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Der geignerprozeh

Zeigner

lieft ihn

57. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

Augen finden können, so oft war er ii fetzten Lagen schon gelaufen.

der er­

stellte politische Nachrichten.

Die Auslegung der Stimmlistenfürdie Reichstagswahlen hat nach Anordnung des Reichsministers des Innern in der Zeit vom 6. biS 13. April zu erfolgen.

der Staatsgef, _ ________

bi« aus Mitgliedern der äußersten RechLen zusammengesetzt ist, mit PoincarS in der Oppo­sition. Eine solche Kombination Knnte natürlich nur sehr kurze Zeit dauern. Schliehllch wird da­rauf hingewiesen, das) die Persönlichen Be- zlehu ngen zwischen Poincarö und Mac- dvnald ausgezeichnet sind und datz, obwohl die beiden Staatsmänner niemals persönlich zu- fammengekommen sind, doch als Ergebnis ihres Notenwechsels eine ganz neue Atmosphäre zwi­schen beiden Ländern geschaffen wurde. Der Fall Poincares bedeutet lern Ende dieser günstigen Atmosphäre. Der Rotenaustausch ist nicht ver­gebens gewesen, da die guten Beziehungen zwi­schen der britischen Regierung und Poincars und einem gwtzen Teil der öffentlichen Meinung, die in Frankreich hinter ihm steht, ob er im Amte ist ober nicht, aufrecht erhalten bleiben

hörenden Poincars an der Spitze fte zu haben, als eine Regierung,

®tn Roman aus dem 21. Jahrhundert von Han« Dominik.

---------..schlaf-

>ung, der Theodor Witthusen zu erliegen drohte.

Die Auffassung der italienischenPresse

Aom, 26 März (WB.) DieTribuna" schreibt den Sturz Poincares dem Mihtrauen und den Befürchtungen zu, die seine Politik besonders in England und Amerika geweckt hat, ferner der Mißstimmung, die seine Steuerpolitik und kostsplelige Militärpolitik in 7irank> reich selbst hervorgerufen haben. -\®\DrnaU

ters. Erst die letzten Tage haben in dieser Hin­sicht gflnstigere Voraussetzungen geschaffen, so datz nun endlich auch die Landwirtschaft. Baugewerbe und die Binnenschiff­fahrt mehr in Gang kommen. Unter diesem Gesichtspunkt kann ein weiterer Rückgang Arbeitslosigkeit in den unbesetzten Gebieten wartet werden.

Die Rativnalli berale Bereinig­ung der Deutschen Dolkspartei hat sich für die Bildung einer bürgerlichen Regierung im Reiche und in Spreuben ausgesprochen. Im Anschluß an die Beratungen fand eine Rücksprache mit Dr. Strefemann statt, die jedoch noch $u keinem Ergebnis führte.

vorüber, an der Witthusen im Schatten sah. Er blieb stehen und trocknete sich von neuem die Stirn.

Eine schauderhafte Hitze, Herr Witthusen... Bessere Dvrbeveitung für die Hölle... Wie er­trägt Ihre Tochter die tropische Hitze?"

Mit einer matten Bewegung hob Witthusen den Kopf.

Sie bleibt fast den ganzen Tag in ihrem Zimmer. Sie leidet und hofft...

»Hofft?... Hofft sie auch dah Isenbrandt uns schließlich auch hier entdecken und dem gelben Gesint-el entreißen wird?"

Sie hofft, Herr Fox... wir alle Haffen... auch andere Freunde bemühen sich am uns. Mr. Cameron ist in Peking und wird alles tun, am unsere Freilassung..

Mr. Cameron!"

Scharf und hart war Fox dem Alten ins Wort gefallen.

Mr. Cameron... Sie glauben, dah er..."

Jäh brach Wellington Fox seine Rede ab. Was hatte es für einen Zweck, sich mit Witthusen über Cameron zu unterhalten. Mochte der alte Mann die Hoffnung hegen... eine Hoffnung, die ihn immerhin aufrecht hielt, den seelischen u.ib damit auch den körperlichen Zusammenbruch zum mindesten aufschvb.

Also hoffen wir, Herr Witthusen!... Hoffen wir. Jeder Tag kann schllehlich die Befreiung bringen."

Wellington Fox machte sich wieder auf den Marsch Er marschierte er fluchte auf die Hitze, aus die Gelben, auf Collin Cameron, und er erhielt sich durch diese doppelte Bewegung eine gute Elastizität

Wellington Fox ging mit langen Schritten rastlos in dem von einer hohen Mauer umgebe­nen Hofe ihres neuen Gefängnisses im «reife entlang. Er hätte den Weg auch mit geschlossenen hn In diesen

Leipzig, 26. März. (Wolff.) Am heuti­gen siebenten Verhandlungstag gibt der Gerichts- pshchiater Medizinalrat Schütz ein Gutachten da­hin ab daß Zeigner ein Psychopath sei. Zeigner besitze eine sehr gute und rasche Auf» sassungsgabe. Seiner Meinung nach wird aber seine intellektuelle Begabung reichlich überschätzt Der gesühlsmäßige Einschlag seines Wissens be­fähige ihn nicht, seine Kenntnisse immer nutz­bringend anzuwenden. Gr besitze eine s e h r l e b - haste Phantasie und eine ungewöhn­lich geringe Menschen- und Lebens­kenn t n i«. Er sehe die Dinge nicht so, wie sie sind, sondern wie er sie sehen möchte. Da­durch. daß er sich selbst überschätze und andevq unterschätze neige feine Betrachtungsweise zur Oberflächlichkeit. Hand in Hand damit gehe eine Nervosität und Reizbarkeit. Er leide an starker Suggestivität und Autos agaesttdität. Zeignei unterliege daher leicht den Lockungen seiner Phan- taste

Diese Differenz von einem Schritt zwischen den beiden Richtungen schuf ihm unaufhörliches Nach­denken ... und dieses Denken zusammen mit der körperlichen Bewegung des Rundganges hie frisch«, bewahrte ihn vor jener trostlosen ®r|

Huudertfünfzig Schritte in der einen Richtung wenn er linksherum ging ... hunderteinundfünfzig' Schotte in der anderen Richtung, wenn er den Kreis an den Mauern und Wänden rechts­herum lief,

Der bisherige Reichstagsabgeordnete Freiherr v. L e r s n e r, der ehemalige Präsident der deut­schen Friedensdelegation, hat an die Deutsche Dolkspartei ein Schreiben gerichtet. In dem er unter scharfer Kritik der von dem Führer den Partei, Dr. Strefemann, geführten Politik einen Austritt aus der Partei ertlärt

Nrch in der Nacht nach der Gefangennahme vcn Wellington Fvx war eine Karawane aus .Jirga nach dem Südwesten aufgebrochen, war viele Tage hindurch nach dem Südwesten gezogen und hatte die Gefangenen nach, Karakorum ge­schafft.

Seit vielen Jahrhunderten war die Stadt ein Trümmerhaufen. Aber unter den Rainen gab auch weniger verfallene, unter den weniger ver­fallenen einige wenige, die noch erhalten und zur Not bewohnbar lvaren. Einen solchen Dau hatte Collin Cameron für seine Gefangenen be­stimmt Die Wärter, die er ihnen mitgab die würden sich auch nicht bestechen lassen. Dessen glaubte er sicher zu sein. Hatte er sie zur größeren Sicherheit doch erst noch den schmerzvollen Tod jenes bestochenen Wärters in Urga mit ansehen lassen, bevor die Karawane aufbrach

ttgen Konsequenzen gezogen. Man müsse in Z. einen durchaus reinen, vom besten Willen beseel­ten Menschen erkennen, der einem Möbius als wehrloses Opfer in die Hand gegeben war. Die Verteidigung erkenne ein strafrechtliches Verschul­den nur in dem Fall der Aktenvernichtung an, wobei zu prüfen sei, ob nicht Verjährung eingetreten sei. Moralisch sei Zeigner aber wohl schuldig geworden, aber fein Tun fei menschlich verzeihlich. Im Falle Schmerler stehe fest, daß Zeigner erklärt habe, der Damenpelz sei ihm zu teuer. Schmerler habe Frau Zeigner den Pelz eigenmächtig geschenkt. Nachdem Zeigner von diesem Geschenk erfahren, habe er alles getan, da­mit der Pelz wieder zurückgeschickt werde. In kei­nem einzigen Falle lasse sich der Nachweis der De- stechlichkelt führen. Eine Verurteilung von Zeigner könne, falls das Gericht eine Verjährung nicht an­nehme, nur auf Grund der Aktenbeseitigung er­folgen. Das Gericht vertagte sich hierauf auf Donnerstag.

Die Plaidoyers im Hilterprozeh.

München, 26. März. (WTD.) Der erste Verteidiger Ludendorffs, R.-A. Lütgebrune, erhielt das Wort. Er besaht sich mit der Recht­fertigungsrede Ludendorffs, die nach seiner An­sicht nicht glücklich gewählt worden sei. Im November 1923 war der Ruf nach der Dif- tatur ein allgemeiner. Er werde Den' Gedanken nicht los, dah man in den Kreisen um Kahr und Lossow jeittosilig wohl mit dem Gedanken eines tatsächlichen Marsches nach Berlin g-espielt habe. Bei dem unerwarteten Besuch Lossows bei Gene­ral Ludendvrff am 21. Oktober habe Ludendorff zum ersten Male authentisch erfahren, was die Herren wollten. Am 31. Oktober habe sich Luden­dorff entschlossen, die Lücken, die noch in dem Di­rektorium bestanden, ausfüllen zu helfen, durch die Entsendung von Boten nach dem Norden. Es könne keine Rede davon sein, dah Hitler und Ludendorff etwa ein Konkurrenzunternehmen gegen das geplante Direktorium errichten wollten. Die Rede HitlerS im Dürgerbräukeller hatte lediglich den Charakter einer Proklamation gehabt. Ludendorff habe nicht die Aufgabe ge­habt, eins nationale Armee zu gründen, um mit deren Hilfe ein Direktorium nach Berlin vorzu- tragen. Es scheine als erwiesen, dah bis zum Weggang von Scheubner-Richter vom Dürger- bräukller von der Absetzung der Reichsregie­rung und des Reichspräsidenten kein Wort ge­sagt wurde und dah in Gegenwart von Luden» cnrss von einer Absetzung nicht die Rede war. Er halte sich für berechtigt, den Freispruch seines Mandanten zu fordern. Die Sitzung wird dann auf den Nachmittag vertagt.

Heih und immer heiher brannte die Sonne, einem schattigen Winkl des Hofes hatte sich Witthusen einen Feldstuhl hingerückt, sah dort und dämmerte vor sich hin.

Wellington Fox spazierte und zählte dabei.

.... Hundertn.-unund'oiei-zig ... Hundertsünf- zig... hunderteinundfünfzig ... Herrgotts himmel­donnerwetter, wie ist dem das möglich... es bleibt bei der unerklärlichem Differenz von einem nt!; right... versuchen wir es noch einmal In der anderen Richtung"

dem linken Absatz vollsührte er eine energische Kehrtwendung. Doch bevor er den Avrsch in der anderen Richtung wieder antrat blieb er erst kurze Zeit ftehm, zog das Tuch and trccknete sich den strömenden Schweitz von der Stirn.

Dann ging er wieder los und begann mecha­nisch die Schritte zu zählen.

... Eins ... zwei. .. drei..

Er blieb nicht lange b:hn Zählen. Seine Gedanken begannen wieder zu arbeiten. Im Selbst­gespräche murmelten seine Lippen:

Geschieht dir ganz recht, Fox! Warum bllebst du nicht ruhig in deinem Versteck... Warum nmptest du vorzeitig zu dem Hause laufen? .. Warst du daheim geblieben, hätte dich der Schuft, ^meron, nicht gesehen... alles wäre geglückt " Während er die Worte wütend Hervorsttetz, vam er auf seinen Rundgang gerade an der Stelle

gterung in beiden yariatnewxxnt Die Mehrheit gehabt sie habe sich khre Zustim­mung zu ihrer Politik verschafft, sie habe zu­weilen die Verantwortung übernommen und das Parlament daran teilnehmen lassen. Heute würde jeder Wechsel die öffentliche Meinung ver- wirren. Das Kabinett sei zurückgetreten im Anschlutz an eint Abstimmung des hettigen Vor­mittages das Kabinett werde sich morgen neu bilden und Poincars werde Ministerpräsi­dent bleiben.

Dm-3n tra nflgeant" schreibt: Die Mi- nisterkrife, die auf so unvorhergesehene Weise ausgebrechen fei, scheine die Politik Poincares und der Mehrheit, die ihn bis heute getreilich unterstützt habe, nicht in Gefahr bringen zu wol­len. Niemand werde im Ernst bestreiten können, datz Poincarö das Verdienst gehabt habe, die Gitvattnn Frankreichs mit einem Mute wied-r herzu stellen, der dem Erfolg der Operation gleich- gefiommen fei

Der Augenblick wart sehr schlecht gewählt, die glückliche Durchführung anderen zu über- lassea.

DerTempS" stellt die Frage, ob die Kammer genügend über ihre Abstimmung nach­gedacht habe und ob nicht etwa der Wahl- abgrunb, der sich vor ihren Augen auftue, ihren Dlick auf Frankreich verdunkelt habe. Durch die neuen Steuergesetze habe man den auswärtigen Regierungen, die einen neuen Beweis des guten Willens Frankreichs erwartet hätten, das un­antastbare Zeugnis geliefert, dah, wenn Deutsch­land sich seinen Verpflichtungen entziehe, Frank­reich nochmals an seine Stelle treten wolle. Dieses heilsame Werk könnte die Abstimmung, Me heute vormittag erfolgte, kompromittieren. Zwi­schen der Regierung, die nicht einen einzigen Sag aufgehört habe, die höchsten nationalen Inter­essen sich vor Augen zu halten, und der Kammer, die in einer dunklen Dormlttagsslhung sich zu einer Kundgebung von Wahlmanövern hergab, ohne zu berechnen, welche politische Tragweite ihre Taten haben können, werde das Land ein schweres Urteil fällen über die, die in der letzten Stunde her Legislaturperiode krampfhaft das Mi­nisterium Poincarö stürzten.

Die klerikaleß i b e r 16W schreibt: Die Ab­stimmung der Kammer ist vor allen Dingen eine Abstimmung der Wahlfurcht, eine dema­gogische Abstimmung. Die Abgeordneten woll­ten eben morgen vor ihren Wählern erklären können: Wir haben für die höchsten Pen- sionsfätze gestimmt. Was werde aus dieser' Krise hervorgehen? Höchstwahrscheinlich ein Zu - fammenflicken des Ministeriums. Wenn Potncarä das ausnuhen wollte, um sein Kabinett von unpopulären Elementen zu säu­bern, so würde er seine Presse vermehren. Dann würden Gegner der Regierung sowohl PoincarS als auch dem Lande einen guten Dienst erwiesen haben.

Der Eindruck in England.

Die Arbeitslosigkeit.

Berlin, 26. März. (WTD.) Aus den be­setzten Gebieten des Ruhrgebiets liegen infolge der noch immer bestehenden Behinderung der Ver­waltung abschlietzcnde Ziffern über dieA rbeits- los igke i t nicht vor. Soweit Nachrichten ein­gegangen find, haben sich die Micumverträge und die französische Gisenbahnregie n i cht als geeignet erwiesen, die Gesundung der Wirt­schaft und des Arbeitsmarktes herbeizuführen. Wenn auch natürlich gegenüber der Zeit des völligen Stillstandes der Wirtschaft eine Ab­nahme in der Zahl der Erwerbslosen einge­treten ist, so liegen die Verhältnisse in den be­setzten Gebieten, wo es in normalen Zeiten kaum Arbeitslosigkeit gegeben hatte, jetzt unver­gleichlich viel schlechter als im unbe­setzten Gebiet.

Im unbesetzten Deutschland ist die Zahl der­jenigen Arbeitslosen, die Unterstützung erhal­ten, und neben denen es bekanntlich auch eine erhebliche Zahl Richtunterstützte gibt, in der ersten Marzhälftr von 1 173 000 auf 989 000 zurückgegangen.

Auch die Kurzarbeit ist im Rückgang begriffen. Im Vergleich mit den letzten Jahren ist der Stand des Arbeitsmarktes allerdings noch immer recht ungünstig. Der Grund liegt in den Aus­wirkungen des Ruhreinbruchs, der die Ver­sorgung mit Kohle und anderen Roh- und Hilfs- ftoffen erschwert und verteuert, in der Kapital­knappheit, in den ausgedehnten Arbeitskämpfen, sowie In dem späten Eintritt des wärmeren Wet-

Die Sage im britifHen DerkehrS- tret? gibt Veranlassung zu grober Besorgnis. Es ist nicht nur ein Sympathiestreik der Unter- grundbahnangestellten füi Freitag angeordnet worden, sondern es besteht auch die Möglichkit, dah der Natwnalverband der Eisenbahner die Bewegung unterstützen wird. Die Konferenz der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die den drohenden Bergarbeiter streik abwenden ollte, hat keinen Erfolg gehabt. Die Arbeitgeber erklärten, sie seien nicht in der Lage, über ihr Angebot hinauszugehen. Die Arbeitgeber der Schiffs bauindu st rle haben beschlossen, auf allen Werften eine allgemeine Aussper- rung vorzunehmen, nachdem die Bemühungen, die Streiknden in Southampton zur Wiederauf­nahme der Arbeit zu veranlassen, fehlgeschlagen ind. Don der Aussperrung werden annähernd 100 000 Mann betroffen.

London, 26. März. (WB.) Die Nachricht von der Niederlage Poincares in der Kammer urä von seiner Demission wird in offiziellen Kreisen mit völliger Zurückhaltung ausgenommen mit Rücksicht darauf, dah es sich um eine rein Innerpvlltische Sache han­dele. AuS anderen verantwortlichen Kreisen er­fahrt Reuter: Die Demission des französischen Ministerpräsidenten hat m England eine erheb- kiche Ueberraschung bertjotgerufen und wird durchaus nicht als ein Grund zum Frohlocken betrachtet. Man glaubt, dah Pvincars einwilligen wird, sich seinen Eittschlutz noch einmal zu über­legen. Der allgemeine Eindruck geht hier dahin dah es für England entschieden bester ist, den bejf Linken angehörenden Poincare an der Spitze

Italia glaubt, day Poincars deshalb ge­gangen fei, weil die Antwort der Sachver­ständigen ihn gezwungen hätte, eine ganz an­dere Politik einzuschlagen.Mondo" sagt: Die heutige Abstimmung war nur ein Scheingrund für den Sturz Poincares, besten Folgen sich beson­ders In Berlin und London bemerkbar machen werden.

Das von der Münchener Staatsanwallschaft gegen den Pazifisten, Professor Quidde, cln- gekitete Vei-fahven wegen Landesverrats ist auf Verlangen des OberreichSanwalts an das Reichsgericht abgegeben worden.

Jetzt blieb er stehen und betrachtete kopf­schüttelnd den Himmel. Dessen stahlblauer Glanz begann einem verwaschenen Grau zu weichen. Schon schoben sich leichte Schleier vor die Sonne und milderten die Hitze.

Wellington Fox marschierte weiter. Die Viertelstunden verrannen und summten sich zu einer Stunde. Jetzt war der ganze Himmel mit noch ein einziges dunkles Grau. Gin leichter Luftzug bewegte die Zweige der wenigen halbver- trvckneten Bäume jenseits der Hofmauer.

' Dor Witthusen machte Wellington Fox wie­der halt.

Sehen Sie den Himmel, Herr Witthusen?"

Der Alle blickte empor.

Ich sehe... Regenhimmel?... Wolken!... In dieser Zelt... Wolken über Karakorum... Wolken hier In der Wüste, in der es oft jahrelang nicht regnet... das verstehe Ich nicht, Herr Fox "

Wellington Fvx streckte die Hand aus und wartete. Er wartete und seine Lippen murmelten. Ich glaube, ich verstehe es... Wolken über Ka­rakorum ... Wollen über der G)biwüste ..

Die ersten Tropfen waren ihm auf die Hand gefallen.

Regen, Herr Witthusen!... Dicke Tropfen! Es regnet in der Wüste!"

Verständnislos blickte Wttthusen auf die Hand von Fox.

Regen ... Regen, hier In der Wüste...ich Weitz nicht, wie es möglich ist... ich weih nicht, waS es zu bebeuten bat

(Fortsetzung folgt.)

Der Oberstaatsanwalt erklärte, datz der Schaden, der der sächsischen Regierung und der sächsischen Justiz durch das Verhalten Zeig- ners zugefügt worden fei, so matzlos groß und jo unheilbar sei, datz es kaum eine Strafe Sbc, _ bk bafür angemessen wäre. Mildernde mstande seien daher zu verneinen.

Insgesamt halte er für Zeigner e'ne ZnchckhanS- strafe von drei Jahren, und für Möbius eine solche von vier Jahren für angemessen.

Beiden Angeklagten sei die silntersuchungshaft anzurechnen. Außerdem beantrage er je fünf Jahre Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte.

Nach dem Strafantrag des Oberstaatsanwalts plädiert Staatsanwalt Haugk zu dem Fall Schmerler. Der Staatsanwalt erklärt, im Alle Schmerler seien die Angaben Zeigners besonders unglaubhaft. Im Falle des Pelzgeschenkes sei es flar, dah der Zweck nicht nur eine private Befürwortung fein sollte, sondern dah irgendwelche Amtshandlung dafür erwartet wurde nach der Richtung, dah die Aufenthaltsgenehmigung er­teilt wurde. Der Staatsanwalt beantragt gegen Zeigner eine Gefängnis st rase von 6 Mo­naten und gegen Möbius als Gehilfen eine solche von 5 Monaten.

In der Nachmittagssitzung erllärt der Ver­teidiger Zeigners. R.-A. Dr. Frank, der Ober­staatsanwalt habe zum mindesten In manchen Nebenwendungen anerkannt, dah Zeigner nicht aus gemeinen Motiven gehandelt habe. Er habe aber aus dieser Anerkennung nicht die-

AUS Stadt und Land.

Gietzen, den 27. März 1924.

Die April-Miete.

Nach Anhörung von 3ntereffentenbertretun* gen und Sachverständigen hat das Hess. Ministe­rium für Arbeit and Wirtschaft für die Be­rechnung der Miete für den Monat April folgendes bestimmt:

Die Miete für den Monat April beträgt in sämtlichen Gemeinden 32 Prozentder Friedensmiete. Die Miete ist zahlbar In Gold- ober Papiermark. Bei Papiermarkzahlun- gen ist der Kurs vom Vortage des Fälligkeits­termins zugrunde zu legen. Die Beträge sind auf volle 10 Pf. nach oben abzurunden.

In dieserSumme sind 12 Prozent für laufende, 8 Prozent für große Instandsetzungskosten sowie 12 Prozent für Betriebskosten und Zinssteigerung enthalten.

Unter Betriebskosten sind diejenigen Steuern, Gebühren und öffentlichen Abgaben zu verstehen, die bei Einführung des Reichsmieten- gesehes in der Oemeinbe ortsüblich vvm Haus­besitzer getragen wurden (also htzbe'ürbere Grund­steuern, Kanalbenutzungsgebühren, Strahenreini- gungsgebühren, Wassergeld, Schornsteinfegergeld Haftpflichtversicherung, Treppen- und Flur' beleuchtung, sitzrwaltungsfosten usw.). N i ch l einbegriffen ist die auf Grund der Dritten Steuernotverordnung erhobene Sonder st euer vom bebauten Grundbesitz. Diese kam von dem Hausbesitzer auf hie Nutzungsberech­tigten umgelegt werden.

Die Reichs-TeuernngSziffer.

Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Bellet- düng) beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes für den 2 4. M ä r z auf das l,07billionenfache der Vorkriegszeit. Sie ist gegenüber der Vorwoche unverän­dert geblieben.

*

** Die Landes-Universität und das geistige Leben in der Provinz. Auf Anregung des ProvinzialdirektorS hat sich die Gesellschaft von Freunden und För­derern der Llniversität Giehen bereit erklärt, den Städten der Provinz Oberhessen Dorträge von Gelehrten unserer Landes-Aniversität zu­gänglich jut machen, um auf diese Weise das geistige Leben in der Provinz zu bereichern und dadurch die Beziehungen zwischen der Aniversität und der Provinz noch , enger zu gestalten. Der erste Dortrag dieses Planes findet am Freitag abend in Als seid statt, wo Geheimerat Pros. Dr. B e h a g h e l in der dorttgen Dürer-Gesellschaft sprechen wird.

< Dom Fahrplan. Dom Sonntag, 6 April, ab bis auf weiteres werden die zwischen Limburg und G i e tze n (Frankfurt) jetzt nur werktags verkehrenden Personenzüge 1401 (W.) Limburg ab 5 55 vorm. (W. E. Z.) Gietzen an 8.35 vorm. (ab nach Frankfurt 8.45 t»rm.) und Pz. 1402 Frankfurt ab 7.45 nachm. Gietzen an 9.12 nachm. und ab 9.20 nachm. Limburg an 10.15 nachm. täglich also auch Sonntags auf der ganzen Strecke gefahren.

< Die Einführung des Lichtbild­rahmen- für die Gif en bahn-Monats­karten ist vom 1. April auf den 1. Mai ver­schoben worden.

^ornotUcn.

Tages kalender für Donnerstag. Stadttheater: 7 Uhr heiterer Abend Prof. CHZarcel Salzer. Zentrumspartei: 8 Llhr im Kath. DereinShaus Mitgliederversammlung. Licht­spielhaus Bahnhofstrahe:Die Insel der ver­lorenen Schiffe". Palast-Lichtspiele:Alles für Geld".

D.H C Gietzen. Samstag abend 16. Stif- tungS- und Dekorationsfest. Näheres in der heu­tigen Anzeige.

Wettervoraussage

Wollig, Temperaturen wenig verändert, trfjttc erhebliche Niederschläge.

Landkreis Gietzen.

* Reinhardshain, 26. März. Dor eini­gen Tagen starb der Gastwirt Georg Wei­se n f e e Hierselbst, eine in der ganzen ilmgegenö bekannte Persönlichkeit. Mit ihm ist aus unserer Gemeinde der letzte Veteran von 187 0/71 dahingegangen. Er hatte den Feldzug in der 3. Komp, des Garde-Iägerbatl. Frledoerg mit» gemacht. Da er in fernen jungen Zahnm in Paris gewesen und der französischen Sprache mächtig war, so formte er manche Episode aus dem Kriegsleben erzählen, was er auch recht gerne tat. 27 Jahre lang hatte er dem' Gemeinderat und