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Dom Gietzener Schlachtyos.

Di« kleine chenrifche Fabrik, die jeder von uns tagtäglich mit sich herumträgt, o. h. unser Kör­per, der so vielerlei Stoffe aufnimmt und sie in den verschiedenartigsten Delriebsfunktionen vevarbeitet, wird wohl manchem schon mal An- lah zu einer Betrachtung gewesen sein über den Weg, den diese Stoffe zurücklegen, bis sie an ihre DerbvauchSstätte herankommen. Einer dieser Stoffe, und zwar einer der wichtigsten, ist das Fleisch. Dessen Herkommen kennt natürlich jedermann, auch sein Weg ist bekannt, aber über eine wichtige Station, die eS passieren muh, ehe wir es uns beschaffen können, werden viele Mitbürger keine nähere Kenntnis haben. Wir meinen unseren Schlachthof. Lieber diese städtische Einrichtung zum Schuhe der Bürger­schaft möchten wir heute Einiges erzählen.

Der Betrieb ist verwaltungsmähig und be­trieblich natürlich eine Einheit, und doch muh man ihn eigentlich in zwei Teile gliedern, den alten und den neuen Bau. Betritt man das Schlachthosgelände, so befindet man sich zu­nächst vor dem Verwaltungsgebäude und dem gegenüberliegenden alten Teil. Dieser wurde im Jahre 1886 erbaut. Er dient heute als

Rinder- und Kälber-Schlachthalle.

Das Innere der Halle weist alle Eigenschaften auf, die seinerzeit bei der Erbauung sicher modern gewesen sind, die heute aber nicht mehr so be­zeichnet werden können. Der Steinboden der Halle ist erheblich abschüssig und infolge der Fettigkeiten und des Wassers glatt, so dah die Meister und Gesellen, die darin arbeiten, sich ziemlich behutsam bewegen müssen, besonders im Winter, wenn sie nicht mal unversehens zu Fall kommen wollen. Der in roter Farbe gehaltene Wandairstrich ist auch nicht gerade passend, denn er leuchtet nicht, ein Erfordernis, das gerade für das Ausnehmen der geschlachteten Tiere von großer Wichtigkeit ist. Auch die neuzeit­lichen Lranspoickeinrichtungen zum Fortbewegen der schweren Fleisch kolosse und die Möglichkeiten zum Lufttrocknen fehlen hier. In gleichem Mähe von der technischen Entwicklung überholt ist auch das Gebäude zur Reinigung der Eingeweide der geschlachteten Rinder und Kälber, wo allerdings, ebenso wie in der Sch^achthatle selbst, die zum menschlichen Genuh bestimmten Fleischteile usw- durchaus nicht zu Schaden kommen, sondern nur die Technik des Arbeitsganges und die arbeiten­den Personen die betrieblichen Schwierigkeiten auszustehen haben. Dieser Schlachthausteil ist seinerzeit ohne fachliche Beratung durch die Metzgerinnung von der Stadt erbaut worden, wobei man, wie schon gesagt, damals allerdings alles berücksicht gte, was zeitgemäh war. Er sollte vor etwa zehn Jahren auf den neuzeitlichen Stand umgebaut werden, das Projekt wurde aber von dem früheren Oberbürgermeister Me­cum nochmals zurückgestellt, um erst andere städtische Vorhaben zu erledigen, dann kam der Krieg und seine Rachwirkung, und so ist es er­klärlich, dah man auch heute noch in diesem Bau arbeiten muh. Im übrigen sei aber hervor­gehoben, dah viele andere Städte mit genau den gleichen Schlachthofeinrichtungen arbeiten müssen, und weiter sei betont, dah seitens der Schlachthofverwaltung und der Meister natürlich alles geschieht, um den gesundheitlichen Belangen der Verbraucher voll und ganz gerecht zu werden.

Im Gegensatz zu diesem Altbau ist der neue T^il, enthaltend die

^chioelne-Schlachthalle und die Fleisch-Auf- bewahrungsräume,

in' seinem Aeuhern und im Innern geradezu ein Schmuckstück von Schlachthof. Hier sind alle Errungenschaften der Reuzeit in weitgehendster Weise eingebaut und stetig weiter entwickelt wor­den. Das Innere der Schlachthalle bzw. der Aufbewahrungsräume ist durch die Anwendung von Weihern Plattenbelag an den Wänden hell und-stark leuchtend, dazu tonmit noch ge­nügend ausgewertetes Oberlicht, so dah auch an trüben Tagen so viel Helligkeit in den Ar­beitsräumen herrscht, dah man die in andern Schlachthöfen auch tagsüber oft benützte elektrische Beleuchtung hier entbehren kann. Der Fuhboden besteht aus gestampftem Beton, aus dem auch durch Fett oder Wasser niemand ausgleiten kann. Flache Rinnen ermöglichen den sieten Ablauf des Wassers, wodurch man erreichte, dah s. Zt. auf die weitgehende Abschrägung des Bodens verzichtet werden konnte. Der in den meisten Schlachthäusern aus den Kesseln mit heihem Brüh­wasser aufsteigende Dampfschwaden wird hier durch eine sehr sinnreiche Zuführung von warmer Luft, die durch einen besonderen Apparat mit der Auhenluft im Wechsel steht, ganz vermieden, was für die Arbeitenden natürlich eine große Annehmlichkeit bedeutet. Auch der Verlauf des Arbeitsgangs ist in gut durchdachter Art der technischen Anlage recht vorteilhaft gestaltet. Die Schweine werden außerhalb der Halle auf einer erhöhten Rampe angetrieben, von dort unmittel­bar in gleichhohe Koben mit Detonfr)den ge­bracht und von da einer erhöhten Rampe in der Halle selbst zugeführt. Hier wird das Tier durch einen besonderen Angestellten des Schlachthofes. der auf seinem Arbeitsgebiet natürlich große Gewandtheit besitzt, mittels eines BotzeNschusses getötet, es sinkt lautlos um und kommt gar nicht bazu, das sonst bekannte furchtbare Geschrei aus- zustohen. Diese schnelle Tötung geschieht, um auch dem Tiere gegenüber human zu sein. Rach diesem Vorgang wird der Körper durch eine automatisch wirkende Falltür in den direkt vor der Schlacht­stelle stehenden Drühkessel befördert, dann auf einem Lattentisch abgeborstet und nun an einer Spreize mit grohen Cifenhaken aufgehängt. Zwei große Brüh kessel und zahlreiche Spre^en ge- stattön einen schnellen Verlauf dieses Teiles der Arbeit. Die Spreizen laufen in etwa 3 Meter Höhe mit starkem Rad auf Schienen, die sich durch die ganze Halle erstrecken und den raschen

Abtransport des Körpers auf die andere Seite der Halle ermöglichen, wo in besvndeven, wieder sehr praktisch eingerichteten Rebenräumen die Rei­nigung der Eingeweide vor sich geht. Bevor es aber zu dieser Ausarbeitung der Eingeweide kommt, wird die Untersuchung sämtlicher Tiere auf Krankheiten, besonders aus solche, die auf den Menschen übergehen, und auch auf rein tierische Krankheiten durchgesührt. Sofern Seuchen oder Blutvergiftungen vorliegen, findet eine toeitere bakteriologische Untersuchung statt, für die ein eigenes Laboratorium im Schlachthof eingerichtet ist. Ergibt die Untersuchung keine Beanstan­dungen, dann kann an die Ausarbeitung des Tierkörpers herangegangen werden. Dadurch, daß diese Arbeit in besonderen Räumen der Halle geschieht, bleibt die Halle selbst von allen Ge­rüchen frei. Vor dem Austritt aus der Halle rollt die Spreize mit dem anhängenden Körper über eine- automatische Wage, auf der das Gewicht einwandfrei festgestellt wird. Ist diese Station passiert, so gelangen die Fleischbeile in eine Tor­halle, die an beiden Seiten offen ist: hier wird das Fleisch zunächst an der Lust getrocknet. Wenn diese Trocknung weit genug vorgeschritten ist, wird das Fleisch in eine andere Halle verbracht, deren Temperatur auf 8 bis 9 Grad plus ge­halten wird, und von da wandert es schließlich in den letzten Aufbewahrungsraum, dessen Tem­peratur auf 2 bis 3 Grad plus steht und in dem jeder Metzger seinen abgeteilten Verschlag zum Verwahren des Fleisches hat. Auf dem ganzen Transportweg von der Schlachtung bis in diese letzte Halle ist es nicht notwendig, daß die Ar­beitenden das Fleisch selbst berühren, die Be­förderung kann durch Ziehen an einem Haken in glatter und hygienisch einwandfreier Weise vor sich gehen. Der Beschleunigung der ganzen Arbeft und der Kostenersparnis friert auch eine weit­gehende Modernisierung der Fleisch Untersuchung. Während früher mit dem Mikroskop untersucht wurde und dabei e i n Schwein immer nur in etwa 20 Minuten erledigt werden konnte, wird freute mit dem Trichonoskop untersucht, einem von der Firma Leitz flammenden Lichtbild-Appa­rat, der gestattet, ein Schwein in etwa 3 Mi­nuten zu untersuchen, und der außerdem den Fleischbeschauern ein leichteres, für das Auge weniger anstrengendes Arbeiten ermöglicht.

Eine

eigene Eisfabrikation,

die auch den Metzgereien das erforderliche Eis liefert, und n>eilflifr:nfre maschinelle Einrichtungen (Dampfmaschine, als Ersatz in Rotfällen eine zweite Maschine mit motorischem Antrieb) sowie eiry etwas seitwärts liegendes Pferdefchlacht- haus, das mit keinem der anderen Gebäude in Berührung steht, lassen den Schlachthof als voll­kommen nach jeder Richtung hin auftreten.

Seitens der Schlachthofverwaltung unter der Leitung des Direktors Dr. M o d d e werden alle Maßnahmen mit Sorgfalt angewandt, die beim Verkehr mit Fleisch zum Schuh der Gesundheit unserer Einwohnerschaft gegeben sind. Von diesem Gesichtspunkt aus wird nur absolut einwand­freie Ware aus dem Schlachthof herausgelassen. Daß dieser umfassende Schuh auch frei der Ver­arbeitung des Fleisches in den Metzgereien weiter zur Geltung kommt, bezwecken schärfer gefaßte Verordnungen der Kreisverwaltung, die, wie wir in unserer Rr. 260 berichteten, den Auf­sichtsorganen die Möglichkeit geben, jetzt auch in den Werkstätten und Läden unvermutete Kon­trolle vorzunehmen.

In diesem Zusammenhang sind schließlich noch einige Ziffern von besonderem Interesse, die über die

jährlichen Schlachtungen an Groß- und Kleinbieh im städtischen Schlachthof während des letzten Jahrzehnts berichten. Es wurden geschlachtet im

Verwaltungsjahr 1913/14: Großvieh 3250, Pferde 142, Schweine 12 376, Kälber 5756, Schafe 974, Ziegen 26, Ziegenlämmer 12, Spanferkel 10, Schaflämmer 5.

Verwaltungsjahr 1914/15: Großvieh 3871, Pferde 82, Schweine 14 248, Kälber 6057, Schafe 1312, Ziegen 61, Ziegenlämmer 10, Spanferkel 4, Schaflämmer 7.

Derwaltungsjahr 1915/16: Großvieh 4597, Pferde 123, Schweine 9229, Kälber 5589, Schafe 1246, Ziegen 55, Ziegenlämmer 8, Spanferkel 6, Schaflämmer 3.

Verwaltungsjahr 1916/17: Großvieh 1442, Pferde 130, Schweine 4437, Kälber 2993, Schafe 479, Ziegen 36, Ziegenlämmer 21, Spanferkel 42, Schaflämmer 1.

Verwaltungsjahr 1917/18: Großvieh 2715, Pferde 155, Schweine 2041, Kälber 3369, Schafe 166, Ziegen 19, Ziegenlämmer 8, Spanferkel 276.

Verwaltungsjahr 1918/19: Großvieh 3610, Pferde 420, Schweine 571, Kälber 2389, Schafe 702, Ziegen 18, Ziegenlämmer 5, Spanferkel 41.

Verwaltungsjahr 1919 23: Grvhvfah 2152, Pferde 41, Schweine 490, Kälber 1588, Schafe 270, Ziegen 133, Ziegenlämmer 13, Spanferkel 13.

Verwaltungsjahr 1920/21: Großvieh 1471, Pferde 47, Schweine 1007, Kälber 1891, Schafe 501, Ziegen 87, Ziegenlämmer 24, Spanferkel 4, Schaflämmer 1.

Derwaltungsjahr 1921/22: Großvieh 2648, Pferde 101, Schweine 3588, Kälber 4697, Schafe 956, Ziegen 219, Ziegenlämmer 24, Spanferkel 6.

Verwaltungsjahr 1922/23: Großvieh 2108, Pferde 114; Schweine 2939, Kälber 3378, Schale 466, Ziegen 106, Ziegenlämmer 6, Spanferkel 9, Schaflämmer 1.

Verwaltungsjahr 1923/24: Großvieh 1856, Pferde 82, Schweine 3699, Kälber 3089, Schafe 653, Ziegen 73, Ziegenlämmer 9, Spanferkel 11, Schaflämmer 9.

Aus oer Provinz.

Landkreis Gießen.

Grvhen-Linden, 21. Rov. Der im Jahre 1855 in Rennerod geborene Friedrich Rinker hütete feil Rovember 1889 bis jetzt, also 3 5 Jahre, die Schafe der hiesigen Obergässer Schäfereigefellschast. Aus diesem Anlaß verlieh die Landwirtschaftskammer zu Darm­stadt dem verdienten Manne die Denkmünze mit der InschriftFür treue Dienste".

Watzenborn-Steinberg 21 Rov. Wer freute mit aufme.ff .rmen A ige i unfe. Dorf durchwandert, der w rd b merken, daß auch frier schon An Hänger der letzten großart gen volks- tüml chen Erfindung, fr 8 Rundfunks, vor­handen sind. Soweit b kannt, sind es sechs Lieb­haber, fr c dem RMospoit baldigen. Wenn man daran denkt, wie heutzutage die Landbewohner durchgroßart ge" F. fr.plane u. frgl. von den B ldungszentralen, den Städten, afrgeschntt.'en sind, so wird man erkennen, wie schön und wert­voll es ist, doch etwas von diesem Uefrerfluß der Stadt zu empfangen. Der tönende und s, r chew e Draht eif.tzt schon manch.s. aaf das man andern­falls verzichten müßte. Ho.fentlich erleben wir noch wcsentl che De b ffertigen les Radio, dann werden fric st llen, r fr.gen Winterabende auf dem Lande v el F^ude bringen.

* Grüningen. 21. Rov. Gestern abend hielt Dr. Lenz- Gießen für die Deutsch- nationale Dolkspartei eine Wahl­versammlung ab, in der er auf die Be­deutung des 7. Dezember 1924 hinwies. Seine Bede wurde mit großem Beifall aufgenommen, eine Diskussion fand nicht statt.

* Dorf-Gill, 20. Rov. Gestern wurde auch in unserem Ort der Wahlkampf er­öffnet, und zwar mit zwei Versammlungen. Nach­mittags sprach Herr Diehl- Hochweisel für den Bauernbund, abends fand eine Versamm­lung der Deutschnationalen Volks- Partei statt, in der Herr Dr. Lenz-Gießen überRationale Politik und die Bedeutung des 7. Dezember 1924 längere Ausführungen machte. Diese Versammlung war sehr gut besucht und spendete dem Redner reichen Beifall.

sk. Reiskirchen, 20. Rov. Gestern hat die Dreschmaschine unseren Ort verlassen, um auf dem Hosgut Winnerod noch wei'er ihre Tätigkeit auszuüben. Währ.mfr in sonstigen Jahren schon um Mitte Oktober die Dresch- arbe.ten b.endet waren, hat sich in diesem Jah^e infolge der verspäteten Einbringung der Ernte auch das Dreschen verzögert.

Krcis Friedberg.

4 Bad-Rau heim, 20. Rov. Wie wir von der Bade" und Kurverwaltung erfnfrien, tob fr GeneralmuMir.ktor Prof. Hans Windec- st e i n, der Leiter freS staatlichen Kurorchesters, im Rachwinter im Gran Thoatre Sicco in Bar­celona das gleiche Orchester dirigieren, das vor ihm auch schon Rich, Strauß und Felix Weingartner fauetm. Fir unser Weltbad wird das Gastspiel gewiß werbende Kraft ausüben. Der Wahlkampf, der, tote wir berichteten, schon eingesetzt hat, ist bis jetzt ruhig verlaufen. Rur die Versammlung, in frei Prof. Dr. W er ner sprach, tourfre von den Gegnern so gestört, dah die Polizei schließen muhte. Dr. Werner kam so nicht zu dem ihm zustehenden Schlußwort. Die Deutsche Volkspartei hatte bis jetzt noch keine öffentliche Wähler- Versammlung. In fr er Frauengruppe frer Partei sprach aber bereits Frau Abgeordnete Birnbaum (Gießen) über die Landes- und Reichspolitik. Die Rednerin, der frer Voifttzenfre der hiesigen Ortsgruppe der D.V. P., Hans Müller, herzlichst ka ckte, erntete lebhaften Beifall.

Kreis Schotten.

)-( Ruppertsburg, 21. Rov. Auch in hiesiger Gemeinde herrscht schon seit einigen Jahren Wohnungsnot. Aus diesem Grunde baute die Gemeinde im vorigen Jahre die Ge­meindescheuer bei dem Schulhaus als Rat­haus um. Seine Vorderwand ist in Fach werk schön aus geführt. Das Rathaus enthält im Innern ein Geschäftszimmer des Bürgermeisters, ein Sitzungszimmer des Gemeinfrerats, einen größeren Raum für Versteigerungen und sonstige Versamm­lungen, zwei kleinere Akt-enzimmer. Im Erd­geschoß sindet man einen Freibankraum, ein Sek­tionszimmer, sowie Holzmagazine. Das frühere Rathaus ist zu Mietwohnungen herge- richtet. Dazu erwarb die Gemeinde in dieser Woche die Hvftette des seitherigen Rechnens Port, der in kurzem seinen Reubau am Kreuz- plah bezieht, für 10 500 Mart. Im Wohnhaus finden weitere Wohnungsuchende Unterkunft. Wie verlautet, soll der Diehslall als Gemeinde- faselstall Verwendung finden. Rachdem im be­nachbarten Gonterskirchen im vorigen und diesem Jahre sechs neue Häuser erbaut worden sind, macht sich auch da eine größere Da u- l u st bemerkbar. Zu den zwei in 1924 entstandenen Häusern kommen im nächsten Jahre voraussicht­lich drei weitere. Gestern abend sand dahier die erste Wahlversammlung im Gast­zimmer des Gastwirts Decker statt. Es sprach ein Herrr von Vilbel für die Sozialdemo­kratische Partei, Der Desuch der Versamm­lung war mäßig.

Kreis Büdingen.

)( Büdingen, 20. Rvv. Montag fand im Gemerndesaal dahier eine Konferenz der evangelischen Geistlichen unseres De­kanates statt. 3m Mittelpunkt frer Verhand­lungen stand ein Vortrag von Pfarrer Bock, Obermockstadt, überReligionsunterricht und Ar- bettsschule", an den sich eine sehr lebhafte Aus- spräche anschloh. Den Schluß bildeten verschiedene geschäftliche Verhandlungen. Der Konferenz wohnte auch der Superintendent Oberhessens Geheimrat D. Petersen bei.

spd. Stockheim, 21. Rov. Mit der Re-

1 r V 9 & r 21 i fr 6 e r hat man nun gtoi- sch-n Stockheim und Effolderbach begonnen Zu

Zroea wtro oer ^»aynoarmn oer vtreae GießenGelnhausen durchstochen. Das Flußbett wird durch Viesen neuen Durchstich geführt und etwa 25 Zentimeter tiefer gelegt. Dadurch erwar­tet man bei künftigen Hochwassern, daß fraS Niddertal bei Ortenberg, Selters und Stockheim nicht mehr unter den «Fluten zu leiden hat. Der neue Eisenbahndurchstich sott bis Weihnachten vollendet fein.

-v- AusdemRiddatal, 21. Rov. Infolge des schlechten' Ausfalls frer Kartoffelernte hat es die Landwiitschaftstammer über­nommen, die Landwirte mit Saatgut zu verseyen, vag auf le chterem Boden gewachsen und als gesund zu bezeichnen ist. Die ersten Waggons s.nd bereits eingetroffen und weitere sotten folgen.

Starkenburg und Rheinhessen.

' Darmstadt, 21. Rov. (Eigener Bericht.) Vorgestern abend fuhr das Motorrad des Kaufmanns Tramer in ein Lastauto.Tra­iner wurde so schwer verletzt, daß er.bald nach Einlieferung in das Herz-Jesu-Hospita'l starb. Der Milchhändler Ludwig Stumpf, der in dem Anhänger des Motorrades sah, erlitt eine Ge­hirnerschütterung und schwere Ll n - terleibsverletzungen. Gestern verun­glückte der Diplom-Landwirt Gustav S t i r n e r , der Leiter der Landwirtschaftlichen Auskunfts- stelle des Deutschen Kalishndikats in Darmstadt. Als er in seiner Wohnung die Tür des Kachel­ofens öffnete, erfolgte eine Explosion; der Ofen stürzte zusammen und die Flammen schlu­gen Stirner ins Gesicht. Er wurde schwer ver­letzt. Durch die Gewalt der Explosion wurden Leute auf der Straße auf den Vorfall aufmerk­sam und alarmierten die^ Feuerwehr. Slimer wurde aufgefunden und in die Klinik der Barm­herzigen Brüder gebracht; er jst jetzt außer Le­bensgefahr. Der Zimmerbrand konnte bald ge­löscht werden.

Hesscn-Naffan,

][ Marburg, 21. Rov. In der heutigen Sitzung der 6tafrti>crorfrncten ftzr fr als einziger Punkt die Wahl des neuen Oberbürger­meisters. Von insgesamt 28 Stimmen erhielt Oberbürgermeister a T. Georg Voigt aus F r a n i f u r t a. M. 26, die zwei Restzettel wa­ren unbeschrieben.

fpd. Frankfurt a. M., 21. Rov. 3n der abgelaufenen Woche hat sich die Arbeits­marktlage nicht wesentlich verändert. Der Rückgang der Zahl der erwerbslosen Unterstüt­zungsempfänger ist zum Teil darauf zurückzu- führen, dah Erwerbslose ausgesteuert wurden. Die Zahl der Arbeitsuchenden betrug im Laufe der Berichtswoche 11 778 gegen 11 789 in der Vor­woche.

C. Frankfurt a. M., 21. Rov. Eine Düne, die sich bei Ober r afr durch den . Frankfurter Stadtwald zieht, tourfre als Begräbnisstätte feflgesttlll. Um die For­schungen des Historischen Museums nicht zu stören, wurden die Arbeiten in aller Stille unter Le tung von Dr. W o e lke vorgenommen, denr es jetzt gelungen ist, ein vollständiges Skelett in einem Hügelgrab f eizulegen. Dir Steine und Maueninge aus Kallsteinen und Geschieben flam­men aus der keltischen La-Tene-Zeit. ES handelt sich nach fr en Deigrben, frte im Grab gefunden wurden, um einen vornehmen keltischen Kriegsmann, frer hier vor 2500 Jah.^.r brstat.et wurde. Reben dem Schwert und dem Gürtel­verschluß in frer Hüftengegend tourfre auf frer Brust eine F frei gefunden. Die Ausgrabungen wurden durch Lehier Apitz veranlaßt, frer un­ermüdlich mit dem Stahlstock fren Siadtwald ab- gesucht hatte und dessen Beobachtungen noch weitere Ausgrabungen erwarten lassen.

Gießener Stadttheater.

Strauß: Der Zigennerbaron.

Die Sttaußschen Zauberllänge hatten Frei­tag abend manchen angelockt, frer sonst der Ope­rette skeptisch gegen üb ersteht. So konnteDer Zigeunerbaron" vor ausverkauftem Hause in Szene gehen. Die nicht ungewöhnliche, leicht sentt- mentale Handlung hatte Herr Bafrekow in nette Bühnenbilder gebracht. Die Partte des Zigeunerbarons fang Herr Roller mit voller, sympathischer Stimme; das Werbeliefr der Hu­saren brachte frer Graf Herrn Bauermanns gut heraus; Fräulein Liebermanns schöne Stimme und anmutiges Spiel kamen frer Sasfi zu­gute. Herr Schreiber als Schweinezüchter Zsu- pcm trug zuweilen reichlich dick auf, auch die die­bischen Zigeuner waren nicht sehr geschickt. Die Damen Wellig-Dertram, Simon und Sieger, und die Herren S t a d i und Bade- k o w trugen zum günstigen Gesamteindruck wesentlich bei. Dem Orchester (Herr Mischel) machte frer Strauß hörbar Schwierigkeiten. Er­freulich war das frische Drauflosspielen einzelner Chargen.e.

Sonntagsdienstd.Aerzte «.'Apotheken am 23.11.24:

Dr. Schaffer. ftrau Dr. Marr. Engelapotheke.

Zahnarzt: Dr. Adam.

Nein! Aber ein Rätsel ist allen Besuchern von i Carlsbad der vorzügliche Kaffee, den man dort überall bekommt. 8330ss

Des Rätsels Lösung liegt nicht etwa in irgend­welchen geheimen Mitteln, sondern einzig und allein jn der Art und Weise der Zubereitung. Ueberall und

Ein Wunder?

von jedermann läßt sich eine Tasse Kaffee nach Carlsbader Art« herstellen. Man nimmt einen WürfelWebers Carlsbader Kaffeegewürz«, zu Pulver zerbröckelt, auf 30 Gramm einer guten Mittelsorte Bohnen (feingemahlen), brüht das Ganze mit 1 Liter springend kochenden Wassers in einem

Ton- oder Porzellanfilter ganz langsam auf und serviert das Getränk so heiß wie möglich, am besten mit Sahne. Das »Carlsbader« ist als Träger des Kaffee- Aromas unentbehrlich, und es enthält alle Bestandteile, welche dem Getränke Würze und Farbkraft verleihen. Otto E. Weber, G. m. b. H., Radebeul-Dresden.