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Wahrheit. Sie ist aufgegangen. Das Kind in der Krippe ist der Sonnenaufgang

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waS halsen Fackeln g-aen die Macht der Finster- >ch so bell leuchten. Wir r bedürfen der Sonne der

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Born Iulblock zur Tanne.

5>er 5>ichterbaum, der zum Sinnbüd aller unserer Weihnachtsfreude geworden ist. txrcinigt in sich christliche und heidnische Züge, ist zugleich ein Gruß auS altgermanischer Dorzeit und eine Verkörperung des Lichtaedankens. dessen Sieg in der Geburt bc4 Erlösers gefeiert wird. Die Derehrung des Lichtes und deS DaumeS. zwei Zemente fo vieler primitiver Religionen, sind hier zu ein- verschmolzen und m eine genug verllcirte Sphäre gehoben. 3m Dera le ich mit anderen Weihnachtssitten ist der Chrastbaum- brauch sehr jung; man kann ihn nicht über 400 3ahre zurüctversolgen. und zum Allgemein­gut der deutschen Welt ist er höchstens feit einem Jahrhundert, zu dem des Auslandes seit noch nicht einem halben Jahrhundert gewor- den. Aber Jahrtausende haben die Entstehung und Derbreitung dieser Sitte gleichsam vorbe­reitet; urälteste ileberüeferung ist in thr Er­halten. Der direkte Vorläufer unseres deutschen LichlerbaumS ist der Iulblock, den die allen Duschen beim Iulfcste entzündeten. Der Herd war damals als der Hüter- des Feuers das kostbarste Gut, der Mittelpunkt des Hauses und her Familie, und so wurde es Brauch, mit dem Beginn des neuen Jahres im Winter, in dem man den Herd besonders brauchte, ihn zu er­neuern zu heller, froher Glut anzufachen. Gin gewaltiger Holzklotz wurde beim Julsest ange° lünöet und in einen Herd geworfen; die'er3^ L>t hieß später auchKalenderklotz", weil er an den Kalenden, dem ersten Tage des neuen wahres, angezündet wurde. Dt^r Klotz war ge­heiligt und an seinem iWa Schein erfreute man Lch bje ganze Festzeit. Wit seiner A che wur- Dct Dieh, Korn und Feld gefeint, ft 'wuy.e vor Krankheit und G.Witter. Der 3u}g J ja auch heute noch Nicht aus dem ^..isbcauch verschwunden, wird vielfach sogar tote ein b_-

Strahles auS der Fülle des erquiden. der in ihre Seele

sucher. Gr gehörte nicht nur In die Schar derer hinein, die es zu allen Zeiten versucht haben, sich das Geheimnis der ewigen Wahrheit zu dann Auge und Herz immer Schimmern und Leuchten des

war die Wahrheit selbst.

Gr war auch nicht nur ein WahrheitS- zeuge. der mit flammenden Worten und ffü« hendem Herzen von dem sprach, was wie heiliges Feuer in seine Brust gefallen war. Hein, er ist die verkörperte Wahrheit. Das Letzte und Tiefste. was es überhaupt gibt, ist in ihm offen­bar geworden. Das Geheimnis der Welt hat sch ui ihm enträtselt. Der Llrgrund aller Dnge hat sich in ihm aufgetan. Er war das Licht. Gr war die Wahrheit selbst.

Gewiß. gegen die Anerkennung dieser Wahr­heit sträubte sich der Mensch. ®r läßt nicht von feinen Dvrurteilen gegen sie ab.

Sein Geist erhebt den Anspruch, die Wahr­heit meistern zu können. Er will selbst der Maß­stab aller Dinge, sogar der Maßstab der ewigen Wahrheit sein. Darum leben die Einen in dem Wahn, daß alles, was durch das Nadelöhr deö menschlichen Erkennens und Ver­stehens nicht hindurchgehe, überhaupt nicht ed­itiere. Die anderen greisen nach dem Hammer menschlicher Kritik und schlagen solange auf das majestätische Bild der Wahrheit ein, biS nicht mehr als ein Torso übrig bleibt. Der gleicht dann allerdings dem Geist, den wir begreifen. Aber hat unser Geschlecht nicht lernen inü fen, daß die W.rklichle t des Werdens und des Ge­schehens in der Ratur viel erhabener ist als menschliche Gedanken cS )u erfassen vermögen? Wir sind von Geheimnissen umgeben, denen gegenüber Bois 'Rehmonds Wort gilt: 3gno- ramus et igrrorabimus. Wir sind im Begriff, mit den Männern der W senschaft wieder Ehr­furcht vor dem Welträtsel zu lernen, ilnb da svllten wir nicht auch die Pflicht haben, in ehr- «em Schweigen vor der ewigen Wahrheit auf dem Angesicht 3esu Christi uns zu beugen? Wenn ich die Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still.

Oder der Menschengeist bildet sich ein. daß nur im steten Suchen nach Wahrheit, aber nicht im Des he der Wahrheit das tiefste Glück der menschlichen Seele Lege. Sei fing sagt einmal: Wenn ich vor dem Throne Gottes kniete und Gott hielte in feiner rechten Hand die Wahr­heit selbst, in der anderen Hand aber stetes

Licht, Leben, Liebe!

Don Pfarrer Friedrich Geest.

Drei Worte stehen aus dem Leichenstern Herders in Weimar: Licht. Leben, Liebe.

Ein Dreigestirn leuchiel über der Krippe zu Bethlehem: Licht, Leben. Lebe. In diesen drei Worten ist das Größte ausg sprachen, was das Menschenherz zu fassen und was des Men­schen Geist zu ertennen vermag. Dieses Größte aber ist in dem Kindlein in der Krippe an­gegeben worden. Darum beugen wir uns in Ehrfurcht vor ihm.

Wir w slen nicht, in welcher Jahreszeit Jesus wirklich geboren wurde. Ja. wir können nicht einmal das Jahr feiner Geburt genau bestimmen. Aber die christliche Kirche handelte überaus sinn­voll. alS sie im vierten Jahrhundert das Ge­burt-fest 3e|u in die Zeit der Wintersomen­wende verlegte. Da ist die längste Dacht in der Tlatur endlich vorüber. Die Sonne hebt zu neuem Sieger laus an. ist das nicht ein Zeichen dafür, daß mb der Erscheinung 3esu die Rächt des Irrtums und der Lüge überwunden ist und .daß nun daS Licht der Wahrheit feinen Siegeszug beginnt?

Gewiß Sterne der Wahrheit leuchteten mit ihrem milden Schein auch schon vor dem Sonnen­aufgang der ewigen Wahrheit in die F nsterniS hinein, die über der Welt lag. Gott hat dem Menschen in seine Brust das Suchen und Sehnen nach dem Frieden GoiteS und nach der Kraft, die von Gott kommt, gelegt Dieses st Ile, starke Sehnen machte manche Seele in dunkler Dacht getroft Meberragmtx Perl5 ilich eiten traten hie und da auf, zündeten die Fackel der Erkenntnis an und trugen ihren Schein wie Prometheus in die dunklen Täler menschlichen Irrens. Aber

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Ä Jims" - 1925 Beginn neuer c en Handelilich'm * Auskunft durch die .HandeisLUhlemen ,

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Mittwoch. 2vezember 1924

Giehener Anzeiger (Seneral-Änzetger furVverhessen)

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und Rorddeut'cklend. wo der Brauch ur Goethrzeit sich eingebürgert halte.

Süd^cuilchland. .'ach dem Rhein, nach Deri/fl-ii'-.l ward. Bon Deutschland

Vie Stellung des Handwerks im kulturellen Leben unseres Volkes. Don RcichSlunstwart Dr. Edwin RedSlob.

Gegen die Wohnungsnot in Gießen

Die Richtlinien für die neue Wohnungsbauaktion.

3m Anschluß an unteren gestrigen Bericht über die Stadtverorlln tms tung vom Montag, in der über die Durch'ü'irung biS Restbaupro­gram m s der Stadt Gießen für 1924 entschieden wurde, tragen wir nachstehend die Bedingungen nach, die für diese Wohnungs- baualtion gelten. Es ist bestimmt worden:

I.

1. F'ir i-bc Wohnung können an Bouda'- leben aus stadt fchen M tLln b s zu 8)03 Mk. jedoch nicht über 8/t der Baukosten, gewahrt werden.

2. Baugelände w'rd unter der Bed'ngung abgegeben, daß die lieb rgabr des Gelindes erst bei Daubcg nn. d e Auflassung nach Do'f ntung des Rohbaues erfolgt Das Gmchm gunqsrccht der Baupläne über das zu erstellende Ge'äude behält fick die Stadtverwaltung in diesem Falle vor.

3. Tie Wohnung muß ein Jahr nach dem erfolgten B. g nn des Rohbaues bezugsiähig fertiggestellt sein.

4. D e Herstellung von G schaftsrau-ren sowie die Umwandlung von Wohnungen zu Ge chifts- räumen ist nur m.t Gen hm gung b'r Stadt ©leben zul 'ss g. D r Dari hensn h ner b'antragt und b-to flgt d e Eintragung einer entprtche>d beschränkten p rsönlich.n Dienstbarkeit zugunsten der Stadt Gießen.

5. Die Darlehen sollen vorzugsweise zur Er­richtung von Grupp'N-, Re hen- und M.hr,tock- werkhäusern gewährt werden.

II.

1. Das Daudarl hen soll vorzugsweise nur in Gießen Wohn ndcn gewäht w rben.

2. Bei den Bewachungen s n) solhr Gosuch- steller. die als dringend wohnungsuchend aner­kannt. und diesen g'N. die e.nr Wohnung frei machen, bei den gleichen Voraussetzungen zu be­vorzugen. ,

3. Die Darlehensnehmer müssen den Rach- weis erbringen, daß sie über die zur Fertig­stellung des Bauvorhabens noch erforderlichen Mittel verfügen. Di ser B trag ist für den Dau in entsprechender F rn sicherzustellen.

4 Die Unterstützung durch die Stadt erfolgt nur für solche Wohnungen, bei d nm nach Größe, Anordnung, Rc.um-ahl, Raumhch- und Aus- fiatiung d.r angemessene D.darf nicht überfchr t- ten wird.

Mittel- ; bereits zt auch nach

früher im europäischen KulturkreiS Daumver» ehrung und Lichtanbetung in dem Lichterbaum verschmolzen wurden, denn solche mit Kerzen geschmückten Bäume ©erben schon in den Epen der französischen Ritterdichtung erwähnt. Die ersten urkundlichen Zeugnisse für diese Sitte haben wir freilich erst aus dem 16. Jahrhundert, und zwar aus dem Elsaß, das für uns die Heimat des Christbaumes ist. Aus Schlettstedter Urkunden der Jahre 1521, 1546 und 1555, geht hervor, daß damals bereitsWllbnacyts- bäume geliefert wurden; sie scheinen aber nur mit Ueffeln, Papierrosen und .Zischgold' ge­schmückt worden zu sein, tote eine Straßburger Schilderung von 1604 erkennen läßt. Auffällig ist allerdings, daß uns schon aus dem Jahre 1611 eine Weihnachtsbescherung überliefert ist, bei derDiel hundert Wachslichtlein auf grünen Tannen brannten'. Diese Schilderung findet sich in den Denk'.würdigkeiten der Herzogin Dorothea Sibylle von Brieg. 3n Schlesien gab es allo bereits zu Anfang des 17. Jahrhunderts den Lichterbaum, und es wird auch während des drei­ßigjährigen Kri-ges vereinzell von ihm ge­sprochen; die schwedischen Reiter sollen ihn in die ilmacgcnb von Leipzig mitgebracht haben. Doch das lind alles nur vereinzelte Erscheinun­gen, die an Hosen und bei reichen Leuten zu besonderem Schmuc» des Festes eingeführt wur­den. co bracht e auch schon die deutsche Ge­mahlin Georgs III. von England um 1760 ben Wechnachtsbaum nach London, freilich noch ohne Lichter. Die Weihnachtspyramide, ein Aufbau aus Hölzern, -.nach'.: ih.n damals noch den Rang streikst Zur allgemeinen deutschen Sitte ist der Weihn^ chtsbaum erst im Zeitalter der Be­freiungskriege geword-en, in dem er aus

Laß dich von der Allgewalt heiliger Heüandsliebe in Seele und Gew.f en überwinden. Vielleicht darfst du eS mit Paul Gerhard be­zeugen lernen:

Ich lag in tiefer Todesnacht,

Du to. r.eft meine öo ine,

Die S.nne d:e m.r zi.georacht,

Licht. 2J>en, F.eud und Wonne.

Laß dir von der opferstarken L'.ebe Jesu dein Herz weiten. D»elle:ch. lernst auch du Liede ü?cn im Verkehr mit all den Menschen um dich her. Ern Strahl wahrer Liebe in deinem Herzen und in deinem Leben das ist thc schönste Weih­nachtsfeier.

III.

1. Da- Btudarl hen und d'e Kiuffurnme des Geländes, w nn solch S vo i der St bl erto rben, w rd als 1 Hypothek im Grundbuch c ng ir g n.

2 Die Verzinsung deS städl scheu Dur- lebens wird auf 4 Proz., ble Tilgung auf 1 Pro- f cftQcf cfiL

3. Die Verzinsung der Geländekaufsumme hat mit 5 Proz. und die Tilgung ml 3 P oz w c4rl^ng.n#d,^fxmgcn f nt> in Di rt lj hrlichen Raten in to-r beltänb g r F rm Dorjuneb neu.

5. Die Verzinsung des Durl h-n- erfolgt erb mit F rligstellung der Wohnung, bzw. nach Ab­lauf der unter Ord.-Rr. I, 3 sest^ l?gten 3-ift von 1 Jahr nach B g nn deS RohrnueS.

6. Die Verwendung des D rieben» leibet ?u anderen Zw.'cken als dem beabficht g ei Bau ist verboten, bei Zutoiderh mMung wrd dtS Dav- lehen fofort. einfchl. 15 Proz. Zmfen vom Tag» der Darlehensh ngabe. fällig.

7. D s Baudarlehen to rb ht Teitz^h'ung n ie nach Fortgang des Baues to der We se ge­geben. daß in der R gel die erste Häl'te während des Rohb ues, la Raten von ® sch ß zu Gesch y je nach deren F ^.gstellung. die andere Häls^ währ .nd des mrt ren AuZbaueS o r ibfolgt to rX Meier die ordnungS nähige Verwendung der Gelder kann ein RachweiS jederzeit verlangt werden.

8. (Sine Tilgung der Hypothek zu einem früh'ren Zeitpunkt. aU in d n vor teh nden Be­dingungen Dorgcf h n. ist jed rze t mögti4.

9. Das g geb nc, hypolh k r sch g sicherte Dari hen ist In H>h? d-s noch zuruckzuxchl.nden Betrages sofort fall g. falls em D.rkiuf deS Haus7s stat f ndet. D e Stadt b h l' sich b'S zur enbg iltigen Löschung der Hvp th I das W e e « taussrecht zu den Herstellun^s osten vrr Die Bewill gung und Deantraguna einer bieeb a g- llchen Vormerkung im Grundbuch durch den D .r- Ichensn'hmcr ist Bedingung für die Gewährung des Darlehens.

Nach F rt gstellung des AeubaueS hat der Darlehensnehmer e tsprechende Abrechnung über die Dauarbe ten vvrzul gen.

10. Särntllche vorzunehmend en Zahlungen sind in Goldmark zu entrichten und die Hypo.hll In Goldmark im Grundbuch eir^utragen.

für da- einzelne Stück ist das Gebiet, auf den, sich daS Handwerk der Kunst nähert.

Infolgedessen ist daS wir.Iich. Handwerk ein notwendiger Kraft ström auch für Die 3 n dü­st r i e . der -ft von ähnlicher Bedeutung totrö wie die erber ment eile und forschende Xatigfei' der Wiffentchaft. Um nur ein B.tipiel zu nennen, erinnere ich daran, daß für die Weberei b't Handwebstuhl eigentliche Kra t ue t.- ist. bcb:u- tungsvoller und wichtiger alS bu' 2lcbel de- MusterzcichnerS der vor dem Papier in ferne* Erfindungskraft le.chi «ftarr:.

Um dem deutschen Dirifcha'.t eben, das nid), auf Mechanis.erung. sondern auf I1Ta n n ig ' faltiglcit eingestellt ist. dies, weeit'.-che D:> [ebung zu erhalten, komm« es aber nicht nur darauf an. daß einzelne Kunsthandwerter c.n- »eine hervorragende Stücke schaffen, dao toü u; »u einem inte.laktuellen Lurushan^toerk lüjten, das füi die Belksw rtfchaft mehr d e Stelle et. es Gewächshaufes. nicht aber d e deS ®ar;en.5 er­füllen kann. Was unser BolLSganzes drauwt, ist ein actunber Handwerker st and. dessen Arbeitsort und Denkart e.nen Aasglelch gegen die mechanisierenden Tendenz«.l der 3cit wie gegen den 3ntellektualiSmus bet .(inl- toerter" bilden. 3m Handwerker liegt - und das verbindet ihn mit dem öanbmann und mit dem Gärtner etwas üaer die Ze.t und Modo Gehendes, was Dauer gewährt und sich daher in Zeilen sch.eller Aenderung als Heilmittel erkennbar macht. Und gerade weil r uns in einer Zeit der UmbiJbung und ffi;;tti)ldlu:\g befinden, an der ja auch die Acde.t des Hand­werks durchaus lelln.mmt, brauchen ro r Diefc Besinnung aus blechende solide Arbeitsart^wii sie alle unmittelbar auf baJ sinnvollste Werk' zeug, nämlich auf die menschliche Hand, eingestellte Tät gleit gesund und kraftvoll in sich schl.eht. D ese ErlenntniS. die für mete Menschen ethifche Bedeutung hat. g bl der heuti­gen Handwertsdewegang die innere Kraft.

Prophezeiungen von dem R eberging deS Handwerks, die während der letzten 3ahee viel­fach laut wurden, haben sich nicht bewahrheitet. Das Handwerk scheint v.elmehr gcrab; darum eine Reubelebung durchzumachen, weil es sich positiv mit der auf Typisierung und Rvrmierung eingefteilten industriellen Arbeit auseinander- seyt und sich habet auf feine eigentlich gestaltende Kraft und Aufgabe besinnt. Beim Publikum freilich wird Handwer! und Handarbeit vielfach verwechselt und die Tatsache, daß Handarbeit in vielen Fällen hinter maschineller Arbeit toefent» jurüJftc.jt. wird mihver tänd ich g ge t dis Hand­werk ausgespielk. H indweck aber öedeu.et G e ng. aus dem sonnenden 3n?tinft he aus, _____ s.ch aus der menschlichen Hand unmit.cl- bar dem Material geg t.ü jer entw ckelt. Es lie;t daher im eigent.ichen Handwerksstück imm-r eine Einzelleistung vor, und dieses Arbeiten

Suchen nach Wahrheit, ich spräche zu Gott: Gib mir das Euchen raach Wahrheit, die Wahr­heit selbst ist für mich zu groß. Rein, nur im Haben und Halten der Wahrheit kommt das Menschenherz zur Ruhe. Sin menschliches Leben, daS nur in S.syphuSarbe t verbracht wird und im steten Wälzen e nes schweren SteineS besteht, der doch nur wieder den stellen Berg hinab- rvllt. auf dessen Höhe er emporgewälzt war das ist ein unbesr.ebigtes Leben. Wir wollen wissen, ob wir der Wahrhe.t oder der Lüge dienen, darum müssen wr die ganze Wahr­heit haben, ilnb wir können sie haben. Denn sie ist uns geschenkt in 3e!us. W r brauchen nur unsere Knie in Ehrfurcht vor dem Knabe in der Krippe zu beugen. Dann nimmt die Wahrheit von uns Besitz.

Denn die ew ge Wahrheit, die in Jesu er­schienen ist. ist nicht etwa nur ein Dogma, das die Kirche geschaffen hat. Auch n^chl nur eine Idee, die t.eff.nnige Geister außgeiü leit haben. Dann wäre sie etwas Vorübergehendes und schließlich zur Ohnmacht Verurteiltes. Denn menschliche Gedanken sind wie Meeresw Hen. Sie rauschen daher und verrauschen im St.om der Zeit. Olein, die Wahrheit Jesu ist Leben.

Freilich ist sie nicht n a t u r h a f t e S , triebhaftes Leben. Lcb n. das sich von der Herrschaft des Gesetzes losgelöst hat und frei und ungefesfell dahertrM auf der eigenen Spur, ist immer dem Fluch der Selbstzerstö ung und des Verderben- unterwo-fen. Das ist die große Frage ungezählter Menschna, die das Leben, sein G.ück, feinen Frieden, seinen Wert in schrankenloser Freiheit suchten, und gerade da­durch das Leben verloren. Frei ist nur den Mensch, der die Gewalt, die alle bindet, über­windet. Frei und vollkommen ist nur bas Geben in der Vollmacht des Geistes und eben diese- Leben, dieses Z el der Sehnsucht aller, die den Sinn unseres Daseins verstanden haben, ist in Jesus wirklich in die Erscheinung getreten. In ihm wirkt sich eine Vollmacht ber gol­ft t g e n . sittlichen Persönlichkeit aus, wie sie aus natürncher Kaasalität nicht zu er­klären. sondern nur aus ewigen Tiefen zu ver­stehen ist. Er Hal sein D.ase.n nicht als K ausner in irgend einer Einöde oder als w Itmüäer und menschenverachtender Phi o oph in der Studier- stuve verbracht, er stand da. wo die geistigen Kämpfe am heftigsten toben, wo ble Gegensätze der Menschen am schroffsten auseinander strßen, wo die Olöte sich am freiesten o,fenbaren, wo die Flammen me .schllcher Sehnsucht am hellsten emporlodern und ba hat er in Arbeit und Kampf, im Dulden und Le den die Fülle gott- gegebener geistiger Kräfte lewährt. Wo tegegnete ihm eine Rot. die er nicht gebannt hätte? Wo schlich sich eine Versuchung an ihn heran, der er nicht gewachsen wäre? Wo nahte ihm irgend eine Süide, deren Gewalt er nicht zerbrochen und deren Ketten er nicht zerrisien hätte? Er führte ein Geben in absoluter geistiger Heber- legen heit.

Darum ist die Wahrheit in ihm als Voll­macht geistig-persötllichen Lebens o.senbar ge­worden. Oliemanb bilde sich hinfort c n, einen Hauch ewiger Wahr he t verspürt zu haben, der in Gott nur das Unbewußte, nur das natur» hafte, nur das dunkle Sehnen erfaßt hat. Der ewige Gott ist dem vollmächtigen persönlichen Leben eins, das sich zw.schen Krippe und Kreuz abgespielt hat.

Aber ber Herzschlag dieses erha­benen Personlebens war doch die Liebe. Freilich, nicht jene Liebe, wie sie das natürliche Menschenherz allein kennt. Richt jene Liebe, wie sie die Dichter besingen. Diese Liebe ist Leidenschaft. Und Leidenschaft gleicht dem Meere. Sie hat Sturm, Flut und Ebbe. Sie unterliegt dem Gesetz der Qkrä bevlich'.eit und dem Zwang der Dersä^g ich'e t. Rein, I su L eie ist G.sühl he l ger Derantworllichk.it. Er wußte sich verantwortlich; das Heil einer gottentsvem- beten Welt. Jesu Liebe ist Treue. Er läßt nicht ab, um bie Seele einer Meischheit zu werben, die ihn nicht versteht, ja, die ihn haßt. Jesu Liebe ist tiefstes Erbarmen. Mttsühlenb und mitleibenb trägt er d e ganze Last menschlichen Jammers. Jesu Liebe ist hellige Opfertet. Er gibt baß volllvmmenste Leben, bas diese Wett geschaut hat für eine unheilige Welt in den schmachvollsten Tod. Aber e'. en darum wirkt diese große Jesusliebe das Heil ber Welt.

Versenke dich in dieser stillen heiligen Zett m bie Abgrundtiefen dieser ewigen Lie^e. Viel­leicht darfst du ihren Herzschlag spüren und selbst dadurch zum wahren inneren Geben er­wachen.

aus hat ber Christbaum seinen SiegeSzug übet bie ganze "Welt angetreten, und auch wo die Lichter nicht wie bei uns an ber schlanken Tanne, sondern an anderen Bäumen leuchien, zeugen sie für deutsches Wesen und beuttchen Geist.

Frankfurter Theater.

Der süße Kavalier". Operette vo» Rudolf Schanzer und Ernst Welisch. Musik von Leo Fall. Eine Operette, ber wirklich eine Idee zugrunde liegt W.-nn der Gedanke an sich auch sehr zur llnwah.llcheinlichkett neigt kein junge» Mädchen bis zum 19. Jahre alS Junge zu er­ziehen). so ist doch immerhin eine Dails für drei luftige Aste geschallen. B.sonder- nett in feiner bunten Bewegth it ist der zweite All. in welchem die Familienchronik zum Leben erwacht und die Handlung. Jahrhunderte zurück, an den englischen Königshof verlegt wird. Leo Fall'- Mufik illustriert das Ganze einsallrcich und geschmack­voll mit melodiöser Wirksamkeit. Die Aufführung war trotz langer Operettenlofigkeit durchaus auf ber Höhe und fanb verdienten Beifall.

3m Schauspielhaus:® l e Frau R a t", Komödie in drei Akten von Paul Wert^ Heimer. Ein Goethestück, das Zusammentreffen von Goethes Mutter mit Christiane VulpiuS. Man rann nicht behaupten, daß irgenbtoie etwas vom Geist dieser Menschen durch die Komödie weht, im Gegenteil. Paul Wertheimer läßt Frau Aja in einer geistigen Verbürgerlichung er­scheinen, die ihrer Großzügigkeit nicht im ge­ringsten entspricht. Gut gemeint, aber eS ist immer eine gewagte Aufgabe, sich Komödienstolle aus der Ltteraturgeschichte zu holen. Der starke Beifall am Schluß galt in erster Linie den Darstellern, an der Spitze Käthe Hartmann iFrau Rat) und Renä Strobrawa (Ehri- ftiane Vulpius) und dem Frankfurter Dialekt, bei dessen Klang der LokalpatriotiSmus hoch- schlägt. L. W.

lebtes Wesen angeredet und verehrt. Da baß 3u!feft ein Lichtfest war. daß das Wtederan- wachsen des Sonnenglanzes feierte, so war der Gedanke nahe, in dem lodernden Scheit ein Symbol ber siegenden Sonne zu sehen. Aus edlem Daumholz war der Klotz gescviagen, und so stand er zu dem König des Waldes" in Beziehung, dem der Germane stets eine besondere Ehr­furcht entgcgengebracht hat. Der Daum, beson­ders der Radelbaum mit seinem ewig jungen Grün, bezeichnete die starken Lebenskräfte der Tlatur, und wie man im Frühling den .Mai­baum" aufrichtete, so ward auch in ber geweihten Zeit ber Wintersonnenwenbe der grüne Daum verehrt. So wird die Tanne zum winterlichen, »um weihnachtlichen Lebens bäum. Aber man suchte auch andere Bäume im Winter zum Blühen zu bringen, um auf diese Weise bie unzerstörbare Fruchtbarkeit alles Geworbenen zu erweisen. 3a, sogar Früchte sollte ber Daum tragen, und so wurden Rüsse, Aepfel daran gehängt.

Mit der ewigen 3ugcrti> der Qlatur ast die Macht des Lichtes eng verschwistert, bte die Fruchtbarkeit bedingt. Ohne Sonne letn Leben. So wird das Licht am kirchlichen Glauben des Mittelalters zu einem Symbol der Lebenskraft, und wie der alte Germane im Feuer des Daum- klotzes die Sonne verehrte, fo sieht man im Mittelalter in dem Lichtschimmer des Gottes­hauses den glänzenden Sieg der Gottheit über bie Mächte ber Finsternis. Schon in uralter Zeit sind Daum und Licht zusammen angebetet worden, und wir wissen von indischen Festen, bei denen Lichterbäume bräunten. Vielleicht bat sogar dieser indische Drauch auf unseren Ehrist- taum cihgctoirtt, denn nach einem Hinweis Kirmes werden diele ind'.schen Lichterbäume in dem"1556 in Frankfurt a. M. erschienenen Rci'c- buch des Italieners Luigi Vartomaus geschil­dert. Es ist aber auch möglich, daß schon viel