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Sin Roman au» dem 21. Jahrhundert von Hans Dominik.

SS. Fortsetzung. (Rachdcuck verboten.)

Lcunals. Fräulein Maria 1"

Hn!> heute?"

ilnö heute ist es... vielleicht ander-."

Eine kurze Pause des Schweigens. Unter­brochen durch schwere Dvnnerschläge und zuckende Blitze. Inmitten der strömeirden Regengüsse kam ein Gewitter von unerhörter Stärke zum Aus­bruch. Es gab Minuten, in denen ein Blitz dem anderen fast unmittelbar folgte, in denen das Rollen und Grollen nicht zur Ruhe kam und jede Rede unmöglich war.

In einer Pause des TobenS der Elemente sprach Maria:

Das Blatt in dem Päckchen trägt keine Anterschrist... keinen Ramen... sind Sie so sicher, dah es von Ihrem Freunde kommt?"

Kein Zweifel. Fraulein Maicka."

Warum hat Ihr Freund seinen Ramen nicht darunter geschrieben?"

Weil es nicht gut. .. nicht klug ist. den Ramen Isenbrandt in das Land der Gelben zu tragen... Richt gut für den Träger der Bot­schaft ... auch nicht gut für die. an die die 'Bot­schaft gerichtet wurde..."

Gin neuer Donner schlag unterbrach seine Rede und lieh das gon^e Gebäude bis in die Grund­festen erzittern. Erschreckt drängte sich Maria an ihren Bater. Die kleine Kirgisin kam wieder in den Raum. Verstört und hilfesuchend. Das Un­wetter schien den Weltuntergang einzuleiten.

Jetzt war es ganz durckel in dem Zimmer. Dur die Blitz« warfen durch die kleinen, hoch unter der Decke liegenden Fenster ihre jähen bläu­lichen Reflexe.

Wellington Fox allein blieb ruhig und äutzec- lich wenigstens unbewegt. Wieder zog er die Ahr.

Zwanzig Minuten »rach fünf."

In einer Pause »wischen zwei Donnerschlagen klangen die Worte durch den Raum.

Der Re^n begann jetzt milder zu fallen. Aus dem Wolkenbruch wurde ein einfacher Landregen.

Ging das Anwetter seinem Ende entgegen? Sollte der Aufruhr der Elemente ebenso jäh zur Ruhe kommen, wie er ausgebrochen war?

Seltener wurden die Dvnnerschläge, seltener die zuckenden Äitze. Aber die Helligkeit im Raume wurde nicht geringer. Auch jetzt noch fiel Licht durch die Fenster.

Der Himmel selbst schien zu leuchten.

Wellington Fox lief bis an die Hoftür. Gr streckte die Hände in den Regen und zog sie mit einem Aufschrei zurück. Kochendes Wasser war ihm daraus gefallen und hatte ihn verbrüht.

Er kehrte in das Zimmer zurück und rieb sich die schmerzende Hand. Spürte dabei, wie die Wärme auch im Zimmer zunahm.

Rach der Sonnenglut des Tages hatte der erste schwere Wolkenbruch angenehme Kühlung gebracht. Jetzt begannen die Fluten zu sieden und zu kochen.

Wellington Fox sah auf die Ahr.

Halb sechs!"

Wit schnellem Griff löste er den Verschluh der Tube, schüttete den ganzen Inhall in den Krug, warf auch die Tube nebst Decket hinein. Trat barm wieder zu den Witthusens.

ES war jetzt hell tat Ztarmer. Wie Feuer leuchtete der Himmel durch die Fenster. Soweit das Firmament durch die kleinen Qeffnungen zu übersehen war, schien es in Flammen zu stehen.

'Roch einmal wagte Wellington Fox den Dang bis zur Hcftür. Schon auf dem Flur vom Zimmer bis zum Hofe schlug ihm. drückende Hitze entgegen. ,

Dcurn stand er einen Augenblick an der ge­öffneten Tür und sah... wie aus dem Wasser- regen ein Feuerregen geworden war.

Richt mehr Wassertropfen . . . auch nicht mehr kochendes Wasser... das klare Feuer fiel in Regenform vom Himmel herab. Solchen An­blick mochten die Bewohner Pompejis gehabt haben, als der Vesuv ihre Stadt begrub. Solchen Airblick die B^woher von Sodom un-j Gomorra, als ihre Städte im Schwefelvegen zugrunde gingen.

Die brennende Hitz« trieb Wellington Fox zurück. Er schlug die schwere Bvl^entür hinter sich zu und ellte über den Flur wieder ta das Zimmer.

Erfrischende Kühle umfing ihn hier. Er blickte nach dem Tisch. 1

Wo er vor kurzem noch den Krug gesehen hatte, lag jetzt ein gewaltiger massiver Eisblock. Graue Rebel umwallten ihn, liefen über die Tisch­platte, fielen schwer zu Boden und wogten durch das Zimmer, um an Len Wänden langsam empor- zu steigen. Ole bei, die eine herbe Kälte durch den ganzen Raum verbreiteten.

Wellington Fox gedachte des Tages, an dem er Georg Isenbrandt vor einem ähnlichen Frost­block in Wierny angetroffen hatte. Er badjrte an die Erklärung Isenbocrirdts damals, dast hier nicht nur das Wasser, sondern die Luft selbst gefriert. Das- Weltraumkälte von dieser Stelle ausging ...

und er begann den Plan de- Freundes zu be­greifen. Da brau Den tobte die Wut des Dyno- tHerms, lieh Feuer vom Himmel fallen und ver­nichtete alles Leben, soweit es in den Ruinen vorhanden war. Hier drinnen bei ihnen in diesem kleinen Raume arbeitete die des Antidynv- tHerms der Glut entgegen und schützte ihr Leben

Er trat an die Fensterwand und berührte sie. Sie war breimenb Heist. 'Bon aasten her drang die Glut durch die starken Mauern, bis sie hier durch die Frostschleier gebrochen wurde.

Mit wunderbarer, genau abgemessener Ge­nauigkeit vollzog sich das Spiel und Gegenspiel der Riesenkräfte und liest in der brennenden und verglühenden Ruinenstadt hier allein einen Ort, an dem das Leben dauern und den allgemeinen Untergang überstehen konnte.

Mit Staunen unb Grauen sahen die Einge­schlossenen das furchtbare Schauspiel. Ihre Lippen waren längst verstummt. Auch dem sonst nie um Werte verlegenen Oox fehlte die Sprache.

Hätte das Blatt mit Isenbrandts Worten nicht vor ihnen gelegen, sie hätten geglaubt, der jüngste Tag bräche herein.

Sie faßen und sahen wie gelahmt das Furcht­bare sich vollziehen. -

Wann würde es enden?

'Anablässig fiel das Feuer... bis eS nach langer Zeit schwächer wurde.

Rur noch matt glänzten jetzt die genfteröff* mingen. Ganz allmählich ging dort der gelb« Schimmer in einen grünlichen über. Tiefer wurde das Grün und spielte ins Blau hinüber.

Eine Viertelstunde... und dann noch eine.

Ein Geräusch schreckte sie aus ihrer Erstar­rung empor. (Fortsetzung folgt)

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