SttrüdgeSen deS KvhlenVvbarfeS maßgebend. Diese Lieferungen betrugen im Jahre 1922, umgerechnct auf Steinkohle, 162 Millionen Sinnen; im (Zähre 1923 wurden nach französischen Angaben 62 Millionen Sonnen nach Frankreich unO- Belgien ab= transportiert. In der Kohleneinfuhr ist eine gewaltige Steigerung zu verzeichnen. Sie betrug (Koks, Braunkohle und Pres^kihle in Steinkohle umgerechnet) 28,4 Millionen Sinnen (14,4 Millionen Tonnen im Jahre 1922).
Frankreich erhielt nach seiner Austen- handelssiatisllk im Jahre 1923 nur 10 Prozent der Steinkohlen- und 48 Prozent der Kvksinenge des Vorjahres aus Deutschland, infolge der -auffteigenben Konjunktur hatte aber dre französische Wirtschast einen erhöhten Drennstosf- bedars. Diesen deckte Frankreich teilweise durch «ine Steigerung der heimischen Kohlengewinnung, die gegenüber dem Vorjahre um 20 Prozent zu- nahm. Diese Steigerung war insbesondere durch die fast völlige Wiederherstellung der Zechen in den zerstörten Gebieten möglich. Die Koks-- produktion stieg sogar auf fast das Doppelte (um 95 Prozent). Dor allem wurde aber die Stemkohlenzusuhr aus Großbritannien um 6,3 Millionen Tonnen vermehrt. Andererseits zeigt die französische Kohlenausfuhr ebenfalls eine Steigerung gegenüber dem Vorjahre.
(infolge des Ausfalles der Ruhrkohfe erfuhr der britische Kohlenbergbau einen bedeutenden Antrieb. Die Produktion wurde um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahre gesteigert und blieb nur noch um 4 Prozent hinter 1913 zurück. Aus die Ausfuhr entfielen im (Zähre 1923 37 Prozent der Produktion, gegenüber 33 Prozent im Jahre 1913. Don einer Mehrproduktion von 26,6 Millionen Tonnen nahm der inländische Absatz eine um 10,2 Millionen Tonnen, die Ausfuhr eine um 16,4 Millionen Tonnen gesteigerte Menge auf. Damit hat die Ausfuhr von Äohle und Koks nicht nur diejenige des Vorjahres, sondern auch die von 1913 überschritten, und zwar um 7,8 Millionen Tonnen.
3n Belgien überschritt die Produktion die Ergebnisse des Jahres 1922 um 0,5 Proz.
Eine merkliche Produkiionszunahme, vor allem auch gegenüber den Dorkriegsziffem, hat Holland zu verzeichnen (fast das Dreifache gegen 1913). Sie wurde durch den Ausbau des Limburger Reviers ermöglicht.
Für Polen liegt zum erstenmal ein vorläufiges Jahresergebnis für das vergröberte Gebiet vor. Fasst man auch für das ganze Jahr 1922 die Förderung Polens und Ost-Ober- schlesiens zusammen, so ergibt sich, dah sich im Jahre 1923 die Förderung um 5 Proz. gehoben hat. Ein vermehrter Ahsatz nach Deutschland fand im wesentlichen nur in den ersten Monaten statt, während die Abfatzziffern gegen Ende des Jahres stark heruntergingen.
In der Tschechoslowakei lag die Steinkehlensörderung trotz der mehrwöchigen Streiks um 17 Proz. über der des Vorjah^-es, aber um 18 Proz. unter den Vorkriegsergebnissen. Bedeutend ungünstiger sind die Prvduktionsziffern des tschechischen Braunkohlenbergbaues, dessen Absatzmöglichkeiten, insbesondere nach Deutsch- laich, sich stark verschlechtert haben.
Faßt man die europäischen Steinkohlen- Produzenten zusammen, so stellt sich nach den vorläufigen Ergebnissen heraus, dah der A u s - fallderRuhrprvduktivn durch die Mehrförderung der anderen Länder nicht ausgeglichen werden konnte.
In den Vereinigten Staaten von Amerika lag die Produktion des Kohlenbergbaues (Anthrazit und Bitumenkohle) um 41,5 Prozent über der des Strei Wahres 1922. ' Wenn auch die Rekrdzifsern der Jahre 1917, 1918 und 1920 nicht wieder erreicht touiben, so wurde doch die Vorkriegsförderung um F4 Prvz. überschritten. Die Me^produktion wurde vor allem von dem inländischen Konsum ausgenommen, wenn sich auch die Ausfuhr merklich gehoben hat. Don der Ausfuhr entfielen im Jahre 1923 nach den vorläufigen Ergebnissen 10 Proz. Kohle und 29 Prvz. Koks auf Europa.
*
* Rur noch oalorifierte Kredite nken. Die Stempelvereinigung Berlin macht bekannt, daß sie in -Uebereinstimmung mit sämtlichen Bankvereinigungen Deutschlands jed n in Anspruch genommenen Papiermark- oder Rentenmark-Dorschuh unter Zugrundelegung des leweiligen amtlichen Berliner Mittelkurses für Auszahlung Reuhvrk, entsprechend dem Vorgehen der Reichsbank, nur noch wertgesichert behandelt. Der Kreditnehmer hat demgemäh neben den üblichen Zinsen und Provisionen die etwaige Geld- entoertung zu zahlen, mindestens jedoch die entliehene Kreditsumme. Bisher war es üblich, zwi- schen valorisierten und umxüorifierten Krediten ju unterscheiden, was sich besonders in den Zinssätzen ausprägte. Die aus der Gewährung un- valonsierter Kredite für die Währung möglicherweise entstehende Gefahr wird nunmehr vermieten.
Deutsch-Oberschlesische Steinkohlen forderung betrug laut „3n=
MDKWWsWii.
Ein Roman aus dem 21. Jahrhundert von HanS Dominik.
58. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
Wellington Fox streckte beide Hände in das stärker fallende Rah. Dann vollführte er einen Luftsprung, der dem alten Kaschgarier Witthusen ein Lächeln entlockte.
„Hat Ihnen der Wüstenbrand fo zugesetzt, daß der kühle Regen Sie zu solchen Freudensprüngen veranlaßt?"
Wellnrgton Fox konnte nicht sofort antworten, weil er durch einen neuen Freudentanz vollkommen in Anspruch genommen war.
„Hurra!... Bravo!" rief er abwechselnd ein ums andere Mal.
„Der Regen..sagte er endlich, erschöpft stehen bleibend. „. . . Mann . . . Witthusen! . . Wissen Sie auch, wo der Regen her kommt 7"
Witthusen blickte ihn stumm fragend an.
.Don Jsenbrandt kommt er!... Jsenbrandts Werk ist das!"
„Ich verstehe Sie nicht, Herr Fox."
.,... Lind ich möchte Ihnen vorläufig nicht mehr sagen... Rur das eine noch, Jsenbrandt ist auf unserer Spur!"
Stärker rauschte der Regen jetzt hinab. Ein starker strähniger Landregen, wie ihn die Wüste hier seit Menschengedenken kaum gesehen hatte. Er zwang die Männer, das schützende Dach aufzusuchen.
Wellington Fox trat als erster inS Haus.
Maria Witthusen lag auf einem dürftigen Ruhebett. Ihre Gefangennahme... der mitzglückle
bufh terra rter" in der Zeit tum 10. bis zum 16. März 239 879 Tonnen (Vorwoche 231 797 Sonnen). Die arbeitstägliche Förderung stellte sich auf 39 080 Tonnen (38 633 Sonnen). 3n Deutsch-Oberschlesien verblieben 101351 Tonnen (98131). Rach dem Auslaiide und zwar nach Polnisch-Oberschlesien gingen 1 072 Tonnen (2 357). Der Kohlenbestand betrug am Ende der Verichts- wcche 113 251 Tonnen (108 850). Der Koks- bestand stellte sich auf 31 758 Tonnen (30 540). Die angeforüerlen 18 894 Wagen (18 763), das sind arbeitstäglich 3 149 (3 127), wurden gestellt.
* A. E. G. und Otto Wolff in Anatolien. Die beiden Firmen sind dem Vernehmen nach im Begriff, in der Türkei eine gemeinsame eigene Absatzorganisalion für ihre Produkte einzuleiten.
• Frankfurter Deckehcs-Kredlt- A. - G. Unter diesem Rainen wurde eine n.'ue Firma ins Handelsregifier eingetragen. Vorstand der Gesellschaft ist Rechtsanwalt Hubert Keil in Elberfeld. Den ersten Aufsichtsrat bilden Staatsminister a. D. Otto Fischbeck in Berlin, Bankier Eugen Bandel in Barmen, Dank- direktor Siegmund Hirsch in Frankfurt a. M. Die Firma ist ein Tochter-instiiut der Deutschen Derlehrs-Kvedit-Bank A.°G., Berlin, und hat mit der Reichsbahn einen Vertrag abgeschlossen, wonach sie in der Lage ist, ihren Kunden im Eisenbahn-Di re ktionsbezirk Frankfurt a M. an Stelle der Bahnstundung tn vereinfachter Act und Weise Frachtstundungs-Kredite za gewähren.
*
Frankfurter Dorfe.
Frankfurt a. M., 27. März. Tendenz: Leichter. — Die Belebung und Defestigang der Effektenmärkte konnte heute nur vereinzelt weitere Fortschritte machen. Da ausländische Kaufordres Vorlagen und auch die Schwerindastrie wieder regeres Interesse an der Börse zeigte, cvaren Jnbustriepapiere gut gehalten. Auf die Rei- bildung des französischen Kabinetts durch Poin- car6 wurde die Spekulation zurückhaltend. Das Hauptinteresse konzentrierte sich zunächst auf Chemieaktien, von denen, allerdings zu den gestrigen amtlichen Rotjerungen, Anilinwette besonders lebhaft gehandelt wurden. Zu größeren Um- ätzen kam es in '21. E. G., Lahmeyer plus 1 Dill. Mainkrast begehrt. Fester lagen Montanaktren wobei die Spekulation Phönik und Rhmnstahl mehr bevorzugte. Oberfchlefische Aktien lagen ruhiger, nur Caro hatte festere Tendenz. Am Dant'aklienmarkt fanden Deutsche Dank, Diskonto- Gesellschast und einzelne Metallbanken regere Beachtung. Rrrddeutscher Lloyd blieben stark begehrt Hapag ebenfalls fest. Von den Aktien der Maschinenfabriken trat gröberes Interesse für Dalmler hervor, auch Karlsruher und Kraus) Lokomotiven höher. Adlerwrrke wurden anfänglich höher begehrt. Sonst sind bei zunehmender Rachsr-age zu erwähnen Jul. Sichel, Miag, Dyckerhoff und Tellus Bergbau Zellst affaklien konnten sich behaupten. Aks fest fand noch Zuckerwerte zu erwähnen 5 Proz Äeichsanlmhe mit 96,5 Milliarden eröffneten lebhafter. Tür.enwecte behauptet. Der Foeiveckahr lag in Ueberein- flimmung mit der Gesamltendenz ruhiger. Decker Stahl 97/8 bis 9Ä/8, Decker Kohle 9,5, Api 7,25, bis 7, Deutsche Petroleum 18, Deiiz 4.5, Drown Doweri 2,8, Growag 0,325 bis 0 300, ilnter- fventen 0,650, # ügershall 9.Ä Ufo 8, Hansa Lloyd 1,7, Mez Söhne 4,75, ^«Par-
zellan 2,75.
Derllner Dorfe.
Derlin, 27. März. Die gestern zum Schluß überraschend eingetretene scharfe Aufwärtsbewegung reizte die Spekulation zu Gewinnsicherungen, zumal im allgemeinen die Auffassung bestand, dah von der französischen Ministerkrise eine Erleichterung unserer außenpolitischen Lage nicht zu erwarten fei. Da aber bei den Danken von auswärts noch Kaufaufträge Vorlagen, schufen diese den Realisierungsbestrebungen gegenüber einen gewissen Ausgleich, und die Kurse konnten sich bei der ersten amtlichen Feststellung ziemlich behaupten. Die Veränderungen nach oben und unten hielten sich meist in den Grenzen eines Dillionen- Prvzentes und überschritten dieses Mah nur bei einigen schweren Montanvapieren, wie Essener Steinkohlen und Riebeck Montan, die 2'/« bzw. Vli Billionen Prozent verloren, wobei aber zu bemerken ist, daß im Gegensatz hierzu Köln-Reu- effener und Klöcknerwerke um P/2 Billionen Prozent hoher einsehten. 3m Verlaufe hielt die Abgabelust an, während sich die Aufnahmefähigkeit verminderte, so daß sich als Folge ein langsames Abbröckeln ergab; doch hielten sich die Abschwächungen in bescheidenen Grenzen. DerDer- kehr trug das Gepräge der Zurückhaltung und Lustlosigkeit, vereinzelt machten sich auch später Zeichen einer leichten Erholung bemerkbar, so besonders auf dem Markte der Chemischen Werte, wo Oberschlesische Kvkswerke sich noch über den gestrigen amtlichen wchlußkurs stellten. Auch Pe° troleumwerte gewannen eine ziemlich gute Halsung. — Am Devisenmarkt ist keine Aenderung in der Geschäftslage eingetreten.
nr,ITiniii|,M|nl, m । r TjMmiumjjmm—jw Desreiungsversuch.. . der entsetzliche Aufenthalt hier unter den glühenden Strahlen der Wüsten- sonne... das alles hatte ihre Widerstandskraft untergraben. Stund, n vollkomme^ier Apathie wechselten mit Ausbrüchen der Verzweiflung.
-Es regnet, Fräulein Maria! Fuhlen Sie die wunderbare Frische, die ins Zimmer dringt?" Einen Augenblick schien Maria Feodorowna aus ihrer Apathie zu erwachen.
„Ja!... Es regnet?“
Sie wandte den Kopf und horte das Rauschen des immer starker werdenden Regens.
^Es regnet... ja... es regnet."
, f. D?nn sank sie teiger in ihre alte Teilnahm- lofigfeit zurück. Fv^ übrrlegte einen Augenblick, <clC fvob? Aich richt beibringen könne.
Er fürchtete, daß ein allzu jäher Umschwung der Empfindungen ihr Gefahr bringen konnte
Die Heine kirgisische Dienerin Marias huschte an ihm vorbei und beugte sich zu ihr.
„Ein gutes Mittel für die kranke Herrin! Ein Mittel gegen die Kopfschmerzen. Ein durchziehender sortischer Händler gab es mir . . . Ss wird der Herrin helfen. Er sagte, es muß so gebraucht werden, wie es dabei geschrieben steht." Mit einer müden Handbewegung wehrte Maria die Dienerin ab.
Bei der Remrung des sartischen Händlers hatte Wellington Fox aufgehorcht. sch'jtr an die Ruhestätte heran und nahm der Kirgist t das Päckchen aus ler Hand.
„Geh' Deine Herrin ist müde. Ich werde es ihr später geben'"
Kaum hatte die Dienerin den Raum verbissen, so zerrll; er mit fieberhaften Händen die ^lmhüllung. Eine Tube von der ihm so gut bc=
Börsenkurse.
(Ohne Gewähr.)
3n Simonen Prozent
Frankfurt a M.
Berlin
Schlutz. Kurs
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Schluß . fiitr»
Datum:
76.3,
27.3.
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Devisenmarkt Derlia—Frankfurt a. M.
(In Billionen Mark auSgednickt. VuenoS-«irr», London. Neu- Dorf, Japan. Rio de Janeiro für eine Einheit. Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alleS übrige für 100 Einheiten.)
Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.)
flmft.-’Ttott Brss-.AnM). C Kristiania. Kopenhagen Stockholm . HelstngforZ Italien. . London . . Reuhork . . Pari« . .. . Schivetz . - Spanien . . Wien tn D-- Oest.adgeit Prag. , Budapest. Buen.-AirrS Bulgarteu Japan .. Mio tx Jan Belgrad . Listabon . -
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Amtliche ‘Jjotierung nri«f
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Banknoten.
(Ohne Gewähr.)
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Deutsch.Oesterreich, 1 100 Kronen nmerikantsche Noien . ......
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Ungarische Noten.........
Hchechoslowakifche Note».....
Norwegische Noten ........
Rumänische Noten.........
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Markte,
Derliner Produktenmarkt.
Berlin, 27. März. Die Preisbewegung am Produktenmarkt hielt sich bei unveränderter Geschäftslage in engen Grenzen Weizen wurde wenig gehandelt, weil einerseits geringes Angebot vorliegt und andererseits der Druck, der von der Konkurrenz des amerikanischen MehleS ausgeht, die Händler zur Zurückhaltung veranlaßt. 3m Roggengeschäft zeigte sich einiger Deckungsbegehr. Bon Gerste war gute Ware gesucht und eher fester. Hafer wurde auf Abladung von Derlin begehrt. Kleie und Futterartikel behaupteten ihren Preisstand. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, mark. 166 bis 171, Mecklenburg. 168 (leicht befestigt), Roggen, märt. 133 bis 137, Braugerste 163 bis 185 (stetig), Futtergerste 148 bis 158 (stetig), Hafer, mark. 114 bis 122 (stetig), Raps 300 bis 310 (stetig), Leinsaat 410 bis 415 (stetig); für je 100 Kilo: Weizenmehl 24,50 bis 26,50 (stetig), Roggenmehl 20,50 bis 23 (stetig), Weizenkleie 10,60 bis 10,80 (stetig), Roggenkleie 8 bis 8,20 (stetig), Diktoriaerbsen 26 bis 27, Heine Erbsen 16 bis 17, Futtererbsen 13,50 bis 14. Peluschken 12 bis 13, Ackerbohnen.. 16 bis 17, Wicken 14 bis 14,50, Lupinen, blau 12,50 bis 13, Sera della, alt 15,50 bis 16,50, neu 13,50 bis 15, Rapskuchen 11,50 bis 11,60, Leinkuchen 22 bis 23, Trockenschnitzel 9 bis 9,10 Mark.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 27. März. Es notierten je 100 Kilogramm: Weizen (Wetterau) 17,50 bis 18, Roggen 15,75 bis 16, Sommergerste (für Drau- zwecke) 19 bis 19,75, Hafer (inländisch) 15,25 bis 15 75 Hafer (ausländisch) —, Weizenmehl (sudd. Spezial 0) 27 bis 27,75, Roggenmehl 23 vis 23 75, Weizen- und Roggenkl^e 9,25 bis 10,25, Mais (gelb) 19,25 bis 20. Tendenz: ruhig.
Büchertisch.
— Raabe, Schneeschuh-, Bob- und Rodelphantasien mit 12 Bildern von M. Fritzsche (Donavoluntas Verlag, Kmtmmhübel. Mk. 1.50). Gin lustiges und interessantes Büchlein für jeden Freund bed Schneesports, ffott geschrieben mit inniger Liebe zu Sport und Ratur, gleich witzig illustriert. Die besondere Reigung des Verfassers gehört dem getreuen Begleiter des Sportlers, den Geräten, für deren pflegliche Behandlung er mit viel Witz und glercher Wärme eintritt.
— Geschichten aus der Geschichte nennt sich eine grobangefegte Sammlung von Erzählungen historischen Inhalts, die Julius R. H a a r h a u s unter Mitwirkung bekanntester Meister der historischen Rovelle im Deutschen Verlag, G. m. b. H tn Leipzig, herausgibt. Die Sammlung kommt einem starken Bedürfnis entgegen. daS das wachsende Interesse an historichsm Stoff an den wenigen, auch heute noch lesbaren historischen Romanen kaum zu befriedigen vermag. Ra men wie Westkirch, Beyer lein, Rosegger, Brachvogel. Schir-skauer, Land, Dove bürgen dafür, dah hier starke literarische Kräfte am Werk sind, dem gerade jetzt nach dem furchtbaren Geschehen des Weltkrieges doppelt nach Verstehen historischer Zusammenhänge suchenden deutschen Volk tn edelster, künstlerischer Form, fpcmmend erzählt, wirkliche Geschichte zu bieten. Die Vielen, Denen jedes dickleibige Geschichtswerk unüberwindliches Grauen ehvflößt, werden gerne zu den schmucken kleinen gelben Bändchen greifen, um aus ihnen älnterhallung und Belehrung zu schövfen.
— ©lernen toa n bei u n o Wel t- geschehen von 1924 bis 1927, Astrolvgre und Politik. Ein Zwiegespräch über die zur Zeit uv Vordergrund des Interesses stehenden Persönllch- feiten von G. Ebertm und L. Hoffmann (Ges. für Bildung-- und Lebensreform m. b. H., Kempten t Allg.).
— Eden. Roman von Heinrich S ch 5 f \ (GngelhornS Romanbiblwthck). Ein junger Münchener Künstler findet auf feiner vberbahecischen Serienreife auf dem Gute eines alten Sonderlings einen wahren Garten Eden, in dem er im Umgang mit dem schonen Pflegekind des Alten em seltenes Glück künstlerischen Schaffens genlefat, ba£ er selbst kurzsichtig zerstört.
— Robert Faesi. Der König von 61 e. P4lagoe (Haessel, Leipzig, br. 1,50.) Ein arbenprächtiges Bild des vorrevolutionären Frankreich entrollt der Schweizer Dichter mit starkem Sinn für Konzentration und dramatische Gestaltung.
— /Ricarda Huch: Fra Celeste. (Haestel, Leipzig, br. 1,50.) Die reife Kunst einer groben Dichterin hat hier die Geschichte eine» Senies, das Ringen eines großen Menschen gefaltet.
. wird entstellt d. hühlich verfärbte Zähne, übler Mundgeruch wirkt ab- stohend. Beide Übel werden sofort in voll
kommen unschädlicher Weise beseitigt durch die bewährte Zahnpaste Chlorodont, wirksam unterstützt durch C'lilorodont - Mundwasser. Überall zu haben.
Ihr Mund — IIM—
kannten Form fiel ihm in die Hand. Mit schnellen Griffen löste er den Zettel, der sie umhüllte.
„An Wellington Fox oder die, die eS bekommen! Heute nachmittag um 5 Ühr 30 Min. müfjt ihr den Inhalt der Tube in ein Wasser- gefäf. in eurem Zimmer schütten."
Schon wollte Wellington Fox seiner Freude in neuen Sprüngen Lust machen, als fein Blick auf Maria fiel. Hallo, alter Rofl Richt zu stürmisch. Dring es ihr langfamTbei.
„Ein vorzügliches Rezept!... Ein brillantes Rezept!"
„Was ist's?"
Der alte Witthusen war zu ihnen getreten und lieh sich auf dem Rande von Marias Lager nieder. Gr ergriff ihre Hande und streichelte sie leise.
„Was ist Vater? Du schaust so froh?'.
„Sprechen Sie weiter, Herr Fox... Sie werden es besser sagen können. Ich... ich... kann nur ahnen... die frohe Botschaft... die Sie sagen werden."
„Also, Fräulein Maria!... Hier ist das beste Wittel gegen Ihre Kopfschmerzen, das es in der Well gibt."
„Sie kennen das Mittel?"
„Jawohl!... Ganz genau, Fräulein Maria ... Es wird hergestellt und vertrieben... von meinem Freunde Georg Jsenbrandt!"
Maria erhob sich halb von ihrem Lager. Ihre Augen wanderten zwischen Fox und ihrem Vater hin und her.
„Von Jsenbrandt? ... Was ist'-", drängte sie. .Sagen Sie es, Herr Fox!... Was schickt uns Georg Isenbvandt?"
Fcx lächelte spUMibisch
„Das Mittel, um Sie von Ihren Kopfschmerzen und... uns aus der Gefangenschaft zu befreien ... Er selbst ist gekommen."
Mit einem Ruck erhob sich Maria Feodo- rvwna vollständig von ihrem Lager.
„Er ist gekommen?... Georg Jsenbrandt ist 6a?" Alle Müdigkeit... alle Erschlaffung war vcn ihr gewichen. Sie eilte zur Tür. Ihre Augen suchten forschend durch das fahle Grau. Mtt gierigen Atemzügen zog sie die frische Kühle in ihre Brust ein.
„Sein Bote!... Der Regen!" sagte Witthusen.
„Wann kommt er selbst?"
Ein freudiger Glanz lag in ihren Augen Ein leichtes Rot bedeckte die blassen Wangen.
„Bald, Kindl... Bald kommt er und bringt uns Freiheit."
®in Zittern ging durch Marias Gestalt. Witthusen nahm sie in feinen Arm und führte sie zu ihrem Lager zurück
„Zuviel des Guten! Mut, Kind!... Mut!" Wolkenbruchartig strömte jetzt der Regen herab. Schon bildete der ganze Hof eine einzige Lache. Immer düsterer, fetzt nicht mehr grau, sondern fast schwarz, ballten sich massige Wolken und goffen den schweren Sturzregen auf das Land.
„O Gott, was für ein iliitoetter!"
„Ein Untoetter, das uns die Rettung... die Freiheit bringt."
„... Kann ein Mensch Sturm und Wetter senden, wie er will? Wind und Wetter schicken? ... Erinnern Sie sich, Herr Fox. Wir sprachen auf der Fahrt von Orenburg nach Ferghana darüber. Es war der Punkt, an dem die Künste Ihres Freundes versagten."
(Fortsetzung folgt.)


