Ausgabe 
28.6.1924
 
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Nr. (50 viertes Blatt

Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Samstag, 28. Zunl (924

Fragekasten.

Frage 32: Meine Ziege melkt Milch mti sehr wenig Blut untermischt. Wie kommt tkiS und wodurch ist dem Llebel abzuhelfen?

Antwort: Die Absonderung mit Blut ver­mischter Milch ist ein Zeichen einer Entzündung des Strichkanals oder des Euters. Die Ursache ist nicht genauer bekannt, vermutlich handelt es sich um eine Einwanderung von Bakterien durch die Strichöffnung. Wenn das Tier vorsichtig ge­molken und richtig gefüttert wird am bestell ist gutes Gras, so wird das Leiden bald vvrübergehen. Zweckmäßig ist es, morgens und abends etwa ein Viertelliter Leinsamenschleim ein­zugeben, und das Euter, vor allen Dingen die Striche, an jedem Abend mit etwas Kampfersalb« leicht einzureiben, und danach ein wenig zu mas« fieren.

Frage 33: Müssen die jungen Schößlinge der Himbeersträucher entfernt werden, oder läßt man sie jetzt schon stehen?

Antwort: Die jungen, aus dem Wurzelstock erscheinenden Triebe bilden die Tragruten für den nächjährigen Ertrag. Sie dürfen daher nicht ent­fernt werden. Da sie aber in dec Regel so zahl­reich sind das; sie sich gegenseitig beengen urrh unterdrücken, läßt man nur die stärksten sich ent­wickeln, denn je stärker diese werden, um so besser sind die Aussichten für die nächste Ernte.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Gießen. Sonntag, 29. Juni. 2. Sonntag n. Trin. Stadtkirche. 8: Zugleich Christen!, f. d. Reukonfirm a. d. Matthäusgem. Pfr. Mahr. 91/,: Pfr. Becker. 11: Kinderkirche für die Markusgem. Pfr. Becker. Iohannessirche. 8: Zugl. Christen!, f. d. Reu- konf. aus der Johannesgem. Pfarrafi. Hertel. 9'/,: Pfr. Bechto!sheimer. 11: Kinderkirche f. d. Lukas- gem. Pfr. Bechtolsheimer. 8: Bibelbefprechung im Johannesfaal. Pfr. Mahr. - Kirchberg. 10; 11: Christenlehre f. d. konfirm, männliche Jugend. l/?: Mainzlar. Wieseck. 8l/2: Christenlehre (beide Abteilungen). 9'/,.

Katholische Gemeinden.

Gießen. Samstag, 28. Juni. 4'/, u. 7 Beichte. Sonntag, d. 29. Juni. 3. Sonntag nach Pfingsten. 6V, Deichte. 1 Messe, 8 Kom., 9 Hochamt m. Pr., 11 Messe m. Pr., 21/, Christen!, u. And. m. Segen. Donnerstag, 3. Juli. 6 Segensamt, 41/? Beicht­gelegenheit, Freitag, den 4. Juli. 6 Segensamt. - Grünberg. Sonntag 9'/, Mefle in. Pred.

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Das beste Rad

VOr GesehAI* und Bert f VOr Spor>und Erholung

Landwirtschaft, Die Unkrautbekämpfung auf Wiesen und Weiden

kann nicht nach allgemein gültigen Rezepten oder nach der Act, wie sie sich hier und dort bewährt hat, durchgeführt werden. Meistens besteht der sicherste und kürzeste Weg, ein stark verunkrautetes Grünland zu verbessern, darin, daß man es um­bricht und neu wieder besät. Besonders solche Wie­sen und Weiden, die während des Krieges mit unzulänglichen Mitteln angelegt worden und oft völlig verunkrautet find, werden am besten um­gebrochen werden müssen, um des Llnkcautes Herr zu werden. Jedoch gibt es eine Reihe von Grün­landunkräutern, die sich nicht so leicht beseitigen lassen, wie beispielsweise Binsen, Ackerdistel, Ra­senschmiele, Schachtelhalm, Huflattich, Herbstzeit­lose, Klappertopf. Das zu ihrer Vernichtung emp­fohlene Jäten läßt sich meistens nur im Klein­betriebe durchführen oder bei spärlichem Auftreten der Llnkräuter. Zweckdienlich ist es, die Grünland­flächen von einem alten Manne von Zeit zu Zeit durchgehen zu lassen, der jede ergreifbare Llnkraut- pflanze ausrottet. Samenbildende Unkräuter wird man durch wiederholtes Abhauen an der Samen­bildung hindern. Dadurch können ein- und zwei­jährige Pflanzen, wie Klappertopf, Augentrost, weiche Trespe allein schon zum Verschwinden ge­bracht werden. Länger ausdauernde Unkräuter werden mittels der Sense öfters kurz gehalten, so daß sie schließlich von den Rutzpflanzen unterdrückt werden. Drennessel, Wiesenstorchschnabel und an­dere können durch reichliches Lleberstreuen mit Kai­nit oder Kalkstickstosf im Morgentau an sonnigen Tagen vernichtet werden. Die Angabe, daß Koch­salz auf den Schachtelhalm vernichtend wirke, hat sich als ein Irrtum erwiesen. Die Dodenreaktton spielt auch im Leben der Unkräuter eine Rolle; so gedeiht der Sauerampfer nicht nur auf sauren, sondern auch auf neutralen Böden, Hundsstrauh- gras und Drahtschmiele aber stets nur auf sau­ren Böden. Viele bekannte Unkräuter der Dauer­weiden, wie Wegerich, Löwenzahn, Ferkel­kraut, Schafgarbe, Gänseblümchen, kriechender Hahnenfuß, Gänsefingerkraut, werden am besten unterdrückt, wenn man die verunkrautete Weide­fläche einige Jahre als Wiese zur Heugewinnung benutzt, nachdem man den Boden verwundet und hochwüchsige Oberaräser reichlich eingebracht hat. Sollte hierdurch der Weißklee verschwinden, so muh er bei Wiederbenuhung der Fläche als Weide wieder angesät werden. Anderseits lassen sich viele Wiesenunkräuter, wie Bärenklau, Kälberkropf, Oeldistel, Huflattich, Pestwurz, Herbstzeitlose, durch intensives Deweiden der Fläche zugrunde richten; sie körmen eben den Tritt der Weidetiere auf dre Dauer nicht vertragen. Oft verbietet sich aber die Weidebenutzung, weil die Wiese den für Wieder­käuer, besonders Milchkühe, giftigen Duwok (Schachtelhalm) enthält und weil das andauernde Deweiden durch Pferde nicht zu empfehlen ist. Be­sonders wirken die hevdenweis aufgetriebenen Schafe und Ziegen nachteilig auf die Weiterent­wicklung der Unkräuter ein. Schafe haben zwar einen goldenen Fuß, aber auch ein giftiges Maul, sie verbeißen bei zu langem Verweilen den Rasen

Haus und Hof.

unerwünscht kurz und schaffen dadurch den Un­kräutern Eingang. Anderseits fressen die Ziegen manche Pflanzen, wie Löwenzahn, Butterblume. Wegwarte, Schafgarbe, die von den Rindern ge­mieden werden, und tragen daher zu deren Ein­schränkung bei.

Rationelle Iungviehauszucht mit Magermilch.

In derIllustrierten Landw. Ztg." wird die Frage aufgeworfen, ob man zur rationellen Jung­viehaufzucht nur süße oder auch dicksaure Mager­milch zur Mischung mit Vollmilch verwenden kann. Hierzu erllärt ein Sachverständiger auf diesem Gebiet, daß man in erster Linie darauf zu achten hat, daß man Magermilch bzw. die Mischung nur in einem f ü t 1 e r u ngs r e if en Zustand, also entweder ganz sauer oder ganz süß, verfüttern soll. Der halbsaure oder halbsüße Zu­stand ist unbedingt zu vermeiden. Sobald man mit der allmähligen Entziehung der Vollmilch durch Magermilch beginnt, d. h. also Vollmilch mit Magermilch vermischt, muh man sich dafür ent­scheiden, ob man überhaupt vollsühe oder dick- saure Mischung verfüttern will. Hierfür sind ver­schiedene Faktoren bestimmend. Hat man die un­bedingte Gewähr dafür, dah Magermilch und auch die Vollmilch stets vvllsüh sind, dann kann man während der ganzen Aufzuchtperiode bei der vollsüßen Derfütterungsweise bleiben. Hat man aber nicht immer die sichere Gewähr dafür, voll- süße, sondern vielleicht etwas angesäuerte Milch zu haben, dann wird man sich für die dicksaure Ber- fütterungsweise entschließen und wird auch hieran während der ganzen Aufzuchtperiode festhalten müssen. Der Rückgang von der dicksauren zur voll- süßen Fütterungsweise ist unbedingt zu vermeiden. Sollten die Tiere in dem Fall, dah man in den ersten Wochen verhältnismäßig früh zur dick­sauren Fütterung übergeht, zu Durchfall neigen, dann wird man die vollsüße Verfütterung noch vier bis fünf Tage fortsehen und mit der Ent­ziehung der Vollmilch durch Magermilch etwas langsamer vorgehen. Die gesundheitlichen Ver­hältnisse der Tiere verdienen natürlich eine ernste Beachtung. Ist man einmal zur dicksauren Fütte­rung übergegangen, so wird man zur Mischung mit Vollmilch nur dicksaure Magermilch ver­wenden. Den besten dicksauren Zustand der Magermilch erreicht man, wenn man der Mager­milch saure Milch, die man am Tage vorher zurückgestdllt hat, beimengt. Auf 10 Liter Mager- wilch wird man 1/2 bis 1 Liter faure Milch geben müssen. Die dicksaure Magermilch vom Vortage muh mit der aiuusäuernden Mager- bzw. auch Vollmllch unter kräftigem Rühren gut vermengt werden.

Die Sommerbehandlung des Weinstockes.

Wenn die Reben im Frühjahr richtig, d. h. über das Spalier gleichmäßig und dauerhaft an­geheftet waren, so hat man bis nach der Blüde, die in unserem Klima in diesem Jahre erst Ende

Juni, vielleicht soaar erst Anfang Juli eintritt, Ruhe. Dann aber heißt es die jungen Überhängen- den Triebe des Weinstvckes zurückzuschneiden und sv ans Spalier zu heften, dah Sonnenlicht und Luft zu allen Teilen des Stockes Zutritt haben. Das Einkürzen geschieht, in der Weise, daß überall da, wo es sich nicht um Reben Handelt, die man im nächsten Jahr« als Tvagreben haben will, die junge Rebe zwei bis drei Augen über der ober­sten Traube weggeschnitten wird. Tragreben fürs kommende Jahr werden überhaupt nicht oder nur wenig eingekürzt. Daß man hierzu nur die aller- kräfllgsten auswählt, ist selbstverständlich.

Das etwa drei bis vier Wochen später vor­zunehmendeGeizen" ist eine Arbeit, bei welcher alle die starken Rebcnztoeige entfernt werden, die nach dem Einkürzen sich bilden, und zwar sollte man sie nicht durchs einfaches Ausbrechen fort- nehmen tote es früher üblich toar, sondern man kürzt sie ebenfalls nur soweit ein, daß zwei Augen stehen bleiben. Bei der früheren Methode, dem Ausbrechen, trieben bei warmem und feuchtem Herbstwetter oftmals noch |b viele Augen aus, dah dadurch die Ernte für das nächste Jahr geschmä­lert wurde.

Besondere Aufmerksamkeit ist dem Weinstock da zu widmen, wo er leicht durch Mehltau unh Peronospora leidet. Gegen die erstere Krankheit ist wiederholtes Schwefeln durch Bestäuben mit Schwefelblüte, gegen die andere Bespritzen mit Kupferkalkbrühe anzuwenden, und zwar ist das wichtigste dabei, vor dem Auftreten der Krankheit. Ist das Hebel erst einmal da, dann ist es in der Regel bereits zu spät. Beide Mittel sind in Samenhandlungen und Drogen- geschäften käuflich. R.

Kurze Winke.

Einen reichen Rvsenflor für die Herbstmonate sichert man sich, wenn man nach der ersten Blüte die abgeblühten Zweige durch Abschneiden entfernt und wiederholt düngt, entweder durch flüssiges Düngen mit Jauche oder Äeberstreuen und Tlnterhacken von Dlumendünger (Wagners Gartendünger) oder was noch wirk­samer ist. durch Bedecken der Rosenbeete mit Torf ­dünger, der weder das Auge noch die Rase be­leidigt.' Mehltau, der sich an manchen Sorten nach kalten Rächten einzustellen pflegt, behandell man vorbeugend durch Bepudern mit Schwefelblüte, eine Arbeit, die nach jedem starken Regen zu wiederholen ist.

Das Sammeln der Gewürz-, Tee- und Heilkräuter sollte nur bei trocknem, sonni­gem Wetter am Nachmittag, nie kurz nadji einem Regen und niemals in feuchtem oder gar nassem Zustande geschehen. Bei Pflanzen, wo es sich um die Benützung des Krautes oder der Blätter han­delt, sammelt man kurz vor der Blüte, bei solchen, wo es auf die Blüten ankommt, wie bei der Linde, dem Holunder, der Kamille, da erntet man im ersten Stadium der Entwicklung. Wurzeln und Knollen gräbt man erst Im Herbst nach dem Ab- sterben der Blätter oder im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb. R.

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