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Da« irz. TMttetrfce<Tttf dbe Ä trete- tnrnfest, ba$ in b?n letzten Tagen des 3uii urb ben ersten S"ag^.i tx4 August nächsten JahreS m Dietzen ftattftnbcn soll, beschäftigte am Sams- tMabenb tn der Turnhalle am OSw^ldsgatten eine sehr stark besuchte Dersamnilung von ge» laden en Personen au« allen Äreiten urtte er Bürgerschaft Es galt, den umMfenDet Grundstein für dte Otflanifation dieses Fe les zu legen Dank der auAge-eichneten Dorarbeit, die ein aut Ver­tretern bei Gtetzener Turnerschast ^ulcntrren- gesetzter vorbereitender AuSschuft uner der 2 1» tung des 1 Sprechers des Turnveiens 1846. LlnDersitäts-Oberinspektor Erle, der in diesem Jahre Dors tzender der Giessener Turner'chaft ist, geleistet hatte, konnte der Zweck beS 2lbends in vollkommenster Weise erreicht teerten. Zwölf Ausschüsse sind für diese- große Turnfest eingesetzt Zwei davon (der Ehrenausschuft und der Festausschuß) werden noch geb Cbet, die übrigen iehn haben sich am SamStagabend aleich tcnfi t.'iert; es sind dies: Geschäft-führende-Aus- schuft, F nanzauSschrtz D u- und 2Ud chm cka.ags- A> -schütz, Presse-Ausschuh. Turn-Aas uft, WlitschaftS-AuLsch tz, W hnungS-AuSsch ift Emp- sangs-AuLschuh. Mus.k- und D.-rgnug ngS^Ars- schuft, Zug- und Ordnungsnusschah. De Aus­schüsse nxtrben ein reiches Matz von A (gaben Ai bewältigen haben, ju deren erfolgreiche Lö­sung sie die weitgehendste Unterstützung te ge­samten Dürgersch ist f nden mässen 3m Hlnbl <k auf die Gröhe der Aufgabe soll umg'hend an die Arve st gegangen werdest. Die 05 t c tunq der gcsinrten Tätigkeit hat der DeschäftSführende AikSschuft. als dessen Dors h mder und Augled) oberster Festbe ter der 1 Sprecher des Männe - turnvereins (der im nächsten J ahre turnusmähig ohnehin den ersten Dorsihenden der Gießener Turnerfchnft stellt). Lehrer Georg Kling. Dückmgltr 2 fung ert. Wie betont teures sind zu dessen Händen alle da« Fest betref enden Zu­schriften zu richten, in eiligen Fällen kann er auch tel phonisch unter Ar 1651 errncht werden Ten 2. Dorsih in der Festleitung führt der Dorsihendc des Turnvereins, Umversi'äts-Oberinspeklor Erle. Don der Grbhe des Festes kann man sich eine Dorstellung machen, trenn man sich vergcgenwärt'gt, daft der Mittelrheinkr^is der Deutschen Turnerschaft im Horben b s Ki ch- 5ain. im Osten bis dicht vor Fulda, im Süden bis Aschaffenburg und im Westen biS Saarbrücken reicht. Alle Deieine, die innerhalb dieser Linie liegen, werden im nächsten Jahre hier erscheinen. Don ganz besonderer Bedeutung toe.ben d e Vereine auS dem Rh-nnland und dem ©aargebtet und ferner bk Dereine aus Frankfurt a. M. und den anderen groben Städten fern. Man rechnet schätzungsweise mit etwa 20 000 Turnern, die unserer Stadl die Shte deS Besuchs schenket werden. Da te rb namentlich der WohnungS- au-schuh eine b.-fonberd harte Auh zu knacken haben und dabei auf daS autzwordentliche Ent­gegenkommen ter Einte.hnerfch.ft rechnen müssen.

** Erledigte Schul st eilen. Das 2an- desamt für da« Bildu^gswefen gibt bekannt: Er­ledigt sind 7 Schul stellen an der Volksschule in Sieben, wovon 5 mit cvrnge.i chrn wab 2 m t katholkschen Lehrern zu besetzen find 1 h- ungen für verheivatete Lehrer formen in abfehbarer Zeit nicht beschafft werden.

Eine Modeschau. Dun hat auch unsere Stadt, dem Zu« der Zeil entsprechend ihre QllnMibmi gebe**. Sie fand am Samstag nach- nr.i.ag und abend in ben geschmackvoll hergs-

ricyteten HUhimen o« «eje ^eiona statt. An dem tüt unsere Stadt innnerhin als Ereignis zu be­trachtenden Unternehmen toteren zahlreiche hiesige Firmen beteiligt, die ihre Mode-Erzeugnillc durch «rter Mannequins vorführen lieben. DrS m zeigte auft^rordentliches 3nteiesse: inch- mittagS und abends waren die Räume überfüllt, und sehr viele muftten wieder umkehren Das mo- deine Gesellschaftskleid ist aus Samt ober Seide mit und ohne Perlen, ferner Georgette und TRaro- caine mit Strauftfedem oder Pelz. Für Mäntel werden Velour de Iain, Ottomane und Tuch mit echten in- und ausländischen Pelzen bevorzugt. Der Mantel der groben Mode heiht: Mantel maSculin. Die gezeigten Modeschöpfungen Warrn teilweise sehr geschmackvoll und ansprechend: be­sonders reizerrd wirkten einige Gesellschufts- bzw. Abendkleider Hervorzuheben sind auch die Hut­modelle. die recht flott waren und von gutem Geschmack zeugten. Manchem bedauernswerten Ehemann dürfte beim Aberrdeslen über die Wünsche seiner .besseren Hälfte" der Appetit wohl etwa- vergangen fein and er wird über diese Modeschau seine ^besonderen" Gedanken ge­habt haben. Aber trotzdem: der kluge Mann gibt nach!z.

* Vortragsabend Emil Peters. Man berichtet uns: Der erste der beider Vor­träge fand Freitag ab mb statt. Das Thema war .Menschen in der Ehe". Zn Emil Peters hoben wir cs mit einem tiefernsten Mrnne z utm. le geistvoll und ged^nkenre ch üb r d e s e'.ischen Probleme des Me schen^rns spr cht E ist ein ganz hervorragender Redner, der über e ne un- gewöhnliche Kunst d?S gesprochenen Wo 1eS ve - fügt, über einen Bilderreichtum und eine irntc e Beseeltheit tx£ Dorlroges, bet dadurch zum Er­lebnis wird. Was er über die Ehe sagte, war weit entfernt von aller sonst üblichen OberslächliH- keit. Zhm ist die Ehe das gröhte Kulturwec-k des Menschenleb ns. Er sprach über die Hoffnun­gen bei jungen Menschen und ze gte d e Quelle ihrer Enttäuschungen. 3e tiefer Der Sinn der Ehe gesaftt wird, desto eher wachen Mann und Frau in das Glück hinein Einer soll dem andern die Wesenheit b.I.iffcn. ihn nicht modeln wollen. Dos grohe, eherne Gesetz der Treue muh d e Ehe durchziehen. In der glücklichen Ehe darf Die Fiei.de. darf das Lachen n cht berflincen. F vude ist Fülle der Seele. Freude ist d e Atmosphäre, in der die Kinder am besten gebeten.

Gesallenen-Ehrungen in Gießen.

Der gestrige Totensonntag gab auch unserer Einwohnerschaft wieder Veranlassung, in Dank­barkeit der im Weltkriege für das Vaterland ge­fallenen Brüder zu gedenken. 3n den Kirchen war diese Heldenehrung mit in den Mittelpunkt der Hauptgvttesdienste gestellt. Im Laufe des Tages fanden bann drei weitere Gedenk­feiern statt, zu denen die Arbeitsg"meinschaft der militärischen Vereine und der Regimentsver­einigungen. der Reichsbund der Kriegsbeschä­digten und Kriegerhinterbliebenen und das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gvld ihre Mitglieder und die gesamte Bürgerschaft aufgerufen hatten.

Als erste dieser drei Feiern ging die von der Arbeitsgemeinschaft der militä­rischen Dereine auf 111/2 älhr vormittags anberaumte Ehrung auf dem Landgraf-Philipp- Platz vor dem Grundstein des 116er Denkmals vor sich. Die Vertretungen der einladenden Der­

eine, der Iunadeutsche Orden. daS JUlCDBMnnct Schwarz-Rot-Gold, sämtlich mit ihren Fahnen, und eine grobe Menge Mitbürger nahmen hort in weitem Viereck Auftlellung. ^lachdem die Ka­pelle Weller die Feier mit dem Ehoral »Jesus meine Zuversicht" und mit dem Riederländischen Dankgeb.-t eingeleitet batte, hielt Studienrat Dr. 2 d v l p h die Gedenkrede. Er lieh D.lker au4 dem Feld vor dem a.-istigen Auge empor':eigen und grüble die Gefallenen. Tann gab er den u iau> stchlichen Dank gegenüber ten Brüdern Aus­

druck. die stch ge pf n h>deo Er gedachte gerade der schlchten Akärraer tiei4 dem Volk, d.e unge­nannt in einem Winkel fielen, von denen nie­mand redet und die doch auch ein Cc'cn h.nzu- g ben hatten und 1 b« Lieben zurück!ieften. Dor ih-.en wollen wir urs in Ehrfu-ch: n igen. Dein auch sie sind groft, «mtvorvhoben und geadelt durch ihr Sierven für D-utschland. Für de'es Deutschland te llen wir t b n Dreier e b auchen wir ha\u. und die Toten sollen ei uns kfrwn: Einheit, Opfersinn. Glauben. Enieit! ülnlere Toten haben all- das gleiche Leben hingegeben, sie haben alle teil an dem Rie'enopfer des Volks. Opferlinn! Rich: -eneS leichtherz.ge Prusten m.t Worten, das mit dem Kriege spiÄt. weil es seinen Ernst nicht kennt, nicht jenen gemeinen S-inn. der genuft üchtiz am Leom lleb' und v m h ldeih^st- n Au schwang der «Seele nichts tee h, sondern Dienst am Doll, ilnb 'chli httch ©laute! Ein Voll, für das so viele gestorben sind, wird leben. Arbeiten wir, führen wir das Werk der T ten weiter! Wir teilten den Schmerz um die Gefallenen nicht unterdrücken, aber das Leid sei überglänzt von der Schönh-it des Heldentums, ilnb alles, unter Deuten, Danket und Geloken sei in das eine Wort zusammengesaftt: Deutsch­land! Unter den Klängen des Liedes ^Ich bett' einen Kameraden" senkten ftch dann die Fahnen, enkblöftten stch tne Häupter, und still gedachte man ber Dieten Hundertta-lsende, d.e ihr Leben auf dem Altar des Vaterlandes geopfert.

Rachmittags 2l'j Uhr versammelten sich die Mitglieder des Re ich s b u n de s der K r ie qs- beschädigten und Kriegerhinterblie- b e n e n mit wiederum sehr vielen Mitbürgern zu einer Gedenkfeier auf dem Ehrenfrtedhof des Reuen Friedhofs. Die Musikkaf^elle Topp er­öffnete die Feier mit dem Ri.derländischen Dank­gebet Ailschlicstend sang der GesangvereinEon- cordia" den Ehor:Wie sie so sanft ruhn". Danach hielt der De.;irksleiter des Reichsbundes der Kiiegsbeschädigten und -Hinterbliebenen Ben­ner Die Gedächtnisrede. Er brachte in zu Herzen gehender Weise den Sinn brr Totengedenkfeter zum Ausdruck, wobei er besonders auf bas traute Familienleben zwischen Ehegatten und Kinder hinteies und gleichzeitig betonte, wie dieses Band durch den Krieg in vielen Fällen zerrissen wor­den ist. wie die Frau mit ihren Kindern, die Voll­waise ohne Eltern, die Kriegeveltern durch den Verlust ihrer Sohne in der jetzigen Zeit im Kampfe um ihre Existenz bastehen. Von diesen Gedanken geleitet hob er besonders hervor, dah die gesamte Bevölkerung angesichts dieser Tat­sachen den Totensonntag am würdigsten ehren könne, wenn sie es sich zur Pflicht niache. allen $jinterbtiebenen unserer Gefallenen in jeder Be­ziehung mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Ferner unterstrich der Redner, dah der Reichs­bund der Kriegsbeschädigten es sich zur besonbrren Pflicht mache, durch gegenseitige Kameradschaft den Kampf um die wirtschaftliche Sicherstellung der Kriegsopfer zu bewerkstelligen. Dies alles sei im besten Sinne des Wortes di? gute Kame-

raofchaft und «nnvrucrsvottttc 2 DtengeDenftet«. Er legte hierauf als äuftcres Zeichen brr Liebe und Verehrung für die treuen Toten «inen Äran* nieder Anschlles»end spielte die Kapelle Topp das Lied: .Ich Hutt' einen Kameraden", 'velches von allen Anwesenden erUblöftten Hcmptes angehört tourbe Derart nahm die Frier, frei von jeder politischen Einstellung einen einfachen und wür­digen Verlauf und verkörperte einen sinngernäftei' Totengedenktag

Gegen 3*. Ubr begann ebenfalls auf dem Ehrenfriedhof die vom Reichsbanner Schwarz-Rot-Gvld au-geheilde Heldcn- Ehrung. an der gleichfalls eine grobe Menschen­menge teilnadm Der GesangvereinEintracht" leitete diese Feier mit dem feierlichen Ehor Wie sie so sonst ruhn" ein. Danach sprach Pros. D. Karl Ludwig Schmidt. Er erinnerte an Die ungeheure Gröhe ber Menschenopfer, die in diesem Kriege gebraut wurden. 2lder umsonst seien diese Opfer nicht gewesen, wenn wir Leben­den über eine kleine, ja kleinliche Welt betrach tu ng weiter hinaus und zugleich tiefer blicken wollten Dann trete mahnend und tröstend ein groftes Ge­schehen an uns heran: Die Toten des Weltkrieges die Verwundeten und Krüppel und Kranken bet Schlachtfelder Europas hätten eine neue Zeit hevoufgesührt Dafür seien Millionen gestorben unb begraben tvorden. damit ein Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte offenbar werden könnte. Die stummen Toten verlangten laut und eindringlich nicht nach Rache unb wieder Krieg, sondern sie forderten Versöhnung unb nicht wie­der Krieg. Die Vorkriegszeit habe den Welt­krieg geboren. ES liegen da die Millionen von Toten. Wer Dürfe es ernsthaft wagen, ihren 2lppell on uns zu überhören? Wie sehr werde immer wieder vergessen, was der Sinn ber Totenopfer sei! Soweit wir mit unseren Ge­danken und unseren Kräften zu arbeiten hätten, fei unsere Aufgabe allein die des Friedens. Sv wollten es die Toten des Weltkrieges, denen heute und in alle Zukunft unser dankbares Ge­denken gelte, denen wir zurufen: Euer Tod solk unser Leben sein. Studienrat Schoen als Dor- sitzender des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold sprach hierauf bei gesenkter Fahne Worte des Abscheus vor dem Haft unb Krieg zwischen den Volkern, er grüßte unb ehrft die Toten aller Völker und Stämme und forderte auf, allein die Liebe unter allen Menschen alS oberstes Ge­setz gelten zu lallen. Mit dem gemeinsamen De- fang des Liedes »Ich haft' einen Kameraden" wobei das Gedenken an die stummen Kameraden besonders stark an die Herzen griff, und mit einem weiteren Gesangsvortrag des Gesang­vereins klang die Feier aus

Turnen, Sport und Spiel.

Turnen unb Spiel in der Schule.

Am Freitag traten sich auf dem Trieb zum ersten Male die Lchülermannschasten der A u g u - stinerschule Friedberg und der O6er- r ealsch ule Dietzen im Wtt.spiel gegenüber. Es wurde Faust ball unb Futzba ll gespielt. Die Schüler führten so hübsche, in jeder Form einwandfreie Spiele vor, daft sie vor vielen Spie­lenErwachsener" als Muster und Vorbild dienen konnten. Friedberg konnte in Faustball 25:19 liegen, in Fuftball 2:1. 3m Lause dieser Woche wird in Friedberg ein Handballwettspiel zwischen beiden Schulen auSgetlagrn. Mögen recht viele Schulen auf diesem Wege folgen.

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