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.d-^-tag, 20. November 1921
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Tletzener Anzeiger (Teneral-Anzeiger für Dderheffen)
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fu^ungen oornabmen. haben sich für diese Arbeit füge und fdforcJk ^nxi Millionen GoVmad aus» werfen lassen. Kein ODinx:, wenn sie an eii< em er so blmtendm Bezahlung ihe emtr.gl.che.' Posten nicht aufgcbai und die 211 ilitärton- trolle verewigen wollen. Unperftänb ib ifl eft bah die Marinekontrollkommisfion, die doch schon seit längerer Zeit nicht mehr existiert, auS ber Reparationskas e 70 000 Wa k ausgezahlt erhalten hat. Herr (filtert ist zwar nicht ber Reichsregierung g genübe. für de Verwendung her bei ihm einlrufenden Dride.' txrant- wvrtl.ch. dennoch interessiert sich das Deutsche Volk sehr lebhaft dafür, wo die von idm aufgebrachten ReparationSmilliar» den bleiben, also z. B auch warum d c nicht mehr existierende Marinekvntr.ttkvmmi sion noch einmal 70 ODO Mark überwiesen erbte.t. AuMa- rung darüber dürste aber auch die Reichsregie, rung geben können, die doch sehr genau übe. de Einzelheiten der Gilbert,chen 2ll»ech-tung unte^ richtet worden ist.
in Gold erschwerten Man muh sich alle diese Tendenzen weltwirtschaftlicher 2l«^ricgszeit Der- gegenw^rtkqcn. um zu begreifen, oab heute die B^iehungen zwi chen Europa unb ilebcr.ee gai.z anders ausstchen wie früher.
Während früher Europa als Kunde von den überseeischen Ländern mehr oder weniger um- fchmeichelt wurde, wird heute Europa als ein „Abne hmer' betrachtet, de. in ber Zwa-igs- läge ist, gewisse Rah.ungSmillel und Roh.ws^e unbedingt kaufen zu müsfen und b.-m man andererseits keineswegs zu gestatten braucht, dagegen Fabrikate an die über chen Lunder zu verkaufen. Diese Ein telttnrg gb so weit, das) Australien n uer.ingz feine Antj» Dumping Gesetze, die auch hier nur ein Vorwand für enorme ZollMschLäge find, sogar gegen England anwendet, zur groben Beunruhigung der engli chen Exp-rtindustnen. Die Fo'.ge aber dieser ganzen über eerschen Handels- und Wirt- chaftspolitik ist natürlich, bah Europa in eine wchst gefähiliä)« wirtichaftliche Lage gegenüber der Weltwirtschaft gerät Wälwend es selbst nach wie vor 'Dlahrungsmittel und Rohstoff — wie vor Willem Baumwolle, ÄU;4 r Metalle alet Art, Wolle, Erdöl -- von ilcberiee bc) eben muh, wird es in die Lage veretzt, immer weniger fertige Waren dorthin zu verkaufen.
Don der Arbeitsgemeinschaft der militärischen Vereine.
Man schreibt uns: Die in Dieben im Iahe 1923 gegründete Arbeitsgemeinschaft ber militärischen Vereinigungen unb Vereine hielt am Montagavend im Stamm. Vereins Hause eine Sitzung <jb, in welcher für die Allgemeinheit wichtige Punkte zur TageS-
Dazu kommt, dah sich nunmehr die überseeischen Fabrikationen — unb zwar besonders in den Vereinigten S an e r von 2l.ne- rila um) in Japan — b.rartig weiter en.wickelt haben, bab sie auch auf dritten über e. ischen Märkten Europas scharfe Konkurrenz machen. Erst unlängst Hal eine vom Volke bw d I her ausgegebene Statistik über den • Anteil der I Verewigten S aa e r am Warenb.^uge verschie» bencr Länder erwiesen, wie sta k die -Beliefe, u g I vieler Länder — z. V. der südc nrerilani chm Staaten. Japans. Chinas. Australiens — durch Amerika zu genommen hü, während die Veliefe.u-g I durch England, Deutschland und Frankreich ent- sprechend seit 1914 abnahm. Indem aber die überseeischen Länder einerseits ihre eigene De- darssdeckung in die Hand nehmen, andererseits als Exporteure von Fabrikaten mit Europa in Konkurrenz treten, wird desen Verschuldung an die über cei I chen Geb eie f .ir Rah u gdm.ttel und Roh toffbezüge immer grabet So hrt z D. England in den leiten neu r Mona en für la,5 Prozent m'hr emfühei müs en, werk der Wert der eingführ ei Wa et auf em We tma k g - stiegen war, währmd die Steigernrg dos Aus- | fuhrwerts nur 6 Pr^z. ausmach e. was alio eve wesentliche Der schiech t eru n g ter Handelsbilanz zu un en rb reerch- Ge- bete teLerict. Auch d e P re is st e t ge r u n - gen auf dem Weltmärkte zeigen, bab die überseeischen Gebiete im V r e l gegenüber den weiterverarbeitenden Eurepiläntern find. Es ist charakteristisch bab in England, wenn man die 3tv> dexzisfer für den Anfang des Jahr'u derts gle ch 50 setzt Baumwolle zu Ende Sep ember ds 3s. 125. australische Wolle gar 159. Kaffee 1^ betrug, während Eisen mir auf 86, Stahl'chrenen nur auf 75 reftiegen waren
DaS wach enee wirtlchaftlrche Lieber- aewicht ber ü berfeei f eben Wei t bccu- tet unzweifelhaft eine starke Gefahr für Europa Auswege sind schwer zu bezeickwen Ein Zusammenschluh der europaiIchen Staaten zu einer einheitlichen Hande l s v o l i t i s che n Front wäre vielleicht eine Möglichkeit.
Gilberts Abrechnung.
Dec Generalagent für R?parai ons ahlungen Herr Parker G Ibert hat sich veranlagt ge'eben, die Ein- unb AuSgänge der Monate September und Oktober ber Oesfen llchkeit mit^uteHen. so bab man wohl erwarten darf, er werde tn Zukunft am Schlust eine» jeden Monats eine solche Abrechnung vorlegen. Interessant an d eser Bilanz sind in erster Linie bie Darzahlungen Deutschlands, de sich auf 6977 Mrlstonm belaufen. Einen sehr breiten Raum nehmet die Zahlungen an und für Rechnung der Glaub ger- staaten ein. Besonders ins Arg? fallen aber die Ausgaben der interalliierten Kommissionen, die sich auf mehrere Millionen Golbmark belaufen. Während be JRebara- tionskommission selbst nur 1,7 Millionen verschlungen hat, ersche nt bie Rheinland- kommission in der Aufstellung schon mit 2 5 M llionen. Die *2K i l i t ä r f o n t r o 111 o m- mif f ionen in Deutschi mb. die in den letzten Wochen ungefähr sechshundert erfolglose llnter-
Persänlrchkeit des Künstlers wird uns ferne« Herr An hei ber. der mit seinen Bildern auch auf der „Südwestdeutschen Kunstausstellung" in Darmstadt vertreten war. auf dem Gebiete der Regierung besonderes Ansehen
mung des Gemäldes gleichsam in Worten nach- gcmalt ist. hat diese Spihwegschc Welt noch eine Beleuchtung von besonderem Reiz erhalten. Sie ist uns mit ein« so nahe, als lebten wir selbst m ihr unb mit ihr. Als empfänden wir plötzlich, bah hier in ber Stille ber Spitzwegschen Welt eine deut sche Well wieder wach wurde, au» ber wir auch für uns fetbft neue Frische, neue Kräfte ziehen können: die Welt de« deutschen Gemüts, in ber ein gut Stück deutschen Wesens, daS uns zu unserem Unheil verloren ging, unS zurückgeschenkt wird.
Oberhesfischer Kunftverein.
Der Vorstand des „Oberhessischen Kunstvereins" legt Wert daraus, richligzustellen, bah die in Ar. 261 beS „Giebener Anzeigers" als Feber- und Kohlezeichnungen an gesprochen en Werke von Roland A n h e i h e r , Jugenheim, Radierungen und Lithographien sind. Heber bie
leben und bie Thven seiner Gegenwartstage im Spiegel seiner köstlichen Äunft auffing unb von ba an b;« in die nivellierende Zeit der siebziger Jahve «mit dem gleichen Schauen und Zeiterleben festhielt. Aber es war dazumal wohl besotteven die Freude am Gegenständlichen seiner Malerei, an dem ..erzählenden Blld". wie man es heutzutage genannt hat, die das Hervorheben ihrer groben künstlerischen, zeichnerischen unb farbigen Werte das Erkennen einer tieferen Bedeutung ihrer Charakter.fierungs'uikst überwog. Seitdem hat man zu Spihweq eine neue Cinftclhing ge- wvnnen, und ber Maler ist nicht schlecht dabei gefahren. Denn es bat s ch daher herausqestellt, bab er nicht nur der Maler feiner Zeit toar, sondern ber Maler des zeitlosen deutschen Gemüts schlechtweg und dazu ein Künstler helfen feine Gestaltunasart unb sonn-ge Farbigkeit ihm unter ben deu'fchen Malern eine auch mit all feiner Absonderlichkeit hervorragende Stellung gibt
Es ist die Kunst- unb Dersagsanstalt Peter Luhn in Barmen, bie sich bie Popularisierung des etwa 480 Gemälde umfassenden Lebenswerkes Svitzwegs zum besonderen Ziel stellte unb hierfür in den entzückenden farbigen Postkartenferien Spihwegscher Bilder schon früher einst ganz au herordentlich beg übten Beitrag gab. 3eht hat ber Verlag auf dieser Bahn einen Schratt weiter actan und in einem Geschrnk- unb Prachtwerk erften Ranges allen Freunden unalternden deutschen Gemütslebens das Reich des Kunstters neu schlossen.*, Er hat sich dazu ber Mitwirkung ZK unsrer feinsinnigsten Kunstschriftsteller ver- fi^ert. Fritz von Ostini, ber mit feinem eigenen — ») Aus Carl Spihwegs Welt" IVO feiner schönsten Bllder mü Porträt und Dio- graphie des Malers sowie verbindendem Tert ff°gr6r. »on Oftini. artest txn 'S.
| (»iIHemen 25 Ml.)-
trete. ..
Hieratlf erfolgte die Be'prechung über di? Gedenkfeier am Totensonntag. Der Vorsitzende legte bie Gründe dar, weshalb b.e seither übliche Gedenkfeier, die vom Vlll-bund für Krieg - rg räb. rf ürf orge veron haltet nur e. für dieses und die komme.rden 3ah.-e u>?ikille 3n ben Besprechungen über diele Feier uniroen Bedenken geäußert dahin, bab es äh rlich wie im vergangenen Jahve zu unliebsamen Sr1detminc.cn kommen könne Da aber andere Organisationen Gedenkfeiern veranstalteten, muffe die Be.s.rm.n- [ung fich entfcheiden. ob sie an dielen Feierm teilnehmen welle oder eine eigene Feier in Er» irägung ziehe ES wurde dann in die AuSspr rdM eingetreten, und nachdem ei rzelne Redner für und auch bog gen g fprochen hat en (i f l ie bei vom Reich, eingesetzten allgemeinen Tr u.rtagi am 3 August jeden 3ahres auch die Eexicki^-ierir im verflossenen Jahve ziemlich zahlreich gnoesen seien innerhalb GicstenS» schritt man zrn Ab tinnnu g 5MC Mchrhe't entschied sich für eine eigene Feier, die am kommenden Toten onntag auf dem' Brandplatz ftattfinben soll. Di. in Aussicht genommene Kapelle Welle r hat i.^w.sa^n ihre kostenlose Mitwirkung zugeagr.
3n vorgerückter Stunde mache ber Vorsitzende noch eine Einladung der e bemal. 222 er b.tnnnt, die am 30 Rovember den Tag der lOjahr. Wiederkehr der Schlacht bei Lodz im Saale beS Restaurants Sauer begehen wollen, veibunden mit einer Zu ammen- funft aller 222er der näheren unb fern ere i Umgebung unb forderte zur zahlreichen Be erl>gnng auf Rochdem bann die noch norlt geiben Pu rite erledigt waren, schloh der Bordtzende die Ber- fammlurg mit einer Ansprache und der Aufforderung an bie Vereine, die noch nicht ber Ar- beltsgem.-inschaft ,urg Höven, ber eiben im c ff*n- sten 3ntercffe bald b cutteten: f — er wurde mv- acteilt bab bie Arbeitsgememfch rft zur Zeü 23 Vereine mit über 4000 Tfgl.eoern in Giehen zähle Die Arbeitsgemeiiisvuaft sei lediglich eine Zusammenfassung ter cinzel en V rei e die b:c Äam.TaMdjaft, die Ehrung der gealterten Kau e» roden Veranstaltung gemeinsamer 5eiern unb gegcr.kitige Unterstühung der m>litä i chen Vereine zum Zweck habe Verf 'Igung pvlUischer ober religiöser Ziele sei ausgefchloffen.
Grotze Strafkammer.
dichterischen Gemüt das 3nnenleben der Spitzwegschen Kunst ganz umschliefg und m feinen jungen 3ahren selbst noch zum Bekanntenkreise des Malers gehörte. Aus diesem, von innerster Liebe zu dem sinnig-heiteren Gestalter deutscher D:Ä>ermeierzeit gefügten Bündnis zw schon Ver' leger unb Schriftsteller ist bas wundervolle Buch hervorgegangen, bas eben in das deutsche Land hineinzieht unb gleich bei seinem Erscheinen herzlichen Willkomm fand.
Der alte Meister lebt mit all fernen Lieblingen ganz bi diesem Buch in dem seine okunft m so sorgfältigen Reproduktionen zu unS spricht. 3ebe Seite redet von Earl Spitzwegs V^it. Da sind die idyllischen Bilder aus ber deutschen Landschaft mit den Märchenträumen ihrer Walder. Schluchten und Höhen unb der zierlich-kecken Staffage darin, die ihnen einen besonderen er- zählenden 3nhalt gibt Da sind die hochgieveli- gen alten Stadtnester mit der Eigenart ihrer Hein- städtischen Bewohner. Die wunderlichen Käuze des Lebens erscheinen in all ihren vielfachen, uns so vertrauten Gestaltungen, bie fahrenben Beute unb das Volk selbst in feinem Ursprung- lieben Sichgeben bie frommen Drüber ber Kirche mit ihrer stillen Freude am Weltlichen, die Originale ber alten Bürgerwehr unb bann bie sanften unb lächelnden Wonnen der Mondschem- fhmben mit ihren Sercrtaben, Rachtwächtern und schwierigen Heimwegen, mit ber ganzen Romantik traumhafter Zeiten. Friebsam unb launig, in gemütvollem Ernst und beschaullchsn Scherz Unb alles so durch unb durch deutsch gefühlt und aestaltet bah es schon darum in unseren Tagen feine Mission für sich bat Dah es schon barum m deulschen Häusern überall bie Türen offen fmben fvll, wo nur die Möglichkeit vorhanben ist, ihm Heimrecht zu geben.
Dadurch bah Fritz von Oftini in feiner I ftnnmungsfch'önen Art jedes Bild mit einem feinen Mtnratuvaufsay begleitet, in dem b*e Stirn-
orbnung standen.
Der Bor iyende ter Arbeit-gerne.ns haft, 3u« , stiz-Sekretär Stang, eröffne e Lic Versammlung mit Worten ber Beg Übung an bie zahlreich : elsch.enenen Dereinsvert eter unb begr ihte be» sonbers den künstl.rischen Beirat des De-rkmü- ousschusses ter St.idt Giesten. Prof. Rau ch. ber banü nach Erledigung tinigr geschüf.l.cher Formal täten unb Satzangsberatangen daö Wort c - griff, rnn bie einzeln von dem Denimalausschuh in Betracht gezogenen Plätze für bas allgemein zu eiricbtenbe Denkmal für die Gefallenen des Weltkrieges kri:i ch zu bleut) en. An Hand einer Zeichnu ig lejtc er dee De .samm- lung den Plan des DenkmalauLschu es dar. wonach bas Den'mal auf ter frgmanntei Lut herbe r g zu ft h:n k m ne r feil Die Ab ich be eh , daS Denkmal dort auf der Hohe in stark mo u- mentaler W rkung. mit ber Fr nt n ch Etrdt
zu, zu errichten. Die Mauer des 211.en Friebh f« solle vollständig nieberge est unb der Alte F ed- h^s einschliestlich ber vorg lagerten Aila,en zu einer grohen Anlage umgea> nie t we en Die Lriih.-rhöhe soll in ii. e Anpfla »zu g rin ez gei werven. eS sollen zu dem Denkmal stra'ele Lr.n g ;u(aufcnbe Wege füh en. bie mit Ba mgrup e i
I bepflanzt werden fetten. Dieses De km.1 sol e dann weit überragenb von dem Anfang .ber An» lagen schon sichtbar sein unb burd) die etwas abseits liegende Errichtung inmi-ten eine3 weihten Platzes die Stätte barteten, an der sich auch bie Hinterbli b -nen zu jeder Zeit sammeln können. Auch städtebaulich fei dies Der einzige Platz in Giehen. der geeignet sei 2bi bie e
I Ausführungen knüpfte fich eitre lebhafte DiSlu - sion unb es würbe für unb .gegen ben Plan gesprochen. Die Mehrheit entschee sich bei einer Probeabstimmung über den Platz für bie Süd- an löge und zwar dort, wo die Plockstratze auf die Südanlage ftöfjt Ein^lne Redner glaubten bah dort, wo ber Verkeh- herrscht und doch nicht inmitten des Verkehrs lebens stehend ene viel geeignetere Stä'te für das Denkmal sei und das Projekt des Allen Fr.edhofes wegen 'einer Lage ab eits von der Stadt nicht in Frage kommenkönne. Hier, wo die Fügend tagtäg.ich daran vorbei müsse, wo es auch für die Einwohnerschaft nahe sei, könne man eienf-gut ein nro~u- mentales Werk cr ichten. Es wu bei zum Ve_- gleich anher: Denkmäler h rangez gen unb auch hriv-rgeh-b n. tah die Anl^- leider schon durch Wohnhäusererrichiung ver.chan eil toor.cn fei. Prof. Aauch trat in seinem Schluhwort nochmal für ben ersten Plan ein und unterlegte die ctTuelren Bede ken, die g-^en das Proj.ki laut wurden. Es soll runm hr versucht toer en, durch Runbgävge einen eventuell be'feren Platz ausfindig zu machen. War auch am^ Anfang bie Mehrheit für das Projekt in ber Südanlage, so konnte doch in ben einzrinen AuMH unqen am Schluf) ein gewisser Umschlag in ter Stimmung konstatiert werden. Landgch-ich'.svat Keller sprach sich ebenfalls mit toarnr.n Worten für bie Errichtung in dem Allen F ie.ohof aud^ ebmfo Landgerichtsrat Trümpert, während Pr f Ifor , | Krämer unb andere Redner für bie S -bo-lage
waren. Der Vorsitzende dankte Prof. Rauch für feinen Dornag unb sprach die Hoftnung aus. bab ber Deickmalausschutz gemeinsam mit dem von der Arbeit »gemein chaft ge.vählle-i AuS- fchuise die Planfrage Im Lause des Wi iters zur al!gemeinen Befriedigung entscheide unb die ct^b:- verwaltung im kommenden Zaire an die praktische DerwirNichung bid^r Ehrenpflicht beran-
europäischen Märkte. s
Leider Hal sich für Europa biete Lage in , ber letzten Zeft nicht unwesentlich geändert Zwei Tatsachen sind hieran mitbeteiligt Erstens hat j gerade die Internationale 2lrbeit»t<i- . (ung einzelnen übei’eeidtei Ländern eine Mo- , nopolstellung in aewissen Stoffen g scha fen. dort nämlich, wo die Er,eugung einzel c solcher Rohstoffe an ganz bestimmte Erzeuger rä ten gebunden ist, wie etwa bei ber Bau mw o Ne unb beim Kupfer in ben Vereinigten Staaten von Amerika bei bei Wolle in Austral en. bei den pflanzlichen Oelen und Fetten in Westafrika, bei Erdöl in Mexiko unb Rorbameri'a. Diese 'monopoli tische Stellung wirb in ihrer Au - Wirkung auf die europäischen Bezüge seit dem Weltkriege noch dadurch gesteigert, bah Ruh° (and als Exporteur vieler, mit tem Be.ug von älebcrice b sher konrurrierenlen R iHrungsmit el und Rchstosfe in Wegfall gekommen i ft. Schon die Entwicklung bie'er Rohstvffmonopvle hat gleichviel, ob diele Monopole nun in tatsächlichen Trusts ausgebmtel werben oder nicht, das Schwergewicht der interna i na lei Hand ls beziehungen zugunsten der über,sei.chen Länder beeinfluht
Diese aber hohen — und dies ist die zweite einschneidende CBeränbevung — ihre wachse de wirtschaftliche Ded-utung mehr und mehr ^vzu benutzt, sich auch als .Abnehmer" europäi- scher Waren in eine stärkere Posftion zu fetzen, nämlich an die Selle der Abhängigkeit von europäischen Bezügen die Eigener eugung auch von Fabrikaten in die Hand?ju n hren Der Ausgang des Weltkriges ha! diele Tenhenz noch ganz wesentlich verschärft. Zum Teil hri der Weltkrieg stimulievend auf viele überie i che Gebiete gewirkt. Die Vereinigten Staaten konnten unter dem Ginfluf) des Krieges manchen Produktionszweig entwickeln, ber im Frieden unter dem Wettbewerb anbener Länder noch nicht rentabel gewesen wäre, 3 n b i e n von Lan» cashire durch bie Frachtraum-'ot abgeschn'tten — konnte bte Spinnevei erheblich ausdeh en. Japan ganz allgemein leine Produktion erweitern. Der Krieg wirkte auf bk ferngelegenen überseeischen ©ebbte tote ein verdoppelter ober v-rri?e sachter Schutzzoll vor Europa Rach dem Krieae aber war es tk*8 Bestreben aller i>b7v'eerfchen Lander, das einmal Errungene buch er e Verftär f u ng des Zoll chutzes f rizu^lten. c^ha vmisti ch iritup nalistiches Emvfin^en der „1 eg reichen" lle er-re- länder insbeiondeve ber brftilchen Dom nrons, ttde Australiens. CanabaS, Südafrikas spielten dabei eine nicht unbeträchtllche R?lle.
3n ben Dev-iniat-en Staaten von 2lmenka wurde das gefteiaerte Schutzzollbedürfnis — um den ieinen Znt-rellente-'gesich's^n't xu verdecken — mit ber Gefahr eines europäischen Du m v i n g motiviert ganz besonders als be^ Wäbrunas- verfall vieler curop-iifcher Länder ai toe^em btefe s lbst nicht die entfch-.dende Schuld trugen, biete Gefahr noch verstärkte Durch den „teu en 5>of['ir" worbe eine Schranke ^v'fchen Europa unb R^r^amerika gezogen die fch'immer war als jeder Schutzzoll, weil ange'ichts der Wäbungs- marmung bie mristen curopäi'ch?n La 'der fich darauf befdarinten muhten, von Amerika, das nur Allerwefentllchste zu kaufen, wihrend die Schutzzölle die „Bezahlung in Waren" anstatt —■■■ Aus Carl Spitzwegs Wett.
Don Albert Herzog.
geniefjt als Gründer und Dors hender des „Vereins für Original-Radierungen" in Sannftabt Seine Radierungen werden von ihm selbst gedruckt unb lind in den Museen zahlreicher Großstädte des 3n- unb Auslandes vertreten.
Künstlerhilfe Darmstadt.
Die Künstler, die sich an der Verkaufs- ausstellung beteiligen wollen, werden auf- gefordert, ihre Bilder (Mappen und gerahmte Bilder) von Montag, ben 24. Rovember 1924 ob auf dem Landes amt für das Bildungswesen Darmstadt, Wilhelminenstrahe 3. ab)uhriern. Dte Abllrierung mutz bis 28. Rovember erfolgt fein, well an diesem Tage die 3ur*erung ftati* findet.
Die überseeische Gefahr.
Dou Prof. Dr. Hermann Levy, Buckin.
Die wirtschaftliche und zivilila'.or fck)e Entwicklung der groben übericeitzchen Geo.ete, und zwar ftlbst lo machtvoller Cänb-r toi? tc. Vereinigten Staaten von Amerika toar bis w einer noch gar nicht femhegenben Zeit in erster Linie durch die Ansprüche der europäilchen Wirtschaft bedingt. Die Märkte Europas, die Möglichkeit des Absatzes nach Europa machten überhaupt erst bie Ential- tung ber Überseerschen Produktivität möglich, ba b« dünnbesiedelter Gebrete niemals au Grund ihrer eigenen Rachfta^e Produttionen bitten he- ausbilden können, wie sie beute bie groben Exprrt- zweige dieser Länder barftellcn. Rur die Rach- frage be« eurvpä.schen Marites gewahrt? bie Ab- sayrnöglichkei: für die g^mxilt gen Lieber ch rsse an (betreibe, Gefrierfleisch. 5 tten, Daumwo le. Kupfer Petroleum unb allen sonstigen Roh tofseu. Man konnte daher sagen, bah trotz ber natürlich immer vorhandenen Wech eliei'ig e i ber Be.;ie- Hungen zwilchen Gur Pa und He'ere? das Schwergewicht aus feiten ber Abneh- m e t lag und deshalb b?müh en sich die überseeischen Gebiete im gegenseitigen Weitbewerb um bie Ausdehnung und die Erhaltung ihrer
Da ist sie wieder, die enge Dachkammer- TSobnunq in d-m SröMerfrruk V.tmiybwiI « 3afoMl'iai Unb aus b?m 2Itelicrfen,tcr tonnt « <Mtot bas <ütcn 3unggcfc(ten. ber nie so sehr im Gemüt der Deutschen lebt^, ate seit dem Tage, da sie den geruhsamen Eigenbrötler die winlligen Treppen hin mter zur letzten Ruhe trugen. Em Sckllaf °
Carl Spihweg. der in seinem geb.umten Schlaf rock seinen eigenen ©onberlmgcn getoift. aber cii^r. der mit feinem .eigaum Brot viel Menschenkinder erquickte. Srner der rn frnnsr Kunst gerade uns in unserer Auckshungrigen Zeit von einem Glück zu sagen unb,u geb^bat daS fern von dem rauschenden Lärm des Levene- imb’ der unrubttollen Hetze des Ja^-un^.^ reichert mit seiner inneren Gesundheit, mit s^ne Selbstgenügsamkeii. mit fernem strllen Otto- versenken in all die taufend dennftchen Schon beiten der Welt, in ihr harnwnrfches Zusammen klingen in einer geruhigeren Serie, m chre .humor- durchblühten Zwischcnfprele Humor, wirkl'cher Humor, quillt nur aus tiefen, ^rnen Quellern Lächelnde Erfahrung fitzt daran und schöpft aus ihnen mit silbernem Becher. W<e aus ern märchenfrvhen Gesundbrunnen Dah es uns wohl ums Herz wird unb das behaglich-gutmuuge Lachen d^s so versöhnend mit all den kleinen Mißgeschicken des Lebens aus der Seele Künstlers drang, in unfern Herzen mit wohligem Klange weitertönt.
Es ist nicht, als ob Carl Spihweg erst hatte tot sein müssen, um als Übender zu toirfm. Auch damals schon trugen feine Bilder »reute in manches Haus hinein, als er mitten m^der Genügsamkeit biedermeieri'chen Kttrnstar'ttebens — das ihn auch in seiner Münchner Wohn- imb Wirkungsstätte umgab — das Empfinbungs-
• Gießen, 18. Rov. 3n bet Berufungsinstanz wurde in zweitägiger Sitzung gegen “ Otubienrat Wilhelm H. au« (Sieben verhandelt. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen ein f t e i - sprechendes Urteil de« erstinstanzlichen Schöffengerichts Berufung eingelegt. Der Angeklagte hatte mehrere Jahre hindurch den Auftrag, zur Vorbereitung der Quäkerfpeifung Schüler au melfen und zu wiegen. Richt befugt wat cr, körperliche Untersuchungen an den Schülern vorzunehmen. Er wurde nun beschuldigt. In einer Reihe von Fällen solche körperliche Untersuchungen Dorgenommen zu haben, durch die sich dve Schüler z. T. in ihrem Schamgefühl verleyt fühlten. Auch da« Berufungsgericht hielt die Behauptung des Angeklagten, er habe sich zur Vornahme ter Handlungen für befugt gehalten unb geglaubt, durch Feststellung von Brüchen und Operationstounten ben Schülern unb ter Sache zu nützen, nicht für widerlegt. Trotz gewisseri belastender Momente hielt daS Berufungsgericht ebenso wie die Voritrsfanz einen Beweis nicht für restlos erbracht. Die Berufung ter Staats- antoaltschaft wurde verworfen. Der Angeklagte
blieb f reiges pr ochen.
Gerichtsfaal.
Kettenhandel ist strafbar, auch wenn et die Date verbilligt.
L granff urt a. CHI, 20 Rov Eine interessante unb grundsätzliche Sntsä^Vung in ter Frage deS Kettenhandels fällte die Strafkammer Frankfurt a M. 3n einer Berusungsverhindlung hatten sich mehrere Ge- treibebänMer wegen Ketteich mte S mit Mehl zu verantwort en. Der F ill lag schon bs in ben 3uni vorigen 3ahreS zurück, unb eS war hier einmal trorgdommen, bab daS Mehl wegen Zlbsatz-


