Ausgabe 
22.12.1924
 
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Hr. 301 Swettes Blatt Sietzena Anzeiger (Senttal'Anzetger für Gberhessen)

Montag, 22. Dezember 1924

Bücher für den

Verlag und Publikum.

, w rtschöstliche «tt<tchterung. dir das nun oaiö abg schlossene Jahr, wenn auch erst tn ge- rtnacm Mähe weitesten Ärcjcn des deutschen Zolles gebracht hat, war h^e unerläßlich- Vor­bedingung dafür, daß bre.t. Schichten w eder in höherem Mähe Anteil zu nehmen beg.nnen an dem geistigen Leben der Nation und d m ge stige.-i Schassen der Menschheit überhaupt. Da hat sich denn auch schnell w.edcr der vornehmste Der°- mitrler geistiger Güter seinen allen Platz im deutschen Hause erobert, baä Duch. daa P,p er- und Büchermdex schier au erwürgen drohten. Und mit einer erstaunlichem INUicuive hat sich der deutsche Verleger an d.e Arbe ll ge

olles daS, was tn den KriegSjahren mit seiner P.chier- und Prrsoaalknapphe t. in der Ur-flatiDHE^cit mit seinem V rzichl auf alle luliu- teilen Dedürfn.sse unteröle b n niu*3te, nachzu­holen Reuauslagen wurden nicht nu. h rgesiol, such eine Reche wertvollster Reuschepsungen konnten laifräflige Verleger im Verein mit Schriftstellern. Dichtern und Künstl.rn un) u te Mitwirkung des li.tungS äh ge . gr pH schen ® - toerbeÄ mH glanzenden Ansangseciolgen inS Leben rufen. Dre Liebersicht, die wir in den leh- ten Wochen unseren Lesern von den Reuerschei- nungen auf dem deutschen Büchermarkt gaben, be­deuten nur einen kleinen Ausschnitt aus der im­mensen Tätigkeit der führenden deutschen Der- lagSunternehmungen.

Erfreulich ist, dah nun auch im Drange der Produktion die großen Derlagshäuser an gute, alte Tradition wieder arrknüpsen und durch ihre Verlagsalmanache unmittelbar dem kau­fenden Publikum Kunde geben von ihren Arbei­ten, ihren Bestrebungen, ihren Plänen: erfreulich ist Welter, dah sich immer mehr Verlage ent­schließen, das Publikum an ihren Arbeiten fort­laufend zu interessieren. So treten in diesem 2ahr neben die seit langem bekannten und be­liebten Almanache, eine Reihe neuer, die nicht minder interessant sind. An erster Stelle sei auch heute noch der 3 n f e I - QI l m a n a d) genannt, auf bester Tradition süßend in Ausstattung und Auswahl feiner Mitarbeiter ein glänzendes Zeugnis für die Güte des deutschen Buches. Das alle Leipziger Verlagshaus Z. A. B r o ck - Haus berichtet ..Den Freunden des Verlags" in kurzen, illustrierten Auszügen von den großarti­gen geographischen Werken, die soeben erschienen sind: Sven Hedin, Howard Carter, der Entdecker der ägt,bt schen K n gegräb r, R schock d r S.- forscher Reuseelands, kommen -u Wort. Heber die Fortentwicklung des .Reuen Vrocthaus" berichtet her Verlag selbst. (1441) Eine besondere Ge­legenheit nimmt der unseren Lesern wohlbekannte Verlag Grethlein & C o. in Zürich und Leip­zig zur Herausgabe eines umfangreichen, reich illustrierten Almanachs zum Anlaß. Vor 25 Jah­ren nahm der Verlag seinen Anfang, und zwar von dem damals noch sehr im argen liegenden ®ebiet der Sportliteratur. Heute hat er sich mit feinen belletristischen Erscheinungen einen führen­den Platz auf dem Büchermarkt erobert. Die star­ken Talente unserer jungen Dichtergeneration, na­mentlich die Schweizer, Leute wie Doßhardt, der jüngst verstorbene, Bloem. Böttcher, Grabern, Hurms, Huna, 3 gerl hner, K lsch, Küchler, Martens, Sückelb.rg r, Bett. rli. W eg mb, auch unser hessischer Landsmann Karl Reurath, sind mit der Arbeit des Verlags Grethlein & Co. auf das innigste verknüpft und auch in dieser 3u- biläurnsausgabe mit Porträt und einem litera­rischen Beitrag vertreten. (1460) Reu in der Reihe der Almanache istdas Buch der Wolkenwanderer" des gleichnamigen Leip­ziger Verlags, der sich in der kurzen Zeit seines Bestehens durch die hervorragende Qualität fei­ner Verlagswerke einen geachteten Ramen ge­macht hat. Der Almanach wird chm neue Freunde werben. Er zeigt den vorwärtsstrebendcn Verlag in seinen Plänen auf dem schon mit so bedeuten­den Erfolgen beschrittenen Weg zur künstlerischen und geistigen Einheit des Buches. Das Bud) als Kunstwerk, nicht als snobistische Marotte einer D.blloph lencl que, sondern cB toer.D.üt ier und bei den billigen Preisen des Verlags für jedermann leicht zu erwerbender Besitz der breiten deutschen Kulturschicht, die sich noch Sehnsucht nach Schönheit der Seele in einer schönen Form bewahrt hat, das erscheint uns in den bisherigen Veröffentlichungen des Wolkenwanderer-Dcrlags als Ganzes genommen am nächsten erreicht zu se.n. (1526) Reu und erfreulich ist auch der Diotima-Almanach des eiutig rter D r- lags Walter Hädecke, dessen Wirken vor allem tnit dem Ramen Wilhelm von Scholz eng ver­bunden ist. der dem tatkräftigen Verleger auch in leinen ersten Almanach eine warme, verheißungs­frohe Widmung geschrieben hat. Die ausgezeich- luten D otim-h. s k r s n) ein Zeih n d für. d.h ..alles Früchte trägt, was mit soviel Liebe ge­pflanzt wurde. (1366) 3n die Reihe der Alma- nache wird man auch den .Piperbot e n des Münchner Verlag?s A. P.per & Co. ein­gliedern können, wenn auch derPiperbote" Mehrmals zu den verschiedenen 3ahreszeitcn er­leb:.nt, über das F>rtschr?iten der geü'^ügig Ungefaßten Verlagswerkc erfreulich Kunde gibt imb sich im Lause des ersten 3ahrgangs über die ursprüngliche Absicht des Verlags hinaus zu einer interessanten Zeitschrift auf dem weiten Ge­biet der Kunst und der russischen Literatur (dem eigensten Gebiet des Verlags» cntwidelt. Man lieht schon heute jedem neuen Heft mit Spannung entgegen und würde es ungern vermissen. Das Herbstheft berichtete u. a. über den japanischen Holzschnitt und über Loo s Carnktz: das Doch- Nachtsheft bringt interessante Ausschnitte aus dem großen Dostojewski-Rachlatz, den der Verlag so­eben mit den Erinnerungen der Gattin des Dich­ters herausgibt. Hugo von Hoffmannsthal be­spricht außerdem das zweite großartige Unter­nehmen des VerlagsDenkmäler des Theaters". Deiche Dildbeigaben aus den glänzenden Der- lagswerken zur bildenden Kunst und Droben aus denP Perdrucken". dem b sher Vollkommensten auf dem Gebiet drucktechnischer Reproduktion von Gemälden, machen jedes Heft zu einer Fundgrube des Schönen und einem anregenden Ratgeber für jeden Bücherfreund. (1298) Ein ähnliches Un­ternehmen, aber auf breitere Basis gestellt, ist die ZeitschriftDer Querschnitt" des Berliner Propyylalen-Derlags, der die M.tte hält zw.schen

Almanach, literarllch-künstlerlfcher Zeitschrift und dem feit kurzem in Mode gekommenenMagazin". (1455) Einen besonderen Platz nimmt auf dem Büchermarkt derVolksoerband der Bü­che r f r c u n b e ein, Der leinen mehr als 200 000 Mitgliedern im Laufe feiner fünfjährigen Tätig- feit eine Reihe wertvoller Werke vermittelte und bei der Zusammenstellung der Autoren eine äußerst glückliche Hand und eine Viel'eitigkeit be­wies, die für jeden guten Geschmack, Bellctristi- d)e3 wie Wissenschaftliches, etwas bot. Alle Er­scheinungen zeichneten sich ferner durch eine fein- >innig gewählte künstlerische Ausstattung aus, die auch der Derlagsalinanach ..Das Werk des Volks­verbandes der Bücherfreunde" von neuem in er­freulichem Maße kundtut. Daß gerade die c Ver­einigung neben den großen Verlagen sich behaup­ten kann, ja einen großen Freundeskreis sich sichern kann, darf wohl auch als ein Beweis da­für gelten, daß das gute deutsche Buch wieder auf dem Marsch ist. (1447)

Aus dem lleiche der Geschichte.

Aus dem Riesenwerk Hegels hat P. A. Mcerbach für den Wolkenwander. r-Vell rg in Leipzig mit feinem Verständnis für das Wesent­liche das ausgewählt und zu einem stattlichen BandD c r Staat" zusammengestcllt, waS unsere Gegenwart heute braucht. Es ist e n u - ermeßliche. Schah, der uns h er an pol tischen Problemen erschlo srn wird, dessen Studium klä­rend und fördernd wirken kann an Hrn) dieser Auslese. Gin Buch von höchster Qlflu il tat. ein Erzichungsbuch zum StaatSged ink n D r Verlag hat in anerkennenswerter Weife den Preis für den stattlichen, ausg'z ich et auStest ttetenDa'z- leinenband mit 4,50 Mk. so niebrig gehalten, dah der neueHegel wohl ein polst.sches Hausbuch zu werden verspricht. 1330

Werner 3a n f e n: D i e irdische Unsterblichkeit. (3n Ganzleinen 4.50 Mk Verlag Georg Westermann. Braunschweig) Ab rmals läßt Werner 3.mfen, der D chtec b r bekannten R b lungentrilcgie, das Z Holter Bar­barossas un^> der Kreuzzüge Hera ssteig n von dem er in seinem Roman ,.Heinrich der Löwe" ein Monumentalgemälde schuf. Wird dort ein ötöd Weltgeschichte mit neuem, bl-stoarmem Le­ben erfüllt so ist es hier Mmschmschickial, in dem sich der Geist des Mittelalters frei lt. 3euer merftoürb'ge Dualism is von überschäunrendem, tollkühnem L bensgesuhl germanisch-ritterlicher Prägung und weltebg Wandler. zur Asee na­gender Mystik, wie er das Wesen des mittel­alterlichen Menschen ausmacht ist vorn Dichter in einer Weise nachempfunden worden, dah er die Dynamik des ganzen Romans bestimmt. Sin Enoch-Ar den-Schicksal schilb?rt dies Buch, jedoch eines, das für die beiden schwergeprüften Männer Entsagung bedeutet: Ein Herzog glaubt Im Trunk sein Weib erschlagen zu haben und llüchtet in die' ftreu^üge. An seiner Stelle nimmt un­erkannt ein Bastardbruder die Herrschaft an sich. Die genesende Fran ahnt nichts von dem selt­samen Wechsel, aber eine Welt versinkt zwischen ihr und dem vermeintlichen Gatten: es ist. als vermöchte auch die Zeit den gewaltsam durch­brochenen Ring des Schicksals nicht zu schließen.

1328

* Ludwig Mcsthar gibt in seinem Moselroman Unter der Geißel" 'bei Köfel u Pustet in Kempten) ein außerordentlich lebendiges, scharf gesehenes Bild aus dem Schicksal der Mosellande im spanischen Erbfolgekrieg, während dem die Bevölkerung des Trterer Erzbistums besonders schwer unter dem Wüten der französischen Sol­dateska zu leiden hatte. Markige Gestalten sind seine Echifferknechte. seine Weinbauern, prächtige Charaktere sind Träger einer spannenden, in so vielen Zügen an erst jüngst überstandenes Leid erinnernden Handlung auf breit gemaltem kultur­historischem Hintergrund. Die Giebe zur West­mark und die Liebe zum Deutschtum llingen uns hell aus dem packenden Buch entgegen. 1209

Memoiren.

Egon Caesar Conte Corti: Maximi­lian undCharlottevon Mexiko. (Amal- thea-Derlag. Zürich) Das Schicksal der geistvollen Tochter Leopolds I. von Belgien und des Habs­burger Maximilian, das den letzteren unter den Kugeln der Revolutionäre in Queretaro enden ließ und feine dem 3rrfüm verfallene Gattin gleich einem Menetekel aus längst vergessenen Zeiten noch Herste als 85jährige Frau leben läßt, wurde oft geschildert und beschrieben. Aber keines dieser Bücher, keine dieser mehr oder weniger romantischen und tunenhaften Erzählungen kann den Vergleich aushalten mit dem vorliegenden zweibändigen Werk, das nicht nur eine Lücke in der Geschichtsschreibung dieser mexikanisch-habs­burgischen Ka serzeil ausfüllt, sondern schlechter­dings eines der wertvollsten, interessantesten und bedeutsamsten tzistorischm Werke der Gegenwart darstellt. Zum ersten Male sind hier die Akten. Dokumente und Briefe des bisher streng geheim gehaltenen mexikanischen Archivs Kaiser Maxi­milians benutzt worden, das der Zufall vor der Vernichtung rettete und das der Zufall den Der- fasfer auffinden und infolge seinerBeziehungen" auswerten lieh. Diese Auswertung und Ver­arbeitung erfolgte in einer wissenschaftlich, stili­stisch und techn sch so meisterhaften Düse, dah nicht nur der Historiker, sondern auch der Laie mit einer von Blatt zu Blatt steigenden Span­nung den Lebens- und Leidensweg der beiden wafnhaft vornehmen, ehrgeizigen und durch den Glauben an ihreBestimmung" zu dem mexi­kanischen Abenteuer geführten Menschen verfolgen wird. Roch niemals wurde attenmätzig die Schuld Rapoleons III. und der Kaiserin Eugenie. aber auch das Verschulden des kaiferlich österreichischen Bruders Maximilian wie der europäischen Diplo­matie überhaupt an dem Mißerfolg des Zuges nach Mexiko so eindringlich und enbgültig wie in Viesern Buche festgestellt. Und noch niemals ist es in gleichem Umfange gelungen, die letzten Schleier von der w eltgeschichtl chen Tragödie hin­weg zuziehen, die unsere Väter jahrelang in Span­nung hielt. Es liegt in der Entwickkungs- geschichte dieses europäischen Abenteuers be­gründet, daß die Darstellung Conte CortiS sich wie em beispiellos geschickt auf gebauter h.stori- scher Roman lieft And es ist doch alles bttterfte

Weihnachtstisch.

unb ernsteste V^ahrheit. bewiesen durch reiches Dokumentenmatcrial. Don besonderem Eindruck lind die zahlreichen Schilderungen des Lebens an den Aofen Europas, die zu der Bedeutung kulturgeschichtlicher Monographien sich erheben, aus denen die Gesta.ten der Mächtigen jener Zeil sich klar umrtffen im Lichte der schatt- finnigen Beobachtung ^lun st Mattml.ianS und seiner schönen Gema?lln empocsteigen, deren größter Fehler ihre Leichigläubiglcit und Der- trauensseligleit war.

3edensalls ist nicht zuviel gesagt, wenn man dem bedeutsamen Werk: mit seinen zum Teil sensationellen 3nh.rlt eine glänzende Ausnahme in allen Kre.sen prophezeit die in der Dar­stellung großer geschichtlicher Cre g üflc aas Grund einwandfreien Materials eine besondere Aus­gabe unserer 3eit sehen, die wen iger vocurteils- r-vli und weniger gehemmt durch tzös sche und diplomal sche.rs.chten als frühere E ochen. den Doang nach Wahrheit als stättstes 2r.cbmiilel zu besitzen behauptet. 1096

H Prehn von Dewitz.M arie Antoinette". Der Lebensroman einer ga­lanten und unglücklichen Frau i Verlag von Georg De st ermann. Braunschweig., Unter den zahl­reichen Schilderungen der Lebenstragödie der schönen Tochter Maria Theresias ist unstreitig der Prehnschen Bearbeitung des umfangreichen Stosses eine hervorragende Stellung anzuweisen. Ohne der geschichtlichen Wahrhell Gewalt anzu- lun. oder wie es dem Er.zähler leicht wider­fährt - Wesentliches zugunsten nebensächlicher, aber interessanterer Einzelheiten zu vernachlässi­gen. hat der Verfasser einen außerordentlich ein­drucksvollen. lünstlerisch und tullurgeschichllich gleich wertvollen Lebensroman der öslerreichi- Ichen Gemahlin des sechzehnten Ludwig geschrie­ben. Die Schilderung des Milieus, der Um­gebung. der Gesellschaft und der Sitten vor der französilchen Revolution muß als meisterhaft be­zeichnet werden. Zumal der' Verfasser seine Bil­der nicht mit jenen grellen Farben malt, die die Geschichte der auf dem Schafott endenden königlichen Familie im allgemeinen so unsym­pathisch erscheinen läßt, sondern sie als Paste'.l- §emälde öarbletet, in denen das grauenhaste »cfchick durch eine Verkettung feindseliger und selbstverschuldeter Zufälligkeiten e trag sicher ge­staltet wird. Ein ebenso inlercffanted wie wert­volles Buch! 979

* Vergilbte Blätter aus der grauen Stadt" nennt Gertrud Storm ein schmales Büchlein liebevoll gesammelter Erinnerungen an den großen Rovellisten und Erzähler, den Schöp­fer tief empfundener Lyrik, ihren Vater. Ein Päckchen alter Briefe aus Urgroßvaters Zeiten geben interessante Aufschlüsse über die Familie des Dichter-, andere Kapitel behandeln StormS Freundschaft zu KlauS Groth, feinen niederdeut­schen Landsmann, zu Heyse und Turgenefs. Wit wehem Herzen spricht Gertrud Storm, die treue Sachwalterin des väterlichen Erbes, von den letz­ten Stunden des Dichters, mit tiefer Bewegung lesen wir das entzückende Weihnachtskapitel. Das Buch ist eine rechte Gabe für die Stormsreunde und wer wäre das nicht? 3nterelfante Bilder und Briesfa.fimiles machen es noch besonders wert­voll. (Verlag Habbel 8t Raumann, Regensburg.)

1362

E neu lulturh stör schen Roman von großem Wurf hat 2L Petersen in seinemDer junge PertheS" geschaffen. (Hanseatische Verlagsanstalt. Hamburg. Gebd. 6,50 Mk.» Um den bekannten deutschen Derlagsbuchhändler Friedrich Perthes hat der Verfasser ein far- b g S. lebcnsprüh ndcs Kulturgemälde des auf- blühenden deutschen W.rt'ch ttslebms in den be ben H indrlSmctropolen Hamburg und Le pz g geze chnct. Eng verwoben ftnb d e geistigen Strö­mungen jener Tage m t dem Streben der alt- berühmten Handelsgeschlechter. Ein fesselnder, auch plvchologisch fein entw ck Her Roman, dessen Fortsetzung man mit 3ntereffc entgegensetzen wird. Das Werk ist vom Verlag mit einer Reihe wert­voller Bilder g schmückt. die es für den Weih­nachtstisch besonder- geeignet machen. 1465

' Eugen Kilian, Aus der Theater­welt. Erlebnisse und Erfahrungen. Mll besonderer D rücksicht gung meiner Tätig­keit als Oberreg ffeur am Münchener Ho'th a er 19281916. (Halbleinen 6,50 Gm. D.rlaq C. F Müller. Karlsruhe L D.) Aus der reichhalligen Fülle seiner langjährigen Erfahrungen als Dramaturg und 2t g ffeur am Karlsruher Hof­theater und Oberr.g ffeur am Münchener Ho>- theater bericht t brr ÖJe-f sscr über le nen äußeren und inn ren kün'll r sch n En:w cklungsg n i. 3n buntem Wechs I zi hen zahlreich: f irb g? B Ider aus der Geg.mwartSwelt deS deutschen Theaters an den Augen des Lesers vorüber. Was dem Buche gegenüber den meisten auwb.ographifchen Deröfientlichungen Theaterang h r g r fe ne be­sondere Rote und feinen dauernd.-n Werl gibt, ist fein reicher dramaturgischer und theater- geschichtlicher Gehalt, der n cht an die Stunde feiner Entstehung gebunden ist. 1286

Für die Fugend.

Der Dürer-Kalender für Kultur und Kunst ist ein Heimatkalender im besten Sinn des Wortes, geschmackvoll und mustergültig in der technischen Ausstattung, von einer erstaun­lichen Gefchiosfenhe t in der harmonischen Heber- einftimmung von Wort und Bild. Eine edle Gesinnung spricht von jedem Blatt, die zum Rachdenken und zur Andacht mahnt. (Sin schönes Geschenk für unsere Zeit. (Preis 4,50 Mk. im Dürer-Verlag, Berlin-Zehlendorf.) 1581

Für unsere Kleinsten hat der Frankfurter Verlag Rütten u. Loening ein lustiges Buch vom Ltruwwelpeter"vcrfc.sier Dr. H?inrich Hofmann ausgegraben. Wenn auch derBesuch bei Frau Sonne" nicht ganz den köstlichen Struwwelpeter" in feiner E genart erreicht, so ist doch auch dies neue Buch in den niedlichen Berschen und den drvll'gen Bildern aus einem Guß und ganz auf das Empfinden unseres Heinen Dolles eingestellt. Rur ein echter Kindersveund konnte dies Buch schaffen, und so wird es auch bald in der Kinderstube bei groß und klein seine Freunde fatben, wie der alte, goldige Struwwel­peter.

Helma Esselborn, Adventslicht, lein oder der Onkel Rikvlaus. C F |

Wint.rsche Buchdruckerei, Darmstadt. Preis 1 Mk. Die Verfasserin, die als Tochter d«S da« maligen Leutnants Berthold Ebel In Dießen Schoten ist, lebt heute in Darmstadt, fie Ist alS üWählerin wohlbekannt und geschätzt, mit ihrer Sammlung . Urgrofitantend Rarltatenschrank" hat sie sich viele F.eunde erworben. 3n ihrer neuesten Deröffenilichong. die auf dem Titelblatt alS Weihnachtsspiel für Kinder b zstchnei wird, schll- dert sie Advents- und WeihnachtSstimmung in dichterisch schöner Farin. Zur Auf ührung in Vereinen ist dieses Weihnachtsspiel sehr geeignet 154»

Von fremden Völkern.

* 2 u s Reisen. Sin Ferienbuch. Von Ge­heimrat Proseslot Dr. Th. B.rt. (Leinenband 5 Mk. Quelle & Meyer, Leipz g ) Ein Buch der Ruhe ist dieses Ferienbuch der Riederschtag von Erlebnissen und Eindrücken, die der Mar­burger Gelehrte auf seinen Re ten Im 3n- und Auslande gesammelt hat. AlleS und Modernes, wie der Zufall sie bot. schwärmerisch und feier­lich. heiter, luftig, ironisch, übermütig. Da wird geplaudert über Bildkunst. Konzerte, Oper und Ballett tn buntem Wechsel, aber stets geistreich unterhaltend. Die seins nnige Gabe wird bei der Gemeinde der Btt-Freunde und -Verehrer dankbare Ausrahme finden. 1502

* Alfred Rawrath. 3m Reiche der Medea. Kaukasische Fahrten und Abenteuer. Mit 86 Abbildungen nach eigenen Ausnahmen deS Verfassers und 2 Karten. Geb. 8 Mk. (Drockhaus. Leipzig.) Ein Buch. daS dem alten deutschen Donderdrang. den der Krieg einge­dämmt hatte, neue wlllkommene Rahrung bietet. Frische freie Seeluft und frische Derglust um­wehen uns und freudig folgt m<m dem jungen tatkräftigen Führer ins Reich der Medea. nach dem alten Sonnenland Kolchiz. in ein Gebiet, in dem nicht nur Erhabenheit und Wildheit der Ratur herrschen, sondern auch eine vielgestaltige Dölkerschar mit mancherlei Rücken und Tücken das Wandern zu einer Reihe von Abenteuern macht. Der Verfasser ist der erste, der die Ketten sprengte, die fe t Kriegsbeginn um den Kaukasus, den riesenhaften Grenzwall zwi'chm Europa und Kleinaf en. gelegt waren, und der unter großen persönlichen Gefahren b:e von politischen Erd­beben und blutigen Revolutionen erschütterten Länder besuchte. Um so bedeutfamer sind die frischen, scharf erfaßten Schllderungen, alS wir vielfach auf deutsche Siedlungen stoßen, die er­freulicherweise die Stürme des Krieges und der Revolutionen überstanden haben. Geradezu rüh­rend ist es zu verfolgen, wte wütttembergische Auswanderer seit mehr als hundert 3ahren mit echt schwäbischer Beharrlichkeit sich In Südruß­land und im Kaukasus ein neues Heim zu schaffen irachteten. Welche Äulturarbett dabei daS Deutschtum in jenen wilden, von Räuberscharen durchzogenen Gebieten geleistet hat. zeigt der Verfasser, aber auch welche Arbeit daS heutige Rußland überall zu tun bemüht Ist. Der Kauka­sus, der nicht nur einst daS Reich der unfeligen Medea war. in dem auch Prometheus um der Menschen willen unter dem Zorn der Götter litt, übertrifft die Alpen an Wildheit und Groß­artigkeit, und grandios find die Bll der, die Rawrath in markigen Worten und herrlichen Photographien entrollt. Hntt ist dort der Kamps des Menschen mit der Ratur, und eS ist nicht zu verwundern, daß in den Schluchtentälern das Räubertum feit uralten Zellen im Schwung ist. Das Buch ist ein Beweis dafür, daß deutsche Tat­kraft sich überall, auch im Reiche der Medea. ihren Platz behauptet. 146t

*Dom Gambia zum Riger". Es ist ein besonderes Verdienst der bekannten Samm­lungAlte Reifen und Abenteuer" (Verlag §. 21. Brock Haus, Leipzig: geb. 2,50 Mk. in Ganz­leinen 3,20 Mk.), daß fie unS in Band 12 den Reisebericht des Schotten Mungo Park unter dem TitelDom Gambia zum Riger" in einer reich illustrierten, gedrängten Ausgabe bietet und uns damit mit einem Buche bekannt macht, das seinerzeit von allen Sch chlen des englischen Volkes mit Begeisterung ausgenommen wurde und das heute noch in England zu den Lieb! ngS- büchern gehört. Ost wurde Park auf seinen Reisen mit dem Tode bedroht, aber auf seiner ersten Reise gelang es ihm immer wieder, sich im letzten Augenblick zu retten, dank der Beihilfe mitleidiger Seelen. Ab und zu mußte er seinen Unterhalt als Amulettschreiber Verdienern Siner seiner Kunden war überzeugt daß daS von dem Christen Geschriebene eine viel stärkere Zauber­kraft habe alS die üblichen Koransprüche der mohammedanischen Echre der. Wtes Mungo Patt out Die zwei Seiten einer Holz täfel geschrieben hatte, wusch fein Austraggeoer in einen Becher ob. den er biS auf den letzten Tropfen auStranf; voll gläubiger 3nbrunft leckte er dann auch noch die Schreibtafel ab. Mit großen Ehren wurde Mungo Park im Vaterland ausgenommen. Aber bald drängte es ihn w eder an ben Schau- Platz feiner Erfolge, und trotz feiner Verheira­tung wagte er eine zweite Reise. Er erreichte zwar den Riger, aber er kam nicht mehr zurück: wahttcheinlich ist er einem Hebers all der Ein­geborenen zum Opfer gefallen. Mungo Patt steht am Anfang der Reitze großer Asrikaforfcher. zu deren größten auch Deutsche gehören. 1324

* g e r des hohen Rordens." 3m 28. Bond der bekannten SammlungReifen und 2£benteuer" (Verlag F. A Brockhaus, Leipzig geb. 2.50 Mk., Ganzleinen 3,20 Mk.) erzählt Dühjolmur Stefansson, we er darauf kam, Polarforscher zu werden, und was seine ersten Ettahrungen in der Arktis waren, durch die ei veranlaßt wurde, seine eigenartige CReitemetbobe auszubilden. Es ist ein frisches, köstliches Buch, das vor uns liegt. Ein echter Amerikaner aus Wildwest, voll unbeugsamer Energie, sch ldett er. an vielen Stellen mit sarkastischem Humor, was er da oben im Eis alles erlebte und wie er sich mit den Eskimos onfreunbete. Man lernt das lebertskustige Völkchen llebgewinnen, und mar versteht auch den merkwürdigen Kommunismus, der Dort zu Haase ist. Man beteiligt llch an allen möglichen Abenteuern zur See und zu Land und macht sogar die Bekanntschaft eines skrupel­losen ^Seewolfes'. der eine wichtige Rolle in bet künftigen Lebensbestimmung Scefanssons spielt. Aus dem reich mll Abbildungen ausgestatteten Buch gewinnt man d.e Ueberzeugung, dah Ste^