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Grund bes LvnnagegehÄteS der teutfchen Han- delSmarine festglletzten Prozentsatz nicht an- nehmen zu Eonn.-o, tve.l De-rtschlanb tm Laufe des kommenden Jahres eine hinreichend große Zahl Schiffe in Bau geben werde, um die Tonnage bet Schiffe der Vorkriegszeit wieder zu erreichen. Der Korrespondent schreibt we ter:Eine Verständigung in dieser Fr^.ge war nicht möglich. Es trat aber klar zutage, daß Deutschlind auf der Konferenz nur das Instru- m e n t Amerikas b ltete. Soviel ich erfahren habe, bedrohten die amerikanischen Bankiers die deutschen Schiffahrtgesel-schäften damit, ihnen jeden Kredit zu entziehen, wenn sie dem europäischen Trust bei treten wür­den. Der Fehlschlag der Konferenz wird den allgemeinen Wlttschaftskampf nur noch ver­schärfen. Zu beachten ist, daß Norwegen auf .der Konferenz n cht vertreten war und d.e Ver­mutung l egt nahe, daß Amerika mit Hilfe der Handelsflotten Deutschlands und Norwegens seine Vorherrschaft durchzufetzen getenft.

Die Lage in Kairo.

Verhaftung ägyptischer Politiker.

Kairo, 27. Nov. (XU.) Die britischen Mili­tärbehörden verhasteten den früheren Unterslaats-- sekretär Abdul Rahman Bei Fahmi, der im Jahre 1921 in Verbindung mit einer Der- schwörungsaffäre verhaftet und gefangen gefetzt wurde, und der später, als Zaglul Pascha zur Macht gelangte, wieder fveigelassen worden war. Verhaftet wurde ferner M a k r a n G be d, ein hervorragender Führer der koptischen Bewegung, der Zaglul Pascha auf seiner Reise nach London begleitet hatte. Die Verhafteten wurden in ihren Betten übervascht. Wohin sie gebracht toure en, ist nicht bekannt. Drei Minister, die wegen dieser Verhaftung ägyptischer Nationalisten ihren R ü ck- tritt angezeigt hatten, haben ihre Rück- trlttSerflärung in der letzten Kabinettssitzung zu­rückgezogen, da die britische Militärbehörde versprochen hatte, die Verhafteten den ägyp­tischen Behörden zu übergeben.

Wie dieDaily Mail" zur Vorgeschichte der aufsehenerregenden Verhaftung zu melden weih, hatten die englischen Behorchen die Verhaftung der ägyptischen Politiker als Sicherheits- mahnahme gegen neue Mordan- schlage beantragt. Der ägyptische Minister- präsident nahm zu dieser Forderung eine un­schlüssige Haltung ein, worauf dann England die Verhaftung selbst vornahm. Der Minister­präsident teilte Lord Allenbh die Absicht der ägyptischen Regierung mit. die englische For­derung auf Schuh der Ausländer in Aegypten zu bewilligen. Auch die übrigen Forderungen des englischen Kommissars wurden von der ägyptischen Regierung angenommen und werden von den englischen Behörden in die Tat umgeseht. Dazu gehört die Wieder­einführung des Leiters einer besonderen Ab­teilung im ägyptischen Polizeipräsi­dium, Rüssel, in sein Amt. Zaglul Pascha hatte ihn allmählich daraus verdrängt.

Ein britischer Rechtfertigungsversuch. London, 28. Nov. (TU.) Der amtliche Funkdienst meldet, dah die Verhandlungen zwi­schen Macdonald und Zaglul Pascha un- Eglich geworden feien, durch die Haltung Lftgvrtens. Die Ermordung des Generals Sir LSe Staks habe di« KrisiS nur beschleu­nigt. Abgesehen von diesem Morde und von den durch die ägyptischen Beamten angezettel- fen Aufständen im Sudan und den 11 ver­suchten und vollführten Morden an englischen Beamten seit 1922 bestanden noch viele an­dere schwerwiegende Gründe zum Einschreiten Englands. Die ägyptische Regierung habe die grössten Schwierigkeiten bei der Regelung der Frage der Verabschiedung der englischen Beamten im ägyptischen Dienst ver­ursacht. Alle diese Umstände haben die Lage dermaßen unhaltbar gemacht, dah ein Vorgehen Englands bereits vor der Ermordung des Sir° dars notwendig geworden ist.

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Weitere Truppensendungen nach Aegypten stehen bevor. So verlieh gestern das erste East-Lancashire-Regiment England, um sich nach Alexandrien zu begeben.

Herriot und Aegypten.

Paris, 28. Nov. (WTB. Frmkspruch.) Der englische Dolschaster, Lord Crewe, hatte gestern abend eine längere Unterredung mit Herriot. Obgleich keine offizielle Mitteilung ausgegeben worden ist, glaubtPetit Parisien^ zu wissen, dah es sich hierbei um eine Be­sprechung der englisch - ägyptischen Krise gehandelt habe. Man sei in London offen­bar über die Kritik einiger Blätter etwas er­regt, wenn man sich andererseits auch befrie­digend über die Haltung der offiziellen Kreise gezeigt habe, die erklärten, sie würden an dem Abkomnien von 1904 festhalten, durch das Frankreich freie Hand in Marokko und England in Aegypten bekam.

Frankreich und der englisch-ägyptische Konflikt.

London, 27. Nov. (TU.) In politischen Kreisen Londons herrscht immer noch eine gewisse Beunruhigung über die Haltung Frankreichs in der ägyptischen Krise. Herrwt zwar lehne jede franzöftch^ Einmischung in den englisch-ägypti­schen Streit ab, aber in der breiten OeffenMchkeit komme eine stark antienglische Stim­mung zum Ausdruck.

Ziwar Pascha auch Außenmin ster.

Kairo, 28. Nov. (Havas.) Ministerpräsident Ziwar Pascha hat auch das Ministerium des Aeuhern mit übernommen, nachdem der ägyp­tische Gesandte in Rom dies ausge- schlagen hat.

Das neue türkische Kabinett.

Konstantinopel, 27. Nov. (HavnS ) Das Kabinett ISmed Pasä)a ist <yu ücEg-zne en. Der neue Premier Fe 1 hY Dey tritt mit folgendem Reg e.u gs, r g amin vor ' ie Nativnalversamm lu-a: Achtung der beschlossenen V«rtt-äge u> Ab kommen, Festigung der freundscha !i..e' Bc >ief,ui'jaen zu den anderen Staaten, (Aewah r ftur>3 der Sicherh it und Stabilität im tjnr.ern, beschleunigte Annahme aetoifer Desetzch v.rsche Verbesserung der Verkehrswege im Osten von

Anatolien, ©tcperung der Mitarbeit tes aus­ländischen Kapitals, Verhinderung der Kapital­flucht Sichern g der wirp cha tlichm. haute lspl.- tifchen und landwirtschaftlichen Entwlcklurg des Landes He^anzi.-Hung von Fachleuten aus dm Ausla;be, ernsthafter Kampf gegen die Maa.ii imi> ansteckende Krankheiten u d energi che M ß- nahmen um die An.ievlu.ng von Giuwa widere n zu erpichtem. Trotz gewisser Kritiken flöhe daS Kabinett Fethy Dey allgemein Vertrauen ein.

Chinas Reorganisation.

Die chinesischen Generale, darunter auch der Machthaber im Süden des gewaltigen chinesischen Reiches, Dr. S u n y a t s e n , haben das Kriegs­beil begraben und dem chinesischen Volle einen neuen Präsidenten und eineneueRe- gierung gegeben. An Stelle des vertriebenen Präsidenten ist jetzt TuanChih-yui getreten, dec die Unterstützung aller maßgebenden chinesi­schen Persönlichkeiten besitzt, darunter auch Dr. Sunyatsens, dessen Bedeutung für die Wie­dervereinigung des Südens mit dem Norden unter einer Zentralregierung von hervorragen­der Bedeutung ist. Nach dem verof en-lichten Regierungsprogramm beabsichtigt der neue Präsi­dent, die Truppenzahl erheblich herabzusetzen, um dadurch zukünftigen Unzufriedenheiten die Mög­lichkeit kriegerischer Auseinandersetzungen zu neh­men. Er beabsichtigt übrigens, die Generale all­mählich auf ihr altes Tätigkeitsfeld zurückzuführen und die hauptsächlichsten Verwaltungsstellen zi­vilen Personen zu übergeben. Daneben läuft ein großzügiger Reorganisationsplan, der China wieder zu seiner alten Macht und zu seinem früheren Ansehen, besonders gegenüber 3a» Pan, verhelfen soll.

Sun Iat Sen gegen Exterritorialität der Ausländer.

Tokio, 27. Nov. (TU.) Der zur Zeit in Kobe wellend« chinesische"h er Sun Sen erklärte in seinen Besprechungen mit den Vertretern ter japanischen politischen Parteien, die Exterritorialität der Ausländer in China ermög­liche es diesen, in China Bürgerkriege an» zuzetteln. China wünsche die Unterstützung Japans, um sich von den einseitigen Verträgen, die groste Vorrechte gewähren, freizumachen.

Neue Erfolge der Nifkabylen.

Paris, 28 Nov. (TU ) Nach einer Mel­dung von der spanischen Grenze hat sich vor­gestern in Marokko unmittelbar vor den Toren Tetuan ein erbitterter Kam p f> abgespielt. Den Aufständischen s.i es gelungen, sich b s auf einen Kilometer an die Stadt fjenan- zuarbeiten. Eine Truppenabteilung von Ein­geborenen wurde gefangen genommen und fort- geschleppt.

General Dawes Präsident­schaftskandidat für 1928.

London 27. Nov. (TU.) Eine Meldung desWestminster Goyette" <m3 Wasi-ington be­richtet, daß General Dawes das Angebot des Prä.itenten Coolitge abgelehnt habe, sich an dem Kabinett ,-m beleih'gen. Cht politi chm Kie- sein wird ver.nutet, vag General Dawes.beab­sichtigt, im Jahre 1928 für di« Präsidentschaft zu kandidieren.

Neuwahl des österreichischen Bundespräsidenten.

Wien, 28. Nov. (WTB F mkspruch) Der Bundes? nzler hat die Bandesverfammlw.g zum 9. Dezemb.T, 3 Uhr nachm ttags zur Neuwahl des Dundespräs.d.nten einb-rufen, da die vier­jährige Amtsdauer des Dundespräs.deuten Dc. H a i n i s ch am 8. Dezember abläuft. Kandidat ter Mehrheitsparteien ist wieder Dr. Ha in i sch. Für die Opposition wird wahrscheinlich der sozialdemokratische Abgeordnete und Durger- meifter von Wien, Seitz, kandidieren.

Dards Ende.

Als Frankreich erkannte, daß es ihm auf dem Wege über den Versailler Friedensvertrag nicht gelingen würde, die Reichseinheit Deutschlands zu zertrümmern, suchte es nach anderen Mitteln und Wegen, um den Süden vom Norden zu trennen. Mit dieserehrenvollen" Aufgabe betraute das Pariser Auswärtige Amt im Jahre 1919 Herrn Dard, den es nach München als Gesand ten bei der bayerischen (Regierung ent­sandte. Herr Dard entfaltete denn auch bald in Bayern eine lebhafte Tätigkeit, knüpfte Beziehun­gen zu Hoch- und Landesverrätern an und spielte besonders in der Frage der bayerischen Ein­wohnerwehren eine ganz besondere Rolle. War man ursprünglich in München recht stolz darauf, zu Frankreich besondere Beziehungen zu unterhalten, so wich dieser Stolz mehr und mehr, je tieferen Einblick die amtlichen bayerischen Stel­len in das unheilvolle Wirken des französischen Gesandten erhielten. Der Fechenbach -Prozeß, der Fuchs-Machhaus -Prozeß und die Er­gebnisse des Leoprechting -Prozesses, die allerlei Enthüllungen über das Ränkespiel Dards brachten, führten schließlich dazu, daß die baye­rische Regierung jeden Verkehr zu ihm abbrach und in Berlin die Vermittlung des Auswärtigen Amtes anrief, um von Frankreich die R ü ck be­ruf u n g des Münchner Gesandten zu verlangen. Nach seiner jahrelangen unheilvollen Tätigkeit in Süddeutschland hat ihn die Pariser Regierung jetzt endlich von seinem Posten in Bayern abbe­rufen, denkt aber gar nicht daran, ihn kaltzu­stellen, sondern schickt ihn jetzt nach Bulgarien, das schon lange von französischen Propagandisten bearbeitet wird und jetzt völlig in französische Abhängigkeit gebracht werden soll.

DasEcho du Rhin" erscheint weiter.

Mainz, 28. Nov. (TU.) Das »Echo du Rhin", das Propagandablatt der französischen Desatzungsbehorden, teilt mit, daß es vom 1. De­zember ab in Koblenz als Wochenblatt erscheint, aber sich nicht mehr an politischen Aus­einandersetzungen beteiligen werde.

Dr. Iarr s* Rückkehr nach Duisburg.

! München-Gladbach, 27. Nov (TU.) I Aerchsmm f er 5>: Harre- tagte hier bi einer Dersan.nrluna der .'Xurdjen BolkSvartei u. a., daß I er sich zuiücks hn«> nach der ihm lieb gewordenen

^ommunalverwaltung. Er habe geltem in machen mit dem Oberkommandierenden der belgischen Desahungstruppen eine Unterredung gehabt, nach deren Verlauf er hoffen .-fe, bald in die Kommunalverwaltung und seine frühere Tätigkeit a.s Oberbürgermeister von Drusburg zurückkehren zu können.

Hessische Regierung und Bauernbund.

Wie wir bereits am Samstag meldeten, hat das Finanzministerium gegen alle an Abfassung, Druck und Bearbeitung des ArtikelsW o st e - hen wir in Hessen?" Beteiligten Beleidi­gungsklage angestrengt. Die Klage richtet sich offenbar in erster Linie gegen das Organ des Hessischen Bauernbundes, dieNeue Tageszei­tung", die darüber folgendes mitteilt: ..... Es er­

schienen sechs Herren von der Kriminalpolizei in den Geschäftsräumen desHessischen Bauernbun­des" und derNeuen Tageszeitung", um dort eine Durchsuchung vorzunehmen und den Verfasser der SchriftenreiheWo stehen wir in Hessen?" festzustellen. Unser Landtagskandidat' Dr. L e u ch t g e n s hat nie ein Hehl daraus gemacht, daß er der Verfasser ist. Wir sehen der Durch-, führung des Verfahrens in Ruhe entgegen und sagen der Regierung besten Dankfür die un­beabsichtigte Propaganda."

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 28. November 1924.

Raiffeisen in Oberheffcn.

Dis zum 1. Saraiar 1923 bestanden in der Provinz Oberhessen nur sechs dem Generolver* temte bei Deutschen Raif?eien-Een ossenscha f t e n a g hörige Raisill-enverei e d e tem Raif eisen- veiband zu Kastel zur Betreuung zugeteilt wa­ren. Auf Grund einer vom Raistei,e.rv-erbarcb Frankfurt a. M. mit dem Verbände in Kassel getroffenen Abmachung einigte man silch dahin, daß vom 1. Januar 1923 a> bie Provinz Ober­hessen .zur genossenschaftlichen Bearlei ung dem Raiftei.enterbande in Frank ürt a. M. über­tragen und die alten sowie alle neugegrünteten Senvssenlch.iften diesem Verbände angeschlossen werden sollten.

Eine pl mmähige gmosse-fchaftliche Arbeit fetzte von diesem Zeitpunkt an ein. Nachdem zu­erst der an das Stadtg .biet Fran kürt a. M. a i- grenzende Kreis Friedberg ge rosse: schaftlch organisiert war, verlegte der Fra tlftir er Ra f - eisenverb.md seine Tätigkeit bald auch auf Cie Kreise Schotten, Lau terbach und Bü­dingen während die Kvei'e Gießen und Alsf elo erst später raSf>Igen. Heu e, nach noch nicht zwei'ähnger ifteit, bestell in ter Pr?vinz Oberhessen insgesamt 150 Rajff- eisengenosienschaften, die sich auf bie verschiede' en Kreise fclgende nnaHen i> rteilen: Friedberg 46, Lauterbach 25, Scho, en 25, Als­feld 20, ©leben 13. Büdingen 15 Genossen-scha-' en. Bon diesen 150 G mvss msch.ften sind 133 0pai- und DarlehmsLassenverei.e, sämtlich auf de n für alle ländlichen Genosser.nchrften bewähr en Grund­satz der unbeschränkten Haftpflicht bnuchend, wäh­rend 17 auf An- und Verkaufsgenossenschaften e. G. m. b. H. entfallen.

Nachdem durch Gründung dieser Genosten- schaften die Grundlage für eine erst lgversprechende gmossenschafttiche Arbeit gefcha fen war. gnq be 5 ar-ffurter Raisfeiien-Organijation pla mäßig dazu über, S>tützp»rikb> im Lande zu errich en. die mit den Zweck »erfolgen, das genossenschaftliche Geld- und 'Warengeschäft in gorbnetc Bah en zu leiten. Nieter las sinrgen für den Gel>- und Warrn verkehr, ver unten mit -um Teil recht an- sehnlichen Lagerhäu ern, wurden erstellt in Fr'ed- 6<ng, Butzbach, Gieten, M ucke, Als.eld. Lauter­bach,' Hörgenau, Bermuthshain, Gedern und Orten berg.

Große Vorteile auf dem Gebiete der genosten» schaftlichen Gel>- und Warenvermittdu g k n ten den etwa 12 000 Mitgliedern der Ra.ffeisenge- nossensch-rften in Oberhessen zugeführt werden, und nicht zuletzt tourse auch bes n erer Wert auf die Eifassung der landw rtschastli en Produk Ion ge­legt, von dem Gedanlen .rusgehend. den Weg vom Erzeuger zum Verbraucher durch genossen­schaftliche Inanspruchnahme w.senl ich zu verein­fachen.

Trotz der auch in weiten Kreisen der ober- hessischen ländlichen Devöllerung herrschenden Vorurteile tetr, das Gebiet der Spartätigkeit, scheute der Frankfurter Raisfei'enverband keine Mittel und Wege, um das 03erTauen gcra'e zu diesem für den Wiederau^bau unserer. Wirtschaft so überaus bedeutungsvollen genvsfenschnftlichrn Detätigu gsgebirte zu stärken Die Bem ihun en des Verbandes waren b's jetzt von bestem Er­folg begleitet, da die meisten von den 133 Raiff- ei'env.T-inen in Obererffen bereits den Svarver- kehr ausgenommen haben und nicht weniger als 73 K lei ns pareinri chtu ngen und Schulsparkassen ein­geführt sind.

So hat sich der Raiffefengedanve trotz gro­ßer Schwierigkeiten, und trrtzdem er erst kuwe Zeit in Ob^rhessen lebendig geworden ist. auf allen Gebieten ge-nosseiischaftliHer Tetät gu:.g be­währt.

Gietzener Wochenrnarktchreise

am 27. November 1924 (Händlerpreise).

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter das Pfund 230, Matte 40, Käse 70 bis 75, Wirsing 8 bis 10, Weihkraut 5 bis 7 Rot­kraut 10 bis 15, gelbe Ruten 10, rote Ruten 10 Spinat 40, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15, Rosen­kohl 60, Feldsalat 100, Zwieteln 10 bis 15. Meerrettich 50 bis 150, Schwarzwurzeln so Kartoffeln 5, Aepfel 10 bL 20, Birnen 10 bis 15 junge Hahnen 90, Gänse 90 bis 110, Nüsse 60 Gier das Stück 18 bis 20, Blumenkohl 100 bis 120, Endivien 10 bis 20, Lauch 10 bis 15 Sellerie 10 bis 40 Pf.

Wettervoraussage.

Wechselnd bewölkt, vorwiegend südliche brs toeftfafr! Winde, Tempera-turen wenig geändert höchstens geringe Nieteoschläge.

** Eine öffentliche Sitzung deS PlvvinzialauSschusses der Provinz Oberyessen fiitbet morgen, Samstag, vor­mittags 8> 2 Uhr, im Sitzungssaal deS Regie­rungsgebäudes zu Dießen statt mit folgender ^gesvrdnung: Klage der Schausteller Anton a u r e r, Lorenz Krätzner, Ernst Wall- r gegen den Polizei-

Ax .^^isamts Gießen vom 8. August 1924. Gesuch des Altert Dorsheimer zu

Bad-Nauheim um önaurort» zum Detneve einer Schankwirtschaft in dem Hause llitnger Straße 12. Gesuch der Gustav Kraft Wwe. in Dleichen- bach um Erlaubnis zum Betriebe einer Gast­wirtschaft: hier: Berufung gegen ten Beschluß des Kreisausschusses des Kreises Büdingen von 29. Ouli 1924.

0 Verband der hessischen Kreise und Provinzen. Wie wir erfahren, haben sich auch in Hessen die Kreise zusammengeschlossen und gemeinsam mit den drei Provinzen ten Verband der Hess. Kreise und Provinzen gegründet. Der Verband gehört als korporatives Mitglied dem Deutschen Landfteistag an. Nach ten ©totalen be­zweckt der Verband, die Inteoessen ter hessischen Gerneindeverbänte zu fördern, Angelegenheite.n, die für die Gemeindeverbände von Beteutung sind, in Versammlungen zu b^prechen und An­regungen und Anträge auf dem Gebiete ter Ge­setzgebung und der Verwaltung an die zuständigen Stellen zu richten. Der Vorstand testehi,.aus sechs Mitgliedern, nämlich einem Provinzialdirektor, zwei Kreisdirektoren und drei Mitglietern der Kreis- oder Provinzialausschüsse. Der derzeitige Vorstand seht sich aus folgenden Herren zusam­men: Provinzialdirettor G r ae f - Gießen, Kreis­direktor Wolff- Worms, Kreisdireftor von Bechtold- Offenbach, Bürgermeister Dr. A n - ger meier- Bensheim, Bürgermeister Dr. D ö b s i n g - Alsfeld, Fabrikant W. Eck Hard-Ober- Ingelheim.

** Zusammenlegung von Vermes» sungsamts stellen. Die nachstehend ausge- führten Denn ssungsämter und N.uvermcsfungS- dlenststellen sind zu je einem Amt vereinigt worden: Das Vermessungsaml Alsfeld und dir Neuvermes ungsdienststelle des Vermessungsrats Ploch zu Alsfeld zu einem Amte unter der Be­rechnung ..Dermessungsamt Alsfeld": Las V.umessungsamt Hungen und die Neuver- messungsoienstchlle des Oter'.and.nessers Klinger zu Hungen zu einem Amte unter ter Bezeichnung Vermess ungsamt Hungen". Mit Wir­kung vom 1. Dezember werden das Dermessungs­amt ®lcben=ßanb, die Neuverm.sjungsdienststellc des Vermessungsvats Kalbfleisch zu Gießen uni die Neuverm sungsdienststelle des Dermessungs- vats Dietrich zu Gießen zu einem Amte unter ter Techchrung ,De rmefsungSamt Gießen- La nd" vereinigt.

0 Zur Behebung des Kleingeld» mangels. Bekanntlich darf die Reichs bau kBank­noten über kleinere Beträge als 10 Gm. nur mit Zustimmung der Reichsregierung zur Defriedi- gung eines vorübergehenden DerkehrstedürfnisseS ausgeten. Da diese Maßnahme aus währungs- techinschen Gründen möglichst vermieten werten soll, kommen al3 kleinere Zahlungsmittel haupt­sächlich die Reichssilbermünzen in Frage. Ihre Ausprägung und Ausgabe läßt sich ater nicht ft beschleunigen, wie es im Interesse einer möglichst baldigen Einziehung ter kleinen Banknoten ge­boten wäre. Cs muh deshalb zunächst noch uv weitgehendem Umfange aus die Rentenpfennigc zurückgegriften werden. Don diesen liegt kwch, wie wir hören, ein größerer Bestand an 50-Piennig- stücken in ten Tresors ter Reichs bank, die jetft in den Verkehr gebracht werten sollen.

LVA. Die Landesversicherung-» an st alt Hessen in Darmstadt hat sich trotz ihrer immer noch sehr gespannten Finanz lag« entschlossen, mit Wirkung vom 1. Dezember 1924 wieder Zuschüsse zu den Kosten künstlicher Ge­bisse, künstlicher Glieder, Stützkorsetts ufto. zu leisten. Damit hat die Versicherungsanstalt daS gesamte Heilverfahren in dem früheren Umfange ausgenommen. Es werden demnach für die Ver­sicherten gewährt. Kuren in Lungenhellstätrsn, Badeorten, Heilanstalten für Nervenkranke und für Genesende, Behandlung von Geschlechtskran­ken, Unterbringung Lungenkranker In Invaliden- Heimen, Zahnheilversahren, Zuschüsse zu künst­lichen Gliedern, Stützapparaten ufto. Die Ver­sicherungsanstalt nimmt sich auch ter archtver- sicherten Bevölkerung an, soweit sie von der Tuberkulose und vom Krüppeltum bedroht, ober von Geschlechtskrankheiten heimgesucht ist. 0u be­willigt nicht nur Zuschüsse zu ten Herlkuren für lungenkranke _ Erwachsene und Kinder, zu ten Badekuren für ftrosulose und tuterkulosetedrohdr Kinder und zur Behandlung von Geschlechtskrank­heiten, sowie zur Beseitigung und Verhütung drs Krüppeltums, fontetn sie geht auch die übrigen Interessenten um Kurteihilftn an und sorgt so für die Ausbringung der gesamten Kurkosten.

Grober Unfug mit den Feuer­meldern wird in unserer Stadt bedauerlicher­weise noch immer getrieben. So auch gestern abend wieder, wo die ständige Feuerwache durch einen Melderuf aus der Wilhelmstrahe alarmiert wurde. Dort ergab sich, daß unverantwortliche Gesellen sich wieder einmal einen recht dummen Spaß" gemacht hatten. Daß es sich bei derarti­gen Handlungen um eine Gewissenlosigkeit han­telt, kommt solchen Menschen anscheinend gar nicht in ten Sinn: sie halten sich nicht vor Augen, daß in derselben Zeit, wo die Feuerwehrbereit- schast so geuzt wird, an einer anderen Stelle der Stadt ein ernster Brand ausbrechen kann, bei dem Menschenleben in Gefahr sein können und die rasche Hilfe ter Wehr dringend erforderlich wäre. Hoffentlich gelingt es einmal, derart traurige Burschen zu fassen und der verdienten exempla­rischen Strafe zuzuführen.

" Ein Schwindler treibt gegenwärtig in unserer Stadt sein Unwesen. Er geht mit einer Sammelliste von Haus zu Haus und gibt an, er fei von dem Pfarrer beauftragt, Gaben für ten Bethel-Film zu sammeln. Zur Aufklärung ter Mitbürger sei betont, daß für bie Bethelsache keinerlei Haussammlung beabsichtigt ober geneh­migt ist, sondern daß für diesen gemeinnützigen Zweck nur durch den Verkauf von Eintrittskarten zu den Filmvorführungen Mittel gewonnen wer­den sollen. Wan versuche, den Schwindler feft- zuhalten und ihn der Polizei zu übergeben, bei der bereits Anzeige erstattet ist.

* Diebstahl. In bei- Nacht vom Don» nerstag auf Freitag tourte von eitern Schau» kasten desGießener Anzeigers", das Schloß entwendet imb ter I:ch>lt des Schau­kastens gestohlen. Der Polizei tft Anzeige erstattet.

Don der Kriegsgräberfürsvrge. Augenzeugenberichte über deutsche Kriegerfried­höfe in Nordfrankreich, Belgien, Dänemark, Lett­land, Polen und Jugoslawien sind in dem soeben herausgekommenen Novemberheft der Zeitschrift Kriegsgräberfürforge" in solchem Umfange ver­öffentlicht, daß sich jeder ein anschauliches Bild über den tatsächlichen Zustand unserer fernen Kriegergräber machen kann. Wir erfahren da zum erstenmal Genaueres über die von den Franzosen eigenmächtig geschaffenen Mafsengräber, gegen

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