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Reichswlrtschaflsminifler a. D. Dr. Decker spricht hier, wie schon mitgeteilt, am Sonntag in öffentlicher Deilammlang Es wird, so schreibt man uns, besonders darauf auf­merksam gemacht, das) die Dersammlung am Vor­mittag, 11 xk Uf>r, in der Turnhalle slattfindeL Die Ausführungen des Ministers werden von besonderem Interesse deshalb sein, weil er als Mitglied des Kabinetts Cuno die Geschehnisse des letzten Ochres (Ruhrkampf usw.) wohl am genauesten beurteilen kann. (Siehe Anzeige.)

Zentrumspartei Gießen. Sonn­tag abend 8 Uhr im Kath. Vereins Haas öfsent- liche Wählerversammlung. Näheres in der heu­tigen Anzeige.

Landkreis Gicsten.

Ettingshausen, 24. April. In dem gestrigen Bericht ist (infolge eines Setzfehlers, D. Red.) eine Ortsbezeichnung abgedruckt wor­den, die in unserer Gegend fremd ist. 3m In­teresse der Einwohnerschaft sei festgestellt, daß es sich selbstverständlich um unser Nachbardorf Hattenrod handelt, r

Kreis Schotten.

§ Vom hohen Vogelsberg, 23. April. An sumpfigen Stellen des Oberwaldes blüht gegenwärtig die Frühjahrsknotenblume (leucojum vernum) in Mengen. Die Pflanze ent­spricht den Schneeglöckchen, hie Blüte ist aber etwa dreimal größer, ist in sechs Blütenblätter gespalten, die an den äußeren Enden gelbgrüne Tupfen tragen. An manchem Rain blüht der Seidelbast mit seiner rötlichen Farbe, so daß auch der Oberwald also bereits Blumen- schmuck trügt, obwohl an der Sonne weniger zu­gänglichen Stellen der Schnee sich noch immer hält.

Starkenburg und Rheinhessen.

* Darmstadt, 23. April. 3n hiesig« katholischen Kreisen erregt es Miß­stimmung, daß der Da u d e r b e i d e n K i r- ch e n, die hier errichtet werden sollen, nicht ka­tholischen Unternehmern, sondern der unter sozial­demokratischem Einfluh stehen eenBauhütte" übertragen worden ist. obwohl bei der Ver­gebung das Angebot des einen Llnternehmers nur einen sehr geringen Preisunterschied aufwles und dieser sich erboten hatte, eine Stiftung für

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Instrument, das wir auf der Wethen Wand er­blicken. Ferner müssen dte Töne vollkommen na­turrein klingen, also ohne die ärgerlichen Neben­geräusche. die das Grammophon, namentlich in den S°Lauten, noch an sich hat. Diese technische Aufgabe ist Im sprechenden Film überraschend gut gelöst worden. Die Lautwellen sind photo­graphiert. Der Apparat, den die Erfinder sich dazu bauten, heißt Katadophon. Wie der Dild- film zur Darstellung bes Films auf der weiden Wand sichtbar wird, so werden die Lautlicht­wellen hörbar gemacht. Zur Tonwiedergabe war das gewöhnliche Telephon nicht ge ignet. Die Erfinder konstruierten aber ein neues, für die - ßauttoiebergabe im Raum geeignetes, lauttönen­des Telephon, das sie Stataphon nann en. Es hat eine 30 Zentimeter im Durchmesser messende Membrane, die auf elektrischem W?gr in Schwin­gungen verseht wird. Diese Schwingungen ent­sprechen bei der Projektion, also bei der Um­wandlung von Lichtwellen in Schallwellen, voll­kommen den Schwingungen, womit die Licht- wellen des Bildes auf der weihen Wand schernen. Die Aufgabe des reinen Zusaminen- flusses von Bildbewegung und Lautbetre.ung war damit erfüllt. Der Film konnte sprechen.

* Don bet Lanves-rinivetsi- tät. Ernannt wurden am 14. April der Pri­vatdozent an der Landesuniversität Giehen Liz. Dr. Heinrich Frick in Giehen zum außer- planmäßigen außerordentlichen Professor in der evangelisch - theologischen Fakultät der Landesuniversität Giehen; am 17. April die Privatdozenten an der Landesuniversität Gie­ßen Dr. Heinrich Burk aus Münster, Kreis Friedberg, und Dr. Georg Funk aus Gut Falkenhof bei Bensheim zu außerplanmäßi­gen außerordentlichen Professoren an der Landesuniversität Gießen.

* Aerzte und Krankenkassen. Man schreibt uns: Der seit 1. Dezember 1923 tobende Kampf hat nunmehr ein Ende ge­funden. Ab 2 8. April übernehmen die Aerzte wieder die kassenärztliche Versorgung der im Kreise Gießen vorhandenen Orts-, Land-, Betriebs-, Knappschasts- und 3n- nungSkrankenkassen. (Siehe heutige Bekannt­machung.)

"DasOstermärchenHeldldeldel" im Stadt t Heater. Bei der- gestrigen Be­sprechung dieser Aufführung ist infolge eines be­dauernswerten Versehens der besonders wrcht.gen Regisseur-Tätigkeit des Spielleiters Karl Dolck nicht gedacht worden. 3m Nachtrag zu unserem Bericht möchten wir deshalb heute noch fest­stellen, dah selbstverständlich und zuerst dem her­vorragenden Wirken Karl Volcks bei der Cm- studierung und Leitung der Aufführung die rück­haltlose Anerkennung der Oeffentlichleit gebührt, zumal im Hinblick auf die verantwortungsvolle Arbeit des Einspielens der mitwirkenden Kmser.

- ^ein 2 5 jähriges Dienstjubi - läum als Bramter der Stadt Giehen begeht morgen bet Oberwerkmeister der städt. Kläranlage, HeinrichS chmabel. Der Jubilar wurde 1899 bei dem Polizeiamt Giehen angestellt und leitet seit Inbetriebnahme der Kanalisation am 1. April 1905 den Betrieb der Kläranlage.

Einen sehr interessanten und lehrreichen Vortrag konnten gestern abend die Besucher des Lichtspielhauses B a hn- h o f st r a h e als wertvollen Gewinn des Tages verbuchen. Der Schisss'ahlmeister G raß muck von der Hamburg-Amerika-Linie b.richtete dort an der Hand von vielen ausgezeichnet gelungenen Filmbildern über das erfreuliche Wi-edererstarken unserer deutschen Handelsschiffahrt. Nach einer kurzen Liebersicht über die jammervollen Verhält­nisse, die unserer Schiffahrt aus dem Vertrage von Versailles erstanden, belegte der Vortragende durch eindrucksvolle Zeugnisse der Tat, dah der tübexe Harseatengeist trotz alledem lebendig ge­blieben ist, dah er sich kräftig regt und fein Mühen glänzende Erfolge zeitigt. 3n vortreff­lichen Bildern lernte man die Wirkungsstätte dieses unbezähmbaren Tatendranges kennen: Hamburg mit seinen Häfen, Docks, seinem Ge­wimmel von Schiffen und feinen Ozeanriesen. Nach diesem Umblid hatte man Gelegenheit, im Geiste eine genußreiche Amerikareise an Bord desAlbert Ballln", des grössten Hamburger Dampfers, mitzumachen. Dieses Schiff mit feinen 22 000 Tonnen Raumgehalt ist 191 Meter lang, auf die Spitze gestellt würde es den Kölner Dom noch um rund 30 Meter überragen; um einen weiteren Begriff von diesem Riesen des Ozeans zu geben, erklärte der Vortragende, daß man 30 Güterzüge zu je 50 Wagen, also 1500 Güterwagen darin unterbrtngen könne. Die vielen Bilder von der Inneneinrichtung des Dampfers bewiesen, Last auf ihm nach jeder Rich­tung hin allen neuzeitlichen Ansprüchen genügt

Darmstadt, 24. April. (Eigene Meldung.) Die Darmstädter Sezession bat ihre Frühjahrs­ausstellung in der Kunsthalle eröffnet. Die Se­zession umfaßt nur eine kleine Gruppe wirklich in Darmstadt ansässiger Künstler; die umfangreiche Mitgliederliste nennt viele, die früher einmal hier waren oder die nur lofe Beziehungen zum hiesi­gen Kunstleben haben. Charakteristisch für diese Ausstellung ist das 3urüdtreten des Expressionis­mus in der Malerei zu Gunsten einer Kunstauf­fassung, die mehr auf das Gegenständliche ge­richtet ist. Bestehen bleibt immer noch eine Vor­liebe für das Primitive. Die wilde Farbigkeit deS Expressionismus ist fast ganz einer ruhigen Far- bengebung gewichen. Am deutlichsten tritt diese Cntioickelung bei Gunschmanns Bildern in die Er­scheinung; dieser Maler bietet überhaupt die euv drucksvollsten Leistungen. Von den vielen ande­ren Ausstellern seien noch erwähnt Ewald (3cIn­nungen) und Antes (Plastiken)._________________

Wirch auch in der meist benutzten dritten Klass« und ebenso ht der zweiten alles darauf zu ge­schnitten ist, den Passagieren das grösste Wohl­behagen zu bereiten, ganz zu schweigen von den selbstverständlichen Erlesenheiten in der ersten Klasse. Langeweile kennt niemand an Bord, selbst nicht in der unendlichen Weite des Ozeans, von dessen Durchquerung man die vielgestaltigsten fesselnden Aufnahmen sah. ilnb nun tauchte Neu- hort auf mit seinen gigantischen Hafenanlagen, seinen echt amerikanisch großzügigen Straßen und Partanlagen, von denen man viel Eindruckvolles za sehen bekam. Dann gings erneut zum Hasen und mit demAlbert Ballin" wieder heimwärts nach Deutschland. Schade, schade, daß die präch- ttge Ozeanreise an Bord dieses schönen Schifies nur im Geiste erfolgte. Dah dieser Filmvortrag allgemein sehr gut gefallen hatte, bewies der lebhafte Beifall des außergewöhnlich flaut er­schienenen Publikums. Wer sich um ein denkwür- diges Erlebnis bereichern will, der besuche bleien Vortrag.

* Der sprechende Film, der schon In einer Anzahl von Städten mit größtem Erfolg DDigefübrt worden ist, wird nunmehr auch in unserer Stadt In den Palast-Lichtspielen gezeigt. Man >übertreibt Wohl nicht, so schreibt man uns, tixnn man den sprechenden Film als eine der bedkutendsten Erfindungen unseres Jahrhunderts bezeichnet. Die Arbeit, einen solchen sprechenden Film zu schaffen, sah sich zwei Aufgaben gegen­über. Da ist zuerst die Aufgabe, wie , wir sie etwa vom Grammophon her kennen, die Töne so aufzunehmen, daß sie mit den Gebärden des Schattenfängers auf der weißen Wand genau übcittnfhmmen auf eine solche Weise, daß wir die Töne so hören müssen, als kämen sie wirklich aus dem Munde des Schattens, oder aus dem

sprach M-germeistrr Krenzien rennen» der Städte Gießen, Bad-Nauheim und Darmstadt. Er begrüßte den Verband in den Mauern unserer Stadl und wünschte den Verhandlungen besten Erfolg. Der Vertreter der Handelskammer, Kom­merzienrat Klingspor, hob herv)r. daß das Gastwirtegewerbe in der Nachkriegszeit schwer gdltten habe und daß auch die 3"kauft noch schwerere Aufgaben stellen werde. Regierungs­rat vonGemmingen betonte, daß die Polizei­behörde gerne den Wünschen der Gastwirte ent- gegenkommen werde, soweit eS die gesetzgebenden Bestimmungen erlaubten. Namens der Bäcker- uird Metzger-Innung sprach Däckerobermeister Bober herzliche Begrüßungsworte. Der Vor­sitzende Schnaub er-Darmstadt banfte den Rednern für die Worte des Wohlwollens für das Gastwirtegewerbe und ging dann zu den Beratungspunkten über.

Den Jahresbericht für 1923 erstattete HaSkows kh - Offenbach. Das Hahr 1923 litt unter der Inflation und so kam es, daß das BerbandSblatt schließlich einging und die Mit- aliederzahl um 2030 Prozent sank. Seit der Stabilität der Währung erscheint .Der Gastwirt" wieder, auch nimmt die Mitgliederzahl ständig zu.

Heber .Die Dedeutung des Gast- wirtegewerbeS für den Wiederauf­bau Deutschlands" sprach der Präsident des Deutschen Gastwirteverbandes, E. Köster- Berlin. Redner streifte das Hahr 1923, den Ein­bruch der Franzosen ins Ruhrgebiet, die damit zusammenhängende wirtschaftliche Not Deut ch° lands. Die Stabilisierung der Währung stellte große Anforderungen an alle Gewerbe, so auch an die Gastwirte. Das deutsche Volk müsse seine Produktion steigern und fleißig arbei en. Dre Geselligkeit und Lebensfreudigkeit seien aber Vor­aussetzung einer dauernden Arbeitsfreude und deshalb müsse auch die Behörde das Gastwirte­gewerbe schützen. Redner sprach dann über das neue Schankfl ä ttengeseh und st llte die Wünsche und Forderungen der Gastwirte auf. Hinsichtlich der Konzessivnserteilung und In be­zug auf den Befähigungsnachweis forderte er Me Mitwirkung fach- und fachkundiger Gastwirte, damit der Stand würdig vertreten werde und nicht anderweitige Elemente hineinkommen. Der Vortragende brachte ferner die Wünsche der Gast­wirte hinsichtlich der Polizeistunde, der Behand­lung von jugendlichen, von Betrunkenen, der ©etidnfefleuer und der Deherbungsstcuer vor. Del diesen bevorstehenden Gesehesbevatungen soll­ten Gastwirte als Sachverständige zugezogen werden. ' ,

lieber Haftpflicht und Unfallber- ficherung referierte Direktor Schmitt, über die Sterbe!asse HaSkvwskY-Offenbach.

Hierauf gelangten die Anträge zur De- «ttung. Mainz beantragte die Aenderung der Verordnung betr. die weiblichen Angestellten im Gast- und Schankgewerbe und ferner Hebung der kommunalen Deherbergungssteuer. Beide An­träge wurden einstimmig angenommen, ebenso der Antrag Darmstadt, der Aufhebung der hessischen Klaviersteuer, und der Antrag Of ienbach, der den Wegfall der Polizeistunde fordert

Der nächst jährige Verbands tag fin­det in Offenbach statt. Damit waren die ge­schäftlichen Verhandlungen beendet.

Mit der Tagung waren mehrere wvhlaelungene Ausstellungen einschlägiger Berufe verbunden. Ein gemeinsames Esten vereinigte die Mitglieder im Hotel Hindenburg. Hierbei ge­dachte u. a. Körner-Gießen der beiden ällesten Mitglieder des Gießener Vereins, Hakob Stein MniN Karl Orbig. #

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