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llr. 228 Drittes Blatt

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Vie Zukunft der Luftschiffahrt. Dr. Eckeners Gedanken und Pläne.

Don unserem Friedrichshafener Mitarbeiter.

Zur Stunde, da diese Zeilen geschrieben Perden am Vorabend ber Deutfchlandfahrt, tft das Schicksal des Z. R. III noch ungewih, und euch die Amerrkai erse liegt noch m der Zuk inft Schoß. Gleichwohl können mir über bie letzten Pläne Dr. Eckeners neue Angaben machen Ur- spninglich war die Rerse nach Amerika, soweit europäischer Boden zu überfliegen ist, über Frankreich gedacht. Niemand könnte daran Anstotz nahmen, toain das Luftschiff bereits amert- hmisches Eigentum ist unb bas Sternenbanner führt. Aber Z. R. Hl soll erst drüben von Ler Washingtoner Regierung abgenommen wer­den. Es ist also besser-, sich' den französischen ?)rötesten nicht auszusetzen, trenn das Lufl- Hifs seine Ozeansahrt noch als deutsches Eigen­tum antritl Es wird deshalb, wie jetzt auf der Deutsch la nds a hrt, zunächst noch einmal Deutschland durchqueren, bei Hamburg die Nordsee überfliegen und dann an der Süd- "üste Englands und I r l a n ds vorbei nach Schottland kommen, um von dort den Deg über den Ozean anzutretsn. Der Luftkreuzer lird dabei ungefähr dieselbe Route verfolgen, hie vor einigen Fahren das englische Starr- lrftschifs bei seiner Fahrt nach 2bnerika eingr- halten hat, das heiht, Neu - Fundland wird massiert und hierauf direkter Kurs nach dem amerikanischen Flughafen Lakohurst, südöst- lich von Neuyork genommen. Das ist aber nur die Route in groben Zügen. 3m einzelnen richtet ich der KurS nach der atmosphärischen Lage. §enSturmzentren", die sich auf dem D\can so häufig und plötzlich bilden, will man <wf Grund der Witterungsberichte aasweichen. >-e von meteorologischen Stationen und Schiffen aus drahtlos gegeben tocrbai. Das f u n ken - i elegrap hische Peilshstem, das die Orientierung über Oonb bei bewölktem Himmel so lehr erleichtert, ist auf dem Ozean nicht durch­führbar. Dort treten die alten seemännischen Mittel K ompah und Sternenhimmel rn Ötrfltimfcit Fodens alls lätzt sich Z. R. Hl auf i<m Meere von Seeschiffen schon deshalb nicht l«gleiten, weil dies bei feiner ungeheuren ©igen- oeschvLindigkcit ein hoffnungsloser Versuch wäre, 'van denke nur: Die StreÄe, die die schnellsten verschiffe in 5 bis 10 Tagen überwunden, durch- 1 tep.t Z. R. III bei günstigem Rückenwind in 40 btt 50 Sttrnden, bei G«renwind in 80, aller- höchstens 100 Stunden, also im ganzen in 2 bis höchstens 4 Tagen.

Das ist es eben, was die Zukunftshoffnangen bei' Grvtzlustschifsahrt so berauschend macht and .agleich auch so gesichert erscheinen läht. Das leine Flugzeug ist das ideale Schnellver- 'cHrSmittel für verhältnisarählg kurze Gntfer- nungen. Für die grö Heren Entfernungen von Weltteil zu Weltteil und über Wrltterke htn fehlte bisher bte entsprechende Verbindung, oie uns das Flugzeug auch in feiner neuesten Vervollkommnung nicht bieten kann. Für solche lierkehrslinien ist einzig und allein das Groh­ns t s ch i f s, und 'zwar das Starrl aftschiff tt gegebene Werkzeug. Zahlreiche, mit Rüchtern- !>il und Vorsicht angestellte Berechnungen er­bringen den Nachweis, dah Luftschrfsuitterneh- mmgen bei zweebnähiger Anlage und Organi­sation tm heutigen immer mehr auf Schn-el- i g k e i t drängenden Weltverkehr nicht nur wirt- ihaftlich arbeiten, fonbern auch in hohem Matze Gewinn bringen müssen. Dies gilt natürlich vorwiegend bann, wenn es sich um Äeberbrückung wirklich groster Strecken, sei es innerhalb der tontinente oder sei es zur Verbindung von Kon- tirenten, also um wnÄiche Weltlinien handelt. 3« Vereinigten Staaten von Nord- enterifa bieten bei ihrer gewaltigen Ausdehnung und ihrem regen wirtschaftlichen Leben ein ganz I«sonders verbockendes Feld, das durch die Ein- ieziehung der Abcstaaten Südamerikas tcb günstiger gestaltet werden kann. Auch Der- 1'Innungen zwischen E u r opa and Nord- und Südamerika oder O st a s i e n imb Australien Stären weltwirtschaftlich von groher Bedeutung. Mer ohne deutsche Wissenschaft, deutsche Er­fahrung und deutsches Können geht es vcrmat- ÜH nicht. Dis jetzt sind nur in Deutschland '□Idje Wunder wie die Zeppelinluftschiffe erftan- :<n. Auch als Gebiet zum Starten mb Landen <r Weltluftfchisse wäre Deutschland das gegebene Zentrum. Der ilhDerftani) der Sieger des Weltkrieges hat bisher diese Ent- mcklung durch Zerstör rng der groben Hallen rrb durch kleinliche Daubeschränkangen zu Ver­bindern gesucht. Wird Europa mit dieser selbst­mörderischen Politik fortfahren, wenn Deutsch­land in den Dölkerbund ausgenommen sein oitb?

Die Deutschen im tschechischen Staate, ^on unserem deutsch-böhmischen B.-Mitarbeiter.

Es ist nicht möglich, in diesem Rahmen die verträglichen -Mahregelungen, welchen die drei- tiharb Millionen Deutscher in der Tschechv- llstoakei unterworfen sind, aufzuzählen: sie alle Men auf die gewaltsame Entnatio- ',alisierung der deutschen Gebiete '^ses Staates hinaus, und die tschechische Politik ?(r letzten sechs Fahre hat bewiesen, dah nichts -rversuchk gelassen wird, dieses Ziel zu erreichen.

deutschen Gebiete der Tschechoslowakei sind ""f ebenso groh wie die Schweiz und werden rrt rund dreieinhalb Millionen ®cut» oen bewohnt. Die Bevölkerung der Tschecho- litrxifei setzt sich auf Grund der unter dem ^rror tschechischer Dolkszählungskommissare uochgeführten Volkszählung im Fahre 1921 ii'ammcn aus: 3 123 888 Deutschen, 8 760 957 fhechoslowaken, 747 096 Magyaren, 461 466 Ithmruffen. 180 535 Fuden, 75 852 Polen und 12612 Sonstigen: dazu kommen noch 238 931 Aus- inber. Don den 8 760 957 Tschechoslowaken sind Md zwei Millionen Slowaken in Abzug zu 'rmgen, so dah nur mehr 6,7 Millionen Tschechen 'erbleiben, also knapp 50 Prozent der Gesamt- edölkerung. Die Tschechisierungsbestrebungen sin­ken die allerschärfste Ablehnung gerade bei den 6 Iowa ken, die nach wie vor die Erfüllung mit ihnen am 15. Mai 1915 in Moskau und nr 30. Mai 1918 in Pittsburg abgeschlossenen

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aller Wasch- und en-Gegenstände bei

olfRödiger alltorstraße 35

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dderhessen)

samstag, 27. September 1924

Der Keevfifeldzus bcö Gießener Anzeigers zur Werbung neuer Freunde und zur Wiedergewinnung alter, infolge der mißlichen Wirtfchaftsverhältniffe zum Verzicht auf ihr Heimatblatt gezwungen gewesener, soll nunmehr geführt werden. Unser Rüstzeug sei der seitherige stete Ausbau des Textteiles und der drucktechnischen Ausstattung nach der für die presse besonders schwierigen Kriegs- und Entwertungszeit, unsere H öffn ung die Anerkennung, die wir bei unserer Leserschaft geftinden haben. (Sic drückt sich aus in der von Monat zu Monat gestiegenen Auflage.

3mmcr mehr wollen wir den Gießener Anzeiger ausgestalten zu einem Provinzblatt, das selbst sehr hohen Anforderungen genügt.

Zn der

gilt es uns darum, klar und für jedermann verständlich Stellung zu nehmen zu allen wichttgen politischen Fragen, die die Welt bewegen, unter besonderer Berücksichtigung der Vorgänge in unserem unter dem FriedenSverttaq niedergebaltenen deutschen Vaterland. Unbeeinflußt werden wir unsere Meinung vertteten, auch im polittfchen Leben unserer hessischen Heimat, der Provinz und der Stadt Gießen.

Nev politische ÄochvichtendiLnst

hat schon setther letzte wichtige Meldungen schneller in das Verbreitungsgebiet des Gießener Anzeigers gebracht, als es den großen Tageszeitungen möglich war. Ein ausgedehnter Tele> gramm-, Telephon- und Nadiodienfl arbeitet auch in der Folge auf diesem wichttgen Gebiete.

Oev allgemeine Teil

des Gießener Anzeigers soll an Vielgestaltigkeit noch gewinnen und so Unterrichtung und An« regung geben auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens.

Dev tViVtschaftsiekl

des Gießener Anzeigers, den wir durch eigene Orahtberichte über den Börsen- und Markt­verkehr bereits weitgehend entwickelt haben, soll ständig bereichert werden durch schnelle und zuverlässige Berichterstattung aus allen einschlägigen Gebieten.

Dev Kachvichienteil aus Stadt und Land wurde von jeher mit besonderer Sorgfalt ausgestattet. Es sind Vorbereitungen getroffen, um die Berichterstattung aus der Provinz noch lebhafter zu gestalten und fo ein anschauliches Bild zu bieten aus dem Kultur- und Wirtschaftsleben unserer engeren Heimat. Dieser außerordentlich wichtige Teil des Gießener Anzeigers soll ein starkes Bindemittel mit seiner Leserschaft sein.

Auf allen oberhessischen und benachbarten Bahnstrecken fahren täglich unsere Sonder­boten und vermitteln unter Mitwirkung von über 200 eigenen Zweigstellen die denkbar nach­drücklichste Verbreitung unserer Zeitung noch am Ausgabetage. Vom 4. Oktober an kommen weitere 60 Zweigstellen neu dazu, so daß eine noch ausgiebigere Verbreitung des Gießener Anzeigers in der Provinz gewährleistet wird. Diese Vertriebsmaßnahmen, die wir ununter­brochen ausbauen werden, sind von Wichtigkeit für jeden einzelnen und für die Geschäftswelt im besonderen. Ze größer die Leserzahl des Gießener Anzeigers, desto gewichtiger fein Einfluß auf alle Vorgänge im öffentlichen Leben, desto eindttnglicher aber auch die Wirkung aller ge­schäftlichen Empfehlungsmaßnahmen in unserer Zeitung.

Dem Gvovt

soll weiterhin unter Berücksichtigung des sportlichen Lebens in Oberhessen und in den benach­barten preußischen Gebietsteilen ein angemessener Ncmrn im Gießener Anzeiger gewidmet fein.

LaudwiviMaft und -Meingavtenbau

werden im Gießener Anzeiger je nach Jahreszeit und den davon abhängigen Arbeitsgebieten einen beratenden Helfer haben. Hier konnten wir eine Neihe anerkannter, sachverständiger Mit­arbeiter gewinnen, die die Bearbeitung der oberhessischen Erde aus eigener Anschauung kennen, und die somit wirklich praktische Ratschläge und Fingerzeige geben werden. Ein Frage­kasten, der bisher schon viel Zuspruch gefunden hat, wird von erfahrenen Fachleuten bearbeitet. Die Beantwortung der Fragen'erfolgt schnellstens und kostenlos.

Dem bildenden und unterhaltenden Teil des Gießener Anzeigers mußten wir in einer Zeit wirtschaftlicher Notlage wetter Kreise unsere Aufmerksamkeit in verstärktem Maße zuwenden. Für viele ist das gute Buch unerreichbar ge­worden, so daß uns die Pflicht erwächst, eine vorbildliche geistige Kost zu bieten. Daß wir in dieser Hinsicht auf dem rechten Wege sind, beweisen zahlreiche Anerkennungen aus der Stadt und namentlich aus den Landgemeinden unseres Verbreitungsgebiets.

Neben dem Noman in täglichen Fortsetzungen und dem Feuilleton sind es insbesondere die dem Gießener Anzeiger beigefügten

Gietzenev Samillenblättev

die eine sorgfältig und verständnisvoll ausgewählte literarische Unterhaltung bieten. Um höher gesteckten Zielen noch näher zu kommen, werden vom n. Oktober an die Gießener Familien­blätter außer (Samstags auch noch Dienstags dem Gießener Anzeiger beigefügt sein.

Juni Bilde

drängt der Zug der Zeit. Auch wir möchten deshalb mit dem Bild vor unsere Leserschaft hin- treten, aber nicht mit beziehungslosen Darstellungen, wie sie in zahlreichen Bilderbeilagen zu sehen sind, sondern mit ausgewählten Aufnahmen aus unseren Heimatgebieten und mit knapp und klar geschriebenen Textbeittägen dazu. Zeweils am Donnerstag werden die Leser des Gießener Anzeigers eine in unserem eigenen Betriebe bearbeitete und gedruckte neue Beilage zum Gießener Anzeiger erhalten, die

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betitelt wird. Hier soll das Heimatgefühl gestärtt und die Heimatliebe gepflegt werden durch Wiedergabe von Bauten, Landschaften und Menschen des Hessenlandes, namentlich Ober­hessens und der Nachbargebiete.

Dev Gietzenev Slmeksev

soll eben eine Provinzzeitung im besten Sinne fein, und hat es schon seither erreicht, daß er als Bilatt der Familie in weiten Kreisen seiner Leserschaft anerkannt wird. Oie Spalten unserer Zeitung sollen rein gehalten werden von allen Dingen, die irgendwie anstößig wirken könnten.

Derr Anzeigenteil

des Gießener Anzeigers ist von jeher frei gewesen von Ankündigungen schwindelhafter oder sittlich bedenklicher Art. Damit üben wir einen öffentlichen Schuh zum Besten unserer Leser aus und helfen wirtschaftliche und sittliche Schäden hindern durch Verzicht auf Einnahmen aus abgelehnten Anzeigenaufträgen, die sich jährlich auf Zehntaufende belaufen. Auch von diesem Gesichtspunkt aus muß die Wirksamkeit und Werbekraft des Anzeigenteils des Gießener Anzeigers beurteilt werden. Eine Zeitung, die mehrere Menschenalter hindurch so in einem Vertrauensverhältnis zu ihrer Leserschaft gestanden hat - im nächsten Zahre werden es ^75 Fahre sein - übt auch mit ihren Empfehlungsanzeigen einen bestimmenden Einfluß aus.

Durch Verwirklichung des vorstehenden Programms sind wir gewiß, daß wir von Monat zu Monat einen stärkeren Leserzuwachs zu verzeichnen haben werden. Wer noch nicht Bezieher des Gießener Anzeigers ist, bestelle zum 1. Oktober - vom Tage der Bestellung bis dahin wird die Zeitung kostenlos geliefert - in Gießen bei der Geschäftsstelle oder bei den Trägerinnen, auswärts bei den Zweigsielleninhabern ober bei der Post.

Der Geschäftswelt erwächst während der Werbezeit gegen Ende dieses Monats und im Ottober eine außerordentlich günstige Gelegenheit für ihre Ankündigungszwecke, auf die wir nachdrücklichst Hinweisen. .

Verlag und Re-akttou des Greßener Anzeigers.

Verträge fvrfcxrn, tn welchen ihnen von den Tschechen die mirootric, tuUerrcflc und wttrtfchaf!- lichc Entwicklung in der Form der nationalen Autonomie für den siowakifchen Dell' der Republik verfpeochen wurde.

Die den Deutschen zugefichertc Gleich- berechligungin rechllichei und tatsächlicher Beziehung ist in Wirklichkeit nur auf dem Pap i e r vorhanden. Ein auS nichtgewählten tschechischen und aus einigen slowakischen Ver­tretern bestehender und unmittelbar nach dem Umstürze gebildeter Natronalausschust regierte durch eineinhalb Fahre souverän den Staat und befchlvh die DerfassungSgesetze. Die Auswirkungen traten bald gerrug in Erscheinung: nach der Deslimmunq, dah zur Abänderung dieser selbst­herrlichen tschechischen Verfassung die unter Aus schluh von fast fünfzig Prozent der Gesamtbevölkerung zustande ge­kommen war eine Dreifünftelmehrhe^t aller Mitglieder der auf Grund des gleichen und ge­heimen Wahlrechtes zu wählenden National­versammlung notwendig sei. wurde der Mehr­heit der ersten frei gewählten Körperschaft das Recht geraubt, Verfassungsänderungen v«-zu° nehmen.

Nach diesem vielvetsprechenden Auftakt wurde ein planmähiger Feldzug gegen das deutsche Cle­ment in der Tschechoslowakei ins Werk gesetzt. Es sirrd durch ein sogenanntes BodenreformgeseN hunderttausende Hektar deutschen Bvbens enteignet unt> dem tschechischen Besitz ein­verleibt worden: es sind bisher rund dreitausend deutsche Schulklassen gesperrt und da­für fast cbensoviele tschechische errichtet worden. Es gibt Ortschaften in Böhmen, in denen tschechi­sche Schulen für ein einziges tschechisches Kind errichtet wurden, während die deutsche bodenständige Schule mit einem Besuch von dreißig oder mehr Kindern kurzerhand gesperrt worden ist. Auf die deutschen Staatsange­stellten wurde von amtswegen ein Druck aus­geübt. ihre Kinder in die neuen tschechischen Schulen zu schicken: taten sie es nicht, dann liefen sie Gefahr, in eine reintschechische Gegend ver­setzt oder überhaupt aus dem Staatsdienst ent­lassen zu werden. Diese Entlassungen nahmen in den letzten Monaten in erschreckender Weise überhand: die Nachfolger aller dieser Vertriebe­nen sind Tschechen, die ins deutsche Sprach­gebiet vorgeschoben und auf diese Weise Gründer tschechischer Siedlungen werden, mit denen 'man das deutsche Gebiet durchsetzt.

Ein Kapttel von besonderer Bedeutung ist bet Kampf gegen diedeutsche Sprache. Aus den Eisenbahnen, die durch rein deutsche Gegenden fahren, sind alle deutschen Aufschriften ver­schwunden: die Bewohnerschaft dieser Gegenden steht den tschechischen Tafeln verständnislos gegen­über. Fn den Kurorten, denEmpsangS- sälen der Republik", wurde nichts unversucht ge­lassen, den Gälten den tschechischen Charalter der Städte vvrzutäuschen: alle Aufschriften, Strahen- tafeln, offiziellen Kundmachungen, alle Hotels, Restaurants, Cafehäuser, alle Konzertprogramme, Speisezettel und Kurlisten mutzten an erster Stelle die tschechische Sprache crufweisen. Ein über­eifriger Bezirkshauptmann versuchte sich gar in einem Erlatz, nach welchem auch die Trinksprüche in den Gasthäusern ins Tschechische übersetzt wer­den sollten: aber schon im ersten Wirtshaus wurde den Tschechen klar, dah es nicht gut angängig ist, den SpruchSeid deuftch und treu!" in ihre Sprache zu übersetzen....

Auch auf wirtschaftlichem Gebiets ist die deuftche Bevölkerung in der Tschecho­slowakei stark benachteiligt: sie muh mehr als 40 Prozent der direkten und indirekten Steuern aufbringen, hat aber keineswegs mit jener Förde­rung zu rechnen, die der Staat der tschechischen Fndustrie, dem tschechischen Handel, dem tschechi­schen Gewerbe zukommen lätzt.

Die Lage der Deutschen in der Tschecho­slowakei ist heute so, dah die Worte des Ab­geordneten Lodgman, die er anläßlich der vor letzten Parlamentseröfftnmg gesprochen, immer noch Geltung haben:

Alle Versicherungen von Demokratie und Gerechtigkeit gegen die Deutschen in diesem Staate sind Lug und Trug. Dem System der Unter­drückung jedes deutschen Empfindens gegenüber versagen alle sonst üblichen Begriffe von Recht um) Sitte, ihm gegenüber gilt einzig und allein das Recht der M>twehr, das mit allen zur Ver­fügung stehenden Mitteln gehandhabt werden muh. Wir erwarten uns nichts mehr von unserer Arbeit im Parlament. Unsere Befreiung er­warten wir von dem geschlossenen Widerstand der Unterdrückten unb von der Aufklärung des Auslandes, welche schliehlich die llnbaltbarfeit der Pariser Friedensverträge und damit auch dieses Staates dartun werden!"

Turnen, Sport und Spiel.

Deutscher Luftwettbewerb Darmstadt 1924.

Welch reges Fnteresse die Flugzeugindustrie an dem Deutschen Lustwettbewerb Darmstadt 1 9 2 4 nimmt, geht aus den zahl­reichen NeTrnungen hriwor, oie bei der Geschäfts­stelle desHessen-Flieger", des Vereins für Luft­fahrt E. V., Darmstadt, eingelaufen sind. Fnsge- wurden bis jetzt 14 Flugzeuge zum Start ge­meldet, u. a. die Typen: Focke-Wulf, Albatros, ildet, Dietrich-Gobiet, Funkers und verschiedene Kleinflugzeugthpen, wie Dahabedarf-Darmstadt. Akademische Flieger - Gruppe Darmstadt usw. Mehrere Meldungen stehen noch aus. Die Zahl der Meldungen übertrifft alle Erwartungen. Di.' hessische Regierung hat zur Durchführung des Flugtags dem VereinHessen-Flieger" den Be­trag von 10 000 Mk. zur Verfügung gestellt, auch die Stadt Darmstadt hat sich mit einnn beträcht­lichen Betrag beteiligt Der Deutsche Luftwett­bewerb Darmstadt 1924 verspricht, wenn alle Vor­aussetzungen eintreffen, woran eigentlich laam mÄhr zu zweifeln ist, eines der interessantesten flugsportlichen Ereignisse zu werden.

Den Hessen-Fliegern ist es weiter gelungen, den bekannten Fallschirmabspringer Pe­ter Däumler zu verpflichten. Däumler, der u. a. in München, Nürnberg, Bad Kissingen, Frankfurt a. M., auf dem Münchener Pressefest am Starnberger See und in zahlreichen anderen gröheren Städten Deutschlands Fallschi rmab- sprünge aus 1200 Meter Höhr vorführte, wird auch in Darmstadt auf dem Flugplatz der ^Hrssen- Flieger" mit dem Fallschirm aus dem Flugzeug abspringen. Däumler erzielte auf diesem Gebiet bereits durchschlagende Erfolge.