Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Nr. 95 Zweites Platt
Mittwoch, 2>. April
Der Sinn
der Micumverträge.
Als die ersten Micumverträge abgeschiossen *>eri>en nuu&ten, stand der Ruhrbergbau vor dei «nbedingten Rvtwendigkeit. die *Be rieb? Mieder tn Gang zu bringen und die Arbeiters Haft von der 6trabe zu' bekommen. Frankreich fühlte sich damals nach der bedingungslosen Äopltulatlon Deutschlands im RuhrLlMpf aus dem Hoh-epunkt seiner Macht, und war deshalb nicht geneigt, irgendwelche Konzessionen zu machen. Unter diesem Zwang muhte der Ruhrbergbou sich auf Bedingungen einlassen, die mit dem Fortschreitcn der Zeit sich immer mehr als untragbar erwescn. (Nach den letzten Förderziffern hätte das bis zum 15. April bestehende Mi.umabkommen den Ruhrbergbau — auf das ganz« Jahr umgerechnet — mit 850 Grldmillivnen im Jahre befallet Allein die Verzinsung der zur Durchführung des Micurn- abkomnrens aufgenommenen Kredite beanspruchte in der letzten Zeit auf die Tonne Forderung um- >gerechnet 0,80 Mark je Tonne. Rimmt man eine 'Derzinsung von jährlich 20 Proz. an, so ergibt isich daraus eine Verschuldung von 4 Mark je 'Lonne Förderung. Da nach genauen Berechnungen auf die Tonne Förderung im Ruhrberg- bau ein Anlagekapital von 20—25 Mark entfällt, so wäre bei Fortdauer der bisherigen Verträge die Substanz des Ruhrbergbaus in wen'gen Jahren restlos aufgezeh-rt gewesen. Zu demselben Ergebnis gelangt man, wenn man sich vergegenwärtigt, Lab in den letzten Wochen infolge der auf der Kohl« ruhenden Micumfasten aus jede Lonne verkaufter Kohle ein Verlust von durchschnittlich 4 Mark kam. Analog der obigen Te» redyrung zeigt auch dieses Beispiel, datz nach Ablaus von 5—6 Jahren die Substanz des Ruhrbergbaus erschöpft gewesen wäre. Je länger das Micumabkommen in Dültigkeit war, desto schärfer machte sich die Belastung bemerkbar. da der Druck um so fühlbarer wurde, je schare Iler die Substanz dahinschmolz. Je mehr twn der Substanz genommen wird, desto empsind- licher müssen im Laufe der Zeit die Eingriffe spürbar werden. Kurz vor Ablauf deS Micum- abkommens wurde für einige Zechen, besonders für die weniger ergiebigen Zechen des südlichen Randgebietes, das dauernde Zehren von der Substanz beinahe unerträglich, da es nicht mehr gelang, die zur Aortfühung der Betriebe notwendigen Kredite aufzutreiben, zumal di« Verzinsung der bereits aufgenommenen Kredite die allgemeinen Unkosten autzerordentlich belastete. Sn einigen Fällen drohte sogar die Einstellung der Betriebe wegen der Unmöglichkeit, auch für die notwendigsten Aufwendungen (Löhne, Mat'r'mlien usw.) rechtzeitig und in vollem Umfange die benötigten Gelder zu beschaffen. Der Ruhrbergbau wollte wohl — um Schlimmeres zu vermeiden — die Fortführung der Reparationskohlenliese- rungen, sah sich aber bald vor den Zeitpunkt gestellt, zu dem er di« Wetterführung nicht mehr Hätte leisten können. 3m Laufe der Zeit wären immer mehr Zechen in diese Situation geraten. Es hätte zwar keinen plötzlichen Zusammenbruch des Ruhrbergbaus gegeben, wohl aber ein allmähliches Versacken. 3n dieser Lage befand sich der Ruhrbergbau, als die Verhandlungen wegen der Erneuerung deS Micumabkom- vrens begannen.
Die Situation war um so prekärer, als auf der einen Seite die Unmöglichkeit bestand, das einzige und schärfste Drohmittel gegen über grobe Ansprüche — nämlich die Wiederaufnahme der passiven Resistenz durchguführen, da weder die Wirtschaft eine solche Belastungsprobe noch einmal vertragen noch auch die sozialen und politischen Folgen eines derartigen Experimentes hätten riskiert werden können. So seiner einzigen Wafse beraubt, sah sich der Ruhrbergbau einem Verhandlungspartner gegenüber, bei dem der unbedingte Wille vorhanden war, um jeden Preis eine Fortsetzung des Micumabkomrnens zu erzwingen, ein Wille, der auch vor Massenver- paffangen, Massenausweisungen u w. nicht zurück- geschrectt wäre. Da ergab sich ein Lichtblick, als das Sachverständigengutachten ver- Lffenllicht wurde. Dieses enthält inblveft die Feststellung, datz Deutschfand zu Sachleisfangen aus eigenem Vermögen nicht imstande ist, Latz es deshalb auf eine a usländis che Anleihe angewiesen ist. Gleichzeitig enthält das Gutachten eine Verurteilung des staatsrechtlichen, volkswirtschaftlichen und privatwirtschafllichen Unfugs, einen Gebiets teil für das gesamte Gebiet eintreten zu lassen, und Privatleuten Beipflichtungen und Handlungen für den Staat Au übertragen. Damit hatte sich in letzter Minute noch eine Grundlage für die Erneuerung der Micum-Deriräge auf wirtschaft- emünft ger Grundlage ergeben. Sie fand ihren Ausdruck in ter autzerordentlich wicht'grn Bestimmung des Artikels 1 des neuen Abkommens, in dem es heitzt, dab ..diese beiden Tatsachen (die Veröffentlichung des S. chverständigenberichtes und die Entscheidung der Reparationskommission vom 11. April) geeignet sind, dieKreditbes cha f s u n g für den rheinisch-westfälischen Kohlende gbau ,*u erleichtern." Diese Formel kann als Kennstück des neuen Abkommens gekennzeichnet teer ei und das umsomehr, als das Ml umabkommen unterschrieben ist von französischen und belgi chen 'Behörden (die Mi rum ist eine Behörde) nah vorheriger Genehmigung durch ihre Regierungen. >5n dieser Formel ist das Vertrauen auf dir Wiederbelebung der deutschen Industrie aus- e drückt, da Vertrauen gleich Kredit ist, enthält die Formel gleichzeitig auch die Hoffnung, datz es der deutschen Industrie im alTg-'m inen und dem Bergbau im besonderen möglich sein werden, sich wieder besserer Kced.t.rus ichten ?u eröffnen. Schreiten die Verhandlungen über das Sachverständigengutachten in gutem Tempo fort, — es • scheint so, als cb maßgebende Alliiertenstaaten darauf besonderen Weri legten — und werden sie im Geiste der wirtschaftlichen ‘Bemunft geführt, dann müssen sie gleichzeitig auch die Ke- dil Hoffnungen weiter bessern. Schon jetzt (kib* es jedoch, einen Weg zu suchen, (und ihn vi b leicht zu finden), der gestattet, die jetzigen Li fe- rungen nach dem Finanz'erungspfan des Sachverständigengutachten zu behandeln.
Der zur Weiterexistenz des Ruhrbergbaues Und der zur Fortführung der Reparationskohl n° llcfcr ingen unbedingt notwendige Strebl: i 1 zwar noch nicht vorhanden, aber es b.steht doch wenigstens die Hoffnung auf ihn und damit auch ^leich- ytilig drc weitere Hoffnung, dab der Bergoau
die von ihm gelieferte Ware bezahlt bekommt, während er sie bisher, trotzdem sie ein Vier ei bis ein Drittel feiner gesamten Produktion ausmachte, kostenlos liefern mutzte. Dieser Hoffnung auf befriedigende Regelung der Finanzierung der Lieferungen ist um so eher Erfüllung ;,u wünschen, als auch nach dem neuen Mlcumadkommen d i e
La st e n immer noch autzerordentlich grob- sind. Dor allem ist auch in dem neuen Mlcumabkommen nichts an der Bestimmung geändert, dab der Ruhrbergbau allmonatlich 1,7 Mill. Tonnen Brennstoffe abltefern mutz. Rechnet man zu diesem Betrag den Selbstverbrauch der Zechen, so ergibt sich, datz von der Ge amtförde- rung des Ruhrbergbaues über ein Drittel nicht bezahlt wird. S ne ©rl:iä>terun} g g n- über tem bisherigen Zustand liegt allerdl gs t a- tin, datz jede Zeche bzw. jeder Konern Kohlen und Koks in einer Menge zu liefern hat, deren Gesamtwert nach dem Anteil am Werte der Forderung bestimmt wird. Diese Bestimmung besagt, datz- die ßiefenntgen der einzelnen Zechen im allgemeinen nicht über bem Durchschnitts ah der Lieferungen des gesamten Bergbaues hin- auSgchen fallen; während es bisher so war. datz manche Zechen mit gutem Vorkommen einen un- verhältniSmätzig groben Teil ihrer Produktion abliefern mutzten, während andere Zechen mit weniger guten Kohlen von Repavationslieferun en fast ganz verschont blieben. Eine toci ere Erleichterung liegt auch darin, dab künftige Ausfälle in den Reparationslieferungen infolge ungenügerbet Wagengestellung durch die Eifenvahiregie oder infolge ungünstiger Vorlage von Schiffsraum ganz allmählich derart aufgeholt werden sollen, datz im Laufe einer Woche der Prozentsatz der auszuführenden Lieferungen nicht über 35 Proz. der Gesamtmenge hinausgeht." Diese Bestimmung ist deshalb so autzerordentlich wichtig, weil bisher die Rückstände an Reparatio.tSlieferungen (auch tocrni von deutscher Seite kein Verschulden vorlag) stets in kürzester Zeit nachgeholt werden mutz, so datz in vielen Fällen die Zechen sogar genötigt waren, von anderen Zechen Kehlen zuzukaufen. Auch deshalb ist die Bestimmung von Bedeutung, weil sie indirekt die Feststellung enthält, datz die von deutscher Seite immer wieder erhobenen, von der Regie aber entschieden bestrittenen Klagen über d-ie unzureichende Hkig^n- gestellung tatsächlich berechtigt gewesen sind.
Auch nach dem neuen Abkommen wird auf dem Ruhrbergbau eine Last von monatlich mindestens 50—60 Millionen Mark ruhen. Diese Belastung ist so schwer, datz sie aus eigenen Mitteln nicht aufgebracht werden tarnt, sondern datz sie durch Kredite finanziert werden mutz. Wird die Hoffnung auf Kredite getäuscht, so ist die Existenz des Ruhrbergbaus bedroht. Die daraus sich ergebenden polttstchen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen sind so fürchterlich, datz unbedingt auf die eine ober andere Weise die JRrebitfrage gelöst werden mutz.
Wirtschaft.
• Umschwung am Eisenmarkt in Sicht. Aus Köln wird von fachmännischer Seite geschrieben: 5^e Anzeichen mehren sich dafür, datz Eisen demnächst wieder reichlicher und vor allem etwas billiger erhältlich fein wird. Aus Lothringen und Luxemburg lauten allerdings die Forderungen noch immer fo hoch dab , Franken- material" mit dem Eisen, das aus dem Ruhr- bezirk stammt, nicht m Konkurrenz treten tann Auch wollen die Hüttenwerke deS Minettegriuetts noch nicht entgegenkommen und stellen, um gec.en Schwenkungen des Franken gesichert zu fein, ihre Preise neuerdings sogar wieder auf die Dollargrundlage. Immerhin nehmen sie wieder Aufträge entgegen und brauchen auch nicht mehr fo lange Lieferungsfristen zu bedingen, wie vor einiger Zeit. Dasselbe ist von den Werken Rheinlands und Westfalens zu sagen, die ihre Preus- sorderungen beispielsweise von 150—155 Mark für die Tonne Stabeisen nicht mehr aufrechterhalten dürften, weil aus Geldnot von zweiter Hand um 10—15 Mk. billiger angeboten wird.
• Ernteaussichten und Weinpreise in der Vorderpfalz. Aus der Pfalz wird uns geschrieben: Das unwirtliche Frühjahr hat den Rebstöcken nicht geschadet und hat auch verhindert, datz die Knospen zu früh herauskamen, um in den Nachtfrösten zu verderben. So stehen die Stöcke gut. Die Apr.l-Wein- tierfteigerungen im sogenannten Oberland lieben einen kleinen Preisabbau der Weine der Jahrgänge 1921, 1922 und 1923 erkennen. Es wurden für je 1000 Liter Weitzweine des Jahrganges 1922 Preise von 680 bis 1170 Mk. und 1620 Mk. für Spätlese erreicht. Die 1923er Weine kosteten bis 1300 Mk. Die 21er, für die nur zögernd geboten wurde, erzielten dagegen 1820 bis 4050 Mk. Die Rotweine 1220 Mk. Die Teilnahme an den Wein- versteigerungen ist wieder sehr rege. Die Kauffreudigkeit nimmt im allgemeinen zu.
*
Frankfurter Dorfe.
Frankfurt a. M, 22. April. Tendenz: Schwächer. Rach der älnterbrechung des Der- fahrs durch die Fnertage konnte sich heute noch k in lebhaftes Geichätt entwickeln. Die Aufnahmefähigkeit war gering bei meist abge chwächten Kursen. Die Stimmung war wieder durch die © iSmartllage bceinflubt Das Bild war auf allen Marktgebieten z emlich das gl iche. Montanaktien fetzten vorwiege id schwach ein. Ob erlebte- fische Weite schwach, besonde.s Oberbebarf Dan sonstigen variablen Wecken (acet Anilinalli.n besser. B i Schttdeansfalt bobacht te man etwas Ana bot. 3n einz lnen Eie? r zitätswerten, z. B. 21. E. ©., waren zunächst älm ätze etwas reger, der Kurs aber unv».rändert Licht unb Knast, Fetten & Guilleaume schwächen sich ab Automobilwerke waren to.mg beachtet unb leicht nachgebend. Ma'chinensabritattien un e lagen Schwankungen. Gut behauptet bliebe i Spinner, iaktien. Ha Pag und Rorddeutscher Lloyd gaben infolge Ang.bots etwas nach. Etwas schväehere Kure zeigten Metallbank, minus 2 Billionen. Sonst lag der Tankaktie-nmarkt abgeschwächt öproze.rt e Reichsanleihe setzte mit ca. 79 Milliarden ein. Auslandsrenten unterlagen geringen Schwankungen. Türken gedrückt Zu erwähnen find Bag- dab II bei stärkerem Angebot Der freie 2lt.Un- verkehr war stark vernachlässigt Man nannte Api 4, Becke- Stahl 7, Becker Koh e 7 bis 7.5 Benz 4,5, Krügershall 5,25 Growag 0 203. Eick ro älnterfcanfen 0,400, Ufa 5,75 Hansa Lloyd 1,7, Drown Doveri 1,6.
Berliner Börse.
Berlin, 22. April. (Wolsf.) Die Börse eröffnete nach ben Feiertagen in recht lustloser, unfreundlicher Stimmung. Die Getblnappheit übt nach wie vor einen drückenden E.nslutz aus. Sie wenigen Kapitalisten, welche in der Lage wären und virileicht Reizung httt.n den n erregen Kursstand zu Anlagekäufen zu benutzen, weroen durch die Besorgnis abgcfchreckt. datz der ällt.mo wettere ZahluiigLfchteicr.gkeiten bringen dürfte. So kam es, datz dem keineswegs umfangreichen Angebot, das zum Teck auf neue Zwangsverkäuie zurückgeführt wurde, nur geringe Ausnahm fähigkeit gegenüberstand und die Kurse einen wetteren Rückgang erlitten. Am Montanmarkte bützten gleich bei Feststellung der ersten Kurse Bochumer unb Deutsch-Luxemburger 4 Dill. Prozent ein. Ferner verloren Alumulatoren 4 D.U., Deutsche Kaliaktien 3 Dill., Siemens u. Halske sogar 5 Bill. Prozent. Don Maschinenfabrikaktien stellten sich Berlin-Karlsruher Industrie 7 B 11. Proz. niedriger; andere Werte erlitten entsprechend dem niedrigeren Kursstand ungefähr gleich schwere Einbutzen. Auch Sch ssahrts- und Bankaktien erwiesen sich nur wenig widerstandsfähig Ausländische Renten gaben gleichfalls nach. Don deutschen Anleihen wichen Kriegsanleihe bemerkenswert. Das Geschäft gestaltete sich im Derlaufe bei weiter abbrödelnben Kursen recht schleppend.
Dörsenkurfe.
(Ohne Gewähr.)
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Banknoten.
tOhne v rdr.)
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
llfn Billionen Mark au»gedrückt. Vuenoe-NireK, London, Neu» yerk. Japan, Rio de Fauetro für eine Einheit, Wien unb Budapest für 100000 Einheiten, alle- übrige für 100 Etnhriten.)
Telegraphische Auszahlung.
(Ohne Gewähr.)
17. April
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Märkte.
Berliner Produkfenbö-se.
Berlin, 22. April. Der Produktenmarkt blieb unter dem Druck der Geldknappheit lustlos.
Weizen war mehr ang^brien, aber es bestand dafür wenig Kaufinteresse. zumal die Reichs- getreidesteile von ihrem Besitz weitere Abgaben macht. Reggen wurde sehr wenig umgesetzt. Die Müh'ei sehen sich mit Rücksicht auf das schlechte Meh gcschäft nicht veranlntzt. Brrtgelreidc einzu- kaisen Hafer hatte vcrhättnismätzig festere Ten- kenz bei t.einem Angebot und einigem Begehr für den Konsum und fur die Küste. Bon Kleie wurde Reggenkleie mehr b?g.hrl. <53 notierten für je 1000 Kilo Weizen, märt. 170 bis 177, pomrn. 163 bis lt’8 Roggen, märt. 131 bis 138, Pomm. 127 bis 131, Braugerste 170 bis 190, Futtergerste 150 bis 165 (alles ruhig). Hafer, märt. 125 bis 132 (behauptet), pjinm 120 bis 128 (behauptet), Raps 310 (still). Leinsaat 410 (still): für je 100 Kilo: Weizenmehl 24,50 bis 26,50 (ruhig), Roggenmehl 20 25 bis 20,50 sruhig), Wei- zenlleie 10,20 (befestig.), Roggenlleie 8.70 bis 8 90 (befestigt), Dittoriaerbsen 2. bis 23, kleine (5.b ei 16 bis 17, Futtererbsen 13,50 bis 14, Pe uschken 11,50 bis 13. Ackerbohnen 16 bis 18, W den 12 bis 14 Lupinen, blau 12,50 bis 13, Seradella, alt 16.50 bis 17,50, neu 12 bis 14, Rapskuchen 11,50, Leinkuchen 22 bis 23, 2roden» fchnitel 9,40 bis 9 53; für je 50 Kilo. Weizen- und Rrggenstroh, drahtgeb. 0,90 bis 1,10, Hafer- strrh, drahtgepr. 0,75 bis 0,95, Stroh, strohseil- gebänöelt 0,70 bis 0,90, Häcksel 1,80 bis 2,00. W esenheu, gut, gesund und trocken 1 20 bis 1,35, handelsübliches Heu 1,20 bis 1,40, Kleeheu 2.50 bis 2,90 Mark.
Frankfurter Getreidebörse.
F r a n k s u r t a. M . 22. April. Es notierten für je 100 Kilo: Wetterauer Weizen 18,15 bis 18 50, Roggen 16 bis 16 53, Braugerste 23 bis 21, tafer. inländ. 15 bis 15,63, Weizenmehl, südd.
pe ial 0 27,75 bis 28,75, Roggenmehl 23,50 bis 24, Weizen- und Roggenkleie 10 bis 10.75, Mais 19,25 bis 20 Mark. Tendenz: Geschäftslos.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
spd. F r a n t f u r t a. M., 22 2lpril. Auftrieb: 239 Ochsen, 38 Dullen, 804 Färsen und Kühe, 255 Kälber, 45 Schafe und 2150 Schweine. Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Ochsen (voltsl.) 50 bis 56. (junge fleischige) 42 bis 49. (mätzrg genährte) 30 bis 40; Dullen (vollst.) 38 bis 44, (jüngere) 33 bis 37; Färsen und Kühr (vollst. Färsen) 48 bis 55, (vollst. Kühe) 42 bis 43, (wenig gut entwickelte Färsen) 38 bis 46, (ältere Küche) 34 bis 40, (matzig genährte Kühe und Färsen) 25 bis 33, (geringere) 10 bis 20; Kälber (feinster Qual.) 65 bis 70, (mittlerer) 58 bis 64, (geringere) 48 bis 57; Schafe —; Schweine (unter 80 Kilo) 52 bis 58, (von 80 bis 100 Kilo) 63 bis 64. (über 100 Kilo) 60 bis 64. Der Grotzvi.hmarkt und der Schweinemarkt Verliesen gedrückt und chatten H.bcrfianb. Der Kleinviehmarkt wurde ausverkauft.
(3n einem Teil der Auflage wiederholt.)
Rückkehr Kahrs.
München, 22. Aprll. (WTD.) Die .Mün- chener Reuesten Rachrichten" melden: v. Kahr ist am Sonnabend von seinem dreiwöchigen Erholungsurlaub aus dem Süden nach München zurückgekehrt. Wie verlautet, sollen General b. Losow und Oberst 6 e i f f e r noch einen Abstecher in die Schweiz gemacht haben.
Begnadigte
Düsseldorfer Schutzpolizisten.
Köln, 20. April. (WTD.) Wie die „Köln. Zeitung" aus Düsseldorf erfährt, wurden zum Osterfest auf Befehl des kommandierenden Generals von den am 27. 12. 1923 wegen der Vorgänge am Düsseldorfer Sonderbündlertag Verurteilten die Mttglieder der früheren Düsseldorfer Schutzpolizei begnadigt. Sie muhten jedoch am Montag das besetzte Gebiet verlas- f e n. Vier Polizeibeamte befinden sich noch im Gefängnis.
ßrin frecher Diebstahl.
Darmstadt, 22. April. (Eigener Bericht des „Gietzener Anzeigers".) Heute nacht haben Diebe den gestern in Anwesenhttt des Mainzer Bischofs geweihten Grundstein zur neuen katholischen Fidelis-Kirche erbrochen und barauä sämtliche etwa 15 Dokumente mitsamt der Zinkkapsel. in der sie aufbewährt lagen, gestohlen. Die Diebe sind noch nichä ermittelt
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