vorlesungen über die ersten 5 Verse des ersten Buches Moses in 24 Bücher, von denen er immer eins in jedem Semester bewältigte. Krusius las 8 Jahre über bte Psalmen, ofjue aber auch nur mit der Hälfte za Ende zu kommen. Am wenigsten aber kam mit
seinen 'Vorlesungen Petrus Ponton us vorwärts, der ein großer Trinker war und daher sehr häufig auf die Anschlags täfel nur cm neunfaches P setzte, das bedeutetem „Petrus Pontanus, Poeseos Professor Publicus Propter Pocola Pvv- hibetur P raelegere. (P'ttrus Pont an us, Professor der Dichtkunst, ist Trunkenheit wegen verhindert, Vorlesungen zu halten.)
Kuriositäten aus dem Hauptbuch des englischen Reiches.
Zwischen den riesigen Zahlenkolonnen einer 3ahresabrechnung dev Vereinigten Königreiches versteckt finden sich Raritäten, an denen man nicht vorübersieht, ohne ihnen ein menschliches 3ntereffe zu widmen. So erscheint z. B. auf der Einnahmc- feite ein Posten von fünf Pfund für den Verkauf eines Gefängnisses (welch ein Zeichen zunehmender Gesittung, bah ein Volt in Gefängnissen Abbau vornehmen kann), ferner ein recht beträchtliches Sümmchen von fast 4000 Pfund Gewisfens- gelder. Diese Gewissensgelder geben ein Zeugnis ab für die starke Moralität mancher Engländer. Fühlt sich irgend jemand eines Vergehens oder einer unfairen Handlung schuldig, oder plagt ihn das Gewissen wegen seiner bewußten oder unbe- bewußten Steuerhinterziehung, so schickt er „con- fciencc money" anonym an die Verwaltung ein, die dann in der Zeitung darüber quittiert. Man sieht, zu welchen Blüten die Steuermoral in anderen Ländern gelangt ist. Sehr bemerkenswert und auch politisch interessant ist die Aufführung eines Betrages von fast 1000 Pfund, der als Beitrag Frankreichs bezeichnet wird für den Transport des Ex-Kaisers Karl von Ungarn nach Madeira, eine Reise, die dieser Potentat in 1921 nicht ganz freiwillig unternahm, für die er aber, wie man ersieht, selbst auch nichts zu bezahlen brauchte.
Das Haus der Erinnerung.
Einige Meilen von London entfernt steht ein Haus, lauschig hinter schönen alten Bäumen versteckt, von leuchtenden Blumenbeeten umarmt. Es trägt den Ramen „Haus der Erinnerung". Rie- mand wohnt darin, doch alles ist eingerichtet, wartet auf glückliche Menschen. Warum lommen sie nicht, da alles zum Empfang "bereit ist? Um das Haus webt sich eine Geschichte voll stiller 3nner- lichkeit; es liegt in ihr eine Poetik, wie sie kein Dichter zarter und trauriger geben kann. Es ist jetzt dreißig 3ahre her, da wurde das Haus von einem glücklichen Bräutigam gekauft. Der Garten wurde angelegt, die Lieblingsblumen der Braut gepflanzt. Die Wohnung wurde eingerichtet und alles war für das junge Paar bereit. Da wurde die Verlobung gelöst. Keine Hoffnung schwebte mehr durch den blühenden Garten, die Bäume wurden traurig, alle Träume waren fortgezogen. Da schloß der (Bräutigam die Tore. Den Garten mußte ein alter Mann weiter besorgen, doch im Hause durfte niemand wohnen. Dreißig 3ahre lang steht es nun da wie ein verwunschenes Schloß, aber jede Woche wird ein Korb voll Blumen und Früchte aus dem Garten an die ehemalige Braut geschickt, die in der Rähe wohnt und schon lange glückliche Gattin eines anderen ist.
Büchertisch.
— Gottlob Egelhaas, G eschichte der neuesten Zeit, vom Srantfurter Frieden bis zur Gegenwart. Fortgeführt bis zum Sommer 1923. 2 Dde. 9. Qlufl. Verlag Earl Krabbe, Stuttgart (in Halb!. 25 Mk., Halbled. 30 Ml). Egel- Hanfs Geschichte braucht kaum mehr ein empfehlendes Wort, es ist längst als zuverlässigen Führer durch die politische Geschichte der letzten fünfzig 3ahre bekannt und geschätzt. Der lange Jahre hindurch in der deutschen Schule üblid) gewesene Geschichtsunterricht, der mit einer recht
übel anganaayien jaffettx tx>r der GenyEch», der neuesten Zeit prompt Haft machte, wacht ein Buch wie das EgelHaasS in der Hand etnti jeden notwendig, der wissen wtll, wie es zu dem Weltbild kam, in das er und sein Vaterland htnem- gestcllt fntix Der Verfasser meistert den 'Riefen• stoss mit sicherem Geschick, hebt in fesselnder Darstellung immer das Wesentlich; hervor und verliert über dem Vielerlei des einzelnen niemals den Aick für das Ganze, für die großen politischen Zusammenhänge.
— Die koloniale Aufklärung in die tDciteften Kreise des deutschen Volkes zu tragen and so die Front gegen die koloniale Schuldlüge zu verstärken, ist eine der vornehmsten Aufgaben gerate heute, wo die kaum erträgliche Belastung der. deutschen Volkswirtschaft t>urd) die Forderungen des Dawesgut achtens die Erschtie>mng eigener kolonialer Rohstoff- und Lebensmittelquellen für die Gesundung der deutschen Wirtschast gebieterisch fordert. Dieser Aufgabe dient eine Folge von kolonialen Aufklärungsschriften, die der Kolonialverlag Sichers & Kuschel (Berlin S 42) soeben erscheinen läßt. Don der Sammlung, die fortgesetzt werden soll, liegen vor: Hefte I und II (Doppelheft). Dr. Seitz. Gouverneur a. D Zur Gefchichte der deutschen kolonialer, Destrebungen. Dr. Heinrich Schnee, M.d.R, Gouverneur z. D : Qlfrifa für Europa — Die koloniale Schuldlüge.
— Der Heger (Breslau 1, Heger-Verlag Wilh. Gottl. Korn. Monatlich 3 Hefte. Preis vierteljährlich 3,60, Einzelheit 50 Pf., Probeheft frei.) 3n Heft 20 dieser vornehm geleiteten 3agd- zeitschrift, die in erster Linie dem Gedanken der Wildhege dient, wendet sich Dr. Stabh scharf gegen unweidmännische Gesinnung im 3ägcr- stände, die leider Gottes auch dort zu finden ist, und fordert unbedingte Schonung des stark zu- rüdgegangenen Wildstandes, damit er durch stetige Hege wenigstens amiähernd wieder auf den Stand der Vorkriegszeit kommt. Don heiliger Vaterlandsliebe ist der „Weckruf eines alten Weidmannes an seinen Sohn" durchglüht. 3n flai :n, Idjarf uvnissenen Beispielen führt betonte feinem Sohn das vom 3rrsinn geborene Versailler Dittat mit seinen ungeheuerlichen Auswirk mgen gerade auf QOald, Wrld mb damit crach die deutsche Volkswirtschaft vor Augen. Einer energisch zufassenden sReichsregierung mühte es ein leichtes fein, rvenigstens unsere Kolonie Ostafrika zurückzuerhalten: denn England verliert monatlich in seinen Kolonien an Eingeborenen, ohne die dort die Bodenbearbeitung unmöglich ist, durch die Schlafkrankheit mehr, als ihm manche Schlacht gekostet hat. Richt minder werden die Viehbestände dezimiert. Ein deutscher Weidmann von Ruf, Aniv.-Prof. Dr. Kattwiickel, hat nun im Verein mit anderen deutschen Medizinern ein Heilserum erfunden, auf das die Kolonralstaaten angewiesen sind. Der Regierung mühte eS möglich fein, nun gegen Serumlieferungen Taufch- uerträge abzuschließen und so den ersten Schritt aus dem Sumpfe des Riederganges zu tun. Das nächste Heft erscheint anläßlich der 10. Wiederkehr des Todestages von Hermann Löns als Sonderheft.
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4/ Es kann nicht anders sein! Wenn ein aussergewöhnlich gutes Produkt auf den Markt gebracht wird, bildet dieses bald das Tagesgespräch!
Trotz all des Rühmenswerten und Guten, das man Ihnen über die Feinkostmargarine „Schwan im Blaubandf< erzählt, dürfen Sie davon überzeugt sein, dass die guten Eigen- schäften derselben nicht übertrieben werden können. Urteilen Sie selbst nach einem Versuch und auch Sie werden mit Begeisterung Ihre Bekannten auf ,Schwan im Blauband(< hinweisen. Kaufen Sie heutet
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Die bestellten SIbonnements für die Dienstags-, Mittwochs« und Freitags-Dorstellungen sind vom Dienstag, den 30. September bis Freitag, den 3. Oktober täglich jn der Zeit von 3-6 Uhr nachm. an der Kasse in der Vorhalle des Stadttheaters abzuholen.
Die zu zahlende erste Rate beträgt für:
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II . Rang Rückplatz . . . ,.........6 Mk.
Die Ausgabe erfolgt nur wie angegeben, die am Freitag den 3 Oktober abends 6 Uhr nicht abgeholten Abonnements find verfallen und werden anderweit vergeben.
Da die eingegangenen Abonnements-Bestellungen überaus zahlreich find, konnte den von den Bestellern geäußerten Wünschen nicht in allen Teilen enffprochen werden, und eine Unterbringung von mehr als 100 Abonnenten war nicht möglich.
Um allen Wünschen der Theaterbesucher Rechnung tragen zu können, wird die Einführung eines 4. Abonnementstages fit Donnerstag mit dem Spielbeginn um 6‘/3 Uhr bei genügender Beteiligung beabsichttgt.
Während den obengenannten Ausgabezeiten erfolgt (Ent. gegennahrne der Abonnements-Bestellungen für Donnerstag, diese werden nach der Reihenfolge der Bestellung erledigt. Jede gemünzte mündliche Auskunft wird dort gegeben.
Die Listen über die zugeteilten Plätze für Dienstag, Mittwoch und Freitag liegen am Montag, den 29. September in der Jett von 10- 1 Uhr vormittags und 3-6 Uhr nachmittags in der Theaterkasse zur (Einsicht offen.
Gießen, den 27. September 1924. 75048
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