Einzelbild herunterladen

Dienstag, 2. Juni 1921

U4. Jahrgang

Erstes Blatt

an

Sie haben für die diesjährige Ausstellung Textilindustrie gewählt, die für die

ter

iliti Nr. 1

US

interalliierten Schulden, wem dies auch nrht der F age er Anwendung des Dawesberich- in etten Topf geworfen werden dücsr

der mit tes

Noch ein Ergebnis von Chequers: Eine englisch-französische Kollektivnote an Deutschland

die Textilinoustrie gewählt, die für die deutsche Wirtschaft, ganz besonders aber für das industrielle und gewerbliche Leben des Freistaates Sachsen eine bedeutsame Rolle spielt. Was wir heute auf diesem Gebiete gesehen haben, zeigt uns, das) die deutsche und im besonderen die sächsische Textilindustrie in der Erzeugung hoch­qualifizierter Arbeit wertvolle Fortschritte erreicht hat trotz aller Rot und Schwierigkeiten der ver­gangenen (Jahre wie der Gegenwart.

irchMrbt, inn, schall- impfindlich nte Säuren, , Preiswert

Rücktritt der Smut$=Regierung.

London, 23. Juni. (WTB.) Der bisherige Ministerpräsident von Dritisch-Südafrika S m u t s ist zurückgetreten. Der Gouverneur beauftragte darauf General H e r tz o g mit der Kabinettsbil­dung.

Nachdem von uns gemeldeten Ausgang der Wahlen, bei denen General Smuts sein Mandat verlor, war dieser Rücktritt vorauszusehen. Gene­ral Hertzog ist der Führer der Rationalist ew- Gruppe, deren Ziel die völlige Autonomie Süd­afrikas ist.

lira*1

5116c

ehe

5118D

nplatz

3,30 Uhr

Kln Maben $ !ck

Atzung jolfl77

rüder

in 1 Akt-

M raphen «jebaffen.

ferner: ?sken reeeter.

eh« Qie einer Post, «tim A 235 litten Auf. ft* jwi r* iu taufen ^elen-ll habe.

Der Reichspräsident an die deutsche Wirtschaft.

D r e s d e n. 23. Juni. (Wolff.) Der Reichs­präsident ist heute vormittag in Begleitung des Reichswehrmini st ers, des Staatsse­kretärs Dr. Meißner und des sächsischen Ge­sandten In Berlin, Dr. Gradnauer, hier ein- getrofsen. Rach der Begrüßung der auf dem Dahnhofplatze aufgestellten Ehrenkompagnie der Reichswehr begab sich der Reichspräsident zur (Jahresschau deutscher Arbeit.

Bei dem nach Desichttgung der (Jahres­schau deutscher Arbeit zu Ehren des Reichspräsidenten vevanstalteten Frühstück be­grüßte Ministerpräsident Heidt den Reichspräsidenten.

Der Reichspräsident erwiderte u. a. folgendes,:

m.

Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertag», mit d. Samstagsbeilage: GießenerFannlienb lütter Monats-Vezuerpreis:

2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernspre ch-Anschlülse für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51.

Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeigerchiehen. vostscheckkoato:

Zrankfurt a. M. 11686.

immerhin interessant. Das will ich Ihnen einem Beispiel erläutern. Das(Journal brachte vor einigen Tagen die Rachricht, die fran - sische Regierung habe der englischen Re­gierung amtliche Berichte französischer Stellen zur Kenntnis gebracht, nach denen ein bewaff­neter Tleberfall auf die Desatzungs- truppen des Ruhrgebiets geplant sei.

Dieser Rachricht, der von amtlicher deutscher Seite sofort entgegengetreten worden ist, ist eine von denen, die in der ausländischen Presse das größte Aufsehen erregten. Auf das deutsche De­menti hin ist nun vomDaily Telegraph" fest- gestellt worden, daß es sich bei dem von dem Journal" angeblichen Bericht um

Annahme von Anze.^n für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jebei3erbinölid)hett Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite crtiid)8, auswärts 10 Goldpsennig; für Re­klame-Anzeigen o 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20"/, Auf. chlag. - Verantwortlich tir Politik u. Feuilleton: )r. Friedr. Will) Lange; ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen.

Herriot und Macdonald haben den Wert desmoralischen Paktes", den sie in Che- quers geschlossen haben, damit der Welt vor Augen geführt, daß sie eine gemeinsame Rote an die deutsche Regierung gerichtet haben. Auch wenn man nicht annimmt, daß nun der übele Rotenkrieg" der glorreichen Epoche der Diktate und Drohungen wieder beginnt, muh man vorausgesetzt, daß die bisher nur aus fran­zösischer Quelle vorliegenden Meldungen den Tatsachen entsprechen die Art und Weise als überaus peinlich empfinden, in derdie Aera des Friedens, der Versöhnung und Ver- tändigung" eingeleitet wird. Denn das von Agenten des französischen Militärs systematisch in der letzten Zett [mit sichtbarer Absicht in die Welt gesetzte Märchen von deutschen Rüstungen und Tleberfallsplänen ist gegenüber der Wirklichkeit so albern und sinnlos, daß es fast als eine Beleidigung des deutschen Volles erscheint, wenn der Reichs- k a n z l e r von dem Vertreter der britischen De­peschenagentur in die Lage verseht wird, kostbare Zeit der ausführlichen Widerlegung solcher fran­zösischen Tendenzlügen widmen zu müssen. Wohl ind noch einige strittige Punkte bezüglich der Militärkontrolle und der Schutzpolizei vorhanden, aber sie sind nicht von einer solchen Bedeutung, daß sie Anlaß einer besonderen Kundgebung der Kontrahenten desmoralischen Paktes" geben mußten, älnd das deutsche Volk in seiner über­großen Mehrheit ist so empfindlich gegen dikta­torische Maßnahmen und Bevormundungsver­suche der Gegner von vorgestern geworden, und es nimmt das selbstverstärck>liche Recht auf Ach­tung seiner nationalen Würde und Ehre so be­wußt heute in Anspruch, daß es als eine höchst ungeschickte Maßnahme bezeichnet werden mühte, wenn die Rotenversuche am untauglichen Ob­jekt, die unter Poincare so beliebt waren, jetzt ihre Fortsetzung erfahren sollten. Mehr zu sagen erübrigt sich bis nach der Bekanntgabe des In­halts der Rote.

Die Kollektivnote.

Paris, 23. (Juni. (WTB.) Der Sonder­berichterstatter der Havasagentur, der *ch Ministerpräsidenten Herriot auf seiner Reise be­gleitet, glaubt in der Lage zu sein, mitzuteilen, daß außer den durch das CommuniquH von Chequers bekanntgegebenen Beschlüssen Ramsah Maedonald und Herriot eine wichtige Ent­scheidung getroffen haben, die Deutsch­land unverzüglich den Beweis liefere, dah eine Gemeinsamkeit der Ansichten zwischen der englischen und der ftanzösischen Regierung besteht. Die Ministerpräsidenten hätten den Wortlaut einer Kollektivnote festgelegt, die unver­züglich an die deutsche Regierung abgehen werde. Diese Rote lenkt in feierlicher Weise die Aufmerk­samkeit der deutschen Regierung auf das Inter­esse, das sie jetzt habe, materielle Be-- weise ihres guten Willens zu geben, wenn sie wünsche, dah normale Beziehungen zwi­schen Deutschland und den verbündeten Mächten wiederhergestellt werden sollen. Insbesondere müsse die deutsche Regierung vor dem 30. (Juni auf die letzte Entwaffnungsnote der Bot­schafterkonferenz antworten. Die von den beiden Ministerpräsidenten vorgeschlagene Rote werde in dringender Weise die Rotwendigkeit unterstreichen, die Deutschlarrd habe, unverzüglich in der vitalen Frage der Entwaffnung die er­forderlichen Beruhigungen zu geben.

Paris, 24. (Juni. (WTD.) lieber den In - halt der an die deutsche Regierung gerichteten Rote berichtet der Sonderberichterstatter des Matin":

Macdonald, der beständig an die Ge­fahr denke, der das freie Europa durch die deutsche Bewaffnung ausgesetzt sein könnte, beunruhige sich, dah ein Teil der öffent­lichen Meinung Frankreichs auf Grund falscher Gerüchte weniger entschlossen an diese Ange­legenheit denken könne, als die französische Re­gierung. Er habe daher den Vorschlag gemacht, durch eine Kundgebung Berlin wissen zu lassen, welche Absichten Herriot und er hätten. Her­riot habe daher die Absendung einer Kollektiv­note vorgeschlagen. Diese Rote sei gestern abend abgegangen. Sie werde nicht veröffent­licht werden. Denn sie habe nicht den Wert eines diplomatischen Dokuments, da sie dem Reichsauhenminister Dr. Stre­ss m a n n nichts sage, was ihm nicht schon be­kannt sei.

Rach demPetit Parisien" soll die Rote doch morgen, Mittwoch oder übermorgen, Don­nerstag veröffentlicht werden.

Die angeblichen deutschen Rüstungen.

Reichskanzler Marx gegen französische Liigenberichte.

Berlin, 23 (Juni. Der Berliner Vertreter des Reuter-Bureaus befragte den Reichs­kanzler Marx über die Stellungnahme der deutschen Regierung zu den in den letzten Tagen in einem Teil der franzosi ch n'und auf> de - eng­lischen Presse sich häufenden Alarmnachrichten über angebliche deutsche Rüstungen und Revancheabsichten. Der Reichs­kanzler erklärte ihm etwa folgendes:

Al en diesen T nberz ne düngen entgegenzu­treten, ist nicht möglich, wie sie entstehen, ist aber

D m

w kitte

öl batte

* lieb's§

Die Folgen des Matteotti-Mords

Rom, 23. Juni. DieCpoca" bringt die aufsehenerregende Nachricht, der König werde nach Empfang der Antwort auf seine Thronrede eineDotschaftandaSPar- l a m e n t richten, was seit 1859 nicht mehr da­gewesen ist.

Der Kammerpräsident antwortete dem bisherigen Anterstaatssekretär F i n c i auf eine Ditte, einen Untersuch ungSaus- ch u h über sein privates und öffentliches Le­ben in den letzten Jahren einzusetzen, dah eh dieser Ditte nichtnachkommen könne. Der Grund zu dieser Absage soll die Antwort der Oppositionsparteien gewesen sein, daß sie sich nicht an dem UntersuchungSausschuh beteili­gen würden, weil sie umfangreichere Un­tersuchungen als nur gegen die Person WnciS für notwendig hielten.

Verhaftung von Kommunisten? führern.

Bayreuth, 23. (Juni. (Wolff.) Die beiden Kommumstenführer ©onnemann und Pacht­le r wurden verhaftet. Dte Gründe sind un­bekannt.

I n a o l st a d t. 23. Juni. (Wolff.) Am 6tnm* tag wurden hier mehrere Kommunisten­führer verhaftet, die an einer geheimen Versammlung teilgenommen hatten. Die Der- 'hafteten wurden unter dem Verdacht der Fort­führung der verbotenen Kommunistischen Partei dem Richter Übergeben.

Eröffnung des Rheinischen ProvinziaNandtags

Düsseldorf, 24. (Juni Gestern mittag wurde der 68. rheinische Provinziallandtag durch den Staatssekretär im Ministerium des Innern, Meister, eröffnet. Ramens des Staatsministe­riums sagte er der ganzen rheinischen Bevölks- rung Dank und Anerkennung für alles, was sie in dieser Zeit für die Einheit des Reichs und Preußens gelitten und geleistet haben. Die Ereignisse im besetzten Gebiet hätten das übrige Deutschland in Mitleidenschaft gezogen durch die Währungszerrüttung, die Arbettslosigtett, den Kreditmangel und den Zusammenbruch des Mit­telstandes.

Im festen Derttcmen auf die bewährte rheini­sche Tieue und das zähe Festhalten der Rhein­länder an der deutschen Einheit und im Bewußt­sein der Stärke und Arbeitsamkeit der rheinischen Bevölkerung habe das preußische Staatsministe­rium mit ganzer Kraft die Bestrebung: n gefor­dert, die geeignet seien, dem erstrebten Ziel nahe zu kommen, durch Arbeit die Freiheit undden wahren Friedenzuerreichen, den die der Gewaltmahnahmen über­drüssige Welt ersehne. Unter der Lei ung des Alterspräsidenten Abg. Olbertz. Bonn, wurde alsdann die Wahl für das Präsidium des Landtags vvrgenommen. Gegen den Vorschlag, den bisherigen Vorsitz.enden Reichsministec Dr. Jarres wiederzuwählen, wurde von kommu­nistischer Seite Widerspruch erhoben, weil Dr. Jarres nicht die Gewähr für eine objektive Ge­schäftsführung biete, da er eine Hetze gegen die Kommuni st en veranstalte, die Deutsch- völkischen aber nicht behellige. Die Kommunisten beantragten die Wahl durch Stimmzettel. (Ja res erhielt 105 von den 137 abgegebenen Stimmen. Zehn weihe Zettel wurden abgegeben. 10 Stim­men erhielt der kommunistische Abg. Theihen.

Forderungen

der hessischen Landwirtschaft.

Darmstadt, 21. (Juni (WTD.) Die 34. Ge­neralversammlung der Landwtttschafllichen Genos­senschaft Darmstadt hat nach einem interessanten und lehrreichen Vorttag des Direktors Berg über hessische Viehverwertung folgende Entschließ.ing einstimmig angenommen: Mit Rücksicht auf die durch die wirtschaftlichen Verhältnisse bedingte Absatzstockung und die Tatsache, daß 1. der Erlös aus den tierischen Erzeugnissen eine der Haupt­einnahmequellen für die große Mehrheit der hes­sischen Landwirtschaftsbetriebe bildet, 2. die Land­wirte keinen Einfluß auf die Preisbildung im Viehhandel auszuüben vermögen, die vielmehr, ab­gesehen von der Marktlage, in den Händen des Viehhandels liegt, und 3. der Zwischenhandel For­men angenommen hat, die nicht nur preisdrückend für den Produzenten, sondern auch slnschver- teuernb für den Verbraucher wirken, hält es die 34. Generalveickammlung für dringend geboten, daß der genossenschaftliche Viehabsatz sofort durch die landwirtschaftlichen Genossenschaften in die Wege geleitet wird.

die Arbeit eines übereifrigen Agenten gehandelt hat, der die Ruhmrederei chauvinistischer Phantasten für bare Münze genommen hat. Der Daily Telegraph" fügt tröstend hinzu, glück­licherweise habe weder die französische noch hie englische Regierung diesem Alarmbericht Glauben geschenkt. Mer niemand bürgt uns dafür, daß nicht andere Alarmberichte Glauben finden. Ich denke dabei insbesondere an die Meldung gewisser französischer Zeitungen, in denen die üblichen An­gaben über geheime deutsche Rüstungen

mit sehr genau klingenden Zahlen

belegt werden. Diese Zahlen sind, wie mir zu­fällig gerade heute gesagt wird, aus einem in einer englischen Fachzeitung veröffentlichten größeren Aufsatz über den Stand der bewaffneten deutschen Macht herausgegriffen. Dieser aus der Feder eines offenbar ganz sachlich eingestellten englischen Offiziers stammende Aufsatz kommt aber zu dem Ergebnis, dah sich die deutschen Zustände auf dem Gebiete des Rüstungswesens in gewissen Einzelheiten mit dem Vertrag von Versailles zwar noch nicht überall decken, daß jedoch im großen und ganzen die deutsche Entwaffnung völlig durch­geführt und Deutschland außerstande ist, auch nur einen Defensivkrieg mit Aussicht auf Erfolg zu führen. Die in der französischen Presse erschie­nenen Bruchstücke sind indessen so ausgewählt, daß sie den gegenteiligen Eindruck erwecken.

Ernster als derartige Tendenznachrichten, von denen die deutsche Regierung im allgemeinen keine Rottz nimmt, find aber natürlich Erklä­rungen der Art, wie sie der »Morning Post" zufolge kürzlich

von dem französischen Kriegsminister General Nollel I

abgegeben worden fein sollen. Ich kann mir eigent­lich kaum denken, daß der Interviewer derMor­ri ing Post" den General Rollet richtig verstanden hat. General Rollet hat fast 5 (Jahre lang In Deutschland geweilt. Er kann unmöglich den Ein- drucr haben, daß der deutsche Rüstungsstand eine Gefahr für die Sicherheit Frankreichs bedeutet. Er muß wissen, daß die taktischen Ideen militärischer Ausbildungsvorschriften auf die politischen und und strategischen Pläne des betreffenden Landes keine Rückschlüsse zulassen; er muh sich darüber im Klaren sein, dah eine Truppe, die überhaupt militärischen Wert haben soll, auch über Angriffs­geist verfügen muh, selbst wenn sie, wie die angeb­lichen Aeuherungen des Generals Rollet nicht all­zu ausführlich eingeben, insbesondere nicht auf die Behauptungen übet den angeblich militä­rischen Charakter der Schutzpolizei, über

Die angeblich militärische Ausbildung der Turn- und Sportvereine

und über die Gefahr, welche die deutsche In­dustrie mit Bezug auf die Herstellung von Kriegsmaterial heute angeblich noch barftellen soll. Dah in einem groben Staate mit starken inner-, politischen Gegensätzen neben einem Heere von nur 100 000 Mann für die Aufrechterhaltung der inne­ren Ordnung sowie für die Erledigung administta- tiver Polizeiaufgaben ein Derwaltungs'lörper von insgesamt 150000 Köpfen erforderlich ist, wird jedem Unbefangenen einleuchten.

Eine Gefahr für Frankreich bebe u'.et dies schon deshalb nicht, well die Angehörigen dieses Verwaltungskörpers für mili ärische Zwecke gar nicht abkömmlich sind und weil die Polizei mit der Reichswehr nicht die leiseste orga­nische Verbindung hat. Der körperlichen Ausbildung der (Jugend in. Turn- und Sport­vereinen kommt hmte nach Mschaffung der all­gemeinen Weh:pflicht gewih eine erhöhte Bedeu­tung zu, aber led glich unter dem Gesichtspunkt bei Volksgesund he it; und die deutsche In­dust tie ist nun heute wirklich restlos _ auf die Friebensprvduktivn umgestellt. Das müssen Ge­neral Rollets Offiziere selbst am besten wissen. Ich hoffe aufrichtig, bah General Rollet Gele-, en- httt nehmen wird, die Mihverständnisse, die fast aus feder Zeile des Interviews in derMvrning- Pvst" sprechen, richtig zu stellen, ©ernte auf seine Haltung und seine Aeußevmrgen wird es wesentlich ankommen, wennwirdie deut­sche Oeffentlichkeit davon überzeu­gen wollen, dah die Ziele und Me­thoden der heutigen französischen Regierung andere sind, als die der vorigen. Diese Ueberzeugung in wette Kreffe des deutschen Volkes zu trag'n. ist unser ehr­liches Bestreben. Dies ist eine Vorbe­dingung der Verständigung, und die Pott ik bei Verstärkigung ist cs. die wir und mit uns ber weitaus größte Teil des deutschen Dolles mit absoluter Aufrichtigkeit verfolgen.

Die für unsere Wirtschaft so lebenswichtige Kredttftage ist zum erheblichen Teile eine Export- frage. Erst wenn die Exportbasis breiter ist, wird auch die Zuführung ausländischer Kredite sich steigern. Sie wissen, meine Herren, dah die Reichs­regierung und der Reichstag trotz seiner Be­denken in Einzelheiten in dem Sachver- ständige na utachten die Grundlage einer Losung sehen, die neben ber Befreiung der inneren Wirtschaft von den brückenden Schranken und neben der Herstellung der Wirtschaftseinheit unserer nach Ausfuhr drängenden Industtie den Weg ins Freie neben kann; nur in dieser Erwartung können wir es wagen, die großen Lasten zu tragen, welche die Durchführung dieses Gutachtens uns allen auferlegen wird.

Die Wirtschaft ist eineS der Fundamente un­seres staatlichen und nationalen Lebens, aber sie steht nicht für sich allein und sie ist nicht

Selbstzweck.

Sie ist eng verflochten mit allen anderen schaffen­den Kräften und verbunden mit dem Staate, feiner Sicherung, feiner stetigen Entwicklung und feiner Autorität und unabhängig vvm Gedeihen ober Abstieg ber Ration.

Deshalb muh auch die Wirtschaft durchdrun­gen und beseelt fein vom Gedanken der Schicksalsgemeinschaft und von dem Geiste, ber alle Interessen unb alle Schichten des Landes umfassenden Zusammengehörig­keit der Deutschen. Wenn uns auch Weltanschau­ungen, politische Ansichten unb widerstreitende wirtschaftliche Fragen trennen, stärker als sie muß in uns allen das Dewuhtsein leben, Glieder eines Volkes zu fein. Diesen Geist weiter zu verbreiten bitte .ich auch Sie, meine Herren aus der Industtie und Wirtschaft dieses Landes; pfle­gen Sie ihn im Bestreben nach ehrlichem Aus­gleich ber Interessen und nach wahrer, in sozialem Geiste geführter Gemeinschaft der Arbeit; denn nur als ein Volk, das in den groben unbent- fcheidenden Fragen zusammen st e ht, können wir den harten Weg der Zukunft mit Er­folg gehen. Dah auch die kommenden (Jahre schwer und opferreich für uns alle s :in Werl en. wollen wir uns mcht verhehlen. Zu besonderem Optimismus haben wir keinen Anlah, aber auch nicht zum Ver­zagen. Die Sorgen des Tages sollen und bürfen uns ben Glauben art die Zukunft unseres Volkes unb feine Aufgabe in ber Welt nicht rauben.

Macdonsld über seine Besprechung mit Herriot.

London, 23. (Juni. (WTB.) Tlntevhaus. Im Verlaufe einer langen Erklärung sagte Pre­mierminister Macdonald, seine Besprechung mit Herriot werde dem belgischen und dem italienischen Minrsterpräsibenten bekannt- gegeben werden, denn es bestehe nicht die Ab­sicht ein ausschließlich englisch-französisches Ab­kommen zu schließen. Wahr-schttnlich werde am 16. Juli eine inte .'alliierte Konferenz in London zusammentreten. Es sei höchst wünschenswert, daß Amerika sich dabei vertrtten lase. Heber diesen Punkt seien Mit e; langen unterwegs. In Erwide­rung auf eine Anfrage, ob Deutschland za ber Konfere.iz eingeladen werden solle, sagte Macdonald, der erste und wichtigste Puntt sei, daß zwischen den Alliierten eine Ver­einbarung im Hinblick auf die Durchführung des Dawesberichtes bestehe Die Alliierten seien der Ansicht, daß dieser Bericht Deutschland ge­wisse Verpflichtungen a u f c r l e ge. die in den vom Versailler D rttage au er e jten Ver­pflichtungen nicht enthal e i sind Die Alliierten müßten erwägen, in welcher Weise Deutschland am besten zum bereitwilligen Teil­haber bei de: ülebernahme von De pfttchtun^en gemacht tueiCert könne. Der Da'wesbericht werde die Tagesordnung de: Konftceiz bi Iren und so­bald dec zur praktischen 21 itoenöung d:s Planes notwendige Apparat in Tätig eit sei würden die Qltlii rten mit e Erörterung uner ettster Pro­bleme fortfah en, darunter auch des Problems

GietzenerAMM

General-Anzeiger für Gberhefsen

vrvck Md Verlag: vrühl'sche Univerfitüts-Vuch- Md Stetnömderei R. Lange in Giehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schnlstrahe 7.