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Mittwoch, 28. Mat 1924

Etetzener Anzeiger (General-Anzeiger silr Gberhessen)

Hl 125 Zweites Blatt

am

fester Grundlage mit sicherem und unbeirrbarem Pflichtbewusstsein seine persönliche Qlu'gabe zu eibilicn suchen, für beides kann er durchs ferne Wissenschaft die richtige Einstellung finden. Auf d.-n Grundlagen seiner Wissenschaft awbauend, gelangt er zu schöpferischer Erkenntnis und ge- minut er die Fäpigreil wegsichrrec Führung. Lis Rechtswissenschaft gibt ihm Len sicheren Zusam­menhang zwischen der beruflichen Arbeit eines jeden Tages und eine^ Welt- und Lebensan­schauung, in der er für «ein Denken und Wollen in allen Wirren und Stürmen der Zeit sicheren Grund zu finden vermag. Der Jurist muss eine Weltanschauung hoben und er muss sich in seiner täglichen Arbeit mit dieser im Zusammenhang fühlen. Sie zeigt ihm in der Idee des Rechts die Bahn ewigen Ausstiegs, sie fuhrt ihm für jede Stunde die Vervollkommnung auf allen Ge­bieten seiner Wirkungsmöglichk.rt als Ziel vor Augen: die Dervollkommtrung der eigenen Lei­stungsfähigkeit, der eigenen Zwecksehung und Die Vervollkommnung in der Gestaltung, des Zu­sammenlebens und Zusammenwiri ns der Rechts- gemeinschaft und ihrer ©lieber. Darin findet ec die Grundlage für die praktische Berufsarbeit, aber auch zugleich die Grundlage für seine Welt-

mel reckt.

Der leidgeprüfte Mensch, der die Prüfung bestand, kann nur dankbar zurückschauen auf den Weg, den er geführt ward. Denn die Prü­fung war eine Läuterung, fein Inneres ist rei­cher und reiner geworden. Er versteht Men­schen und Leben besser als zuvor, er lernt den -Blick vom Aeusseren, Vergänglichen auf das Wesentliche, Ewige richten, und um seinen künftigen Pfad blüht eine Blume, die er bis­her nicht recht beachtet hatte: die Liebe. Ihn segnete das Leid, und siehe, ihm mündet es in Lie Herrlichkeit.

Wer hart wird durch das Leiden, wer zer­bricht und untergeht, der hat die Prüfung nicht bestanden; an dem war das Leid um- fonst wie die Herrlichkeit. Denn nicht er­erbte Herrlichkeit verdient diesen Namen, nur erworbene, erkämpfte! Das Leben geht, ob wir uns sträuben oder nicht, nun einmal diesen Gang: erst beuge dich, gehorche, diene das Leid lehrt es dich und dann sei Herr! Un­erbittlich ist das Leben; als Gott, die Fülle des Lebens also, in Jesus Mensch ward, muhte auch er den Gesetzen, die er doch selbst gege­ben, gehorsam fein: darum war sein Leiden das bitterste darum war aber auch feine Himmelfahrt das Siegel wahrhaften Herren­tums, wahrhaften Gottums.

Und Deutschland? Und du, und ich?

Ja, wir stehen im Leiden. Ist's eine Prü­fung für uns, eine Läuterung, ein Weg in die Liebe? Oder wollen wir das Leid, das gewih nicht zufällig über uns kam, abwerfen wie eine lästige Fessel, um wieder frei zu sein? Frei sein ist noch nicht Herr sein; das Deutschland vor 1914 war frei, aber Herr war es nicht, denn es war gefangen im Hange zur Materie, es tanzte, trotz aller äußerenHerrlichkeit um die Götzen der Erwerbs- und Genußsucht, es verleugnete Gott und den echten deutschen Geist, den Geist der Väter, der Deutschland nach innen und außen groß gemacht hatte und von jedem Mode- und Zeitgeist unabhängig

Radfahren.

August Deibel vorn Giessener tRab*- fahr er-Verein 1885 e. V. beteiligte sich am Vergangenen Sonntag an dem Strassenrennen Rund um den Meissner" (133 Kilometer). Start und Ziel waren in Kassel. Bei der ersten grösseren Steigung nach 4 Kilometer übernahm Deibel die Führung und eilte dem Felde voraus. Wit einem Vorsprung von 20 Win. und in der sehr guten Fahrzeit von 4 Stunden 4 Win. er­reichte er als Sieger das Ziel.

Turnen, Sport und Spiel.

Der Verein für Bewegungs­spiele empfängt am Himmelfahrttage auf seinem Sportplatz (Trieb) die bekannte Ligamannschaft des F. E.Borussia"-Fulda zum Freundschafts­spiel. Das Vorspiel in Fulda endete 2:1 für Giessen; inzwijchea t>at sich aber Borussia durch die Gebrüder Enders und Ackermann i frü­her Würzburg FD.) im Sturm wesentlich ver­stärkt, während der hier wohlbekannte Spotts- mann Paulus (früher Giessen S. E. 1900) Las Fuldaer Tor hütet. Am letzten Sonntag tonnten Die Borussen gegen die gute süddeutsche Liga- mannschaft Union-Ni:d:rrad auf ircmDem Platze cm unentschiedenes Resultat (3:3) heraus holen, trotzdem fie mit Ersah für Toni Enders spielen mussten. Sie V. f. B.-Mannschaft unterliegt seit Wochen einem ernsthaften Training und tritt zum ersten Mal aus eigenem Platze mit dem hier wohl­bekannten Fcih Schnürte im ©türm an. Aus jeden Fall wird es einen heissen Kampf um den Sieg geben. Der Beginn des Spieles ist wegen der heissen Witterung auf 4 ällyc verlegt. (Sieh« Inserat.)

von Wolfenziel. Schloss Egg glich einer belagerten ^ai2iuf bem alten Burgwall blühten Flieder und Kastanien, und Lorenz sah seine Frau und Ens auf der Terrasse im Bergwind stehen und von der alten Zinne zu ihm herüberblicken Er winkte zu ihnen hinaus und freute sich, als sre seinen Gruss erwiderten .. _

Lenz stand auf dem Holzgerust der Tunnel­zimmerung und wartete auf den Mineningenroar und den Vater, um mit ihnen üb^r die Sicherung des Tunnelschachtes zu beraten. Der Eertendrua wuchs rascher als der Druck von oben und presste breite Schwammbänke aus dem Gebirge hervor, die die Karrmgleisc verschütteten und den Ab­lauf des Wassers hinderten.

Der Baumeister kam mit dem neuen Spreng- Ingenieur auf einer Draisine von Eggstet len hec. Er stand frei und sicher auf der eisernen Platt­form. Pometta, der Ingenieur, ein .blutjunger Tessiner mit seinen, drahtigen Gliedern und einem vornehmen Zug in den dunkeläugigen, vom Barl- mrfiug überschatteten Gesicht, blickte wie ein Knabe zu ihm aus. c ,r^

Der Baumeister war guter Laun?. Der frische Wagemut und die technische Gelch cklichkett de? Tessiners, der sich schon in Spanim und am Simpion hervorgetan halte, gefielen sein:m rauhen Sinn, und das hübsche Belicht und das sichere Auftreten des jungen Ingenieurs forderten seine Bewunderung heraus.

Der bohrt sich durch den Wolfenberg und wenn das ganze Gebirge wie Milchgrütze in der Schüssel schwimmt," sagte er lachend zu seinem Sohn, als sie vor Ort anEamcir

(Fortsettuna folgt)

Dom Sinn der deutschen Himmelfahrt.

Von Franz Lüdtke.

Mußte nicht Christus solches leiden und eingehen zu feiner Herrlichkeit?"

Leiden und Herrlichkeit! Zwei Be­griffe, scheinbar weltenfern voneinander; Ge­gensätze, unvereinbar! Ja, der Herrlichkeit mag unsere Sehnsucht gelten, denn Herrlichkeit ist Glanz und ist Lag und ist Freude und Stolz; Leiden aber ist der graue Abend und die dunkle, nicht endende Nacht um Leib und Seele: wer wollte nicht fliehen vor Lei­den und Leid?

Das Evangelium von der Himmelfahrt gibt uns die Antwort in einem einzigen Wört- lein:Mußte nicht Christus solches lei­den --?

Ja, er mußte. Denn ohne Leid ist keine Herrlichkeit, wie ohne Tod kein Leben und ohne Niederbruch keine Auferstehung. Diese unvereinbaren Gegensätze sind gegensätzlich nur in unserem Empfinden; organisch aber und biologisch gehören sie zusammen wie Anfang und Ende, wie Ursache und Wirkung. Ohne Leiden keine Himmelfahrt; Jesus mußte solches leiden!

Leidensscheu ist nur, wer den Sinn des Leidens nicht begreift. Wer aber weiß, daß wahrer Adel nur aus den tief gepflügten Furchen des Leides wächst, der wird sich beu­gen, wenn die Stürme und dunklen Stunden kommen, und er wird danken. Denn wohl spürt er wie der Daum den zupackenden Lebens­wind, doch er fühlt auch die eigene Kraft, die erst in Stürmen gedeiht und dann Geäst und Krone in seliger Freiheit zum sonnigen Him-

ist. Darum kam die Not, darum schlug uns das Leid, darum leiden wir und fragen in bitteren Stunden, ob wir in unserer Krankheit die Krise überwinden oder in Siechtum verfallen wer­den wie andere Völker vor uns.

Wir wollen das Leid nicht einfach fort­stoßen, weil's so unbequem ist; wir wollen uns auch nicht einreden, daß durch irgendeine äußere Einstellung, sei sie Welt- oder gar par­teipolitischer Art, das Leid in seiner Ursache beseitigt werden kann. Wir wollen es nicht lassen ehe es uns nicht segnet; ja, wir wol­len bewußt und in vollster Klarheit, uns beu­gend und zugleich uns emporkämpfend, das Leiden tragen!

Christus muhte solches leiden und ein­gehen zu seiner Herrlichkeit." Wenn einst der Tag erscheint, an dem der erste wie der letzte in Deutschland begreift, warum wir solches lei­den m ü s s e n, dann wird der Sinn der Him­melfahrt offenbar werden: nach Leid und Tod, durch Auferstehung und Verklärung, in He Herrlichkeit!

Der Jurist als Führer.

Dvn Dr. Fritz van CaIker, v. Professor der Rechte an der Universität München.')

Der Weg des deutschen Volkes führt heute am Abgrund entlang. Wird der Sturz m den Abgrund uns völlig zerfchmettern, steht das deut- che Volk am Ende seiner Geschichte oder gibt es noch eine Möglichkeit und Hoffnung, dass wir, aus Not und Gefahr uns rettend, wieder aar= leigen Mr Höhe? Wohin wir blicken, sehen wir Trümmer und Ruinen einstiger Macht und ein­stigen Glückes; undurchdringliches Dunkel liegt über dem Chaos; nirgends ein heller Schein der uns Ziel und Weg der Rettung erEeanen liesse.

Aper unter all den Ruinen und Trümmern ist eines doch bis heute wenigstens einem Teil unseres Volkes - erhalten gebhoben: bzr ©laitbe daran, dass unser Leben, das Leben unseres Volkes und eines jeden in ihm einen Sinn hat und die Sehnsucht, diesen Sinn zu verwirklichen. Unser Volk ist seinen Weg noch nicht zu Ende gegangen, der Sinn seines Lebens ist noch nicht erfüllt. Sv muss dem Sturz neuer Aufstieg folgen.

Wo ist der Führer, der grosse Führer, der unserem Voll Ziel und Weg dahin zu vxisen vermag? Von allen Seiten klingt laut und sehn­süchtig dieser Ruf nach dem Führer - aber noch ist niemand aus den Reihen getreten, Den ein qütiges Schicksal unserem Volk Mr Hilfe bestimmt. Wir warten, und versäumen viel Zeit in allzu untätigem Warten und vergeuden viel Kraft in unMlänglichem (Streben, in kleinlichem, kurzsich­tigem Kamps um den richtigen Weg. Besinnen wir uns doch, ob nicht, bis einst der grosse Füh­rer kommt, wenigstens eine Führung möglich ist. die nach tauglichem Plan die einzelnen Kräfte tn unserem Volk Msammenzufassen vermag so dass auf den unendlich vielen Einzelwegen, die unser Volk gehen muss, toegäinbige, gewissenhafte, mu- tiae und kraftvolle Organe dieser Führung als Unterführer in einheitlichem Zusammenwirken die Gefahren des Abgrundes M überwinden und den Weg Mm Aufstieg zu finden und zu zeigen vei> mögen Unser deutsches Volk hat wie kein anderes auf der Erde in seinem treuen, pflichteifrigen, disziplinierten Beamtentum solche Führung be­sessen Unser deutsches Beamtentum ist zwar durch den Absturz und seine Folgen in feiner einheitlichen Arbeit gestört, verwirrt und h^te noch gehemmt, aber der Organismus als solcher ist doch noch lebenskräftig, er wird wieder g^ fanden und seine Funktionen m alter Kraft und gleicher Tadellosigkeit wieder aufnehmen, wenn nur erst von innen und von aussen die notwen­digen Vorbedingungen dazu geschaffen sind. Dann wird der deutsche Beamte als kluger, weitblickender und tapferer Pionier der Staatsgesinnung unser Volk einer besseren Zukunft entgegenführen.

^ie Aufgabe, die zu allen Zeiten innerhalb des Beamtentums dem Iuristen zufällt, ist gross und verantwortungsvoll. Möge such der deutsche Iurist dieser Aufgabe auch m Zukunft bewusst anb fähig erweisen. Damit dies möglich, muh der Iurist mehr als jeder andere in unserem Volk sowohl die Gefahren wie auch die Auf­stiegsmöglichkeiten klar erkennen und dann auf

und erwartete den Besuch Vvonnens die wah­rend der schönen Zahreszeit auf Egg Hausen füllte. Er fühlte sich kräftiger als früher und der Baumeister wusste, dass er keinen treuem Munn aus diesen Posten stellen konnte als seinen Sohn. Und darauf kam es ihm an. denn der leitende Bergingenieur besah wohl grosse Sach­kenntnisse und eine unglaubliche Arbeitskraft und beriet den Baumeister und Lorenz Dantiger auf baä beste ab2t der Baumeister lud die Verant­wortung lieber auf seine eigenen Schultern und die Schultern seines Sohnes, als auf de eines Sremben. Am raschen Dau des Tunnels hing nicht nur die glückliche Vollendung des ganzen Werkes sondern auch das An; ehe.i des Namens Dantiger Es lagen noch zwei kleinere Durch­schläge sieben eiserne Drücken und ein steinernes Viadukt in den Bauplanen, bod> leine öieier Bauten beschäftigte Gottfried Dantiger so wie der Wolfenbergtunnel.

Die Dersuchsstollen waren wohl auf lose, nasse Zwischenschichten gestossen, aber dasschwim­mende Gebirge" schreckte die Bauleute nicht, da der Baumeister Berge von Holz und Eifentragem zur Auszimmerung der Hohlräume anchif>te, um jedem Druck des unruhigen Gesteins zu begegnen. Bantiger war auf alles gefasst, im Grunde ober völlig unbesorgt, und als der Richt st ollen mit zauberhaft', r Schnelligkeit oorgetrleben und nicht weniger Wasser angeschlagen wurde, als die Vor­aussage der Geologen berechnet hatte, war ihm zumute wie einem Ringer, der seinen Gegner überschätzt hat und nun um so ra.cher zu Enda kommen will- Er verzichtete auf die Abteufung eines grossen Schachtes in der Patzienke, um den Tunnel von oben her nach beiden Seiten auszu-

*) Die vorstehenden Ausführungen des be­kannten Münchener Skvafrechtslehrers find bem hier schon besprochenen im Verlage I- Bens­heimer, Mannheim, erschienenen Buche »Recht und Weltanschauung" entnommen.____________

brechen, und griff ihn von der Sohle an. Sie Arbeiten gediehen während ersten Jahres auf der offenen Strecke so schnell, dass Dantiger den milden Winter zur Fertigstellung der Strasse benützen konnte. Die Zeit flog.

Als es Frühling wurde, rückten neue Kräfte an um die Drücken und die Dergbauten auszu- sühren. Gottfried Dantiger hatte seine Lust da­ran, Scharen alter Leute anzuwerben, die schon mit' ihm gearbeitet hatten. . n

Einer war darunter, der hatte einst im Run- ser Steinbruch neben ihm Steine gehauen.

Er traf ihn in der Tunnelkantine und setzte sich M dem alten Pflasterhauer

Ein Glas auf guten Bruch" sagte der Bau­meister und schentte ein.

Aber der andere tränt mit trotzigem Ge­sicht, spie schlechten Tabak und erwiderte neidisch und verbittert: , nr x

3a, so geht's, wenn einer Gluck hat. Andere, müssen ihr Leben lang Blut schwitzen.

SXi stand Bantiger langsam auf und uxnf einen harten Blick auf den gekrümmten, gefchun- ^nen®[üd!ir®Iüd', Christen? Nein mich hab' ich ä^fjabt. Das ist alles."

Und er lieh ihn hocken unb ging. Um ihn fer brauste der grosse lebendige Lärm der Arbeit. Ueber ihm drohte der angeschnittene Bergrücken.

Der Baumeister. Lorenz und Ens lebten im Schatten dcs Wolfenbergs.

Im 3uni des zweiten Jahres begannen die aroben Gesteinbohrer sich von Nord und Sud liof iiis Gebirg zu fressen. Das Wolfental dröhnte vom dumpfen Hall der Sprengsch isse Die Förder- karren stürzten die ersten Schutttegel ins Moor

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anfdpuung.

So gerüflet tritt der Iurist hinaus in ö?n Kampf des Lebens: als leitender Staatsmann, als Verwaltungsbeamter, als Richter, als An­walt. Uebevall hat er Gelegenheit, im Kleinen oder im Grossen als Führer einzugreifen in . bie Lebensgestaltung des einzelnen oder des gan­zen Volkes. Freilich nicht als Kenner toter Rechtssähe allein vermag er die Aufgaben, Oie ihm als Führer obliegen, zu erfüllen. Dazu wird er nur dann geeignet, wenn er seine Wissenschaft richtig erfasst: nicht als blossen Wissensstoff, son­dern als Lebenssinn, als Kulturaufgabe, und wenn er vordringt zu dem Sinngehalt des Rechts. Alle Arbeit des Tages muh im Sinn des Der- vollkommnungsgedankens geleistet wercen.

Der Weg der Vervollkommnung kann in sei­nem Verlaus nach vorwärts nur auf wenige Schritte mit dem Verstand erkannt werden, und wer da meint, nur aus der Vernunft den rich­tigen Weg in die Zukunft theoretisch konstruieren zu können, wird gar bald erkennen, dass er nut seinem besten Streben auf Dürre Heide, in dunkle Abgründe oder in eine Sackgasse geraten ist. Der neue Gedanke und Damit der Hinweis auf neue politisch: Wege und neue Poli.ische Ziele wird wohl zumeist im Unbewussten geboren; tritt er als neues politisches Streben, vielleicht als neues politisches Schlagwort in Die Erscheinung, so güt es seinen Sinn zu erkennen und diesen Sinn be­wusst der Verwirklichung zuMführen. Da wird in seinem Wissen um die tatsächliche und rechtliche Gestaltung des Gemeinschaftslebens und um die möglichen Wege der Entwicklung Der als Jurist gebildete und erzogene Staatsmann vor allen anderen die Aufgabe haben, den Punkt zu finben, der nunmehr vielleicht zum Angelpunkt einer neuen Entwicklung werden kann. Die Fatzig- keit genialer Einfühlung und scharfer, juristisch gebildeter Verstand, intuitives Vorwär tsDr mgen und kühles, nüchternes Ueberdenken der Wirklich­keit müssen so zusammentreffen, um Führereigen-- f(haften zur Entstehung zu bringen unb an Stelle rein gefühlsmässiger Einstellung bewusst planvoll schöpferischer Gestaltung den Weg zu bahEi.

Der Iurist, der Die Erscheinungen des staat­lichen Geschehens als Aeusserungen des Lebens vor sich sieht, der sie klar und unbeirrt durch Affekte in ihrer Bedeutung und in ihrer Wir­kung erkennt, darf nicht tatenlos beiseite stehen, wenn der Zukunft des Vaterlandes schwerste Ge­fahren drohen. Der Iurist. der Führer sein will, mass um Die Linie der Entwicklung wissen. Heule hat bittere Erfahrung unserem Volt gezeigt, dass unser Weg nicht in klarer Harmonie mit Den Wünschen und dem Begehren der anderen Natio­nen verläuft; dass es also daraus ankommt, die Feste zu bauen, die uns vor dem äusseren Feind Schutz gewährt und gegenüber all dem wirren Getriebe das unser inneres Staatsleben erschüt­tert einen einheitlichen, festen Sammelpunkt zu bilden vermag. Diese Feste kann nur gegeben fein in Der unbedingten Hingabe aller Volks­genossen an unseren Staat, an unser Vaterland.. Und der Iurist wird als Führer in solchem Sinne wirken können und müssen! Nicht aufdringlich und mit tönenden Worten, sondern dadurch,, dass er für diesen Staat um Liebe wirbt, dass er einem jeden Volksgenossen, auch dem Gegner, die mütter­liche Heimat zeigt, die ihn geboren, d'.e in Not und Elend für ihn zu sorgen sich bemüht, mit ber innig verbunden jeder einzelne emen Teil der Vergangenheit, der ©egentoavt unb Der Zu- hinft bildet. Möge es dem deutschen Iuristen veschieden sein, als Führer unser Voll auf solchen &egen vorwärts, aufwärts zu geleiten ms Land unserer Kinder!

* Der dritten Wiederholung der 100-Kilometer-Acht erfahrtRund durchs mittlere Lahn ta l" von Wissmar aus war pin grosser Erfolg beschiessen. Von 60 ge­meldeten Fahrern traten beim Aufruf 48 zum .Start in W iss mar an, die um 7,15 Uhr auf Die 100 Km lange Reife geschickt wurden. August Deibel- Giessen und Emil K lei kam p- Wis­sen a. a. Sieg, welche als Favoriten in das Ren­nen gingen, rissen gleich auf der Steigung nach Krofdorf aus und enteilten Dem F-'ld, Kleikamp musste Dann Deibel infolge Reifenschadens ziehen lassen unD kam Dann auch noch durch Einschlagen eines falschen Weges aus dem kennen. Deibel beendete das Rennen nun unangefochten und siegte mit grossem Vorsprung. Nachstehend das Ergebnis: 1. August Deibel R.D. 1885 Giessen, 3 St 15 Min.; 2. Wilh. Wagner, R. V. Teu­tonia Krofdorf, 3 St. 24Min. 1 Sek.; 3 Karl R e u- ning R D. 1885 Giessen, 3 St. 28 Min. 30 £ef,, 4 Hemiich Kessle., R. D. 1885 Marourg, 3S*. 28Min 31 Sek.; 5. Karl Möller, R. V. 1887 Wetz­lar 3 St 28 Min. 32 Sek. ; 6. Wilh, Kornmann, R D. 04 Kirchhain, 3 St. 28 Min. 33 Sek.; 7. Aug. Vestweber. R V. 04 Kirchham, 3 St. 33 3Hui ; 8 Heinrich Dietz, Germania Giessen; 9. Emil Hess, R.D. 85 Giessen; 10. Willi Schardt, R. V. 85 Giessen. Senior!: 1. Hans Ester, Kirchhain; Se­nior 11:1 Ernst Unverzagt, Gie re r R. V. 85. Im ganzen beendeten 22 Fahrer innerhalb der Höchst­zeit das Rennen. Den Sonderpreis für den best.>y Wissmarei Fahrer errang Franz Pfeifer, der ein prächtiges Rennen fuhr, aber durchs T'efett zurückgewotten wurde und an 16. Stelle Sen wertvollen Sonderpreis für Den ersten Wrss- mor passierenden Fahrer errang Arg. Deibel Nachstehend noch Die Ergebnisse vom Preis-Korso- Reigen und Radball. Korso: Iugendgruppe: 1. Preis RV. Wetzlar, 11,26 Punkte, 2. Preis MV. 85 Giessen, 10,72 P., 3. Pr. R. V. Germania Gi^ ssen 10 48 P.; Gruppe li: 1. R. V. 1900 Wieseck, 1'1 15P 2. R. V. Fortuna Giessen, 11.10P.; Gruppe III: 1. R. V. 1885 Giessen, 12,04 P_ 2. R. V Wanderer Giessen, 11,54 P., 3. R. V. Germa­nia Giessen, 11,21V.; IV: 1. R. V. Wetzlar 1887, 1158P. 2. R.D. Weilburg, 10,75 P.; 6er Iu- gendreigen: l.Pr. R.D. 1885 Giessen, 12,1 P.. 2 Pr. R.D. Lollar, 12,05P.; 6er Schulreigsi: 1 Pr. R. D. 1885 Giessen. 8.69 P., 2. Pr. R. V. 1885 Giessen, 2. Mannschaft. 8,55 P., 3. Prr R. D. Weblai 8 52P ; 2er Radball: 1. Pr. R. D. Krof­dorf" 1'Mannschaft. 2. Pr. Germania Giessen, 3 Pr. R. V. 1885 Giessen.

Die Bantiger.

Roman von Hermann Stege mann.

U Sortfesung. Nachdruck »erboteiu)

2Ite aaf bem 'SotfeÄers d-r Schn« g-taut mar and Die wilden Bache ruhiger liefen, ging

Berarieael zu Leibe, den er tote, euren Feind hasste W&te Geologen Den breitgelagerten als gefährliches Gelände bezeichnet hatten.

^SimTUtuLre^g^beitet bitten,

Sohne die Leitung des Unternehnimis.^, b gerisstnr ^worden'.' Dev 2doDer1 ^er

»ÄÄ Mw fletötagen. als handert-

TÜnWfl Ä Kr Gemeinden Wolsenztel und Eaastetten die Der. Besitz als Bürgerasyl benutz- toV Der Baumeister erkannte, dass mächtige Dauwerk. das einst den Pass res Wolfenberg^s ^herrscht hatte, sich trefflich Mr UnterbriNZUng Ls Ingenieurstabes für den Tunnelbau eignere brt Den Insassen rasch entschlossen einen Kur aufenthalt im KurhausOb der Weid unD tote iS Schloss und den weitläufigen Schlosshif

A^bewohnte Zimmer des Ostflügels