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ZWeites Blatt Etetzener Anzeiger General-Anzeiger für Gveryeffen)
Donnerstag, 2b. Zunl 192^
„Der Separatismus" in Rheinheffen.
So sehr im weitesten Sinne des Begriffes der Separattsmus im besetzten Rh.iniana „erledigt" scheint, so wenig wäre eine Politik zu rechtfertigen, deren Ziel in der vollkommenen Richtbeach iung der Geschichte di.ser „Loslösti.igs- bewegung" eines Haufens minderwernger Elemente bestehen würde. Der rheinische S^paratls- mus an lich ist nur von sekundärer Bedeutung, nur ein Mittel in der Hand französischer Drahtzieher, die mit Hilfe der von ihnen ange-- zettelten und geförderten „Bewegung' das zu erreichen versuchten und — wei.er versuchen werden, was sie gelegentlich dec Beratungen des Versailler Llnfrieden-LiktateS nicht durchzusetzen vermochten. Die Erkenntnis dieser Tatsache, datz der Separatismus niemals eine rheinische, sondern allezeit eine französische Bewegung war, ist dank der Veröffentlichung zahlreicher Aktenstücke und Dokumente allgemein verbreitet. Auch im Auslande — trotz aller Ableugnungsversuche des fvun öäschen Prepagandad en-t s. Besonders die zahlreichen Dokumente, die das Zu- sammenaibeiten der Franzosen mir dem Separatistengelump in der P f a l z einwandfrei bewiesen, haben Aufsehen erregt, älm so erfreulicher ist es, dah nun auch der Schleier gelüstet wird, der über manchen Vorgängen in Rheinhessen noch immer ausgebreitet war.
3m Verlag von F. Lehmann - Frankfurt ist soeben eine Schrift von Adolph Decker erschienen, die unter dem Titel „Beiträge zur Geschichte des Separatismus in R h e i n h e s s e n" eine höchst interessante Zusammenstellung von zum Teil als Faksimiles wiedergegebenen Dokumenten über die Vorbereitung und die Durchführung des Separatistenputsches in Dingen enthält. Kein Geringerer als Hermann Oncken, der berühmte Münchener Historiker und hervorvagender Kenner der französischen Rheinpolitik, hat das Vorwort geschrieben. Er nennt die Dokumentensammlung, der zwei weitere folgen sollen, „ein historisches Quellenmaterial erster Ordnung". Das Ergebnis der Durchsicht ist nach ihm eine einzige niederschmetternde Anklage gegen die Franzosen. „Es wird hier," schreibt Oncken, „der urkundliche D e w e i s geführt, datz der Kreisdelegierte Jean Vermeil in Dingen dem Putsch in allen seinen Stadien seinen amtlichen Apparat, und seine militärische Gewalt, Kriminalpolizei und Sekretariat, Marokkaner und Maschinengewehre, zur Verfügung gestellt Hot und als der eigentliche älrheber des Putsches zu betrachten ist: kein Wunder, datz die Putschisten, die auf den Herrn Kceisdelegierten wie auf ihren Vorgesetzten blickten, keinen Schritt ohne ihn zu tun wagten. Dis in das kleinste hinab — bis zu den Karabinern, die amtlich den Gendarmen abgenommen werden und sich hernach in den Händen der Putschisten wiederfinden, läht sich der Beweis führen, wie systematisch der Kreisdelegierte die legitimen Gewalten entwaffnet und gelähmt, und dafür die Verbrecher bewaffnet und ermutigt hat. Dieser Beamte muh so sicher gewesen sein, mit diesem Verfahren den eigentlichen Willen seiner Vorgesetzten zu erfüllen, dah er sich nicht begnügte, hinter den Kulissen die Drähte zu ziehen, sondern mit einer zynischen älnvorsichtigkeit bei jeder einzelnen Aktion persönlich und unmittelbar her- vorzutreten wagte.
Wenn somit der Kreisdelegierte Scan Vermeil in die ganze Kette gemeiner Handlungen verflochten ist, bei denen die moralischen älrh^ber noch tiefer stehen als ihre elenden Werkzeuge, so trifft das nicht nur die einzelne Perlon, sondern seine Behörde, nicht nur die Glieder dieser Behörde, sondern auch den Kopf: die Interalliierte Rheinland! ommissivn selber. Auch diejenigen nichtsranzvfischen Mitglieder dieser Kommission, die, sei es aus Unkenntnis, sei es aus Schwäche, diese rechtswidrige Willkür mit ihrem Ramen decken, können sich ihres Teils der Verantwortlichkeit nicht entziehen, und die Rationen, die sie zu vertreten haben, stehen vor der Frage, wie lange noch sie an diesem Organ der französischen Eroberung und an seinen verbrecherischen Methoden Mitwirken wollen.
Angesichts dieses immer höher anschwellenden Belastungsmaterials erhebt sich immer unab- weislicher die Pflicht für diejenigen, die eä angeht: in unparteiischer Untersuchung festzustellen, welcher Art der in Versailles geschlossene „Rechtszustand" am Rheine ist. Die Menschheit wird nicht umhin können, diese tiefbeschämende Wirllichkeit mit den hohen Worten zu vergleichen, die damals eine neue Ordnung verkündeten, und vor allem für die Institution des Völlerbundes wie für die Idee des Völkerbundes wird es eines Tages entscheidend sein, ob er an dieser Stelle der Macht dienen oder das mit Fühen getretene Recht Wiede rherstellen wird.
Beschämend ist die Lektüre dieser Akten (und dessen, was zwischen den Zeilen zu lesen ist) auch für diejenigen Deutschen, die immerr wieder in einem Moment der Verwirrung oder in einem Anfall von Feigheit, sich dem Verbrechen zu beugen oder den trügerischen Phrasen, die das Verbrechen einhüllen, Glauben zu schenken bereit sind. Mögen daher diese Akten auch eine Lehre für die Zukunft sein! Denn wie die Taten der Franzosen am Rhein, so wird auch das Verhalten der rheinischen Generation, auf die sie fliehen, eines Tages seinen Tacitus finden."
Wir haben diesen Worten des Historikers Hermann Oncken nichts hinzuzufügen.
Trostlose Lage der Assessoren in Hessen.
Aus den Kreisen der hessischen Gerichtsassessoren scheibt man uns:
Die Anstellungsre hältnisse der Deamtenan- wärter in Hessen, insbesondere der Gerichts-, Re- gierungs- und Studienassessoren haben sich im Laufe der letzten Jahre derart verschlechtert, datz die Lage als geradezu trostlos angesehen werden muh. Schon lange vor dem Abbau hat man Anstellungssperre eintreten lassen, so dah in manchen Berufen seit fast zwei Jahren kein Assessor mehr angestellt wurde Die Last des alsdann eingetretenen Personalabbaues wurde im wesentlichen auf die Assessoren abgewälzt, indem man niemand mehr anstellte, obwohl ausreichend Stellen frei wurden, da man andererseits Beförderungen zu Oberräten, Direktoren und Präsidenten in Mengen aussprach und hiermit überwiegend die abgebauten höheren Stellen besetzte.
Börsenkurse.
6,65
•) Dom Rückzahlung
Banknoten.
Reichs bank die Anforderungen bereits über
schreitet,
2
8,65
dec Vertragslasten noch steigere. Die S.aa.saus- sicht über die staatlichen uno kommunalen Glld- institute habe völlig versagt und gestatte diesen, ihre Mittel nicht ihrer eigentlichen Zweckre iim- mung zuzuführen, sondern ohne Rililorücksichten zu möglichst Höpen Zinssätzen am offenen Mactt auszuleihen und durch die dadurch ersolgendo älntecstützung des Kettenhandels mit Geld die
21,10
4,30
21/0
4,25
39,5
1,3
2,13
8,9
6,6
9,9
27,6
39,9
1,3
2,1
8,9
Tendenz: im Angestrigen Haltung.
21
4,2
2,25 9
12,5
9,6
9,7
8,6
40
1,30
7,66
10, 0 4V
46,75 54,75
6,6 11
6 10,75 26 22,25
44,5
7,6 9,75 44,3
47,75 61,9
7,2 10,6
4.8 1C,7 24,8 22,5 35,1
8,25
1,90
0,325
21,76
3,75
7,4G
9,1
9,90
9,60
6,50
6,65
9,32
12,9 0,9.0
9,40
10
9,5 5/JO 8,65 12,1
6,50 9/0
7
2,05
8
12,65
9,’9 10 9,65 5,82
9
12,1
6,70 1
10,5
6,2
29
38
1,45
2,20
2,3
9
0,420
11,CO
1
2,4
3,70 6,75
2,95
2,5
21
3,5
6,65 7,375
7.80
1,75 0,35 0,375
46
7,60
9,5 44
48
52
7,13 10,7
5,13
9,60 '4,75 22,13 35,90
2,4
6^8
2,9
Erhältlich in 91 votbeten vnb Drogerien. Aniklärende SchrtstendurchPbarmakouA.-G.Jraukiurta.M.
21 !
4,05 |
(ruhig), Weizenkleie 8,— (matt), Roggenkleie 8,— (matt), Viktoriaerbsen 19 bis 20, kleine Erbsen 13 bis 15, Futtererbsen 12 bis 13, Peluschken 10 bis 11, Ackerbohnen 13 bis 14, Wicken 11 bis 12, Lupinen blau 9 bis 10, gelb 13 bis 14, Rapskuchen 8,60 bis 8,70, Leinkuchen 17 bis 18, Trocken- schnihel 6 bis 6,20, Karwsfelflocken 15.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M, 25. Juni. Es notierten je 100 Kilo: Wetterauer Weizen 16,25 bis 16,75, Roggen 15 bis 15,50, Braugerste 16,50 bis 17, Hafer, inländ., 15,50 bis 15,75, Weiz nm hi, südd. Spezial 0 27,25 bis 28,75, Roggenmehl 22,75 bis 23,50, Weizen- und Roggenkleie 8,25 bis 8,75.
22,6
35
7,25
8 0,3'0 8,13 11,-5
1,90 0,3'-5 0,300
Spar- und Hypothekenbeträge ab. Hemmend fle^e dec Produktion ferner vor allem die gewaltige steuerliche Belastung gegenüber, die den Kapitalmangel im Verein mit der kommenden Erfüllung
2,4
6,7
9,2 0,410
11,25
1
2,5
3,65
6,4
2,9
2,4
Y-"-L
Märkte.
Berliner Produktenbörse.
23,6 3,5 6,6 7,5 0,340 |
7/ 0 I 11,75 I
1,75 I 0,3’0 0,30-1 I
,.9I
e,4 -
44,75 !
47
52,2 -
6,75 10,65 , 4,9 ।
0
24,5
22
dieser Ton den weiteren Verhandlungen zugrunde gelegt wird, man bei einigermatzen Einsicht leicht zu einem guten Ende gelangen kann. Die Stimmung, die ohnehin ziemllch fest ist, wurde daher noch weiter angeregt, so dah schließlich die Börse ganz unverhofft einen lebhaften Tag zu verzeichnen hatte. Grohe Deckungen und Exekutionen fanden in Reichsanleihen statt, die, wie wir schon gestern berichteten, infolge Stückmangels jetzt stark haussiert werden. Der erste Kurs ist 0,142, auch ausländische Renten traten erneut in den Vordergrund, namentlich türkische und ungarische, während Rumänen etwas vernachlässigt waren. Auch Zolltürken, Bagdad 1 und II, ungarische Gold- und Kronenrenten, sowie ungarische Renten von 1914 waren besonders gesucht. Auch 1902er Rus- sen tauchten wieder auf und wurden gleich lebhaft umgeseht. Die Gründe für die große Rachfrage der Renten sind ja hinlänglich bekannt, teils erwartet man die Anerkennung dieser Dor- kriegsschulden-Anleihe, teils erwartet man die Wiederaufnahme des Zinsendienstes. Aber auch auf dem Industriemarkt war das Geschäft heute lebhafter, und die Rachfrage überwog das Angebot. Alle Marktgebiete haben Kursgewinne zu verzeichnen, namentlich der Montanmartt, auf dem besonders Phönix hervorzuheben ist. Es wurden Gewinne bis über 3 Billionen Prozent festgestellt.
Berliner Handelsqesellschast.
Commerz- und Prwat-Bank Darmst. und Naüonalbank . Deutsche Bank.........
Deuischc Vcrcinsbank .... Dtöconto Commandit .... Metallbank...........
Mitteldeutsche Creditbank. . Oesteireichische Creditanstalt Weltbank...........
Bochumer Guß........
Budcr.iö............
Caro .............
Deutsch Luxemburg......
Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpeucr Bergbau......
.Naluverke 'Aschersleben.... Nallwerk Westeregeln.....
Laurahürte...........
Oberbedarf......
Phönix Bergbau.......
Rneimtahl...........
Ricdcck Montan........ TelluS Bergbau
Homburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd.....
Cheramische Wcrle Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Hohmann......
Analo-Cont -Guano.....
Badische Anilin........
Chemische Mayer Alapin . . Goldichinidt..........
Gries firner Electron .... Höchster stardwerke......
Holzverkohlung Nütgerswerke Echeideanftalt Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mam'raftwerke........
Schuckcrt............
Siemens k Halske ...... Adlerwerke Kleyer Daimler Motoren. ..... Hehligenstaedt.........
Meguin.............
Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesclvchast Frankfurt. Pet. Union A.-G........
Schuhfabrik Her; ..... Sichel..............
Zellstoff Waldhof. Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . .
* Elektrizitätsgesellsch-aft Frankfurt A. G., Frankfurt«. M. Dem Vernehmen nach hat die im Jahre 1923 gegründete Gesellschaft, deren Aktien in den Fceiverk^hc der Frankfurter Börse gebracht worden sind, sich angesichts der schlechten derzeitigen Verkaufsmöglichkeiten und des langsamen Eingangs der Autzen- stände veranlatzt gesehen, mit ihren Gläubigern | ein Arrangement zu treffen, das die Weiterarbeit der Gesellschaft gestattet. Der bisherige Aufsichtsrat tritt in seiner Gesamtheit zurück. Reuwahlen finden in der am 1. Juli stattfindenden General- | Versammlung statt.
* Maschinen- und Armaturenfabrik vor m. Breuer & Co. in Höchst a. M Das abgelaufene Geschäftsjahr 1923 brachte die enge Liierung mit den Buder usschenEi sen- werten Wetzlar. Die Belegschaft sank infolge des Rückganges der Beschäftigung durch die Be- sahungsmatznahmen auf ein Zwölftel des Vorjahres. Die Papiecmarlbilanz schlietzt mit einem Liederschatz von 1994 Dill. Mk. Das neue Jahr brachte eine Wiederaufnahme des Eisenbahnverkehrs und damit eine gewisse Belebung dec Rach- frage. die Belegschaft konnte aus zwei Drittel des Iahces 1922 erhöht werden. Die Verwaltung be- tlagt das Mißtrauen des unbesetzten Gebietes und des Auslands bezüglich der Lieferfähigteit dec Fabriken in den besetzten Gebieten.
* D i e Stützungsaktion bei Ludwig Ganz A. G., Mainz perfekt. Die von dec Ludwig Ganz A. G., Mainz, angestrebte Stützungsaktion ist nunmehr als per-fett anzusehen. Wie die „Fctf. Ztg." erfährt, wird von einem Bankkonsortlurn, an welchem in der Hauptsache die Allgemeine elsässische Dankgesellschaft beteiligt ist, der Betrag von 60 000 Pfund Sterling zunächst bis Ende 1924 der Gesellschaft zur Verfügung gestellt, und zwar mit Prolongationsmöglichkeit auf ein weiteres halbes Jahr. Zwei Berliner Banken, welche dec Ludwig Ganz A. G. SXrefcite eingeräumt haben, sollen für die Dauer der Stützungsaktion diese bei der Gesellschaft stehen lassen.
* Disconto-Gesellschaft in Der - li n. Das Institut versendet jetzt seinen Geschäftsbericht und schildert Mrin eingehend den Währungsverfall und dessen Wirkungen, sowie die der Ruh besetzung und QUi um.-ertrage aus die deutsche Wirtshaft. Da dec Mangel an De'riebs» Mitteln die ülebecgangskrise so autzervr e tt ich e - schwere, sei die Frage der KapitalsdiVung und der künftigen Gestaltung des Geldmarktes matz- gebend dafür, ob überhaupt noch qröhece valls- wictschaftliche Reinübe cschü/s? crz e t w rb n könnten. Die Lösung des Kreditproblems hänge darum entscheidend von dec Reubildung grötzever
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
<Jn Billionen Mark auSgedrückt. BuenoS-MreS, London. Neu« York, Japan. Nio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.)
Telegraphis che Auszahlung.
Im jieien Verkehr war das Geschäft etwas Der!in, 25. Juni. (Wolff.) Für Roggen ruhiger. Api 21/2, Decker-Stahl *2>U, Decker-Kohle geigte sich heute für Mitteldeutschland etwas mehr 43/4, Denz Motoren 2, älfa 4, Kunstseide 45, Nachfrage, das Angebot hat sich jedoch zurückge- Mainzer Gas 10. zogen oder fordert erheblich höhere Preise, die
aber nicht bewilligt werden. Es wurden
Berliner Börse. notiert für je 1000 Kilo: Weizen, märk., 134 bis
Berlin 25 Juni. Die Tendenzentwicklung 138 (ruhig), Roggen, märk., 115 bis 124 (etwas an der Börse nahm ungefähr den gleichen Der- fester), Braugerste 138 bis 145 (ruhig), Futtev-
lauf wie gestern Wenn auch in einigen Papieren gerftc 127 bis 135 (ruhig), Hafer, märt., 116 bis
die Verkaufslust noch überwog, so bestand doch 126 (etwas fester), Raps 220 (ruhig), Leinsaat überwiegend Kaufneigung, so datz bei allerdings 260 bis 280 (ruhig); für je 100 Kilo: Weizenmehl wenig erheblichen Kurstxrändecungen die ©tim» | 20 bis 23 (ruhig). Roggenmehl J7.50 bis 20,25 mung als gut behauptet bezeichnet werden kann. Die Kursveränderungen hielten sich wiederum in recht engen Grenzen und gingen nur bei wenigen Papieren über 1 Dill. Prozent hinaus. Da besondere Anregungen nicht Vorlagen, blieb der Geschäftsumfang nach wie vor unbedeutend. Die Spekulation wandte ihr Interesse einigen Spezialwerten zu. ohne dabei allerdings nachhalttge Erfolge zu erzielen. In Kriegsanleihe fand bei neuerdings e.heblichen älmsähen die Aufwärts- betoegung ih^e Focttsetzung. Der Kurs schwankte zwischen 145 bis 160 bis 150. Für Canada, Pacific und Daltimore-Attien erhielt sich bei allerdings geringen älmsätzen und unveränderten Kursen das Interesse; für Schantungsbahn-Aktien, die ih en ve hältnismätzig bescheidenen Kursstand I .
ungefähr verdoppeln konnten, ist das Interests ’Jjjj wVlCCIft ÖW J MOllCrt neu erwacht Am Geldmarkt ist das Angebot grö- tzer geworden was auch für Monatsgeld gilt, nicht los, wenn nicht deren Britt bereit« nbnetotet
Hit der ständiae Rückaana der An« wird. Dies nefdilebt nicht durch Wavbtaltn oder 5>€Dt€n JE™I ähnliche siarkrtechendeMaterialien,sondern nur durch
focderungen zu der erfreulichen Entwicklung ae- ' " A *
führt datz der Zufluh an Exportdevisen bei dec ON. WelNrelchS MotteNatyer.
ja sogar neue Stellen in einzelnen Ressorts schuf. Ja es wurden nicht einmal die in dauernder Verwendung beiindlichea Assessoren angestellt, obwohl dadurch dem Staat feine dei Mehrkosten entstanden wären. Da es sich bei den hierdurch betroffenen Assessoren überwiegend um Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschäoigte handett, Haden diese Matznahir.ea eine mahlo.e E.bltteeung ausgelöst. ein Zustand, de sen Verlängerung zwangsläufig eine Rückwirkung auf die Dienst- und Aib<ltsfreudigteit ausuben mutz. 'Sie A.sessocea, im Alter bis zu 36 Jahren, legen in den heutigen . , „ Zeiten natürlich den allergrößten Wert auf Die Zinssätze für den Verbraucher ungerecht,er igt zu
relative Sicherung, die ihnen die Anstellung bie- steigern. Die Höhe der Danlzinfen sind nejen dem
tet, damit sie endlich, und zwar auch die nicht Anwachsen der älnkosten in diesen Mihständen
mit besonderen Glücksgütern gesegneten, in die ihre Begründung. Die Aufstellung der Gold-
Lage kommen, sich einen eigenen Hausstand und markbilanz gestalte sich schwierig, angesichts der
eine Familie gründen zu können. Es dürste an der ülnsichecheit dec Bewertung des feiten- und
Zeit sein, datz dies an matzgebender Stelle ernst- Konsortialbesitzes, der internationalen Verichti-
llch beachtet wird. gungen und Verpflichtungen aus dec Dorkriegs-
। zeit und der älnklacheit über die Aufwertungs-
ansprüche. Wie bekannt, wird der nach Abzug ■WiriJuJUfl. dec älntosten sich ergebende Reingewinn zur Er-
# , n. . ,. mätzigung der durch die Geldeutwercung entstan-
3icid)dbfltlE llllb Jli’patttcvuitßÖrlrtlUCi. foenen Kapitaleinbutze verwendet.
Der Zentralverband deS Deutschen Grotzhan- » O r e n st e i n L K o p p e l A. G., D e r l i n. dels teilt uns mit: Die ordentliche Hauptversammlung genehmigte den
Das Reichsbankdirektorium hatte in einer Ia'hcesabschlutz, der einen verteilbaren Reinge-
Rundverfügung sämtliche Reichsban.anstallen am winn nicht ausweist, sondern nur auf dec Patziv-
24. April angewiesen, bei Anträgen auf Kredit- feite dec Bilanz ein Wertberichttgungslonto in
gewähcung, insbesondere bei solcyen, welche aus Höhe von 627 509 Bill. Mk. verzeichnet. Wie Geben Kreisen der Textilbranche an sie hecanträten, Heimcat Orenstein mitteilte, habe das älntec.reh-
in geeigneten Fällen, abgesehen von der ganz men keineclei Daulfchulden und arbeite am Wie-
allgemein angeordneten K».e^i zuruckführung, sich decaufbau der ausländischen Betriebe. Im In-
über die in dem Geschäft des Antragstellers be- neim sei eine Verbesserung der Fabrikationsstehenden Zahlungsbedingungen zu in- methoden und -anlagen vorgenommen, dagegen
formieren und gegebenenfalls den Ausschluh von einer weiteren Expansion im Brmchtsjayc
der betreffenden Firmen von jeder Kreditge- Abstand genommen worden. Die Beschäftigung
Währung beim Reichsbankdirektorium anzu- sei schwach. Die Goldmartbilanz dürfte den Ak-
regen. Das Reichsbankoirektocium ging dabei von tionaren bezüglich des Goldwertes ihres Besitzes
der Auffassung aus, dah die R e p a c 11 e r u n g s- feine Enttäuschung bringen.
und Dis Paritätsklauseln — wenn auch « Deutsche Petroleum-Rütgecs- die Frage ihrer rechllichen Zulässigkeit nicht zwei- to€rfe 2l. G. Die durch Interessengemeinschaft felsfrei und bestritten sei — unter Dem währungs- verbundenen Unternehmungen legen einen gemein- politischen Gesichtspunkte in jedem Falle verwerf- famen GeschästsbeUcht vor, der für die Deutsche lich seien. Verhandlungen, die das Reichswirt- Petroleum A G. einen Reingewinn von 598 933 schaftsministecium inzwischen mit dem Zent alver- Dillionen Mk aufweist, für die Rütgecswecke band des Deutschen Grotzhandels und dem Reichs- €{n€n solchen von 1 060 511 Dill. Mk. Eine Dr- verband der Deutschen Industrie geführt hat, vidende soll nicht verteilt werden. Das Jahr 1923 haben zu dem Ergebnis geführt, dah das Reichs- stand im Zeichen des Einarbeitens in die Intec- wictschaftsministerium die Disparitäts- essengemeinschast. Es wurden mehrer: gemeinsame f lauf ei als unzulässig, die Repar tre- Geschäfte getätigt. Die Deutsche Petrol hatl > bar» rungsklausel jedoch als zulässig erklärt unter zu leiden, datz die Preise für Benzin auf hat, und zwar in Beschränkung auf einen ange- ^m Weltmärkte um 50 Proz. gesunken sind. Trotz messenen Teil des Rechnungsbetrages. Rachdem a[[ev Schwierigkeiten tst es auch den Tochtecgesell- somit Klarheit über die Rechtslage geschaffen wor- schäften gelungen, sich im Berichtsjahre zufrieden- den ist, hat auch die Reichsbank darauf verzichtet, stellend zu entwickeln. Bei den Rütgecswecken, ihrerseits durch Mahnahmen in der Krediipolitik Teerproduktenfabriken von den Franzosen
auf eine Aenderung der Zahlungsbedingungen besetzt wurden betrug die Produktion nur den der Verbände hinzuwirken. Sie hat deshalb die sechsten Teil der Erzeugung des Vorjahres. Für
oben angezogene Anordnung vom 24. April durch bie großen Mengen von Vorräten, die von Deig
Rundschreiben vom 17. Juni aufgehoben. Franzosen abgesahran worden sind, ist die Gesell- - I schäft nur zum geringen Teil entschädigt worden.
• ro af < „ (YifAlles in allem blieb die Erzeugung der Rütgecs- T ® uber uß f che Ersentoer ke. fW eh um ein Viertel hinter der des vergangenen
lar. Der Rechnungsabschluh ergibt nach 2o51 Ä1.rü(f
Billionen Mark Abschreibungen einen Reingewinn 'Ja-Z 8 •
von 29 991 Billionen Mark, der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll. Bei den Tochter- Zrankfurter Börse,
gesellschaften konnte ein Gewinn nicht erzielt n .
werden, die Verhältnisse waren ähnlich denen S r a nr *
des Mutterunternehmens. In der ersten Jahres- Aster.
Hälfte des Berichtsjahres war der Inlandabsatz mit Vmn Vloi nerftärfte sich die Absatzmöalich- ! Rachbörse auf allen Gebieten in faster „ -
feit nach dem Auslande infolge der Goldauf- Eine sehr 6^ ^rtellung far^
Wertung. Dagegen erbrachte das zweite Semester der freundliche Ton, der in der Aoke dec beiden die rapide Markverschlechterung und damit Der- Ministerpräsidenten HEiot lüfte für alle in Mark abgeschlossenen Geschäfte. I Ausdruck kommt. Man war überzeugt, dah, we^ Im letzten Vierteljahr lagen die Selbstkosten weit über Weltmarkpreis, wodurch in Verbindung mit dem Sinken des französischen Frank der Inland- absatz bis auf einen Bruchteil zurückging. Der Ruhreinbruch hat zwei Werke der Gesellschaft zum Erliegen gebracht.
Sn Billionen Prozent
Frankfurt a M
Berlin
S<i)lu0. fturt.
öchlm- ftirs
Schluß, fcll 6
Schluß- Rur»
Dcitiini:
?4. 6.
25.6.
24. 6.
25.8.
| 5% Deutsche Retchsanlethe .
I',1j4
0,i oO
C.131
0,163
1 4% Deutsche Michsanleiye .
0,390
—
0,^90
0,41’
| 3‘/»°/o Deutsche R.tchoanleihe
—
0,280
0,230
0,300
3°/. Deutsche Reichs mlcihe .
0,750
0,740
f ,710
0,800
| Deutsche Soarprainienauleihe
0,1 Z0
0,120
0,130
0,140
I 4°/o Preußische Konsols . . .
—
0,330
0,250
0,320
I 4G a fk'H...........
_
_
■■
1 z>/,»/. Hellen..... .
__
0,350
_
_
| Deutsche Wertb. Dollar-Anl.
4,2
' 1,2
4,2
4,2
dto-Doll Schatz-Anlretsng.^
76,75
76,3
76,75
76, t
1 4% Zolltürken.........
6,66
6,6
5,5
6,40
5% Gvldmerikaner .... -
-
—
39,5
36,o
24. Juni
25. Juni
Repart. %
24. 25.
Amllichr Notierung
Amtlich: 'J Geld |
iotirrn i, Brief
Geld I
Brief
Amst.-Rotl.
157,21
157,99
157,21
157,99
voll voll
Brss.-Antw
19,46
19,55
19,15
19,25
voll voll
Christiania.
56,46
58,74
71,08
66,45
66,74
voll voll
Kopenhagen
70,72
70,72
71,03
voll voll
Stockholm . HclsingforS.
110,97
111,53
111,12
111,68
voll voll
10,46
10,52
10,46
10,52
18,20
voll voll
Italien. . .
London. . .
18,15
18,25
16,23
18,10
voll voll
16,14
18,105
18,1-15
voll voll
Neuyork . .
4,19
4,21
4,19
4,21
voll voll
Paris. . . .
Schweiz . .
22,19
22,61
21,99
22,11
voll voll
74,16
66,16
74,54
66.44
74,16
74,54
voll voll
Spanien . . Wien in D--
66,18
66.44
voll voll
Ceft. abgest
5,91
5,93
5,91
6,93
voll voll
Prag . . .
12,37
12,43
12,395
12,455
voll voll
Budapest. .
5,19
6.21
0,19
"6,21
voll voll
Buen.-Airek
1,355
1,365
1,345
1,355
voll voll
Bulaorien
3,065
3,085
3,015
3,056
voll voll
Japan -. . iHio de ^an
1,705 0,44
1,715
1,715
1,725
voll voll
1,45
0,44
0,45
voll voll
Belirad . .
4,89
4,91
4,84
11.62
4,86
voll voll
Lissabon . .
11,62
11,68
11,66
voll voll
Berlin, 25. Juni
Geld
Brief
Reparü °/n
Amerikanische Noten.....
4,13
4,21
Belgische Noten........
19,05
19,15
Dänische Noten........
70 7
voll
Englische Noten .......
18’(l7
Französische Noten......
22*09
22*21
voll
Holländische Noten......
156,71
157,49
Italienische Noten......
13,08
18,18
Norwegische Noten......
55,35
66,64
voll
Deutsch Oesterr .L 100Kronen
5,91
5,93
Rumänische Noten......
1,81
1.83
vols
Schwedische Noten......
111,0?
111,58
voll
Schweizer Noten.......
74 16
74' 4
voll
Spanische Noten.......
66,11
66*39
Tschechoslowakische Noten . .
12,37
12,43
voll
Ungarische Noten.......
4,99
6,01
voll


