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Ur. 22? Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderhesjen)Freitag, 26. September f92f

Aus dem Reiche der Frau.

Kinderland.

Don Marie D o u l s e t.

Ein Volk bleibt jung, so lange seine Frauen gern Mütter werden wollen." Wie oft hat Fried­rich Naumann diese Mahnung in mündlicher oder schriftlicher Rede den Deutschen zugerusen! Wo das natürliche Verlangen, in Kindern das eigne Geschlecht fortzusehen, in ihnen neu aufzu- leben. noch nicht durch klügelnde Verständigkeit und egoistische Berechnung unterdrückt ist, wo die Freude an einem kräftigen Vachwuchs Opfer und Mühe noch gern tragen läßt, da ist Gesundheit, Frische, Urkraft vorhanden. Da ist K i n ö e r land.

Und sind denn nicht die Kinder unser größ­ter Reichtum? Vicht nur das beste Gut der Ns- tion, sondern auch in unferm persönlichen Le­ben? Wan denke sich den Verlauf der Tage und der Jahre ohne irgendwelche Berührung mit Kin­dern. ohne das süße Geplauder eines Herzblätt­chens, ohne einen Blick in ein strahlendes Kindes­auge, ohne die Erinnerung an selige Zeiten, da wir mit Kindern wieder jung wurden, mit eignen oder andern uns nahestehenden wie arm und sonnenleer wäre unser Leben!

3n meiner Erinnerung wacht ein kleines Er­lebnis auf, ein ganz unscheinbares, und doch nicht ohne BÄxrutung. Es war in der düstersten Zeit der vergangenen Jahre, ein Freundeskreis war versammelt, und man sprach in tiefer Niederge­schlagenheit von dem Elend der Gegenwart und der Aussichtslosigkeit der Zukunft. Da wurde das jüngste Kind der Hauswirte hereingetragen, ein Säugling von wenigen Monaten. Das winzige Wesen lag da in seinem Kissen, still und ehrbar, und alle Versuche, ein Lächeln auf dem Gesichtchen hervorzurufen, waren vergeblich, bis es plötzlich auf die Mätzchen eines Kinderfreundes reagiert und hell aufjauchzt. Worüber jubelte das Kind? Was zauberte den Lichtstrahl auf dem kleinen Antlitz hervor? Das seiner selbst noch unbewußte Seuchen hatte instinktiv die Berührung mit einer anderen Menschenseele erfühlt, es hatte den Le­bensfunken gespürt, der übergesprungen war und da m u ß t e es sich freuen, mußte es jauch­zen. Lange, lange hat mir der Klang dieses Jauch­zens im Ohr gelegen; dies Freudelallen eines Säuglings wurde mir zum Symbol, war es nicht wie ein trotziges, sieghaftesUnd dennoch" in dem Dunkel und der Trauer jener Tage? Cs weckte den Glauben wieder auf an Mut und Kraft und Freude.Aus dem Munde der Säuglinge hast du ein Lob zugerichtet."

3a, in den Kindern mit ihren unmittelbaren Empfindungen, ihrer Unbefangenheit und Frische, da sprudelt noch der Urquell des LebenS, da ahnen wir etwas von den schöpferischen, geheimnisvollen Tiefen des Seins, und der Kinderfreund hat recht, der von ihnen sagt' Mit ihren eigenartigen Ein­fällen, ihren plötzlichen Erleuchtungen und freien Kombinationen, diesen wunderbaren Schöpfun­gen einer frei schweifenden Phantasie, sind Kinder der schaffenden Gottheit am ähnlichsten.

Und jetzt, in diesen letzten schönen Tagen, da die Kinder aus der Enge der Stuben hinausstre­ben in Luft und Sonnenschein, getrieben von ihrem unstillbaren Freiheitsbedürfnis, in ungebundener 3ugendkraft und 3ugendlust jeber Tag ein Fest für sie da wollen auch wir Erwachsenen nicht sauertöpfisch dreinsehen, auch wir wollen schöpfen aus dem Lebensquell in unferm Innern und in Kraft und Frohsinn der Zukunft entgegengehen.

Das nervöse Kind.

Von Dr. W. Schweisheimer.

Das nervöse Kind ist die Sorge der Eltern. Mer die nervösen Eltern sind die Ursache des nervösen Kindes. Allerdings nicht immer. Krankheit und Leiden können den Boden vor­bereiten, auf dem hochgradige Vervosität, rasche Vervenüberreizung des jugendlichen Körpers zur Ausbildung gelangen. Schwächezustände nach 3n- fektionskinnkheiten namentlich nach Grippe, das Vorhandensein von Wucherungen im Nasen­rachenraum, Nachitis, Skrofulose und andere Ur­sachen verminderter körperlicher .Widerstands- fähigfeit ziehen auch das Nervensystem in Mit­leidenschaft. Besserung tritt ein nach Behebung des Leidens, Verschwinden der Schwäche, Ent­fernung der Wucherungen.

Die meisten nervösen Kinder sind indes nicht krank. Sie sind falsch erzogen. Aerztliche und erzieherische Einwirkung berühren sich also hier aufs engste, wie so oft in der Kinderheilkunde oder besser in der Kindergesundheitsfürsorge. Der Arzt, der ein nervöses Kind heilen soll, muh sehr oft Erzieher sein: Erzieher der Eltern.

Allerlei von der Mode.

Der Wechsel von der sommerlichen zur herbst­lichen Mode vollzieht sich nur in allmählichem Ucbcrgang. Noch dominiert die farbenfreudige, lustigbunte Sommerkleidung in all ihrer Durch­sichtigkeit und Leichtigkeit; noch sieht man in den Auslagen der Modehäuser die weihen Spitzen- gewänder für See- und Kurort in all ihrer Man­nigfaltigkeit lockend ausgebreitet neben den Neu­heiten ftir den kommenden Herbst. Denn jeder möchte früher als der andere wissen, was die neue Mode bringt. Vorläufig verbleibt es^bei der graben Linie, ©rablinig sind die_ Kleider, immer noch eng, futeralartig um den^Körper ge­spannt, doch nimmt sich die knappe Form in den Weichen, festeren, schmiegsamen Stoffen erheblich vorteilhafter aus als bei den leichten Geweben des Sommers. Man bevorzugt zu der Ausfüh­rung Velours, auch Rips und Gabardine, vor allem aber als entzückende Neuheit K a s h a und Bure, zwei schon bekannte, aber in ihrer schmiegsamen Neuaufmachung ungemein reizvolle und sicher viel gewählte Stoffarten. Auch der runde Halsausschnitt bleibt. Er hat sich durchgeseht, ist kleidsam und hat den nicht zu übersehenden Vorteil, daß er bei nur ganz un- merklicher Nachhilfe auch den hübschen Schultern einen gefälligen Spielraum bietet. Der Aermel da­gegen darf auch wieder lang sein, wenigstens beim Aachmittagkleid.

Eine Unterbrechung erleidet die schlanke Linie nur gelegentlich durch den bis zur Kniehöhe ver­rutschten Gürtel.

Das Kind kann nicht schlafen. Es ist abends zu erregt. Es muß Licht beim Einschlafen haben. Die Mutter muh seine Hand halten, bis es fest eingeschlafen ist. Es kann nur schlafen, wenn das Kindermädchen, wenn die Großmutter im Zimmer schläft. Es wacht und ruft sonst stunden­lang. Cs ist zu nervös.

Das Kind erschrickt vor allem. Es hat diese Speise nicht, jene nur mit Zucker, diese nur mit Salz, jene nur abends, diese nur mittags. Es kann nur ruhig beim Essen sitzen, wenn man ihm eine Geschichte erzählt, wenn es dabei spielt. Sonst gibt es Aufregung, das Kind wird blaß, es erbricht sich.

Das Kiill> erschrickt vor allem. Es hat Angst vor der Dunkelheit. Kann nicht allein im dunklen Zimmer bleiben. Das Licht muß brennen, sonst bekommt es Angstzustände, Kvampsanfälle. Ein

Hunger mehr. Schläft die Nacht hindurch. Cs ist nicht mehr nervös.

Natürlich finb die Nervensysteme der Kinder einander nicht gleich. Es gibt nervenempfind­liche Kinder Eie müsten feiner behandelt werden. Beim nervenstarken Kind kann man sich eher einmal einen Fehler erlauben, ohne daß un­erwünschte Folge eintritt, ohne daß es nervös wird. Die Erzählung von Schauergeschichten, wie sie von hirnberaubtenErzieherinnen" beliebt wird, gleitet an dem einen Kind spurlos ab. Bei sensiblen Kindern klingen die Einwirkungen auf das Nervensystem das ganze Leben hindurch fort!

Zweifellos kann die Anlage zur Nervosität von Geburt an vorhanden fein. Nervöse Eltern können nervenempfindliche Kinder haben. Das Verhalten, die Erziehungsmethode derartiger El­tern ist an und für sich schon vielfach am Nervös-

Heimat im Bild

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Gewitter erschreckt eS so, daß es an ganzen Leib zittert.

Das Kiüd kann nicht -, es verträgt nicht, es ist zu nervös,----usw. ins

Unendliche. 3n Wirklichkeit könnte das Kind sehr wohl. Cs kann schlafen; kann essen; fürchtet sich nicht; es ist nicht nervös. Das Kind ist ein von unverbrauchten Energien sprühender Orga­nismus. Es will Lustgefühle erringen. Seine Energien sucht es da durchzusetzen, wo es die toenigften Unluftgefühle findet. Seine Lustgefühle geraten aber teillveise in Widerspruch mit dem, was für die Umwelt erträglich, was zuweilen für feine eigene Gesundheit gut ist. Es muß lernen, diese Unlustgefühle innerlich zu über­winden!

Das muß schon der Säugling. Er soll nachts ruhen. Soll während dieses Zeitraumes keine Nahrung bekommen. Warum? Der Mutter hal­ber, sie muh schlafen uni> ruhen. Die stillende Muller soll neue Kraft sammeln, des Kindes halber. Magen und Darm sollen eine Pause haben. Die Unterbrechung der regelmäßigen Fütterung paßt dem Säugling nicht. Er emp­findet Unlustgefühle, schreit. Die Verven der Mutter oder die schwächeren des Vaters versagen, aus Ungeduld, aus Besorgnis, aus falschem, falsch angebrachtem Mitleid. Das Kind bekommt Nahrung. Der Vorfall wiederholt sich einige- ma(e. 3eht ist das Kind gewiß, durch Geschrei seinen Willen durchzusehen. 3n der Beurteilung der Ellern und unvernünftiger Umgebung gilt es jetzt als so nervös, daß es eine Nahrungspause nicht vertragen kann, daß es vor Nervosität schreit und strampelt. Das muh man von vorn­herein abstellen. Das Kind darf nachts nichts zu trinken bekommen. Die Nerven der Eltern müsten einige Nächte aushallen. Dann weih das Kind: es bekommt keine Mhrung, auch durch Schreien und Strampeln nicht. Da das Kind in der Regel klüger ist als die Eltern, gibt es bann sofort nach. Schreit nicht mehr. Hat keinen

Für Abendkleider gibt es märchen­schöne Stoffe; neben wundervollen Seidenkrepps in bezaubernden Farbtönen gold- und perlgestickte Tülle: und Spitzen! Spitzen von den zartesten Na- delgebilden bis zur schweren Venelianerin, auch golddurchwirkte Seidenspitzen. Und hier ist trotz der beibehaltenen graben Form auch ber Phan­tasie freies Felb gegeben. Es gibt Zipfel unb Fa­beln, tieffallenbe Dlumenranken, Fransen von Perlen unb entzückenben bizarrgefärbten, ge­knüpften Straußfebem.

Gradlinig und ganz dem Herrenschnitt an- gepaßt sind auch die Mäntel, vielfach von doppelseitigem Stoff. Schottenmuster in bedeckten Frabtönen sind für den Herbst in besonderer Fülle zu erwarten, auch für Kostüme, bei denen vor allem die sehr viel längere 3adc auffällt. Ob nun diese zunehmende Vermännlichung der Mode bei der Frauenkleidung immer günstig wirkt oder nicht vielmehr sehr oft auf Kosten der Kleidsam­keit gehen wird, möge dahingestellt bleiben.

Auch dieHutmode schließt sich dieser Rich­tung an. Zu der starren Linie des Mantels kommt die hohe, strenge Form des Zylinder- Hutes mit ganz schmalem, an der Seite umge­legtem Rand. Einigermaßen versöhnend mit die­ser strengen Form wirken die großen, hochaus­ragenden, oder auch weichere, über den Rand fallenden Reiher und gebergamituren. Glück­licherweise gibt es aber auch für diejenigen, die sich an Bub en köpf und Zylinderhut nicht gewöh­nen mögen, ganz Weiche Gebilde, vornehmlich aus Samt, auch zweifarbig, mit losem Kops und einem

werden der Kinder schuld. Aber durch die körper­liche Vererbung kann schon eine nervöse Dis­position der Kinder gegeben sein Es wäre nun schlimm, ja trostlos, wollte man diese Disposition allein als ausschlaggebend betrachten, wollte man daraus die Nottomdigkeit des Einttetens einer kindlichen Nervosität ableiten. ES wäre traimg, wenn jeder Mensch, der mit einer Disposition zu Tuberkulose geboren wird, eine Tuberkulose be­kommen mühte. Davon Bann keine Rede fein. Zur Disposition muß noch die aus lösende Ursache kommen, ehe Krankheit eintritt. Um hier einzu­greifen. muh erstens die Disposition durch ent­sprechende! Lebensweise gemindert werden, zweitens müssen vermeidbare Gelegenheitsursachen ver­mieden werden.

Hier kommt zur Geltung, was man als Ab­härtung des Nervensystems bezeichnet. Richtige Methode nur wird dabei Erfolg erzielen. Die körperliche Mhärtung bei krankheitsdisponierten Äinbern darf nur in richtiger Weise ^orgenommen werden, mit viel Lust und ja nicht mit dem eine Zeitlang viel angewandten kalten Wasser. Neue Schädigung ist sonst die Folge. Langsames, me­thodisches Vorgehen ist notwendig. Brüske Ueber- raschungen sind verpönt. Nach solchen Gesichts­punkten angewandt, wird auch die Abhärtung des Nervensystems eine vorhandene Disposition zu Nervosität verringern. Ein Teil einwirkender Schädlichkeiten (nervösmachender Gelegenheits­ursachen) kann ferngehalten werden. Ein Kirch darf nicht absichtlich erschreckt werden. Das ist keineMhärtung", sondern eine dumme Brüs­kierung, deren Folgen sehr schlimm sein können. Furcht ist nicht zu erregen. Drohungen mit Maß- nahmen, die nicht ausgeführt werden oder nicht ausgeführt werden können, überschlagen sich selbst. Das hastige, unruhige Leben der Umwelt ist vom Kind fernzuhatten. Die Ernährung soll sich von Eiweißüberlastung, scharfen Gewürzen fernhatten. Genußmittel wie Alkohol sind selbstverständlich zu vermeiden. Schlaf und Ruhe müssen reichlich

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Rand, der nachgiebig ist wie die Seele der grau. Er wird ganz nach Belieben der Trägerin gebo­gen und kann sich schließlich ebenso mit Reiher und Federn ausschmücken, wie der Kollege Zy­linder.

Wie man hört, soll es übrigens für die ganze kommende Saison bei der geraden Linie verbleiben; wenigstens haben sich die Amerika­nerinnen von den französischen Ueberredungskün- sten des Herrn Poiret in Paris ebensowenig be­tören lassen, wie die amerikanischen Männer von den Delegationen in London. Sie wollen nichts von der verkürzten Taille wissen, und so wird sich Herr Poiret ebenso wie sein ominöser Lands­mann mit dem ähnlich klingenden Namen dahin bekehren müssen, daß der gerade Weg der bessere ist.

3mmerhin aber muh man ja im Reiche der Mode immer auf Überraschungen gefaßt sein.

Für Haus und Küche.

* Rostflecke ohne Schädigung der Gewebe aus Wäsche zu entfernen. Zitronensaft, den man mit Salz vermischt anwendet, und zwar zu gleichen Teilen: 1 Tee­löffel Zitronensaft und I Teelöffel Salz. Nach­dem man mit dieser Mischung die Rostflocken betupft und einige Zett wirken gelassen, wasche man die Stellen mit klarem Wasser nach.

Käseschnitten. Alte Semmeln oder weißes Brot werden in knapp fingerdicke Scheiben geschnttten, ganz schnell nach und nach in mit

bargeboten sein. Sexuelle Reizung auch in frühe» fiem Leben ist zu vermeiden. Körperliche Bewe­gung ist bei kleinen Schulkindern wichtiger als zu eifriges Tummeln des Geistes. und auch bei größeren.

Andere Einwirkungen auf das Qtertxnfi)ftcm. Schmerzen, seelische Erlebnisse, Enttäuschungen usw. lassen sich nicht fernhatten Seelische und nervöse Mhärtung wird ein solches Freisein von Widerständen gar nicht wünschen können. Vicht nur Fernhattung aller Schädlichkeiten ist auch wünschenswert, sondern die richtige Anleitung zur seelischen Verarbeitung. Selbstbeherrschung der Ettern und Erzieher, Unicvbrücfung eigener nervöser Regungen, gleichmäßiges Entgegen­kommen helfen auch dem aufgeregten Kind am sichersten, Vervenruhe zu bewahren und zu er­langen. Es ist wichtig, das Selbstvertrauen des Kindes am richtigen Platz zu stärken Vichts ist verfehlter, als bei jeder Gelegenheit das Selbst- bewußtsein des Kindes herabzudrücken, künstlich ein Minderwertigkeitsgefühl zu züchten. Kind- licher Wille ist nicht mit Gewalt zu brechen, sondern durch Ueberzeugung und logisch in ge­ordnete Kanäle zu leiten.

$er größte Fehler, der begangen werden kann, ist es. in Gegenwart des Kindes von feiner Vervosität" zu sprechen - gleichgültig, ob daS Kind nervös ist oder nicht. Der Neigung des Kindes, sich als beherrschender Mittelpunkt nicht nur seiner eigenen kleinen Welt, sondern auch der Umgebung zu fühlen, wird hier in verderb­licher Weise Vorschub geleistet. 3n Gegenwart eines Kindes wird man nur in ganz bestimmter, heilpädagogischer Absicht von seiner Krankheit sprechen. Das Bedauern und Mitgefühl, das sich sofort auf das als nervös bezeichnete Kind richtet, wird mit am besten dazu beitragen, es nervös zu machen, auch wenn es das gar nicht ist! Das Kind mit seiner umfassenden Vitalität meiTt augenblick­lich, wie vorteilhaft eS unter UmftäitiKm sein, kann, sich in eine Krankheitzu flüchten". Von der Nervosität der Kinder in ihrem Beisein nicht zu sprechen, wird ganz besonders dazu beitragen, die Erscheinung dernervösen" Kinder seltener- werden zu lassen....

Wenn Kleinkinder spät sprechen lernen

Mit stiller Sorge beobachten viele Eltern, daß eines oder das andere ihrer Kinder spät oder recht schwer sprechen lernen. Pflege. 'IDartung und Entwicklung sind bei dem nach ihrer Meinung zurückgebliebenen Kinde fast genau so wie bei den anderen vor sich gegangen und dennoch will das Sprechenlernen nicht einsehen. Vach der An­sicht des berühmten Kinderpsycholvgen P r e y e r ist aber spätes Sprechenlernen du rch-aus kein Feh'ler in der Entwicklung des Kindes. 3e später em Kind sprechen lernt, um so leichter würde ihm dann die Sprachentwicklung, weil dann ihr Denkvermögen schon besser vor­wärts geschritten sei. Wichtig ist allerdings dann, daß das Kind, das zu sprechen beginnt, bei der Bildung von Worten und beim Suchen nach dem richtigen Ausdruck von der Mutter weit­gehend unterstützt wird und das soge­nannteDatschen", auchAmmensprache" ge­nannt, zugleich unterbleibt. Bei richtiger Anlei- tung kann ein gesund entwickeltes, zweijähriges Kind schon über einen Wortschatz von 100 Worten verfügen. An der Mutter ist es, einer allzu raschen Sprachentwicklung insofern Einhalt zu tun, daß sie dem lernbegierigen Kinde bei der Sprachentwicklung fördernd zur Seite steht, wenn sie diesem mit niedlichen kleinen Kinderreimen unter Zuhilfenahme der Händchen zur Bereiche­rung seines Wortschatzes verhilft. Ein Zuviel ist aber auch hier zu vermeiden.

Der gelähmte Säugling.

Ein französischer Arzt hat in der Pariser medizinischen Gesellschaft einen elf Monate altera Säugling vvrgeführt, dessen linker Arm seit einem halben 3ahr gelähmt ist. Diese Lähmimg ist da­durch zustande gekommen, daß das Ktnd mit der Mutter in einem Bett schlief, wobei der Ellbogen der Mutter einen Druck auf den kindlichen Armnerv ausübte. Die Finger des armen Kleinen sind klauenartig gekrümmt, und er wirb sich der Hand nicht mehr bedienen können. Alle Versuche, durch Elektrisieren eine Besserung des Zustandes herbeizuführen, haben bisher zu keinem Ergebnis geführt. Wenn es sich auch um einen ziemlich fetten en Fall handelt, so ist, wie dieUmschau" ihrer Veröffentlichung hinzufügt, das Schlafen des Kindes in einem Bett mit der Mutter doch immer gefährlich; denn schon oft sind Säuglinge sogar erstickt, well sich eine Mutter im Schllaf auf sie gewälzt hatte!

Wasser vermengte Mllch getaucht und aus einen Teller gelegt. Harter Käse (Emmentaler usw.) wird gerieben und mit ein bis zwei Eiern, einigen Löffeln Milch und etwas Salz zu einem dicken Drei verrührt. Kurz vor dem Backen wird eine Sette der Schnitten damit bestrichen. 3n der Pfanne Fett (am besten Pflanzenfett ober Butter) sehr heiß werden lassen, die Schnitten zuerst auf der gestrichenen und dann auf der anderen Sette schön dunkelgelb backen lassen. Als Gemüsebei­lage am Familientisch ober als Beilage zum Zwischengericht bei einem reichlicheren Mahle.

Marinierte Heringe werden gut gereinigt, schichtweise mit in Scherben geschnit­tenen Zwiebeln. Pfefferkörnern, Piment, Lorbeer­blättern in einen Topf getan. Milcher verrührt man mit Milch unb Essig zu dicklicher Saace und gießt diese über den Fisch.

* Schwarzwälder Ragout. Rohe, in Scheiben geschnittene Kartoffeln vermengt man mit Salz, Pfeffer, gewiegter Zwiebel und Petersilie. Gibt eine Schicht davon in eine mit Butter aus­gestrichene Form, auf diele in Scheiben geschnitte­nes, fettes Schweinefleisch und den Rest der Kar­toffeln. Zugedeckt, läßt man im Bratofen 21/? bis 23/< Stunden langsam schmoren und schwenkt das Ragout mit einem in saurer Sahne verquirlten Ci und etwas gewiegter Petersilie durch Man reicht dazu irgendeinen sauren Salat, wie Sel­lerie-, Rotkraut- oder Weihkrautsalat, auch auf- geschnittene saure Gurke eignet sich als Beilage z« diesem äußerst pikantschmeckenben Gericht,