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Jahrgang

Blatt

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Die deutsch - französischen Wirtschaftsverhandlungen

Rücktritt Dradburys.

Paris, 28. Rov. (Sil.) Die Blätter mel­den, das) der englische Delegierte in der Repara- twnskomm ssion, Sir John Doadburh, am 31. De­zember von seinem Poften zurücktreten loerde.

ebst^ tut D

)6 6ießen*

Amerika gegen einen europäischen 5chissahrtstrust. Das Mißlingen der internationalen

Sch'ffs-Reeder Konferenz.

PariS. 23. TLod. (TU.) Der DerÜnerBer- tretet desScho Le Paris" macht über den Ber- [auf der international _n Schis, S Reeder-Ko-nferen-! dis loebcn im Hotel ^Esplanooe' adgech l en wurde, folgende auttyaVAM/e 2Itgaben. ©k Kon­ferenz wurde bekanntlich von der britischen Ce ell- schaftRoyal Mail" etnberuren. Vertreten waren die größten Schis stchttLge eil chaften Eng­lands, Frankreichs. Italiens, Deutschlands, Hollands. Spaniens arid der südamerikanischen Staaten. Gogenstorrd d r Besprechung bildete die eozntu Ile Gründung eines die grämte HandelSmar.ne Lei vorge-amten Länder umaeieiT u st s, Lei die Durchs chru g <ine2 er olgrer^.en fto.ifur* renz-Kampfes gegen ^ie nor ameri­kanischen Gesellschaften erm glicht LL te. 3n der neuen Gesellschaft sollte [e^er QLi ton nach dem Tonnage^chatt Her SyanMämarxne ein bestimmter Prozent«) F^achtraum zuge-stan- den werden. .

Rach achttaggen gechoimen Verhandlungen hätte die Konferenz wegen der Haltung Deutschlands mtt einem Fehlschlage geendet. Die deutschen Delegierten erklärten, den auf

Der Verbreiter der Rachricht hat also nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Gesamtbaus- halt herausgegrisfen, nämlich den Haushalt der allgemeinen Finantzverwaltung, in dem im wesentlichen die Einnahmen aus Zollen, Steuern und Abgaben sowie die Steuerüber­weisungen an die Länder und Gemeinden veran­schlagt werden, während die übrigen Teile des Haushaltsplanes, die in der Hauptsache Aus- gabeetats der einzelnen Re-chsverwaltunas- zweige darstellne. unberücksichtigt geblie­ben sind.

Werden diese Ausgabeetats im Rahmen des Ge­samtplans mit berücksichtigt, so ergibt sich, daß der Entwurf für 1925 sich im ordentlichen Haushalt in Einnahmen und Ausgaben zwar vusgleicht. im außerordentlichen Haushalt dagegen ein Defizit aufweist.

Es wird weiter bHauptet, daß die Auf- Wandsgelder der Reichsminister re-en- über dem Vorjahre von 12 000 auf 30 000 Re ch> marf herausgesetzt w rLen feien. Hie aus könnte gefolgert wer'en. daß bte Au wandsge.der des einzelnen Reichsm.nisters in die er H h.' fcft- getetzt werden sollen. Das ist natürlich nicht der Fall sondern es handelt sich um er en S a m m e l- f o n'ds aus dem die Kosten für be andere revrä- te-tttive Aufwendungen 'äm licher Re chsnrinister bestritten wer en sollen. Daß für Meh.au Wen­dung n an Def Lu gsa sg rden ei e Pauschale von 300 Millionen Mk vevaaschlazl ist. be u ,t darauf daß die Vorarbeiten für de 2Iuffte?u g bed Haushaltplanes am 1. (Tu i ds 3s. abge­schlossen werden mußten, wobei zu ach^t nur d e Ves oldungS ^usg rben nach d-m Strnde vom 1 3uli einoeseht werden konnten. De? Betrag von 300 M klionen Mk. stellt dm Bed rf drr für die beschl T^ung^ Jmnnurb fr Ne Erhöhu g des W hnungtML z-°Pchu?ses. enstchlteh- [ich der Rückwirkung auf Pensionäre Kr.cgr- beschädigte u'w. Reserven für eüte kmrfttge De- sol^mZerhvhtmg stad tarn nrcht enthalten.

Zrettag, 28. November 192} !«!< M« Änjc.-ul ft-i btt Iagr»n»mmtr bis - M zum Nachm'Nag vorher

M H für Anzeigen von 27 mm

Brette orthd>8, ausmärts

K R 10 ©olbpfennig; für Ho

ülame-Anzeigen v 70 nm

k Brette 35 «bolbpfennig,

Die deutsch-russischen wirtschasttverhandlungen.

3n Moskau haben dieser Tage die Verhand­lungen über einen deutsch-russischen Handelsver­trag durch Ueberreichung des zu betkinttelnben Materials durch die deutsche Delegation ihren Anfang genommen. Das) d.e Besprechungen nicht sonderlich flott vor sich gehen werden, ergibt sich schon aus der Eröffnung der Derhtmdlungen. der tagelange Vorbesprechungen vorautgingen und der jetzt nach Aushändigung der deutschen Akten eine mehrtägige Pause gefolgt ist. Eine besondere Rote erhalten die Moskauer Verhandlungen durch das AußenhandelS-Monopal des russi­schen Staates, das von ausschlaggebender Bedeu­tung ist und auf daS Rußland schon wahrend der englisch-russischen Verhandlungen nicht verachtete. Es gibt zwar in den russischen kommun ist l s ck-cn WirtschaftSkreisen zahlreiche einsichtige ^Persön­lichkeiten, die auf die De s e i t i g u n g dieser hem­menden und störenden Einrichtung drängen, sich bis jetzt aber noch nicht durchzusehen ver­mochten. Der deutsche Kaufmann wird also auch in Zukunft, wenn eS gelingt, einen Vertrag zu­stande zu br'ngen. ferne Geschäfte mit den In Deutschland befindlichen sogen-, mten Handels­vertretungen Rußlands ablchliehen müs­sen. Eine Umgebung des Staats handel Sappara les ist auch schon insofern unmöglich alS in Ruß­land es kein Kaufmann wagen wird, a u f direktem Wege Geschäfte mit deutschen Fir men abzuschliehen, weil derartige Handelsgeschäfte nach russischem Gesetz außerordentlich fl reng be- straft werden.

Der britisch-russische Konflikt

Eine Rede Rykows. Rußland schlägt ein Schiedsgericht vor.

Moskau, 22. Rov. (QMW$e Telegraphen- agentur.) Der Präsident des Rats der Volks- kommissave, Rykow, hielt gestern aus den, Kon­greß der Textilarbeiter eine Rede, in der er auf die außenpolitische Lage zu sprechen kam. Rytow erhärte, die englischen Äonfcr- vativen seien l<Äglich durch den gefälsch­ten Sinvwjewbrief zur Herrs chast ge­tan g l. Deshalb lehnten sie das von der Svw)et- regierung vor g schagene SchiedSgerich t zur Aufklärung dieses Tatbestandes ab und beschul- digten die Sowjetregierung zugleich, daß die kommunistische 3ntemotronale Propaganda gegen die englische Regierung treibe. Die Inter- nationale sei jedoch eine von der Sowjet regierung unabhängige Organisation, der legale Par­teien verschiedener Länder, darunter Englands, angehörten.

Zur Annullierung deS englisch-russi­schen Vertrages erklärte Rykow, daß an diesem Vertrag nicht nur Rußland, sondern auch England interessiert sei. Die Sowjetregie­rung habe Macdonald große Zugeständnisse gemacht, so daß die Derantworrung für den Ab­bruch allein auf die enalische Regierung falle. Die gegenseitigen 3ntereffen forderten jedoch ge­bieterisch, den Zwischenfall zu liqui­dieren und zu normalen gegenseiti­gen Deziehungen zu gelangen.

lieber j»ie Beziehungen zu Frankreich erklärte Rylow, daß die Wiäterherstellung der diplomatischen Beziehungen Gelegenheit geben werde, die schwebenden Fragen zu regeln. Die Sowjetregierurrg gedenke nicht, von ihren revo­lutionären Prinzipien abzuweichen. Schließlich betonte Rykow, das Wachsen der l russischen Wirtschaftskraft würde da­hin führen, daß man Rußland von selbst Anleiher anbieten werde.

Die Sowjetregierung hat auf die beiden Roten Ehamberlains t n zweiRoten gcant-1 to o r t e t. Die erste spricht nur da- Bedauern über den Entschluß Englands au-, die Abmachun­gen nicht zu ratifizieren. Die -weite Rote schlägt vor, den Sinowjewbries zur Entscheidung über Echtheit oder Fälschung einem Schieds­gericht zu unterbreiten.

bigen der eisenverarbeitenden Indu­strie vorgesehen.

Der Stand der deutsch-englischen handelzverlragrverhandlungen.

'London, 28. Rov. ($11.) 3n dem bis­herigen Verlauf der deut sch-englischen Handels­vertragsverhandlungen hat England nicht nur I das Recht der meistbegünstigten Ration, sondern auch gewisse Garantien erhalten I wegen der Beschränkung der Ausfuhr nach England. Das hauptsächlichste Zugeständ­nis Englands ist, daß die britische Regr^ung ohne Verzögerung dem Parlament ein Gesetz unterbreiten soll, daß alle einschränken - I den Bestimmungen über die Deut- scheninEnglandaufhebt. Die Frage der 26p roz. Abgabe für eine Einfuhr aus Deutschland blieb noch unerledigt. Der deutsche Vorschlag geht dahin, daß das System der Einkassierung der Reparationsabgabe nun­mehr durch eine monatl iche Abrechn u n g zwischen beiden Regierungen erseht werden soll. Die deutsche Regierung soll der britischen Re­gierung eine Summe von Goldmark gttschrei- I ben, die der 26proz. Abgabe gleichkommt. Die Einwände gegen diesen Vor-schlag gehen dahin, daß er vollkommen gegen d i e Bestimmun­gen des Dawes-Berichtes und gegen die Absichten Gilberts sei, wie dieser auch in seinem Briese an die deutsche Regierung vom 14. Rovember zum Ausdruck gebracht hat.

Die ., Finanzial Times" erörtert das Für und Wider der , , , , .

Zulassung der deutschen Danken in England. Danach gehen die Ansichten in den Bankkreisen darüber auseinander, ob die Zulassung der Deut­schen wünschenswert sei. Die E r r ich tung brt- tischer Filialen in Deutschland werde zwar erwogen, sie stoße aber auf Schwierigkeiten infolge der enormen Kapitalsteuer und anderer Hindernisse. Einige große Danken seien durchaus damit zufrieden, daß ihre Geschäfte durch kon­tinentale Institute vermittelt tour- den. Eine Autorität, die sich selbst als deutsch­freundlich aus praktischen Erwägungen bezeichne, erklärte, die Wiedereröffnung deutscher Banken in London würde jetzt unzeitgemäß sein, u. a. deswegen, well die Deutschen mehr Kredite verlangten als England geben könne, und weil es deshalb nützlich wäre, wenn eine kon­trollierende 3 n st a n z vorhanden wäre. So­bald aber deutsche Banken in London eröffnet seien, würden die Deutschen ihre Vorschläge den Kapitalanlegern in London und anderen großen Zentren Englands unmittelbar unterbrei­ten und eine Kontrolle würde nicht länger mög*) [ich sein. Der Schiffahrtsmitarbeiter der ,Ti­mes" führt aus, die Zahl der deutschen Seeleute in der britischen Marine sei früher nicht erheblich gewesen. Sie habe 1913 noch nicht drei Prozent, nämlich noch nicht 5000 Mann betragen, also 1000 Mann weniger als während der letzten acht Monate von englischen Schiffen in den Häsen der Vereinigten Staaten von Bord gegangen seien. Andererseits werde mit dem Wiederaufbau der deutschen Han­delsmarine die Zahl der deutschen Passagere auf den englischen Schiffen immer mehr ab neh­men, so daß entsprechend weniger Anlaß bestehe, deutsche Stewards einzustellen.

Plutzoorschnst 20"..Ans­chlag. - Verantwortlich ürPolitik n. Feuilleton: )s.Frr«dr.Wilh Hange; ür den übrigen Test: Ernst Blumschein;für den Anzeigentest: Hans Beck, sämtlich in Gießen.

Der Kampf um die Dawesmilliarden.

In Paris sind die Finanzsachverständigen von Frankreich, England, Belgien, Italien und auch den Vereinigten Staaten zusammengetreten, um in rohen Umrissen einen VerteilungSplan der auf Grund des DaweSgutachlenS von Deutsch­land zu erztelenden Reparationsmilliarden aus­zuarbeiten. Die endgültigen Abmachungen sollen jedoch der auf einen späteren Termin sestzusehen- den Jinanzministerkonserenz Vorbehal­ten bleiben. Aber schon die Beratungen der Sach­verständigen, die sich übrigens außerordentlich schleppend hinziehen, haben ergeben, daß die Schwierigkeiten doch großer sind als man zuerst vermutete. Da zu den umstrittenen Fragen auch die Verteilung derRuhrauSbeute ge­hört, auf die F r a n k r e i ch und B e l g i e n ihren Anspruch geltend machen, sind jetzt schon die Mei­nungsverschiedenheiten so auSeinandergehend, daß man noch keine Möglichkeit einer vorläufi­gen Einigung über dielen Punkt erkennen kann.

Dadurch ist die Festsetzung emeS Auftei- lungSschlüssels für d.e DaweS-Milliarden wieder in grobe Feime gerückt. Diese Frage wird aber ebenfalls noch viel Kops'Erbrechen ver­ursachen. da die Vereinigten Staaten plötzlich ihre Ansprüche angemeldet haben. Sie stehen auf dem Standpunkt, daß s.e wegen ihrer Teilnahme am Kriege und Unterzeichnung deS W af s en still st andSverttu geS berechtigt sind, Ent­schädigung für die R h e i n l a n d-Be­ tz u n g durch amerikanische Truppen und für verlorenes persönliches ®igntium amerikanischer Staatsbürger zu fordern. Man darf w rklich ge­spannt se.n, welch m AuSgang ber (Streit um die ReparativnSmilliarden nehmen wird.

Amerika meldet seine Ansprüche an.

ParrS, 27. Rod. (.D. &") Dte erste wichtige Konferenz der wteraTIiterten Experten, ine sich tmt der Cßecteilung der Erträgnisse aut dem DaweS plan beschäfttgte, bat ge­stern stattgefunden Der amerikanische Vertreter, Oberst Logan, brachte im Ranren seiner Re­gierung die A nsprüche Amerikas aufs Ta­pet Cogan legte daS Hauptgewicht darauf, daß Amerrka, obwohl es den Vertrag von Versailles mcht unterzeichnet habe, doch am Kriege ter l- genommen habe und infolgedessen zu Ent­schädig u n g S f o r de ru n g e n berechtigt sei. Der Vertreter Frankreichs unterstützte die Ausführungen Logans, woraus sich Belgien ebenfalls anschloß und Italien erklärte, ine Anweisungen Mussolinis abwarten zu müssen, ob­wohl es ebenfalls im Prinzip einverstanden fei. Der englische Delegierte enthielt sich der Meinungsäußerung.

General von Nathnsins in Kassel.

Der General protestiert fingen die »Begnadigung" und fordert Aufhebung des Urteils.

Kassel, 23. Rov. (TU.) General v. Rathu- khusms ist gestern abenö in Kassel ein g e- troffen und wurde von bcui Oberpräst- denten Dr. Schwänder bewillkomm­net. Erne nach Tausenden zähle.rde Menschen­menge brachte dem General begeisterte Kund- gebungen. General von Rathuius bat den Kasse­ler Korrespondenten deS BerlinerLokalanz", ausdrücklich feststellen zu wollen, daß er nicht die Begnadigung angenommen habe. Er haBe einen scharfen Protest geaen de Degncte guno, mit tetn-.-r Unter chrift v^sehen fer­nem R. chtSb istand eingehä.rdigl und gebe en, daS Schriftstück Herrrot zu unterbreiten. <$r habe dargelegt, daß er unmöglich ferne Be- anadraung annehmen könne, ba_ er k ei n Schuldbekenntnis ablegen könne. Er be­stehe daranf. daß man ihm f et ne Ehre Wiedergabe und zwar dadurch, ^ man die­ses völlig ungerechte Urteil auf bebe. Er habe auch ein zweites Schrist'rück unterHerchnet. in dem er betont, daß er sofort Revision vor dem obersten Kriegsgerichtshof ^antragt habe und jeden Augenblick bereit fei, sich wieder vor den Schranken der franzosikchen ^itar- aerichte zu verantworten, weil er als aus.echter, deutscher Ehrenmann und alter Offizier jevcnjixig ixifür eintrete, daß er nichts begangen habe.

Der Reich§hau§hatt§entwurf für [925.

bine Richtigstellunq des Reichsfinanz' ' m nifteriums.

Bcrfin 27. Rov. (TU.) Das Reichsfinanz­ministerium teilt mit: 2nd-r heutigen Morgen­presse sind Rachrtchten über de.r dnn Rerchsrot zur Beratung vorliegenden Reichs Haushaltsent­wurf für 1925 verbreitet worden, die geeignet sind ein völlig ialsches Dilb»über drei Fi­nanzlage des Reiches zu geben. Es wrrch barm mitgeteUt, daß der Haushaltsentwurf der all- gemeinen Reichsftnanwerwaltung mit ernem Ileberschuß von über 2V» .M.tlrarden Reichs­mark abschließe. Jedem Kenner unserer Finanz­lage mußte sofort auffallen, daß es ft-v h^r nur um einen Ausschnitt aus dem GeAtthaus- halt handett, aus denr man ferne Rückschlüsse auf Gelamlbild des Haushattes zrehen kann.

Bier

Einem gewissen Teil der französischen Presse sind die geg nwärtig in PrriS vor slch gehend.n deutsch-französischen Wirtsch.rftsveri>andl.mgen ein Dorn im Auge, da sie jode Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland auf wirt- sch ftl.chern Gebiet bckämp en. um eine politische Beruh gung beider Volker zu verhindern. Be­sonders tut sich der »Temps" in dieser chauvi­nistischen deutschfeindlichen Hetzarbert hervor. Er blebt seinem alten Handwerk der Giftmischerei und Derchetzung treu, indem er scheinheilig die Reichsregierring ermahnt, die Wirtschaftsv rhand- lungen im Gerste wahrer Loyalität zu betreiben. DaS Blatt glaubt sich zu dem hierin versteckten Vorwurf der Illoyal.tat berechtigt, indem es die gerechte und in allen deutschen Vollstrecken zutage getretene Empörung über das Fehlurteil gegen General v Rath u- sius umzufilschen versucht in einen allgemeinen franzosenfeindlich n WutauSbruch der Deutscheir. Man habe den Endruck, so schreibt derTe nps", daß die Deutschen einer lange mühsam verhal­tenen Wut die Zügel schiesten Heien, wobei die Kreise der Opposition sich besonders hervortaten. Zugeständnisse der Verbündeten würden nur als Schwäche ausgel gt.

DerTemps" glaubt mit seinem Geschreibsel zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Er versucht die französischen Unterhändler zur Un- nachgiebigkeit und Illvyalität za bestimmen, und er glaubt, die Parteiuneinigkeit in Deutschland vergrößern zu können, indem er dieOpposition" gegen die Reichsregierung crus» spielt. Qlber auch andere Pariser Zeitungen haben versucht, den stetigen Verlauf der Wirtschafts­verhandlungen zu stören. Sie nahmen bie_ Tat­sache zu in Vorwand, daß die als Sachverständige für die Fragen der Schwerindustrie kurzfristtg ge­laßenen deutschen Vertreter nicht rechtzeitig in Paris eintrafen und daß das Der- handlungSProgramm vo"übergehend geändert werden mußte. In Woh hnt hatte man deutscher- feit« die deutschen Sachverständigen allzu kurz­fristig geladen, so daß sie gamichl recht­zeitig in Paris fein konnten. Der gute Wille der deutschen Unterhändler, die Verhandlungen zu beschleunigen, konnte sich nicht deutlicher auS- drücken ais in der überhasteten Ladung der Sachverständiaen. Aber die Pariser Presse stellt die Tatsachen auf den Kopf und Wirft den Deutschen Verschleppungsabsicht vor! Da die deutschen Sachverständigen inzwischen in Poris angelangt sind und die erste Vollsitzung der deutschen und französischen Unterhändler auf heute angcsetzt ist, so müssen die ft-anzösischen Hetzer freilich wieder einmal einsehen, daß Lügen kurze Deine haben.

Die Pariser Konferenz.

Paris, 28. Rov. (TU.) Gestern vormittag sind die Sachverständigen der deutschen Schwer­industrie mit den französischen zu einer Be­sprechung zusammengstreien. Wie von deutscher Sette mitgeteilt wird, ist man überden Ver­lauf sehr befriedigt. Heute kommen dte Herren wieder zusammen. Fritz Thyssen und der Direktor der Kruppwerke werden zu» gegen sein. Nachmittags 3 Uhr findet dann eine Vollsitzung der beiden Delegationen unter Hinzuziehung der schwrrindustriellen Sachverstän­digen statt. Für Samstag nachmittag 3 Uhr ist eine Sitzung der Delegation mit den Sachverstän-

Der Vorstand der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft.

Berlin, 28. Rov. (211.) Der Der- too ltungS rat der deutschen Reichsbahn-Ge­sellschaft hat auf Vorschlag des General­direktors über die endgültige Zusammen­setzung deS Vorstandes folgenden Beschluß ge­faßt: Außer dem Generaldirektor, dem früheren Reichsverkchrsminister Oefer, besteht der Vorstand aus folgenden Direkteren: 1. Vogt (Verkehrs- und Tarif-Mteilung, sowie Verwal­tungsstelle Preußen), 2- Kumbier (Detriebs- und Dauabteilung), 3. Dr. Anger (Maschinen- und technische Abteilung), 4. Jahn (Finanz- und Rechtsabteilung), 5. Hichler (Personal­abteilung), 6. Dr. Frank (Verwaltungsstelle Bayern).

Dollar-Kredite für die Deutsche Reichsbahn.

Berlin, 28. Rov. (TU.) Zwischen der Deutschen Reichs-bchnge ellschafl und einem unter Führung von Speyer & Co. stechenden Reu- yorker Dankenkonsortium sowie eirer unter Führung von Henry Schröder & Co. stehe -- ben Bunkengruppe ist ein Abkommen zustande aekommen, wonach die Banken ber Deutsch n Re.c^brchnges llschaft bis zum 31. 3anuar 1926 das Recht e.nräumen, cüten Kredit in Hohe von 15 OH Lionen Drllur, teiÜ in Dollar, teiis in Pfund Sterling, in Anspruch zu nehmen

Er. 281 Erster

Erscheint taglid), außer Soniu und Feiettago.

Beilagen:

GietzenerFanulienblLtter Heimat im Bild.

Monatr-bezuorpreir: 2 Goldmark u. 20 (Bolb­pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Ver­sag undGeschästsstelle 51. Anschrift für Drah'nach. richten »nzeiger-ietze».

pollschrckionlo: Frankfurt <l M. 11SM.

General-Anzeiger für Gberhessen

vrv« und Verlag- vrühl'sche UniversltSts-vuch. und Steinörudcrd H. £ange in Siehcn. Schristleitung und SeschästNtelle: Schnlskra^e 7.