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«r. 70 Zweites Blatt

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)

Samstag, 2^. März (02-

Wirtschaft.

Börse itub ldmnrkt.

3m Kampf am ben Franckurs ist vor­läufig die Bastk Don Frankreich Sieger geblieben. Sie hat der internativnalen Devifenfpckulation eine schwere Schlappe beigebracht, allerdings nicht aus eigener Kraft, sondern mit freundschajtlicher Unterftütjung englischer und amerikanischer Fi­nanzkreise, die ihr im SinDcmebmen mit ihren Regierungen im kritischen Augenblick zu Hilfe eilten. Es bedurfte dabei nichl einmal des Auf­wands großer Mittel, denn es bestanden an allen groben Devisenmärkten der Welt umfangreiche Baisseengagements in französischen Francs, der>.n Deckung im Verlause weniger Tage ohnehin schon eine ungeheure Nachfrage und dementsprechende Kursslcigerungen Hervorrufen mutzte. Die schwer­sten Verluste. bei diesem plötzlichen Umschwung der Kursbewegung scheint die s ra n z ö s i s che Dank well selbst erlitten zu haben, die sich in den letzten Wochen ganz und gar auf die De­visenspekulation verlegt hatte. An zweiter Stelle figurieren die Börsen von Amsterdam und Wien als Leidtragende. Diese beiden Plätze haben sich in den letzten (Zahnen zu bevorzugten Treff punkten internationaler Devisenschieber ent­wickelt. In Wien waren es weniger eingesessene Siemen, als vielmehr jene Spekulantenthpen aus dem südöstlichen ©uro)xi, die eine Zeitlang auch Berlin unsicher machten und die jetzt, nachdem die deutsche Mark für sie ein abgenagter Knochen ist. nach neuen Opfern Ausschau halten. Die deutschen Börsen wurden von diesen Vor­gängen insofern stark in Mitleidenschaft gezogen als die internationale Grotzspekulalion sich die Mittel zur Deckung ihrer am Franc erlittenen Verluste durch erhebliche Verkäufe deutscher Gfsek- ten beschaffte, und diese Verkäufe auch noch toeiter fvrtseht. Sie macht dabei immer noch ein ganz «Utes Geschäft, denn trotz des augenblicklichen stark gedrückten Kurses bringen diese Effekten, in Edeloaluten gerechnet, heule noch einen wescnt- lich grösseren Erlös, als die aufgewendete Kauf- fumme vor Jahr und Tag betragen hat. An den inländischen Börsen kann sich unter diesen Ver­hältnissen vorläufig kern rechtes Leben entwickeln. Alle Anregungen, die von günstigen Konjunktur­berichten oder besonderen Ereignissen, wie die Erschließung neuer ergiebiger Petroleurnguellen auf den Terrains der Deutschen Erdöl-A.-G., ausgehen, bleiben wirkungslos. Auf der Börse Lastet wie ein Alp die Sorge vor den kommenden Entscheidungen der Sachverständigenkommissionen. Die anhaltenden Kursrückgänge haben zweifellos schon zahlreiche kleine Firmen schwer geschädigt, so daß auch hieraus sich gewisse Befürchtungen für die nächste Zukunft ergeben.

Weiterer Rückgang der Arbeitsloscnziffcrn.

Aach den amtlichen statistischen Meldungen ist bte Zahl der unterstützten Erwerbs­losen tm unbesetzten Teile des Reiches wieder­um zurückgegangen, und zwar von 1 307 268 am 15. Februar aus I 176 873 am 1. März 1924, b h. um rund 10 v. H. Die Zahl der unterstützten Kurzarbeiter verringerte sich weiter von 252 562 am 15 Februar auf 143 696 am 1. März 1924, also um rund 43 v. H. Aus den Denchten der Landesämter für Mrtte März geht hervor, datz trotz der noch anhaltenden umfangreichen Arbettskämpse, besonders in der Werft- und Metallindustrie, und trotz des sortgeseylen Per- srnalabbaues bei den Behörden, die schien der Arbeitssuchenden und Erwerbslosen weiter erheb­lich zurückgegangen sind. Die Mehrzahl der In­dustrie- und Gewerbszweige zeigte sich m zu­nehmendem Matze ausnahmefähig: au herbem fetzte mit Eintritt etwas günstigerer Witterung eine lebhaftere Dermittlungstätigleit für die mit Autzenarbeit beschäftigten Berufe ein.

*

* Rege Bohrtätigkeit im han­noverschen Erdölgebiet. Zu den Erdöl­sunden b. i C e I l e wird berichtet, daß au f die Aach-- richten über den starken Oelausbruch in den letzten Tagen von den verschiedenen Gesellschaften mehr

Rethmar und Klein-Lebke zahlreiche Bohrver­suche vorgenommen. Gegenwärtig sind noch eine ganze Anzahl weiterer Gesellschaften, die sich die Erdölgewinnung in Hannover zum Ziele gesetzt haben, in Bildung begriffen. Die Kalibergöahn der Gewerkschaft Airdersachsen dürfte ausgebaut werden, um das gewonnene Oel abtransportieren zu können.

* Ein neuer Goldpfandbriefthp. Aach mehrjähriger Unterbrechung nimmt die Preußische P.andbrief-Dank zu Berlin ihre Ernis- sionsrätigkcit wieder auf und beginnt mit der Verausgabung eines für den Markt der Hypo- thekenpfandbiiefe neuartigen Typs, eines sechs- prozentigen Goldpfandbrieses mit kurz Gemessener Umlauf Der neue Pfandbrief ist allmählicher Tilgung nicht unterworfen, wird vielmehr im April 1929 ohne vorherige Kündigung oder Aus­losung zur Rückzahlung fällig und alsdann zum vollen Goldnennweri einge.öst. Die Begebung der Pfandb i fe in Gesamtbeträge von 30.0 sOOGold- mark erfolgt Im Wege der öffentlichen Zeichnung. Der Zcichuungspreis beträgt 80 Pcoz. Die Stücke lauten über 20, 100, 500 und 1000 Gold­ina rk. (Siehe heutige Anzeige.)

Dörsenkurfe.

(Ohne Gewähr.)

) Dom Rückzahlungswert.

Frankfurter Dorfe.

In Simonen Prozent

Frankfurt a M

Berkin

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Datum:

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Dcussche WertDollar Anl

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8

7

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verNner HandkkSoevllschalt fommeri' und Privat Bant

35

5,1

32,5

5

36

5,65

34

5,25

turrnft und Naiionaldank

10,13

9,75

102

9,7

SbfiiflAe Pank

Dcu^kve BeretnSbank . . .

10,5 1

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10

DiSconro Lonmiandit . - .

12,13

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16

15,75

Wttklbciititfcr <kredttdank

2,1

2

2,3

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rcicbische Creditanstal«

9,510

0,460

0,550

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tBeflbaid.........

0,700

0,650

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Vvchnmer ®ul ... ...

18

52,5

51

Puder. S ...........

16

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tato .............

25

25

25,75

28

D«>iüb'8urembnrg......

Gelsenkirchener Bergwerk.

45,9

45

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43,75

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49,5

50,5

0,1

Harveuer Pcrabau......

Kaliwerke Slswerslebeu. . . .

64

64

62 87

63,8

13,25

13,9

1 25

14.7

Mailmtrf Welleregel«.....

20

20

20,75

20 13

Kcurabültt .......

14,87

14

14,75

14,38

t brrbebars ........

21 Aj

21,5

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21.65

Pdönir Bergbau .......

32

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31,5

3i,7

mbftunabl . ......

Vii bk't IVontan ......

33,25

33

53

-3,5

47,5

Tellub Bergbau........

2,9

29

Hamburg-Amerika Vattt- . ßtorddeutichrr Llovb ....

29,5 6.6,

28 25

6,45

28,9 6,6

28,1

6,38

yiicramiftfie Werke Albin . .

8,5

3,5

Armentroerf Heidelb«- . .

Vbtlipp Holiuuum......

12,>3

11,6

3,4

3,25

3,25

3,4

Angko-Cont.-Kuano .....

30

30

29

Badische Anilin........

Chemische Mayrx Alaptll. . .

1638

15,25

16,1

15,5

1,75

Goldschmidt..........

14,25

14.5

14,13

15

Griesheimer Electron ....

13

12,5

13,1

12,55

Höchster Harbwerke......

12,87

12,7

12,87

12,6

Hotzveriohlung........

'1,5

11

Hiülgcrswerke.........

14,75

14,75

15,5

14,8

Echeidcanstalt.........

17,5

17.5

«Na eifrtrtihäH^tfeafNen

10,25

9,7

10

9.5

Veromann ........

15

14,5

16,1

15,75

Mainkra'twerke ........

M

4,5

Schuster« ..........

38

36.25

21

Siemen» 1 HalSw.....

37,75

38,25

«dlerwerke Kleye, . . . .

2,5

2,3

2,6

2,5

Daimler Motoren. .....

3,95

3,9 j

3,8

3,8

Heyli(,enstaed« ........

w.eguin ..........

4

4

26

26

26

28,5

frankfurter Armaturen . . .

1,2

1.

1.6

flonferveumbrif Braun . .

1,6

2

2

Mctallaesellichast Frankfurt

16

16,7

Bei. Union .......

2,4

2,2

2,4

2,5

ubfabrit Her;.......

4

4,13

5

Sichel..............

Zellstoff Waldhof.......

9,87

9,6

11

10,4

'1,1

10.25

Zuckerfabrik Frankenthal . .

4

4

4,25

4,38

Zustersabrik töaahausel - . .

4,1

4

als 40 Bohrverträge abgeschlossen worden sind. Die kürzlich gegründete Oleum A. G. in Han­nover, die sich bei ihren Bohrinteressen umfang» reicher Auhungsgelände, anschließend an das der Rohölindustriegesellschaft in Airnhagen bei Gelle, gesichert hat, beginnt nunmehr ebenfalls mit Bohrungen. Ferner hat die Greiser G. m. b. H in Hannover umfangreiche Bohrverträge in den Be­zirken Sehnde und Peine abgeschlossen und auf diesen Gebieten mit ausgedehnten Bohrungen be­gonnen. Auch in dieser Gege.rd haben sich bereits in geringer Tiefe Oelvorkommen bisher in nur schwachem Ausmaß gezeigt, doch hofft man, in größerer Tiefe stärker idig zu toe.bcn. Auch die Firma Slinnes hat erneut in den Bezirken Eehndr-

Franksurt a. M.. 21. März. Tendenz: Unregelmäßig. Es hatte am Borsenwochen- schlutz den Anschein, als ob sich eine freundlichere Stimmung einstellen wollte. Es kam allerdings zu keinem größeren Geschäft, doch toaren verschiedent­lich KurSerhöhungen zu verzeichnen. Einheitliche Tendenz war aber aus keinem der Industriemärkle zu beobachten. Montanattien eröffneten für die meisten Aktien behauptet. In Mansfelder haben die Verkäufe aufgehört, die Kurse zeigten sich leicht befestigt. Harpener verloren 2 Billionen. Chemische Aktien lagen etwas schwächer. Badische Anilin nachgebend. Scheideanstalt gut behauptet. Rhenanin lagen anziehend. Am Maschinenmarkt stellten sich Daimler, Adler, Karlsruhe abge»

WWMsWlW-klM.

Ein Roman aus dem 21. Jahrhundert von Hans Dominik.

53. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Eire drückende Stimmung lastete über Peking. Schon bald war sie auf die Freudentage beim Einzüge des Kaisers gefolgt.

Aiemals hatte seit diesen Tagen ein Auge den Herrscher wieder erblickt. Die Bulletins der Aerzte blieben auch jetzt nicht immer günstig, sprachen von Ruhe und Schonung, deren der Sohn des Himmels noch bedürfe. Der abnorme Schneefall am Tage des Einzuges war von Aber­gläubischen als ein böses Zeichen gedeutet worden.

Die hermetische Abschliehung des Kaisers gab vielen zu denken Ebenw wie die Veränderungen in der hauptstädtischen Garnison. Immer neue mongolische (Regimenter zogen in die Residenz ein und lösten die alten chinesischen Besatzungen ab.

Wie damals gleich nach dem Attentat, so wurden auch jetzt wieder von neuem energische Schritte gegen alle republikanisch Gesinnten unter­nommen. Aachrichten aus dem Süden des Reiches, Dem alten Herde der republikanischen Bewegung, erzählten von neuen Verfolgungen.

Wozu? . . . Weshalb? fragte sich die große Menge. Wo war die Gefahr, der man durch solche Maß a l-men entgegen treten wo'l e?

3m Kai er Palast batte der Schanti seit der Rückiel-r dea Kai ' s seinen ständigen Wohnsitz genommen. Wi die Bulletins fugten, war der Kaiser noch nicht so weit erstarkt, um die Zügel Her Regierung wieder selbst zu führen

In dem alten kaiserlichen Arbeitszimmer saß der Regent. Um ihn sein enger Rat.

Mongolisch war hier die Sprache. Ein ge­übtes Auge konnte wohl auch aus dem Schnitt der Gesichter ernennen, daß ein Chinese dem Kreise angehörtte. Aur die treuesten seiner Ge­treuen, die besten der mongolischen Generale und Staatsmänner hatte der Schanti in diesen Rat berufen.

Damals, als er von Schehol zurückkehrte, den Ring des Dsch ngiS-Khan am Finger, den nahen Tod des Kaisers vor Augen, da hatte er dessen mongolische Paladine zusammrngerufen. Er wußte, daß sie ihm nicht alle blindlings folgen würden, daß mancher dem Kaiser treu Ergebene in ihm nur den Rivalen sah.

Mit den Künsten des genialen Staatsmannes hatte er sie für sich zu gewinnen gewußt. Wohl gab ihm der Ring an seinem Finger die 2lutori- tät des Regenten, dem sie den Gehorsam nicht verweigern konnten.

Aber Toghon-Khan wollte mehr. Seine Klug­heit b erbot ihm, diese Macht bedingungslos aus- zunutzen. Aicht stummen Gehorsam wollte er. Mit Leib und Seele wollte er sie gewinnen, und es gelang ihm. Immer mehr waren sie der Suggestion unterlegen, daß nicht Toghon-Khan es sei, dem sie gehorchten, sondern Kubelai-Khan, ter Hwang Ti, der H.rr und Kaiser selber. Aur ter Träger und Vollstrecker der Pläne und des Willens des kaiserlichm Herrn war der Regent.

Auch wenn der Kaller von bannen ging, blieben sie alle die Fvrtfüh.er feilter Gedanken und Absichten, blieben sie ihm nach wie vor Rechenschaft schuldig.

Berliner Dorfe.

schwächt. Elekrtizitats A. E. G., Licht und Krast ruhig. Lahmeyer leicht ermäßigt. Aorddeutscher Lloyd und Hapag bei kleinen Umsätzen leichter. Als gebessert sind anzusühven Mainkraft, Rtzein. Geppert. Jul. Sichel gaben etwas nach, auch Dycker hoff abgeschwächt. Heber den Bankaktien­markt ist wenig zu berichten. Eine Ausnahme machten Metattbank, welche sich gut behaupteten. Der Auslandsrentenmarkt, wie auch das Geschäft in deutschen Renten blieb still bei lau kn ver­änderten Kursen. 5proz. Reichsanleihe 801/- Milliarden. Zolltürken, Bagdad II tagen schwach. Zuckerwertc zeigten gute Widerstandsfähigkeit. Zellstoff Waldhof abgeschwächt. Der Fr.i e.kchr zeigte bei bescheidenen Umsätzen eine schwache Tendenz. Api 5,5, Becker Stahl 8,5, Becler Kohle 8,75, Benz 4, Brown Boweci 2,5. Elektro Unter- franken 0,650, Growag 0.225, Holsatia 1,5, Ufa 6,75, Mez Söhne 4,25, Hansa Lloyo 1,6, Deutsche Petroleum 15 bis 15,5 bis 16, Ludwigsburger Porzellan 3,25, Rastatter Waggon 7,25.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

(<>n Billionen Mark ausoedrnstt. Buenos '?!:res, London, Ncu- Dorf sfcipan, Nio ftp ^a: ciro für eine Einheit, Wien und Budapeil für 100'XX) Einheiten, alle« übrige für 100 Ei.iheiten.)

Lelearavhtf che 21 uszahlung____

Bon HOenmo. Sich!.

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sowie auch von Schmerzen in den Gelenken und Gliedern, Influenza, Grippe und Ner­venschmerzen befreit man sich durch das hervorragend be­währte Togal. Die Togal- Tabletten scheiden die Harn, säure aus und gehen direkt zurWurzel des Hebels Togal wird von vielen Aerzten und Klinik, in Europa empfohlen. (Es hinterlaßt keine schäd­lichen Nebenwirkungen. Die

Schmerzen werden fsofort behoben und auch bei Schlaflosigkeit wirkt Togal vorzüglich. In allen 2lp0theken. Best. 64,3'°/ Acid. acet, salje., 0406% Ohinin, 12,6°/,, U thium ad 100 Amyl.

Berlin, 21. März. (Wolff.) -----

sicherheit über die weitere Gestaltung der politi­schen und wirtschaftlichen Lage noch nicht be­hoben ist, trat auch heute keine Veränderung in der bisherigen lustlosen, abwartenden und daher äußerst geschäftsstillen Haltung der Börse ein. Mit Spannung und einiger Besorgnis sieht man der kommenden Ultimoregulierung entgegen, da anscheinend die Differenzen aus fehlgeschlagenen Daissecngagements in Frankenwährning doch grö­ßer sind, als allgemein vermutet wurde. Im Zu­sammenhang damit setzten sich die Realisationen und Verkäufe, wenn auch in stark vermindert em Umfange fort. Diele Käufe sollen übrigens haupt- säcblich für Frankfurter Rechnung erfolgt fein. Die Eröffnungskurse wiesen daher Jiir fast alle Drvidendenpapieve eine weitere Senkung von durchschnittlich 1 bis 3 Dilliv-nen Prozent auf. Dre schon gestern zu beobachtende Widerstands­kraft, die bereits anfangs in Kurserholungen für einige wenige Papiere zum Ausdruck kam, tarn

Da die Un-

später jedoch wieder etwas ausgesprochener zum Duichbiuch, zumal die Spekulation Deckungen zum Wtchenschlv.tz für angebracht hielt. Bedeut md waren die Kursveränderungen aber nicht. Das hier Gesagte gilt für alle QHarftgebiete. Am Geldmarkt erhielt sich die bisherige Flüssigkeit. Am Devisenmarkt haben sich Veränderungen von Bedeutung wieder nicht ergeben.

Märkte.

Berliner Prodttkienbörse,

Berlin, 21. März. (Wolff.) Wie an bet Fondsbörse ist auch am Produktenmarkt keine Veränderung in der bis hurtigen lustlosen und da­her geschäftssttllen Haltung eingetreten. Viel ge­klagt wird neuerdings iUxtx' den mangelnden Ab­satz von Getreide und Futtermitteln tm Inland. Dec überall vorhandene empfindliche Geldmangel verhindert jegliche Unternehmungslust, die sich sonst in Käufen betätigen würde. Auch die seit einiger Zeit für Roggen zu bemerken gewesene Kauftätigleit von Gen. ssenschaftsveroänden, deren Anschaffungen man nach den Dispositionen für Ine Ware als mit der Reichsgetreidestelle in Ver­bindung stehend brachte, haben seit gestern auf­gehört. Die Preise wiesen bei beit unbedeutenden Umsätzen, die sich in ajlen Artikeln vollzogen, nur geringe Veränderungen auf. Es notierten für je 1000 Äilo: Weizen, märt. 170 bis 176. Roggen, märt. 137 bis 1143, pommerschen 133 bis 137, Braugerste 168 bis 190 (still), Futtergerste 150 bis 160 (still), Hafer, märt. 116 bis 124 e, westpr. 116 bis 12C- (still). Raps 310 (still), aat 410 bis 415 (still)! für je 100 Kilo: Weizenmehl 25,5 bis 27,25 (stetig), Roggenmehl 21,5 bis 23,75 (stetig), Weizenkleie 11 bis 11,2 (zu ermäßigten Preisen gefragt), Roggenkleie 8,4 bis 8,6 (zu ermäßigten reifen gefragt), Diktoria- erbsen 28 bis 29, Kleine Erbsen 17,5 bis 18, Futtererbsen 14 bis 14,5, Peluschken 12 bis 13, Ackerbohnen 16 bis 17, Wicken 14 bis 14,5, Lu­pinen blau 13 bis 14, Seradella alt 16 bis 16,5, neu 14 bis 15, Rapskuchen 11,6 bis 11,8, Lein­kuchen 22,25 bis 23, Lmxkenschnitzel 9,20; für je 50 Kilo . Weizen- und A.vggensttoh, drahtgeb. 0,80 'bis 1,00, Haferstroh, dnahtgepreßt 0,70 bis 0,80, Stroh, strohseilgebündet't 0,60 bis 0,80, Häcksel 160 bis bis 180, Wiesensxn, gut, gesund und trvck. 105 bis 125, Handels^vliches Heu 105 bis 120. Kleeheu 230 bis 237.

Frankfurter Getreidebörse.

F r a n t f u r t a. M., 21. März. Es notierten für je 100 Kg.: Weizen (Wetteiau) 18.25 bis 18.50, Roggen 16.25 bis 16 5tO, Sommergerste für Brau­zwecke 20.50 bis 21.50» Hafer (inlänb.) 15.50 bis 16, Weizenmehl (südd. Spezial 0) 27.25 bis 28.25, Rrggenmehl 24 bis 24. 75, Weizen- und Roggen­kleie 9.75 bis 10.75, Lfrplata-Mais 19.50 bis 20. Tendenz stetig. _____________

20. Mar;

21 Mär,

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20. |21.

AmtlicheJioherii:i

.mllich- .'kotier i 11

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155,91

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Brll -?!ittro.

17,16

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65,83

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65,59

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2

2

Italien

17 93

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London

18,055

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10

Banknoten.

rr eriin. 21- März

Nevart- %

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Brief

Gchwekzr, Voten.........

»ramöniche Noten ........

kchivedtlche Noten . .......

Holländische Noten........

Wemsch-Qesterrcich. 6 100 Krone» Pmcrikonische Diolen.......

Englische Noten.......

Belgisch, Noten .........

Nnaocisch. Noten . ....... rsch>cholloivakische Notnr- .... Nonveglsch' Noten ..... biuiiiänistb« Noten.......

Svanilche Noten

72. 2 23,44 65,59 110,72 155,61

6,08

4,19

18,05 19,00 1?,46

4,59 T',21 67,85

2, 9 C4.11

72,98

3, 6 66,91

111,28 156, 9

6,12 4,21

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Verlangt die guten

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Hanfa-Gurnmiablatze

*7^ TW5 .HMB. M

Damals hatte er sie auch mit den Plänen des Kaisers bekanntgemacht. In einer Weise, daß alles, was jetzt auf seine Anordnung geschah, un- mi Mbar auf den Befehl des Kaisers zu geschehen schien. Jedem von ihnen hatte er große Auf­gaben übertragen, die nicht nur Arbeit, sondern auch Ehre und Macht brachten.

Als dann der Tod des Kaisers wirklich ein­trat, koimrte er es wagen, im Einverständnis mit ihnen jenen ungeheuren Betrug zu unternehmen ... der Hauptstadt ... ja der ganzen Welt den toten Kaiser als lebendig. . . als genesen 'zu zeigen. Dadurch aber hatte er sie noch viel fester an seine eigene Person gefesselt. Die Män­ner, die jetzt mit ihm zu Rate saßen, waren ihm mit Leib und Seele ergeben.

Wie weit sind die Truppenbewegungen an der russischen Grenze durchgeführt?" wandte der Regent sich an den Generalstabschef.

Sie sind noch nicht weit gediehen. Die Um° gtubbleiiing nimmt sehr viel Zeit in Anspruch weil sie verschleiert durchgeführt werden muß. Sie Formte schneller vonstatten geben, wenn ich die Vollmacht bekäme, die Vei-kehrsmittel zu be­schlagnahmen. Die Militärschiffe können die Massen nicht so schnell bewältigen."

Der Schanti wehrte ab.

Unmöglich! Jede auffällige Maßnahme muh unterbleiben. Es genügt, wenn zuerst die Truppen in Iünnan und Klvangsi ausgetvechselt werden. Die anderen Bewegungen können später erfolgen. Die Magazinbestände all den Westgrenzen sind voll auf gefüllt?"

Es ist geschehen, Herr."

Der Generalstabschef sprach weiter:

»Leider ist es noch nicht gelungen, hinter

das Geheimnis der Kompagnieschifse zu kommen. Unsere Agenten belichten uns die Rachricht, daß Kreuzer mit Streuv orrichtungen ausgerüstet wer­den, von deren Zweick man noch keine Kenntnis hat."

Die Falten au# der Stirn des Regentep ver­tieften sich

Der Ingenieur Isenbrandt! ... Er ist das Haupt unserer (Steepler. Alle technischen Teufe­leien kommen von ihm! . . . Jetzt ist es zu spät. Längst hätte er unschädlich gemacht werden müssen.

Geht es einmal vom Ili los, muß Wierny das erste Ziel fein . . . Rein! . . . Wierny muß früher fallen. Den Schiedsspruch beantworten wir sofort mit dem Awfstand der russischen Kirgisen. Wie weit ist er vorbereitet?"

Der Generalstl'fbschef antwortete:

Es bedarf nur eines Funkens, um ihn auf* l-odern zu lassen. Unsere Emissäre haben die Kirgisen fest in der Hand. Die Irredenta arbeitet gut. Die Spreng un-g am Terekdamm zeigt, wessen die kirgisischen Brmder fähig sind."

Die Linke des.Regenten ballte sich zusammen.

Die Schmelzai.'beit war schlecht! Sie ist die Scherereien nicht wcxrt, die wir jetzt darum haben..

Man verlangt von uns Entschuldigung und Wiedergutmachuiitzi. Wir behandeln die Ange­legenheit dilatorisch. Ich habe antworten lassen, daß unser Recht, m unserem Gebiet zu schmelzen, unzweifelhaft ist.

Da man uns von der Errichtung des Ili- dammes bei Terek offiziell nicht benachrichtigt hat, konnten wir ihn als nicht existierend be­trachten. Damit entfällt für uns die Pflicht, allen Schaden zu ersetzen. Ohne den Dammbruch wäre die Katastt-pphe nicht so bedeutend ge- wefen . . (Fortsetzung folgt.)