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Samstag. 22. November |92|

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Tderhessen)

Nr. 276 öwettes Blatt

Landwirtschaft und Gartenbau

eingefallene Drainröhren

2t

ca.

>rn. Nicht txm

sondern von

oder in reichste.

einen Wagen und ging auf sein Zimmer, wo er die Zigaretten liegen lieh. Vermutlich sprach sie, als es ihr schlecht wurde, mit ihn über die Mög­lichkeit, das) die Zigaretten vergiftet seien. Aus diesem Grunde gab sie ihm die Schachtel. 3pre Mitteilung an Ikilentin, die Zigaretten zu ver­nichten war durch die Furcht bar aber veranlagt, datz ich heraus zufinden suchte, inwiefern sie bei des Knaben Entführung beteiligt war. Dies haue sie wie sie wusste, nicht nur um ihren Platz gebracht vielmehr hätte man sie auch möglicher­weise noch für die ganze Sache verantwortlich gemacht. Sie fürchtete den Zorn ih er Herrsch.aft und lxÄhalb schwiegen beide, sie und Valentin, sobald die Rede auf die Zigaretten kam Jedoch waren beide die ganze Zeit über bemüht, bis Kind zu finden. Ihr Verpacht auf Franc \i be­weg QSalentin, jenem aufzupassen und e ts rang ohne Zweifel dem Gedanken, dah ihr die S: ach el mit den vergifteten Zigaretten vom Eh-ufeur fribft untergeschoben worden sei. Dalettin, der ihre Anwei ung b.f .lgte, bewachte Fr vn^ois, wie leine Gegenwart beweist, als er kürzlich nachts sich hinten an des letzteren Wagen hing. Er sagte mir heute, dal) Francois seinen Wagen an jenem Abend gar nicht in die Werkstatt gebrach! hibe. Die Leute dort, dir das angaben, logen auf feine Weisung hin. da sie vermuteten es sei eine Aus­rede zur Verhoiml chung einer Vergnügungsfahrt. Francois, der nicht haben wollte, das) die ber= gifteten Zigaretten als Beweis gegen ihn im Dc itz der Wärterin blieben, verachte gewitz. sie wieder zu bekommen und entdeckte, das; Mary sie CBalentin Übergaben hatte. 'Da er selbst bewacht wurde, beauftragte er feinen Helfer den Burschen mit dem schwarzen Bart, mit do Sache. Er mutz an jenem Abend von Fran ois feI5't in S aple- tons Haus eingelassen werden sein, der ihn ftä er zweifellos durch eine andere Tur auf de. Sjiiter- seite hinauslieb 3m ßarifc meiner Feststellun­gen kam ich bald zu dem Sh'.usta, dah die Ziga­rette deren Rest ich im Dois de B ulogne ge­sunden hatte, von Mary Lanohan g raucht wor­den war. Ich sagte es auch Herrn Stapleton."

91 n t to o r l: Die getrocknete Bierhefe, auch Trockenhefe geninnt, hit eigentlich nur wäh­rend des Kriege- gröbere Bedeutung erlangt. Sie wi"^ auS der frischen Hefe durch Trocknen her- e.estellt. Sie ist eine aus geblichbraunen, feinen Bl ' chen bestehende Masse von brotartigem Ge- ruci- im6 bitterem Geschmack. Sie enthält

Seiten errett

Sie irren sich, Herr Lefevre." bemerkte der Detektiv g la tan. .DaS Zeichen wuriie u zweifel­haft von diesem Wagon aus gcc^ Herrn Lemaitre, wie ich zugÄ einem Fahrer. Er frat "Sernet geftaröen, dah ihm ein ^.labekannter fünfzig tfta ife r dafür gab. unter dem Vorwand, das Zeichen gelte einem Frauenzimmer Weiter weih der Mairn nichts von der Angelegenheit.-

Bei die'cn Worten erhob sich auf dem Vor­platz Gelächter und Frau E'.apleton Frau Le'evre und Grace traten eta

Wir haben eine sehr wichtige Frage ver­handelt," sag c Frau Stapleton mit äuhcrit ern­stem Gesichtund wir bitten Sie, Herr Lefevve, sie zu entscheiden."

Welche so wichtige Frage ist es denn, 2IL> dame?" fragte der Präfekt und erhob sich lächelnd. Ich bin sehr gespannt, sie zu hören."

Wer hat das gröbere Verdienst an der End deckung meines Zungen Herr Duvall oder feine reizende Frau?'

.Die Frage, die Sie stellen. Madame," sagte er und sah lächelnd von Duvall auf d elfen Frau, .ist leicht zu beantworten. Das Verdienst fällt beiden Ai gleichen 'Teilen zu. ilnb das, meine Kinder, ist so, wie es sein soll. Die glücklich er­ledigte Geschichte ist mir eine wich i re Lehre sie tautet; Main und Frau feil e.i nie im Eegen- fah zueinander steher! Sie macken zusammen ar­beiten immer w'.e in allen Fällen des Lebens, so auch in Sachen die er Art! Es war ein gefährlicher Beruh von mir, mehr» beiden teuren Freunde die Sache von verschiedenen Sei­ten angreifen zu lassen. Ohie ganz besonderes Glück hätte sie für alle Be ciligten sehr unglück­lich enden können. Sollte ich in Zukunft Herrn Duvall und seine Fraa nötig haben, so müsten sie zusammen kommen oder gar nicht." Er wandte sich an Grace.Ich fühle mich Ihnen beiöen gegenüber, liebes Kind, sehr verpflichtet, weil ich 3hre Flllterwvchen so goau'am un.erbrochen habe. Wie kann ich es wieder gutmachen? Sagen S-ie mir einen Wunsch!"

Irgendeinen?" fragte Grace lächelnd.

Einen beliebigen." Der Präfekt verbeugte sich höflich.

Dann 6iite ich um Ihre .Zusage, uns auf unserem G^t in Rtarylcmd noch dieses Jahr zu '^Das." rief der Präfekt, indem er sich über i&re "ijanb beugte und sie kühte, .ist jedenfalls die köstlichste Art. die man sich vorstellen tarnt, um eine Schuld abzutragen."

E nbe. -

in flüssiger Form in kleine Grirben, Bohrlöcher die erfolg-

9 Proz. Wasser, 55 Proz Rohprotein, ca. 1 Proz. Rohf^!' ca 33 Proz. stickstofffreie Ektraftstofse, ca. 5 ovz. Aschenbestandteile unb geringe Men­gen Rohsaser. Unter den Aschenbestandt eilen be­finden sich ca. 1,7 Proz. Phosphorsäure und ca. 0,7 Proz. Kall. Die Trockenh-ft ist also sehr reich an Eiweitz, und dieses ist auch sehr leicht verdaullch AIS Futtermittel hat sich die gc- trocknete Bierhefe für alle Tiere gut bewahrt, be­sonders geeignet ist sie als Schweinefutter. Ge­füttert wird sie am besten mit getrockneten Kar­toffeln und etwas Gerstenschrot, angebrüht, jedoch nicht zu nah. Beim Ankauf von Trockenhefe ist vor allem für Reinheit und Frische der Ware, ferner für Gehalt an Eiweitz, mindestens 50 Proz., Garantie zu verlangen. Sie muh eine hell­braune Farbe Haven, dunklere Farbe weist darauf hin. dah die Hefe vor dem Trockenen nicht mehr ganz ftisch war. Wie schon oben erwähnt, hat dieses Futtermittel eigentlich nur während des Krieges gröbere Bedeutung erlangt und wird beute in hiesiger Gegend kaum verwendet und im Handel auch schwer zu haben sein. Anders das Fischmehl. Es ist überall im Handel und bei jeder Genossenschaft zu haben und kostet heute pro Zenmer ca. 29 Mk. Es wird aus Fischen und Fischabfällen hergestellt, indem man das Mate­rial unter Dampfdruck behandelt, trocknet, mahlt und siebt. Der wichtigste Prozeh hierbei ist das Dämpfen, well hierbei die starkriechende Leirn- substanz und der gröhte Tell des Fettes ab­getrennt wird. Ling-dämpfles F schm.hl ist zur Fütterung nicht zu gebrauchen, da es zu stark riech', deshalb nicht gefressen wird und einen nachteiligen Einslutz auf den Organismus ausübt. Es soll nicht über 5 Proz. Fett enthalten. Es ist sehr reich an Eiweitz und besonders an verdau­lichem. Es eignet sich deshalb vorzüglich zur Schweinemast und zur Aufzucht von Ferkeln. Leider wird dieses sehr wertvolle Futter noch viel zu wenig verwandt, eS wäre im Interesse der

Rahrung aus dem weiteren älmkreise und gröbe­rer Tiefe erfassen kann, so machen sich die Merk­male einer Erschöpfung des Bodens bei ihm erst nach längerer Zett bemerkbar. In Boden­arten. die von der Ratur aus besonders frucht­bar finb, wird man auch ohne Düngung aus­kommen können. Der älnterschied zwischen ge­düngten und ungedüngten Bäumen ist aber auch hier ein in die Augen fallender und macht sich bereits nach Jahresfrist durch b.ffcte Ausbildung, Schönheit der Färbung und reicheren Arckcü) von Früchten so bemerkbar, dah man auch in diesem Falle sagen kann: Jede sachgomätz und dauernd angewandte Düngung macht sich auf alle Fälle bezahlt und rentiert auch bann noch, wenn einmal Jahre kommen, wo der billige Preis für Obst den Pslückerlohn und Transport nicht bezahlt, well gedüngte Bäume, da sie regel­mäßiger tragen, dadurch den Ausfall an Ein­nahme in anderen Jahren wieder ausgleichen. Das weih heutzutage jeder Landwirt, und die­jenigen, welche beim 'Düngen der Felder die Obschäume leer ausgehen lassen,weil unter ihnen ja doch nichts wachst", dürften selten fein. Nur über das Wie und Wann herrscht bis­weilen noch älnklarheit.

Da die drei Grundstoffe jeder Düngung. Phosphorsäure, Kali und Stickstoff im Stall­mist in einer den Pflanzen besonders zuträglichen Zusammensetzung vorhanden sind könnte man bei Obstbäumen ohne künstliche Düngemittel aus- kommen, wenn uns dieser ausreichend zur Ver­fügung stände. Das ist aber nicht der Fall und deshach greift man zu anderen Mitteln. Zudem ist die Anwendung von Stalldünger bei Obst­bäumen, die im Rasen stehen, nicht angebracht, da ein grober Tell der Dungstofte von der Rasen­narbe auf genommen, nicht zu den tiefer liegenden Wurzeln gelangen würde. Hier kommt für den Landwirt in erster Linie hrend der Ruhe­zeit der Bäume Jauche in Frage. Sie ist reich an Kali und Stickstoff, doch arm an Phos­phorsäure, von der sie kaum Spuren enthält. Ohne Phosphor ober kein gesunder Daumwuchs und ohne diesen Rährftoff nach dem bekannten Gesetz des Minimums auch keine tefriebigenbe Wirkung der anderen Rährstoffe. Sie mutz also bei Jauchedüngung in Form von Superphosphat oder Thomasmehl zugesetzt werden, und zwar geschieht das bei älteren Bäumen am besten in Wasser gelöst, das man in fuhtiefe Löcher schüttet, die man auherhalb der Äroncntraufc im ganzen Umfrcifc um den Daum aushebt. Man rechnet hierbei, je nach Grobe des Daumes, pro Daum 100150 Gramm. Ein Düngen nahe am Stamm, wie das bei Iungbäumen geschieht, ist Verschwendung, denn die aufnehmenden Wur­zeln sind auhen, sie reichen meist über die Kronen - traufc hinaus. Schon unsere Vorfahren, die eine Düngung der Obstbäume noch nicht kannten, wussten das und sagten:

Die Wurzeln der 'Bäume reichen so weit. Als ihr Schatten zur Vesperzeit.

Man braucht das Sprüchlein nicht wörtlich zu nehmen, es kommt auch auf Baumart und Sorte an. Im allgemeinen trifft es jedoch bei Obst- bäumen zu. wie Versuche, die an der Geisen­heimer Lehranstalt durchgeführt wurden, ge­zeigt haben.

In steigendem Matze kommen seit längerer Zeit mehr und mehr für Obstbaumdüngung die künstlichen Düngemittel zur Anwendung. Sie sind sauber, und man hat es bester in der Hand, seinen Bäumen nur das zu geben, was sie zu einer be­stimmten Zeit verarbeiten können. Desttmmte Dorschriften darüber, wieviel man einem Baume geben soll, sind vielfach veröffentlicht worden und so zahlreich, wie die künstlichen Düngemittel selbst. Sie sollen hier nicht wiedergegeben werden, denn der Boden ist in seiner Zusammensetzung zu verschieden, als dah sie überall Geltung hoben könnten. Für den Garten genügt es. wenn man im Spätherbst und Winter pro ICO Quadrat­meter 23 Kilogramm 40prozentiges Kalisalz und 3 Kilogramm Superphosphat in Mischung um die Bäume streut und dann untergräbt. Anstatt Superphosphat kann man auch Thomasmehl an- wenden, wobei zu bemerken ist, dah letzter zur Hälfte aus Kall besteht und 12 Prozent, Super- Phosphat dagegen 17 Prozent lösliche Phos­phorsäure enthält. Diese Stoffe müssen brs spä­testens Anfang März dem Boden zugeführt fein, weil sie sonst zu spät zur Wirkung gefangen.

Die Stickstossgabe in Form von 23 Kilogramm schweselfaurem Ammon.ak, Kalkst ck'tvff. Rarrvn- salpeter ober sonst einem Stickstoff salz streut man Ende März, die gleiche Gabe im Mai und eine dritte und letzte, die eine besonders gute Aus­bildung der Mütenanläye für das nächste Jahr bezweckt, im August. In Grasgärten und auf Wiesen ist die Anwendung aad) dieser Dünger

Seltsame Flitterwochen.

Roman vvn Arnold Fredericks.

(Schlutz,)

Oh aus verschiedenen Gründen. Hätte er beim Rähcrkommen die Wärterin von dem Gift nicht genügend betäubt gesunden, so hätte er vorgegeben, über irgend etwas mit ihr fpr«bcn zu wollen. Ferner mit ihm ging bai 5^100 weg ebne zu schreien, was es vermutlich bei einem Fremden getan wurde^ EsgM

aber noch andere G.ünde. Er führte den Knaben zweifellos auf bio St ratze und übergab ihn seinen Heisern die in einem anderen Wa^m vorbei- fuhren. Dies alles spielte sich, wie S,e sich er­innern, in einem schwach besuchten 2.eile res Do s ab. Das folgende 'Verhol e.i llllary Lanahans rst etwas schwerer zu erklären, aber ich stelle es mir folgendermatzen vor: a-I5 Ju langsam aus ber Betäubung erwachte und bemerkte, dotz der Knabe weg war. er chr.rk sie fürchterlich. r.-s schien ihr nur ein Augenblick vergangen »u sein, nach­dem sie den Kopf umgewandt b tte. Sre furchet^ die Zigarette habe fic eir.gr cblafcrl tKnnuhi.1) fiatte sie auch gehört, dah bicc zuweilen Opaun enthalten. Sie glaubt, ein wenig emgcntdi zu fein will es jedoch nicht zugeben. Besonders w,.l sie'nicht, datz ihre Herrschaft erfährst datz sie Zigaretten ixmäbt. Sie furchtet sre könnte dadtt.ch ihre Stellung verlie.en. Erst I pater bekommt sie Verdacht auf die Zigaretten.

Wann?" fragte Lefevre.

Gtniae Tage spater, als sie g.aubt, vergrfttt woben zu s^ Sie war damals mit Valentin zu'ammen, obwohl sie es. aus Angst vor Frau Stapletons Mitzbilligung, nicht zugeben wollte. Sie rauchte wieder eine der Z.garetten. als sie mit ihm auf einer Bank in den EhampsElyfaes fast Plötzlich fühlte sie sich unwohl, erne Wirkung, die der Haschisch oft hat. wenn er in,zu starker ^osis genommen wird, ober wenn die Aerven auf andere Weise angegriffen sind. Valentin nahm die Schachtel an sich brachte Wart) in

Der Bankier nickte.Ja." sagte er.aber Sie sagten nichts von Haschisch."

Ich war meiner Sache nicht sicher. Ich wollte erst den gefundenen Rest untersuchen lassen. Sie werden sich erinnern, datz ich eine der Ziga­retten an mich nahm, als ich sie in Francois Zimmer fand. Ich rauchte sie. ehe ich an jenem Abend zu Bett ging Die Wirkung war genau dieselbe, die Mary Lanahan empfunden haben muh. Ich war über eine halbe Stunde in Träu- mereien versunken und hatte keine Erinnerung an diese Zeit, als ich zu mir kam. Es ist ein bemerkenswertes, aber gefährliches Gift. Rah- her lag der Fall einfach genug. Es stand für mich sofort auher Frage, datz Francois ein« der Räuber fei Mein Vorhaben gestern abend wäre ausgezeichnet gelungen, wem mich der Chauffeur nicht zufällig m dem Wandschrank, wo ich mich versteckt hatte, entdeckt hätte. Wäre dies nicht vorgekommen, so wove der Knabe zu- rückgekehrt, wie cs ausgemacht war. und den Francois hatte ich sicher m ber Hand."

2lder die anderen hätten wir nicht gefangen, fachte der Präfekt.Dafür müssen Sie Ih er Frau danken. Bernet tagte mir, wie die Räuber ihnen an der Avenue Vkalakoff entwstch en. Der CBfagcn von dem aus bas Zeichen schrrn^rr ge­geben würbe, führte einen w. hlbekann en Börsen- Makler, der gar nichts von ber ®ef^bte touöte. Er kreuzte nur jufätlig genau in bem Augen­blick die Avenue Malakoft, als Fvrngois das

Kompostbereilung.

(Rachdruck verboten.)

ALS ein sehr guter Wiesendünger hat sich der Kompost bei richtiger D.hrndlung lernährt. Leider wird der Herstellung vieles Düngematerials noch viel zu wenig Aufmerksansteit geschenkt. Der Korn- posthausen isl der Samin-lpunkt aller Abfälle, die in jeder Wirtschaft zu finde i sind. Dre Haupt­masse deS Kompostes mutz natürl ch aus erdiger Masse bestehen Grabenauswurf. Eha ste schlämm. Rasen, Te.chauswurs. Bauschutt, Keh.ich. Küchen- unb Lchtachtabsälle, Laub, faulende Rüben. Kar- tofteln usw. sind sonst wertlose Stoffe, die sich für die Kompostberettung vorzüglich eignen.

Planlos dürfen diese einzelnen Bestandteile natürlich nicht durcheinander geworfen werden. Wan gebe dem Komposthaufen von vornherein eine bestimmte Gestalt, am besten mit rechteckiger Grundfläche, und mache ihn ntd>t au grvtz, vor allem nicht zu breit und zu hoch, damit die Luft genügend einbringen und die ein zelnen Stoffe zersetzen kann.

Bei der Anlage gehe man so vor. datz Schichten von 20 biS 25 Zentimeter Höhe von erdigen und anderen Abfällen abwechseln. Die Oberfläche soll eine Rinne bilden, die ab und zu mU Jauche übergossen wird, oder man stösst, um die ganze Masse zu durchtränken, mit einem zu- gesp.yten Psahl in Abständen von >/» Meter tiefe Löcher in die Obersläche, füllt diese mit Jauche, die bann von der ganzen Masse aufgesogen wird.

Lehr wcsenllich zur schneileren Reifung des KomposthaufenS isl auch seine Durchsetzung mit Schichten von Stalldünger, durch den Zersrtzungs- bcckterien in die Masse gebracht werden.

Die Behandlung der Kompostmasse hat den Zweck, die erdigen, pflanzlichen und fonftigen organischen Stoffe zu weiterer Zersetzung zu brin­gen und sie in brauchbare Pflanzennahrung um- zuwcrndeln DicS geschieht auf zweifache Art. Ein­mal durch wiederholtes älmstechen. ttrbei auch die Durchschichtung mit Stallmist gesch.-hen kann, um die Masse locker zu machen und der Luft auszusehen. Man sehe hierbei auf möglichste Zer­kleinerung der einzelnen Bestandteile und auf älmschichten derselben. Andererseits durch Zusatz von Aetzkalk. der beim Umarbeiten auf die ein­zelnen Lagen gestreut wird.

DaS Um stechen dars jedoch nicht zu oft vor­genommen werden, um die Gärung nicht zu oft zu stören. Zweimal im Jahre sollte es jedoch we­nigstens erfolgen, am besten im Frühjahr und im Herbst.

In einem Jahre wird fein Kompost fertig, und wer ihn zu früh verwendet, wird nie in den Genutz ber vollen Wirkung kommen. Mindesteiis zwei Jahre soll er liegen, damit er reif und die Zersetzung beendet ist.

Um allzu starkes Austrocknen zu verhüten, ist cd zweckmätzig, die Komposthaufen mit Kür­bissen oder sonstigen groWättrigen Pftanzen zu besäen.

Wie schon eingangs erwähnt, wirkt Kompost am besten zu Wiesen. Er wird zweckmätzig im Herbst oder Winter aungefähren und mit ber Egge möglichst gleichmätzig verteilt.

Da das Anlegen. Umstechen und Aussahren tn arbettSruhiger Zeit geschehen kann und sämt­liche zur Bereitung verwandten Materialien sonst für die Wirtschaft wertlos sind, stellt die Kom­postbereitung eine sehr zweckmätzige und mit ein­fachen und b Uigen Mitteln zu erzielende De-eiche* rung der Wirtschaft dar, die der ^fachhaltigkeit dieses Düngers wegen durch käufliche Dünge­mittel nur mit großen baren Ausgaben erseht werden kann.

Deshalb bereite jeder Landwirt immer so viel Kompost, datz er in der Lage ist, tn einem Umgang von drei, höchstens vier Jahren dieselbe Wiesenfläche wieder befahren zu kömen.

Kompost als Ackerdünger zu verwenden, ist nicht ratsam wegen ber Unkrautgefahr. S.

lieber das Düngen der Obstbäume.

(Rachdruck verboten.)

Wie jede Pflanze, so braucht auch der Obft- baum eine bestimmte Menge an Nährstoffen, um tragbar und gesund zu bleiben. Da aber ein Obstbaum ein reiches, weitverzweigtes Wurzel­vermögen besitzt, mit welchem er die benötigte

gum Einwintern der Rosen.

(Rachdruck verboten.)

Wenn im Rovern bei Frost von 58 Grab die noch ungedeckten Rosen überrascht, darf das Eindecken nicht übereilt werden. Erstens schadet eine Temperatur von 1012 Grad unter Rull den Rosen nichts, und zweitens würbe man durch Arbeiten an den Rosen in gefrorenem Zustande nur Schaden anrichten, weil sie dann leicht brechen. Man warte damit, bis die Witterung toieber wärmer geworben unb der Boden auf­getaut ist-

Um das Abbrechen bei Hochstämmen zu ver­meiden. empfiehlt es sich, an ihrem Fuh ein bis zwei Spaten voll Erde auf ber Seite weg- zunehmen. nach welcher umgelegt werden soll. Auf diese Weise fassen sich auch ältere Rosen- stämmchen ohne Gefahr umbiegen. Als bestes unb billigstes Deckmaterial gilt Erde. Wo ein Einwintern in dieser Weife nicht möglich ist, z. D. bei Stand im Rasen, nehme man Laub, das mit Tannenreisig überdeckt wird. Riedere Rosen auf Beelen behäufelt man mit Erde und gibt alsdann dem Ganzen noch eine Decke aus strohigem Dünger oder Tannenreisig. R.

Fragekasten.

Frage 66: Bezugnehmend auf den Artikel Rentable Schweinezucht" in Rr. 258 desGietz. Anz.", der mich sehr interessiert hat. bitte ich um Auskunft, ob Trocken- oder Ratzfütterung ge­meint ist. Was versteht man unter Trockenhefe?, wo Ist dieselbe zu erhalten? Preis?? Wo ist Fischmehl erhältlich? Preis??

Landwirtschaft zu wünschen wenn es eine mög* lichst grobe Verbreitung fände. Gefüttert das Fischmehl nicht direkt nah al# Getränk, son­der n am besten angefeuchtet mit bem anderen Futter vermischt, so bah es nicht stäubt unb weg- geblafcn werden kann.

hessischer Landgemeindetag.

(Eigener Bericht desGietz. Anz.")

Frankfurt a. 1. SO.Rov.

Im Burgertaal des Rathauses trat baitj unter dem Vor i i des Bürger mi iers Ale ran­der - Gonsenh: in ter Hessische Landge­meindetag zu seiner diesjährigen Haaiptvrv» tammluig zusammen Von ter hfifdxt Stegie* rung w. hnen ter Ta u g b i Für kV Rli-i<- ftcr um des Innern Obe regieru g# at Weber, für das Fina.izminister.u n Rli i e-falr.it Dr. L-chrod und füi das WirlsckoftSministerium Oberregieimngsiat L i n k e n he l d In seiner Ve- giützun'asansprai r bettHlItrmnin* c er ^orstchei de in erster Lilie di- au> der Verb n unz ins be­faßte Gebiet zu-ückgekehr en Gemeinbevertr.-:er unb stellte mit Genugtuung lest, datz die Regie­rung jetzt prehr denn je mit be i Gemeinde i zu periönlichec und sachlicher Arbeit Fütlung rcfymc.

)lus der Tätigkeit deS Tee a deZ tm letzten Jahr b. richtete ber Birgerrneister Alexandei datz b r Wohnungsbau­frage im besetzten Gebiet be ondere Fürso^e burch die Regierung zugcwenbet wird, unb bah bereits 20 Millionen Mack für diese Zwecke bewilligt seien. Auch die Frage ber Kreditbeschaffung unb der Kredi tge- Währung sei in wünschenswerter Weife ge­löst worden.

Eine Reuauflage des Li genschnft-kttaster-, wie sie aus Grund b?6 neuen Katast.rge etzeS ge­fordert wurde, llhi'e ter Gemeinde'ag ob 3n- zwi'che.n ist auch in dieser Angelegenheit eine Klärung zugunsten der Gemeinden crfo'gt 3n bei beabsichtigten Aufhebung ter Finaizhilfs- kaffen glaubt ter Verbind eine Venachteiligu'g tes flaäien Landes n e b.icke.i. 'Der entsprechende Erlatz ist aus Einspruch der beteil gten Stellen insofern gemildert Worten, als d.rs Reick>Sfii a'iz- ministenum nur die Aufhebung von 51 Stelen veifugte. Der La'itg.mcindetag e. blickt in den Auchebu- gSn ai.il h.ne i d e taere De achtel.i- gung des Landes. Auster ordentlich fördernd wirkte für die Verlxuidsgefchäfte die Bildung von Pro- vinzialverbänden.

In der Aussprache wurde ter Vorstand er­sucht, die Regi ung zu reranfa sen. alle für den Landtag le immlen D.uck achei dem Land­tag zur Verfügung zu stellm.

Heber

die Steuerderteilung in Hessen

sprach Bürger meister Dr. R i e p o t h - SchliN Das Problem der St ueiverteilu"g in Heser fei eine Frage, die das Reich und He tan zugleich an-ehe unb aril der dritten Steuernotverordnung ba icne. Die Eink ommenstcue:zifferi würde' tei Genein- den vom Reich genannt, ohne datz man Deren Richtigkeit nach prüfen kön ie Aehnlich leien die Verhältni'se für die älmfa'steuer unb einige an­dere kleinere Steuern gelagert. Der Redner er- llärte die jetzt vom Reich erhobenen Steuerab­gaben für die Gemeinden als viel zu hoch. Don der Einkommensteuer gingen z. D. 60 Proz. an den Staat wäh end die'er den Gemeinden den Rest beliebe Bei der Verteilung der älmsatz- steuer feien die Gemeinden be aijteHigt inftfem, als man ihnen nur 50 Prozent betaste. Die 'Be­teiligung der Gemeinden in Hessen sei am aller- ungünstigsten in allen Staiten. Das beTräntet der Staat mit ber älebernah.n? aller Dollsfchnl und Polizeilasten, eine M_tznahme die jedoch auch für alle anderen Staate i zu treffe. Die Ge­meinden forbcr.en von de. Einkommen- unb älm- fahsteuer je 60 Prozent unb von o derer Steuern gleich günstig? Sähe. Dem Wun'ch auf raschere Steuerüberwei'urgen an die Gemeinden toertx Rechnung getragen 3m übrigen machte sich der Redner die Foroe.ung des Tcut chrn SlädtetageS in bezug auf den Fina nzausgleich für 1S25 zu eigen. Vor allem müsse das Land bessere Berück« sichtigung finden.

Sü6ftoffÄ!