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Nr. H5 ZVettesBlatt

Der Kamps um die Schule im Saargebiet.

S'er Kampf der deutschen politischen Parteien des Saargebietes gegen die französische Schul­politik und zur Erhaltung der deutschen Volks­schule wird jetzt außer im Saarparlament auch stm Landesrat ausgefochten. Bereits in der letzten Sitzung des Landesrates courde von dem sozial­demokratischen Abgeordneten Schneider die Schul- [frage angeschnitten und auf die zum Himmel schreienden Mißstände der Schulabteilung dec Re- aierungskommission bingecmesen. Schulabter-

Jung ver-suchte die Ausführung des Abgeordneten »u entkräften und lud zu diesem Zweck Vectrelrr der Presse einzum Einblick in die einschlägigen Akten". Außer 4 Zeitungen hatten es die übrigen abgeMynt, auf diesem bisher ungewöhnlichen Wege eine Berichtigung erscheinen zu lassen Es axir vorauszusehen daß auch in der Landesratssihung vom 16 Juni'die Schulfrage wieder zur Sprache tarn Die eigentliche Tagesordnung war in einigen Minuten erschöpft. Es wurden nur einige unbe­deutende Gesetzentwürfe den zuständigen Kom­missionen überwiesen. Als außerhalb der Tages­ordnung das Wort gewünscht wurde, wandle sich der Regierungsvertrcter, Staatskommissar Liesch, Hiergegen wies auf die Geschäftsordnung hin und beantragte nicht nur Schluß der Debatte, sondern <ruch der Sitzung. Das Haus war mit diesem Vor­schlag aber nicht einverstanden. Der Ab­geordnete Ziefer (Ztr.) nahm zu der Schul- frage in kurzen Worten Stellung. Vor allen Din­gen wandte er sich gegen das Vorgehen deo Schulabteilung gegen die Abgeordneten Schneider und Martin, die beide Lehrer sind. Diese beiden Herren wurden, nachdem sie in der vorletzten Sitzung zum ersten Male über die Mißstände der Schulabteilung im Landesrat gesprochen hatten, vor den Leiter der Schulabteilung, Herrn Nottoi^ in ihrer Eigenschaft als Lehrer vorgeladen und ihre Stellung als Abgeordnete in keiner Weile beachtet. Hiergegen protestierte der Redner. Die­ses Verhalten sei nicht nur eine Beleidigung der beiden Herren und des Landesrates, sondern der ganzen Saarbevölkerung. Die Schulabteilung sei vor Gott, der Geschichte und nach dem Versailler Vertrage verpflichtet, die de utsche Schule zu schützen. Der Regierungsvec- treterbedauerte", zu dieser Frage keine Steh lung nehmen zu können, da er nichtvorbeoeitel fei. Er müsse es aber auch ablehnen, dec Sitzung weiter beizuwöhnen. Auch Abgeordneter ©^nzibec wies noch einmal auf die Mißstände in der Schul­politik der Regierungskommission hin und betonte, daß es bisher der Schulabteilung nicht gelangen fei, die Angriffe zu entkräften. Von 26 angeführ­ten Anklagen war die Schulabteilung nur in dec Lage, einen Fall zu liquidieren, der aber als unbedeutend von vornherein bezeichnet worden war.

Von den Fraktionen dec Zcntcumsparteß der Sozialdemokratischen Partei und der Saarländi­schen Votkspartei wurde daraufhin eine ge­meinschaftliche Erklärung angenommen, in der Prüfung der gegen die Schulabteilung er­hobenen Anklagen durch einen Sachversta n - digenausschuß gefordert wird. Die Frattio- nen eöhbben Einspruch dagegen, daß Abgeordnete des Landesrates bet Ausübung ihres Mandats von ihren beruflich vorgesetzten Behörden zur Ver­antwortung gezogen werden. Die graftionen er« blicken hierin eine schwere Verletzung der Grund- rechte die in allen zivilisierten Ländern den par­lamentarischen Vertretern des Volkes gewährt werden Sie erwarten, daß die Regierungskom­mission die gegen die Abgeordneten Schneider und Martin erlassenen Maßregeln rückgängig mdcht, und daß sie weiter dafür sorgt, daß in Zukunft alle Abgeordneten als immun behandelt wer­den Auf jeden Fall aber geben die Fraktionen die Versicherung ab daß keiner der Abgeordneten sich durch die Gefährdung ihrer Sicherheit als Abgeordnete davon abhalten lassen werden, ihre Pflicht zu erfüllen, die sie durch Aebernahme des Mandats der Bevölkerung gegenüber übernom­men haben. -ces.

Die Kommuni st en gaben eure besondere Erklärung ab, in der sie auch gegen die Politik der Schulabteilung der Regierungskommilsion protestieren und im übrigen noch einige partei­politische Forderungen erheben.

Die Schicksale von Deutschen und Westslawen Von Professor Dr. Heinrich Hertzberg-Halle.

Gustav Frehtag sagt in seinen Bildern aus der deutschen Vergangenheit: .»Halb Deutschland ist auf slawischer Grundlage er­wachsen!" und Karl Lamprecht bezeichnet die Germanisierung des deutschen Ostens als die größte Tat unseres Volkes in den Zeiten des Mittelalters. Beide Forscher haben durchaus Recht; denn soviel ist sicher, ohne die zähe, langwierige Arbeit unserer Landesfürsten, wie Heinrich der Löwe, Albrecht der Bär, Kon­rad von Wettin, bestünde kein Ostdeutschland, die Welt der Slawen würde auf unseren ohne­hin so schmalen Volkskörper noch stärker drücken als heute. Zn harter Arbeit haben un­ter diesen Fürsten und ihren Nachfahren deutsche Bauern, Bürger, Mönche und Ritter den Westslawen einen guten Teil ihres Ge­bietes entwunden. Bei diesem Ringen sind die Wenden oder Polaken, d. h. die Anwohner der Elbe im Deutschtum aufgegangen bis auf ganz geringe Reste, die Tschechen dagegen und noch mehr die Polen haben nur Teilstücke ihres Volkstums an uns abgegeben, wenn­schon sie mit uns in eigenartige SchicksalSver- bindung gekommen sind. Die rechtzeitige An­nahme des Christentums, die zumal bei den Polen sich wohl nach deutschem Vorbild ein­setzende ständische Gliederung, die Schicksals­gunst, durch einige ausgezeichnete Fürsten ge- fiihrt zu werden, bewahrte Tschechen wie Polen vor dem völligen Aufgehen im Deutschtum. Dabei darf nicht vergessen werden, daß der Hussitensturm eine heftige Reaktion des tschechi­schen Volkes gegen das deutsche Volk war; andererseits, daß der Sieg der vereinigten

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

rätselhafte Titelbild sinnvoll erklärt, Grimmels

Polen und Litauer bei Tannenberg endlich die Schranke durchbrach, durch die der deutsche Orden Polen von der Ostsee ab sperrte. And doch sank die westslawische Flutwelle wieder zurück. Eine Weile schien es, als ob Deutsche, Tschechen und Polen sich von Rom trennen wollten, die Schlacht am Weihen Berge machte diesen Träumen in Böhmen ein Ende, die harte Faust verständnisloser Habsburger lastete schwer auf Böhmen, trieb viele seiner besten Bewohner zur Auswanderung; in Po­len siegte der IesutiSmus über den eigenwil­ligen Adel, der je länger je mehr das pol­nische Gemeinwesen dem Untergang zusteuerte. Auch die politische Verbindung zwischen Po­len und Kursachsen konnte dem Rebel nicht wehren. So kam es zur Aufteilung des Lan­des unter die mächtigen Nachbarn, und wenn

Am 12. Zant d. Zs. ereignete sich aaf der Marburger Straße em bäuerlicher Anfall. D e

SHSSSÄ-SI »"äaK.Ä

Gießen, 20. Zuni. Zn der heutigen Sitzung des Jugendgerichts standen vier Sachen zur Ver­handlung. Ms Schöffen waren tätig Rentner Fcanz Brück II. und Spengler Philipp Dr un° nengräber, beide von Gießen. , ,- - - - -

»on ©ieto stammt ISjätog^ MW° Mai E auf 50359 So.

Wochen unter Strafaussetzung bei vierjähriger Degte "^beschlagnahmt.

Bewährungsfrist und Anordnung von Erziehungs- Berliner Produktenbörse.

maßregeln. Berlin, 21. Zuni. Der Getreidemarkt war

Am Abend des 3. Zuni zechten zwei junge heute nur schwach besucht. Gestern nachmittag war Burschen, von denen der eine im Rheinlands, der die Tendenz weiter sehr flau gewesen und es wurde andere in Thüringen beheimatet ist, tn verschie- teilweise noch billiger als gestern mittag <jei>an- denen h.e'igen Wirtschaften. Sie hatten sich auf beit Heute war Brotgetreide sehr still und dL dec Fahrt von Koblenz nach Gießen im Dahn- zur Niederschrift dieses Berichts nicht verändert Äuge kennengelernt. Ihre Ange Echtheit brachte Das Meblgeschäft war besonders in Weizenmehl fie auf vecwe flich: Gedanken. Gegen 11 Ahr san- gleich mißlich und die Preife unDerannc t 5>ie den zwei Polizeiwachtmeister den Thann ,ec in amerikanischen Depechen lauteten eher f^ wach er. der Straße Am S.eg in ziemlich unbetleioetqm Roggen wie Roggenmehl hatte zu öen bisherigen Zustand Der andere hatte ihm die K eider ge- niedrigsten Preis en einige Nachfrage. Gerste lust- ftofaen und war nach dem Bahnhof gelaufen, um los und weiter schwach. Hafer bei dauernd reich- von dort aus nach Einlösung eines Den Destoh- lichem Angebot in geringem Verkehr. Andere Ar- [enen g e chsalls entwende.en Gepäckscheins nach tikel ohne Anregung Man notierte: Getreide und Kassel weiter zu fahren. Als der Rheinländer auf Oelsaaten per 1000 Kilogramm (sonst 100 Kg.) ab dem Bahnhose merkte, daß er von den Schutz- (Station: Weizcn. märt, 136142, Roggen, mark., [euten und dem B.stohlene.i verfolgt werde, ent- 114124, westpr. 110112, Sommergerste, mark., ftob er in der Richtung Lollar, wurde auf tele- 140149. Fut ergerste 129135. Hafw, märt, 115 vH Nische Benachrichtig an; am bärtige i Bahnhof bis 125, schles 120123, toeHpr. 113115, Wei° festaehalten, entfloh zum zweiteit Male und zenmehl 20,2522, Roggenmehl ^020,75 schwamm durch die Lahn, bis die Poll,ei nach Weizentteie 8.30, Roagenlleie 8,60. Raps 220, Vik- Abgabe eines Schreckschusses seiner habhaft wurde, toriaerbsen 1920. Kl. Erbsen 1315, 5utterer6- Der Angeklagte ist vollkommen ze.kair ch'. 'Der sen 1213, Peluschken 1011, Ackerbohnen 13 bis Tod seiner Mutter und andere bet la e isw rle 14, Wicken 1112, Lupinen, blaue^ 910 Lu- Vorgänge haben ihn aus der Heimat gehen ta fen. pinen gelbe, 1314, Bapskuchen 8,60, Leinkuchen ^s^eil: ein Monat Gesäng nis unt.r Auf- 1617, Trockenschnitzel 6,20.

rechnung der bisher erlitte.ien Antersuchungshaft

und Anordnung von Ecziehungsmaßre e n, von BttchcrNsM

denen allein sich das Gericht einen Erfolg ver- __ Guphonon, Zeitschrift für Litevatur- sprechen kann. I geschichte Herausgegeben von Zosef Nadler und

Gegen ein vorbestraftes früheres hiesiges August dauer. Das siebzehnte Ergänzungshest Dienstmädchen das auf wiederholte Ladung zu n (Carl F omme Ges. m b. H., Leipzig) ist dem heutige t Te miine nicht erschienen war, wurde volkstümlichen deutsche i Dichter des 17. l>ryr- Haftbefehl erlassen Hunde.ts. Ehllsto.fel von Grimmelshausen.

J ' gewidmet Proe sor Zulius Petersen zusammen

mit feinen Schülern und Schülerinnen (Zulle Cel° larius F itz Halfter. Rudolf Klarmann, Felix

ein großer Möbelwagen. Aus der Richtung der Stadt her kam, wie durch sämtliche Zeugen fest- gestellt wurde, ein von einem mittelschweren Rap­pen tn leichtem Trab gezogener Bäcker wagen da­her, dessen sechzehnjähriger Lenker vorschrifts­mäßig die rechte Straßenseite benutzte. Zn einer Entfernung von etwa drei Meter bog der Däcker- wagen vor dem Möbelwagen aus und fuhr nach links nach der Mitte der Straße zu. Zn diesem Augenblick hatte er bereits die beiden landwirt­schaftlichen Wagen überholt, während ihm zwei Radfahrerinnen im üblichen Tempo auf der dort noch leicht abschüssigen Straße entgegenkamen. Der ersteren von ihnen gelang es noch zwischen den vor ei wähnten Wagen und dem Backer wagen hindurchzukommen, die andere stieß jed och mit der linken Brust gegen die linke Schere des Ein­spännerwagens und trug außerordentlich schwere innere Verletzungen davon, so daß sie bald in der Klinik starb. Zn dec Verhandlung wurde fest- gestellt daß von einem Durchstoßen der Brust ferne Rede sein kann, daß auch das Pferd des

Bäckerwagens feinen Sprung zur Seite gemacht auch Napoleon I. em Großyerzogtum War- und daß etwa hierdurch das Zusammenprallen schau schuf, sein Untergang riß auch Polen mit um ein solches handelt es sich herbeigesührt sich. Ein volles Jahrhundert lang lebte das worden ist. Das Gericht konnte ßichtzu der Fest- polnisch- Volk in drei Staatsgebieten vergilt, M

Mochte auch Oesterreich seinen galizischen Po- langer Zeit mit Pferden umzugehen gewöhnt ist, len viele Freiheit einräumen, um so härter war die Beobachtung besonderer Vorsicht schuldhaft der russische Druck. Preußen ließ die Polen untedaffen hat. da es zum mindesten auch Pflicht an dem Ausschwung seiner gesamten Wirt- Än W->g-a ent-

schäft und Bildung vollen Anteil nehmen, frei- gegenzufahren, während ihr Herannahen von dem lieb, ohne Dank zu ernten. Hüben wie drüben, jetzt wegen fahrlässiger Tötung Angeklagten me­in Rußland wie in Preußen, flackerte das gen des in seiner Fahrtrichtung stehenden Möbel- F-u-r der Revala.wnen m die Höhe, bis end-

lich Fürst BlSrnarck bet uns das Steuer herum- schien oder eine strafbare Anterlassung des an- toarf, bis er es versuchte, durch die Tätigkeit gesagten 'Bäckerlehrlings zum mindesten nl$t süc der Ansiedlungskommissionen das polnische für erwiesen und erkannte deshalb auf Frei- Element im preußischen Staate zu bezwingen, sprechung von Strafe.un_ osen.

Der Erfolg war gering, mittlerweile ergoß OTfWMhöft

sich wie eine Flutwelle ein Schwarm pol- -

nischer Leute besonders nach Sachsen und * ^eichsbankausweis vom l"unu Westfalen, um hs« «irtschaMch weiter zu kommen, ohne aber den polnischen Zdealen zu in zweiten Zunlwoche eine Ermäßigung entsagen. Aehnlich wurde Kursachsen von einer um 9,6 Trill. Mavk auf 2141,1 Tritt. Mark. Auf starken tschechischen Arbeiterwelle überflutet, den einzelnen Anlagefonten trat eine Verschie- D°r uaheUdklle Friedensschluh der Oester,

reich-Angarn zerriß, hat eine tschecho-slowa- 30 8 Rentenmark auf 1201,5 Millionen Ren- kische Republik, eine wahre Spottgeburt von tenmark verminderte, während sich die Papier- Dreck und Feuer, geschaffen; die politische Der- markanlage in Wechseln und Lombard zusammen ständnislosigkeit des Prä,identen Wilson hat um Jr®ouer. r CBM g .

das Werk Friedrichs des Großen zerstört, tenmarftrebiten und mit Eingängen im Ren» Wieder ist Westpreußen der polnischen Zer- tenmarkgiroverkehr erhöhte sich der Bestand der

rüttung preisgegeben, wieder tobt der fessel- Beichsbank an Rentenniark um 79,4 auf 413,3 M« Wahnsinn eines gÄÄÄÄ

kes an den Äsern der gelben Weichsel. Was Aentenmark zurückging. Auch der Umlauf an deutsche Intelligenz auf dem oberschlesischen Reichsbanknoten erfuhr eine Verminderung, näiw« Sandboden an industriellen Werken geschaffen llch um 30,7 Trillionen Mark auf 92^6 SrUL hatte, ist der Raffgier der Polen und ihrer an. W°^i^G°^d°r Wanf^r- geblich so selbstlosen Freunde überantwortet. auf 1Q016 Trillionen Mark. Von dieser Zunahme So ist die Balkanisierung von Mittel-Europa entfielenauf Rentenmark 117,7 Millionen Renten- zur traurigen Tatsache geworden. Die angeb- mark. Der Goldbestand der Reichsbank wurde lich-n Mter der Zivilisation, die am deutschen 448_om augg=W<m. aUo S-MnWer Rhein mit Hilfe amerikanischer Horden em nen ^ark, der aus Goldankäufen herrührt. Der Schreckensregiment ausüben, scheuen sich nicht, Darlehnsbestand bei den Darlehnskassen und dem- den Völkerhah der Westslawen immer aufs entsprechend der Bestand der Reichsbank an Dar- nEue -u schü-en, - Möchw uns das Geschick einen neuen DiSmarck bescheren, der auf der * Die Ruhrkvhlenförderung im Trümmerstätte von Mittel-Europa ein zu- Mai 1 924. Zm Monat Mai wurden auf den kunftSsicheres Staatsgebilde wieder schafft. Zechen des gesamten Ruhrgeb^tes (ohne die von 1 1 v _ ber Regie betriebenen drei Zechen und Kokereien)

. .,x I 1309 333 Tonnen Kohlen gefvidert und 569 005

Gießener Jugendgericht. Tonnen Koks hergestellt, gegenüber 7 779 162 T).

Gießen , 20. Zuni. Zn der heutigen Sitzung Kohlen und 1 887 740 Tonnen K)ls im Mai 1922 und 8 970 826 Tonnen Kohlen und 1 924 405 T). Koks im Mai 1913. Die Driketlherstellung bellef sich im Derichtsmonat auf 161 860 (259 547 bzw. 399 730) Tonnen. Arbeltstäglich stellt sich im

en stärksten Bart rl. T*uv Anerkennungen hrektor.NeustetUn, .Apparat bereits üb iMesser In dieser Zeil er abgezogen.

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IHontag, 25. Zuni 1924

hausens Verhältnis zu den Sprachgesellschaften neu beleuchtet. .

Russische Liebesgeschichten . Acht Novellen, ausgewählt und überseht von Jo­hannes von Guenthei. Dieser gut aus gestattete Band fügt sich in die Russische Bibliothek des! Drei M a s k e n - V e r l n g s in München, ein. Zn vorbildlichen Aebersehungen werden uns hier eine Reihe der besten russischen Dichter mit ihren Gedanken über die Liebe näher gebracht, drei sie in feinen Worten und bewegten Gestalten dar-^ bieten. Es ist ein Bach voll von verhangener Zärt­lichkeit, die eindringt in die tiefsten Abgründe der Seele. Heiter beginnt es mit einer Novelle von. Puschkin und führt über Schmerz und Tränen in> Werken der Dichter Lermontow, Turgenjew, Doll stojewsky, Ljehkow, Tschechow, Ssvlogub unb; Brjussow in das Dunkle und Phantastische, in dem innersten Kern der Seele Rußlands.

Ein Teufel, der bei Tage raub t und nachts betet, so bezeichnete sich selbst Francis Drake, ein Mann, dem England außer-, ordentlich viel verdankt, denn seine Kaperfahrten zeigten, welch ungeheuren Wert für die Existenz des englischen Znselvolkes eine starke Flottenmacht und der Besitz von Kolonnen bedeutete. Original berichte über diese auf Befehl der Königin Elisa­beth von Drake nach den spanischen Besitzungen in Amerika ausgeführten Kaperfahrten bringt ein neuer Band der empfehlenswerten Leipziger Brockhaus-SammlungAlte Reisen und Aben­teuer" (Dd. 10: Francis Drake, 2ys Freibeuter in Spanisch-Amerika. Bearbeitet von Dr. Hans Damm. Geb. 2,50 G.-M.). Wie in allen bisher erschienenen Bänden dieser dank ihrer Wohlfeil­heit für weite Kreise zugänglichen Sammlung, sind auch hier wieder verschiedene Berichte von Ge­fährten Drakes auf seinen Reisen zu einem gerundeten Ganzen zusammengestellt. Sie ergeben ein glühendes Bild einer Zeit, die uns heute um so mittelalterlicher erscheint, als ein sogenannter Völkerbund den ewigen Frieden vorzubereiten scheint. Dem Band sind prächtige, zeitgenössische Bilder, vortreffliche Karten und em mehrfarbiges Amschlagbild beigegeben, das den! Augenblick zeigt, in dem ein Indianer dem eng­lisch Freibeuter den Häuptlingsschmuck aufs Haupt setzt.

Gemeindesinanzen und Ge­meindesteuern in Preußen. Don Bruno Asch, Bürgermeister in Höchst a. Main. Anton- Druckerei und Verlagsanstalt, G. m. b. H., Frank­furt a. M., Preis: 1,50 G.-M. Der Verfasse^ gibt durch feine Schrift über die verwickelten Fi­nanzfragen der Gemeinden wertvolle Aufklärun­gen, die vielen sehr willkommen sein werden. Er untersucht die heutigen <5 teuer arten nach ihrem finanziellen und wirtschaftlichen Charakter hin, bespricht in diesem Zusammenhang überhaupt die oft unzulängliche Finanzpolitik der Gemeinden und bringt dafür reiches Tatsachenmaterial. Seine Ratschläge für neue Einnahmequellen sind größter Beachtung wert.

Ern st vonWolzogen, Lauen st ei­ner Hexameron oder Die Geschichten der sechs Knasterbärte. Kartoniert 2,50 G.-M., Halbleinen 3 G.-M. (Verlag der Freude, Wolfenbüttel.) Ernst von Wolzogen, der kürzlich bi sein sieb­zigstes Lebensjahr eingetreten ist, kann heuer auf eine 50jährige Tätigkeit als Schriftsteller zurück- blicken. Daß er bis an die Schwelle des Greisen-' alters wandlungsfähig, gestaltungsfroh und auch bei gutem Humor geblieben ist, beweist dieses neue,, in seiner Art ungewöhnliche Werk. Sechs alte welt­erfahrene Herren geben auf der romantischen alten Burg Lauen stein, in der die Wiege der Weihen Frau gestanden hat, Erinnerungen, Träume und freie Fantasiegestaltungen zum besten, die sich alle­samt auf dem Grenzgebiet zwischen hüben und drüben bewegen, d. h. sich mit den ^genannten übersinnlichen, okkulten Dingen befassen. Das ist für Wolzogen ein ganz neues Gebiet. Die sechs Geschichten haben alle ihr eigenes Gesicht, ihren eigenen Darstellungsstil, dem Charakter der Vor­tragenden angepaßt. Sie sind abwechselnd tragisch, luftig, ironisch, grotesk, schlicht oder verzwickt, aber allesamt nervenspannend und höchst unterhaltend. Dem greifen Dichter ist ein voller Erfolg dieses köstlich Buches von Herzen zu wünschen.

Cyril und Gaselis, Roman von Her­mann Lint sVerlag Allstein, Berlin. Preis 1 Goldmark). Die Geschichte der jungen Gaselis, eines noch kindhaften Mädchens, das frühreif ist und frühvottendet. Cyril de Brock, ein Mann von Welt ein Kunstkenner Und vornehmer Genießer, nimmt die Verlassene zu sich, läßt das unver­bildete begabte Geschöpf von schweren Eindrücken der Kinderjahre seelisch gesunden, darf fühlen, wie zwischen ihnen beiden eine zarte, verletzliche Nei­gung erwacht. Dis es dann zur Krisis kommt, Schatten aus Cyrils zerstörter Ehe in sein jetziges' zurückgezogenes Dasein fallen und die kleine Ga­selis verwirrt, ausgescheucht, während einer Ab­wesenheit ihres Vormunds und Freundes, sich durch Flucht in den Tod entzieht. Diese Vor­gänge sind mit behutsamer Stimme erzählt. Ber­lin und eine süddeutsche Aniversitätsstadt, die er nicht nennt es ist Heidelberg sind die Schau­plätze des Geschehens.

Geschäftliches.

Süße Speisen von Rhabarber.

Rha barberspeise mit Sago. 2Pfd. Rhabarberstiele werden geschält und sein geschnit­ten. Sie werden mit l1/» Liter Wasser, einem S.ückchen Zimt und Zitronenschale gekocht. Hierzu schüttet man 100 Gr. Sago. Sobald er klar- gekocht ist, tut man 2 Eßlöffel Zucker und 1 Prise Salz hinzu Die Speise wird mit Süßstoff abge- schrneckt und 5 Blatt aufgelöste rate Gelatine da­runter gerührt. Sie wird zum Erstarren in Glas- schalen gefüllt und ein Vanillenbeiguh dazu gereicht.

Nur ö» Original- Pacirungm, rinn ah lau