Samstag, 25. Ottober 1924
174. Jahrgang
Blatt
Der Sieg der Revolution in China
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Der triumphierende Weltkapitalismus.
Dte Dolle, welche da- amerikanische
ausländischen Geschäftsleuten abzuhängen. Der WeUr^pttal iSmus, dec jetzt zu triumphieren scheint, ttnrb durch einen Aufschwung unseres nationalen Vollswohlstantes zurückgedrängt werd n, wenn ayir den einzigen zum Ziele führenden Leg wählen: planmäßige Steigerung der nakionalenProduktion.
Kapital bei der deu t s chen Re para- !ßonsanleihe gespielt Hot, ist eine unmUtd- !ae Folge des Weltkrieges, der Amerika stark uwD kapitalkräslig gemacht Hot. DeLrnntlich hat ter amerikanische Bankier M o rga n daraus be- IlLnden, daß auch Frankreich einen Teil der ldchavationsanleihe überneHme. Gr Hal diee Te» iciügung Frankreichs «geradezu als eine Tebtn- ((»ng dafür hingestellt, daß die amerikani'che Finanz sich an der Sanierung der sranhöflfcherl teaatSfii langen beteilige Rach -Zustandekommen ter deutschen Repaoationsanleihe hat Morgan im Paris die Betengunyen für die vier Milliarden sanken betragende französische An leihe miSarbeÜcn helfen und ist jetzt nach Brüssel ^fahren, um mit dem belgischen Mrnisterprasi- iienten TheunLs gleichfalls über eine Anleihe zu erhandeln. Das jetzt von Morgan der fraipp-
। 'i 'eben Regierung bewilligte Darlehen hat fast . >Le gleiche Höhe wie die deutsche Reparations-
>i'leihe: ob sie da» gleiche Interefe beim annen- iQnischen Publikum finden wird, wi- es ,die deut- <He Repa rationS<mleihe gefunden hat, ist schwer
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2. Die sofortige Einstellung der Feindseligkeit« n und die Destra. fung der Schuldigen am Bürgerkrieg. Der Staatsstreich ist völlig unerwartet herbeigeführt worden. Die Truppen Feng Pu SiangS, die heimlich aus Schantung nach Peking herangebracht wurden, kamen Mittwoch abend an und wurden durch die in Peking stationierte 15. Brigade eingelassen. General Feng Yu Siang hat sogar den Versuch gemacht, die Minister z u v e r h a f t e n. Die Mehrzahl hatte sich l«doch versteckt. Die Absicht des Generals und seiner Hin» termänner, welch« offenbar der jung-chinesischen Gruppe angehören, geht dahin, eine Konferenz der kriegführenden Parteien einzuberufen, einschließlich der Generale Schangtsolin und Sun-Vat-Sen, um den Frieden einzuleiten. Der Präsident Tsao Kun hat, wie eine Reutermeldung berichtet, die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten be- fohlen. Marschall WuPei §u ist entlassen und zum Oberkommissar Les Kokomor ernannt worden. Der Kokomor ist ein großer Salzsee im nordöstlichen Tibet.
Die j a p a n i s ch e R e g i e r u n g hat mit Rücksicht auf die sich neu entwickelnden Dinge in China sofort Schritte ergriffen und zwei Torpedobootszerstörrr nach Tientsin beordert. Außerdem werden 200 Mann von Port Arthur nach Shanghai-Kwan geschickt werden. Möglicherweise wird Japan noch weitere Verstör- k u n g e n der in China stationierten Streitkräfte vornehmen, wie das auf Grund des Friedensprotokolls nach dem Doxeraufstand möglich »st.
Rückkehr Yuanschikais?
M il k d e n, 24. Oft. (WTB.) Nach einer amtlichen T" ldung hat sich Präsident Tsavkun in das Gesandtschafts viertel von Peking geflüchtet, nachdem seine Leibwache entwaffnet wurde. Rach einer Reute rmeldung aus Hongkong erhielt der Kommandeur der dortigen britischen Seestteitkraste die Nachricht, daß die Revolutionäre beabsichtigten, Tsavkun durch den ehemaligen Premier Iuanschikai zu ersehen.____________
Sozialisten, Kommunisten und Kleinbauern.
Don unserer Darmstädter Redaktion.
3n der Sitzung des Hess. Landtags ani Freitag, 17. Oktobw. war von dein Ko um nst.n Dr. Greiner folgender Antrag gcste.lt Worten „Um die Kreditverteilung an die Landwirtschaft nun auch wirklich den kleinen am leidenden Bauern zuzufuhien, ferner um bei Einschätzung der Schäden und bei Gewährung von Schateneriah ein« gerechte Durchführung au sichern, sollen K r edi t ve r te i l u n g. Schade.' schätzung, Gewährung von Schadenersatz lüns l a nur unter Hinzuziehung von Klein bauernkornmissionen vorgenommen Weden " Für den 2Intrag stimmten, außer den beiden kommunistischen Abgeordneten, auch d.e Koalitionsparteien, also das Zentrum, ne Sozialdemokraten und die Demokra t e n Die Rechte des Hauses, die D e u t s a) e Volkspartei, die Deutschnationalcr. und die Mitglieder des Bauernbundes haben ihre Stimmen gegen den Antrag abgc geben und das aus guten Gründen, denn er batte, wie Dr Kleinkurt, der Geschäfts, üh er des Bauernbundes, darlegt, einen großen Teil der hessischen Bauernschaft von Der Mitbestimmung beim Verteilen der Kredite ausgeschlossen. „Wurde dies, m Antrag gemäß verfahren, so wären rund 66 Pro;, der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fache m Hessen bei derartig wichtigen Fragen nicht vertreten. wesentlich alleres Bild halte der Antrag ergeben, wenn er eine Hinzuziehung der mittleren und großen Landwirte gefordert hätte, die übrigens schon von jegec üblich ist. Wenn auch die landwirtschaftliche B" tricbswifsenschaft Kleinbauern nur bis zu eine Grenze von 20 Morgen kennt, so muß Einea Erachtens diese Grenze je nach Sage des Betriebes weiter nach oben verschoben werden. Aue diesen Gründen war es den Vertretern einzelne bü' qcntcyer Parteien nicht möglich, tem Ant a i zuzustimmen. Außerdem war dieser Llntrag nuv ein Schlag ins Wasser, te er m ferner Auswirkung für die diesmalige Schadeschochw s und Kreditverteilrrng nicht mehr tn Feag-
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kommen kann."
Schon aus der ganzen Art, w?e das Abstimmungsergebnis von den Sozialisten und Korn- munisten ausgenommen wurde, konnte man entnehmen, daß sie darin einen 2l 8 itationS - ft o f f für die kommenden Landtagstvahlen er= bl cken Die fozialdemorratische Pre fe be-utet d e Abstimmung bereits in diesem Sinne aus u.-.d stellt die Parteien, die gegen den Qlntrag flimm- ten als „entlarvte Dauernfreunte" hin. Es tot o natürlich bei dieser Gelegenheit der wahre Sachverhalt verschwiegen, wie er sich in dem kommunistischen Antrag darstel.1; ver schwegen wird aber auch die grundsätzliche Stellungnahme der Sozialdem o r r a =■ ten und Kommunisten gegenüber den Weinbauern, Deren Interessen he angeblich ve treten werden Die sozialistisch-' Literatur ist so überreich an Aeuherungen. wie die Soziald m kratte über den Bauernstand denkt, daß cs mcht schwe^ halt, einige bezeichnende Dei'piele zus mmenzut ngen So hat der Re.chstagsabgeordn te Geck-Ofsm- bach auf dem soz. Parte tag Ibtza erklärt, man müf’e Dem Bauern feine 2tff«nneB« zum Privateigentum nehmen und ihn belehren, daß er es auf seinem Pnvatbcslh au nichts bringen könne. Daß das keine vereinte te Auffassung ist, zeigt ein Aus,pruch des H Parteiführers Kautsky, der nach Dem Pro- tokoll jenes Perietages erklärte: „Für dte Er- Haltung des Bauernstandes einzu- treten, haben wir keinen Grund. Dei Sozialdemokrat Georg Schmidt sch leb un Vm- tvärts: „Wenn es zur S-zialisienmg fomnrt. d nn werden wir uns darüber mit Den Groß grundbef ihern viel besser einigen können w e mit den kleinen Dauern Der Dauer ist Der größte E ig e n t u ms s an a t t ke r.
Die Kommun ist en denkm ube Da« Bauerntum genau so w e die Sozial! ten st ? steten ja wie sie auf dem Boden der 2e.)re voi Karl Marr So hat auf dem Par etag Ver K rnnmnisti- schon Arbc terpartei De stschlan s der vom 11 biü 13 September 1921 in D.rlin st ittsan) der Korn- mun.ft Mühle erklärt: .Es Darf m D';ug auf Die (Enteignung kei neu Unterschied geben zwischen Groß-, Mittel- und Kleiii- besihern, sondern es muß klar ausoesp ^ch n toerben, daß es nur eine Enteignung an den Produktionsmitteln geben kann. Daraus kann man natürl.ch auch resultieren, daß es für uns in Der Revolution eine Neutralität gegen Mittel- und Kleinbauern nicht geben kann."
Aus diesen wenigen Bellpirien erieht man ohne weiteres, daß die Sozialdem-kratm und Kornmunisten nicht die Bauernfreunde sind als die sie sich jetzt aufspielen und daß es mit ihrem Antrag im Hess. Land ag gar nicht ernst gemeint tft, Den Kleinbai e.n zu halfen Indern daß es ihnen mir um Die Agitation wahrend Der Landtagswah'en zu tun ist: aber damit werden sie nichts bei Den Dauern erreichen.
Die Haftbefehle gegen die kommunistischen Abgeordneten.
Berlin, 24. Oft. (WTB) Don den 62 bisherigen kommunisrisck^ Reichstagsabgeordneten befinden sich nach Dlatt.rmeld-u - gen acht in Haft. Fünf smdjmmuna^ Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses. Die Behauptung, daß MasseTtverhaftungen borge»,
i ir. 252 Erster
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Die Bereitschaft Der überwiegenden Mehrheit des deutschen Volkes, die tn London über» aDmmenen Repa ationsverpfüchtung n loyal durch- ^uführen, verhindert nicht festzustellen, daß Die Ännahme des von Dem Amerikaner Dawes gezeichneten Programms eine Vorherrschaft Les amerikanischen Kapitals auf dem «europäischen Kontinent einlet'et Insofern ist Die Charakteristik, welche die deutschen Linksradikalen riber das Dawes-Programm geben, richtig. Eine •entere Frage ist es indessen, ob eine andere »Lösung möglich war. Dis &um üleberdruß 'bat man uns gesagt, daß mehr als die Hälfte des stn ter Welt überhaupt vorhandenen Goldes tn .amerikanischen Tresors üege^ und daß e i n Wiederaufbau der europäischen Ruinenfelder ohne eine aktive Detei- ligung der kapital stärk st en Nl acht nicht denkbar sei.
Schätzungen unterrichteter Stellen nehmen Die Beträge welche außerhalb Der Reparationsanleihe 'während der letzten Monate von ausländischen Geldgebern an Deutschland geliehen worden sinD, mit mindestens zwei Mllliard^ Doldmark an. Der größte Teil dieses Betrages dürste aus Amerika stammen. Hatten wir dieses Leihkapital zurückgewiesen, weil es aus Dem kapitalkräftigen Amerika stammt, und fpater vielleicht einmal wirtschaftspolitisch S/gmuns aus- genullt werden könnte, so wäre selbst die geringe Entspannung, die tn den letzten Wochen em- getreten ist, auSgeblieben. Solange wir em«: Revision des Versailler Vertrags und der auf ihm begründeten ReparaNonszahlungen nicht durchzuseyen vermögen bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere Wirtschaft mit den Kapitalien voll in Betrieb zu: sehen, die ft<6 ur^ zur Verfügung zu stellen bereit smd Dabet dürfen wir natürlich nie vergessen, daß drrier Strom ausländischen Kapitals nicht unerschöpflich und nicht ewig ist, und vor allem, daß cd nu£t von unserem Bedarf und unserem Driieben ab- hängt, ibn stärker oder schwacher fließen zu lassem Ein zwar noch fernes, aber letzt schon ögr Auge zu fassendes Ziel Der deutschen Smary” und Wirtschaftspolitif wahrend der nächsten Zähre wird es sein müssm, -n der f t n a n- jieU«n Befreiung unseres Landes zu ar-
CTt^ie rabiatesten Gegner d^ Kapitalismus, die Kommunisten, behaupten wir hatten uns , ter Herrschaft des amerckantschen Kapitals te > .durch entziehen können, daß wir ^s politisch , und wirtschaftlich mit ö ° ©I e tr: u ■.4 verbündeten. Zm etn^lnen tst diese TehauP- 1 tung nicht erläutert wordm.
I Kilos im Hinblick auf Die in Rußland stattstn tente grandiose Kapitalzertrumineau g . «icht gelungen. Gewiß ist es für ^selbstbewußtes > totD Akunftsfrohes Volk em hartes Schicks^ l jpjchtigen Cebendfunttionen von kaltrechnenten
tered Zusammenarbeiten zwischen 3 n- b u ft r i e und Landwirtschaft sei zum Wohle deS Volkes notwendig, wenn es auch mitunter Differenzen, wie in Der Zollfrage, geben könnte. _. _
Hierauf trat die Versammlung in die Tagesordnung ein. Es lag eine Entschließung vor, in ter es u. a. heißt: Zu ten Lebensbedingungen! ter deutschen Landwirtschaft gehören
Zoll- und verkehrk'politisch« Maßnahmen gegen den Wettbewerb solcher Lander, die unserer einheimischen Produkiion auf dem deutschen Markte durch günstigere ErzeugungSbedingungen überlegen sind.
Vorübergehenden Rotständen in ter Deckung des Rahrungsbeterfs kann durch besondere befristete streufähig und hat den Vorzug, nicht zu stauben, fteuert werden. Die landwirtschaftlichen Zolle müssen in einem angemessenen Verhältnis zu den Zöllen für die Industrie l le n E r ze u g n i f s e stehen. Die ter Landwirtschaft als Betriebsmittel dienen oder die Preise ter Betriebsmittel beeinflussen. Die Landwirtschaft lehnt es grundsätzlich ab, sich als Kompensat ionsobjek« bei den Handelsvertragsverhandlungen m.ßbrauchen zu lassen.
3n tei Aussprache empfahl Dr. Mueller- Karlsruhe die Annahme einer weiteren Entschließung, nach ter ter Deutsche LanDwirtschastsrat Dagegen Einspruch erhebt, daß durch den Abschluß des Handelsabkommens mit Spanien der deut- sche Weinbau Dem Ruin überliefert wird. Die Reichsregierung wird in dieser Entschließung
dringend ersucht, das spanische Abkommen sofort zu kündigen. Die Entschliessung wurde angenommen, seiner auch eine Entschließung, die Vertagung aller grundlegenden Resormen ter Un» sallveisicherung bis zur Rückkehr normaler Zeiten und fernerhin die Aifhebung ter D^ord- nung vom 30. Ottoter 1923 verlang^ durch Die tem Reichsarb-ritsmtnister die Ermächtigung zu tiefgehenten Gingnffen in Die Organisation ter Llnsallversicherung gegeben wurde.
Weiterhin wurde eine Resolution teschlos^en, in ter u a. für Die Vermöge n s st e u e r eine Anpassung an Den tatsächlichen ertrag «tue rt und für Die Einkommensteuer Der Erlaß ter Dritten und Die Ermäßigung ter vierten Steuerrate, eine H e r ab - fetiung Der Umsatzsteuer unD eme Freistellung te? Eigenverbrauchs von die,er öteuer gefortert wird
Der 3teid}slanbbunb im Wahlkampf.
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heißt: Wir halten es für unsere Pacht' unseva Mitglieder aufzufordem. sich von Anfang an mit allem Rachdruck dafür einzusetzen, daß nur solche Persönlichkeiten auf Die Stimmen des im Reichs- und Landbund orgamfierten Landvolkes zählen können, die rückhaltlos persönlich Dafür eintreten, daß bei ten kommenden Regierungsbildungen im Reich und in ten Landern das Landvolk und die Landwirtschaft ihrer Bedeutung und Stärke entsprechend in Den Kabinetten selbst vertreten sind.
ÄBiaHee MB ÜHjt.ylll für die Tagernummer bis z,m Nachmittag vorher ohnejedeDerdindlichkeit.
Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichö, auswärts 10 Goldpfennig; für Re- lilame-Anzeigen v 70 nm «Breite 35 Goldpfenniq. «)latzvorfchrift20°-,Aus chlag. - Verantwortlich ür Politik il Feuilleton tzr.Friedr.Wilh Lange: ür den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für dc> Anzeigenteil: HansBeäi, sämtlich in Gießen.
Ganz überrascht hat in China durch den Abfall des Generals Feng 3u Hsiang von ter Pekinger Zentralregierung die revolutionäre Strömung unter Führung Tschang-Tso- Lins die Oberhand gewonnen, Peking besetzt und den Präsidenten Tsavkun zur Flucht gezwungen. W u p e i f u, die beteutendsie Stühe Der Pekingei. Zentralregierung, ist jetzt mit feinen Truppen, unter Denen sich übrigens schon seit einiger Zeit eine gefährliche Zersetzung ter Disziplin bemerkbar macht, vollstänDig umzingelt, man Darf wohl auf Grund der neuen Situation jetzt bestimmt dam'tt rechnen, daß auch er binnen kurzem seine Stellungen zugunsten des iegreichen Tschang-Tso-Lins wird räumen müssen.
Ob aber nach Abschluß Dieser Revolution, Der jetzt schWi in greifbare Rahe rückt, Die nationale Einheit Chinas, um Die Doch letzten Endes Die chinesischen Soldaten ihr Blut ter« gossen, hergestellt sein wird, erscheint doch recht fraglich, da das Ausland während des chinesischen Bürgerkrieges eine recht bedeutende Rolle spielte und Tschang-Tso-Lin, Der Sieger, die Pekinger Regierung Doch nur mit materieller und finanzieller älnterstühung ausländischer Interessenten verjagte. Das Rat onalgefühl ist aber nach dem Kriege so stark geworden, daß Tschang-Tso-Lin, wenn er China in Zukunft führen will, sich von seinen heutigen ausländischeck Freunden endgültig los sag en muh. Im anderem Falle wird Diesem Bürgerkrieg ein neuer in nicht allzulanger Zeit folgen, Da Die frem- DenfeinDlichen Strömungen in China viel zu mächtig sind, so Daß auch ein Mann wie Tschang-Tso-Lin sich ihnen auf die Dauer nicht wird entgegenstellen können.
Der Staatsstreich Feng-Yu-Siang.
Sv n d o n, 25. OH. (TA.) Die Nachricht von dem Staatsstreich des Generals Feng Pu Slangs wird bestätigt. Seine Armee, die 40 000 Mann zählt, hat sich in den vollständigen Besitz Pekings gesetzt und fordert:
1. Die Absetzung des Präsiden- ten $fao Kun.__
Derveutfche Landwirtschastsrat.
Berlin, 25. Oft. (Sil.) Die auterorDent- liche Plenarsitzung des Deutschen Landwirtschaftsrates trat am Freitag vormittag im Sihungssaale des Reichswirtschaftsrates bei außerordentlich zahlreichem Besuch zusammen. Von Reichs- Ministern waren ter Minister für Landwirtschaft und Ernährung Gras K a n i tz und Wirtschaftsminister Hamm anwesend. Außerdem Vertreter des Reichsarbeitsministeriums und Der Land- Wirtschafts- und Wirtschaftsministerien von Bayern, Sachsen, Oldenburg, Mecklenburg-Strelih, Mecklenburg-Schwerin und Thüringen. Als Gäste waren erschienen: Vertreter des Jndustrie- und Handelstages sowie des Zentralverbandes der Landarbeiter.
Der Vorsitzende, Präsident des Deutschen Landwirischaftsra es. Dr Brandes, be.vnte.dah die Wiedereinsührung der Agrarzölle unter Bülow doch noch gewisse Lücken gelaßen habe, na» mentlich für Fut:erarli'el Bei Der rapiden Ent» Wicklung Der InDustrie fei Die LanDwir t° schäft ins Hintertreffen geDrängt worden. Trotz der Ei-folge des Krieges habe man zwar ter Industrie ihre Zölle Wiede.-gegeben, die Landwirtschast aber vernachlässigt Jetzt müsse ter Landwirtschaft schnell und ausgiebig geholfen werten. Statt uns auf ten Export zu verlassen, sollten wir wieder auf einen kaufkräftigen In- landmarkt bedacht sein. Der Redner hoffte auf eine weitere gedeihlich: Zusammenarbeit mit der Industrie. Für die Landwirtschaft sei die Hauptsache, in ihren eigenen Reihen Disziplin zu halten und das Ziel klar zu erkennen.
Hierauf nahm ter
Reichsernährungsminifter («raf Kanitz das Wort, ter die Grüße ter Reichsregierung überbrachte. Dir schwe e lanl'wirt'chaftl ch ftrife. deren Beginn mit seinem vor Jahresfrist erfolg en Amtsantritt zusammenfolle. h.ibe sich jetzt b.i Hinzulommen ter Kreditkrise noch verschärf t. Der Parlamentarismus, ter bei uns noch in den Kinder'-rßuhen steckt, habe leider die Arbeit der toirt[*> ftlichen R^s->rts ter Reichsvegierung wahr'cheii ich ctr mhee Monate stillgelegt. De.' Mini^ er te.sp ach aber, den Kopf nicht hangen -u las en Er toürte ein ' hundsmi eoabler Er iäh.-u-gZmini' e ‘e n, toenn er nicht auch vrr'uch e. ein pa s-rbler Cante wirtschrftsminister zu fern. Als solch.r dürfte er Die Au^en nicht vor der be'teheidei Landwirtschaftskrise verschließen. An ten hohen P . eilen habe die Landwirtschaft gar fein Interesse Der Redner schloß m t tem Wunsch daß Die Tagung des Landwirfchaf.srtites de Landwirtschaft wieder um ein Stück vorwärts bringen möge auf Dem la'gen Leitenswege zum I Wohle unseres geliebten Vaterlandes.
Geheimer Komm.wzienrat Emst v. D o r s i g I üderoracyte Gruße aus Industriekreisen. Ein toei-
4 «rauszusagen. Das Bankhaus Morgan g lt als mnzosenfreundlich unD wird zweifellos ter tvige tun, um Das amerikanische Pniblikuin für rie am 10. Rovember teginnende Zeichnung Der französischen Anleihe zu intevessieren.
Dadurch, daß Die amerikanische Finanz Die ■J cvichtigsten mitteleuropäischen Wirtschaftsvölker i simrnziert, erwirbt sie sich einen Einfluß, Der vielleicht erst nach Jahren planmäßig . ausgenuht werden wird. Auf den ersten Blick I konnte es scheinen, daß Die amerikanischen Ka- t p idalbesiher Den Fristen und Die ruhige Ent- I: -icklung in Europa für unbedingt gewährleist^! ' halten; Denn sonst würden sie sich wahrscheinlich tzäten, tem Deutschen Reich und seinen Hauptgläubigern Fvankoeich und Belgien große Summen zu leihen. Eine Rückkehr zu Po in c a r 6- s chen Methoden, die Deutschland politisch und NRrtschafflich schwächen und auf Der anderen Seite Fixmkreichs und Drig ens Aussichten, von Deuts<te btnrD voll finanziell befriedigt zu werten, wird crifo von den amerihinischen Geldleuten augenscheinlich nicht befürchtet. Als in Der letzten | tZIlaiwoche 1922 Morgan mit Poincarö tn Paris 4(>er die Gewährung einer Reparativnsanleihe r»crhaütelt>e, fvll er sich — tem Vernehmen nach — davon überzeugt haben, daß mit diesem Mann her brutalen politischen Methoden kein aus Frie- txn und Sicherheit begründetes Geschäft abgeschlossen werden könne. Es wird sich erweisen, ob die Autorität des amerikanischen Gläubigers aus- ' reicht um Die Pariser Politiker ein für allemal vor Rückfällen in die Methoden der Gewaltpolitik
General-Anzeiger für Gberheffen
»nid «nr Verlag: vrÄhl'Iche Univrrsllälr-Vuch- unö Sleinörudtrei R. Lange in Sietzen. Schrifileiinn, und Seschäsirfttll«: SchuMage 7.


