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Ein Roman aus dem 21. Jahrhundert von Hans Dominik.

«9. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Dieser ungeheure SchneefaU ... es hxti ein Eisbairbschah, Len Europa ihm vor die Füße ttxni... and den er nicht aufzunehmen vermochte.

Aber wie weit reichten Schnee und Frosts Dis in die warmen, weichen Steppen des Siedler- landes? . . . ilmnöglid)!

So weit konnte die Macht ... die Kunst deS Feindes nicht gcfcn . Rur vorwärts!... Mur heraus aus diesen letzten>rgcn! Da . . . jenseits der Steppe . . da mußte der Sommer wieder beginnen.

*2öo blieben die Flugzeug«, die ihm Meldung brächten, wie es da vorne stand? Der Schnee- sturm lieh keinen Boten durch. . .

tauschend hob er das Ohr . . . da! . . . Ein Surren von Propellerflügeln Gr ritz den Vor­hang zurück und trat ins Freie. Prüfend über­flog sein Auge das dunstige Himmelsgewölbe.

Da ... In höchster Höhe ein Pünktchen . .. War's einer von seinen Fliegern? . . .

Mit kaum bezähmter Llngeduld wartete er. Sein Auge fiel aus die Gruppe der Offiziere, die ihn schweigend anstarrten. Ein argwöhckschrr Blick überflog die Gesichter. Sahen sie die Ver- zweiflang, die in ihm tobte? . . . Erkannten sie die Qualen, die seine Seele folterten? . . .

Sollten sie sehen, dah er das Letzte seiner Macht, die Herrschaft über sich selbst verloren?

M« erner schmerzyafreu Anstrengung versuchte er seine Mienen zur Ruhe zu zwUtgen.

Der Ruf:Flieger von unSI" drang an sein Ohr und wirkte erlösend. Roch wenige Qlllnulen, in Lenen alle Aufmerksamkeit der näh>rkommen- den Maschine galt. Dann landete das Flugzeug. Der Flieger kam, von vielen Händen gewiesen, den Abhang hinaufgeeilt. Stand vor ihm.

Wo kommst du her?"

Vom LIrall"

Wie weit reicht der Schnee?"

DiS zum Saison-Ror! Die Ebene LeS Sai- san-Ror ist noch braun und toeitk He weiter ich nach Osten kam. desto Weiher wurde das Land."

Las Siedleriand. .

Liegt grün in hellsnv, wcrrmem ©onnen* schein."

Ein Blitz zuckte aus den Augen deS Tvghon.

Vorwärts!"

Weithin hallend... die Offiziere elektrisie­rend, drang der Rus von seinen Lippen. Ein Ruck war uurch die Gestalt des Regenten ge­gangen. Das alte Siegerbewusttsein kam zurück. Mit einer stolzen Geste wandte er sich zu seiner Umgebung.

VorwärtsI 3n ein paar Tagesmärschen sind wir im blühenden Siedlerland. Da ist Sommer!

Da ist's wurm! . . . Schnell vorwärtsl . . Da finden wir den Gegner und schlagen ihn, Jeder Schritt bringt uns näher an das sonnige Ziel und an den Feind."

Wie ein Lauffeuer pflanzte das Kommando sich fort.

Auf! . . . Vorwärts i schallte es durch die rastenden Kolonnen. Hier schneller, bart lang­samer erhoben sich die lagernden Truppen. Die For-mationen schlaffen sich zusammen. Die mitten Glieder setzten sich in Marsch 3n unabsehbarem Zuge strebte die gelbe HeereSmacht von neuem gen Westen.

So ging es Stunden hindurch. Schon stand die Sonne, die an diesem Morgen mit ihnen im Osten ausgebrochen war, weit vor ihnen im We­sten. Doch ihre Strahlen fehlten. Kahl und grau blieb der Himmel. Llnabsehbar streckte sich das weihe Gefilde.

Die Dämmerung kam . . . und stärker wurde der Frost. Gr prestte der Luft die letzte Feuch­tigkeit aus. An den bizarren Skeletten der im vollen Sommcilaub er,rorenen Bäume bildete sich wunderlicher Rauhreif. Einzelne dicke Reif­slocken sielen aus der saft windstillen Luft.

Hin und wieder zer-rist ein weithin hallendes Krachen und Donnern die Abenbstihe. Dann war irgendwo der so Plötzlich gefrorene Boden In meileulangen Spalten auseinandergerisien.

Rur noch mühsam hielten sich die Kolonnen In Bewegung. Immer häufiger wurden die Stür­zenden. Keine Hand streckte sich zu ihrer Hilfe. Da endlich kam dec Befehl:

Halt!"

Glücklich die, in deren Rühr Wald wuchs. Im Augenblick krachten die Stämme unter den Schlügen der Aexte. Um die lodernden Feuer drängten die Soldaten ihre erstarrten G.ieder.

An vielen Stellen zer-rist schon jetzt die Ord­nung. Die. kein Holz mehr fanden, verliefen ihre

Plätze und eilten zu ven wärmever^nyenv« Feuern. Die meisten, ohne sich um Ausrüstung u-nd Waffen zu kümmern. Dicht aneinandergv» drängt erwarteten sie den Morgen.

2lach endloser Rächt verriet das Grau Im Osten den kommenden Tag. Fast niederaebrannt waren die Feuer, verschwunden jeder Wald, fo- tveit j>r erreichbar.

Der neue Tag begann mit neuer Qual. Wäh­rend die Hunderttausende vom Hochk)mmen deS Tagesgestirns Erwärmung erhofften, nahm der Frost immer mehr zu.

Rur widerwillig, ermattet bis auf den Tod, folgten die Truppen dem Signal zum Aufbruch . . . soweit sie noch zu folgen vermochten. Ver­geblich wurde gar mancher angerufen . . . vergeb­lich gerüttelt . . . Die Toten erhoben sich nicht.

Rur langsam kehrte das Leben in jene zu­rück, die noch die Glieder zu regen vermachten. Kaum konnten die Hände noch die schweren Waffen halten. In dichten Schneewolken fiel der Atem zu Boden. Wie Feuer brannte dec kalte Stahl in den Händen.

Schwerfällig setzten die gelichteten, kaum ge­ordneten Kolannen sich in Bewegung. Schon nach kurzer Zeit versagten die Kräfte von neuem. Bei geringen Unebenheiten des Bodens taumelten die Marschierenden, konnten sich nicht mehr aufrecht­erhalten und stürzten nieder. Immer gröber wurden die Haufen der Rachzügler, die nach der verscheidenden Glut der verlasfen?a---Feuerslatten schwankten und sich dort niederwarfen ... zur Ruhe ... die meisten zur ewigen Ruhe.

(Fortsetzung folgt.)

Einladung M GMkMWMM. Samstag, den 3. Mai 1924, nachm. 2 Uhr, findet die ordenll. Generalversammlung der Spar- und Vorschuhkasse Uesselbach e. G. m. b. h.

bei Mitglied Hrch. Schomber III. mit folgender Tagesordnung statt:

1. Bericht über das Geschäftsjahr 1923, Fahresrechnuna u. Bilanz p. 31.12. 23.

2. Bericht des Aufsichtsrats § 63 der Stat Gold-Mk.-Bilanz p. 2. 1. 24.

3. Beschlußfassung und Genehmigung der Bilanzen.

4. Beschlußfassung über Derwendung bts Reingewinns.

5. Beschlußfassung über die Entlastung des Vorstandes.

6. Festsetzung der Geschäftsanteile und Haftsumme in Gold-Mark.

7. Statutenänderung § 46, 48, 49, 61, 73.

8. Zusammenlegung der Geschäftsanteile.

9. Festsetzung der Kreditgrenzen § 36, Ziffer 9 a b.

10. Verschiedenes.

Die Rechnung liegt vom 25. Avril ab 8 Tage lang zur Einsicht der Genossen im Geschäftszimmer offen. 3205D

Kesselbach, den 22. April 1924.

Für den Atrfsichtsratr Schäfer 11 L, Vorsitzender.

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VorfOhrungszeitem an Wochentagen 4, 6 und 8 Uhr, Sonntage 3, 5, 7, y Uhr.

Während derVorführung bleiben die Saaltüren geschlossen und ist nur in den Zwischenpausen Einlaß, um alle Störungen zu vermeiden k Nicht zu verwechseln mit Sprech- oder Singfilmen, die bisher gezeigt wurden. Jugendliche haben Zutritt.

Nach den Erfindungen der deutschen Gelehrten J. Massoie, H. Vogt und Dr. J. Engel, denen es nach fünfjähriger, mühevoller Arbeit gelungen ist dieses Wunderwerk zu vollenden, das den deutschen Namen, den deutschen Ruhm in alle Welt tragen wird. Der sprechende Film wurde vor kurzer Zeirf vor einem auserwählten Publikum des In- und Auslandes in Berlin vorgeführt und hat auf die Besucher eine verblüffende Wirkung ausgeübt. Man denke Die bisher stumme Leinwand über die die Personen in gespensterhafter Lautlosigkeit dahin­glitten, ist tönend geworden, der Film vermag zu sprechen. Man muß sich darüber klar werden, daß diese Tatsache eine Umwälzung in der ganzen Kinematographie mit sich bringen wird.

Der sprechende Film bringt:

Ein vollständiges Variete-Programmb

L Balalaika - Spieler. 2. Kunstpfelfer. 3. Tierstimmen - Imitator. 4. Musikalische Scherenschleifer.

5. Negertanz auf Glasscherben. 6. Step - Tänzer. 7. Russisches DuettWanka Tanka. 8. Zitherspieler.

Der sprechende Film bringt:

Eine kleine Operi PapagenO lind P«ipaijen«lj Szenen aus Mozarts Zauberflöte. Reka, der vielseitigste Instrumentalkünstler Europas.

Der sprechende Film bringt:

Die Kammerkunst: Hobellied auoiDer Verschwender11. Arie der Susanne ausiFigaros Hochzeit81. Violin- Cello - Vortrag i Arie von HaendeL

Der sprechende Film bringt:

Das Dorfidyll: Ein Tag auf dem Bauernhof.

Ferner offenbart uns der sprechende Film zum Schluß seine Geheimnisse und läßt uns einen Blick hinter die Kulissen werfen.

< Ab morgen Samstag, den 26. April, täglich.

Die geradezu verblüffende Lösung eines Problems, das die Technik seit dem Tage beschäftigt, wo der erste stumme Film 5 über die Leinwand ging, ist

Der sprechende Film